Bauer Willi
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Wachsen oder weichen! Oder?

Der nachfolgende Text ist das Ergebnis von unzähligen Kommentaren der letzten Monate. Er wird kaum einem gefallen. Ich musste ihn trotzdem schreiben, es ist mein Standpunkt. Ein Rundumschlag mit versöhnlichem Ende.

Was ist falsch an diesen Begriffen, die ich schon in meiner Jugend gehört habe? Nichts, aber auch gar nichts! Denn auch ich bin schon gewichen, habe mir ein zweites Standbein in der Industrie gesucht und bin kein „richtiger“ Landwirt mehr. Anders machen es die wirklichen

Bauern

Flucht nach vorn ist die Devise. Koste es was es wolle, die Zinsen sind ja so niedrig! Wer es billiger kann als der Nachbar hat die Nase vorn. Für die Milch gibt es 29 Cent? Aufstocken und alles Besamen lassen, was vier Beine und ein Euter hat! Melken bis der Arzt kommt. Dann geht es auch für 27 Cent. Morgen dann für 25 Cent, übermorgen für 23 Cent?!. Für‘s Schwein 1,40 €/kg? Darf es nicht noch ein bisschen weniger sein? Tun es nicht auch 1,30 oder 1,20? Tönnies und Westfleisch wird es freuen. Es muss sich halt jeder nach der Decke strecken, genug geheult, was soll das Lamento, klagen bringt niemand weiter!

Aber wir Bauern sind an unserem Elend doch selber schuld. Nicht, dass wir zu immer niedrigeren Stückkosten produzieren. Nein, wir zahlen auch noch absurd hohe Pachtpreise, um weiter zu wachsen. Wir bekommen ja Subventionen, da kann man ja was von abgeben. Und geraten mit dem Berufskollegen im Dorf in Streit um einen halben Hektar Kirchenland. Produktion von Überschüssen? Die Weltbevölkerung wächst und China wird’s schon richten. Und vielleicht kommen uns irgendwann doch wieder die Russen zu Hilfe. Also pachten wir weiter, bauen neue Ställe und stocken unsere Bestände immer weiter auf. Wir sind Vollgas-Bauern! Und Kritik an unserer Wirtschaftsweise ist vollkommen fehl am Platze, erst recht, wenn sie von Spendensammel-Organisationen kommen. Über die Meinung der paar Ahnungslosen kann man getrost hinweggehen.

Unsere geschätzten Geschäftspartner, die

Verarbeiter

machen ja fast keine Gewinne. Schlachthöfe, Molkereien und Mühlen sind soziale Einrichtungen, die nur dazu geschaffen wurden, unsere Produkte zu Selbstkosten in den Handel zu bringen. Sie glauben das nicht? Ich auch nicht. Und deshalb werden neben dem Preis auch die Anforderungen an unsere Produkte immer höher. Gesetzliche Anforderungen alleine genügen nicht, immer neue und sehr individuelle Qualitätsnormen sowie diverse Audits sind gut geeignet, den Preis zu drücken. Wer im Kartoffelgeschäft zuhause ist, weiß wie das funktioniert und wie flexibel Verträge ausgelegt werden können. Die Verarbeiter sagen uns dann, dass sie ja eigentlich gerne bereit wären, mehr für unsere Produkte zu zahlen, wenn da nicht der nächste Marktpartner wäre, die

Discounter und Supermärkte

Die arbeiten bekanntermaßen mit niedrigsten Margen und verdienen eigentlich nichts. Wie niedrig die Margen sind, habe ich mit einem kleinen Korb voll regionaler Produkten in der WDR-Sendung „Daheim + Unterwegs“ gezeigt. Die Zwiebeln für 3 Cent/kg kosteten am gleichen Tag im Laden 0,39 €/kg, die Möhren für 15 Cent dann 1,49 €/kg, die Speisekartoffeln für 8 Cent beim Supermarkt um die Ecke 0,60 €/kg. Dafür wurden die dann aber auch in einen Raschelsack umgefüllt, und das sind ja gewaltige Kosten. Von der kleinen Marge muss ja auch noch die Kassiererin bezahlt werden, und der Schwund, wenn Erzeugnisse wegen Überschreiten des Mindesthaltbarkeitsdatums weggeworfen werden.

Du willst als Produzent nicht auf die Preise der Einkäufer einsteigen? Du kannst doch frei wählen: Auslistung oder Mitmachen. Wenn Du nicht willst, ein anderer wird schon wollen. Die Daumenschrauben der Preisdrücker-Kolonnen werden so weit gedreht, bis Blut spritzt. Da ist sich das Oligopol schnell einig. Ob da ein paar Betriebe auf der Strecke bleiben? Egal, unsere liberale Marktwirtschaft hat doch auch schon Bäcker, Metzger und Tante Emma kleingekriegt, da wird man das mit den Bauern doch auch noch hinbekommen.

Der Verbraucher

ist an all dem nicht interessiert. Der will nur eines: billig. Wenn’s geht, gerne in Bio-Qualität, man hat ja schließlich Ansprüche. Aber den Verbraucher habe ich ja schon genug beschimpft und das war falsch. Der handelt so, wie er immer handelt und schaut, dass er die Groschen zusammenhält. Damit mehr Geld für etwas Sinnvolleres als die Nahrungsaufnahme übrig bleibt. Doch wer soll es nun richten? Da wäre eine zum einen eine sehr beliebte Organisation, die uns Bauern helfen müsste:

Der Bauernverband

Schließlich sind wir Bauern ja fast alle Mitglieder dort und zahlen unsere Beiträge. Und der Verband tritt ja für uns alle ein, ob klein ob groß, alt oder jung, Ackerbauer oder Viehhalter, ob in West oder Ost. Sollte er! Sollte er? Das ein Verein die Preise beeinflusst, wäre auch etwas ganz neues. Und dass von ihm zu erwarten wäre schlichtweg blauäugig. Bliebe schließlich noch einer, der es richten kann:

Die Politik

Als ich kürzlich das Leitbild unseres Landwirtschaftsministers gelesen habe, blieb mir nur, ihm viel Glück zu wünschen. Sein Leitbild ist „eine nachhaltig ökologisch tragfähige und gleichzeitig ökonomisch ausgerichtete Landwirtschaft“. Wow, da ist ja wirklich für jeden was dabei! Der Bürger freut sich über Ökologie und Nachhaltigkeit, der Landmann wird mit Ökonomie beglückt, die ihm sein Einkommen sichert. Wenn der Minister dann aber überraschend „eine zunehmende, aber nicht gerechtfertigte Entfremdung zwischen den gesellschaftlichen Anforderungen und der landwirtschaftlichen Realität“ beklagt, andererseits aber „Größenvorgaben in der Agrarstrukturpolitik“ ablehnt, wird die Verwirrung vollends komplett. Und wie die Opposition, die Grünen, den bäuerlichen Familienbetrieb erhalten wollen, hat mir auch noch keiner richtig erklärt. Mit immer neuen Auflagen und Verboten klappt das nämlich nicht. Da verliert auch der letzte Familienbetrieb nicht nur Lust am Weitermachen, er kann diesen bürokratischen Aufwand fast nicht mehr stemmen! Die Freude an der Arbeit nehmen ihm auch

Medien und NGO‘s

Für beide ist nur eines in dieser Diskussion von Bedeutung: Quote! Da zerrt man gerne einen bäuerlichen Schreihals vor die Kamera, weil der in den sozialen Netzwerken gerade so schön rumschimpft. Dazu noch einen marktliberalen Professor, der die Landwirte für schizophren hält und fertig ist das Durcheinander. Siehe die Talk-Show bei Günther Jauch.

Foodwatch, Greenpeace und andere sehen sich schon längst in der Rolle des neuen Gesetzgebers und wollen die landwirtschaftliche Produktionsweise über die geltenden gesetzlichen Regelungen hinaus bestimmen und die Regelungen verschärfen. Sie halten sich für Volkes Stimme. Und so dreht sich das Rad der Kritik so schnell, dass man mit der Richtigstellung und Rechtfertigung so schnell nicht mehr nachkommt.

Die Zukunft fürchten muss nur der, der keine Alternativen hat

Das Leben ist hart und jeder muss für sich selbst entscheiden, welchen Weg er in Zukunft gehen will.

  • Wählt er Wachstum, begibt er sich in ein Hamsterrad, in Abhängigkeiten: von der Bank, der aufnehmenden Hand, dem Handel, der Politik. Warum soll die Zukunft anders aussehen als die Gegenwart? An den Parametern wird sich wohl nichts Entscheidendes ändern.
  • Die Option des Weichens wählt niemand gerne, weil sie mit sozialen und emotionalen Aspekten verbunden ist. Es „fühlt“ sich halt an wie persönliches Scheitern, wie die Aufgabe vor der Macht der Fakten. Und das fällt menschlich schwer, auch wenn es eine kluge unternehmerische Entscheidung sein kann.
  • Die dritte Option ist mein persönliches Fazit: Ich suche mir mit unserem Sohn eine Nische mit zahlungskräftigen Kunden. Wir umgehen Weiterverarbeitung und Handel und kümmern uns nicht darum, was Politik, Verband und NGOs dazu sagen. Wir gehen den kurzen Weg: Erzeuger an Verbraucher. Und schaffen so das Vertrauen in unsere Arbeit.

Unser Sohn hat mehr als eine Idee, was wir machen können, und wie wir es machen. Aber wir beide werden einen Teufel tun, das hier zu veröffentlichen. Unser Sohn hat das, was seinem Vater fehlt: Kreativität, Einsatzfreude und Mut. Und ihm fehlt, was sein Vater hat: Geld, Vorsicht und Weitsicht. Da sind wir doch ein gutes Team, oder?

Ich wollte euch dass nur mal aus meiner Perspektive zeigen. Ganz wertfrei, ohne Ideologie, nur zum Nachdenken…

Euer Bauer Willi

 

 

Titelbild: John Deere Wallpaper

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110 Kommentare

    • bauerhans sagt

      gruss von meinen schweinen,die weder aas- noch allesfresser sind,sondern veganer.

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  1. Uli49 sagt

    Ich hatte schon mehrfach darauf hingewiesen, daß in Studien zur Zukunft des LEH von einer Veränderung des Verbraucherverhaltens ausgegangen wird. Jetzt zeigen sich erste Indizien in USA. Hier ein Artikel in der FAZ:
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/ohne-junk-food-appetitwandel-in-amerika-13642397.html
    Zitat: „Indra Nooyi, die Vorstandsvorsitzende des Pepsi-Herstellers Pepsico, zeigt sich mit Blick auf den Mentalitätswandel ratlos. Verbraucher seien heute so „verwirrt“ wie noch nie, sagte sie unlängst. Die Kunden seien beispielsweise bereit, Produkte mit hohem Zucker- oder Fettgehalt zu kaufen, wenn es sich um biologisch und ohne Gentechnik erzeugte Ware handelt.“
    Wie sagt Bauer Willi: Der Verbraucher ist schizophren. Aber man kann sich keinen neuen Verbraucher backen, man muß an die verkaufen, die da sind.
    Grüße Uli

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      Danke Uli für den Link zu dem sehr interessanten Beitrag. Und auch ich möchte ein Zitat posten:
      …Zugleich bietet der Wunsch der Verbraucher nach Alternativen zur industriellen Massenware aber auch mehr Chancen für neue Anbieter.
      Das nenn ich doch eine frohe Botschaft für innovative landwirtschaftliche Unternehmer. 🙂
      Alois

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      • Thomas Pa sagt

        Ich empfehle die Sendung „Newtopia,“ ist schon sehr weit fortgeschritten. Eine sehr gute Studie über unsere Gesellschaft! Angetreten als Selbstversorger…Ich denke sehr viele aus der LW haben Illusionen über den wirklichen Verbraucher. Deshalb ist für die Masse ein „Dialog“ unmöglich. Die LW kann nur Botschaften senden und zeigen, mehr ist unerfüllbar. Zum anderen ist die Gesellschaft sehr dynamisch, das Verhalten ist nicht mehr „vorhersagbar“, bedingt durch die neuen Medien und gesell. Entwicklungen. Früher konnte ungefähr gesagt werden wie sich bestimmte dinge entwickeln werden.

