Jahr: 2015

Kostbares Wasser für das Vieh auf der Alp

Bei der trockenen und warmen Wetterperiode müssen wir mit dem Wasser auf der Alp sparsam umgehen. Von der Nachbaralpe bekomme ich am obersten Brunnen gutes Quellwasser. Von dort aus wird das Wasser mittels Überlaufschnorchel talwärts auf weitere 4 Brunnen verteilt. In jedem Brunnen läuft das Wasser oben hinein und am Überlauf wird es zum nächsten tiefergelegenen Brunnen weiter geleitet. So wird nichts vergeudet. Ich kontrolliere jeden Tag die Brunnen, denn wenn es heiß ist brauchen meine Rinder immer genügend Wasser. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

Reif für die Insel

Unsere Sprache verrät es: Eine „Insel der Glückseligkeit“ ist der Inbegriff für das perfekte Dasein. Überschaubar und sicher sein im tosenden Meer der Befindlichkeiten. Und dazu einen eigenen Hof. Die Krönung wäre also ein eigener Bauernhof auf der eigenen Insel. Fernsehtipp: 05.07.2015, 14:00 Uhr NDR, Insel Öhe – Familienglück und Kuhgebrüll. Eigene Insel – eigener Hof Das gibt es tatsächlich. Mathias Schilling heisst der Inselbauer. Er besitzt die 72 Hektar große Insel Öhe, gleich neben dem Urlaubsparadies Rügen an der Ostsee. Dort grasen seine französischen Fleischrinder auf naturbelassenen Salzwiesen. Doch es nicht mein Ziel Ihnen verklärende Romantik zu zeigen. Die Inselstory bietet die Gelegenheit, einen Blick auf eine erfolgreiche unternehmerische Überlebensstrategie eines Bauern zu richten. Denn so eine Insel ist mitten im Wasser und Sie ahnen es vielleicht schon: Der Bauer kann nicht einfach zupachten und vergrößern. Und auch nicht intensivieren, weil der Gewässerschutz das nicht zulässt. Im Sinne der klassischen Wachsen-oder-Weichen-Theorie ist das also eine mehr oder weniger „beschissene“ Situation. Das akzeptierten auch schon die alten LPG-Herrscher in der DDR-Zeit. Weil die Insel damals …

CO2-Konzentration – kaum bemerkt, aber bemerkenswert

  CO2-Konzentration erstmals über 400ppm Auf der Seite des renommierten Alfred-Wegener-Institutes für Polar- und Meeresforschung findet sich ein Verweis auf eine Meldung des NOAA, der es nicht in die großen Medien geschafft hat. Der Monat März 2015 wies erstmals eine durchschnittliche CO2-Konzentration von 400 ppm auf und stieg damit in den letzten 25 Jahren um 60 ppm. http://www.climate.gov/news-features/featured-images/monthly-carbon-dioxide-levels-hit-new-milestone Ein weiterer, deutlicher Anstieg des CO2-Gehaltes und gleichzeitig auch des Methan-Gehaltes ist durch das Auftauen von Permafrost-Böden zu erwarten. Hier ein Zitat: „Wenn man bedenkt, dass die Permafrost-Regionen, die immerhin fast ein Viertel der Landoberfläche auf der Nordhalbkugel einschliessen, vermutlich ebenso viel Treibhausgase freisetzen, wie die historisch viel beachteten menschengemachten Veränderungen in der Landnutzung, dann zeigt sich, wie bedeutend diese Vorgänge für unser Klima sind“, sagt Dr. Guido Grosse und relativiert damit andere Quellen für Methan. http://www.hammaburger-wissenschaft.de/permafrost-auftauen/ Ein höherer Gehalt an Kohlendioxid hat auch Auswirkungen auf das Pflanzenwachstum. Allerdings liegen nur wenige Studien dazu vor, die Aussagen sind zum Teil widersprüchlich. Je nach Pflanzenart würden aber weiter steigende Konzentrationen schließlich toxisch wirken. Und das hätte Auswirkungen für uns alle.

