Wenn sich ein Marktsegment für den Lebensmittelhandel nicht mehr lohnt, kündigt er die Verträge. Dass dies aber beim Thema Tierwohl passiert, ist schon bemerkenswert. Schlimm nur, dass die Bauern, die in gutem Glauben in höhere Haltungsstufen investiert haben, nun möglicherweise auf ihren Kosten sitzen bleiben. Und die sind nicht trivial.
Hier ein Auszug aus top agrar:
Der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) bleibt bei seiner Linie: Der Absatz von Schweinefleisch aus den höheren Haltungsformstufen 3 und 4 (HF) soll weiter steigen. Das Kaufinteresse der Verbraucherinnen und Verbraucher ist groß, betonen die Handelskonzerne. Besonders sicher scheint man sich beim Discount zu sein. Aldi Süd beispielsweise hält laut eigener Aussage an seinem Ziel fest, bis zum Jahr 2030 auf 100 % HF 3 und 4 umzustellen.
Die Händler fordern Schweinehalter auf, weiterhin in neue Tierwohlställe zu investieren. Der LEH sorge schon dafür, dass das Fleisch vermarktet wird. Was sich auf den ersten Blick für alle Beteiligten nach einer Win-win-Situation anhört, droht am Ende zum finanziellen Bumerang für Nutztierhalter zu werden. Denn das Tierwohlversprechen des Lebensmitteleinzelhandels bekommt erste Risse. Einige Händler zweifeln offensichtlich daran, dass Schweinefleisch aus höheren Haltungsformstufen der Renner wird.
Edeka Regionalgesellschaft kündigt Tierwohlverträge
Mit Edeka Nordbayern-Sachsen-Thüringen hat jetzt ein erstes Schwergewicht bestehende Tierwohlverträge für HF 3-Tiere mit Ferkelerzeugern und Schweinemästern gekündigt, die auf Basis von Vollkosten abgeschlossen wurden. Laut Edeka ist diese Form der Abrechnung für den Handel nicht rentabel. Der Preisabstand in der Fleischtheke sei zu groß, die Verbraucher greifen lieber zu Fleisch aus HF 1 und 2.
Auf der Seite von Edeka ist von einer Kündigung nichts zu lesen:
„Eine tragende Säule der Bauernschätze-Familie sind unsere Landwirtinnen und Landwirte: Sie engagieren sich neben der eigentlichen Arbeit im Stall ganz konkret für mehr Tierwohl. Das verbessert nicht nur die Tage und Nächte der Tiere auf dem Hof: Schmackhafteres Fleisch kann zu bewussterem Konsum verführen, der Fokus auf die Region schont zudem die Umwelt. Als Rückendeckung gibt’s von EDEKA langfristige Verträge, faire Entlohnung, garantierte Abnahmemengen. Insgesamt arbeiten wir mit Landwirtinnen und Landwirten aus fünf Regionen zusammen.“
Edeka sollte also schnellstens seine Homepage ändern.
Mir liegt es fern, Verbraucherbashing zu betreiben. Verbraucher verhalten sich rational. Bei gefühlt knappem Geldbeutel kaufen sie das, was gut und billig/preiswert/günstig ist. Dem Produkt kann man Tierwohl nicht ansehen, deshalb tritt dieser Aspekt in den Hintergrund. Man nennt dies auch „attitude-behavior-gap“, der „die Diskrepanz beschreibt zwischen dem, was eine Person denkt oder sagt, und dem, wie sie tatsächlich handelt.
Hier die Links zu dem obigen Text
https://www.topagrar.com/schwein/news/tierwohl-story-des-leh-zeigt-erste-risse-a-20025892.html


“ Wir lieben Lebensmittel “ Wenn aber die Marge nicht passt, sind uns der Bauer ,und das
herbei gerededte Tierwohl egal. Das ist unterste Schublade. Ich halte mich jetzt zurück.
Aber erinnert euch einfach an die lange gelaufene EDEKA Werbung mit den “ Supergeilen
Hammerpreisen “ und den …………. Typen auf dem Plakat ,dann wisst ihr was ich meine.
Moin
Es begab sich in einer fernen Zeit.
Da hat sich unsere Meierei dafür entschieden (Adelbyer, Flensburg), die Milch nach Fetthärte zu bezahlen.
Möglich wurde dies durch Zufütterung von gequeschter Rapssaat.
