Bauer Willi
Kommentare 68

Wahl-O-mat mal anders

Die Bundeszentrale für politische Bildung (BPB) bietet auch zur Europawahl wieder den Wahl-o-mat mit insgesamt 38 Fragen an. Ich habe jetzt mal so getan, als wollte ich die Grünen wählen und habe dazu bewusst nur die Thesen selektiert, von denen ich annehme, dass diese Partei dort eine starke Präferenz hat. Diese waren

  • EU-weite Bürgerentscheide
  • CO2-Ausstoß
  • Bio-Landwirtschaft
  • Finanztransaktionssteuer
  • Gentechnik
  • Entwicklungshilfe
  • Frauenquote
  • Atomkraftwerke
  • Tierversuche
  • Besteuerung Unternehmen
  • Gleichgeschlechtliche Ehe
  • LKW-Maut
  • Christliche Wertegemeinschaft
  • Steuer auf Plastik
  • Fischfangquoten
  • Wahl mit 16

Alle anderen Thesen habe ich übersprungen, also nicht beantwortet. In die Liste der Auswertung habe ich nur die Parteien aufgenommen, die heute im Bundestag vertreten sind. Das Ergebnis sieht man im Titelbild. Ich war schon überrascht, dass ich mit meiner Auswahl sogar eine 100%ige Übereinstimmung mit den Grünen „geschafft“ habe. Interessant aber auch, wie nahe Linke und  SPD dem Ergebnis der Grünen kommen. Noch einmal: ich habe bewusst Thesen selektiert.

Dann habe ich den Test noch einmal gemacht. Diesmal habe ich alle Thesen bewertet, so wie sie meinen Überzeugungen entsprechen. Ich habe diesmal keine ausgelassen, wohl aber welche mit neutral versehen, weil ich mir da kein wirkliches Urteil erlauben wollte oder konnte (z.B. Speicherung von Fluggastdaten).  Diesmal sah das Ergebnis ganz anders aus.

Logisch, dass mich das Ergebnis nicht sonderlich überrascht hat. Es fällt auf, dass die Streuung nun wesentlich geringer ausfällt. Allerdings hätte ich nicht damit gerechnet, dass die AfD so weit oben steht. Das macht mich schon nachdenklich. Zwischen Linke, SPD und Grüne sind die Unterschiede übrigens marginal. Wenn es also mal zu einer rot-rot-grünen Koalition kommen sollte, wird es wohl weniger Streit geben…

Was bei beiden Grafiken auffällt: Im Prinzip teilt sich unsere Gesellschaft in zwei große Blöcke auf. Auf der einen Seite der konservativ-liberale Block mit nationalen Tendenzen, auf der anderen Seite der Block (oh, jetzt muss ich vorsichtig formulieren), der sich eher für radikale Veränderung einsetzt mit leicht sozialistischen Tendenzen und mehr direkter Einflussnahme durch den Staat.

Wenn ich mir das Ganze so überlege: Eigentlich schade, dass aus der Jamaika-Koalition nach der Bundestagswahl nichts geworden ist. Das wäre doch spannend geworden….

Bauer Willi

 

 

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68 Kommentare

  1. für die christliche union sind macht und wirtschaftswachstumweiterhin wichtiger als menschenrechte und ein bewohnbarer planet und merkel stellt gezielt mit desinformation die interessen von lobbyisten über die eigene bevölkerung und die demokratie.

    das „reiche deutschland“ ist eine groko-wohlstandslüge. warum soll es den bauern anders gehen als dem rest der bevölkerung? in der eu sind die deutschen die armen würstchen:
    https://campogeno.wordpress.com/2019/05/02/sind-deutsche-nur-arme-wuerstchen/

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  2. Astorianer sagt

    Heute in den Nachrichten gehört, das die SPD sich um das Wohl der Paketzusteller für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne kümmern will auch um den Bürokratieabbau bei Kleinunternehmer und Gewerbetreibenden wollen sie sich kümmern. Ob die auch bei den Bauern für eine geringer Wochenarbeitszeit, für weniger Bürokratie und für eine bessere bezahlung ihrer erzeugten Nahrungsmittel sorgen, ich glaube eher nicht. Seit einiger Zeit bekomme ich täglich mehrere E-Mails von Compoceno. mich würde einmal interesieren, was für ein Verein das ist, die mit ihren Hassmails gegen die Landwirtschaft agieren. Ist das ein Ableger der Grünen oder der NGO,s ?

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    • bauerhans sagt

      bauern wählen ja auch nicht spd!
      die groko hatte gestern abend besprochen,dass paketunternehmen zukünftig für die sozialabgaben ihrer subunternehmer haften müssen.

