Bauer Willi
Kommentare 23

Die Lösung? Einfach machen!

Einem Bauern aus Oberösterreich gehen die ständigen Diskussionen auf die Nerven. Seine Forderung:

…dann macht doch endlich!

Ein Gastkommentar von Bauer Fritz.

All ihr Politiker, ihr Inaugurierten und Emeritierten, ihr Professoren und Ministerialdirigenten, ihr Experten und Imperten, ihr Besserwisser und Klugscheißer – MACHT DOCH ENDLICH

Ihr wollt, daß Fleisch teuer wird – macht doch endlich.

https://derstandard.at/2000091351058/Suendensteuer-gegen-Voellerei

Kann doch nicht so schwer sein. Von mir aus 100% auf jeder Verarbeitungsstufe mehr verlangen oder vorschreiben – aber macht es endlich. Die Politik will es, die NGOs wollen es, der Handel will es, die Bauern werden ohnehin nicht gefragt, aber werden sich wohl nicht besseren Preisen verschließen. Quatscht nicht – tut es.

Verpaßt jedem Konsum-Depp eine Aufsichts-App, damit sein Fleischverbrauch sich solange um mindestens 10 kg pro Jahr reduziert, bis der Weltrettungsbarometer mit dem aktuellen Ernährungstrend in Einklang gebracht ist. Verpasst jedem deutschen Fleischstück ein Bundeslabel, wodurch die einkaufbare Menge an nur deutschem Regionalfleisch von der individuellen Einzelzuteilungsguthaben abgebucht wird. Kann doch nicht so schwer sein – in Zeit der Digitalisierung. Wenn doch ohnehin alle dadurch gewinnen !! – Macht es doch endlich

  • Die Bauern bekommen mehr für ihre Tiere,
  • die Verarbeiter bekommen mehr für Fleisch,
  • der Handel macht Sonderangebote mit NUR 100% Aufschlag.
  • Der Fleischabsatz geht zurück,
  • die Sojaimporte gehen zurück,
  • die Antibiotikamengen gehen zurück,
  • die Güllemengen fallen und
  • die Nitratwerte werden besser.

Es brauchen weniger Tiere auf der gleichen Fläche gehalten zu werden um ein vernünftiges Einkommen zu haben

Die Verarbeiter können gute Löhne für gut ausgebildetes Personal zahlen, die keine Horrorbilder mehr liefern,

Die Qualität wird steigen und Tierwohl steigt zusätzlich,

Der Handel kommt sowieso nie zu kurz.

Es braucht nur noch in Länder exportiert werden (wenn überhaupt) die sich das teurere Fleisch auch leisten können

Es braucht kein Bashing mehr für Afrikaexporte. Die sind dann wohl ohnehin aus dem Rennen und können sich endlich erholen vom Zugeschüttetwerden mit Billigzeug

Die Leute haben weniger Krebs, werden dadurch noch älter und können länger deutsches Spitzenfleisch essen.

Alle sind dann glücklich !!!!

Also hört auf mit Warmluft absondern, macht es endlich!!!

Hab ich noch was vergessen?

Bauer Fritz

 

(Aufrufe 1.626 gesamt, 1 heute)

23 Kommentare

  1. Thomas Apfel sagt

    Im Grunde sind die Forderungen richtig gestellt. Nur geht es im Moment nicht darum, die Forderungen auch umzusetzen, sondern NUR und AUSSCHLIESSLICH um die Umverteilung von möglichst viel EU Geldern in Richtung ÖKO Branche. Den Markt im Endverkaufsbereich auf ÖKO umzusteuern geht (weil die Hauptforderung des Handels niedrigere UND EBEN NICHT höhere Preise ist) nur über mehr Subvention.
    Dazu muss man einfach nur die Pressemeldungen des BÖLW nachlesen. Zur Zeit wird nur der FRAME der Nährstoffüberschüsse benutzt, da der Branche wohl aufgegangen ist, dass vernünftige Landwirtschaft ohne Pflanzenschutz und (konventionelle) Tiermedizin nicht geht. Wir können uns hier dumm und dusselig diskutieren es ändert nichts, die Frames sind gesetzt und stehen als Baukasten für die Öko-verliebten Medien zur Verfügung. Der Witz ist, dass tatsächlich die Agrarlobby (aber eben nicht unsere in Deutschland) über die EU die extremsten Auswüchse verhindert. Für viele andere EU-Staaten spielt die Landwirtschaft und Ernährungssicherheit eine größere Rolle als in Dt., daher werden Entscheidungen eher nüchtern und nicht Grün- Bunt- besoffen gefällt.