Die daraus entstandene Butter war wesentlich leichter streichbar.
Der Handel hat sie dann sehr hoch ausgepreist.
Absatz weg, Umsatz weg, Programm Ende.
Hallo Willi
Letztendlich ist es in Deutschland so, dass sich die Preise anpassen müssen
Sei es Gentechnik Aufschlag, der Aufschlag für höhere Haltungsformel die so minimal werden da bereits jetzt schon genügend Angebot vorhanden ist
Bei unserer Molkerei wird man im Schnitt auch nur noch 1,5 Cent pro Kilogramm Milch bezahlen für höhere Haltungsformen da mittlerweile genügend Milch auf dem Markt ist
Wenn man es genau nimmt werden die Biopreise auf Dauer auch eher in den konventionellen Preisrahmen gepresst werden. Das gilt besonders für pflanzliche Nahrungsmittel. Gerade auch das Problem der Logistik und der Verarbeitung verursacht schon höhere Kosten für den Erzeuger, das ihm im Geldbeutel fehlt
Das klingt nicht nach einem überzeugenden Gebrauchtwagenverkäufer. Die Milch da würde ich vielleicht auch nicht nehmen.
https://weact.campact.de/petitions/tierwohl-lohnt-nicht-boykottiert-edeka-nordbayern-sachsen-thuringen?source=rawlink&utm_medium=recommendation&utm_source=rawlink&share=332eaea1-234c-4a2c-a4d4-5c5a6da23d6f
Aninova, alias deutsches Tierschutzbüro. Sehr seriös.
https://gerati.de/2023/11/07/jan-pfeifers-pr-kampagne/
Wie geht’s dem Pfeifer, der nie gearbeitet hat, auf seinem Spenden finanzierten „Gnadenhof“ denn so?
Das ist ja nicht das erste Mal, dass der LEH erst mit Preisaufschlägen die Produzenten lockt, und dann nach erfolgten Investitionen im Regen stehen lässt. Auch in meiner Biozeit in den 90‘er musste ich das erleben. Danach setzten der LEH verstärkt auf die Verschärfung der staatlichen Haltungsvorschriften. Nach dem Motto: „Warum sollen wir mehr bezahlen, wenn es automatisch zum gesetzlichen Standard wird?“
Resultat davon: Wir importieren inzwischen massiv Ferkel, weil es in Deutschland unmöglich gemacht wurde kostendeckend zu wirtschaften!
Es ist schon über 35 Jahre her, da hatte ich auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt ein Spanferkel im Brötchen vom Holzkohlegrill gegessen, das mir als Referenz bis heute in Erinnerung geblieben ist, denn bislang kam da kein einziger Gyros oder gar Billigdöner auch nur annähernd heran. Das, was sich heutzutage Fleisch nennt, kannze normalerweise nur noch unter Wurst verbuchen.
Wogegen ja nichts zu sagen ist. – Z.B. bietet der woke Edeka auch Geflügelfleischwurst für 2,40 € an, für das riesige 400 g-Stück, oder fettiges „Jägermett“ (haha), im handlichen Batzen für unter 1,50 €. So kriegt selbst der gierigste Bettelpunk vorm Edeka nach einer halben Stunde Schnorren noch ein Brot mit Wurst drauf zusammen.
Versprechen des LEH, Tierwohl über einen fairen Auszahlungspreis zu ermöglichen? Da kann ich nur lachen. Vor 30 Jahren schon habe ich mit dem Metrokonzern über den Anbau von Himbeeren im geschützten Anbau in größeren Einheiten gesprochen. Der Einkauf hatte erkannt, dass Qualität mit gesichert geringen Abschriften nur mit einem solchen Anbau abzusichern ist. Mein Vorschlag einer Beteiligung am Aufbau der Anlage oder alternativ ein für mich kalkulierbarer/festgeschriebener Preis wurden aber vehement mit Hinweis auf den Tagespreis abgelehnt. Mir wurde dabei sehr klar vor Augen geführt, dass auf den Handel kein Verlass ist. Ohne gesicherte Kostendeckung ohne Vertrag/Beteiligung/Staatszuschüsse dürfen keine Investitionen mehr verbrannt werden. Was uns Bauern in die Knie zwingt, zeigt sich jetzt auch deutlich in Industriebetrieben und Gewerbe. Tut endlich etwas POLITIK.
