Bauer Willi
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Der Krieg in der Ukraine: Eine Zeitenwende für die Agrarpolitik?!

Ein Gastartikel von Alfons Balmann, Direktor des IAMO.  und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates beim BMEL. Absolut lesenswert,  besonders die Hinweise auf die Zielkonflikte.

Zum Titelbild: es zeigt die Farben der ukrainischen Fahne: Blau-Gelb. Die Silos sind die “meiner” Genossenschaft.

Kaum scheint die Corona-Pandemie mit gewaltigen Belastungen für Gesellschaft, Wirtschaft und öffentliche Haushalte einigermaßen überwunden, löst der Krieg in der Ukraine auf den internationalen Agrarmärkten mit explodierenden Nahrungs-, Futter- und Düngemittelpreisen neue Schockwellen aus. Diese neuen Schockwellen werden andauern und ebenfalls enorme Konsequenzen für Gesellschaft, Wirtschaft und Staatshaushalt haben. Einher geht mit diesen Belastungen und der kaum vermeidbaren Nahrungsmittelkrise in vielen Entwicklungsländern ein neu erwachtes Bewusstsein dafür, dass die ureigenste Aufgabe der Landwirtschaft in der Erzeugung von Nahrungsmitteln liegt. In der Konsequenz dieser Ereignisse werden sich in der Agrarpolitik die Prioritäten verschieben müssen. Allerdings bleiben die bislang ungelösten und drängenden Probleme der Landwirtschaft hinsichtlich Tier-, Klima-, Umwelt- und Biodiversitätsschutz bestehen. Es stellt sich damit angesichts der ohnehin großen Herausforderungen die Frage, was die vielbeschworene Zeitenwende für die Agrarpolitik und die politischen Akteure bedeutet und wo Lösungen liegen könnten. Zur Beantwortung werden im Folgenden vier Thesen diskutiert und anschließend eingeordnet.

  1. Die Landwirtschaft soll sich verändern, aber es gibt enorme Zielkonflikte!

Die Gesellschaft in Deutschland erwartet eine Veränderung der Landwirtschaft. Es gibt erhebliche, wissenschaftlich gut dokumentierte Probleme und Herausforderungen im Tier-, Klima-, Umwelt- und Biodiversitätsschutz. Viele dieser Probleme sind seit langem bekannt, wie etwa die Nitratbelastung des Grundwassers und das Artensterben. Entsprechend groß ist der politische Handlungsdruck. Der Krieg in der Ukraine hat nun wieder verstärkt ins Bewusstsein gerückt, dass die Sicherung der Ernährung die grundlegende gesellschaftliche Funktion der Landwirtschaft ist. Das gilt national wie global. Hierbei stellt sich unweigerlich die Frage nach Zielkonflikten, wie etwa zwischen Tier- und Klimaschutz oder zwischen Artenschutz und Ernährungssicherung. Allerdings gibt es sowohl innerhalb der Landwirtschaft als auch innerhalb der Gesellschaft sehr unterschiedliche Ansichten darüber, ob sich die Zielkonflikte eher im Rahmen einer ökologischen Agrarwende oder durch eine nachhaltige Intensivierung bewältigen lassen. Die Argumente der jeweiligen Sichtweise gehen einher mit unterschiedlichen Vorstellungen darüber, inwieweit Verarbeitung und Verbrauch von Agrarerzeugnissen ökologisch nachhaltiger gestaltet werden können. Betrachtet man die bisherigen Trends und die aktuelle Nahrungsmittelkrise, wirft die Zielsetzung einer erheblichen Ausdehnung der ökologischen Landwirtschaft (wie im Green Deal der EU auf 25% der Fläche und im Koalitionsvertrag der aktuellen Bundesregierung gar auf 30% der Fläche bis 2030) erhebliche Fragen hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit auf, falls dem Ökolandbau nicht drastische Steigerungen der Flächenproduktivität gelingen.

  1. Die Landwirtschaft wird sich verändern, denn es gibt eine Reihe gleichzeitiger Treiber!

Die Landwirtschaft befindet sich weltweit im Wandel, u.a. angetrieben durch die Digitalisierung, biotechnologische Entwicklungen, den Klimawandel und sich ändernde Konsummuster. Diese Entwicklungen scheinen sich in jüngster Zeit sogar zu beschleunigen, wie etwa dadurch, dass aus immer größeren Rechenkapazitäten, einer immer größeren Datenverfügbarkeit und Methoden der künstlichen Intelligenz völlig neue technologische Möglichkeiten entstehen. Dabei befindet sich die Landwirtschaft in einem globalen Wettbewerb um knappe Ressourcen und Absatzmärkte, dem sie sich nicht entziehen kann. Teilweise scheinen sich Innovationen im Agrarsektor derzeit schneller in Schwellenländern in Südamerika und Osteuropa auszubreiten als in der EU. Entsprechend verkürzt sind daher Diskussionen, wonach deutsche Standortnachteile primär aus höheren Umweltstandards resultieren. Vielmehr wird der globale Technologiewettbewerb ein zunehmend bedeutsamer Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit von Landwirtschaft und Wertschöpfungsketten.

Neben den globalen Treibern existieren lokale Treiber des Wandels, wie die geringe Rentabilität des Großteils der deutschen Landwirtschaft. Die Mehrzahl der Haupterwerbsbetriebe in Deutschland erzielt im mehrjährigen Durchschnitt Gewinne je Familienarbeitskraft, die weit unterhalb der Einkommen anderer Sektoren liegen. Dabei ist noch nicht einmal der Zinsanspruch für das enorme Eigenkapital eingerechnet. Die Ursache ist nur teilweise in niedrigen Produktpreisen zu suchen und noch weniger in Marketingstrategien des Einzelhandels. Die vielfach geringen Betriebsgrößen sind ein mindestens genauso wichtiger Faktor, was sich vor allem in den besonders ausgeprägten Einkommensdefiziten der zahlenmäßig dominierenden kleineren und mittleren Betriebe widerspiegelt. Neben dem geringen Einkommensniveau in der Landwirtschaft wird auch der demographische Wandel für Veränderungen sorgen. In vielen ländlichen Regionen wird künftig nur noch ein Bruchteil der altersbedingt aus dem Berufsleben ausscheidenden Arbeitskräfte durch jüngere ersetzt werden können. Die Landwirtschaft wird um diese knapper werdenden Arbeitskräfte nicht nur mit anderen Sektoren, sondern auch mit prosperierenden urbanen Regionen konkurrieren müssen. Auswege eröffnen Rationalisierung durch Digitalisierung, der Abbau arbeitsintensiver Produktion sowie die Gewinnung von Fachkräften aus dem Ausland.

  1. Nachhaltiger Wandel braucht Kohärenz, denn Landwirtschaft ist nur als Teil der Gesellschaft wandelbar!

Viele zivilgesellschaftliche und mediale Forderungen nach einer Agrarwende erwecken den Eindruck, dass sich zukunftsfähige und gesellschaftlich akzeptierte Landwirtschaft an einem postmodernen, naturalistischen Leitbild orientieren müsse, das von Prinzipien wie Ganzheitlichkeit, Suffizienz und Regionalität geprägt ist. Umgeben ist die Landwirtschaft allerdings von einer Gesellschaft, die weiterhin auf Wachstum, Innovation und Globalisierung setzt. Forderungen nach mehr Regionalität von Nahrungsmittelproduktion und -konsum stehen nicht nur der fortschreitenden Globalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft entgegen. Sie werfen auch Fragen danach auf, inwieweit diese Forderungen etwa mit den Erfordernissen des Klima- und Umweltschutzes vor dem Hintergrund der Ernährungsansprüche einer wachsenden und wohlhabenderen Weltbevölkerung vereinbar sind. Gleiches gilt mit Blick auf die Ablehnung neuer Technologien, wie etwa neue Methoden der Gentechnik, die in anderen Bereichen der Wirtschaft und in der Medizin selbstverständlich genutzt werden.

  1. Diskursversagen erfordert neue Lösungen

Die politischen Auseinandersetzungen um die Landwirtschaft leiden seit geraumer Zeit unter einem Diskursversagen. Dieses Diskursversagen zeigt sich zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft, innerhalb der Landwirtschaft sowie auch innerhalb der Gesellschaft. Die jüngste Diskussion um die Frage der Aussetzung der Flächenstilllegung von 4% im Rahmen der künftigen EU-Agrarpolitik als Antwort auf den Krieg in der Ukraine mag als Beleg für anhaltendes gegenseitiges Fingerzeigen genommen werden. Einerseits würde die von der Landwirtschaft geforderte Aussetzung der Stilllegung nur einen sehr begrenzten Effekt um die aktuelle Nahrungsmittelkrise haben. Sie war zudem durch keinerlei Vorschläge der Landwirtschaft begleitet, wie alternative Beiträge zum Artenschutz aussehen können. Andererseits lässt sich das grundsätzliche Anliegen der Ernährungssicherung seitens der Umweltverbände kaum überzeugend damit entkräften, dass statt einer Aussetzung der Stilllegung einfach weniger Fleisch gegessen werden könne.

Wie kommt es zu derart wenig fruchtbaren Diskussionen ohne Perspektiven auf Nutzung von Win-Win-Potentialen? Eine Erklärung könnte darin liegen, dass den Akteuren auf den verschiedenen Seiten weniger wichtig ist, Kritiker der eigenen Position zu überzeugen als die eigene Anhängerschaft nicht zu irritieren. Innerhalb der Landwirtschaft besteht wohl ein zentrales Problem darin, dass ein großer Teil der Betriebe keine Perspektive sieht, Veränderungsbedarfe wirtschaftlich bewältigen zu können. Statt Strukturfragen offen zu diskutieren, wird erwartet, dass Marktpartner und Staat die Probleme lösen. Umgekehrt werden innerhalb der Gesellschaft mögliche Inkonsistenzen hinsichtlich der vielfältigen Erwartungen an die Landwirtschaft und damit verbundener Zielkonflikte sowie möglicher Lösungsansätze und deren Kompatibilität mit allgemeinen technologischen wie gesellschaftlichen Entwicklungen kaum differenziert diskutiert. Insofern kann auch nicht verwundern, dass der Diskurs zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft seit geraumer Zeit schwelt und Verantwortlichkeiten weiter hin und her geschoben werden, obwohl die Probleme drängen.

Was wäre zu tun?

Vor dem Hintergrund der Schockwellen des Krieges ist wieder ins Bewusstsein gerückt, dass Ernährungssicherheit nicht selbstverständlich ist. Allerdings lösen sich damit die Umwelt- und Tierschutzprobleme nicht in Luft auf. Aus den Schockwellen des Krieges dürften sich überlagernd mit den Folgen der Corona-Pandemie erhebliche zusätzliche Belastungen für Konsumenten, Steuerzahler und Staatshaushalt ergeben. Entsprechend dürften weitere Mittel für die Landwirtschaft als Ausgleich für Mehrkosten des Umwelt-, Klima-, Biodiversitäts- und Tierschutzes nur begrenzt verfügbar sein. Daher stellt sich mehr denn je die Frage nach Effizienzreserven innerhalb des Agrarsystems, die möglichst Win-Win-Möglichkeiten für Landwirtschaft, Ernährungssicherheit und Umwelt jenseits von zusätzlichen Agrarzahlungen eröffnen. So sind die Einkommensdefizite der Landwirtschaft großenteils strukturell bedingt. Ebenfalls sollte anerkannt werden, dass viele Tierschutz- und Umweltprobleme managementbedingt sind. An beidem gilt es anzusetzen. Darüber hinaus bieten die genannten externen Triebkräfte des Wandels neue Perspektiven. Zu nennen sind insbesondere die Digitalisierung und die Biotechnologie, die es zu nutzen gilt. Diese erfordern gesellschaftliche Akzeptanz, für die es zu werben gilt, ebenso wie für entsprechende Infrastrukturen.

Anzuknüpfen ist zweifellos auch an die Ergebnisse des Kompetenznetzwerks Nutztierhaltung und der Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL). Dort ist es grundsätzlich gelungen, auf breiter Basis Kompromisslinien zwischen den Interessengruppen auszuhandeln. Damit ist das Bemühen um eine Überwindung des Diskursversagens ebenso wie die Lösung der Umwelt- und Tierschutzbedarfe erkennbar. Eine nähere Betrachtung lässt jedoch befürchten, dass sich viele der von der Zukunftskommission formulierten Erwartungen kaum erfüllen lassen und sich einige der Kompromisse als „faul“ erweisen: 1.) Die grundlegenden Zielkonflikte sind kaum adressiert; 2.) Die globalen und lokalen Treiber von Veränderungen werden in ihrer Bedeutung unterschätzt oder verleugnet, wie die Digitalisierung und die strukturbedingten Ursachen der Unrentabilität in der Landwirtschaft; 3.) Es wird ein vermutlich wenig wirklichkeitsgetreues Bild der Gesellschaft gezeichnet, welcher in Zeiten großer Herausforderungen, wie Digitalisierung, Klimaschutzanstrengungen und demographischem Wandel, Suffizienz wichtiger als Wohlstand sein soll. Mit einem Schulterklopfen in Erwartung eines neuen Geldregens ist es somit nicht getan. Vielmehr müssen die Potentiale zur Verbindung von Ernährungssicherheit mit Umwelt-, Klima- und Tierschutzzielen vor allem innerhalb von Landwirtschaft und Wertschöpfungskette erschlossen werden.