    2+
    • Arnold Krämer sagt

      Sie haben völlig recht. Die einheitlichen Spielregeln der EU wurden und werden aber immer mehr aufgeweicht zugunsten nationaler Gestaltungsspielräume. Das muss uns schon Sorgen machen.

      1+
    • Stadtmensch sagt

      Ich würde es nicht „grün-rot besoffen“ nennen. Die wissenschafliche Landwirtschaft wurde hier erfunden. Beginnend spätestens Mitte 19. Jahrhundert. Es waren vor allem deutsche Aussiedler nach Amerika, die nicht wie die Heuschrecken nach Westen weiter gezogen waren, wenn der Boden ausgelaugt war (kann man alles nachlesen). HIER wurde die nachhaltige Forstwirtschaft erfunden usw.. Natürlich hat man sich im 20. Jh. mit der Erfindung der „Kunstdünger“ vergaloppiert und darüber die Bodenbiologie vergessen. Da wundert es mich nicht, dass Absolventen der landwirtschaftlichen Fachschulen kaum etwas wissen von Stickstoffaktivierung. Ihr seht es doch im Großen (Amazon, Bezos), wie die Ausrichtung des Wirtschaftens nach den Erfordernissen der Händler und Kaufleute, alles über einen Kamm schehrt und zerstört, s.u.). Natur ist Vielfalt und braucht Vielfalt (Angepasstheit an Standorte).

      Das Zitat hab ich aus dem Netz geklaut:
      „Denn niemand, der wie bisher, in naiver Verantwortungslosigkeit oder folgenlosem schlechten Gewissen, weiter wie bisher konsumieren möchte, wird den Kapitalismus in Frage stellen. Denn der garantiert all diese Bequemlichkeiten, allerdings zu Lasten des Überlebens der Menschheit.“

      1+
      • Mark sagt

        „Natürlich hat man sich im 20. Jh. mit der Erfindung der „Kunstdünger“ vergaloppiert und darüber die Bodenbiologie vergessen.“ Quatsch.

        2+
        • Stadtmensch sagt

          Sagte sogar der Herr Mückenhausen. Steht alles in „Die Wahrheit ist auf dem Feld“. Das Buch besteht quasi zur Hälfte aus Quellenangaben. Da hat sich einer die Mühe gemacht, die dokumentierte Geschichte der deutschen Landwirtschaft leicht verdaulich aufzbereiten. Leider hat er die DDR-Landwirtschaft einfach unterschlagen.

          0
          • Dorfmensch sagt

            Sehr geehrter Herr Stadtmensch,
            das Buch „Die Wahrheit ist auf dem Feld“ enthält eine Vielzahl von selektiv ausgewählten Quellen und ist für eine neutrale Bewertung der Agrargeschichte in Deutschland völlig ungeeignet und befeuert eigentlich nur eine abgehobene negative Betrachtung der Landwirtschaft. Letzteres liegt natürlich im postfaktischen Zeitalter im Interesse vieler Leute. Von einer Dokumentation der Geschichte der deutschen Landwirtschaft kann keine Rede sein.
            Bei Bedarf kann ich Beispiele für die selektive oder falsche Quellenauswahl liefern. Aus diesem Grund habe ich das Buch aufgehoben.

            2+
            • Stadtmensch sagt

              Lieber Dorfmensch
              möglicherweise sind sie Spezialist in Sachen Pflanzenernährung. Kann alles sein. Mit Worthülsengeklimper wie „postfaktisch“, „keine Rede“ und „abgehobene negative Sicht auf die Landwirtschaft“, können sie bei mir leider keinen Eindruck hinterlassen.
              Ich traue mir zu, ein Fachbuch zur Agrargeschichte auf seine Ausgewogenheit hin bewerten zu können. Ist ja längst nicht das Einzige, was ich dazu im Regal habe.
              Lesen sie doch gleich nochmal Kapitel 6.3 😉
              Was soll daran „postfaktisch“ sein?

              0
  2. Alexander Borchert sagt

    Dieses Szenario führt zu Gelbwesten auf der Straße.

    Welcher Politiker oder welches System würde sich so etwas trauen?

    Für Veränderungen in einer Demokratie braucht es akzeptierende Mehrheiten. Doch das wird in Zeiten von Facebook und Co. immer schwerer, weil mittlerweile 1-3% der Bevölkerung die Meinung bestimmen.