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        • bauerhans sagt

          natürlich ist der dialog mit „dem verbraucher“ nicht möglich,es sind nur einzelne,die emotional reagieren,weil sie durch die medien augewühlt wurden.
          ich hatte schon vor ort erlebt,dass spaziergänger mich davon abhalten wollen,eine ackerarbeit zu erledigen,weil sie in der zeitung gelesen hatten,dass juste auf diesem feld seltene vögel brüten.

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          • Alois Wohlfahrt sagt

            Hallo Hans,
            Du schilderst ein Beispiel, das zeigt, wie weit die Sache ist.
            Die Landwirtschaft hat längst die Beziehung zum Gro der Verbraucher verloren. Die Beziehung ist nachhaltig gestört. Da können sich nun ganze Kolonnen von Bauern dazu berufen fühlen „aufzuklären.“ Es ist vergebens. Willi hat in seinem Verbraucherbrief richtigerweise gesagt. „Gefühle hat man einfach“. Und viele Verbracher haben das Gefühl, dass sie von Lebensmittelwirtschaft und Landwirtschaft beschissen werden. Punkt!
            Schau Dir dazu mal den Beitrag: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/ohne-junk-food-appetitwandel-in-amerika-13642397.html der FAZ an. Da rollt eine Weille auf uns zu, von Leuten die zwar nach gesundem Menschenverstand nichts mehr verstehen, aber die zu den Etablierten auch kein Vertrauen mehr haben.
            Nun, der erste Schritt zu Besserung ist, dieses Gefühl der Verbraucher anzuerkennen. Die Giftereien gegen die Veganer und Co. sind da total kontraproduktiv.
            ´Die meiner Meinnug nach beste Kommunikationsmethode aller Zeiten ist das „aktive Zuhören“. Die meisten Leute meinen, man überzeugt dadurch, dass man „genial oder überzeugend“ redet. Totaler Irrtum!
            Die beste Methode ist, dem Gesprächspartner zu signalisieren, „ich verstehe dich“! Denn dadurch öffnet sich dieser für meine Argumente.
            An alle Bauern, die mal etwas für Ihre Bildung tun wollen, empfehle ich das Buch Die Neue Familienkonferenz: Kinder erziehen ohne zu strafen. Da wird ganz einfach diese Methode erklärt, bei der es keine Verlierer gibt, sondern nur „Verstehende“.

            Weil ich weiss, dass viele hier nicht auf den Link klicken und sich nicht die Mühe machen das Buch zu lesen, mache ich ein ganz kurzes BeispieL:

            Ein Kind kommt von der Schule heim, schmeisst seinen Schulranzen in die Ecke und sagt der Mama “ Ich gehe nie wieder in diese blöde Schule!“
            Wenn die Mutter hier mit Belehrungen ala „Solange Du Deine Füße unter meinen Tisch… oder Du wirst doch nicht Deine Zukunft ruinieren wenn die nicht das Abitur machst…“ reagiert, wird das Kind (der Ordnung halber) wieder seinen Schulranzen einsammeln und ohne zu essen auf sein Zimmer gehen und sich denken meine Mutter ist „ein Arschloch“. Wenn aber die Mutter einfach nur sagt: „Hhmmmh??“ Also einfach die Erregtheit des KIndes zur Kenntnis nimmt (ihm sagt, ich verstehe Dich) und offen für den Dialog ist. Dann wird das Kind freudig sich der Mutter anvertrauen und möglicherweise verraten, dass das gar nichts mit der Schule an sich, sondern mit der Freunding XXX zu tun hat und….“ Dann erfährt Mama alles und kann dem Kind auch in schwierigen Situationen Tipps geben und helfen.
            An alle Bauern: Wer hat schon mal zu einam Veganer „Hhhmh“ gesagt, un ihn damit ermuntermt mehr zu verraten…
            Immer nur draufhauen oder belehren nützt nämlich gar nichts.
            Alois

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            • Thomas Pa sagt

              Alois und Bauerhans!

              Vollste Zustimmung, das ist die richtige Richtung!

              Die Kommunikationsstrategie muss in diese Richtung überdacht werden! Glaube viele sind da auf dem Holzweg.

              Herzliche Grüße, schön Gleichgesinnte zu treffen!

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        • Bauer Willi sagt

          Hallo Thomas
          richtig, Dialog mit der Masse ist ´fast unmöglich, aber es gibt andere Möglichkeiten, das Bewusstsein zu verändern. Wie du schon sagst: in dem die Landwirte Botschaften senden! Das machen wir aber derzeit nicht und das kann man organisieren.
          Bauer Willi

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  2. Schweinebauer Piet sagt

    Moin in die Runde, ich habe jetzt in Erfahrung gebracht, dass 95% bei unserem Schlachter im Ort nachfragen, ob das Fleisch aus der Region kommt. Also spreche ich jetzt alle Schlachter in der Region an, ob sie meine Schweine schlachten möchten. Damit hätte ich mich dann spezialisiert und den Markt geprüft, wenn ich noch andere Schlachter nach ihrem Interesse frage.

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    • Andreas H. sagt

      Hallo Schweinebauer Piet, wie hast Du das vor? Wenn Du bei der Initiative Tierwohl dabei bist, geht das so einfach nicht. Du must dann an zertifizierte Schlachter liefern . Der Schlachter im Dorf ist das meistens nicht. http://initiative-tierwohl.de/

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      • Schweinebauer Piet sagt

        Hallo Andreas H., der einzelne Schlachter macht soweit ich weiß nicht bei der Initiative Tierwohl mit. Hier würde ich selber etwas tun müssen und mit den Schlachtern die Zuschläge aushandeln. Es wird Videos unserer Schweine im Internet geben und Besuchstermine, bei denen die Kunden der Schlachter ihre Wünsche äußern können.

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  3. Gernot sagt

    Hallo,
    ich kann ja falsch liegen.
    Aber ich tippe mal auf die Firma LAIKO-System,die
    anscheined sehr erfolgtreich SW Lösungen für die Landwirtschaft erstellt.
    Einfach Deine Adresse aus dem Impressum durch Google laufen lassen.
    Wie auch immer, selbst wenn dies nicht das geheime Projekt ist, so ist es doch ein tolles Projekt mit viel Potential.
    lG
    Gernot

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    • Bauer Willi sagt

      Lieber Gernot
      Laiko-System ist die Firma meines Kumpels Alois im Allgäu. Der ist der Techniker von uns beiden, ich mach nur die Texte.
      Und wenn so kleine Firmen wie Apple oder Samsung wirklich auf Zack wären, hätten die mit Alois längst ein Projekt gemacht. 🙂
      Aber schön, dass die Nische immer noch geheim ist.
      Gruß
      Bauer Willi

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  4. Gernot sagt

    Lieber Bauer Willi,
    erst mal vielen Dank für diesen tollen Blog.
    Meine ich so.
    Bzgl. der Geheimhaltung des Nieschenproduktes Deines Sohnes jedoch habe ich meine Zweifel.
    Jeder der sich auch nur ein kleines bisschen mit Internetrescherche (?) auskennt bekommt in 10 Sekunden seine Antwort.

    Lg
    Gernot

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    • Uli49 sagt

      und jeder, der einen minimalen Anspruch an sich selbst hat, kann in 2 Sekunden mittels Google herausfinden, wie man Recherche schreibt und braucht kein Fragezeichen dahinter zu setzen.

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      • Gernot sagt

        Touche!
        Lieber Uli,
        na jedenfalls habe ich den Anspruch höflich zu sein und verwende zumindest noch einen Gruss.
        Aber dies ist sicher nicht mit Ihren Ansprüchen an sich zu vereinbaren.
        Hauptsache, die Reschtchreipunk stimmt ;-).

        LG
        Gernot

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        • Alois Wohlfahrt sagt

          Uralte Bloggerregel: Wer Rechtschreibfehler findet, der darf sie behalten. 😉

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    • Bauer Willi sagt

      Lieber Gernot, lieber Uli
      Erst mal danke fürs Lob. Dann: schaut doch beide mal nach wie man Nische schreibt 🙂
      Und jetzt die Frage: wie lautet das Nischenprodukt meines Sohnes? Will ich jetzt wirklich wissen, denn ich weiß wirklich nicht, wie Du das reschärschirt hast.
      Dann noch: viele liebe Grüsse 🙂
      Bauer Willi

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      • Uli49 sagt

        Liebe Freunde
        Also, wenn wir jetzt schon vom Hölzken aufs Stöcksken kommen und Haarspalterei betreiben, dann aber bitte richtig:
        1.) Das Wort Nische habe ich gar nicht geschrieben.
        2.) Die Rechtschreibfehler haben mich überhaupt nicht irritiert, sondern das Fragezeichen in der Klammer, dazu habe ich eine flapsige Bemerkung gemacht.
        3.) Ich tippe auf Flocken-Erde für die Käferaufzucht
        4.) Wenn es gewünscht wird, kann ich mich auch um formvollendete Anrede und Schluß bemühen. Als emotionaler Mensch hämmert man aber auch mal schnell eine Antwort im Telegrammstil in die Tasten.
        Beste Grüße
        Uli

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  5. Mirjam Lechner sagt

    Hallo Willi,
    beim Thema „Vollgasbauer“ hat es bei mir „geklingelt“ und ich konnte nicht eher ruhig weiterarbeiten, bis ich den Beitrag gefunden hatte. Es ist ein Text vom landwirtschaflichen Familienberater Rolf Brauch zum Thema „Landwirtschaft unter Volllast“ den ich hier nachfolgend verlinke und von einem DLG 2012 Vortrag stammt.