@sg
“ Tut endlich etwas POLITIK“.
Machen sie doch schon. Gerade ging durch die Nachrichten, dass die Beamten in Brandenburg, rückwirkend ab 01.01.2026, eine ca. 20%ige Besoldungsaufstockung bekommen sollen. Beim einfachen Studienrat macht das schlappe 1000€/Monat aus. Augen auf bei der Berufswahl, kann man da nur sagen.
Wenn ich jetzt unter Konsumentenwunsch nicht Niedrigpreis meine, sondern Tierwohl, Nachhaltigkeit, Arten- und Klimaschutz, dann wird in Österreich in der öffentlichen Kommunikation der Hauptfokus immer dorthin gelenkt, wo es diesbezügliche Fortschritte gibt, auch wenn die Fortschritte klein sind. Das geschieht in einem Ausmaß, dass ein diesbezügliches Bauernvorbild schon mahnt, bei der Wahrheit zu bleiben:
https://www.youtube.com/watch?v=RDyPvvMjhBI
In diesem Blog wird der Hauptfokus dorthin gerichtet, wo die Umsetzung der Konsumentenwünsche nicht funktioniert bzw. am Preisbewusstsein der Konsumenten scheitert; und es wird dem Konsumenten vor allem vor Augen geführt, wo er unrecht hat. Und dann wundert man sich, wenn der Graben Bauer-Konsument immer größer wird und nicht kleiner.
Natürlich hat der Konsument oft nicht recht und übernimmt auch zu wenig Verantwortung. Aber die Kommunikationswissenschaft sagt uns, dass Kritik in Reinform nicht angenommen wird. Man empfiehlt die so genannte Sandwich-Methode: Zuerst übermittelt man dem Gegenüber, was man an ihm schätzt. (Da gibt es immer etwas, aber es braucht Disziplin, den Fokus dorthin zu richten) Darauf folgt die Kritik. Und dann kommt ein Ausdruck der Zuversicht, dass der Kritisierte sich bessern wird.
Ein Bsp von heute bei Edeka Einkauf. Verschiedene Joghurt Angebote 500 ml Glas Bio und klassisch ohne Bio Auslobung
Marke A klassisch 2,49
Marke B klassisch 1,11 Sonderangebot
Bio Logo Molkerei und Logo Bioland 2,49 Euro
Bio Logo Molkerei und Logo Demeter 2,09 Euro
Edeka Bio regional (Landkarte Bundesland, Bio Schrift groß, Edeka Schrift klein) 1,49
Der Inhalt der 5 Gläser laut Kennzeichnung vergleichbar auch augenscheinlich die Gläser. Einziger Unterschied die Aufmachung Etikett und der Preis. In D werden alle Milch Produkte gekennzeichnet also kann jeder sehen wie diese zusammengesetzt sind. Selbstverständlich ist der Verzehr aller unbedenklich da alle Stufen kontroliert werden.
Wer aufgrund seiner persönlichen Einstellung und Marketingmassnahmen mehr Geld für gleiche Qualität/Zusammensetzung aus geben will kann das gerne tun.
Übrigens die Milch für die drei Bio Joghurte (Demeter, Bioland, Edeka Eigenmarke) wurde in der gleichen Molkerei verarbeitet. Lt web page der Molkerei bezieht sie ihre Rohware Milch aus verschiedenen Bundesländern. Wie seriös hier wer handelt das muß jeder für sich entscheiden.
Schade, dass Landwirte nicht streiken können….
Im Grunde denke ich, dass es nicht parallel 4 „gleiche“ Produkte mit unterschiedlichem Preis geben kann. Ich finde zwar, dass man einen Unterschied schmeckt, aber den meisten wird das nicht auffallen. Also muss eine Vorschrift regeln, was erlaubt ist, und was nicht.
Geschmack ist rassebedingt und nicht auf die HF zurückzuführen. Etwas Einfluss kann auch die Fütterung haben, da hier aber sowohl Konventionell als auch Bio Getreide füttern und keine Eicheln, Kräuter oder sonstwas hat höchstens noch der höhere Fettanteil einen Einfluss. Aber der ist ja verpönt
Ein Kollege hat eine Flugbegleiterin in der Verwandtschaft. Sie meinte, mit den paar Plätzen aus der ersten Klasse wäre der Flug schon fast bezahlt. Wenn man jetzt einen Kult um Qualitätsparameter (Narrativ, schöne Erzählung garniert mit Wissenschaft) veranstalten würde, dass das Kilo Schweinefleisch ab 30 Euro aufwärts seinen Preis wert ist (Fettsäureprofil, pH, Stresslevel, IMF, etc…), dann haben wir eine an gesellschaftliche Verhältnisse angepasste „schöne“ Schweinehaltung im Hochpreisstandort.