Wie Letzteres im Bereich des Tierschutzes gelingen könnte, hat in jüngster Zeit die Wirtschaft über die Initiative Tierwohl und die Bemühungen des Einzelhandels angedeutet. Wichtige Bausteine bilden die Kriterienkataloge der Initiative Tierwohl (die auch Anforderungen an Qualifizierung, Schlachtkörper- und Antibiotikamonitoring umfassen) mit zunehmender Beteiligung der Landwirtschaft, die Haltungsformenkennzeichnung des Lebensmitteleinzelhandels, deren Mittelbereitstellung für tierhaltende Betriebe mit höheren Tierwohlstandards sowie auch die bereits teilweise vollzogene Auslistung von Produkten der niedrigsten Haltungsstufe und weitere Auslistungsankündigungen bis 2030. Anstatt hieran anzuknüpfen und angesichts des enormen Handlungsdrucks zu überlegen, wie diese Entwicklungen durch staatliche Maßnahmen befördert werden können, deutet leider aktuell auf bundespolitischer Ebene einiges darauf hin, dass prinzipienorientierte Kriterien, wie ein Außenklimazugang oder eine Flächenbindung der Tierhaltung, wichtiger scheinen als Ergebnisse. Das gilt umso mehr, wenn Kriterien, wie der Außenklimazugang in der Schweinehaltung, nicht nur hohe Investitionskosten zur Folge hätten, sondern bestehende und nur schwer aufzulösende rechtliche Hürden unwahrscheinlich erscheinen lassen, dass ein Umbau in der Breite überhaupt gelingen kann. Will die Politik vor dem Hintergrund der ohnehin hohen Belastungen von Verbrauchern und öffentlichen Haushalten ernsthaft und zeitnah mehr Tierwohl in der Breite erreichen, wird sie nicht umhinkommen, Pragmatismus, Kosteneffizienz und tatsächliches Tierwohl basierend auf Indikatoren ein deutlich höheres Gewicht zukommen zu lassen. Falls das nicht gelingt, droht der Umbau der Tierhaltung vor allem ein Abbau zu werden, bei dem die Nachfrage künftig großenteils aus dem Ausland bedient wird.

Alfons Balmann, IAMO, balmann@iamo.de

Der Text stellt die Meinung des Autors dar.

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131 Kommentare

  1. Peter sagt

    @uW: „…vom Volk gewählte Entscheidungsträger ohne fachlichen Background, umgeben obendrein von falschen Einflüsterern in Überzahl, derart monumentale Krisen einfach nicht folgeschlüssig zu managen wissen…„
    Das ist genau das, was hier seit gestern zur Diskussion steht. Dieses https://www.iamo.de/ mit dem Herrn Balmann an der Spitze ist doch eine von den vielen Einflüster – Institutionen. Alle ganz fein und international vernetzt. Nur BlaBla mit den üblichen Worthülsen. Jeder Computertroll sollte heute in der Lage sein, solch einen Text zu generieren. Einfach füttern mit:“Tier-, Klima-, Umwelt- und Biodiversitätsschutz“ … Der Landwirtschaft werden unendlich externe Kosten angedichtet. Dringend sollte das auf andere Bereiche ausgeweitet werden, aber bitte unter dem Aspekt, dass in der LW Lebensmittel / – Rohstoffe produziert werden. Fangen wir vielleicht mal an, die völlig überfrachtete Forschungslandschaft zu hinterfragen; und weil im Blogbeitrag ein Zusammenhang mit der Ukraine hergestellt wird, schauen wir uns mal viel genauer unser Militär bereits zu (vermeintlichen) Friedenszeiten an und machen wir weiter bei den Festungen für Politik und Verwaltung…Nichts wird produziert, aber die Verschwendung von Ressourcen dürfte in einem viel gewaltigeren Missverhältnis stehen.

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  2. Reinhard Seevers sagt

    Reaktion auf G7:

    “Brot für die Welt verteidigt Indiens Exportverbot
    Die Hilfsorganisation Brot für die Welt hat die Kritik der G7-Staaten an Indiens Exportverbot für Weizen zurückgewiesen. „Es ist nur gerechtfertigt, wenn die indische Regierung Hunger im eigenen Land durch einen Ausfuhrstopp verhindern will“, sagte Francisco Marí, Welternährungsreferent des evangelischen Hilfswerks, am Sonntag der taz. Sonst würde der Staat Bauern zu wenig Getreide abkaufen können, um 500 Millionen arme Inder mit subventioniertem Weizen zu versorgen. Denn Exporteure zahlten den Landwirten wegen der drastisch gestiegenen Weltmarktpreise derzeit viel mehr als die Regierung.

    „Das gefährdet das sehr sensible System, das Indien in den letzten 10, 15 Jahren aufgebaut hat, um sich nicht abhängig zu machen vom Weltmarkt“, ergänzte Marí. Ohne die Festpreise würden viele indische Bauern den Weizenanbau aufgeben, weil Importe in der Regel günstiger seien.”

    Das ist doch der Beweis dafür, dass immer noch jemand billiger produzieren kann, als der indische Bauer, der aber Dank staatlicher Gängelung auch nicht am Segen des Weltmarktes teilhaben soll/darf. Ernährungssicherung auf Kosten der Bauern. Weder ein fairer Preis noch eine ausreichende Versorgung können gesichert werden, ohne dass der Staat dies regelt. Der globalisierte Handel, namentlich die Industriestaaten wollen aber die Zügel in der Hand behalten, um zu entscheiden, wer wie viel von was bekommt. Bauern spielen gar keine Rolle, sie sind der Esel, der den Karren zu ziehen hat.

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    • Elisabeth Ertl sagt

      Bei uns schreibt gerade jemand eine wissenschaftliche Arbeit zu den Verschwörungstheorien:https://www.willkommen-digital.at/willkommen-digital-videos/
      Es gibt keine Beweise dafür, dass sich irgendwo die wahren Weltherrscher versteckt halten, von dort aus Viren in der Welt verteilen, alle Flugzeuge mit geheimen Düsen ausstatten, um Chemikalien über die Menschheit zu versprühen etc.
      Die Weltherrscher, das sind ganz einfach jene bekannten Gesichter, die sich demnächst wieder in Davos treffen werden.
      Sie nehmen wie wir alle wahr, dass die bisherigen Spielregeln nicht mehr funktionieren und sich etwas verändern muss, um die großen Probleme der Menschheit (Klimawandel, Artensterben, Bevölkerungsexplosion, Kriege, Gefahr sozialer Unruhen ) zu lösen. Das haben sie vor ein paar Jahren Great Reset genannt.
      Das Problem dabei ist: Sie verstehen es, diese Neuausrichtung so zu gestalten, dass ihrer privilegierten Position dadurch von den Unterprivilegierten her keine Gefahr droht. Digitale Überwachung ist dabei ein sehr wesentliches Tool.

      • Reinhard Seevers sagt

        “Das Problem dabei ist: Sie verstehen es, diese Neuausrichtung so zu gestalten, dass ihrer privilegierten Position dadurch von den Unterprivilegierten her keine Gefahr droht. Digitale Überwachung ist dabei ein sehr wesentliches Tool.”

        Niedersachsen ist auf einem “guten” Weg. Die glauben wirklich, dass in der Digitalisierung das Heil der Bevölkerung liegt. Und sehen nicht, wie abhängig sie sind und werden von Soft- und hardware. Am Ende kann keiner mehr im Krankenhaus einchecken, wenn er seine Gesundheitskarte nicht dabei hat oder nachweisen kann, dass er(sie) er (sie) ist, der den Ausweis bei sich trägt.
        Ich kann nicht verstehen, wie man sehenden Auges in den Abgrund stürzen muss…..
        https://www.niedersachsen.de/startseite/themen/digitales_niedersachsen/masterplan_digitalisierung/

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        • Smarti sagt

          Kriegsführung in zehn Jahren : Bomben braucht es nicht mehr.
          Viren gegen Mensch und Elektronik sind viel günstiger, unauffälliger und vor allem effektiver.

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  3. evo.... sagt

    Meine Befürchtung ist, dass die Ursachen für das Artensterben gar nicht richtig erforscht sind. Wir haben seit Jahren immer mehr Öko-Landbau und trotzdem wurden die Insekten weniger. Oder ist gar der Ökolandbau schuld am Insektensterben? Jedenfalls scheint mehr Bio nicht die Lösung zu sein. Oder will man mit mehr Bio nur die vorhandenen Reste retten?

    In den USA gibt’s doch ne Studie nach der Reifenabrieb zu Fischsterben führt. Hat man bei uns schon mal den Einfluss von Reifenabrieb auf die Insekten genau untersucht?

    Oder die Dürre-Phasen. Ich war in 2018 sehr überrascht, wie sich die Schmetterlinge auf die feuchten Stellen stürzten, nachdem ich bei meinem Feldgemüse mit der der Bewässerung begonnen hatte.

    Als kritischsten Faktor vermute ich aber die Pflanzenzüchtung. Ich kenne niemanden, der/die/das durch PSM-Rückstände krank geworden ist. Aber ich kenne Leute, die moderne Sorten nicht mehr vertragen. Und wenn die Leute die modernen Sorten nicht mehr vertragen, sind, wegen der CO-Evolution, auch Wirkungen auf die Insekten zu erwarten. Zum Thema Weizen-Züchtung gibt es ja Bücher. In der Beziehung wird man aber von der Ökoseite nix hören. Erstens denken die gar nicht so weit, weil sie zu denken aufhören, wenn sie mit PSM-Schelte Geld verdienen können. Und 2. wenn sie es wüssten würden sie schweigen, weil die besonders gesunden Sorten auch die besonders giftigen Sorten sind. Da züchtet man das Gift gleich in die Pflanzen hinein.

    Dass wir eine andere Landwirtschaft brauchen hat man der Gesellschaft nur eingeredet. Ich bin auch für Ökologisierung. Wollte vor 25 Jahren mal Bio machen.

    Als der Höcke das Wort “Umvolkung” benutzte gabs einen Nazi-Skandal. Andererseits schiebt unser Staat aber Bauern, welche die Landwirtschaft der Nazis ( Demeter) betreiben einen Haufen Geld nüber. Ich geh immer mal wieder zu Veranstaltungen diverser Parteien. War so auch mal bei der AFD. War im Nachbar-Wahlbetirk, weil ich dort Freundin hatte und dacht dort kennt mich niemand. Referent war damals ein Dr.-Ing.. Die aggressivsten Fragen kamen von dem Tisch an dem unser lokaler Demeter- Vermarkter saß. So wird es nix mit dem Kampf gegen den Faschismus.

    Die Klöckner hat gesagt: “Vor die Welle kommen! ” ich will es versuchen mit dem Einstieg in Ernährung und Gene zu Stoffwechsel und Verdauung.

  4. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Ein außerordentlich maßgeblicher Faktor wird vom Autor obiger Studie leider komplett ausgeblendet:

    Mittlerweile weit mehr als 60% der Flächeneigentümer, die nicht mehr selbst bewirtschaften -Tendenz fortlaufend im Steigen begriffen- werden hier in einer äußerst nachhaltigen Interessenslage nicht berücksichtigt. Deren mehrheitliche Erwartungshaltung ist sehr hoch; nachem diese Gruppierung kurz- bis mittelfristig zahlenmäßig weiter steigt, ist mithin auch auf solche Befindlichkeiten Rücksicht zu nehmen. Welche Erwartungshaltung dabei vordergründig im Fokus stehen wird, brauche ich hier explizit wohl nicht zu erwähnen. – Wie lassen sich eben selbige Interessen mit einer ohnehin schon geforderten Quadratur des Kreises auf unseren Höfen überhaupt bewerkstelligen in Zukunft!?

    Die Zeiten des Monokulturenanbaus neigen sich nach meinem Dafürhalten gleich aus mehreren Gründen dem Ende zu, wenn wir Bauern das umsetzen wollen, was seitens Gesellschaft, Wissenschaft und Politik von uns unwiderruflich eingefordert wird.

    Wenn Prof. Balman nun attestiert, dass kleine und mittlere Betriebe innerhalb ihrer Mikroökonomien weit schlechtere Betriebsergebnisse schreiben, kaum mehr eine Rentabilität zu erzielen vermögen, dann akzeptieren wir derzeit damit einen außerordentlich prägnanten Systemfehler. Die jüngsten Krisensituationen in ihrer jeweiligen Brutalität zeigen allerdings sehr eindrucksvoll auf, dass eben genau dieselben Einschätzungen wahrlich nicht in Stein gemeißelt sind; wir erleben genau in dieser Thematik gerade eine rasante Umkehr. Das grandiose Politikversagen im Agrarumfeld jetzt, welches wir kopfschüttelnd hierbei leider geflissentlich alle zur Kenntnis nehmen müssen, verkompliziert unnötig natürlich die gesamte Gemengelage erheblich, zumal man dato innerhalb dieser erheblich komplexen, jetzt sogar noch weitaus komplexeren Materie mannigfaltiger Problembaustellen nicht nur hier im reichen Deutschland und in der EU, nein weltweit, hierzulande in einen geradezu irrlichtern wenig überlegten Hyperaktionismus verfällt, der bisherige sinnvolle, wirklich zukunftsorientierte Weichenstellungen zurückzunehmen plant bzw. fachbefreit in den Bereichen Umwelt- und Klimaschutz gleich in mehreren Rollen rückwärts ad hoc ein Zurück in die Zukunft anzuleiern gedenkt. – Äußerst fatal eben diese agrarpolitische Handlungsunfähigkeit, bringt sie doch unmissverständlich zum Ausdruck, dass vom Volk gewählte Entscheidungsträger ohne fachlichen Background, umgeben obendrein von falschen Einflüsterern in Überzahl, derart monumentale Krisen einfach nicht folgeschlüssig zu managen wissen. Hier ist wirklich sofort dringender Handlungsbedarf angezeigt, um nicht noch weitere Katastrophen förmlichst heraufbeschwören zu wollen. – Hunger wirkt schließlich absolut toxisch für auch bislang gut funktionierende Demokratien.

    Im übrigen müssen wir an dieser Stelle dringend festhalten, dass der hier in Deutschland bis 2030 mit 30%, innerhalb der EU mit immerhin 25% angestrebte Flächenanteil des BIO-LANDBAUS unsere wichtigste Ressource „Boden“ sukzessive vorsätzlich ruiniert. Eine solche Art der Bewirtschaftung vergewaltigt infolge unzähliger Überfahrten den Boden förmlichst, er wird sprichwörtlich totgefahren. Die massiven Klimaveränderungen fordern dahingehend ein wesentlich sensibleres Augenmaß. Das Argument „Humusaufbau“ ist dabei vollkommen fehl am Platze. Wenn parallel hierzu die Vorräte im Boden erst einmal aufgebraucht sind, wächst einfach kaum mehr etwas bis hin zu gar nichts. Das können wir uns schlichtweg nicht leisten.