    Dabei treffe ich auf meinen Wegen auf Betriebsleiter die sich mit oder durch große Höfe und das Wachsen in die Fremdarbeitskraft = Entlastung ihren persönlichen Work-Balance-Punkt geschaffen haben und auch solche, die andere Wege gehen und sich im Kleinen/Überschaubaren wohlfühlen. Das der Spagat in der naturabhängigen Landwirtschaft besonders groß sein kann – weiß jeder der hier arbeitet.
    Mir gefällt vor allem der letzte Satz/Zitat aus dem Brauchschen Vortrag:

    „Mein Sohn sei mit Lust bei den Geschäften am Tage, aber mache nur solche,
    dass wir bei Nacht ruhig schlafen können. (Thomas Mann/Buddenbrocks)

    Landwirtschaft unter Vollast
    http://downloads.eo-bamberg.de/5/411/1/94313464324845456193.pdf

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      Hallo Mirjam, vielen Dank für den Link. Das ist ja ein ganzer Werkzeugkasten: Mir gefällt der Absatz mit der Kommunikation am Besten:
      „Warum brauchen Männer große Schlepper??? Damit sie bei Familienkonflikten sicher und schnell vom Hof fahren können – es gibt immer was zu tun!
      Da sind wir wieder bei den vielen „Nicht-qualifikativen Fähigkeiten“, die man in keiner Schule lernt, die man aber fürs Leben so dringend braucht. Diese lernt man (hoffentlich) in der Familie.
      Ich weiss, ich wiederhole mich. Aber es kommt auf den oder die Menschen im Betrieb an. Das Wachsen des Betriebes sollte auch das persönliche Wachstum nicht ausschließen.

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    • Bauer Willi sagt

      Liebe Mirjam
      vielen Dank für den tollen Link. Das trifft die unterschiedlichen Meinungen zu diesem Thema genau auf den Kopf. Möge jeder nach seiner Facon selig werden.
      Bauer Willi

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  6. Andreas H. sagt

    Wenn man mir gestattet möchte ich mal einen weiteren Aspekt in die Runde werfen. Es ist ja kaum zu ertragen was wir Bauern den externen Interessierten hier zumuten. Die Einen beklagen den Strukturwandel und die Anderen sagen es ist alles top und sagen dass genug geheult wurde.
    Ich stelle die Frage, warum ein Bauernpräsident den ich sehr schätze, die Kirche um Rat bittet wenn alles top ist? http://www.topagrar.com/news/Home-top-News-Schwarz-Herrn-Pastor-seine-Kuh-wird-von-uns-gemolken-1799645.html

    Warum kümmern wir uns nicht um die Frage, wie man den normalen Hof mit Familienarbeitskräften unterstützen kann – dieser Betriebstyp ist ja gewollt und läuft aber aus. Die Wachstumsschwelle liegt in Deutschland bei über 100 ha.

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    • Gerhard Langreiter sagt

      Man kann ganz Deutschland nicht vergleichen. Bei uns in Oberbayern hat der Zukunftsbetrieb 50 ha und ich hab nur 30 und werd in meinem Leben sicher nicht auf 100 kommen! Jeder hat Vorstellungen, in welche Richtung man sich betrieblich und persönlich entwickeln will. Das muss jeder selber wissen. Wir sind ein freies Land!

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      • Alois Wohlfahrt sagt

        Hallo Gerhard, Du hast Recht. Man kann nicht einfach alle vergleichen. Ich halte auch nichts von ha- oder Kuhzahlen als Meßlatte. Das ganz entscheidende ist der Mensch. Der Betrieb hat dann eine Zukunft, wenn auch die Menschen eine Zukunfts sehen und in der Lage sind ihre Pläne umzusetzen. Ob nun Nische oder Dienstleistung oder Spezialisierung. Ein Bauernhof kann tatsächlich wesentlich mehr als nur anonym und möglichst günstig Rohstoffe erzeugen.

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        • Gerhard Langreiter sagt

          Tja, der Bauernverband vertritt ja gottseidank nicht nur Milchbauern, sondern auch Ackerbauern, Schweinebauern und man glaubt es nicht – sogar Biogasbauern!
          Was sind für dich Normalbauern und warum vertritt der Bauernverband die nicht? Mein bayerischer Bauernpräsident hat 50 Zuchtsauen mit eigener Mast und so 40 oder 50 ha – warum sollte der nicht Normalbauern vertreten?

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  7. Uli49 sagt

    Da sich hier so viele Bauern streiten, will ich mal etwas für die Solidarität unter den Bauern tun. Es heißt ja immer, ein gemeinsamer Gegner verbindet. Deshalb stelle ich mich jetzt mal als Zielscheibe für Eure Wut zur Verfügung.
    Wie ein roter Faden zieht sich durch den gesamten Blog von Willi die Kritik an den Discountern. Auch in diesem Artikel werden sie wieder als menschenfressender Moloch dargestellt („bis das Blut spritzt“). Ich bin ein leidenschaftlicher Anhänger des freien Marktes, mit klaren Leitplanken und Gesetzen für Umwelt- und Tierschutz. Auf diesem Markt wird derjenige Erfolg haben, der der beste Unternehmer ist. Dazu gehört die gesamte Prozesskette, vom Acker bis in die Küche des Verbrauchers. Wenn man sich die Überproduktion der Bauern anschaut, dann ist die Produktion offensichtlich nicht der schwierige Teil der Prozesskette. Schwierig ist dagegen vielmehr die Vermarktung. Marketing, Logistik, Werbung, Verkauf, kreative Ideen, Etablierung einer Marke und die Kundenbindung, das ist offensichtlich die ganz große unternehmerische Kunst. Menschen mit diesem Talent zum Unternehmer sind in der Bevölkerung dünn gesät, deshalb verdienen erfolgreiche Unternehmer und Vorstandsvorsitzende auch solch astronomische Gehälter (zu Recht).
    Ich selbst kaufe nicht bei Aldi ein (weil ich zu einer exotischen Kundengruppe gehöre), aber ich bewundere ehrlich Aldi, wie die es immer wieder schaffen, die große Mehrheit der Verbraucher als Kunden zu gewinnen und zu halten. Und das über Jahrzehnte! Niemand hat die Hand so dicht am Puls des Kunden und reagiert so schnell und konsequent auf ein sich änderndes Käuferverhalten. Davon kann man als Unternehmer nur lernen. Nicht umsonst waren die Aldi-Brüder die reichsten Deutschen.
    Es ist nicht klug, die Discounter zum Buhmann zu erklären. Das verhindert nur das Nachdenken über sich selbst und das Kehren vor der eigenen Tür.
    Mit der Hoffnung die Diskussion zu befeuern, beste Grüße von
    Uli

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    • Bauer Willi sagt

      Lieber Uli
      Ich bewundere auch talentierte Unternehmer. Allerdings mit einem Unterschied: wenn man seine Marktmacht dazu gebraucht, seinen Profit einzig und allein auf dem Rücken Dritter zu machen (da meine ich nicht nur Lebensmittel), ständig mit Auslistung droht und das, was man mal Kaufmannsethik nannte, außer acht lässt, sinkt meine Bewunderung deutlich. Hart verhandeln finde ich in Ordnung, Erpressung nicht. Ich habe in meinem Berufsleben oft hart verhandelt, aber immer einen Grundsatz im Auge gehabt: „Der beste Kompromiss ist der, mit dem keiner zufrieden ist“. Und da hat sich bei Aldi, Lidl und Co. der Wertemaßstab verschoben. Da geht es nur darum, wer der Sieger ist. Das ist meine Meinung.
      Bauer Willi

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      • Uli49 sagt

        Jeder Kaufmann macht seinen Gewinn immer auf dem Rücken Dritter. Er kauft so billig wie möglich ein, verkauft so teuer wie möglich und zahlt so wenig Steuern wie möglich. Wenn er sich innerhalb der Gesetze bewegt ist das alles O.K. Was meinst Du, wie z.B. Volkswagen mit seinen Zulieferern umspringt, aber ich kann nur sagen, wer einknickt ist selber schuld. Man hat in der Industrie zwar keine Verantwortung für lebende Tiere, aber Mitarbeiter zu entlassen ist auch kein Pappenstiel.
        Die Zeiten des sogn. ehrbaren Kaufmanns sind wohl schon seit den Buddenbrooks vorbei. Man ist immer im Wettbewerb und VW spielt die Zulieferer gegeneinander aus, aber nur so gibt es Innovationen.

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        • Bauer Willi sagt

          Hallo Uli, ich habe in meinem Berufsleben persönliche Erfahrung mit Werksschließungen gehabt und weiß, wie man sozial damit umgehen kann. Hut ab vor meiner ehemaligen Firma (Familienunternehmen), die für jeden einzelnen Mitarbeiter eine Lösung gefunden hat. Soziale Verantwortung erster Klasse.

          Beispiel Kartoffeln: In einem Jahr mit großer Ernte werden an den Vertragskartoffeln Abzüge gemacht, das die Schwarte kracht. In einem anderen Jahr mit kleiner Ernte hatten wir Kartoffeln, die wir selbst nicht mehr liefern wollten, weil sie unserer Meinung qualitativ nicht mehr zu gebrauchen waren. Anruf vom Händler: Aufladen, wir brauchen alles, da machen wir noch was draus.
          Beispiel Zwiebeln: Ein Kollege bringt beste Zwiebeln zum Händler. Er ist wieder zuhause und bekommt einen Anruf: Was soll ich mit dem Scheiß. Fährt hin, lädt die 20 t wieder auf und fährt nach Hause. Am nächsten Tag soll er wieder Zwiebeln bringen. Er fährt mit den gleichen Zwiebeln wieder zum Händler. Antwort: Siehste, geht doch. Das nenne ich Willkür, Ausnutzen der Marktmacht, weil der nächste Zwiebelhändler 100 km weiter ist. Ich könnte noch viele ähnliche Beispiele bringen..
          Kaufmännischer Anstand: Den gibt es tatsächlich noch. Ich sehe den, wenn ich mit Handwerkern zu tun habe, mit meiner Werkstatt, mit meiner Genossenschaft.
          Auch VW drückt seine Vorlieferanten vermutlich nur so weit, dass denen noch eine Chance zum Überleben bleibt.
          Danke für Deine Beiträge, so kommen wir im Dialog weiter!
          Bauer Willi

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          • Uli49 sagt

            Willi, die Geschichte mit den Zwiebeln ist ja peinlich. Meine Erfahrung: je kleiner die Firma um so eher gibt es solche Napoleons, die ihre Macht zelebrieren (oft auch noch gegen Bakschisch). Das spricht doch eigentlich für große, professionell gemanagte Unternehmen, oder?
            Zum zitierten Beispiel VW: Als vor ca. 9 Jahren die Bundesregierung von den PKW-Herstellern Elektroautos verlangt hat, sollten wir ein Angebot für einen Elektroantrieb machen. VW hatte den Preis vorgegeben, „da kein Kunde mehr als xx für den Elektroantrieb bezahlt“. Für uns wäre das ein massives Verlustgeschäft geworden. Orginalton VW: „den Verlust müßt ihr schultern, das ist eure Eintrittskarte in die Elektromobilität“. Mein direkter Chef, der zuständige Vorstand, entschied, den Auftrag abzulehnen. VW hat dann in Asien eingekauft. Wir mußten glücklicherweise niemanden entlassen, da wir andere Aufträge akquirieren konnten. Die Lehre: man muß auch mal einen Auftrag ablehnen um überleben zu können.