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    • Thomas Apfel sagt

      Ich glaube die Kommentare von „geno“ beantworten deine Frage.

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  3. Stadtmensch sagt

    Nur so, weil ihr immer so schön von „Unseren Werten“ und Demokratie redet:
    https://www.abgeordnetenwatch.de/blog/2019-05-03/parteispenden-stopp-von-daimler-politik-im-panikmodus
    Deutlicher kann Schwarzgelb sein Demokratieverständnis nicht zur Schau stellen: „Recht auf Bestechung“ muss erhalten bleiben. Das wäre doch die Chance gewesen, nur seinem Gewissen verpflichtet zu sein?!

    Übrigens hält Albert Deß den Klimawandel nach eigenen Worten „für die größte Volksverdummung seit Jahrzehnten“. Für Glyphosat ist er sowieso – logisch.
    Ihr könnt also unbesorgt sein – die europäische Agrarpolitik ist in kompetenten Händen.

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    • Thomas Apfel sagt

      Politik kann nicht „nur dem Gewissen“ der Politiker verpflichtet sein. In Sachfragen ist Sachverstand gefragt. Hierfür gibt es die Wissenschaftlichen Dienste der Parlamente, die Sachverständigenräte usw.. Trotzdem war bislang die „Anhörung der Verbände“ Teil der Meinungsbildung und mit Grundlage wirtschaftlich sinnvoller politischer Entscheidungen. Einerseits birgt das natürlich die Gefahr von „Hinterzimmerentscheidungen“ an den Parlamenten vorbei, andererseits wurde so wirtschaftlicher Sachverstand eingebracht (der Politikern, Medien und NGO´s weitgehend abhanden gekommen ist). Lobbyarbeit war und ist bei allen politischen Entscheidungen mit im Spiel und das ist auch richtig so. Es ist nur so, dass im Moment entscheidend ist welche Lobbygruppe die Unterstützung der Medien findet. Die Lobbyarbeit der Wirtschaftsverbände und Berufsgruppenvertretungen verliert an Bedeutung, die der Sozialverbände, Naturschutzverbände gewinnt zur besseren Durchsetzung derer Wirtschaftlichen Interessen an Bedeutung. So gesehen geht tatsächlich auch die Ära der landwirtschaftlichen Verbände (DBV, ABL, ZVG) zu Ende. Möglicherweise ist es im Moment tatsächlich sinnvoller den Politikbetrieb durch eine Bauernpartei zu stören, auch wenn, oder gerade weil mit immer mehr kleinen Parteien das Durchregieren schwieriger wird. Für mich haben eher die „Großen“ Parteien ausgedient, da sie immer mehr zu einem „Einheitsbrei“ verschmelzen, insbesondere wenn sie an der Macht und nicht in der Opposition sind.

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      • bauerhans sagt

        Bauernpartei???
        drei bauern unter einen hut???
        nichtmal eine überbetriebliche zusammenarbeit klappt,obwohl die hochwirtschaftlich ist.

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        • Christian Bothe sagt

          Funktioniert im Osten bei den AGs hervorragend die Zusammenarbeit.Da kann der Westen noch etwas lernen!

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          • Eckehard Niemann sagt

            „Zusammenarbeit“ = Ex-LPG-Kader – jetzt als agrarindustrielle Chefs über vorwiegend Lohn-AK…

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            • Christian Bothe sagt

              Ach der H.Niemann : Bin ich übrigens auch, aber Ex -VEG Kader und konnte die Entwicklung in der DDR mit steuern und darauf bin ich nach fast 50 Jahren Tätigkeit als Manager in Ost und West stolz, was Sie nicht verstehen werden. Diese Betriebe sind heute erfolgreiche AGs und große Wiedereinrichter, auch wenn Ihnen das geborener Wessi nicht passt…

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              • Eckehard Niemann sagt

                Entscheidend dafür, wie man diese Entwicklungen findet.
                ist nicht, ob man gebürtiger Ossi oder Wessi ist – sondern, ob man für Bauernhöfe ist oder für Agrarindustrie-Konzerne…

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                • Christian Bothe sagt

                  Die Frage ist doch,welche Struktur wird die globalen Herausforderungen einer effektiven Nahrungsmittelproduktion am besten ergebniswirksam bewerkstelligen.Und da haben Großbetriebe die Nase vorn,denke ich.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Auch die SPD und die Grünen bekommen Parteispenden.

      Wer über die Firmen herzieht, bekommt weniger.