    Durch die ablenkend von dieser Problematik redigierte Aufbereitung virtueller Zahlen werden selbige Tatsachen jedoch bewusst verdrängt, man streitet Tatsachen einfach vehement ab. Ja, solche BIO-Flächen atmen einige Zeit noch förmlichst aus den Vorzeiten der vorangegangenen konventionellen Bewirtschaftung, ist erst einmal dieser „Speicher“ aufgezehrt, kommen die wahren Tatsachen sehr schnell, dabei unverkennbar gnadenlos zum Vorschein.

    In meinem bäuerlichen Dasein bringe ich eine weitreichende Ökologie mit der für jeden Betrieb unverzichtbaren Ökonomie recht erfolgreich in Einklang, setze z.B. seit mehr als 30 Jahren nicht nur zur Beikräuterregulierung einen Hackstriegel konsequent ein als konventioneller Bauer. Das dringend notwendige Fingerspitzengefühl, welches für die mechanische Unkrautregulierung vonnöten ist, ist leider nicht bei sehr vielen erkennbar, im Bio-Landbau ist der Striegeleinsatz mittelerweile geradezu ein MUSS – wobei das nicht prinzipiell immer gut ist, sondern weit eher die jeweiligen Erfordernisse zunächst im Detail abgewogen werden sollten. Daher stehe ich persönlich auch zu meiner Feststellung -ohne mich jetzt als BIO-Bauern-Hasser verunglimpfen lassen zu müssen- dass ein ackerbaulich gelingender Bio-Landbau in erster Linie zunächst im Kopfe stattfinden muss, wird er alleinig vom eigenen Betriebskonto aus der Taufe gehoben, wenn bei einer Draufschau auf‘s eigene Betriebskonto bittere Tränen fließen, geht ein solcher Schuss gehörig nach hinten los, daran ändert auch eine extrem ambitionierte Agrarpolitik recht wenig, denn das generöse Verteilen von Staatsgeldern mit dem überreichen Füllhorn wird in Bälde ohnedies kaum mehr möglich sein. Insofern sollte sich jeder Bauer mit heute noch ambitioniertem Durchhaltevermögen rechtzeitig massiv Gedanken machen wollen, wie er künftig auf eigenen Füßen stehend sich den knallharten Regeln des Weltmarktes überhaupt stellen kann/will…

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  5. Klemens Minn sagt

    falls noch nicht gesehen, in der neuen Ausgabe Forschungsfelder 1/2022 gibt es interessante Zahlen zur landwirtschaftlichen Entwicklung.
    Eine Anmerkung zu Flächen werden immer teurer: Wenn ich die Relation Pachtentgelt zu Kaufwert sehe, kann ich mich nur wundern. Der Kaufwert war in 2010 das ca. 58 fache des Pachtentgeltes, der Faktor ist auf über 81 angewachsen. https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/forschungsfelder-1-2022-alles-im-blick.pdf?__blob=publicationFile&v=5#page=10

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  6. firedragon sagt

    Anmerkung:

    Ernährungssicherheit war, ist und wird zu keiner Zeit selbstverständlich!

    Kein Geld der Welt und keine, noch so ausgeklügelte Technologie und erst recht nicht der Ruf nach irgendwelchen politischen “Hilfen”, kann “Ernährungssicherheit” gewährleisten.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Aber: Je mehr Erfahrungswissen erhalten bleibt, je mehr Fläche zum Anbau zur Verfügung steht, je mehr Wasser zum richtigen Zeitpunkt zur Verfügung steht, je mehr Dünger, Saatgut, Energie und Pflanzenschutz bereitstehen, ….umso größer ist die Wahrscheinlichkeit einer Sicherung nationaler Ernährung.

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      • firedragon sagt

        Herr Seevers,
        Fläche – weg, Dünger – weg, Pflanzenschutz – weg, Energie – weg … was bleibt?

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        • Reinhard Seevers sagt

          Meine Worte sollten eigentlich genau das darstellen….also den Erhalt der genannten Punkte! 😉

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          • firedragon sagt

            Leute, wie Dich, hab ich gefressen. Du hast keine Ahnung, wie wir wirtschaften. Das zum Einen … zum Anderen:

            Meine Anmerkung und die Antwort auf Herrn Seevers bezieht sich selbstverständlich JEDE Art der Landwirtschaft.

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          • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

            Reine Provokation – am besten einfach ignorieren.

            Hier liegt wahrlich keine ernsthafte Diskussionsbereitsschaft zugrunde.

            Ein impertinenter kleiner Aufreger, mehr nicht!!!

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            • Brötchen sagt

              wurzelwicht…..inwieweit ist im bioanbau die mechanische Bewirtschaftung noch zu erwirtschaften?
              Grenze mal auf schlechte Standorte ein.

              bist du dir sicher das aus wirtschaftliche Sicht eine vielfältige fruchtfolge überhaupt noch möglich ist?
              lassen wir mal die Vorschriften ausser acht

              zumal Tierhaltung ja stark reduziert sein wird

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              • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

                Unter den aktuellen Gegebenheiten ist es im Normalfall kaum mehr möglich, von seiner eigenen Hände Arbeit überhaupt noch leben zu können. Man muss dahingehend schon ein wahrer Rechenkünstler, insbesondere ein grandioser Idealist sein, gepaart am besten mit sehr vielen Selfmade-Qualitäten. Dabei sollte man in erster Linie erheblich der Zeit voraus sein, dabei geistig über eine extrem hohe Unabhängigkeit verfügen.

                Die vielfältige Fruchtfolge ist per se richtig, es müssen allerdings die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Vermarktung im Nachgang gewährleistet sein.

                Paradebeispiel SONNENBLUME:
                Über einen Zeitraum von um die 10 Jahre (Ende 1980er-in die 1990er) waren diese heiß begehrt am Markt – sodann hat die Brauindustrie sich diese überaus leidige Flächenkonkurrenz systematisch vom Hals geschafft. In der Versenkung nahezu verschwunden, ist Sonnenblumenöl nun das meist medial beklagte Mangelprodukt in unseren Discounterregalen gleich zu Beginn diesen abscheulichen Ukraine-Überfallskrieges.

                Der Durumpreis war bis etwa 2010 ein lukratives Nischenerzeugnis für Teile unserer dafür prädestinierten Anbauregionen. Die 2-3 Durummüller hierzulande haben dann derart hochtrabende Qualitätsparameter eingezogen, dass dieser extrem risikobehaftete Anbau kaum mehr interessant war. Nur 3 Tröpfchen Wasser zur Ernte, und man wollte noch nicht einmal mehr den Futterweizenpreis bezahlen, während man die Ware dennoch bestens verwertete, was allerdings nicht auf dem Bauernkonto angekommen ist. Richtpreis etwa 300-400 Euro für 1 Dezitonne Nudeln, eine wahre Goldgrube also. Nur 20,00 €/dt Erzeugerpreis für Hartweizen waren demgegenüber schon viel zuviel. Schon im letzten Jahr suchte man händeringend Durum und war bereit dafür bis zu 80 €/dt zu bezahlen. Von den gut 30 Dezitonnen pro Hektar entsprachen allerdings lediglich etwa 20 dt davon den Hartweizen-Qualitätskriterien und wurden so auch abgerechnet, während die Differenz sicherlich nicht(!) im Futtertrog landete, sondern auch auf unseren Esstischen. Wen wundert es demnach, dass dieser Anbau in der aktuellen Vegetationsperiode nochmals eingebrochen ist um bis zu einem Drittel in den Hauptanbaugebieten. Groß infolgedessen das Gejammere unserer Nudelindustrie jetzt. – Selbst verschuldetes Leid!

                Wer sich mit Pflanzenvergesellschaftungen detailliert befasst, kommt immer wieder zu dem Ergebnis, dass unser Monokulturenanbau extrem gefährlich ist, heute unter den jetzigen Gegebenheiten immer gefährlicher wird. Das alleinige Risiko trägt dabei der jeweilige Bewirtschafter vollumfänglich, wer auch sonst!?

                Sämtliche alternative Absatzmöglichkeiten für die Bauern, die sich in der Vergangenheit aufgetan hatten, wurden systematisch eliminiert. Kenaf für die Autoindustrie, sofern dieser als Geschenk auf dem Silbertablett serviert würde, Amylose-Erbsen als genialer alternativer Plastikersatz, etc. pp., jeder schreit förmlichst danach, keiner will’s zunächst bezahlen und hernach verarbeiten.

                Leindotteröl für den “BLAUEN ENGEL” in der Farbenindustrie, es gibt keinen umweltfreundlicheren besseren Binder für Ölfarben, der große Maler Albrecht Dürer seinerzeit nutzte diesen, die strahlende Schönheit seiner “Mona Lisa” faziniert noch heute die Kenner unserer Kunstszene.

                Rudolf Diesel entwickelte den ersten mit Pflanzenöl betriebenen Selbstzünder und dieser funktionierte schlussendlich auch.

                Heute verteufelt man aus scheinheiligen “Umweltschutzgründen” eine solche Nachhaltigkeit wieder, komplett, weil man unsere Teller in einer Ernährungsdiktatur systematisch leerräumt. Schwachsinn pur.

                Was könnte man alles aus “Popcorn” herstellen!? Die vielfältigsten umweltfreundlichsten Verpackungen stünden zur Verfügung, die immer mehr gebraucht werden von unserer Verpackungsindustrie. Was aber widerfährt dieser grandiosen C4-Pflanze, aus dem Hinterhalt verteufelt man sie, bestens geeignet im übrigen um Putins Gasmonopol in Deutschland Paroli bieten zu können. (Unsere Hobbyjäger lieben Mais natürlich auch nicht und lassen demgemäß unsere Schwarzkittel zur Abschreckung der Bauern einfach gewähren…)

                Das, was unsere modebewussten Menschlein auf ihrer Haut tragen, wäre prädestiniert für den Hanfeinsatz, diesen Erdölanteil am Körper -teilweise schon bei bis zu 100 Prozent- rigoros zu reduzieren bescherete unserer Haut ein förmliches Aufatmen.

                Was verarbeiten heute unsere Installateure!? – Teflonband.

                Hanffaser – der bessere Faseranteil für die Bekleidungsindustrie / das Überbleibsel “Werg” für die Bauindustrie…

                Ich könnte hier stundenlang listen…

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              • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

                Im übrigen erachte ich den Bio-Landbau als geradezu chancenlos auf jedem Standort ohne eine üppige Prämienausstattung.

                100% Bio hier in Deutschland bedeutete den schnellen Tod eben dieses Sektors – Die Luft würde dann schnell sehr dünn für alle.

                Nur mit den zuverlässig ackernden Konvis im Background kann Özdemir sich dato seine extrem dicken Lippen erlauben, selbst für impertinent schamlose Diffamierungen ist er sich zwischenzeitlich nicht zu schade. Das äusserst peinliche Abbild eines solchen Ministers. In Deutschland feiert man ihn (noch), die Welt ist in Teilen allerdings bereits ernüchtert aufgewacht…

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          • evo.... sagt

            Ich rechne Lamentabel zu den Leuten, die die Welt retten wollen , aber halt nur auf niedrigem Bildungsstand und die Gesellschaft wieder in die Katastrophe führen.

            Jeder Mensch meint es gut hat NLP- Frenzel gesagt. Lamentabel auch. Wie müssen halt dafür Sorgen, dass er/sie/es mal so dasteht wie heute Göring, Heydrich und deren Freunde.

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  7. oberländer sagt

    Das Özümür macht sich Sorgen über die Welternährung :

    Es schimpft die pöhsen Inder weil sie keinen Weizen mehr
    exportieren wollen . Welch glorreiche Leistung.

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    • Inga sagt

      Ist oder war er so ein verwöhntes Kind?
      Glaubt er wirklich, das Weizenmehl wächst in Regal des Supermarktes und wenn da keins mehr steht sind die Produzenten schuld ?
      Das gibt es doch nicht.

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      • unkomplizierter Wuzelwicht sagt

        Inga, er ist ein großes störrisches Kind, das nicht dazulernen will, …und das nervt gehörig.

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  8. Elisabeth Ertl sagt

    Also: Cem Özdemir hält sich zwecks Seriosität in seinem weisen Blick einen wissenschaftlichen Beirat, der auch für die Lösung der ökologischen und Tierschutz-Probleme keine bessere Lösung sieht als digitalisierte Riesenbetriebe (das sinnerfassende Lesen solcher Texte kann man ja delegieren, nicht wahr?), preist die Kleinbauern mit ihren westentragenden Hühnern als Garanten der Versorgungssicherheit und poltert kraft seiner machtvollen und prestigeträchtigen G7 – Mitgliedschaft gegen das wegen der schrecklichen Klimakrise von Hunger bedrohte Indien, weil es keinen Weizen mehr herausrücken will.
    Weil das die Politik ist, mit der man 95% der Deutschen hinter sich versammeln kann.
    Oder hab ich da etwas falsch verstanden?

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    • Reinhard Seevers sagt

      Geil oder, wir sollen weniger erzeugen und exportieren und die anderen sollen mehr erzeugen und exportieren. Das ist das neue Dekadenz-Paradoxon. 💪🚜

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        • Smarti sagt

          Frau Ertl, ja mich auch. Wobei deprimiert das falsche Wort ist. Ich bin wütend, bald auf “Alle” – wie kann man nur so blöd sein.
          Ein Beispiel: die Grünen haben ( natürlich zu Recht ) seit 40 Jahren etwas gegen Plastikmüll auf dem Land und in Gewässern – die Folge: es wird mehr und mehr….
          Unsere Verwaltung spricht jedes Jahr von Reduzierung von “Verwaltungskram und Vorschriften, die sich beissen… – die Folge: es wird mehr und mehr…
          Politik und (grüne) Bevölkerung wollen jedes Jahr von Neuem die Landwirtschaft und vor Allem auch kleinere ( bis 300 ha ) Betriebe unterstützen… – die Folge: es werden weniger und weniger…
          Man will die Abhängigkeit von Energie kappen und begibt sich ( als für die landwirtschaftl. Produktion eines der reichsten Länder überhaupt ! ) sehenden Auges in eine neue Abhängigkeit von Nahrung. Warnende, noch arbeitende Landwirte werden “gekillt”. Na toll.

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          • Elisabeth Ertl sagt

            Die Medien schreiben über Flugscham. Ergebnis: Es wird jetzt mehr geflogen als vor Corona.
            Man spricht vom Ausstieg aus den Fossilen, und jetzt wird um sie Krieg geführt.