Soweit, so sinnlos, mein Geschreibsel.
Die meisten wollen einfach nur satt werden und schlafen, damit sie am nächsten Tag wieder halbwegs fit ins Hamsterrad springen können.
Auch der Staat schafft nicht gerade vertrauensfördernde Maßnahmen:
https://www.topagrar.com/schwein/news/mehrkostenforderung-wann-kommt-das-geld-fur-2025-20026679.html
Einige wenige haben es geschafft, die Förderzusage zu erhalten. 2/3 davon warten Mitte 2026 noch auf das Geld für 2025, für das sie in Vorleistung gegangen sind. Und gehen für 2026 gerade auch wieder in Vorleistung.
Und das in Zeiten, wo wir in der Hochsaison jedem Ferkel und jedem Schwein beim Verkauf 20,- EUR an den Schwanz binden
Wenn ihr selber nicht bio produzieren wollt, kommt es halt aus Österreich.
https://stmk.lko.at/bio-schweine-und-bio-gefl%C3%BCgel-einstieg-hat-zukunft+2400+417743
Und wir haben halt Politiker, die die höheren Preise in Österreich im Sinne der Bauern verteidigen
https://www.youtube.com/shorts/LvnENZvgk5A
In D sind rund 10 % der Verbraucher bereit, nachhaltig einen deutlich höheren Preis für Haltungsstfen 3, 4, oder 5 (Bio) zu bezahlen. Nicht mehr und nicht weniger!
Das Problem ist, dass man die Masse der Schweinehalter nicht für die übrigen 90% produzieren lassen will. Man treibt die Kosten in die Höhe, man setzt immer höhere Hürden im Baurecht. Der volkswirtschaftliche Schaden für die ländlichen Räume in D ist enorm. Und das ist der Skandal, für den Politik, Handel und Teile der Medien u.a. wegen der extremen Moralisierung (nicht nur) der Landwirtschaft verantwortlich sind.
@all
Bei meinem aktuellen Stallbauvorhaben werden, nach Vorgabe durch die Statiker, 25% mehr Baustahl (relativ) verarbeitet als bei einem fast identischen Bauvorhaben von 2018. Wieso, habe ich gefragt. Das sind neue Vorgaben, bekam ich zur Antwort. Tatsächlich musste die Statik zweimal nachgearbeitet werden. Immer wieder stiegen die Dimensionen und Massen, beim Stahl. Die Baukosten steigen in der Summe um 70%, gegenüber 2018.
Das passiert, wenn die aktuelle Generation „Fachkräfte“ bequem Werte in Masken von Konstruktions-Software eingibt. Oder die KI fragt.
Wer hat noch die Zeit oder die Fähigkeit, an ein paar neuralgischen Stellen analytisch zu rechnen? Wer will Verantwortung übernehmen? Niemand?
Da machen wir eben Sicherheitsfaktor 3 aufwärts…
Kemetbauer,
guck mal nach, wie Dein Gebiet eingetragen ist.
Wir haben auch ’ne Menge Stahl verbrauchen „dürfen“, weil wir plötzlich im Erdbebengebiet lagen – warum auch immer?!
Der Artikel ist leider nicht lesbar. Das Bio Zukunft hat, wurde hier auch versprochen. Fakt ist: hat es nicht, nur in der klitzekleinen Nische. Schau mal, was in der Schweiz los ist. Vor gar nicht langer Zeit für ihre Haltungsform in den Himmel gehoben, steckt sie jetzt in einer tiefen Schweinekrise.
Bei uns ist bei Schweinen der Bio-Markt auch sehr klein, etwa 3%, aber ziemlich stabil bzw. sehr langsam wachsend. Der Wert dieses Sektors wird unter anderen darin gesehen, dass die konventionelle Landwirtschaft davon lernen kann:
https://www.youtube.com/watch?v=ZkVM-BcmOFU
In Österreich beträgt der Preisaufschlag bei Bioschwein etwa 65% gegenüber konventionell, in Deutschland 100%. Der Grund ist, dass Österreich schon sehr effiziente Vermarktungsstrukturen aufgebaut hat, Deutschland nicht. Wo ein Wille ist, da ist ein Weg. Und wenn ich hier diese Blogbeiträge lese, dann kann ich halt auch keinen besonderen Willen erkennen. Bei uns werden die Vorstellungen der Konsumenten halt ernster genommen, auch wenn es den citizen/consumer – gap natürlich trotzdem gibt.
