Bauer Willi
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Selbstversorgung? Es wird eng…

Am Wochenende bin ich mit dem Fahrrad durch die Fluren gefahren, um mir ein Bild über den Zustand der Kulturen zu machen. Das Titelbild zeigt eine Weizenparzelle, in deren Mitte der Boden nicht so tiefgründig ist. Dort ist der Weizen nachhaltig geschädigt. Selbst jetzt einsetzender Regen würde diese Pflanzen nicht mehr “zum Leben erwecken”.

In der Rheinniederung, dort wo sandige Böden auf einer Kiesunterlage stehen, sind die Bilder noch dramatischer. Hier im Bild eine Rapsparzelle, deren Blätter schon alle vertrocknet sind. Der Bestand ist sehr licht, man kann weit in den Bestand hineinschauen. Auch hier ist eine massive Ertragseinbuße zu erwarten.

Wie sieht es mit der Bodenfeuchte denn aktuell aus? Wieviel Feuchtigkeit ist im Oberboden, wieviel im Unterboden? Das lässt sich sehr gut auf der Seite des Deutschen Wetterdienstes erkennen, wo man verschiedene Stationen auswählen kann.

https://www.dwd.de/DE/leistungen/bodenfeuchte/bodenfeuchte.html

Wählt man NRW und dort die Station Nörvenich, so zeigt sich, dass der Oberboden kein verfügbares Wasser mehr aufweist. Die Pflanzen vertrocknen.

Will man einen Überblick über Deutschland bekommen, so ist dafür der Dürremonitor gut geeignet: https://www.ufz.de/index.php?de=37937

Hier wird neben der Bodenfeuchte auch das pflanzenverfügbare Wasser angezeigt. Aktuell heißt das: die großen Bördegebiete (Köln-Aachener Bucht, Soester Börde, Hildesheimer Börde, Magdeburger Börde) leiden alle unter Trockenheit. Hier werden die Erträge mit großer Wahrscheinlichkeit niedriger als normal ausfallen, auch wenn es jetzt ergiebig regnen sollte. Was einmal trockenheitsgeschädigt ist, kann auch durch  Regen nicht mehr “repariert” werden. Und für noch nicht geschädigte Kulturen zählt jetzt jeder Tag!

Nicht unerwähnt bleiben darf die Futtersituation. Auch hier fehlt der Aufwuchs auf dem Grünland und die Futtervorräte sinken ständig, ohne dass neues Futter nachwächst.

Wie siehst es in Europa und der Welt aus?

Hier ein aktueller Bericht über Frankreich: https://www.n-tv.de/ticker/Bauern-in-Frankreich-fuerchten-um-ihre-Ernte-article23321493.html der ähnlich auch für Benelux gelten sollte. Mit dem Pariser Becken ist somit ein weiteres fruchtbares Anbaugebiet in Europa in Mitleidenschaft gezogen.

Ganz aktuell hat Indien ein Exportverbot für Getreide ausgesprochen. https://www.spiegel.de/wirtschaft/weizen-indien-verbietet-den-export-des-getreides-a-83250571-e96e-418b-9c3c-06795a698ca7

Minister Özdemir zeigt dafür wenig Verständnis und maßregelt die indische Regierung, die die Verantwortung für 1,3 Milliarden Menschen trägt. https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/oezdemir-kritisiert-indiens-weizenexportstopp-scharf-18030835.html

“Brot für die Welt” hingegen hält den Exportstopp für richtig: https://www.dw.com/de/brot-f%C3%BCr-die-welt-verteidigt-indiens-exportverbot/a-61806749

Wer aber am Montag 16.5.2022 schon reagiert hat, ist die Matif in Paris, an der der Weizenpreis einen großen Satz nach oben gemacht hat und bei rund über 430 €/t für die Ernte 2022 und knapp 370 €/t für die Ernte des nächsten Jahres notiert. Jede Nachricht führt derzeit zu großen Ausschlägen und zeigt, wie nervös der Markt geworden ist.