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  4. Astorianer sagt

    Ich bin froh das die FDP bei der Jamaikakollition die Reisleine gezogen hat, denn diese Grünen haben der Landwirtschaft schon mehr geschadet, als alle anderen Parteien, seit sie im Bundestag eingezogen sind. Diese Partei die uns Bauern immerzu an den Pranger stellt müsste verboten werden. Mich freut es, das mit der AFD eine Partei eingezogen ist, die das konservertiefe Lager stärkt. SPD, Linke und Grüne sind ja den Arbeiter und Angestellten verpflichtet und treiben mit ihren immer höherein Lohnforterunger und immer mehr Bio, Bauern und Selbständige immer weiter in Existensnöte. Ich wette es gibt unter Bauern und Selbständige, die mit Ihren vielen Wochenarbeitsstunden, den Mindestlohn nicht verdienen.
    In BW sind ja die CDU und Grünen am Ruder. Wenn ich im Fernsehen dann sehen muss, wie täglich Filmberichte von Bio- Bauernhöfen ausgestrahlt werden, konnte ich kotzen. Konvi- Bauern gibt es scheinbar nimmer.

    4+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Wenn ich zu einen sehe, wie die Medien kostenlose Werbung durchführen
      zum anderen die Absatzzahlen, da muss ich mich doch wundern.
      Wer sich von solchen Schlagzeilen und Eindrücken blenden lässt, erhält ein verzerrtes Bild. Die schönen Wachstumsraten stehen nur auf einer Seite der Medaille – auf der anderen steht die Relation: Wachstum ja – aber auf extrem niedrigen Niveau.
      Man siehe nur die Absatzzahlen von Fleisch und Wurstwaren.

      https://www.boelw.de/themen/zahlen-fakten/handel/artikel/umsatz-bio-2018/#lightbox%5B398%5D-2

      Die Schwarzwaldmilch nimmt keine neuen Betriebe mit BIO Milch mehr an, viele BIO Betriebe verkauft ein Teil seiner Rinder als konventionelles Fleisch, weil es im BIO Markt nicht absetzbar ist.

      1+
    • Reinhold Bonfig sagt

      Ich wette, es gibt unter „Bauern“ welche, die das bis zu Zwanzigfache des Mindestlohn (Direktzahlungen) vom Staat erhalten. Ich wundere mich schon, warum die Bauern dies einfach so hinnehmen, vielleicht weil sie selbst in der Mehrzahl mehr als den Mindestlohn vom Staat per Direktzahlung erhalten. Spreche mir nur keiner von den Bauern, dass sie Unternehmer seien. Nur wer auf die Direktzahlung verzichtet oder vom Staat, Kommunen oder anderen honoriert wird für gesellschaftliche, soziale und ökologische Leistungen, den betrachte ich als Unternehmer. Ansonsten sind Landwirte entweder Almosenempfänger, Mindestlöhner oder Abstauber, je nach Höhe der Direktzahlung pro Arbeitsstunde.

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      • Inga sagt

        Aber Reinhold,
        willst du die Bauern mit Mindestlohnbeziehern vergleichen?
        Gehörst du auch dazu?
        Sonst wäre es eine Beleidigung!
        Weißt du, was dazu gehört, einen Bauernhof zu führen.
        Von den Direktzahlungen muß er auch noch Betriebsmittel kaufen.
        Wenn du hier gut mitgelesen hast, dann weißt du genau, dass die Bauern gerne auf Subventionen jeglicher Art verzichten, wenn sie für Ihre Produkte nur ehrliche und gerechte Preise erzielen dürfen!

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Wow,
        jetzt habe sie es den Bauern aber gegeben!

        Sie „Wetten“, aber sind offensichtlich nicht Fähig die Angebote im Netz zu durchforsten.
        Bauern ist die einzige Berufsgruppe die ihre Einkünfte im Netz dargelegt bekommen.

        Im Betriebsjahr 2016/17 habe kleinere Betriebe (50 bis 100.000 Betriebsergebnis)
        19.184 Euro je Arbeitskraft verdient, das macht bei 3450 Arbeitsstunden 5,56 Euro Stundenlohn.

        Mittlere Betriebe (100 bis 250.000 Betriebsergebnis) 29.855 Euro je Arbeitskraft.
        Macht nach Adam Riese 8,65 Euro Stundenlohn.

        Große Betriebe (über 250.000 Euro Betriebsergebnis) 40.504 Euro je Arbeitskraft.

        Das macht einen Stundenlohn von 11,91 Euro.

        In diesen Betriebsergebnissen sind die Agrarhilfen eingerechnet.