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      • Crux sagt

        Hallo Willi,

        das ist mal ein Artikel, den ich grundsätzlich teile. Aber er ist mir zu pessimistisch. Viele Bauern haben recht, wenn sie beklagen, dass es ihnen nicht gut geht. Der größte Teil der Produktion kommt aber von Bauern, denen es insgesamt recht gut geht – auch wenn sie hin und wieder Krisen durchmachen. Dahinter verbergen sich mehrere Effekte: es gibt nun einmal einen ständigen Fortschritt und der führt bei unelastischer Nachfrage immer wieder zu Preisdruck unter dem diejenigen leiden, die sich nicht mitentwickeln können. Die anderen profitieren bis es alle machen oder sie selber von weiterem Fortschritt überholt werden. Davon profitiert unsere Gesellschaft. Nicht nur als Verbraucher, sondern weil in anderen Branchen ähnliches abläuft.
        Ich denke, dass du in deinem Artikel diese allgemeinen Wohlfahrtseffekte vernachlässigst. Es geht beim Wachsen oder Weichen nicht nur um den Einzelnen. Es geht um uns alle. Und wir können unglücklich sein, weil wir als einzelner auch einmal auf der Verliererseite sind. Aber unsere Gesellschaft, der Verbraucher, der Steuerzahler, der Staat hätten kein Geld um in die Zukunft zu investieren.
        Glückwunsch, wenn dein Sohn gute Ideen hat. Dazu gehört auch Nischen zu besetzen. Aber es gibt nicht nur Nischen. Es gibt viele Möglichkeiten. Aber überall muss man gut sein. Das Geld liegt selten auf der Straße. Und nur solange es niemand anderes findet.

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        • Alois Wohlfahrt sagt

          Hallo Crux, da sind wir uns einig, dass es für jeden viele Möglichkeiten gibt. Und darum ist es gerechtfertigt mal das Thema „wachsen oder weichen“ anzugehen. Ich sehe den Strukturwandel positiv. Es gibt Hofnachfolger, die wollen einfach keinen Hof mehr bewirtschaften. Das ist doch in Ordnung. Mir gefällt das Wort Höfesterben in dem Zusammenhang nicht. Die Höfe sterben doch nicht automatisch, sondern die Nutzung und die Form des Eigentums wandelt sich. Hauptsache der Hof bleibt als Eigentum der Familie erhalten. Wenn ein Betrieb 20 Jahre lang nur minimale Gewinne macht (so eine schwarze Null), tatsächlich aber für den Lebensunterhalt seiner Familie 10.000 € verbraucht (also sparsam lebt), dann vernichtet der gute Bauer in 20 Jahren 200.000 € seines Kapitals. Solche Höfe gibt es mehr als man denkt. Die unbedarften Leute meinen dann oft „schau an, der kleine Bauer überlebt doch auch“, übersehen aber ganz einfach, dass er keinen Cent mehr in seine Gebäude und Maschinen investieren kann, weil er die schmalen Gewinne einfach selbst verbrauchen muss.
          Es kann nicht jeder wachsen, aber jeder hat Alternativen.
          Darum ist rechtzeitig gegensteuern, sprich einen anderen Weg zu suchen, auch die Betriebsaufgabe manchmal sinnvoller als durchzuhalten, weil dadurch die Vermögenswerte den Familien erhalten bleiben.

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    • bauerhans sagt

      es ist kein geheimnis,wie aldi kunden über jahrzehnte an sich binden konnte,nämlich gute qualität zu billigsten preisen und eine sehr straffe organisation im hintergrund.
      ich habe hier ein beispiel eines 50ha betriebes vor ort,der schon nach dem krieg wohnungen gebaut und vermietet hatte.
      auf dem betrieb wurde immer nur wenig investiert, keine teure technik,auf dem acker wurde zb. auch gemüse angebaut.
      heute vermieten die 85 wohnungen!!

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      Hallo Uli, Du brauchst Dich doch nicht als Zielscheibe hier hinstellen. Du hast einfach Recht. Das Produzieren ist nicht das Problem der Landwirte. Die Vermarktung aber sehr wohl. Marketing, Logistik, Werbung, Verkauf, Etablierung einer Marke und die Kundenbindung steht auch auf keinem Lehrplan einer Landwirtschaftsschule. Das Berufsbild sieht das gar nicht vor. Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Landwirt Die (meist staatliche) Beratung hat noch Floskeln wie „Bündelung durch Erzeugergemeinschaften“ parat. Oder Empfehlungen für MATIF und Warenterminbörsen mit Rohstoffhandel. Keine Verbraucherprodukte. Aber von Markt, Marketing, Marken hat da keiner Ahnung. Der klassische Landwirt ist anonymer, unter Preisdruck austauschbarer Rohstofferzeuger. Wenn irgendwo Marken gesetzt werden, dann vom Handel oder der Verarbeitung. Siehe Aldi Regionalmilch oder auch das Tierwohl-Label. Da regen sich die Landwirte jetzt darüber auf, dass sie das Tierwohl-Label nicht für Werbung benutzen dürfen. Tja, wer zahlt schafft an: Das Label gehört dem Handel und nicht den Landwirten!
      Achja, noch etwas. Rechnungen schreiben ist genauso ein Drama für Landwirte. Jedes Milchwerk, jeder Schlachthof, jede Erzeugergemeinschaft erstellt Abrechnungen für die Erzeuger. Niemand will das selbst tun. So nimmt der Bauer was er kriegt. Richtig wäre, das zu verlangen, was man braucht oder will.

      0
  8. Ina sagt

    Ich find’s super, das „Willi“ immer weiß, wie’s geht. Egal ob Öffentlichkeitsarbeit oder unternehmerische Ausrichtung in einem freien Markt. Dass er „einen Teufel“ tun wird, seinenBerufskollegen an dem Wissen teilhaben zu lassen, lässt weit blicken und so komme ich für mich zu der Frage: „Noch so ein Besserwisser, der seinen Worten keine Taten folgen lässt?“

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    • Bauer Willi sagt

      Hallo Ina,
      Nein, ich weiß nicht, wie’s geht. Ich mache mir meine Gedanken und schreibe die nieder. Ich erwarte nicht, dass alle meine Meinung teilen (siehe auch Einleitung zum Artikel). Ich sehe aber keine Veranlassung, die pfiffigen Ideen unseres Sohnes (so steht es im Artikel) einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Irgendwo bin ich dann auch mal Privatmensch. Ich hoffe, Du kannst das akzeptieren.
      Bauer Willi

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      • Thomas Pa sagt

        Ich würde das auch nicht breittreten, Nischen heißen Nischen, weil es da nur Platz für wenige gibt. Ruckzuck sind Ideen kopiert.

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      • Gernot sagt

        Lieber Bauer Willi,
        erst mal vielen Dank für diesen tollen Blog.
        Meine ich so.
        Bzgl. der Geheimhaltung des Nieschenproduktes Deines Sohnes jedoch habe ich meine Zweifel.
        Jeder der sich auch nur ein kleines bisschen mit Internetrescherche (?) auskennt bekommt in 10 Sekunden seine Antwort.

        Lg
        Gernot

        0
  9. Biobauer Andreas sagt

    Kompliment! Seit heute bin ich wieder (zeitweise?) Willi-Fan! Der komplette Text hätte von mir sein können, besonders die „Vollgas-Bauern“. 🙂

    Ja, es wird Zeit, dass Bauern wieder frei das machen, was sie wollen und nicht was sie sollen und das tun, was sie können, nachhaltig und verantwortungsvoll mit der Natur und den Tieren und nicht gegen sie!

    Und weil es so schön passt, hier die Gründungsworte meiner Tierschutzstiftung, immerhin von 2 nicht ganz unbekannten Nationaldichtern:

    Wage deinen Kopf an den Gedanken,
    den noch keiner dachte.
    Wage deinen Schritt auf die Straße,
    die noch niemand ging.
    Auf dass der Mensch sich selber schaffe,
    und nicht gemacht werde
    von irgendwem oder irgendwas
    (Friedrich Schiller)

    Feiger Gedanken
    bängliches Schwanken,
    weibisches Zagen,
    ängstliches Klagen
    wendet kein Elend,
    macht dich nicht frei.

    Allen Gewalten
    zum Trutz sich erhalten,
    nimmer sich beugen,
    kräftig sich zeigen,
    rufet die Arme
    der Götter herbei.
    (Goethe)

    2
  10. ohT4real sagt

    <<>>

    Lieber Bauer Willi,

    welche Stelle jetzt an Deinem Text „wertfrei“ sein soll erschließt sich mir ehrlich gesagt nicht.
    Anfangs fand ich Ihre Texte ja ganz amüsant, aber mittlerweile stört mich die unklare Mischung aus Fakten, Meinung, Ironie, Sarkasmus und einer Prise Polemik.
    Sprechen sie wirklich von sich und Ihrer Meinung, oder tragen sie (grob pauschalierend) eine Sammlung von Aussagen und gefühlten Meinungen anderer Leute vor, die Ihnen irgendwie untergekommen sind?
    Letztlich bleibt unklar ob Sie nun wirklich der Meinung sind, dass “ Schlachthöfe, Molkereien und Mühlen soziale Einrichtungen [sind ], die nur dazu geschaffen wurden, unsere Produkte zu Selbstkosten in den Handel zu bringen.“ (vermutlich nicht) oder dass „wir Bauern an unserem Elend doch selber schuld [sind]“ (da bin ich mir jetzt schon nicht mehr so sicher, ob das ironisch gemeint ist).

    Diese Seite führt den Untertitel „Liebe Verbraucher – wir wollen Dialog“. So wird das nix, wenn man noch nicht mal sicher sein kann, wie’s der Gegenüber überhaupt meint, von der ständigen pauschalierenden Verbraucherschimpfe ganz zu schweigen „Der Verbraucher – ist an all dem nicht interessiert. Der will nur eines: billig.“ (oder war das jetzt auch wieder nicht ernst, sondern ironisch gemeint?)

    Vielleicht wollen Sie aber einfach nur Dampf ablassen….
    Dann ist der Neuigkeitswert aber mittlerweile sehr begrenzt und wie gesagt ein Dialog entsteht so sicher nicht.

    Beste Grüße!