Ich habe es schon einmal geschrieben: Über Selbstversorgung und Ernährungssicherheit kann man erst reden, wenn die Mähdrescher, die Kartoffel- und Rübenroder vom Acker gefahren sind. Bisher steht auf der Nordhalbkugel nur mehr oder weniger grüne Biomasse. In den Ähren sind noch keine Körner, in den Rapsschoten auch nicht. Von daher möchte ich alle, die jetzt schon – vom Schreibtisch aus – Ertragsprognosen abgeben, bitten, etwas demütiger zu sein.

Sollte sich bewahrheiten, dass die Hochdruck-Omega-Wetterlage sich über Westeuropa stabilisiert und weiter kein Regen fällt, wird es schlimm. Aber noch dürfen wir hoffen.

Gestern, am Montag wurde unsere Hoffnung enttäuscht: die Regenschauern und Gewitter sind in Hörweite (Donner) im Norden und Süden vorbeigezogen. Jetzt meldet der Wetterbericht Gewitter für Donnerstag und Freitag bei Temperaturen von über 30 Grad. Bis dahin bleibt es weiter trocken.

 

 

 

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47 Kommentare

  1. Limes sagt

    tagesaktuelle, nützliche und übersichtliche Karten zur Bodenfeuchte sowie Bodenwasser stellt der DWD für Land- und Forstwirte für Gras, Weizen und Mais zur Verfügung. Selektion nach Bodenschicht 0-60 cm und durchwurzelter Raum. Findet man auf der DWD page unter Fachnutzer – Land- Forstwirtschaft- Bodenfeuchteviewer bzw Bodenwasser.

    https://www.dwd.de/DE/leistungen/bofeu_analyse/bfana.html?nn=732680
    https://www.dwd.de/DE/leistungen/bodenwasser/bowas.html?nn=732680

  2. Bauer Claus sagt

    Ich betrachte alle Konsumenten, die Nahrung zu sich nehmen, als Kunden der Landwirtschaft.
    Ich möchte nicht, dass meine Kunden verhungern!
    Ich möchte dass, meine Kunden die Nahrungsmittel die Sie benötigen ohne Schwierigkeiten bezahlen können.
    Ich möchte ein auskömmliches Einkommen haben, dass es meiner Familie und mir gut geht.
    Diese Worte sind an Lamentabel gerichtet.

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  3. Karl Timme sagt

    Das Wintergetreide ist bereits das 2. Mal beregnet. Zur zeit stehen die Beregnungen in der Sommer-/Braugerste die auch schon gezeichnet (beginn der Reduzierung) hat.

    Bei zu starker Austrocknung nimmt die kurzfristige Aufnahmefähigkeit des Bodens stark ab (Perlefekt), sodass ein leichter Landregen von Nöten ist damit der Niederschlag vom Boden aufgenommen werden kann. Ein Gewitterschauer läuft in den Senken zusammen (die zum Teil noch gut aussehen) ohne Abhilfe bei den Trockenstellen zu schaffen.

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  4. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Die besten Zeigerpflanzen sind über ganz Deutschland verteilt, ausgestattet mit einem erstaunlichen Langzeitgedächtnis: Unsere Wälder. Dort kann man ablesen, wie es um unsere Wasserversorgung bestellt ist. Die Unterböden sind immer noch tiefgründig leer, gemäß Dürremonitor bis um die 1,80 Meter Tiefe.

    Weizen benötigt per se gute Böden, um eine durchgängige Wasserversorgung sichern zu können. Auf Böden unter 50 Bodenpunkten wird das sehr schnell zum gefährlichen Roulettespiel, wenn das Nass von oben ausbleibt. Allerdings gehen auch gute und beste Standorte nach einer langen Durststrecke irgendwann einmal in die Knie. Die ersten sommerlichen Hitzewellen schon im Mai (erwartbar wären die Eisheiligen gewesen im Normalfall), anhaltend jenseits der 30 Grad, läuten die Abreifeprozesse ein. Viele Prozesse in der Pflanze sind temperaturgesteuert, wenn diese Seneszenz erst einmal eingeleitet ist, ist dieser Prozess unumkehrbar. Eine Möglichkeit hat Getreide sodann noch, wenn Regen zu einem späten Zeitpunkt einsetzt: Zweiwuchs, die Flächen werden dann wieder grün. Unsere Analysten mutmaßen in einem solchen Falle hernach wieder ihre erzeugerpreisdämpfenden Ernterekorde, oder!? (Galgenhumor!)