    Wir sind jetzt 70 Jahre in allen Bereichen des Lebens mit dem Motto: „Wachsen oder Weichen“ sehr gut gefahren. Die meisten Menschen unserer Bevölkerung haben dabei sehr viel profitiert davon.

    Warum sollte dieser Weg plötzlich nicht mehr gangbar sein?
    Uns fällt schon etwas ein…..

    1+
    • bauerhans sagt

      „Die meisten Menschen unserer Bevölkerung haben dabei sehr viel profitiert davon.“

      stimmt! die nachfolgende generation ist nur im wohlstand aufgewachsen und erwartet gut bezahlte jobs bei wenig einsatz und viel freizeit.

      0
      • Eckehard Niemann sagt

        Ja, ja – die Jugend…. Dieses selbstgerechte Gejammer der Alten gab es doch schon in allen vorherigen Generationen…

        2+
  3. Ludwig Wreesmann sagt

    Er hat das System der Marktwirtschaft nicht erkannt. Wenn weniger Fleisch gegessen wird, wird es nicht teurer sondern billiger.
    Glaubt er denn, das die Verbraucher plötzlich wieder Hühnerbeine, Schweineohren und -Pfoten essen. Nur weil NGO’s und einige weltfremde Politiker es fordern.
    Der Handel freut sich doch über die Diskussion, kann die Preise erhöhen ohne etwas dafür zu tun.
    Sind diese Gedanken nun naiv oder Produkt der Verzweiflung?

    0
    • Bauer Fritz sagt

      Es scheint wohl eher so, da all die o.a. Experten in der Schule eine andere Marktwirtschaft gelernt haben als ich. Weil man braucht nur zu sagen, was man sich wünscht oder von anderen was zu fordern ohne selbst was zu tun und schon werden alle Wünsche und Forderungen erfüllt – das alte Märchen vom Tischlein deck dich.

      Ich werde in den nächsten Monaten die Schlagzeilen verfolgen, da ja die Preise für Schweine(fleisch) im Steigen begriffen sind – Stichwort ASP in China. Die Folgen sollten üblicherweise jene sein, die oben beschrieben sind. Fleisch wird teuerer – was ja ohnehin ALLE wollen. Und das Geld kommt tatsächlich bei den Bauern an.
      (https://www.nachrichten.at/nachrichten/wirtschaft/pest-in-china-treibt-den-schweinepreis-im-sommer-droht-ein-rekordhoch;art15,3123497,E)

      Ich bin mir aber sich daß die erste Schlagzeile „Schnitzel wird teurer – wir werden alle verhungern“ nicht lange auf sich warten lassen wird. Und dann werden all die Mechanismen in Gang kommen, die dazu führen, daß die p.t. Konsumenten doch wieder zu ihre billigen Fleisch kommen. Wetten …

      2+
  4. Arnold Krämer sagt

    Wer als Politiker bewusst deutliche wirtschaftliche Schrumpfungsprozesse einleitet, vielleicht auch noch national einseitig, gefährdet seine eigene politische Existenz. Die sozialen Wohltaten lassen sich nur über stetiges Wirtschaftswachstum finanzieren.

    5+
    • Stetig steigendes Wirtschaftswachstum ist keine Lösung, sondern EIN Problem, weshalb es an der Zeit ist, Fortschritt ANDERS zu denken und von permanenten Verfügbarkeiten abzulassen bzw. diese weitestgehend zu minimieren.

      4+
      • Inga sagt

        Richtig,
        wir müssen die Prioritäten anders setzen, auch in der Politik.

        Das muß endlich mal gefordert werden,
        Greta macht es uns vor!

        Da können uns die Politiker ruhig mal deutliche wirtschaftliche Konsequenzen zumuten.
        Aber auch sagen, wofür es gut ist.

        Außerdem ist es ethisch fraglich, mit Sonderangeboten von Fleisch und Wurst die Kunden ins Supermarkt zu locken!
        Macht man das?
        Wollen wir solche Politiker, die das zulassen?

        1+
        • Weder die Politik noch Greta können da eine Lösung anbieten, solange beide vor dem wirtschaftlichen Hintergrund einer vermeintlichen Klimakatastrophe das CO2 verteufeln. Beide, Politik wie Greta, bewirken eher genau das Gegenteil, nämlich Verwirrung, weitere Selbstbelügung und das Hinauszögern von Konsequenzen. Fortschritt ANDERS denken sieht anders aus:

          http://guidovobig.com/2019/04/21/deep-learning-hard-learning/

          Solange EIN System namens WORLWIDE ENTROPY das alleinige globale Sagen hat und sich immer mehr Menschen diesem verschreiben (müssen), rückt das Unausweichliche immer näher.