        Zum Vergleich, unser jüngster Sohn tritt demnächst seine erste Arbeitsstelle an, Stundenlohn 32,35 Euro, bei 1700 Arbeitsstunden.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          „Zum Vergleich, unser jüngster Sohn tritt demnächst seine erste Arbeitsstelle an, Stundenlohn 32,35 Euro, bei 1700 Arbeitsstunden.“

          Natürlich nicht im Bereich Landwirtschaft.

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      • Bauer Willi sagt

        @Reinhold Bonfig
        Interessanter Denkansatz. Ich bin ja bekanntlich für die Abschaffung aller Agrarsubventionen. Habe ich hier schon öfter dargelegt. Statt dessen Erzeugerpreise die die Kosten wiederspiegeln. Das geht, aber nur mit Aussenschutz. Da will keine der Parteien, selbst Grüne und Linke, ran.
        Die Lebensmittel müssten dann aber teurer werden. Blöd für Niedriglohnempfänger.
        Wenn jemand von mir die von Ihnen genannten Leistungen haben will, kann er die haben. Ich kann gerne meinen gesamten Betrieb entsprechend bewirtschaften. Wie hoch ist der Deckungsbeitrag für Naturschutz? Ich bin Unternehmer.

        2+
        • Eckehard Niemann sagt

          Lieber Willi, außer bei Getreide und Ölsaaten haben wir immer noch einen Außenschutz. Vielleicht ein Thema für Dich?

          1+
          • Thomas Apfel sagt

            Wer ist „Wir“, Herr Niemann ? Und liegt das Problem des Außenschutzes für die deutsche Landwirtschaft nicht eher in Europa ?
            Unterschiedliche Sozialstandards und Löhne auf der einen Seite, und unterschiedliche, in Deutschland deutlich restriktivere (teurere) Einschränkungen im Pflanzenschutz. Medialer Druck zu mehr Ökolandbau entgegen der realen Marktentwicklung in Deutschland.
            Auch dies ist eine Folge der speziell im deutschsprachigen Raum aktiveren NGO´s. Ein Schelm, der dabei an die enormen Summen an Spendengeldern allein aus privater Hand denkt, die es so in anderen Ländern nicht gibt (allein in Deutschland über 5 Mrd € p.a.).
            Also zugegeben einen gewissen EU-Außenschutz über Standards gibt es schon, nur innerhalb der EU ist bis auf die Verrechnung über € für die deutschen Landwirte NICHTS einheitlich !

            3+
      • bauerhans sagt

        interessante meinung eines ehemaligen redakteurs einer landwirtschaftlichen/landtechnischen zeitung.
        verbitterung?

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  5. Eckehard Niemann sagt

    Die Parteien sind z.B. gegen Agro-Gentechnik aus ganz verschiedenen Gründen und aufgrund ganz unterschiedlicher politischer Grundüberzeugungen: wegen der drohenden Konzern-Dominanz, wegen der Bedrohung der Natur, wegen des drohenden Akzeptanz-Verlustes unserer Agrarprodukte – oder wegen des Schutzes angeblich alter (germanischer) Gene …
    Deshalb sind die Schlussfolgerungen aus den Antworten auf angebliche politische Lager unsinnig.

    3+
    • Eckehard Niemann sagt

      Noch ein Beispiel:
      Man kann aus ganz unterschiedlichen und sogar kontroversen Gründen für die Aufhebung der Sanktionen gegen Russland sein:
      Weil man die Schweinefleisch-Überschussproduktion dort wieder loswerden möchte,
      weil man als neoliberaler Freihandels-Fan gegen jeden staatlichen Eingriff in den Handel ist,
      weil man aus alt-sozialistischer Tradition weiterhin Russland unterstützt,
      weil man solche Sanktionen generell als hinderlich für Friedensgespräche hält,
      weil man bestimmte autoritäre Werte im aktuellen Russland auch für Deutschland befürwortet… usw…

      6+
      • Eckehard Niemann sagt

        Und gern noch ein Beispiel gegen die unsinnigen Politlager-Ableitungen:
        Gegen eine „vorrangige Förderung des Ökolandbaus“ kann man sein,
        – weil man als „Konventioneller“ den Ökolandbau ablehnt,
        – weil man den Ökolandbau toll findet und ihn vor geförderter Überproduktion schützen will,
        – weil man gegen jede Art von Tierhaltung (auch im Ökolandbau) ist.
        – weil man als Neoliberaler gegen jede Art von Subventionierung ist,
        – weil man das Fördergeld lieber in reine Naturschutz-Maßnahmen lenken will
        – weil man neben dem Ökolandbau gerade auch die Ökologisierung des konventionellen Landbaus voranbringen möchte , ….