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  9. Elisabeth Ertl sagt

    Wenn ich das richtig verstehe, sieht der Autor die einzige Möglichkeit, die Zielkonflikte zu lösen, im Strukturwandel hin zu digitalisierten Großbetrieben mit minimalem Personalaufwand. Nix mehr mit Familienbetrieben.

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    • Arnold Krämer sagt

      Die Zielkonflikte in der landw. Produktion sind nie zu lösen. Das liegt in der Natur der Dinge. Die Entwicklung der Landwirtschaft geht aber genau in die von Ihnen beschriebene Richtung, Betriebe, die alle Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen können, kaum Vieh halten, gleichzeitig aber auch das Problem haben, Fremdarbeitskräfte zu gewinnen und anständig zu bezahlen. Familienbetriebe können ihre Stärken nur ausspielen im Bereich der Tierhaltung, was aber für viele ökonomisch unmöglich gemacht wird durch die extrem steigenden Anforderungen an Haltung und Produktionstechnik.

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      • Elisabeth Ertl sagt

        Hab gerade mit einem Freund gesprochen, der auf einem Bauernhof aufgewachsen ist. Sein Großvater hat noch mit der Kuh gepflügt. Dann kam der Traktor, und die Arbeit einer Woche war in 3 Stunden erledigt. Das war ein großartiger Fortschritt, über den alle glücklich waren.
        Aber was dann folgte, so sagt mein Freund, das waren Macho-Spielchen: Der Nachbar hatte den nächstgrößeren Traktor, mit dem er in 2 Stunden 45 Minuten fertig war. Der übernächste Bauer musste sich natürlich einen noch größeren kaufen, um prestigemäßig mithalten zu können. Das hat dorthin geführt, wo wir heute sind. Der ganze technische Fortschritt seither, so denkt mein Freund, kommt nicht an diesen Quantensprung heran, der von der Kuh zum Traktor führte.

        Herr Balmann kann sein Konzept natürlich wunderbar wissenschaftlich-intellektuell argumentieren. Aber wo bleibt das echte Glücksgefühl, das den ersten Traktor gerechtfertigt hat? Das Volk in seinem dunklen Drange nimmt, wahr, dass die Entwicklung irgendwann am Glück vorbeigerannt ist.

        Im Jahr 2018 hatte ich Gelegenheit, durch die französischen Alpen zu reisen. Der Platz, der mich am meisten beeindruckt hat, war der kleine Wallfahrtsort Névache mit einer ganz außergewöhnlichen Atmosphäre. Das Deprimierende dort: Der Ort ist nur noch im Sommer bewohnt, und zwar ausschließlich, um mit den Touristen Geld zu machen. Es handelt sich um ein botanisch außergewöhnliches Tal, an dem drei Klimazonen zusammen stoßen. Aber die Naturschützer beklagen den Verlust der einzigartigen Biodiversität als Folge der Aufgabe der Landwirtschaft in dieser großen Höhe, und die Touristen tragen noch mehr zur Zerstörung bei.
        Da fragt man sich doch, ob der Mensch nicht glücklicher wäre, wenn er auf einem gut gefederten Carraro dort wieder was Essbares produzieren und gleichzeitig die große Artenvielfalt bewundern könnte, anstatt den Frust über seinen Bullshitjob nur noch in einer verwesenden Kulturlandschaft ablassen zu können.

        • Reinhard Seevers sagt

          Elisabeth, DER Mensch ist ein individuelles ETWAS. Es gibt keine allgemeingültige Lebensweise. Die derzeitige wird allein vom westlich dominierten Kapitalismus und dessen Idee zur Geldvermehrung bestimmt. Wenn ich als Influencer von dem von dir beschriebenen schönen Ort einen Spot bringen kann, verdiene ich Kohle, freue mich darüber und generiere noch mehr Touristen, die die gleichen Glücksgefühle erleben wollen. Das Ganze dreht sich im Kreis…”der Mensch ist dem Menschen ein Wolf!”

    • Reinhard Seevers sagt

      Genau Elisabeth, etwas anderes wird nicht übrig bleiben.
      Alle gegenteiligen Beteuerungen sind als Sand in die Augen von Landw. und Verbraucher, zu betrachten.

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      • Smarti sagt

        Warum denn nicht gleich alle gleichzeitig aufhören ( ein Sabbatjahr einlegen) – das wäre auch die ( heilsame ) Rettung aus dieser Abwärtsspirale…
        Ein Pferd, das von Wölfen gejagt wird und an dessen Bauch schon die Zähne eingeschlagen haben haben, hat nur noch eine kleine Chance um zu überleben : langsamer werden, sich gegen den Angreifer drücken und dann kämpfen.
        Schafe sind zu klein dazu… aber Wildpferde können das “lernen und weitergeben”.

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    • Es war nicht alles schlecht was früher einmal gut war! sagt

      Da kann man den ganzen Schwachsinn mal sehen. Hierzulande gibt es noch Extraförderungen wenn alle Schläge eines Betriebes unter 5 ha groß sind. Kleine Schläge, höhere Arbeitserledigungskosten und – zeiten, mehr Bodenverdichtung, mehr Energieeinsatz, aber …. ökologisch sooooooo.. wertvoll!

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      • Andreas sagt

        Aber immer schön Krokodil-Tränen vergießen,
        wenn wieder mal ein Betrieb aufhören muss.
        Wenn ich Herrn Balmann richtig verstehe,
        müssen noch ca. 95 % der Betriebe aufhören,
        damit der Rest ein ausreichendes Einkommen hat.

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      • Elisabeth Ertl sagt

        Also dass kleine Schläge automatisch zu mehr Bodenverdichtung führen, das will ich einmal in Frage stellen.

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    • Günter sagt

      Genau Elisabeth so ist es.
      DDR 25.0 Was dabei herauskommt hat man ja schon erlebt. Irgendwann wird man Geld nicht mehr fressen können.

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  10. Sabine sagt

    Wenn die Schlimmsten Vermutungen der Weltbank Realität werden, wir alles was jetzt politisch geplant wird, sowieso von nicht mehr umsetzbar sein.
    Schon vor dem Ukraine-Krieg meldete die Weltbank, dass 70 Länder wahrscheinlich im Laufe des Jahres nicht mehr ihre Kredite ganz oder teilweise bedienen können.
    Sri Lanka hat es wohl als erstes Land getroffen, die sind seit einem Monat nicht mehr zahlungsfähig.
    Nun muss man sagen, dass Sri Lanka auch hart darauf hingearbeitet hat:
    1. Seit Jahren importiert Sri Lanka wertmäßig mehr Güter als es exportiert.
    2. Um das tun zu können, haben sie die Regierungen mehr und mehr verschuldet, vor allem in ausländischer Währung.
    3. Steuern zahlt kein Volk gerne, also wurde eine Regierung Wahlsieger die große Steuererleichterungen versprach und auch umsetzte.
    4. Sparen am falschen Ende: Im April 2021 wurde Kunstdünger in Sri Lanka verboten, weil umweltschädlich… oder besser weil er teuer ist und die eh schon völlig aus der Balance geratenen Außenhandelsbilanz irgendwo gekürzt werden musste…. also kein Kunstdünger.
    5. Die Reisernte viel daraufhin um 50% geringer aus und schon im Juli musste Reis importiert werden.
    6. Einer der größten Wirtschaftskräfte in Sri Lanka ist der Tourismus. Durch ihn kamen harte Währungen ins Land und er schuf Arbeitsplätze und generierte Profit. Schon vor dem Virus gab es ethnische Spannungen im Land und wo Bomben hoch gehen, bleiben vor allem europäische und nord-amerikanische Touris weg. In einem Land wo gehungert wird und es täglich gewalttätige Proteste gibt, macht niemand Urlaub.
    Sri Lanka hat sich, wie gesagt, selber in die Schuldenfalle manövriert. Allerdings gibt es noch viele Länder, denen es sehr ähnlich geht.
    In vielen dieser Länder ist China einer der größten Kreditgeber. China scheint jedoch seine Strategie in Anbetracht seiner eigenen ökonomischen Probleme zu überdenken.
    Viele dieser Länder sind, anders als Sri Lanka, auch für Europa wichtige Zulieferländer. Kaum ein Kleidungsstück in Deutschland, dass nicht irgendwann im Entstehungsprozess in Marokko, Türkei oder Bangladesch war.
    Wir könnten bald erleben wie ein Schulden-Tsunami nicht nur Lieferketten unterbricht, sondern ganze Volkswirtschaften untergehen lässt und Lieferketten reißen und ganze Produktionsschritte in der globalisierten Fertigungskette einfach verschwinden.
    Einige dieser Länder sind auch wichtige Rohstofflieferanten Chile, Peru, Argentinien… Kupfer, Phosphate, Eisen…. und auch wenn man es gerne vergisst, Bergarbeiter, Hafenarbeiter und Co. kommen nur zur Arbeit, wenn von dem Geld was sie dort verdienen auch leben können.
    Der Glaube, dass alles was wir hier nicht selber herstellen von irgendwem im Ausland einfach gekauft werden kann, ist ein Irrglaube. Wenn Volkswirtschaften zusammenbrechen, wird nicht nur virtuell Geld und Wohlstand an der Börse verbrannt. Es fehlen auch wirklich am Ende Güter in Lagerhallen und Regalen.
    Wir dürfen dabei in der Landwirtschaft nicht den selben Fehler machen wie bei der letzten Kombi aus Pandemie und Krieg. Wir hatten schon mal gedacht, dass durch die radikale Reduktion der Tierhaltung, besonders der Schweine, eine Krise entschärfbar wäre. Das Gegenteil trat ein.
    Ja, wir brauchen einen besseren Naturschutz, der ist aber viel einfacher und kurzfristiger in den Städten zu realisieren, wenn wir endlich einsehen, dass Natur nicht nur auf dem Acker und im Wald stattfindet, sondern auch an Hochhausfassaden und in Vorgärten von Einfamilienhäusern. Wir könnten eh schon versiegelte Flächen. wie Autobahnen und Schnellstraßen mit Solar-Wänden statt Schalschutzwänden ausstatten… selbst Solarüberdachung von einigen Abschnitten wäre möglich und der Strom würde dort produziert, wo er gebraucht wird. Wir könnten Parks rewilden und schon vorhandene Teiche in Parks zu Wasserspeichern ausbauen, um Starkregenereignisse zu entschärfen.
    Wenn Streuobstwiesen so wichtig sind, warum sehen wir dann keinen einzigen Obstbaum in unseren Stadparks? Wenn Blühstreifen so wichtig sind, warum wird dann immer noch die Berliner Tierpark Mischung ausgepackt und auf Rasenflächen in den Parks gepocht? Den meisten Wildtieren ist es schnurz egal, ob sie in einer Stadt oder auf einem Feld sind, solange sie Bedingungen vorfinden, die ihnen das Leben ermöglichen. Der Teichralle ist es egal, ob sie eine Traktorenhalle oder ein Einkaufszentrum als Nachbar hat, wenn der Teich ihr zusagt.

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    • Reinhard Seevers sagt

      “Den meisten Wildtieren ist es schnurz egal, ob sie in einer Stadt oder auf einem Feld sind, solange sie Bedingungen vorfinden, die ihnen das Leben ermöglichen”.

      Gutes Beispiel sind die Feldhamster auf dem Campus der Uni Göttingen. Man hat versucht sie dort zu halten, aber festgestellt, dass die dauernden baulichen Erweiterungen und die ständige Unruhe keinen Bestand sichern. Nun sollen die Bauern mit ihren Feldern in der Umgegend diese Aufgabe übernehmen. Sie müssen dafür Auflagen im Anbau hinnehmen…..🤗☝️

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      • Christian Bothe sagt

        In Meyer‘s Lexikon wird der Feldhamster als Getreideschädling eingestuft…Wie weit wir schon einmal waren, R.S.

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        • Sabine sagt

          War er auch. Eigentlich ist er ein sehr, sehr alter Kulturfolger. Sein größtes Problem ist eigentlich, dass wir weder Hocken, Schober, Diemen noch Reiter mehr haben. Seit der Eisenzeit hat der Mensch sehr ähnliche Arten der Nachtrocknungstechnik benutzt die für viele “Feldtiere” eine Lebensgrundlage bildeten. Nur wo haben diese Feldtiere gelebt, bevor wir hierher kamen und Felder anlegten? Die seit Jahrzehnten gepflegte Theorie, dass Europa nach der letzten Eiszeit dicht bewaldet war, bekommt immer mehr Löcher. Alleine schon weil Wisente, wie man in Auswilderungsprojekten beobachten kann, vierbeinige Kettensägen sind und das entstehen von dichten Wäldern nach Kräften zu verhindern suchen.
          Unser Problem Wildtiere zu schützen fängt schon da an, dass wir sie ein Wald-, Feldtiere etc. einteilen. Wir nehmen an, dass die Tiere wo wir sie heute beobachten ihre bevorzugtes Habitat haben. Was ist, wenn sie dorthin schon lange ausgewichen sind und eigentlich eine ganz andere Umgebung bevorzugen würden.
          Ein anders Beispiel ist der Rothirsch.
          Wir nehmen an, das er gerne in unseren Hochwäldern lebt…. aber die meisten seiner Verwanden sind eher Bewohner von Flussauen, Waldrandlagen und Halbsteppen. Was ist, wenn wir dieses Tier schon so lange aus seinem natürlichem Habitat verdrängt haben, dass wir es nie in seinem Ursprungshabitat beobachten konnten? In einigen Auswilderungsprojekten, wo sich Hirsche aussuchen können, wo sie sich aufhalten, meiden Sie dicht bewaldete Flächen und halten sich die meiste Zeit nahe am oder sogar im Wasser auf.
          Bei Rehen ist es ähnlich. Sie suchten dort nicht nur zum Setzen freie Flächen auf, sondern bewegen sich dort meist halboffenen Buschlandschaften.
          Wir schützen oft wahrscheinlich einfach die falschen Habitate.