          1+
          • Inga sagt

            Wenn Verwirrung,
            dann nur weil so viele Ahnungslose da mitreden wollen,
            Greta kritisiert die doch.
            Sie will Wahrheit, Verblässigkeit, keine Unsicherheit, sondern Lösungen

            Wenn Verwirrung,
            dann nur weil so viele Ahnungslose da mitreden wollen,
            Greta kritisiert die doch.
            Sie will Wahrheit, Verblässigkeit, keine Unsicherheit, sondern Lösungen.

            Wie bei der Impflicht, seit es die gibt, ist uns viel Leid erspart geblieben.
            Weil Koch und Behring da etwas entdeckt haben.

            Weil wir das nicht mehr erlebt haben und uns gar nicht vorstellen können, dürfen wir die nicht verteufeln.
            Greta will Klarheit und Politik muß Antwort geben und Prioritäten setzen.
            Einfach sagen, dass schaffen wir alle nicht, weil wir unterschiedlicher Meinung sind, gilt nicht, Wir schaffen das auch nicht, wenn wir nicht auf die 10% Wissenschaftler und Experten hören, die etwas davon verstehen.
            Und die sollen klarstellen ob das CO2 so verteufelt werden muß oder doch eher FCKW oder Methan. CO2 wird oft nur als Oberbegriff verwendet. Lass die doch mal ran, die davon etwas verstehen.

            Was gibt es da zu verwirren?
            Die sich davon verwirrt fühlen, die müssen aber ganz still bleiben und sehen was kommt.

            1+
      • Thomas Apfel sagt

        Dann muss man aus dem Finanzwirtschaft – getriebenen System raus und in eine „wohlwollende Diktatur“ mit Planwirtschafts- Anteilen wechseln. Die Produktivität, die den jetzigen „Wohlstand“ generiert ist dann allerdings dahin. Im Übrigen mal ganz abgesehen von der Tatsache, dass Wirtschaftserfolge national kaum noch möglich sind.
        Wir hatten an Ostern Familientreffen, und wenn ich mir allein bei den Autos die „Wohlstandskarawane“ ansehe, straft das jedes Nachhaltigkeitsgelaber Lügen.
        Die überwiegend Informatiker haben alle irgendwelche „Wohlstandsallergien“ und Ernährungstick´s. Mit denen, und das gilt wohl für die Mehrheit der Gesellschaft, ist ernsthafter Verzicht (also auch Minuswachstum) nicht zu machen.

        3+
        • Weshalb es zwangsläufig ANDERS kommen wird, nachdem WORLDWIDE ENTROPY alles Bisherige komplett gegen die Wand gefahren hat – worauf es hinauslaufen wird, bedenkt man, welche weiteren globalen Folgen die Digitalisierung und “Künstliche Intelligenz“ haben werden. Was versteht “Künstliche Intelligenz“, als erhoffte digitale Heilsarmee, schon vom Leben, wenn Profitmaximierung und Zeiteffizienz die Basis solcherart entarteter “Intelligenz“ bilden?

          0
    • bauerhans sagt

      „Die sozialen Wohltaten lassen sich nur über stetiges Wirtschaftswachstum finanzieren.“

      theoretisch,aber praktisch über kredite/geldvermehrung,wobei die verantwortlichen politiker nicht verantwortlich zu machen sind.

      0
  5. Barbara Hillemeyer sagt

    Solange Entscheidungsträger lieber ihren Status halten, an ihrem Sessel kleben und die Angst vor Konsequenzen und eventuellen Versetzungen, Kompetenzbeschneidungen, oder Rügen größer sind als der Mut eine unpopuläre Entscheidung zu treffen wird sich nichts ändern. Selbst in den kleinen Gemeinden und Kommunen und selbst Unternehmen gilt:
    Fehler erkannt, ja.
    Zugeben, nein.
    Aus Fehlern lernen, nein.
    Augen zu, Verantwortung weiterreichen aber bloß nicht anecken oder gar dem Mainstream widersprechen.
    Gesunder Menschenverstand ist unmodern geworden.

    13+
    • Altbauer Jochen sagt

      Propheten gibt es viele, göttlich ist nur die Wahrheit,
      wenn sie aber unbequem ist wird sie verteufelt.
      -hab ich noch irgendwelche Geister vergessen ?
      Soviel zum gesunden Menschenverstand.

      2+

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.