        6+
        • Thomas Apfel sagt

          Welche Partei ist denn „gegen eine vorrangige Förderung des Ökolandbaus“?
          Diese Förderung ist doch Konsens uns gelebte Praxis über alle Parteien.
          Nochmal zur Erinnerung: Tierische Produkte aus dem ÖKO-Bereich sind mit 432,91 €/t gefördert, in der modernen Landwirtschaft mit 76,27 €/t.
          Das heißt, die Öko-Förderung auf die tierischen Produkte ist 5,7 mal höher als bei Produkten der modernen Landwirtschaft.
          Öko-Getreide ist mit 160,46 €/t Steuergeldern gefördert, für Getreide aus der modernen Landwirtschaft liegt der Anteil Steuermittel bei 41,66 €/t. Auch hier ist also der Anteil Steuergelder am Öko-Produkt 2,5 mal so hoch (Stand 2016). Nach den vorliegende Vorschlägen zur Umgestaltung der GAP (NABU,BÖLW) würden dann tierische Ökoprodukte rund 10 mal mehr Steuergeld enthalten und Getreide 5 mal mehr als Erzeugnisse moderner Landwirtschaft. Und das Ganze bei einem Marktanteil (materiell) von 2,5 % bei Lebensmitteln aus einheimischer Öko-Produktion.
          Genau aus diesem Grund gibt es zur Zeit nicht eine der vielen Presseerklärungen des BÖLW, die nicht auf einen „gewillkürten“ Anspruch auf GAP- Mittel für ÖKO abhebt. Darin werden die o.g. Verbände von den Linken Parteien voll unterstützt und genau das belegt der Test von Bauer Willi.

          13+
        • Bauer Willi sagt

          Die Thesen sind so wie sie sind. Für mich als Landwirt ist es auch unerheblich, aus welchen Gründen die eine oder andere Partei gegen oder für etwas ist. Zum Schluss endet es in einem Gesetz oder Verordnung und damit habe ich mich zu arrangieren. Ob die Sanktionen bleiben oder aufgehoben werden, hat Einfluss auf den Markt und die Preise. Gleiches mit der Förderung des Öko-Landbau.

          4+
      • Obstbäuerin sagt

        … oder weil es einfach das Sinnvollste für normale Beziehungen zwischen Handelspartnern wäre.

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  6. Eckehard Niemann sagt

    Lieber Willi,
    es ist schon mehr als abenteuerlich, wenn Du Deinen individuellen Antworten-Cocktail für Rückschlüsse auf die Antworten-Aufteilung und sogar auf die angeblichen politischen „Lager“ nutzt.
    Schuster, bleib bei Deinen Leisten oder mache Dich auch in dieser Sache erstmal klüger…

    4+
  7. Eckehard Niemann sagt

    Lieber Willi,
    Du hast offensichtlich eine ganz wesentliche Aussage innerhalb dieses Tests übersehen bzw. nicht genannt bzw. nicht beachtet:
    „Hohe Übereinstimmungen Ihrer Antworten mit mehreren Parteien bedeuten nicht zwangsläufig eine inhaltliche Nähe dieser Parteien zueinander.“

    2+
        • Obstbäuerin sagt

          Auch ein schönes Beispiel ist die Frauenquote. Die Begründungen dafür, diese nicht zu befürworten sind sehr unterschiedlich aber haben alle ein Ziel – nicht so viele Frauen an Positionen, die gut bezahlt auch von Männern ausgeübt werden können. Ob ich jetzt die Frauen einfach vor Überlastung schützen möchte oder sie als Konkurrentin ausschalten will, ändert nichts am Ergebnis – da gibt es dann Übereinstimmung.

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          • Eckehard Niemann sagt

            Ja, da gibt es dann evt. eine formale (und politisch wirksame) Übereinstimmung in dieser einen Frage. Aber die daraus folgenden – ganz wichtigen – Argumentationen zur Veränderung dieser Positionen – müssen je nach politischem Beweggrund völlig unterschiedlich aussehen.

            2+
            • Obstbäuerin sagt

              Was für einen Wähler haben sie denn da im Blick, Herr Niemann? Er soll sich nicht damit zufrieden geben, dass die Partei, die er wählt, sein Problem lösen will – er soll auch noch die Winkelzüge erfassen, die von der Partei vollzogen werden und vielleicht das Gegenteil von dem bedeuten, was gesagt wird. Aus Erfahrung weiß der Wähler doch sowieso, dass Wahlversprechen ein sehr kurzes Mindesthaltbarkeitsdatum haben.
              Hier mal eine Walempfehlung: Schwimmt nicht an Japan vorbei, die wollen euch essen.