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  11. Christian Bothe sagt

    Schon interessant,was Balmann da publiziert! „Die Gesellschaft in Deutschland erwartet eine Veränderung der Landwirtschaft.“Das ist für mich der Knallersatz…Die Gesellschaft( wer immer das ist…) sollte froh sein, das die LW sie ernährt! Das erfolgt nach guter fachlicher Praxis und ist heute noch wichtiger denn je! Effektiv und intensiv zu produzieren, auf‘s Klima reagieren und das bei den gestiegenen Kosten ist die entscheidende Aufgabe in der Pflanzen-und Tierproduktion! ZKL , Green Deal, Farm to fork, 4% Stillegung usf.sowie andere EU-Possen sind dabei und kontraproduktiv, selbst GAP ist dabei interpretationswert…Scheinbar erhält unsere LW mit ihrer Bauernschaft( 365 d/a) durch das Ukrainedisaster Auftrieb und eine positive Bewertung in der Gesellschaft, was schon lange überfällig wäre! Deshalb ist das oben formulierte „Erwarten von Veränderungen“ eine ziemliche provokatorische Ansage! Jeder Bauer und Manager eines Betriebes weiß genau was zu tun ist, um auch unter den komplizierten Bedingungen der Gegenwart weiter existieren zu können.

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  12. Mark sagt

    @ Willi
    DIese Anmerkung fehlt in diesem Blogbeitrag:

    “Der Text stellt die Meinung des Autors dar.”

    Fehlt diese mit Absicht?

    1
  13. Mark sagt

    “Ebenfalls sollte anerkannt werden, dass viele Tierschutz- und Umweltprobleme managementbedingt sind.” Dies hätte ich gerne mal an konkreten Beispielen belegt!

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    • Bauer Willi sagt

      Die Beispiele gibt es zuhauf. Sogar bei mir in der Nachbarschaft.
      In der Tierhaltung werden ständig Fälle bekannt, und wenn wir ehrlich sind, auch eine große Dunkelziffer.

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      • Mark sagt

        Ich meine jetzt nicht die Einzelbeispiele, welche die Ausnahmen von der Regel darstellen. Natürlich gibt es in den Reihen der Bauern Schwarze Schafe, die leider den kompletten Sektor anschwärzen können. Ich meine eher die Frage, hat sich die Tierhaltung in Deutschland managementbedingt in den vergangenen 30 Jahren derart DRAMATISCH verschlechtert, dass es jetzt eines kompletten UMBAUS bedarf??? Hat sich die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln so dramatisch verschechtert, dass wir diese per order di mufti um 30% Reduzieren müssen. Haben sich die Nitratwerte so schlecht entwickelt, dass es einer X.ten Reform der DüVO bedarf, bei der keiner mehr durchblickt?? Etc.pp. da möchte ich belastebare Beispiele. Nicht solche wie beim angeblichen Insektensterben, dessen Grundlage eine einzige Fakestudie ist, auf denen unzählige Fakestudien aufbauen….

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        • Arnold Krämer sagt

          Aufs Ganze gesehen ist die Entwicklung in der Tat nur positiv gewesen, genau das Gegenteil von dem, was behauptet wird. Wir haben bildungsmässig sehr viel erreicht.

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            • Hans Gresshöner,Landwirt sagt

              In der Politik ist Populismus,Emotion angesagt,weil Politiker gewählt werden wollen,aber ansonsten für nichts verantwortlich sind.
              Eben um 16.00 kam die Meldung bei ZON,dass die Schwarzgelbe Koalition in Düsseldorf nicht weiter regieren könnte,weil ihnen die Stimmen dazu fehlen würden.
              Ist das nicht Wahlbeeinflussung.

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          • Inga sagt

            Aber natürlich, warum erkennen die Fachfremden das nicht an?
            Die blamieren sich doch nur mit ihren unqualifizierten Behauptungen.
            Und da müsste die Politik einen Riegel vorschieben.

            Warum darf ich keine bunten Nummernschilder an meinem Auto haben?
            Warum darf da nicht jeder seine Meinung äußern?

            Warum ist die Verkehrssicherheit geschützter wie die Erzeugung gesunder Lebensmittel?
            Um wieviel ist das Thema unwichtiger?

        • Reinhard Seevers sagt

          Wenn man die Sicht auf den Begriff Tierwohl erweitert, wird man wiederum als Tierquäler dastehen…..es gibt kein Ende, es sei denn, man folgt den Fundamentalisten und überlässt ihnen Deutungshoheit und gesetzliche Umsetzung unterstützt durch politische Opportunisten.
          DAS ist dann wirklich das Ende.

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          • Inga sagt

            Die das behaupten sollen erst mal beweisen, dass in den modernen Ställen, die nach Besonderheit der Tierart konstruiert wurden eine Tierqual stattfindet.
            Ich finde die wurden schon nach einem Grad Tierwohl gebaut.
            Wieviel Tierpsychologen arbeiten denn an der Neugestaltung eines Stalles mit?
            Wer ist auf die Idee mit den Kuhbürsten gekommen?
            Woher weiß man, dass sich Kühe gerne mehrmals am Tag melken lassen und allein in den Melkstand gehen?
            Woher weiß man, dass Schweine immer dahin machen, wo es nass ist, und nicht in ihre Liegefläche, bzw. Wohnzimmer?

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  14. Ludwig sagt

    Politik und Medien meinen wohl das man nur Industrie , Gewerbe und Landwirtschaft nur genug treiben und schlechtmachen muß , um das “Letzte” an Steuern und Abgaben herauspressen und noch seiner Moralidiologie zu folgen kann. Jeder von den 25 Millionen Nichtsystemrelevanten muß wissen , daß die 18 Mill. Systemrelevanten hier alles erarbeiten.Während in der Wirtschaft immer stark rationalisiert wird , ist in unseren Verwaltungen immer noch der Stift, Papier und das Faxgerät im Einsatz und man sich dort weigert in die Digitalisierung zu gehen.Rationalisierung ist dort oft ein Fremdwort. Das kann man Weiterdenken . Ob Bundestag , Kanzleramt , Ministerien usw. überall Personalaufstockung. Überall in der Welt Geld verteilen und wenn hier im Lande Widerstand kommt , wird das auch mit Geld erstickt , oder so auch der Wahlsieg mit Geld erkauft. Das kommt jetzt zum Ende, weil der Staat sich überall übernimmt. Mit der neuen Regierung kommt nun die Staatswirtschaft. Überall wird eingegriffen und das treibt viele dazu in der Wirtschaft nicht mehr mitzumachen. Aber auch im Pflegebereich usw. ist das zu erkennen. Auch in der Landwirtschaft werden die Tierbestände radikal abgestockt, weil
    durch Eingriffe die Verkaufspreise nicht mehr zu den Erstellungskosten passen. Marktwirtschaft war einmal. Dafür Gendern wir , aber jeder muß wissen , daß für einen Genderproff. auch Leute da sein müßen die diese Stelle mit “Arbeit” erwirtschaften , doch das scheint hier in Bullerbü noch nicht angekommen zu sein , denn hier werden die Erarbeiter nur noch drangsaliert.

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    • Reinhard Seevers sagt

      “Während in der Wirtschaft immer stark rationalisiert wird , ist in unseren Verwaltungen immer noch der Stift, Papier und das Faxgerät im Einsatz und man sich dort weigert in die Digitalisierung zu gehen.Rationalisierung ist dort oft ein Fremdwort.”
      Das genaue Gegenteil ist das Problem. Die Digitalisierung wird zum größten Problem, gerade in den Verwaltungen.
      Es wird zum Chaos, täglich erlebbar.

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  15. Klemens Minn sagt

    Wenn ich mir die Ertragssituation anschaue, frage ich mich in wie weit überhaupt der Mindestlohn erwirtschaftet wird. Verzinsung eingesetztes Vermögen mal lassen vor.

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  16. Thomas Bröcker sagt

    Ich persönlich krieg nen dicken Hals, wenn ich Herrn Balmanns Aussagen lese. Irgendwie können Agrarökonomen nur Entwicklungen beobachten und in hochtrabende Sätze fassen. Lösungsansätze kann ich in den Ausführungen nicht erkennen.
    Da wird einerseits dem “Markt” der totale Freispruch erteilt:
    ..” Die Haupterwerbsbetriebe erzielen Gewinne je Familienarbeitskraft, die weit unter dem gesellschaftlichen Durchschnitt liegen …. Die Ursache ist nur teilweise in zu niedrigen Produktpreisen zu suchen und noch weniger in den Marketingstrategien des Einzelhandels.”…

    Die Ursache liegt m.E. im nicht oder ungenügend geschützten “freien” Rohstoff- und Produkteinkauf (der billigste gewinnt) versus Verteuerungen durch nationale Auflagen, Grenzen und Wohlstandsunterschiede.
    Sagen Sie es doch frei heraus, Herr Balmann, die Bäuerliche Eigentums und Produktionsstruktur ist aus Sicht der Agrarökonomen überholt und ineffektiv.

    Ich sage Ihnen, das Gegenteil ist der Fall. Nirgends liegt die FLÄCHENPRODUKTIVITÄT so hoch wie in den mittleren bäuerlichen Betrieben. Langfristig löst der Trend zu immer größeren Betrieben kein einziges der von Ihnen eingangs erwähnten Probleme hinsichtlich Klima und Umwelt, sondern entzieht der Branche zunehmend Anteile an der Wertschöpfungskette, die dann zudem aus dem ländlichen Raum weitgehend verschwindet (Stichwort “sterbende Dörfer”). Vielleicht ist es objektiv so, dass im Interesse des “Großen Geldes” für Wenige NexAT und Ähnliches die Lösung sind. Dann soll die Politik und Agrarökonomie diesen Zusammenhang auch deutlich kommunizieren und die Landwirtschaft in die Hände des Großen Geldes legen und die Bauern als Landeigentümer entschädigen und oder dauerhaft bezahlen, mit Urlaubsgeld, Tarifvertrag und geregelter Arbeitszeit.

    Angebote und praktische Aktivitäten der Landwirtschaft bezüglich Förderung von Bio-Diversität und Lösung eventueller Umweltprobleme gibt es zu Hauf. Erst einmal muß aber wenigstens ein Ansatz eines gemeinsamen Konsenses der Beurteilung der tatsächlichen Lage erarbeitet und von allen akzeptiert werden.

    Meines Erachten kann NUR die nachhaltige Intensivierung den Konflikt zwischen Ernährungssicherheit und Arten- und Umweltschutz sichern. Das geht über Technologie und nicht über Philosophieren über Selbige – sage ich als gelernter Technologe.
    Technologie ist per se neutral, die Frage ist, in welchen Kontext und welche Verknüpfung mit “der Umgebung” sie gesetzt wird.

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    • Brötchen sagt

      Thomas ich wollte nix schreiben, für mich unerträglicher Geschwafel!
      Die ganzen Bundesinstitute sind mit Teil des Problems!

      Ich würde sowas nie Landwirten als Text anbieten!

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      • Bauer Willi sagt

        Kann es vielleicht auch am Leser liegen, dass er das für “Geschwafel” hält?
        Nicht Herr Balmann “bietet das den Landwirten als Text an”, sondern ich. Ich habe ihn sogar darum gebeten, mir den Text, der zuerst bei AgraEurope veröffentlich wurde, zu überlassen.
        Ich habe manchmal den Eindruck, einige Landwirt:innen gefallen sich in ihrer Hoffnungs- und Mutlosigkeit.

        Und an @Thomas Bröcker

        Herr Balmann ist im Wissenschaftlichen Beirat – nach meiner persönlichen Einschätzung – einer der wenigen Realos. Lies mal, was Grethe und Taube so von sich geben… Ne, nicht heute, sondern erst, wenn Dein Blutdruck wieder unten ist. 🙂

        Im Übrigen bin ich der Meinung, dass jede Meinung zu Wort kommen sollte. Nicht nur die, die uns in allen Punkten gefällt. Manchmal tut uns auch etwas Selbstreflektion ganz gut.

        Morgen soll es im Rheinland gewittern…

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        • Reinhard Seevers sagt

          Der eine verfasst einen Text, der nächste gibt diesen weiter an eine Community, und die Leser bewerten das Geschriebene aus ihrer Sicht…..alles gut.

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          • Mark sagt

            Es ist in der Tat Herrn Prof. Balmann hoch anzurechnen, sich hier im Blog der Diskussion zu stellen. Allerdings muss man berücksichtigen, um mit Melnyk zu antworten: wir sind nicht seine Studenten! und schon gar nicht seine Politiker! wir sind die Betroffenen, diejenigen, die sich tagtäglich Realitäten stellen müssen. Darum geht es hier unter Umständen ruppiger zu als im wissenschaftlichen Stuhlkreis, gleichwohl dürfte es zu einer gewissen Erdung führen, so dass am Ende alle davon profitieren.

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    • Marian E. Finger sagt

      Der Glaube, dass “Technologie per se neutral” ist, ist ein Irrtum. Technologie ist der Ausdruck von Machbarkeit, also einer Ideologie, die die Welt nur als funktional und berechenbar begreift und sie entsprechend auf Funktionalität, Reproduzierbarkeit und Effizienz reduziert.

      • Stadtmensch sagt

        Das kapitalistische System wird von Kaufleuten betrieben. Darin wird alles zur Ware. Du kriegst in der “Gesundheitswirtschaft” die Fallpauschale und in der Konditionierung der angehenden Marktteilnehmer auf Wettbewerb den Betreuungsschlüssel.
        Fast alle finden das gut und deuten es als den natürlichen Wandel von Fressen und gefressen werden. Wachsen und Weichen oder euphemistischer “Permanente Transformation”. Die Technik ist da nur Mittel zum Zweck.
        Ich denke nicht, dass die Araber, als sie Astronomie und Mathematik in neue Höhen trieben, solches im Sinn hatten.
        Die Verwandlung der Welt in einen Supermarkt für Totes ist irgend so einem wertewestlichen Todestrieb oder tief sitzendem Selbsthass (Minderwertigkeits- oder Schuldkomplex) entsprungen, womit wir wieder bei der Religion wären. Nee nee, es hat nichst mit Vernunft zu tun, “rationale effiziente Strukturen” zu schaffen, die beim geringsten geopolitischen Geplänkel zu Bruch gehen. Hier fließt nix.

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        • Inga sagt

          Ist Selbsthass, aus welchem Grund auch immer menschlich,
          dann müsste es in unsere Ökonomie eingearbeitet sein
          und nicht auf die Bauern transferiert werden, denn das ist echt
          unsozial
          Das wollte doch der Chem abschaffen.