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    • Bauer Willi sagt

      an ohT4real,
      Mit dem Satz „ganz wertfrei…“ ende ich immer bei den Artikel, wissend, dass sie das meist nicht sind. Meine Artikel sollen auch nicht „amüsant“ sein.
      Wo ich Ihnen Recht gebe, dass ich in der Tat nicht deutlich mache, wo die Ironie, Sarkasmus, Polemik anfängt und wo sie aufhört. Dieser Artikel ist, und so habe ich es in der Einleitung geschrieben, das Ergebnis von vielen Monaten Kommentare schreiben. Was die „soziale Einrichtungen“ angeht schreibe ich ausdrücklich, dass ich das auch nicht glaube. An der Ursache der Misere sind wir Landwirte hingegen nicht ganz unbeteiligt. Wenn ich nun Zustimmung und Ablehnung zu diesem Artikel bekomme, welchen Rückschluss soll ich daraus ziehen?
      In der Tat wollte ich mit diesem Artikel diejenigen meiner Berufskollegen zum Nachdenken bringen, die mit Vehemenz das „immer größer“ verteidigen. Da wollte ich mit der dritten Option, der Nische, eine Lösung in die Diskussion bringen. Ich schreibe gleich dazu, dass dies nicht die Lösung für alle sein wird. Und ich wollte auch etwas Dampf ablassen, das gebe ich gerne zu. Bei so vielen heterogenen Meinungen wollte ich mal wieder meinen Standpunkt äußern und gestehe gerne, dass ich das stilistisch neutraler hätte schreiben können. Ich will es aber auch nicht jedem Recht machen.
      Richtig ist, und da stimme ich Ihnen zu, dass dieser Artikel den Verbraucherdialog nicht befördert. Ich werde mich bessern.
      Allerdings bleibe ich allerdings bei meiner Meinung, dass die überwiegende Zahl der Verbraucher anders redet als er handelt. Er möchte Bio, das aber zum Schnäppchenpreis. Und das geht nicht. Interessant ist, dass ich auf die Verbraucherschelte über 700 Kommentare von Verbrauchern bekommen habe, die ganz überwiegend meine Meinung teilen. Machen Sie sich bitte die Mühe, die Kommentare unter dem Artikel „Lieber Verbraucher“ zu lesen. Das wäre fair.
      Bauer Willi

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  11. Gestern habe ich die Seite gelesen und dachte mir, warte mal die Kommentare ab, dann ist immer noch Zeit den Senf dazu zu geben.
    Mich stört die ständige Verwendung des Wortes „Verbraucher“. Es ist eine Bezeichnung für Menschen, die der Händler für seine Statistik abstrahieren will. Er will den Menschen nicht als Gegenüber – eben als Kunden – benennen, sondern als „das dumme Verbraucher“ hinstellen. Menschen wollen essen können, ohne Landwirt zu sein, denn die meisten leben in „Arbeiterschließfächern“ – Bezeichnung für die Plattenbauten in der DDR – und fahren morgens zur Arbeit und folgen den Anweisungen von Vorgesetzten.
    Sozialisten in West und Ost war der freie Bauer ein Dorn im Auge – da konnte er dem Adel die Hand reichen – nur behandelten sie in den LPG’s die abhängigen Bauern schlechter als es der Adel auf den Güter tat. Dazu kam die Bhauptung, Bauern „produzieren“ Getreide und Fleisch. Nein, ein Bauer hat nie produziert. Er hat angebaut und gezüchtet und wenn das Wetter und die Gesundheit der Tiere es zu ließen, hat er geerntet und geschlachtet. Die Verarmung der Sprache ist auch ein Instrument, die Dinge in eine bestimmte Richtung zu lenken. Tiere sind jetzt „schwanger“ und haben „Babies“. Es gibt keine „Kälber“, „Welpen“ und „Küken“ mehr und der Bauer „produziert“.
    Schon in den 50er hat man gegen den Familienbetrieb mit Gänsen, Hühnern, Schweinen, Kühen und dem Anbau von verschiedenen Getreide- und Gemüsesorten polemisiert und publiziert, daß der Bauer sich spezialisieren soll.
    Die das taten, wußten, wer sie bezahlt. Da der Bauer nicht produziert, schaden mehrere Standbeine nicht.
    Man kann Würmer im Kompost züchten, gebänderte Weinbergschnecken und Bienen halten. Es gibt auch Feinschmeckergemüse, nicht nur Spargel.
    Vor allem begibt man sich nicht in „Zinsknechtschaft“.
    Mein Urgroßvater hat nie ein Konservatorium gesehen, aber er beherrschte Streich- und Blasinstrumente und war Dirigent an der Zopoter-Waldoper, wo auch Wagner gespielt wurde. Er hatte stets einen Acker gepachtet, auf dem er das Gemüse und die Kartoffeln für die Familie angebaut hat. Meine Mutter, die Enkelin, erzählte, daß sie abends die „Hühner auf die Stange gesetzt hat“. So viel Freiheit gab es einst.

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      Hallo Sibylle, sehr interessanter Hinweis mit der Freiheit. Das betrifft aber nicht nur die Bauern. Wir begeben uns freiwillig in ein „Hamsterrad“ oder „Zinsknechtschaft“, wie Du es beschreibst. Viele Menschen nehmen Jobs an, die ihnen dann mehr Lebenszeit und Energie kosten als sie mit Geld aufwiegen können. Bei uns Bauern ist das dasselbe. Viele vergrößern deshalb ständig ihre Betriebe. Produzieren mehr – verdienen aber nicht mehr. Was treibt uns ständig an mehr zu wollen? Aber auf der anderen Seite kann man sich Freiheit auch nur leisten wenn man auch eine finanzielle Basis dafür hat.
      Die Landwirtschaft leistet sehr viel für die „Menschen, die essen wollen ohne Landwirt sein zu müssen“. Stell Dir mal vor, jeder müsste immer noch die Hälfte seines Einkommen für Lebensmittel ausgeben? Da wäre auch nicht mehr viel Freiheit. Darum sollten diese „Menschen, die die Freiheit haben ohne Aufwand günstig zu essen“ auch solidarisch sein, mit denen die das bereitstellen.
      Alois

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      • Sibylle sagt

        Antwort an Herrn Wohlfahrt,
        als in der BRD mehr für Nahrung ausgegeben wurde, waren die Wohnungen bewirtschaftet. Die Märkte auf der grünen Wiesen entstanden in den 60ern.
        Wenn heute auf das Geld geachtet wird, so geschieht das aus mehreren Gründen:
        1. eingekauft wird von Beruftätigen nach der Arbeit – die Öffnungszeiten haben sich unter anderem deshalb geändert – auch um den Einzelhandel endgültig zu verdrängen
        2. zum Status gehört der Urlaub, möglich weit weg. Wo dann viele Deutsche sind, die alle Hacksen mit Sauerkraut essen wollen.
        3. wer Kinder hat, muß sowieso rechnen, denn die Kinder müssen in Markenklamotten zur Schule mit dem angesagtesten Technikkram.
        4. wer ein Haus gebaut hat, ist sowieso zum Sparen verpflichtet.
        Dies sind nur einige der Gründe, warum die meisten sich keine Gedanken um das Einkommen von Landwirten machen.
        5. gibt es Rentner, die Sorte, zu der ich gehöre. Ich habe meine Ernährung völlig umgestellt, frisches Gemüse und Fleisch. Fleisch vom Kamerun-Schaf. Ich kennen einen Landwirt, der sie hält und schlachtet und da fahre ich hin.
        Ich mußte erkennen, daß meine Ausgaben sanken. Mit dem Zettel in der Hand einzukaufen, erspart viel Unsinn. Das soll keine Rechtfertigung sein. Nur noch ein Satz zur Freiheit. „Viele vergrößern … ständig ihre Betriebe. Produzieren mehr – verdienen aber nicht mehr. Was treibt uns ständig an, mehr zu wollen?“ Werbung! Das stets vermittelte Gefühl, es fehle etwas.
        In Frankreich hat -nun ja, – jeder seine Kindheit bei den Großeltern auf dem Hof verbracht. Die Bauern können sich auf die Solidarität der Bevölkerung verlassen. Deshalb treten die Bauern dort ganz anders auf und der Staat verhält sich anders.
        Freiheit entsteht, wie Ihre Antwort sagt, aus einem konsequenten „Nein“. Wenn Investition keinen „Gewinn“ abwirft, dann war sie eine Fehlentscheidung. Wer in den Kategorien der Industrie denkt, unterwirft sich ihren Maßstäben. Deshalb mein Hinweis auf die ‚Standbeine‘, die je nach Hof andere sind.

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  12. Schweinebauer Piet sagt

    Es kam mir der Gedanke, die Nische Piets Schweinefleisch zur Diskussion zu stellen. Meine Ferkel habt ihr gesehen. Wenn man diese und die Mastschweine immer live sehen könnte und sich vielleicht im Ferkelstall schon eine Gruppe aussucht. Für diese kann der Verbraucher dann im Maststall Beschäftigungsmaterial und das Platzangebot aussuchen. Natürlich mit gleichzeitiger Bestellung.
    Das müsste ja eigentlich den Verbraucherwünschen gerecht werden.

    Der Traum wäre dain noch, dass es sich so rumspricht, dass Dave Grohl von den Foo Fighters für sein nächstes deutsches Festival Fleisch bei Piet bestellt 🙂

    0
    • Schweinebauer Piet sagt

      Der Schlachter im Dorf schlachtet schweine von einem anderen Bauern. Da müsste ich mal fragen, wie die Resonanz nach dem heimischen Fleisch ist.

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      • bauerhans sagt

        ich weiss aus eigener erfahrung,dass die leute nur kleine fleischmengen kaufen,weil sie nicht mehr lagern können/wollen und sie nicht gewillt sind,einen höheren preis,als beim metzger,zu zahlen.
        der arbeitsaufwand ist immens,der stundenlohn gering.

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    • Gülle-Doktor sagt

      Ein tolles Geschäftsmodell: Du lädst die Leute auf deinen Hof ein, damit sie sich mit einer Ferkelgruppe anfreunden und Fotos von den süßen Ferkeln machen. Beim nächsten Besuch bringen sie dann Spielzeug für die kleinen, süßen Ferkelchen mit und wundern sich, dass die süßen Ferkel, die sie von ihrem letzten Besuch in Erinnerung haben, schon Läufer sind und gar nicht mehr so süß. Der letzte Besuch wäre dann am Tag des Abschieds, wenn die ausgewachsenen Schweine zum Schlachten abgeholt werden.

      Ob dieses Geschäftsmodell wohl funktioniert?

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      • Gernot sagt

        Warum nicht?

        Liebe Gülle Doktor,

        bitte halte uns Kunden nicht für naiv und blöd.
        Es sind Kommentare wie diese die den Stand der Landwirte diskreditiren.
        Natürlich wäre es kein Angebot für die breite Masse, aber ich bin mir sicher, dass es hier eine Nachfrage gibt.
        Ich z.B. suche gerade nach einer Beteiligung an einem Schwein.
        Ein ganzes wäre dann doch zu viel.
        Wenn ich sicherstellen kann, das „mein“ Tier ordentlich aufgezogen wurde, artgerecht leben konnt und soweit möglich stressfrei geschlachtet wurde wäre es prima.
        Das es so ähnlich bereits funktioniert kann man an Nieschenangeboten wie http://www.meinekleinefarm.org/ (sorry weiss nicht ob links erlaubt sind) sehen.

        Also liebe Bauern, traut Euch was,
        geht auch mal neue Pfade…..

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        • Gülle-Doktor sagt

          Hallo Gernot,

          vielen Dank für die Information. Ich hätte nicht gedacht, dass das, was ich mir als Gag ausgedacht habe, wirklich ein funktionierendes Geschäftsmodell ist. Es ist wahrscheinlich nur eine Nische. Aber der Markt muss ja nicht unbedingt anonym sein; er kann auch solche Nischen enthalten.

          Wieder etwas dazu gelernt.

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  13. Thomas Pa sagt

    Sehr guter Beitrag!

    Spricht mir aus dem Herzen!

    Erledigt sich dann der BLOG?

    Viele Grüße!