              5+
  8. Ottmar Ilchmann sagt

    Dass die Jamaika-Koalition nicht zustande gekommen ist, ist wirklich bedauerlich. Gerade für den Bereich Landwirtschaft wäre es glaube ich gut gewesen, wenn sehr unterschiedliche politische und gesellschaftliche Kräfte zu einem Kompromiss „gezwungen“ worden wären. Vielleicht hätte uns Landwirten das einen tragfähigen gesellschaftlichen Konsens und die ersehnte Planungssicherheit gebracht.

    3+
    • Christian Bothe sagt

      Gottseidank, das die FDP hier den Rettungsanker für die hiesige LW geworfen hat! Die Grünen und deren Vasallen von NGO’s mit ihren „weltverbessernden“ landwirtschaftsschädlichen Ansichten in der Regierung…nicht auszudenken!

      3+
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Letztes Jahr hat in einem tiefen Tal im Schwarzwald ein FDP Politiker gemeint, 35 Cent für den Liter Milch wäre ausreichend.

        0
        • Inga sagt

          Für den Verbraucher oder den Erzeuger?
          Bestimmt Erzeuger.

          Ja, die jungen Politiker bewegen was.

          Von den GRÜNEN bin ich auch entäuscht, habe doch vor 40 Jahren geglaubt, dass sie eine richtige Bauernpartei wird.

          Keine hat mehr Verständnis und Ahnung von den Schwierigkeiten wie man
          aus der Natur Produkte holt ohne sie zu schädigen, wie diese Partei.
          Als Partei weiss sie sie natürlich besser als all die anderen, wie man das in den Preis mit einbindet, so das sich die ökologischen Schäden in dem Preis für das Endprodukt widerspiegelt.

          Alles andere ist die Ausnutzung der Natur.
          Na und vielleicht noch der Bauernfamilie.

          Auch eine Soziale Ausnutzung, wie wir die Näherinnen in Bangladesch und anderswo in der Welt ausnutzen?

          1+
        • Inga sagt

          Was ist lustig daran?
          Ich dachte sie wäre eine Partei für Unternehmer, oder?
          Ist ein Bauernhof kein Unternehmen ?

          Ausserdem kümmert sich ein Regionalpolitiker um alles in der Region, was relevant ist.
          Und ein landwirtschaftliches Unternehmen weniger als 35 Cent pro Liter Milch bekommt, kann es den Unterhalt für die Kühe im Stall nicht mehr leisten, wer soll dann die Wiesen und Weiden in der Region Schwarzwald ökologisch in Schuss halten?

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        • Christian Bothe sagt

          Den können Sie wohl nicht leiden,H.Niemann? Für mich der fähigste Politiker seit langem und gut, das er die Jamaika-Gespräche so abrupt beendet hat.

          3+
  9. bauerhans sagt

    die etablierten parteien haben grosse angst davor,dass die rechten sich im eu-parlament zusammenschliessen und 30% erreichen.
    herr plasberg versuchte gestern abend (hartaberfair) einen wirklich harmlosen afd-mann aus essen/dortmund als gefährlich hinzustellen,weil der vorher spd-mitglied gewesen und als ehrenamtlicher busfahrer aus der awo ausgeschlossen war.
    die etablierten haben angst um ihre pfründe.

    5+
    • Obstbäuerin sagt

      Und genau aus diesem Grund wäre es sinnvoll, eine Bauernpartei gründen zu wollen. Die Angst, noch mehr Wähler durch eine Zunahme der zu wählenden Parteien zu verlieren, würde mit Sicherheit dazu führen, dass unsere Branche bei der einen oder anderen Partei wieder Gehör für die tatsächlichen Probleme der Landwirtschaft findet.
      Auf den Wahlplakaten in unserer Gegend sind nur noch Personen abgebildet – kaum noch Sachthemen, außer AfD und Grüne. Die Kandidaten sind völlig unbekannt, so dass man gar nicht weiß, wofür sie stehen. Wahlkampf findet sehr verhalten statt – ist ja auch egal. Die Europawahl ist bei uns mit der Kommunalwahl verkoppelt, damit eine vertretbare Wahlbeteiligung abgesichert ist. Persönlich fühle ich mich von niemandem mehr vertreten und sehe mit Schrecken dem Wahlergebnis entgegen.

      1+
      • Lieschen Müller sagt

        Erinnerst du dich noch an die DDR-Bauernpartei DBD? Haben die sich dann eigentlich aufgelöst?