          • Stadtmensch sagt

            Nichtmal Chem kann “Eros und Thanatos” abschaffen. Oder doch? Als ausgebildeter Sozialpädagoge?

            Zitat:
            ” Eros und Thanatos sind die beiden Urtriebe, von welchen alle anderen Triebe, gleich in welcher Ausprägung, lediglich Partialtriebe darstellen. Sie streben immer gegeneinander und heben sich dadurch in ihrer zerstörenden Wirkung auf, denn ein ungezügelt befriedigter Eros wäre ebenso vernichtend wie ein ungezügelter Todestrieb.”

            …nur weil Sabine oben auf das Beispiel Sri Lanka hinwies:
            “Die Bevölkerung Sri Lankas ist von 7,9 Millionen 1950 auf über 21,9 Millionen im Jahr 2020 gewachsen”
            Also mit der Freudschen Logik brauchen wir “zur Korrektur” eine Marionettenregierung, Waffenexporte und Bürgerkrieg, und ein zwei menschengemachte und eine natürliche Umweltkatastrophe, um die Geburtenrate wieder runter zu bekommen.

            ..nur weil es im Beitrag von Herrn Balmann um “Diskursversagen ohne Perspektive” ging. Vielleicht müsste man wirklich langsam mal beim Menschen anfangen zu diskutieren und nicht beim Symptom “Finanzierbarkeit von Außenklimareiz”.

            Wir haben doch so viel “nicht Systemrelvante” (sic Ludwig), die dafür ausgebildet wurden?

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        • Marian E. Finger sagt

          Technik ist nicht Mittel zum Zweck, sondern der höchste Zweck an sich, dem die Menschen alles opfern inklusive sich selbst. Bei näherer Betrachtung erweist sich das kapitalistische System lediglich als Mittel, mit dem sich Menschen in immer neue Zwangslagen bringen, um diesen höchsten Zweck anzubeten und von diesem Erlösung zu erhoffen. Weil Technik der höchste Zweck an sich ist, ist die Verwandlung der Welt in einen Supermarkt für Totes nicht nur ein westliches Werteproblem, sondern ein generell menschliches.

          Fressen und gefressen werden hingegen ist Ausdruck lebendiger Verwandlung. Im ewigen Stoffwechselprozess kann ein Molekül alles sein, als Teil eines Grashalms wird es im Fressen und Gefressenwerden Teil einer Kuh, ein Weizenkorn wird Brot und mein Verdauungstrakt verwandelt ein Boeuf Bourguignon in einen Teil von mir selbst. Tot ist alles Technische. Benzin verwandelt sich nicht in einen Teil des Autos, das es antreibt. Und das Hauptbestreben des Menschen besteht darin, Lebendiges in Totes zu verwandeln, das Lebendige zu technisieren.

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          • Stadtmensch sagt

            Ok, dann hätten wir mal die Fronten geklärt. Bin mir aber sicher, dass die Menschen sich wie immer nicht entscheiden können, ob sie ausschließlich im Organischen reüssieren wollen (mit allen Konsequenzen) oder ob sie den Weg in den Transhumanismus zu Ende gehen.
            Lieber machen sie sich etwas vor und nutzen einen bequemen fahrbaren Untersatz oder ein Smarthome oder eine Kapitalanlage, um sich von der “Natur” abzugrenzen bzw. zu schützen.

            Womit wir wieder beim Verlust landwirtschaftlicher Nutzfläche und dem Schauspiel Wachsen und Weichen wären…

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            • Reinhard Seevers sagt

              Stadtmensch, es ist, wie du schreibst. Die Bevölkerung wird sich nicht freiwillig beschränken und die Industrie und mit ihr die gleichen Bürger werden den Wohlstand mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigen. Der Positivismus des 19. Jahrhunderts basierend auf technologischen Lösungen ist nach wie vor richtungsweisend. Es gibt schlicht keine Alternativen zur materiellen Befriedigung. Allerdings wird Nahrungserzeugung unter dem Ablasshandel eigenen Fehlverhaltens geopfert…..hat Herr Baumann ja eindrucksvoll vorgestellt. Ende Gelände!

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              • Reinhard Seevers sagt

                Korrektur:
                Stadtmensch, es ist, wie du schreibst. Die Bevölkerung wird sich nicht freiwillig beschränken und die Industrie und mit ihr die gleichen Bürger, werden den Wohlstand mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigen. Der Positivismus des 19. Jahrhunderts basierend auf technologischen Lösungen ist nach wie vor richtungsweisend. Es gibt schlicht keine Alternativen zur materiellen Befriedigung. Allerdings wird Nahrungserzeugung unter dem Ablasshandel eigenen Fehlverhaltens geopfert…..hat Herr Balmann ja eindrucksvoll vorgestellt. Ende Gelände!

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              • Stadtmensch sagt

                Herr Balmann hat eindrucksvoll mit Worthülsen geklimpert (Diskursversagen usw.) und dabei ganz vergessen, was der eigentliche Treiber für den Verlust landwirtschaftlicher Produktivität ist:
                Laut Friedrich Kuhlmann (Agraökonom) ist die lw. Nutzfläche zwischen 1991 und 2014 um 1.139.000 ha geschrumpft (Versigelung, Ausgleichflächen, Naturschutzgebiete, Windparks usw.).

                Das sind jählich ca. 50.000 ha. Als täglich 130 ha!
                Also täglich die Ernährungsgrundlage für 650 Menschen (ebd.)

                Das passiert, wenn die Bodenpreise für LN nicht venünftig reguliert werden (danke Politmollusken! Danke Berater!)

                “Wir” schicken jetzt Waffen, um die Ukraine in den nächsten 20 Jahren in verbrannte Erde verwandeln zu lassen. Wir (Steuerzahler) zahlen die Waffen und den Wiederaufbau (geschätzt bisher 600 Milliarden Euro). Wir versorgen die Flüchtlinge und malochen für die Rendite der Lebensmittelspekulanten, wir frieren für die Freiheit bei 3,50 Euro für 1m³ Gas ab Herbst.
                Ich weiß schon. Ich kleiner Provinzangshase kann mir einfach nicht vorstellen, wie schnell das mit tollen neuen Energie- und Rohstoffquellen gehen kann, wenn man nur Leute wie Habeck, Baerbock, Strack-Zimmermann, Merz…eigentlich alle… einfach machen lässt…

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                • Marian E. Finger sagt

                  Der Verlust der Ernährungsgrundlage für täglich 650 Leute bedeutet, dass nach 23 Jahren 5.456.750 Leute weniger ernährt werden können. Statt dass die Bevölkerung ansatzweise um diese Anzahl sinkt, ist sie von 79,9 Mio. (1990) auf 83,16 Mio. (2020) angewachsen. Und dicker sind die Leute auch noch geworden. Dazu noch Öko-Landbau, bei dem der Ertrag um die Hälfte sinkt, Flächenstilllegungen, Wölfe, Energiewende und was weiß ich noch …. erstaunlich, dass das bis jetzt immer noch funktioniert. Der alte Indianer, der behauptet hat, dass man Geld nicht essen kann, muss sich geirrt haben. Anders ist dieses Wunder nicht zu erklären, denn während alle Ressourcen dahinschwinden, ist die Geldmenge das Einzige, das außer der Weltbevölkerung stetig wächst, ach was, über die Maßen anschwillt.

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                • Stadtmensch sagt

                  “erstaunlich, dass das bis jetzt immer noch funktioniert”

                  Klimawandel hast du noch vergessen. Hat auch schöne Etragsdepression zur Folge. Tja, wer soll uns beliefern?

                  Jedes Volk bekommt die Administration die es verdient…

                • Arnold Krämer sagt

                  Verlust an Produktivität hat nichts mit dem Verlust an Produktionsfläche zu tun, wenn man einmal davon absieht, dass die besten Böden in der Regel im Nahbereich der Städte und Dörfer lagen beziehungsweise liegen, die dann bebaut werden. Die Produktivität (Arbeitsproduktivität, Kapitalproduktivität, Bodenproduktivität) ist eine relative Größe. Einfluss darauf haben die Akteure selbst mit der Nutzung von technischem Fortschritt und der Staat mit der Gestaltung von Rahmenbedingungen. Externe Einflüsse, die der Staat nicht steuern kann aber vorgibt steuern zu wollen wie klimatische Veränderungen, spielen selbstverständlich auch eine Rolle. Im Agrarbereich bekommt die staatliche Einflussnahme eine immer größere Bedeutung, weil Produktivität zurückverordnet wird durch vielfältige Vorschriften, die mit Klima, Biodiversität, Tierschutz etc. begründet werden. Das treibt die Kosten und führt zusammen mit den aktuellen kriegsbedingten Verwerfungen in den Wertschöpfungsketten zu erheblichen Preissteigerungen. In einer solchen Situation die alte, schon unter CDU-Ministern eingeleitete Agrarpolitik einfach fortzuschreiben, ist nur dumm.

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    • Alfons Balmann sagt

      Hallo Herr Bröcker,

      im Beitrag werden vor allem sektorale und politische Herausforderungen angesprochen. Wesentliche Schlussfolgerung ist, dass es der Landwirtschaft nicht helfen wird, darauf zu warten, das jemand mit einem dicken Geldbeutel kommt oder dass sich die Probleme von alleine erledigen, wenn weniger Fleisch gegessen und dieses dann gerecht bezahlt würde. Auch enthalten etwa die Empfehlungen der Zukunftskommission Widersprüche, die sich kaum auflösen lassen. Die vier Thesen begründen diese Argumentation. Natürlich kann man zu allem geteilter Meinung sein. Allerdings ändert das wenig an der Faktenlage.

      Ich sage im Beitrag nicht, wie die Landwirtschaft der Zukunft aussehen soll. Das wird sich anhand der technologischen, marktlichen und politischen Entwicklungen sowie auch unternehmerischen Entscheidungen ergeben. Zu letzterem Punkt hatte ich bei der DLG-Wintertagung angeregt, dass Landwirt:innen sich bei strategischen Entscheidungen wie Hofnachfolge oder Investitionen viel häufiger folgende Fragen stellen sollten:
      1. Werde ich / wird mein Unternehmen / mein Stall wirklich gebraucht?
      2. Von wem?
      3. Was können wir / was kann ich beitragen, was andere nicht können?
      4. Unter welchen Umständen?
      5. Werde ich damit glücklich?
      6. Was wäre meine Exit-Strategie?
      Wenn man sich diese Fragen nicht stellt oder darauf keine Antworten hat, dann wird man zum Spielball anderer. Und es liegt auch in der eigenen Verantwortung, wenn man sich darauf einlässt, ein Spielball zu sein.

      Viele Grüße

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      • Reinhard Seevers sagt

        “1. Werde ich / wird mein Unternehmen / mein Stall wirklich gebraucht?
        2. Von wem?”

        Sind diese beiden ersten Fragen wirklich adäquate Fragen für einen Rohstofferzeuger? Oder wird alles ausschließlich aus Sicht der Schweinehalter betrachtet?
        Denn bei z.B. Start-ups werden diese beiden Punkte simplifiziert wie eine Aktienspekulation behandelt. Ob man das auf die Agrarbranche 1:1 übertragen kann wage ich Mal zu bezweifeln.

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        • Alfons Balmann sagt

          Danke für die Rückfrage. Sie sprechen einen wichtigen Aspekt an. Allerdings denke ich, dass genau diese Sichtweise eines der Kernprobleme der Landwirtschaft ist. Es wird viel über das Dumping des LEH geschimpft. Aber geht nicht das eigentliche Dumping von der Landwirtschaft aus? Sie produziert und stellt beim Abliefern fest, dass die Kosten vom Preis nicht gedeckt sind. Und zwar nicht einmal, sondern fast regelmäßig.

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          • Reinhard Seevers sagt

            Die Frage stellt sich doch lediglich, weil Landwirtschaft in unseren Breiten in einem System von Markt, Sozialpolitik, Gesellschaftsanspruch, Rentensystem, Steuersystem, Gesetzesvorhaben, etc. eingeschnürt ist. Es geht bei der Erzeugung von Grundnahrungsmitteln in diesem Land gar nicht mehr um die Erzeugung und damit um die Ernährung von Menschen, es geht um die Aufrechterhaltung einer kleinen Gruppe von Agrarakteueren unter den Zwängen eines überregilierten Systems.

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            • Inga sagt

              Kann sein
              Und für Notzeiten die uns jetzt bevorstehn könnten.
              Und für Landschaftspflege und Ernergiewirtschaft.

              Und einem, dem man den Schwarzen Peter zuschieben kann, damit Ottonormalverbraucher mit reinem Gewissen nach Malle (und andere unökologische Dinge machen kann) fliegen kann.

              Also auch für den Frieden im Land zuständig.

          • Arnold Krämer sagt

            Die Landwirte wurden in den letzen 25 Jahren trotz gesättigter EU-Märkte immer wieder von Beratern, den Molkereien und Schlachthöfen selbst “angefeuert”, mehr zu produzieren. Dabei wurde explizit auf die wachsende weltweite Nachfrage verwiesen. Letztlich ging es dabei immer nur um die Auslastung der Kapazitäten der Molkereien und der Schlachtereien. Gleichzeitig wurden einzelbetriebliche und persönliche Restriktionen auch von Landwirten “gern” übersehen. Ausrechnen und kalkulieren konnte man alles entsprechend der Vorstellungen des Bauwilligen, der ja in der Beratung vor allem Bestätigung suchte. Die Frage “Was darf ich mir anhand meiner bisherigen Ergebnisse, meiner Ausbildung, meiner Persönlichkeit, meiner Unterstützung durch die Familie zutrauen?” wurde selten gestellt und noch seltener ehrlich beantwortet. Die Frage, was trauen mir die Banken (Andere) zu, stellte sich angesicht der Beleihungsmöglichkeiten von Grund und Boden auch eher selten. Die Vorbildwirkung von Berufskollegen spielte in bestimmten Regionen ebenfalls eine große Rolle getreu dem Motto: Watt de kann, dat könnt wie uk.

            Aber: Das Bild ist sehr uneinheitlich, stellt sich für die Schweinefleischproduktion anders dar als für die Hähnen- oder Putenmast und wiederum anders für die Milchviehhaltung oder ganz was Spezielles, die Eierproduktion.