Hä, sehr effiziente Vermarktungsstrukturen bei einem Marktanteil von 3%? Man kann jetzt sagen, dass das mehr als Doppelt so viel ist wie hier, aber das Doppelte von Nichts ist halt immer noch Nichts
Lernen kann, wie man es nicht machen sollte – meinst Du wohl Elisabeth!
Es gibt für mich keinen vernünftigen und wissenschaftlich nachweisbaren Grund für Bio-Schweinehaltung. Alles nur subjektive Empfindungen, die man da „hineinlegt“.
Also sind Konsumentensicht und Bauernsicht unvereinbar. Na, viel Erfolg!
Wieso, der Konsument zeigt uns doch jeden Tag beim Einkaufsverhalten was er wirklich möchte – und das ist offensichtlich nicht Bio. Ansonsten würde doch EDEKA nicht wegen Absatzproblemen die Reißleine ziehen. Ideologie alleine trägt eben nicht.
@JD
Hier geht es nicht um Bio oder nicht Bio, sondern um eine gehobene konv. Qualität mit entsprechendem Preis, die man nicht mehr möchte. Um Bio müssen Sie sich nicht sorgen; nicht mehr sorgen.
Das ist eine zynische Interpretation.
Der Kunde möchte schon Tierwohlfleisch, aber zahlen tut er es nicht, weil er entweder das Geld nicht hat (skandalöse Arm/Reich-Schere!), den Labels nicht traut (nur wenige kennen die Bauern, bei denen sie kaufen, persönlich!), zu geizig ist bzw. ihm etwas anderes noch wichtiger ist, oder weil seiner Meinung nach der Staat dafür sorgen soll, dass alles angebotene Fleisch Tierwohlfleisch ist und alle anderen Haltungsformen verboten werden.
@EE
Warum „skandalöse Arm/Reich-Schere“?
Der Lebensstandard ist auch Ausdruck eines Leistungsvermögens-/willens. Wenn ich mir große Teile der Ballungszentrendekadenz anschaue, kann ich in deren Leben beide von mir genannten Begriffe nicht entdecken. Außerdem gilt noch immer der Spruch: „Bescheidenheit ist eine………….. „. Heute ist man „arm“, wenn man weniger als 60% des Mindestlohnniveaus als Einkommen erreicht. Warum sollte man davon nicht auskömmlich leben können? Klar, wenn fürs Tätowieren, Rauchen, Saufen und die ungesunde Ernährung der größte Teil draufgeht, kann es eng werden.
@ Kemetbauer
1 Billion ist immer noch Ausdruck des Leistungsvermögens???
So lang, bis einer die ganze Welt besitzt und alle anderen verhungern?
@EE
Jeder € der mit Aktien verdient wird, ist ein leistungsloses Einkommen. Die Voraussetzung für den ersten investierten € war eine Leistung. Wo wollen wir die Grenze ziehen?
Wie wollen wir den Solidaritätsgedanken auslegen? Wenn wir auf die Grundlagen unserer heutigen juristischen Normen schauen, dann sind diese z.g.T. in den Nachkriegsjahren entstanden. Ich bin mir sicher, dass die Mütter und Väter des Grundgesetzes eine Gesellschaft, wie sie sich heute zeigt, nicht für möglich gehalten hatten. Wir müssen also beginnen, die gesetzlichen Regeln an die heutigen Strukturen/Gegebenheiten anzupassen.
genau
Gehts jetzt?
https://stmk.lko.at/bio-schweine-und-bio-gefl%C3%BCgel-einstieg-hat-zukunft+2400+4417743
👍🏻
Aldi Süd verlagert seinen Einkauf, die Buchhaltung, IT und Personalverwaltung von Müllheim (D) nach Salzburg (Ö). Nur um die höheren Lohnkosten wird es nicht gehen, ich vermute mal, das auch grössere Steuerersparnisse mit ein Grund sind. Edeka kann dies vielleicht nicht, weil es Inhabergeführte Läden sind ?