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      • Thomas Pa. sagt

        Für mich würde sich das aus dem Beitrag logisch ergeben. Es war spannend den Prozess zu beobachten. Bauer Thomas

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        • Bauer Willi sagt

          Mach ich aber nicht. Ich möchte eigentlich bald wieder zum Dialog mit dem Verbraucher zurückkommen, der ist durch diesen Artikel leider etwas unter die Räder gekommen. Aber ich musste mir mal den Frust von der Seele schreiben….
          Bauer Willi

          0
          • Thomas Pa sagt

            Hallo Willi! Wie soll so ein Dialog aussehen? Für was willst Du Stellung beziehen. Aldi, VW und Mercedes treten auch in den Dialog mit dem Verbraucher? EON, RWE und Siemens machen das auch? Dann wollen wir noch schnell mal die Welternährung sichern und das Klima retten. Für mich ist das ein unerfüllbarer Anspruch. Auch weil die meisten Bauern kein Einfluss mehr auf ihr Endprodukt haben. Ich finde, es müßte sich mehr Gedanken darüber gemacht werden, wie das gehen soll. Meiner Meinung nach ist sowas in Zusammenhang mit einer stärkeren direkten Demokratie zu sehen, da macht das Sinn. Siehe Schweiz. Könnte man viel drüber schreiben. Viele Grüße!

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            • Bauer Willi sagt

              Hallo Thomas
              endlich mal eine einfache Frage! Ich möchte dem Bürger/Verbraucher nur klar machen, dass er nicht Bio zum Schnäppchenpreis haben kann. Billig kaufen und gleichzeitig unerfüllbare Ansprüche stellen: keine „Massentierhaltung“ keine Gentechnik, keine „Pestizide“ kein „Kunstdünger“. Aber das Hühnchen für 2,79 €, 10 Eier für 99 Cent. Wenn er Bio haben will, soll er es kaufen. Wir Bauern können alles. Ich war vor kurzem in Südtirol. Im Supermarkt 4 Eier für 2,80 €. Da baue ich morgen einen Hühnerstall (wenn es mir die Nachbarn im Dorf „erlauben“)
              Bauer Willi

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  14. Schweinebauer Piet sagt

    Entweder ich bin gut als Bauer und lege das verdiente Geld in der Landwirtschaft an oder ich bin es nicht und kann nichts anlegen, dann schrumpft der Hof unter umständen, also weiche ich. Ein Bauer kann nicht überall gut sein, also wächst er mit dem, wo er das Geld verdient hat. So erkläre ich mir den Spruch „Wachse oder Weiche“

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      Hallo Piet, ich glaube der Ausdruck „wachse oder weiche“ geht auf den Mansholtplan zurück. Damals war es das Ziel die „unrentablen winzigen Zwergbauernhöfe“ zu rentablen Großbetrieben zu entwickeln, damit keine Subventionen mehr gezahlt werden müssten. Also war die Devise: „Wachse Bauer – oder weiche!“
      Dazu habe ich einen netten Spiegelartikel von 1968 im Netz gefunden.
      http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45865145.html
      Der Plan ging doch irgendwie auf, oder?
      Nur dass die besagten Großbetriebe heute genauso am Tropf der Subventionen hängen…

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      • Gülle-Doktor sagt

        Hallo Alois,

        Sicco Mansholt, der Schöpfer des nach ihm benannten Plans war ein Sozialist und damit Anhänger der Planwirtschaft. Er wollte genauso wenig wie die heutigen in Brüssel und den einzelnen Hauptstädten ansässigen Agrarpolitiker die Bauern in die Mündigkeit entlassen. Er wollte das System der Entmündigung optimieren.

        Jetzt mal ehrlich: Wo sollten denn die vielen Absolventen der agrarwissenschaftlichen Fakultäten ihr Auskommen finden, wenn es die Agrarverwaltungen nicht mehr gäbe.

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  15. Gernot sagt

    Super Artikel

    Hallo,
    danke für diesen Artikel, der mir sehr gut gefällt.
    Alles Gute und viel Erfolg bei der Umsetzung Ihrer Pläne

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  16. Andreas H. sagt

    Ganz toll dieser „Zustandsbericht“. Ich lese daraus, dass wir andere Bauern brauchen um die Situation zu ändern. Andere Bauern = anderer Bauernverband. Das wär`s.
    Bauer Willi bezieht sich auch auf einen ganz schrecklichen Kommentar der „Agrarzeitung“ mit dem Titel „Genug geheult“. Weil der so schrecklich ist, verlinke ich den nicht. Jedenfalls sagt der Autor in dem Kommentar, dass es doch läuft. Wir bauen Ställe, pachten Land und gehen nicht pleite. Und wenn die Preise mal schlecht sind, hat man ja in guten Zeiten Rücklagen gebildet von den man zehren kann. So stand es wirklich in der Agrarzeitung, kein Witz! Verschwiegen hat der hessischen Schweinehalter mal eben sein planwirtschaftlich geförderte Biogasanlage. Kann passieren.

    Nein, wir brauchen andere Bauern, damit wir uns nicht komplett lächerlich machen. Was Willi und sein Sohn vor hat ist eine Nischengeschichte. Viel Glück dabei. Eine Stadt wie Frankfurt bekommt man aber so nicht „satt“.
    Wir brauchen Bauern die sich wirklich Gedanken um die Produktionsmengen machen. Das ist ein ganz schwieriges Thema. Ich denke aber, der Gemüse und besonders der Kartoffelanbau sind da eher Vorbilder. Bei Schweinen könnte man mit den Nachbarländern zusammen am Tierwohl arbeiten. 10% mehr Platz = 10% Weniger Schweine und 10% weniger Wirtschaftsdünger. „Weniger Schweine mehr Scheine“. Hier weiter zu kommen ist ein langwieriger Prozess. Aber die Diskussion darüber hilft dem Markt schon, weil ein kleines Schweineangebot fürchten die Supermärkte wie der Teufel das Weihwasser.

    Und, weniger Schweine ist auch das was der Bürger hören will.

    In diesem Sinne…

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      Hallo Andreas, der Markt ist eine Ansammlung von größeren und kleineren Nischen. Genauso bei den Bauern. Da gibt es keinen Einheitsbauern oder „die Bauern“ sondern nur den Bauer, der selbst Entscheidungen trifft. Oder sage ich besser selbst entscheiden sollte. Denn die Wirklichkeit schaut wohl anders aus. Bestes Beispiel war der Auftritt von Milchbauer Wessels bei Jauch: „Mein Berater sagte mir ich soll nochmals 150 Kühe aufstocken!“ Das ist so typisch für das Untenehmertum bei den Landwirten. Schuld sind immer andere. Da hätte er genausogut sagen können, „meine Mama hat gesagt ich soll…“ 😉
      Deine Forderung nach neuen Bauern verstehe ich so, dass sich das Selbstverständnis ändern muss. Zu begreifen, dass jeder jeden Tag selbst neue Entscheidungen treffen kann und auch alte Entscheidungen oder Fehler korrigieren kann. Dass jeder auch selbst unsägliche Situationen verändern kann. In der Psychologie würde man von einem „Zwangsverhalten“ sprechen, wenn jemand den Glaubenssatz „wachesen oder weichen“ verinnerlicht hat. Aber wir Bauern huldigen diesem Glaubenssatz seit Jahrzehnten. Und mit einer Selbstverständlichkeit wird er geglaubt und akzeptiert.
      Dr. Karl Bosl, einem anerkannten Historiker, hielt 1988 die Festrede zum 40 jährigen Jubiläum des Bayrischen Bauernverbandes und hielt damals der bäuerlichen Tradition schon kritisch den Spiegel vor:
      „Der traditionsverhaltene Landmann des 20. Jahrhunderts steht der wortgewandten, selbstbewußten Welt der Händler und Manager, dem ungewohnten Marktmechanismus hilflos gegenüber. Vorsicht und Tradition allein helfen dem ernsten, unsicheren, schlichten und ehrlichen Menschen auf dem Lande nicht mehr. Technik und Organisation sind an sich seine Helfer, aber die fortschreitende Technisierung zerstört auch seine Lebenswelt.”
      Dieses unreflektierte traditionsverhaltene Handeln ist es, was die Bauern dazu bringt, immer mehr und mehr zu strampeln. Zig Genererationen vor uns haben mit dieser Weisheit überlebt. Aber wie schon der Karl Bosl 1988 skizzierte, haben wir heute soviel Technik zur Hand – und damit zerstören wir mit dieser uralten Weisheit das, was wir eigentlich lieben und an die nächste Generation weitergeben wollen.
      Und da schlägt die Sozialkontrolle der Familie und des Dorfes brutal zu. Wer etwas anderes macht oder verändert oder gar weicht, ist kein „richtiger Bauer“ mehr. Sogar manche Eltern werfen den Kindern vor „ihr Lebenswerk“ zu zerstören.
      Insofern ist das Aufdecken solcher zwanghaften Glaubenssätze wie „wachsen oder weichen“ dringende Psychotherapie. Das Thema ist übrigens nicht spassig. Denn es ist wohl auch in Deutschland so, dass Landwirte in den Suizidstatistiken als Hochrisikogruppe geführt werden. Nur das Thema scheint bei uns tabu zu sein. In Frankreich wird das schon auch einmal in den Medien thematisiert. Ich will das aber nicht dramatisieren.
      Die Wahrheit aber ist, wir Bauern dürfen nicht immer die Schuld bei anderen suchen. Wer nämlich andere beschuldigt, der gibt denen die Macht über sich. (Kann man in jedem Psychologie Buch nachlesen).
      Insofern ist persönliche Weiterbildung der Anfang zum handlungsbewussten Unternehmer. Da machen nur leider so wenige Landwirte, weil sie darin keinen Sinn sehen…, weil sie keine Zeit haben…, weil sie immer arbeiten müssen, oder weil sie eben so weiter machen wie bisher.
      Alois

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      • Andreas H. sagt

        Alois, 99% Zustimmung. Ich sehe den technischen Fortschritt aber sehr positiv, nur was wir damit anstellen ist teilweise nicht in Ordnung. Ja, es spielen sich teilweise echte Dramen auf den Höfen ab. Du hast ja schon einen Lösungsansatz gebracht. Den verinnerlichten Leitspruch „Wachsen oder Weichen“ aus den Köpfen verbannen. Ob das klappt, da habe ich Zweifel. Jeder Unternehmer muss ja auch Wachsen im Betriebsergebnis. Der Lebensunterhalt wird ja nicht billiger.

        Ein erster Schritt wäre mal Bauern überhaupt zum Nachdenken zu bringen. Das hat der Bauernverband nicht so gern, wenn es aus deren Sicht in die Falsche Richtung geht. Sprüche des Bauernverbandes wie „Arbeit aus Leidenschaft“ oder „Wir machen euch satt“ sind nicht von Tiefsinn geprägt und regen nicht zum Nachdenken an.

        Macht Ihr mal weiter so hier. Steter Tropfen hölt den Stein… , und beim Bauernverband gibt es ja auch nachdenkliche Typen. Die müssen wir fördern.
        Das hat nichts mit „Heulen“ zu tun.

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        • Alois Wohlfahrt sagt

          Hallo Andreas, ich mag den technischen Fortschritt auch sehr gern. Aber wir können z.B. das Internet dazu nutzen immer billiger einzukaufen oder Produktion zu steigern. Oder man versucht sich mit dem Internet mit Kunden, Nischen, Vermarktung etc. Wir können frei entscheiden zu was wir die Technisierung einsetzen.

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    • bauerhans sagt

      „der bürger“ will billig,wenige wollen verbal „preiswert“ und einige hauen gern drauf,stellen alles infrage,machen vorwürfe,wenige millitante gibts auch noch!
      die ngo`s und spendengenerierorganisationen hauen in diese kerbe.
      das ist die tägliche wirklichkeit.