Wirklichkeit und Wahrheit

  …oder wie wir selbst auf scheinbar wissenschaftliche Ergebnisse reinfallen. Mit unserem Artikel zu „Cyanidin in Erdbeeren“ haben wir bewusst machen wollen, wie wir selbst immer wieder auf scheinbare Wirklichkeiten hereinfallen, die sich bei genauerer Analyse als gezielte Desinformation, Halbwahrheit oder, wie in unserem Falle, ein gezieltes „in die Irre führen“ herausstellen. Was wir mit unserer Liste der natürlich vorkommenden Inhaltsstoffen in der Erdbeere zum Ausdruck bringen wollten: Wir lesen oft nur die Überschriften von Artikeln, hören oft nur die ersten drei Sätze einer Nachricht, um dann über den Inhalt der Meldung erschrocken, entsetzt oder zornig zu reagieren. Wir hinterfragen nicht, wie in unserem Beispiel mit „Cyanidin“, ob dieses wirklich eine Gefährdung darstellt. Deshalb sind solche „Skandal-Meldungen“ wie unsere, sehr zur Vorverurteilung und Stimmungsmache geeignet. Diese Methode wird auch im Bezug auf die Landwirtschaft sehr häufig angewandt. Bewusste Desinformationen, die bestimmten Zwecken dienen, sind jedoch absolut unwissenschaftlich…. ….meinen Willi und Alois   Aber, weil es so schön geklappt hat, noch ein paar Beispiele für scheinbare Wissenschaft. Biologie: Kennen Sie den Nasenschreitling? Er gehört zur Gruppe …

Skandal – Cyanidin in Erdbeeren gefunden

Eine von uns in Auftrag gegebene Studie hat Cyanidin in Erdbeeren nachgewiesen. Cyanidin gehört nicht zur Gruppe der Cyanide, dessen bekanntester Vertreter das Cyankali ist. Aber es hört sich doch sehr gefährlich an. Sehen Sie selbst: Hier einige,  natürliche, nachweisbare Inhaltsstoffe der Erdbeeren. Bisher ist völlig unklar, wer für den Skandal verantwortlich ist. Wahrscheinlich aber wieder die pflanzliche Gentechnik. Wir empfehlen bis auf Weiteres nicht mehr als 5 Zentner Erdbeeren pro Tag zu verzehren. Willi und Alois

Der Neandertaler im Supermarkt

Frau Kerz ist Wissenschaftsjournalistin und Soziologin und hat deshalb einen unerwarteten und sehr unterhaltsamen Blickwinkel auf dieses Thema geworfen. Vielen Dank, Frau Kerz. Zur Frage des Wegwerfens, habe ich als Soziologin folgende Anmerkung: Damals, vor 30.000 Jahren, torkelten der Neandertaler und seine verwandten Hominiden so durch die Lande und erfreuten sich an jedem essbaren Halm, den sie finden konnten. Oft streiften Sie tagelang durch die Lande, weil es nichts zu essen gab. Sei es, dass gerade Herbst war und die Nahrung langsam aber sicher verging, sei es, dass Winter war, und es sowieso kaum etwas gab, sei es, dass Frühling war, mit warmem Sonnenschein, aber noch nichts Essbares gesprossen war, das man schon hätte essen können. Ergo, zwei Drittel des Jahres war das für die Hominiden nicht so doll mit Essen. Und das ist immer noch in unserem Gehirn verankert. Und nun stellen Sie sich so ein kleines Neandertalerchen in einem Supermarkt vor. Jeden Tag genug zu essen, egal welche Jahreszeit, egal, welches Wetter, Essen in Hülle und Fülle. Da greift das Neandertalerhirn – und damit …

Hurra, es hat geregnet

Am 22. Und 23. Juni zusammen rund 15 mm. Der Boden ist jetzt in den ersten 5-8 cm feucht, so dass die Kulturen neue Wurzeln bilden und das Wasser aufnehmen können. Im Bild drei unterschiedlich große Weizenähren und daneben die dicksten Körner. Von mir aus kann es jetzt noch zwei Wochen kühl und feucht bleiben. Nur blöd, dass der Wetterbericht für nächste Woche die nächste Hitzewelle ohne Regen ankündigt. Die können wir jetzt eigentlich nicht gebrauchen. Und der Alois im Allgäu säuft ab. Der hat schon über 100 mm und weiß nicht mehr wohin mit dem Wasser. Schick mir was in’s Rheinland! Wat dem ein die Uhl, ist dem anderen die Nachtigall. Gut, dass wir Bauern das Wetter noch nicht selbst machen können. Euer Bauer Willi