Der LEH kämpft um jeden Kunden, und zwar mit „dieses Produkt kostet bei mit einen Cent weniger“. Die wollen an unser Geld, an das Geld der Erzeuger genau so wie an das Geld der Verbraucher. Alles rund herum sind nur schöner Schein, Geschichten, nützliche Lügen… Gemeinsamkeiten mit der aktuellen Politik in der EU ist rein zufällig 🙂 .
Der Handel will weiterhin Tierwohl. Dafür braucht er nicht bezahlen, sondern nutzt die Erpressung: HF 1 Schweine für verarbeitetes Fleisch werden gerade geschoben und wachsen aus der Maske, gibts aus dem Ausland viel billiger, HF 2 werden bevorzugt abgeholt. Ab 1/2027 müssen die die sog. Nämlichkeit aufweisen, d.h. die Ferkel brauchen auch HF 2. Dementsprechend hoch ist der derzeitige Druck umstellen zu müssen. Ab 2027 greift dann auch das Marktmodell, das Fondmodell läuft aus. Ob es die derzeitigen Aufschläge dann noch gibt? Fraglich
Dass der Markt HF 3 und 4 nur als kleine Nische hergibt, war eigentlich allen klar. Dass der Handel sich jetzt aber so feige ohne Konsequenzen aus der Affäre ziehen kann, während die LW Darlehen aufgrund dieser langfristigen Verträge bekommen und entsprechend investiert haben, ist ein Unding.
Auch wenn sie vllt das Kleingedruckte hätten besser lesen sollen.
Der Bauernverband steht doch jetzt auch dumm da, hat Tierwohl gepriesen und in dem Zusammenhang die bekannten Phrasen gedroschen. Allein der Umbau der Sauenhaltung ist nicht finanzierbar. Guckt euch allein mal die Verzinkungskosten an, auf der Rechnung steht dann + Zinkpreisausgleich, + CO2 Abgabe, alles Plus, Plus, Plus.
Ich denke aber das allgemein die falschen Themen diskutiert und die Leute damit abgelenkt werden. Das entscheidende Thema MUSS ein möglicher Krieg mit Russland sein und ich glaube der steht unmittelbar bevor! Bin gespannt wie das hier gesehen wird und ob wir dann auch das Tierwohl durchziehen sollten.
Das Thema ist leider tabu. Enkel gewisser Kreise
https://digisam.ub.uni-giessen.de/ubg-ihd-hl/content/titleinfo/3224155
wollen es nochmal wissen.
Kleiner Hoffnungsschimmer für mich: die Jugend will sich trotz hemmungsloser Propaganda nicht freiwillig verheizen lassen für die Egos alter weißer Männer und Frauen.
Das Missverhältnis der „attitude-behavior-gap“, der „die Diskrepanz beschreibt zwischen dem, was eine Person denkt oder sagt, und dem, wie sie tatsächlich handelt, betrifft nicht nur alle Verbraucher/Kunden sondern vor allem auch leh.
Die haben das Experiment auf dem Rücken mancher Bauern, die auf sie reingeflalen sind, ausgetragen. .Jetzt müssen die Gelackmeierten zusehen, wie sie mit einem blauen Auge davonkommen…. und daraus lernen, NIE MEHR auf die Zusicherungen/Zahlungen von leh hereinzufallen.
warum wundert mich die Schamlosigkeit des LEH nicht ?
@WK
Schämen ist in der Ökonomie ein schlechter Ratgeber. Was EDEKA macht, ist ein ganz normaler Vorgang. Das Produkt ist nicht mehr absetzbar also wird das Angebot eingestellt. Der Erzeuger bleibt auf seinen Erzeugnissen sitzen. Diesen Vorgang erleben wir aktuell fast überall im produzierenden Wirtschaftsbereich. Siehe Autozulieferer.
Landwirte sehen das jedoch oft anders. Gehobenes Tierwohl hatte lange Zeit keine besondere Bedeutung. Dann gab der Verbraucher vor, höherwertige Ware haben zu wollen und der LEH, ohne sich auf ein Risiko einzulassen, wollte den Kundenwunsch erfüllen. Das Risiko bei der Sache blieb von vornherein beim Erzeuger. Verklausulierte Verträge und eine Überforderung der Landwirte, besorgten den Rest. Wie schnell sich LEH und Politik von ihren Verlautbarungen verabschieden, das erleben wir doch fast täglich. Die Emotionalität auf der ldw. Seite wird durch verschiedene Begriffe in diesem Thema belegt. Geschäft ist Geschäft, da haben Emotionen nichts verloren.