      1
    • Gerhard Langreiter sagt

      Ich stimme der Agrarzeitung voll und ganz zu!
      Ich hab das Geheule SO satt.
      Keiner wird gezwungen, irgend einen Wachstumsschritt zu machen, auf Bio umzustellen, den Betrieb aufzugeben oder Milch zu erzeugen.
      Also soll doch bitte jeder machen, was er oder sie meint und dann bitte Ruhe geben.
      Bauer Willi ist der Meinung, dass Wachstum nicht mehr Einkommen bringt, sondern die Nische. Wenn sein Sohn das nun macht und trotzdem zu wenig Gewinn zusammen kommt, dann ist er selber schuld und nicht irgend ein Berater im Amt oder ein Politiker!
      Warum soll ich 10 % weniger Schweine in meinen Stall stellen? Ich ab 170 Zuchtsauen und kann die Gülle optimal verwerten und verdiene auch noch Geld damit, obwohl ich keine Biogasanlage, Kiesgrube oder Bauland hab. Man glaubt es nicht!!! In der Landwirtschaft ist hin und wieder sogar Geld verdient – Unglaublich – und psst… – ich bin nicht der Einzige! Wer sonst kauft die vielen Fendt-Schlepper und wer sonst zahlt horrende Pachtpreise und Grundstückspreise? Bauern, die anscheinend im letzten Wirtschaftsjahr zuviel Geld eingenommen haben!

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      • bauerhans sagt

        ….diese traktoren bezahlen sich quasi selbst,weil sie erheblich sprit sparen…..

        0
      • Andreas H. sagt

        Herr Langreiter ist der deutschen Sprache nicht mächtig. Er bringt Schriftsätze mit „Heulen“ in Verbindung. Das Heulen ist aber ausschließlich akustisch wahrzunehmen. http://de.wikipedia.org/wiki/Heulen
        Und sonst scheint er unerfahren zu sein mit Verhaltensregeln freier Unternehmer in einem freien Markt. Es gibt Dinge die man einfach nicht sagt wenn Vertragspartner mithören. Ich würde als Viehhändler sehr gern bei Herrn Langreiter Schweine kaufen. Um mal zu sehen wo die Schmerzgrenze ist oder mal hören wie er so heult. Sehr arm was sich alles so BAUER nennen darf. Früher hatte man noch etwas „Stolz“ im Leib und lies sich das Vieh nicht einfach abluchsen. Ist lange her…

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        • Gerhard Langreiter sagt

          ICH hab noch Bauernstolz! Jammerei über schlechte Preise gehört für mich nicht dazu. Meine Erzeugergemeinschaft, in der ich Mitglied bin und einen ehrenamtlichen Posten hab, zahlt über Jahre hinweg die besten Ferkelpreise. Ich gebe nichts an Viehhändler ab! Ich vermarkte selbst und handle Qualitätszuschläge raus! Ich weiß was ich kann und bin aber ganz sicher kein Vollgasbauer! Ich pachte nur angrenzende Flächen zu vernünftigen Preisen, ich gebe nur Geld für Futtermittel oder Dünger aus, wenn es sich rentiert und ich habe Maschinen mit meinen Nachbarn zusammen. Ich mache Urlaub und lass es mir gut gehen. Weil mir die Sonne aus dem Arsch scheint. Anderen hier anscheinend nicht. Das tut mir leid aber da kann ich nichts dafür! 😉

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            • Jochen Böhrer sagt

              Willi, Hier stehen die Kommentare etwas durcheinander und verwirrend in der Reihenfolge. Wenn man sie in Reihenfolge bringt, so wäre etwas mehr als ein „Glückwunsch“ angebracht gewesen, sondern eine ehrliche Entschuldigung an Gerhard für Deinen unsäglichen „Vollgasbauer“-Kommentar von gestern. Und gewisse Leute, die meinen, hier eine Plattform gefunden zu haben, um Ihre persönlichen Gehässigkeiten reinzuschmieren, solltest Du auch in Ihre Schranken weisen. Um auch auf die eigentlich niveaulosen Umschreibungen ohne Namensnennung einzusteigen: Es gibt nicht nur Schweinehalter mit prominenten Frauen, sonderen auch zu fragwürdiger Internet-Prominenz gekommene Dauerlästerer, die sich angefangen von TA über Landtreff , Landlive und Facebook einen zweifelhaften Ruf erworben haben sowie irgendwelche völlig weltfremden Ziegenhirten, die sich auf facebook ihren Rauswurf aus diversen Gruppen redlich verdient haben. Scheinbar scheinen diese bei Dir eine neue Heimat gefunden zu haben und das fällt auf DICH zurück. Ich würdige in Gegensatz von vielen Freunden von mir Deine Arbeit sehr, auch wenn ich oft nicht Deiner Menung bin. Aber lass hier bitte keine persönlichen Diffamierungen zu.. das ist unterste Schublade. Ich weiß, dass auch DIESER Kommentar von mir persönlich ist und ihm ein Diffamierungscharakter unsterstellt werden kann .. das ist aber der Notwendigkeit geschuldet auf diese Mißsstände aufmerksam zu machen.

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              • Bauer Willi sagt

                Hallo Jochen,
                nein, ich unterstelle Deinem Kommentar keinen Diffamierungscharakter sondern akzeptiere den genau so, wie ich auch andere Kommentare akzeptiere. Ich halte Ausgrenzung von Kommentatoren nicht für die richtige Lösung. Gut, manchmal muss es sein. Die Kommentare „irgendeines völlig weltfremden Ziegenhirten“ (das ist Deine Wortwahl) auf das Interview mit Tanja Busse waren von Sachlichkeit geprägt und deshalb haben wir auch die Sperrung wieder aufgehoben. Es ist halt seine Meinung und die wollen wir auch zu Wort kommen lassen, solange sie an der Sache orientiert ist. Was die Dauerlästerer angeht: ja, ich wünsche mir auch, dass der ein oder andere Kommentar nicht geschrieben worden wäre. Leider sind jetzt einige Dauerkommentatoren aufgetaucht, die nur schreiben, um wieder was geschrieben zu haben. Vielleicht lesen die diesen Kommentar jetzt auch und halten sich demnächst etwas zurück.

                Was den Begriff der Vollgasbauern angeht: Bitte lese dazu mal die Artikel „Lamento“ und „Genug geheult“ bei „Agrarspitzen“. Diese zielen bewusst auf meine Person, was mich nicht stört. Das kann ich aushalten. Was ich bedenklich finde, ist nur, dass auch nicht-landwirtschaftliche Menschen diese Artikel lesen und daraus die Konsequenz ziehen, dass wir Bauern diese Entwicklung zu immer größer gut finden und unterstützen. Und gegen diese Meinung habe ich den Artikel „Wachsen oder Weichen! Oder?“ gesetzt. Weil es meine Meinung ist.
                Ich kann und will es nicht allen recht machen, weder den verklärten Verbrauchern auf der einen Seite, noch den nur auf die Ökonomie ausgerichteten Berufskollegen auf der anderen Seite. Beide sind schwer zusammenzubringen. Es ist ein Spagat, ein Ritt auf der Rasierklinge, der auch nicht immer gelingt. Auch mir nicht. Sollte ich mal ein Zeugnis für meine Bemühungen bekommen, wird dort wahrscheinlich drin stehen „Er bemühte sich stets“.
                Meine Frage an Dich: Soll ich meine Bemühungen einstellen?

                Danke für Deinen Kommentar, der mich sehr nachdenklich gemacht hat, sonst hätte ich mich nicht so bemüht. 🙂
                Bauer Willi

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              • bauerhans sagt

                stimmt,die reihenfolge der kommentare ist verwirrend!
                leute,die beleidigen,sollten darauf hingewiesen,aber nicht sofort gesperrt werden.
                foren leben durch meinungen.

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                • Alois Wohlfahrt sagt

                  Also ich habe die Verschachtelung der Kommentare erhöht. Das sollte die Übersichtlichkeit der Darstellung der Kommentare fördern.
                  Leute sperren tun wir höchst ungern.
                  Ermahnen oder einwirken tue ich als Admin öfters, aber in privaten EMails.
                  Generell meine Bitte:
                  – Nicht öffentlich persönlich übereinander diskutieren.
                  – Nicht alles gleich persönlich nehmen.
                  Dann wird das schon. 😉
                  Sollte mal jemand einen Kommentar abändern wollen oder einen Kommentar zurückziehen wollen, dann bitte einfach eine Mail an mich (EMail steht im Impressum)

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            • Biobauer Andreas sagt

              Ich unterstelle Jochen Böhrer Diffamierungscharakter! Was anderes soll „irgendeines völlig weltfremden Ziegenhirten“ denn sonst sein?

              Mal abgesehen, dass es für mich nichts schöneres gibt als im Spätherbst mit der ganzen Ziegenherde ein paar Stunden über abgeerntete Felder zu ziehen und diese dabei zu hüten. „Der gute Hirte“ ist ein positives Symbol und meinetwegen bin ich in der Welt, die Jochen Böhrer um sich hat auch weltfremd. In meinem Kosmos lebe ich sehr heimisch verbunden. Ich jammer nicht und beklage mangelnde Wirtschaftlichkeit und daher gehen mir Gehässigkeiten, wie ich sie von J. Böhrer u.a. „Antiveganern“ gewohnt bin, auch am Allerwertesten vorbei. Soll er über mich schreiben, was er will. Leider wird oft mit zweierlei Maß gemessen, ich darf die Zielscheibe für andere abgeben und wenn ich selber austeile werde ich gesperrt, auch recht! Denn das soll jetzt auch kein Wehklagen sein. Wer meine Meinung lesen will, soll es tun. Wer sie nicht erträgt, soll es lassen. Nur ist mir dabei bewusst, dass man damit andere Leser, vor allem Verbraucher, eher abschreckt, und um die geht es doch.

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          • Hallo Gerhard, man darf als Bauer ruhig dazu stehen, dass es einem ganz gut geht. Das trifft natürlich nicht auf alle zu. Ich versuche auch, so wenig wie möglich zu klagen- statt dessen versuche ich mich konstruktiv auf vielen Ebenen einzubringen.
            Gerne wird einem ja die Summe der EU-Beihilfen unter die Nase gerieben (auch von Berufskollegen) und dabei suggeriert, wie ungerechtfertigt diese sein sollen. Ich bin auch nicht glücklich über die Notwendigkeit von Beihilfen, nehme die aber natürlich in Anspruch. Zahle in der Regel allerdings mehr Steuern als ich Beihilfen erhalte…

            Zu der Diskussion hier, sie macht mich nachdenklich…
            Warum müssen hier Landwirte solche (teils indirekten) Grabenkämpfe abhalten?