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            • Reinhard Seevers sagt

              Aber die gleichen Kriterien gelten doch für alle Investitionen. Es werden und wurden landesweit Pferdeställe und Reithallen als Alternative zur landw. Produktion empfohlen und von der Nachfrage gestützt. Wenn nun die Einkommen der Einsteller sinken und parallel die Auflagen für die Betriebe steigen, wird hier der gleichen Effekt einsetzen und im Nachgang wird man wieder schlaue Sprüche hören, dass die Wege falsch eingeschlagen wurden…..
              Wenn Biogas negativ konnotiert werden wird, wird auch dieser empfohlene Bereich das Zeitliche segnen. Dann sind wieder die Bauern selbst schuld?

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              • Arnold Krämer sagt

                Klassische Landwirtschaft hat ein generelles Problem, nämlich die geringen Margen und folglich langen Amortisationsdauern von Investitionen. Das wurde und wird zum Problem, wenn man von der Erträgen einer Investition leben will und leben muss. Wer z.B. bereits 5000 Mastschweineplätze und eine Lehrerin zur Frau hatte, durfte das Risiko eines Stallneubaus mit 1500 Plätzen anders beurteilen, als der Kollege mit unausgelasteten Familien-Arbeitskräften. Aber das Thema ist mal wieder zu komplex für die Diskussion hier.

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          • Thomas Bröcker sagt

            Wir werden erleben, dass Verknappung für die dann noch existierenden Betriebe die Preise und Erlöse in die Höhe treibt. Das Spiel von Angebot und Nachfrage mutiert zu einem mörderischen solchen, wenn es um Ernährungssicherheit geht. Die verschiedenen Agrarförderungen der letzten Jahre in allen Teilen der Welt haben dieses Szenario immer zu verhindern versucht. Wenn wir, wie wir das in den letzten 30 Jahren betrieben haben, diese wichtigste Quelle des Lebens, die Ernährung, genauso der zunehmend unregulierten Globalisierung unterwerfen, kommt das heraus, was wir jetzt haben:
            1. einen jährlichen Realverlust an Wertschöpfung in der Urproduktion deutlich über der tatsächlichen Inflation.
            2. Die zunehmende Aneignung großer Teile der Wertschöpfung in der “Lebensmittelkette” am End und in der Mitte derselben (Handel und Verarbeitung) – was ich als (politisch gewolltes) Totalversagen der Marktkontrolle über das Kartellrecht begreife.
            3. ist es sachlich falsch, dass die Umstände es zulassen über die Urproduktion eine Verknappung zu organisieren – die Politik würde blitzschnell mit dem Gewaltmonopol des Staates einschreiten (wenn deshalb Unruhen zu erwarten sind).
            Die Lösung kann nur in einer Mischung planwirtschaftlichen Ansätze und der Ausbalancierung von Erzeugung und Verbrauch erfolgen. Die Interaktion der LEH-Riesen und der Vermarkter/verarbeiten funktionieren doch längst nur mit diesem Ansatz. Die Preisanpassungen müssen wie bei der Bahn und in fast allen anderen Bereichen vor allem für die LEBENSNOTWENDIGEN Nahrungsmittel und Agrarrohstoffe mit politischen Eingriffen umgesetzt werden (Bauern haben keine Gewerkschaft). Sonst bleibt die Landwirtschaft Restgeldempfänger und wird tatsächlich in einer Art “entseelter” Großindustriestruktur enden.

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          • Marian E. Finger sagt

            Wenn gleichzeitig der Selbstversorgungsgrad zurückgeht, kann an dem Gesagten etwas nicht stimmen. 1991 betrug dieser 98%, 2020 sollen es 88% gewesen sein, manche sprechen sogar nur noch von 80%.

            Für die Ernährung der Bundesbürger werden, soweit ich weiß, mehr als 5 Mio. Hektar Ackerfläche außerhalb des eigenen Landes benötigt.

            Ist es nicht so, dass in diesen beiden Rechnungen der bereits produzierte Überschuss in manchen Bereichen wie Kartoffel, Zucker oder Fleisch, der wiederum in andere Länder exportiert wird, bereits eingerechnet ist? Mir ist so, als hätte ich so was mal gelesen, bin mir aber nicht sicher.

            • Reinhard Seevers sagt

              Der SVG ist ein Gradmesser für gar nichts. Er wird jeweils mal von der eine Seite so interpretiert, mal von der anderen so. Vergiss ihn einfach.

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              • Brötchen sagt

                Ja Reinhard ist so.
                Es gibt in Dt. auch nur ganz grobe statistische Erfassungen, teilweise sind solche Daten wie der SVG daraus abgeleitet.
                Wie Tierbestände werden einmal im Jahr abgefragt, bei sehr vermehrungsfreudigen Tierarten wie Geflügel und Schwein, kannst Du Dir die Zahlen sonst wo hin hängen.
                Dann gibt es noch die Schlachtstatistiken monatlich, wo aber wieder andere Quellen wie EU Länder hinein spielen.
                Zudem sind durch den EU Binnenmarkt die Länder sehr stark vernetzt und es wir viel hin und her gehandelt, in Größenordungen!

                Es gibt/gab aber in Dt. keinerlei strategische ! Politausrichtungen, wie in Fr. oder den USA.
                Das ist hier alles ein Chaos ohne Ende.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  SVG Bananen = 0,0
                  SVG Ananas = 0,0
                  SVG Avocado = 0,0
                  SVG Quinoa = 0,0
                  SVG Zitronen = 0,0
                  SVG Orangen = 0,0
                  SVG Pistazien = 0,0
                  SVG Rosinen = 0,0
                  SVG Mandeln = 0,0
                  SVG Oliven = 0,0
                  usw., usw.
                  SVG = Böses Schweinefleisch 100%😛👍

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                • Brötchen sagt

                  z.B. trötet doch alles wegen des angeblich so hohen und ineffizienten Fleischverbrauches.

                  Dabei wird eine wichtige Funktion von Tierbeständen übersehen, eines gewissen Puffers/Speichers für Engpässe.

                  Nehmen wir an, wir hätten eine Missernte wegen Dürre.
                  Irgendwie kann man immer noch irgendwas verfüttern z.b. Maisstroh hat für Kühe einen Futterwert wie schlechtes Heu.
                  Wenn keine oder zu wenig Tiere vorhanden sind, geht das nicht mehr.

                  Wir rutschen bei Nahrungsmitteln genau in so eine Versorgungs- und Abhängigkeitskrise, wie beim Gas und Öl.
                  Agrarökonomen tragen dazu bei, weil strategische Aspekte nicht mit angeführt werden.

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              • Arnold Krämer sagt

                Ich verstehe nicht, Herr Seevers, warum sie sich in dieser Form immer am Selbstversorgungsgrad abarbeiten. Bei den hiesigen klassischen Erzeugnissen ist der Selbstversorgungsgrad sehr wohl ein Indikator für relative Knappheit. Und wir wissen doch dass nur das, was knapp ist bei Rohstoffen auch hoch im Preis ist. Der Selbstversorgungsgrad bei Schweinefleisch liegt übrigens in Deutschland bei über 120 %. Da muss eine Menge raus und das ist nicht so einfach in Konkurrenz mit Ländern wie DK und NL, die langjährige Handelsbeziehungen in Abnehmerländer haben. Die wirtschaftlich besten Jahre für die Schweinehaltung in Westdeutschland waren übrigens die 1970er und 1980er Jahre, in denen es schon Spaltenböden und Flüssigfütterung gab, aber der Selbstversorgungsgrad etwa um die 90 % lag. Die Schweineproduktion ist nach der Wiedervereinigung nach oben „gejubelt“ worden, wobei die wirtschaftliche Grundlage immer mehr auf importierten Ferkeln und auf Mastställen in zweiter und dritter Hand lag.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Wenn politisch und gesellschaftlich ein SVG bei Schweinefleisch eben kein Kriterium ist für die Versorgung, weil es nicht gut, umweltschädlich und überflüssig ist, dann bleibt ja nur noch der Nutzen für den Erzeuger als Leitplanke für die Preisfindung. Aber auch da ist er doch kein Gradmesser mehr, was man hier ja bereits hundertmal diskutiert hat.
                  Wenn der Schlachter Hauspreise macht, nützen mir die SVG – Daten null.
                  Wenn das Verbraucherverhalten politisch und gesellschaftlich derart beeinflusst wird, dass eine ganze Branche aufhören muss, dann ist der SVG ein Gradmesser für den Niedergang…..also, wenn wir irgendwann bei 50% SVG Schein angekommen sind, dann jubeln PETA, DGE und Umweltverbände…..jubeln parallel auch die Erzeuger? Ja, die die Übriggeblieben. Alles gut! 👍

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                • Smarti sagt

                  Herr Seevers schreibt ( ironisch gemeint ): der Selbstversorgergrad von Schweinefleisch wird bei 50 % landen – alles gut….
                  an diesem Beispiel der Schweinefleischerzeuger kann sich JEDER LANDWIRT an einem Finger ausrechnen, wie es in seiner Branche Milch… Konvi…später auch Bio ausgehen wird.
                  Somit können Herrn Balmans 6 Fragen durch diese zwei Fragen ersetzt werden:
                  wie lange möchte ich meine ganze Kraft, meine Finanzen und den Betrieb noch einsetzen um “dieses Pack” zu füttern – denn “die Gegenspieler der Landwirtschaft” haben längst beschlossen, Bauernhöfe mit Hilfe der Bevölkerung zumindest in D still und leise zu liquidieren.
                  Will ich, dass meine Kinder alle diese Probleme “erben” – oder sollen sie “frei sein” ?

                  1
          • Mark sagt

            Die zentrale Frage, die sich stellt ist:
            “3. Was können wir / was kann ich beitragen, was andere nicht können?”
            Die Antwort für das Gros der Landwirte, die überwiegend Agrarrohstoffe herstellen, lautet: NICHTS
            Agrarrohstoffe sind überwiegend standartisierte Produkte (Fleisch, Milch, Weizen, Raps etc.) die zu 100% international austauschbar sind. Durch die atomistischen Marktanteile der Erzeuger haben diese quasi keinen Einfluss auf die Preise. Bleibt nur noch die Kostenseite, hier kann versucht werden die Stückkosten zu drücken (z.B. durch Produktionsausdehnung, Rationalisierung, etc.) oder auf Faktorentlohnung zu verzichten (das was die meisten Familienbetriebe praktizieren). Je länger auf Faktorentlohnung verzichtet wird, desto schwieriger die Situation für die Betriebe. Für alle anderen Marktbeteiligten (Verarbeiter, Handel, Verbraucher) ist/war diese Situation natürlich höchst komfortabel und daher strebt auch niemand eine wirkliche Veränderung der Situation an. Kritisch wird es für diese erst, wenn an den internationalen Märkten wirkliche Knappheit auftritt. Dann bricht Panik aus. So wie jetzt. Dann sind die Rohstoffproduzenten plötzlich wieder gefragt. Deshalb sollten die Rohstoffproduzenten nur wenig Interesse daran haben, die derzeitge Marktlage zu drehen und getrost die EU-Flächenstillegung akzeptieren.

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      • Smarti sagt

        Herr Balmann, würde jeder Nachfolger alle diese Fragen mit einem ehrlichen JA beantworten müssen – es gäbe keine Unternehmen mehr. Keine Spitäler, keine Arztpraxen, keine Politik – oder wer ist schon “immer” glücklich, erfolgreich und einzigartig ?

        4
  17. Hans Gresshöner,Landwirt sagt

    “Die Gesellschaft in Deutschland erwartet eine Veränderung der Landwirtschaft”

    NEIN!

    Die wollen “gut und günstig” und nach Malle!
    alles andere interessiert nur Weltenretter.

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    • Malte Voerste sagt

      Wer in der Schweinemast 5D fordert und zeitgleich deutsche Schweine durch Holländer ersetzt zeigt sein wahres Gesicht. Solange billiger gewinnt brauchen wir keinen Borchardplan. Die Realität zeigt jede Woche was nachgefragt wird.

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    • Bauer Willi sagt

      Das stimmt nicht! Die Gesellschaft erwartet eine Veränderung der Landwirtschaft! Aber der Konsument will nicht dafür bezahlen! Das ist das Problem und das weiß die Politik auch.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Und die Gesellschaft ist Mister Jekyll, und der Verbraucher Dr. Hyde? 🤔

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      • Mark sagt

        Das Gros der Gesellschaft verhält sich in der Tat so wie H. Gresshöner es beschreibt. Die angebliche Forderung nach Veränderung (wobei meist nicht gesagt wird, wie die Veränderung überhaupt aussehen soll, noch nicht mal von Balmann) kommt von lautstarken, gesellschaftlichen Randgruppen wie NGO´s oder wissenschaftlichen Institutionen (Wissenschaftlern), die um öffentliche Wahrnehmung ringen. Transportiert wird die öffentliche Wahrnehmung über die Medien, die gerne mit solchen Gruppen eine Symbiose eingehen. So wird eine gesellschaftliche Erwartungshaltung suggeriert, die es in Wahrheit gar nicht gibt!

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    • Inga sagt

      Weiss denn die Gesellschafft wohin sich die Landwirtschaft ändern soll,
      Kann sie das nachvollziehen, oder braucht sie dass nur zu eigenen Ego?

      1
      • ReinerStoff sagt

        Wenn die dt. Gesellschaft die Landwirtschaft angeblich zurück zu Bullerbü haben möchte, sollte man dieser Gesellschaft auch ehrlicher Weise sagen, dass dies dann auch Preise aus Bullerbü bedeutet, sprich 50%+ des Einkommens gehen für Lebensmittel drauf! Wird halt dann schwierig wenn für die Miete ebenfalls schon 50% des Einkommens gebraucht werden… aber ist ja angeblich so gewollt oder doch nur Heuchelei wenn dann konkret werden soll?

        3
  18. Jürgen Donhauser sagt

    Ich habe das Gefühl, diese Diskussion kommt vor allem bei den Schweinehaltern zu spät – das Zeitfenster hat sich wegen politischer Untätigkeit geschlossen. 50 %‘iger Abbau der Nutztiere erfolgt somit zum Nulltarif – vielleicht gewollt?!