    Die Trockenheit bietet nunmehr die Chance, unserer Wohlstands-Wegwerfgesellschaft innerhalb kürzester Zeit beizubringen, dass hierzulande die gewissensbefreite Wegwerfmentalität bislang an ganz brutale Grenzen stößt. Özdemir mit seinen Millionenköfferchen auf Weltreise wird die Völkerwanderungen an die fetten Tröge hinein in unsere Gunstregionen sicherlich nicht aufhalten können…

    Wir werden mithin sehr schnell lernen müssen, äußerst sparsam mit dem zu haushalten, was wir Bauern von unseren Feldern in der Ernte wegfahren. Derzeit kübelweise Hohn und Spott über die konventionelle LW auszuschütten zeigt allerdings, dass unser Bundesagrarminister daselbst den Ernst der Lage noch nicht auf seinem Flimmerbildschirm, geschweige denn auf seinen Sprechzetteln abgespeichert hat.

    Sollte es großflächig nicht bald ergiebig regnen, wird gerade seine eigene Nahrungsgrundlage erheblich knapper als die der Fleischesser. Warum: Fehlt die Futtergrundlage, kommen viele Vierbeinerköpfe ab und damit kurzfristig viel Fleisch auf den Tisch. In der aktuellen Grillsaison nimmt der Markt das auch sehr dankbar auf. Grillfest im heimischen Gärtchen…

    Sachstandsbericht hier aus der Region: Der erste Schnitt im Bioklee hat am vergangenen Wochenende auf etwa 80 Hektar ca. 600 Silageballen eingebracht, ausgehen können müsste man bei einer solchen Flächenausstattung von um die 800 Ballen. Ein Großteil dieser Flächen ist zuckerrübenfähiges Feld, mithin sehr gute Bonitäten. – Gar nicht gut, eine solche Entwicklung!

    Irgendwann einmal muss Özdemir seine Menschlein schlussendlich dazu umerziehen, dass vorstehende Grasmengen direkt der menschlichen Ernährung zugeführt werden, wenn es derart knapp wird. – Ich persönlich möchte aber vorläufig nicht zu jenen Konsumenten zählen, lehne das unter Vorbehalt zunächst erst einmal ab. 😉

    …Sie, hochverehrte/r Herr/Frau Lamentabel, sind ein wahrer Philantroph: Sich am Hunger der Welt derart zu ergötzen, ist schon eine grandiose Charakterleistung. Chapeau!!!

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  5. Thomas Bröcker sagt

    Bei uns zeichnen sich die Sandstellen in allen Kulturen ab. Das ist hier (mit unserer ausgeprägten Vorsommertrockenheit) aber jedes Jahr auf der Kippe (Bodenpunkte um 30 und Humusgehalte unter 2 %) Es sind immer 15 – 20 % der Flächen, auf denen das Wintergetreide jetzt schon hellblau und durchsichtig steht, das Bild kenne ich seit 40 Jahren.
    Wir haben jetzt seit Anfang Mai 4 mm Regen gehabt. Das ist aber selbst in unmittelbarer Umgebung sehr unterschiedlich und auch das eigentliche Problem:
    Der Regen kommt nur noch als Schauer hie und da mal, durchgreifende Fronten mit Landregen bleiben aus.
    Dem Mais ist zum Auflaufen die Wärme allerdings gut bekommen. Das hat in den letzten Jahren auch immer halbwegs funktioniert, wenn man gedacht hat, “jetzt isser hin”, kam oft passend Regen und es wurde am Ende noch gut geerntet, während der Roggen auf den z.B. leichten Standorten mit der jetzigen Niederschlagsverteilung schlechter klarkommt.
    Der Bio-Anbau erntet von solchen Standorten in dieser Situation fast nix mehr.