            Landwirtschaft ist so unglaublich vielfältig und hemmungsloses Wachstum ist natürlich nicht die Lösung für die gesamte Branche. Trotzdem wird es weiter wachsende Betriebe geben, die ihre Arbeit zudem auch noch in hervorragender Weise erledigen! Ich kann nur davor warnen, dass wir Landwirte uns weiter auseinander dividieren lassen! Wir brauchen keine neuen Feindbilder von großen oder wachsenden oder nicht-klagenden oder sonstigen Betrieben.
            Die Arbeit des Bauernverbandes kann man sicherlich kritisieren, aber dort ist auch nicht alles schlecht! Es ist aber natürlich immer einfach, die Unfähigkeit eines Verbandes zu beklagen. Stimmen doch viele andere mit ein oder nicken zustimmend mit dem Kopf.
            Mein Wunsch wäre, wir könnten mit allen Bauern gemeinsam für unsere Sache streiten. Und unsere gemeinsame Sache ist in meinen Augen die Aufklärung der Verbraucher und das Ausräumen von Vorurteilen gegenüber der Landwirtschaft.
            Wir sollten uns nicht zu sehr (nach außen hin) mit uns selber beschäftigen, ob wir mehr Markt, mehr Staat oder sonstige Instrumente brauchen, damit der Strukturwandel begrenzt wird.
            Letztlich ist es am Besten, wenn über den Markt alle Betriebe ihr Auskommen finden. Egal ob Öko/Konv. oder groß/klein oder Ackerbau/Tierhalter.

            kleinster gemeinsamer Nenner sollte aber der Verzicht von persönlichen Beleidigungen und Beschuldigungen in öffentlichen Diskussionen sein.

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            • Alois Wohlfahrt sagt

              Hallo Bernhard, Willi hat mal zu mir gesagt, dass wir Bauern alles zur Produktion auf unseren Fachschulen gelernt haben. Nur nicht Kommunikation. Der Wert einer Solchen wird auch nicht erkannt. Alex hat dies im Beitrag „Du bist so ein Bauer“ wunderbar erzählt.
              Zitat: „… er ist auch froh, wenn er wieder ungestört seiner Arbeit nachgehen kann – tagein, tagaus, ohne Wochenende oder Feiertag und oft bis spät in die Nacht. Denn er fühlt sich mit seinem Hof, seinem Boden und Vieh zutiefst verbunden. Und er tut seine Arbeit gerne…“
              Ein Bauer identifiziert sich ganz stark mit seiner Arbeit. Darum nehmen wir Bauern Kritik sofort persönlich. Und teilen auch wieder persönlich aus.
              Aber es ist wie beim „Wachsen oder Weichen“. Jeder kann selbst entscheiden, ob er in den „Grabenkampf“ einsteigt oder nicht.

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      • Bauer Willi sagt

        Gerhard, Du bist ja auch ein Vollgas-Bauer! Wachstum bringt natürlich mehr Einkommen! Aber auch mehr Gewinn? Stell doch noch 30 Sauen mehr in den Stall, so wie dein Nachbar. Und dessen Nachbar. Und dessen Nachbar. Wo landet dann der Ferkelpreis? Und was ändert sich am Gewinn?
        Mein Sohn hat im Alter von 20 Jahren seine eigene kleine Firma angemeldet und verkauft heute sein Produkt europaweit. Jetzt hatte er den ersten Auftrag aus Nordafrika. Mit einem Nischenprodukt! In höchster Qualität, besser als die Konkurrenz. Der hat auch keinen Berater oder Politiker gefragt. Und der wird dieses Produkt auch noch verkaufen, wenn keiner mehr Fleisch essen will.
        Noch was: nein, ich werde keine Ruhe geben, denn eigentlich war dieser Blog als Kommunikationsplattform zwischen Landwirten und Verbraucher gedacht. Denk mal darüber nach und lese Dir Deinen Kommentar daraufhin noch mal durch.
        Gute Nacht (es ist 00:02 Uhr)
        Bauer Willi

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        • Gerhard Langreiter sagt

          Ich bin mit meinen 170 Zuchtsauen eher einer der größeren im Landkreis 😉
          Ich habe mir mit Zuchtsauen eine Nische in meiner Gegend, die zu 90 % aus Milchviehbauern besteht, gesucht.
          Warum ist es eine Nische?
          1. In Bayern gibt es immer weniger Ferkelerzeuger. Wenn die Transportzeiten weiter verkürzt werden, habe ich mal ein sehr, sehr nachgefragtes Erzeugnis.
          2. Ich hab wenig Eigenfläche und auch nicht viel Interesse an Ackerbau. Da Pachtflächen knapp sind, muss man sich einen Betriebszweig suchen, der mit wenig Fläche auskommt. Das ist bei Ferkelerzeugung der Fall.
          3. Ich habe noch Wald, wo auch ein schöner Deckungsbeitrag rausspringt und Photovoltaik. Wenn man den Ackerbau dazurechnet, steh ich auch 4 Beinen und darum tut mir ein schlechter Ferkelpreis nicht so weh, wie jemandem, der nur Ferkel hat!
          4. Ich hab zwei Mäster in näherer Umgebung, die mir die Ferkel abkaufen. Einer davon vermarktet einen Teil der Schweine direkt.

          Ich krieg halt einfach einen Schreikrampf, wenn jemand „Wachsen oder Weichen“ sagt oder schreibt!
          Weils einfach nicht stimmt und – tut mir leid – das ist der Spruch der Ü50-Generation, wo es auch so war. Meine Nachbarn mit 3-10 ha haben halt aufgehört in den letzten Jahrzehnten. Hätte man die erhalten müssen?
          Viele haben aufgehört, weil der Sohn kein Interesse an Landwirtschaft hatte! Gottseidank MUSS man heute nicht mehr den Hof übernehmen, wie es früher war – was ist daran schlecht?
          Bei uns hat noch niemand mit einer vernünftigen Betriebsgröße (20-30 ha) und einem Hof, der baulich in Ordnung ist und wo ordentlich gewirtschaftet wurde, aufgehört, weil es sich nicht mehr rentiert hat. Ich kenn keinen Bauern, der insolvent gegangen wäre oder wo die Kinder gerne weitergemacht hätten, es aber finanziell nicht möglich war. KEINEN!
          Dagegen kenn ich jede Menge Handwerker, die aufgeben mussten!

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          • Bauer Willi sagt

            Hallo Gerhard, bitte kein Schreikrampf! Aber der bewusst so gewählte Titel sollte ja auch provozieren. Was er ja auch erreicht hat. Und an der Option 3 erkennst Du ja auch, dass wir. unsere Sohn und ich, mit unseren 40 ha auch nicht aufhören wollen. Weil wir Alternativen sehen und Freude an der Herausforderung haben.
            Bauer Willi

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          • Andreas H. sagt

            Hallo Gerhard, warum bekommst Du einen Schreikrampf wenn Dein Berufskollege Willi seine Meinung sagt und schreibt?
            Du musst au etwas über den bayrischen Tellerand hinwegsehen. Ich und Du sind nur noch selbständige Bauern, weil unsere Vorfahren klug und weise waren. Die haben den Vieheinheitenschlüssel und Umsatzsteuergesetze durchgedrückt die uns das Überleben sichern. Diese gute alte Denkweise ist das was ich möchte.
            „Radikalinskis“, die Kollegen fälschlicherweise als „Heulsusen“ darstellen, müssen wir stoppen. Wir müssen unser Ansehen pflegen und Empathie darf auch kein Fremdwort sein.
            Ach ja, habe früher Ferkel aus Oberbayern oder auch aus dem Bayrischen Wald bezogen. An einer Partie kann ich mich gut erinnern. Die wurden mir für 25kg mit 23€ frei Stall geliefert. Nach dieser Krise waren die kleinen Erzeuger schnell weg. Die Krise hat Löcher bei euch gerissen, das weiß ich. Verdrängt haben diese Betriebe Importferkel aus NL und Dänemark. Aber die hätten sicher mit 30 Sauen so oder so nicht weiter gemacht.

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            • Gerhard Langreiter sagt

              „Wachsen oder Weichen“ ist ein ähnlich „schlimmer“ Spruch wie „Früher war alles besser“ oder „Der Bauernverband ist schuld an allem“ oder „Die Großen machen die Kleinen kaputt“ usw. usw.
              Alles zu pauschal, zu schwarz-weiß, zu undifferenziert für mich. Das ist für mich keine Meinung, sondern wie Willi schon schreibt, Provokation. Das darf man gerne machen, aber leider verstehen es manche nicht als Stilmittel in einem Blog sondern meinen, solche Sprüche entsprächen der Wahrheit.
              Und ich kenne genügend Kollegen, die sich ihre Welt, so wie sie ihnen gefällt, zusammenbauen und für eine Diskussion mit vielen Graubereichen keine Zeit und auch keine Lust haben.

              Ein gutes Beispiel, warum man die verschiedenen Regionen Deutschlands nicht vergleichen kann ist, dass bei uns 40 ha ausreichen, bei dir, Willi es anscheinend nur im Nebenerwerb zu führen war. Bei uns hat der 08/15-Betrieb zu den 40 ha noch 40 Milchkühe (wurden so langsam über die Jahre mehr), noch ein wenig Wald, evtl. noch diverse Arbeiten über den Maschinenring und davon leben zwei Generationen. Evtl. geht eine der Frauen einen anderen Beruf nach.

              Was du benennst, was unsere „Vorfahren“ für uns erreicht haben, ist die gute, alte Lobbyarbeit, und wer sonst sollte die machen wie der Bauernverband?

              Und von außen kommen immer mal wieder überschüssige „Lastwagenferkel“ rein, die unter dem Listenpreis verkauft werden. Deswegen hat niemand aufgehört, obwohl mich der Preis schon verwundert, weil der Spanferkelpreis (brutto) noch höher liegt. Dafür hat man ja in einem anderen Jahr wieder 80 Euro fürs Ferkel. Man muss halt immer dabei sein und den 10-Jahres-Durchschnitt anschauen. Wenn man bei einer 10-Jahres-Bilanzanalyse und Deckungsbeitragsberechnung mit schwarzen Zahlen raus kommt, dann passt für mich alles!

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  17. bauerhans sagt

    wachsen oder weichen??
    ich konnte nur 1,25 ha pachten,weil die verpächterinnen mich mochten,weiteres pachtland war und ist nur zu „mondpreisen“ verfügbar.
    mittlerweile habe ich mich einer betriebsgemeinschaft angeschlossen,die 350 ha im landkreis bewirtschaften(mittlere feldentfernung 20km) und arbeiten auf anforderung erledigen(dreschen,dünger streuen)
    meine eigenen maschinen sind uralt,nur der schlepper ist neu.
    ein kollege wirft mir vor,ich würde meine abschreibungen „verfrühstücken“………..muss ich mit leben.
    zeit für andere dinge hab ich und bin da mehr oder weniger erfolgreich,einen hofnachfolger hab ich nicht.

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  18. Markus Hensel sagt

    Einfach Spitze!!! Die Artikel von „Bauer-Willi“ gehören in die großen Tageszeitungen um dem Verbraucher klar zumachen, daß am Ende der Teller leer sein wird !!!

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    • Markus M. sagt

      Ich stimme zu, dass der Artikel sehr gut ist. Der Teller wird hier allerdings niemals leer sein, denn wir können auch importieren. Zuerst wird der Teller in Afrika leer sein, wenn die Preise steigen.

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  19. Thomas Palm sagt

    Zu diesem Statment gibt es kein, ABER. Recht hast du Bauer Willi und es gibt die Situation wieder wie sie sich darstellt. Da brauchts keine versöhnlichen Worte.

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