    20
    • Arnold Krämer sagt

      Es ist nicht politische Untätigkeit. Im Gegenteil. Es ist die Saat politischer Tätigkeit, die jetzt in der Krise voll und ganz aufgeht. Kostenträchtige Sondervorschriften für die Produktion, schlechte Gesetze, schlechte Verwaltung und das politisch gewünschte, mediale Trommelfeuer insbesondere gegen die Schweinehaltung und das Schweinefleisch sind eine ökonomische “Schraubpresse”, der sich Schweinehalter in bestimmten einzelbetrieblichen Konstellationen nicht mehr entziehen können. Viele hoffen aber auch noch, aus einer gewissen Position der Stärke heraus, den Stum überstehen zu können.

      Die Halbierung der Tierhaltung erfolgt, aber nicht geordnet, nicht positiv lenkend, nicht zu angeblich gewollten Strukturen und zu mehr Regionalität führend, weil die verantwortlichen Politiker die Wirkungszusammenhänge selbst nicht ansatzweise verstehen.

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      • Markus Kempen sagt

        Ist nur die Politik an der derzeit gen Misere Schuld? Die Landwirte haben auch vor 15 – 20 Jahren sehr gerne auf die vollmundigen Versprechen ihrer Marktpartner gehört, die ein unbegrenztes Wachstum der Exportmengen für möglich hielten. (Aus dem Hause Thönnies kam doch mal der Spruch “Ich sehe keine Wachstumsgrenzen”). In den Phasen in denen der Export dann auch mal gut lief (zuletzt 2019 bei der ASP in China), wollte keiner was von einer “geordneter Halbierung” hören. Der Konsum in DE ist schon seit 2016 rückläufig, der Export hat das aber bis zum Ausbruch von Corona bzw. ASP in DE kaschiert. In 2 Jahren kann die Politik auch nicht alle Probleme lösen, die 10 Jahre davor keiner angehen wollte.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Spanien hat doch die hier verlorengegangen Kapazitäten kompensiert, Dänemark seine Bestände ebenfalls nicht erkennbar reduziert, oder? Ich kann den Unsinn von Mengenreduzierung nicht mehr hören, das sind ineinen Ohren lediglich Versuche der Landwirtschaft kapitalistische Marktmechanismen abzudichten, die mir gewirkt haben und auch nicht wirken.

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        • Arnold Krämer sagt

          Sie haben recht, dazu habe ich an anderer Stelle hier im Blog einen Textbeitrag geschrieben.
          Die augenblicklichen Probleme sind äußerst vielschichtig, betreffen die Betriebe in ganz unterschiedlicher Weise und haben ihre wesentlichen Ursachen (wenn man vom Krieg und den dadurch verursachten Verwerfungen einmal absieht) in Rahmenbedingungen und politische Entscheidungen, die teilweise vor Jahrzehnte gestaltet bzw. getroffen wurden.

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  19. Mark sagt

    Angesichts der unvorstellbar grausamen Vorgänge in der Ukraine und der bei weitem noch nicht absehbaren Folgen für die Weltgemeinschaft sind die ” erheblichen, wissenschaftlich gut dokumentierte Probleme und Herausforderungen im Tier-, Klima-, Umwelt- und Biodiversitätsschutz” geradezu lächerlich, besonders was den deutschen Diskurs dazu betrifft. Es bleibt zu hoffen, dass die Ukrainekrise dazu führt, endlich wieder einen vernünftigen Blick auf die “wissenschaftlich gut dokumentierten Probleme” zu werfen und zu erkennen, dass diese im Grunde hierzulande schon weitgehend abgearbeitet sind, vieles, was nun immer neu noch on top dazukommen soll (an Auflagen und Pflichten), kaum zusätzlichen Nutzen bringt, schlimmstenfalls sogar kontraproduktiv ist. Komme mir jetzt keiner damit, ich würde die Ukrainekrise dazu instrumentalisieren, den Resetknopf zu drücken. Darum geht es nicht! Aber wir brauchen dringend einen vernunfts-und realitätsbasierten Diskurs anstatt ideologischer Diktatur.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Genau den Satz wollte ich auch zitieren Mark. U.a. weil man Tierwohl in der Wertigkeit mit Artenschutz und Klimarelevanz auf die gleiche Stufe stellt, und den Tierhalter trotz, dass er nach Gesetz produziert, auch noch anklagt und von ihm “mehr” fordert. Dieses “mehr” sind die Klugscheißer dann aber nicht in der Lage zu definieren, und noch weniger zu honorieren.

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      • Marian E. Finger sagt

        Im Artikel heißt das dann, dass “viele Tier- und Umweltprobleme managementbedingt” und Einkommensdefizite “strukturell” bedingt sind.

        Was heißt “managementbedingt”? Heißt das, dass es der Landwirt ist, der zu Lasten von Tier und Umwelt wirtschaftet? Heißt das, dass er anders könnte, wenn er wollte? Oder meint Herr Balman damit, dass die Probleme beim Ministerium oder anderen Verwaltungsorganen liegen, die den Komplex “Landwirtschaft” schlecht managen?

        Und was heißt “strukturell bedingt”? Man könnte das doch fast so interpretieren, dass die Höfe zu klein sind, um Gewinn zu erwirtschaften. Was wünscht sich also der Direktor vom Leibniz-Institut für Agrarentwicklung? Größere Höfe und Steigerung der Flächenproduktivität beim Ökolandbau? Gibt es dann überhaupt noch einen Unterschied zwischen Ökolandbau und klassischer Landwirtschaft? Alles in allem bleibt der Artikel doch seltsam vage in seinen Aussagen.

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        • Arnold Krämer sagt

          Auch wenn ich nicht der Pressesprecher von Prof. Balmann bin:
          1. Mit “managementbedingt”, meint er das Verhalten und die Arbeit der Landwirte auf der Fläche und in den Ställen
          2. Mit “strukturell” hat er vor allem die Betriebsgröße und damit das Einkommenspotential im Auge.

          zu 1) Das Management landw. Betriebe verbessert sich stetig durch die Aufgabe von Betrieben, die Übernahme der Kapazitäten und den Neubau von Ställen. Der Prozess ist äußerst wirksam, braucht Zeit, wird aber zunehmend gestört durch unsinniges/überflüssiges Dokumentieren/Melden von Selbstverständlichkeiten.

          zu 2) die verfügbaren und von Wissenschaftlern genutzten Statistiken zur Einkommenssituation in der Landwirtschaft sind nur begrenzt aussagekräftig. Sie bilden vor allem nicht ab, dass auch Landwirte ihre Aktivitäten steuerrechtlich optimieren, und dass die Einkommen zur Entlohnung von Arbeit, von Kapital und von Boden (das Betriebseinkommen) auch von kalkulatorischen (also ein Stück weit willkürlichen) Ansätzen abhängen.

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          • Mark sagt

            “Der Prozess ist äußerst wirksam, braucht Zeit, wird aber zunehmend gestört durch unsinniges/überflüssiges Dokumentieren/Melden von Selbstverständlichkeiten. ” Genau dies meine ich, wenn ich sage die zunehmenden Auflagen und Pflichten sind kontraproduktiv.

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          • Klemens Minn sagt

            Steuerliche Optimierung macht nahezu jeder, daher ist das kein Argument bei Vergleichbarkeit.

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            • Arnold Krämer sagt

              Es geht um die Frage, ob das Datenmaterial aus dem Testbetriebsnetz geeignet ist, die vielen Fragen der Politik und der Gesellschaft weitgehend richtig zu beantworten. Ich sage: Nein.

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  20. Marian E. Finger sagt

    “Die Gesellschaft in Deutschland erwartet eine Veränderung der Landwirtschaft”, lautet eine der Aussagen in obigem Artikel. Doch die Landwirtschaft, wie sie ist, erfüllt, wie jede andere Wirtschaft auch, die Bedürfnisse der Gesellschaft, ist also nicht nur Teil der Gesellschaft, sondern sozusagen Basis und Ausdruck der Gesellschaft. Ein Blick auf die Landwirtschaft zeigt uns also in Wirklichkeit, wie die Gesellschaft insgesamt gestrickt ist.

    Die Entwickung der agrarischen Lebensweise ging einher mit einer grundlegenden Veränderung der Gesellschaft. Das heißt, um die Landwirtschaft grundlegend zu verändern, bedürfte es einer grundlegenden Veränderung der Gesellschaft.

    Wenn sich die Gesellschaft nicht grundlegend verändert, bleiben allein technologische Veränderungen wie Digitalisierung oder Biotechnologie als Stellschrauben übrig, um Veränderungen zu bewirken. Technologische Lösungen lösen jedoch nicht das Grundsatzproblem. Im Gegenteil erzeugen kurzfristige technologische Lösungen langfristig stets neue Probleme zu Lasten von Umwelt, Tierwohl, Klima oder was auch immer. Kurzfristige technologische Lösungen lassen uns glauben, dass wir als Gesellschaft immer so weitermachen können wie bisher.

    Technologische Lösungen verändern die Gesellschaft natürlich auch, aber die Veränderungen gehen nicht in die offiziell angeblich gewünschte, sondern in die entgegengesetzte Richtung. Technologien entfernen uns immer weiter von dem, was die Bevölkerung unter Ökologie, Nachhaltigkeit, Einklang mit der Natur, Artenvielfalt usw. versteht.

    Digitalisierung bspw. führt dazu, dass wir unsere Umwelt nicht mehr direkt, sondern nur noch vermittelt erfahren. Was das bedeutet, wissen die Landwirte besser als andere, weil sie jeden Tag mit mehr oder weniger Verzweiflung gegen die Bilder ankämpfen müssen, die die digitalen Medien in den Köpfen der Leute erzeugen.

    Wenn man alle drei bis fünf Jahre ein neues Smartphone und alle sieben Jahre einen neuen PC oder Laptop braucht, ist Digitalisierung selber alles andere als nachhaltig. Das Problem mit Elektronikschrott dürfte das Problem mit Plastikmüll weit übertreffen, weil Elektronikschrott häufig giftig ist. Und das ist ja nur eins der Probleme, die mit den neuen Technologien einhergehen. Schon vor 50Jahren haben Adorno und Horkheimer auf die Problematik der “total verwalteten Welt” hingewiesen. Und die Geschichte hat ihnen bis dato Recht gegeben, die neuen Technologien führen zur Vervollkommnung der total verwalteten Welt.

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    • Arnold Krämer sagt

      “Die total verwaltete Welt” erleben und erfahren die Landwirte in zunehmendem Maße. Die Digitalisierung bedeutet einerseits in der Landwirtschaft mehr Daten, mehr Informationen zur den Produktions- und Marktprozessen, andererseits aber auch immer mehr Anforderungen durch Gesetze und Vorschriften zur Dokumentation und Meldung gerade eben dieser Prozesse. Solange dies automatisiert und mit Routine abgewickelt werden kann, ist das grundsätzlich auch in Ordnung, sofern es nicht Selbstzweck wird und aus Datenschutzgründen ungenutzt bleiben muss.
      Wenn die Verwaltungen den Landwirt/den Bürger zwingen alles nur noch über das Internet abzuwickeln, ohne dass beim Adressaten Routine und Sicherheit entstehen können und der Zeitaufwand unverhältnismäßig wird, wird es höchste Zeit, auch die Digitalisierung in Frage zu stellen.
      Mein zunehmender Eindruck: Digitalisierung macht (nicht nur Politiker) maßlos und kostet viel Energie und Material, ist also nicht nachhaltig.

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      • Mark sagt

        Die Digitalisierung im Endstadium bedeutet eine vollkommene Überwachung jeglicher landwirtschaftlicher Aktivität mit der Möglichkeit des Überwachenden, direkt in Arbeitsprozesse einzugreifen. So können die Überwacher z.B. eine PSM-Spritze digital abschalten, wenn die Tagestemperatur über 25°C steigt, die Windgeschwindigkeit mehr als 3m/s beträgt, die digital ermittelte Schadschwelle nicht erreicht ist oder die politsch verordnete Pflanzenschutzreduzierung umzusetzen ist. Dabei wünsche ich den jungen Digitalisierungsfans, die es ja unter den Jungen Landwirten durchaus gibt, viel Freude beim Arbeiten.

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      • Reinhard Seevers sagt

        “Mein zunehmender Eindruck: Digitalisierung macht (nicht nur Politiker) maßlos und kostet viel Energie und Material, ist also nicht nachhaltig.”

        Ganz genauso ist es!
        Es ist die größte Falle, in die man Laufen kann.

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  21. Reinhard Seevers sagt

    Die Einen benötigen Weizen zum Überleben, die anderen benötigen Werbung, um ihre Produkte überhaupt an den Kunden zu bringen.
    Erkenne den Fehler!

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  22. Bauer Janny sagt

    Ich fühle mich als Bauer immer mehr als “Getriebener”. Man soll dies, darf aber nicht das…
    Wer soll das mental und körperlich leisten? Schon jetzt brauche ich etwa 1 Woche im Büro um eine QS oder QM Prüfung so vorzubereiten, dass ich am Vortag ohne Magenschmerzen schlafen gehen kann, in der Hoffnung/dem Wissen an alles gedacht zu haben.
    Habe das Gefühl, es zerren immer mehr Meinungsmacher an einem herum. In oft unterschiedliche Richtungen.
    Wenn da nicht bald deutlich mehr Geld zu verdienen ist, als Motivation, um sich das noch weiter anzutun, sage ich mir: dann lass es doch hier mit der Tierhaltung auslaufen. Sollen sie doch im Kolonialstil 2.0 das Essen aus dem Ausland holen. Wer kann stabilisiert sein Haushaltskonto mit Anbau im eigenen Garten, ganz so wie bei den Strompreisen und der PV.
    Ich bin dann raus und habe vielleicht endlich mehr Zeit für meine Familie.

    Euer Bauer Janny

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    • Hartmut K. sagt

      Das ist der Kern des Problems. Der immer mehr werdende bürokratische Aufwand verschlingt in den kleinen und mittelgroßen Betrieben enorm viel Arbeitszeit, die unproduktiv ist. Ein Großbetrieb mit 2000 ha und 1000 Milchkühen hat höchstens zusätzlich noch die Personalverwaltung, ansonsten hat ein Betrieb mit 200 ha und 100 Kühen ziemlich den gleichen bürokratischen Aufwand zu leisten. Nicht pro ha, sondern pro Betrieb.

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