Vielleicht mal mit der Begrifflichkeit: „Ehrbarer Kaufmann“ auseinandersetzen! …als so einen Unfug zu schreiben.
@P
Der „Ehrbare Kaufmann“ hat schon lange seine Segel gestrichen. Nicht einmal innerhalb des Berufsstandes gelten ehrbare Ansätze; siehe Kampf um Pachtflächen. Im besten Falle ist es ein fairer Kampf. Für Gefühlsduseleien ist in der Ökonomie kein Platz.
„Dann gab der Verbraucher vor, höherwertige Ware haben zu wollen und der LEH, ohne sich auf ein Risiko einzulassen, wollte den Kundenwunsch erfüllen..“
Das ist eine sehr vereinfachte Sichtweise und ausgesprochens Verbraucherbashing. Jetzt müßen alle ehrlich bleiben. Der Verbraucher ist doch nur vorgeschoben und nicht der eigentliche Verursacher! Lobbyisten Verbände, Politik, NGO„s, Medien und „Experten“ beschallen den Verbraucher und auch den LEH ständig mit irgendwelchen Botschaften ihr müsst dies essen und das auf keinen Fall sonst geht die Welt unter. Verbraucher plappern es nach um ja politisch korrekt zu handeln und nicht in den Verdacht zu kommen keinen Beitrag zur Weltenrettung zu liefern. Von den genannten Lobbyisten…. werden ständig unrealistische Massnahmen und Staatsknete gefordert für ihre grandiosen Ideen. Das ganze ist mittlerweile ein deutsches Hamsterrad aus dem es derzeit kein Entrinnen gibt. Die dt Weltenretter tragen es dann in die EU bzw exportieren ihre Ideen rund um den Erdball. Ergebnis müdes Lächeln über die grazy germans und der dt Verbraucher sagt sich ja ich sage mach ich wenn ich gefragt werde dann bin ich ein guter bzw habe meine Ruhe..
Besser kann man es nicht beschreiben 👍👍👍
@L
Jaja, das alte Feindbild.
Jaja, wenn einem etwas nicht ins eigene Weltbild passt und die Argumente ausgehen dann holt er das „Feindbild“ aus der Schublade geholt. Durchschaubar.
Gelle @K
Geld frisst Moral
Ist doch nur eine Frage der Zeit, bis das System der höheren Haltungsstufen dem Handel um die Ohren fliegt. Wenn die Zeiten härter werden, wird halt schon mal eher auf den Preis geschaut – besonders wenn im Aussehen und Geschmack keine Unterschiede wahrnehmbar sind. Zum anderen wird man in Erklärungsnot kommen, wenn der Verbraucher feststellt, dass der CO₂-Fußabdruck von diesem Qualitätsfleisch höher ist als bei der Standard-QS-Ware.
@M
Die Kontroverse Klima.- vs. Tierschutz wurde von der Politik klar zugunsten des Tierschutzes entschieden. Das dürfte von den meisten Verbrauchern mitgetragen werden.
Tja, das ist das verdammte Dilemma der Demokratie: Das Stimmvieh macht ums Verrecken nicht das, was die Politik ihm vorschreibt.
Warum nur fallen Berufskollegen immer wieder auf diese Masche des konv. LEHs rein? Es dürfte hinlänglich bekannt sein, dass dieser LEH ausschließlich seinen Vorteil im Blick hat. Auf diese Versprechen zu bauen ist blauäugig. Da werden jetzt wohl einige Betriebe in existenzgefährdende Situationen kommen. Solche Lieferverträge müssen unkündbar für die Laufzeit der Investitionsfinanzierung sein. Vorheriger Ausstieg nur bei Zahlung einer Ausstiegsentschädigung. Die Erzeugerbetriebe dürfen maximal eines Blaues Auge davontragen. Aber, Bauern und kaufmännisches Handeln, da prallen oft Welten aufeinander.
Politik, auch Geschäftspolitik nach Umfragen zu machen, ist modern und entspricht dem Zeitgeist. Angela Merkel hat dies auf die Spitze getrieben. Die Quittung bekommen wir jetzt.