Lieber Verbraucher – Unser erster Dialog

Im meinem Brief habe ich Sie fürchterlich beschimpft. Ich war echt wütend und das haben Sie dann abbekommen. Mittlerweile habe ich mich wieder gefangen und habe Sie eingeladen. Ich habe Ihnen eben unseren Hightech-Kuhstall gezeigt – mit Melkroboter.  Und nun  sitzen wir noch etwas zusammen. Wir beginnen zu reden. Sie erzählen mir, dass Ihr Großvater  einen kleinen Bauernhof hatte, aber „noch so einen richtigen, mit vielen Tieren“. Das weckt auch in mir Erinnerungen an früher. Sie spüren das. Langsam taut das Eis zwischen uns. Sie sprechen darüber, dass Sie neben Ihrer Rasenfläche jetzt auch drei Tomaten gepflanzt hätten und dass es nicht einfach ist, die auch großzuziehen. Gespritzt würden die aber nicht, Sie wollten ja Bio-Tomaten. Im letzten Jahr hätte das aber nicht geklappt, nach dem langen Regen wären die Blätter auf einmal alle braun geworden und die Ernte wäre ausgefallen. Jetzt komme ich als erfahrener Bauer in Fahrt und erzähle Ihnen, warum das so gekommen ist. Ich kenne das ja  von den Kartoffeln. Und so entsteht auf einmal ein Dialog zwischen uns. Ich erzähle Ihnen dann …

Ich wollt Herrn Remmel nicht versemmeln…

…aber anders ging es nicht. Am Mittwoch (17.6.) war ich in Berlin auf dem Raiffeisentag als Überraschungsgast eingeladen. Das Thema lautete: „Agrarwirtschaft in der Dauerkritik- Genossenschaften gehen in die Offensive“. Auf dem Podium: hochrangige Vertreter aus Politik, Medien, Umweltschutz und der Agrarbranche. Und ich, aber nicht auf dem Podium, sondern um jeweils nach den Runden der Podiumsdiskussion als „freier Radikaler“ für etwas Schwung zu sorgen. Dabei hatten die Podiumsdiskutanten es ohnehin nicht einfach, denn der Moderator Prof. Leif verstand es hervorragend, sie aus dem Konzept ihrer vorgefertigten Meinung zu bringen. Sehr „knackig“ spielte er die Bälle von Vorwurf und Verteidigung hin und her. Meine Zwischenrufe brachten Minister Remmel schließlich etwas aus der Fassung. Schon mit meinem Einwand, dass wir schon vieles gut machen, worüber aber nicht geredet würde, konnte er sich erkennbar nicht anfreunden. „Es muss sich vieles ändern, einfach mit mehr Öffentlichkeitsarbeit macht es sich die Agrarbranche zu leicht.“ Als er dann noch meinte, dass die Kunden bestimmt für noch bessere Qualität mehr bezahlen würden, wurde es etwas lauter. Ich musste ihm leider erneut …

Trockenheit und Kartoffelpreis

Ich hatte euch vor ein paar Tagen Bilder von trockenen Feldern gezeigt. Jetzt macht sich das auch in den Preisen bemerkbar. Die Kartoffeln setzen jetzt unterirdisch die Knollen an. Auch wenn man an den Blättern noch nicht viel sieht, so braucht die Kartoffel jetzt ausreichend Wasser, damit die Knollen auch dicker werden. Weil das Wasser aber in vielen Regionen, in denen Kartoffeln angebaut werden (Nordfrankreich, Belgien, Niederlande, Norddeutschland, Polen) fehlt, sind die Preise für Veredlungskartoffeln ab Mitte Mai deutlich angestiegen. Die Böden sind staubtrocken, und damit die Kartoffeln weiter wachsen können, muss der Kartoffeldamm gut feucht werden. Dafür werden kurzfristig mindestens 20-30 mm benötigt. Angegeben ist in der Kurve der Preis in Euro pro 100 kg für Lieferung im November. Am 15.6. betrug der Preis 20,10 €, am 18. Mai lag er noch bei 4,50 €. Hoffen wir, dass das Wochenende den dringend notwendigen Regen bringt! Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. …