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        • Obstbäuerin sagt

          Soweit ich das in Erinnerung habe, sind die Mitglieder der LDPD und der NDPD in die FDP gepurzelt ohne es zu merken, die Mitglieder der Bauernpartei und der CDU in die bestehende CDU-West. Es nannte sich Fusion, war aber eher eine Übernahme. LDPD und NDPD verschwanden von der Bildfläche. Die SPD gründete sich im Osten neu – da wanderten auch von allen Parteien welche hin.

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          • Stadtmensch sagt

            Ohne großartige Stasi-Untersuchung wohlgemerkt. Die waren sicher alle sauber 😉

            Und jetzt hocken die ganzen Schwarzen Strippenzieher wieder an den Schalthebeln (Peter Jahr und sein Kumpel Thomas Schmidt. Allesamt Spitzenreiter bei den Nebeneinkünften und mit massig Hektar Eigentum an landwirtschaftlicher Produktionsfläche natürlich gegen „Öffentliches Geld für Öffentliche Leistungen“. Die verfolgen ihre eigene Agenda, da kann der Wähler auf und nieder springen. So funktioniert marktkonforme Demokratie. *nurnochzumabwinken*
            Sollen sie doch ersticken an ihrer Kohle…kein Neid…ehrlich

            4+
            • Obstbäuerin sagt

              Stadtmensch, die Stasi hat im Leben von 95% der DDR-Bürger keine oder eine marginale Rolle gespielt. Wer zu den 5% zählt, sieht das natürlich aus einer anderen Perspektive aber das ändert nichts an den Fakten.

              3+
              • Christian Bothe sagt

                Sehr richtig die Bemerkungen zur Stasi.Manchmal kommt es mir so vor als wenn die DDR nur von Stasi beherrscht wurden ist nach Auffassungen von einigen Wessis (Stadtmensch?). Viele hatten und haben eben eine gute Ausbildung und haben Theorien von Marx und Engels schnell praxiswirksam umgesetzt und das mit Erfolg…Gelernt ist eben gelernt, da braucht kein Neid aufzukommen,lb.Stadtmensch.

                0
    • Inga sagt

      Also wirklich,
      da wurde dem harmlosen Afd-Mitglied Unrecht getan, zumal er erklärt hatte, dass auch die muslimischen Mitbürger in seinem Stadtviertel Angst vor der radikalen Islamisierung haben und er nannte dann sogar das Beispiel Iran und sein Schicksal vor ca. 40 Jahren.

      Unser Volk hat doch auch schon mal so eine Radikalität durchleben müssen, war das gut?

      Das Wort ist für mich negativ besetzt, weil die 68iger (eher links) es immer mit dem Hitlerreich verbunden haben und mir erklärt, dass es demokratiefeindlich ist.
      Wollen ihre Nachfolger nun mit den gleichen Mitteln handeln?

      1+
  10. Thomas Apfel sagt

    Das ist ja interessanter als jede Meinungsumfrage. Die Anpassung der SPD und der Partei Die Linke im Bereich der grünen Themen an die Positionen der Grünen führt dazu, dass die Parteien kaum noch zu unterscheiden sind. Wir haben einen jungen Linken als Bürgermeister, der macht mit den Klimahüpfern eine Radtour zum Tierwohlstall des Landwirtschaftsbetriebes des Wichernheimes, um den Kid´s zu erklären wie nachhaltige Landwirtschaft funktioniert. Der Landwirtschaftsbetrieb dient der Behindertenbetreuung und ist bezüglich der Arbeitskräfte zu 100 % subventioniert. Den 6.000 ha Ackerbau und Viehzucht im Stadtkreis und ihren konventionellen Bewirtschaftern steht eher ablehnend gegenüber.
    Jamaika wäre wirklich schön gewesen, da hätten die Grünen sich angepasst und wären bei sozialen und Verteidigungspolitischen Themen zur CDU/CSU gerückt, wo sie auf diesen Feldern ja auch stehen.

    2+
    • Inga sagt

      Ja Thomas,
      Jeder hat eine andere Lebenssituation, und die Bauern eine besondere!

      Aber die Bergleute als Arbeitnehmer im Ruhrgebiet auch!
      Die haben eben ihre eigene Geschichte in Gewerkschaft und Politik, eine eigene Sozialisierung in Europa. Sie lieben diese und haben die Gastarbeiter der 50iger und 60iger voll integriert. Und die später gekommen sind bestimmt auch!

      So,
      Nun dürfen die doch wohl gemeinsam ihre Ängste artikulieren, oder nicht?
      Wenn das mit den etablierten Parteien nicht zu schaffen ist, dann muss eine neue her, sie darf nur nicht radikal sein …
      Und was man von Guide Geil gestern Abend gehört hat, ist er nicht. Er hat individuell argumentiert und Isabell Schayani allgemein. Hat sich hinter allgemeinen Argumenten versteckt.

      Wir wollen aber Vielfalt in unserer Demokratie, denn wir sind vielfältig, oder?

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      • Altbauer Jochen sagt

        Vielfältig sind und waren wir schon immer in Deutschland.
        Wir haben 16 Länder mit unterschiedlichen Regionen,
        ihrem Brauchtum, ihrer Sitten und sprachlichem
        Eigentum. Gemeinsam ist uns allen die Besinnung
        auf gewachsene Grundwerte (auch wenn so manche
        ihren Individualismus über alles stellen)
        Wir brauchen nicht alle entweder in Lederhosen
        oder im Seemannspullover herumzulaufen um trotzdem
        ein Zusammengehörigkeits Bewusstsein zu haben.
        Ob das für alle gilt die aus gänzlich anderen Kulturen
        zu uns kommen und ihre Mentalität kaum ändern wollen
        -oder können bezweifle ich.
        Vielfalt ist schön, man darf nur nicht die Orientierung verlieren.

        2+
        • Inga sagt

          Ja aber nur aus solchen Kulturen, die tyrannisch geprägt sind und keine solche Vielfalt zulassen
          Bei denen das Regime bis in die Religionszugehörigkeit greift, oder Altbauer Jochen?

          Man muss auch gewöhnt sein mit unserer Freiheit umzugehen.
          Wer das nicht kann, der läuft Gefahr alles wieder kaputt zu machen.
          Oder unsere gewachsene Kultur der Freiheit mit ihrer und so mit mit Unfriedenit zu überziehen.

          Davor haben viele Leute Angst!!!

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        • Inga sagt

          Wie war denn diese Vielfalt vor dem 2WK zu spüren oder was hatte sie da für eine Bedeutung?
          Es geht nicht um die verschiedenen Kulturen, sondern um das Zusammenwachsen und gegenseitiges respektieren.
          Die Bayern respektieren die Östfriesen auch! Und bilden mit den Schwarzwälder und den Sachsen u.a. eine Bundesrepublik.

          Aber geht das mit den Ayatollahs auch, wenn die hier mal politischen Einfluss nehmen sollten?

          Die Angst der Bürger in Essens Norden.

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  11. Lieschen Müller sagt

    Leider gibt es nie eine Partei, die alles so macht, wie man es will. 🙂
    Man müsste also doch eine neue Partei gründen. Bei den Grünen stört mich die ganze Verehrung der Religionen, bei den Linken die Zustimmung zur weltweiten Migration, bei der SPD der Kampf um Arbeitsplätze in der Kohle und Automobilindustrie, bei der FDP das Gerede von „Leistung muss sich lohnen“, bei der CDU ist es wieder das „christlich“ und über die AFD brauchen wir gar nicht reden.
    Was gäbe es denn noch?

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    • Bergbäuerin sagt

      Eine Partei, die sich Regierungsverantwortung zutraut, muss ein halbwegs realistisches Bild davon haben, wie man die zahlreichen Interessen ausgleicht. Das Problem dabei ist genau das, was Willi unter „Enkel-tauglich“ geschrieben hat. Eine wirkliche Lösung für alles gibt es nicht, irgendjemand muss immer Federn lassen.

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    • Inga sagt

      Warum stört dich bei den GRÜNEN die Verehrung der Religionen?

      Die respektieren die eher, sie lassen sie im Sinne der Religionsfreiheit ohne irgendwelche Vorurteile eher zu.
      Das war wohl früher auch in unserem Lande nicht so einfach.
      Ausserdem wenn man sich mit anderen Religionen beschäftigt, lernt man andere Kulturen besser kennen und kann mit ihnen besser umgehen.
      Und kann danach handeln, auch politisch, .

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  12. Jörg 68 sagt

    Das Problem der Unterschiedlichen Weltanschauungen wird ja bei Koalitionen mittlerweile ausgeblendet…..man verhandelt zum Teil nicht mehr über Sachthemen sondern jede Partei bekommt Sachgebiete zugewiesen und darf dort frei schalten, während der Koalitionspartner andere Sachgebiete hat..Ein Musterbeispiel ist die Koalition in Hessen! Die Grünen haben klare Politikfelder wo sie schalten und walten können und die cdu auch….so gibt es keinen Streit, aber die Parteien geben zum Teil ganze Kompetenzfelder auf mit Demokratie hat das dann nicht mehr viel zu tuen…

    4+

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