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    • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

      Durch die vielen Überfahrten zur Beikrautregulierung vernichten viele Biobauern wirklich das letzte Tröpfchen Wasser in ihren Böden. Zu einem solchen Wasser- und Bodenmissmanagement ist der Bio-Landbau quasi verdonnert.

      …Aber vorzeigbar saubere Äcker hat man, zumindest zeitweise.

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      • Thomas Bröcker sagt

        Die Die Gemüse-Bio´s, die ich bei uns angesiedelt habe, haben 25 % der Fläche (Bodenpunkte um 25) stillgelegt mit dem Argument: “Da wächst ja nicht mal eine Gründüngung heran”. Wohlgemerkt, die haben für die volle Fläche Wasser zur Beregnung zur Verfügung. Als ich diese Flächen noch selbst bewirtschaftet habe, habe ich zu mindestens jedes Jahr auch von diesen, jetzt unproduktiven, sehr sandigen Böden jährlich um 7 to/ha Essbares runtergeholt. Die bewirtschaften nur die Flächen mit über 32 Bodenpunkten (32 – 42) und ernten dort mit hohem Düngerinput aus Reststoffen der Verarbeitung konventioneller Erzeugnisse (Treber, Zuckerrübenreste, Rapspresskuchen usw.) weniger als 50 % ihrer IP-Kollegen.

        Das kann man ja alles machen, wenn man den entsprechenden Preis am Markt realisieren kann – und die machen das im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch nicht schlecht – aber mit Kreislauf, Nachhaltigkeit oder Versorgungssicherheit hat das bislang nix zu tun. Deren medialer Auftritt im Internet und in den ö.r. Medien suggeriert aber genau das. So lange das als Werbung und Marketing-Begleitgesang zu erkennen ist und zu mindestens in den ö.r. Medien auch so transportiert wird (würde), ist die Welt ja in Ordnung. In realiter ist es aber ein ständiges Stänkern einer “Glaubensgemeinschaft” gegen die “Heiden” in den konventionellen Betrieben.
        Genau dieser Umstand macht nüchternen Diskurs über objektive Vor- und Nachteile beider Systeme nahezu unmöglich.
        Ich arbeite mich gerade daran ab, den Kritikern des modernen Pflanzenschutzes, die Möglichkeit zu geben auf ein bis zwei Hektar Apfel ihre favorisierten alten und neuen Sorten, die angeblich völlig ohne Pflanzenschutz auskommen, gemischt und randomisiert aufzuveredeln. Sie haben damit die Möglichkeit den wissenschaftlichen Beweis für ihre Thesen anzutreten. Vielleicht ergeben sich ja tatsächlich daraus auch neue Denkansätze.

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      • Andreas sagt

        So viel Unwissenheit über die Landbewirtschaftung ist schon erschreckend.
        Gerade durch das Striegeln werden die Kapillaren unterbrochen und das Verdunsten des wertvollen Bodenwassers verhindert.
        http://www.bioland.de/fachinfos/news-1/detail/mit-striegel-und-hacke-fuer-wasser-sorgen
        Während ich meine Felder einmal striegle, fahren meine Nachbarn 6 x mit der Chemiespritze über ihre Äcker. Wer macht da mehr Bodendruck ?
        Wir hatten letzte Nacht über 10 l Regen. Im Mai gesamt schon ca. 28 Liter.
        Eine klimaschonende Wirtschaftsweise macht sich offenbar bezahlt.

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        • Lamentabel sagt

          Das ist doch trolliges Gehabe, was du da schreibst, in den Augen der Willi’s und Seever’s dieser Welt. Willst wohl nur Aufmerksamkeit erregen, wa? 😉

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          • Reinhard Seevers sagt

            Ich glaube die Labertasche ist der Eckehardt…..mmmmhhh, das passt!

              • Andi sagt

                @Lamentabel, die Wahrscheinlichkeit, dass ich als Lewandowski-Ersatz bei den Bayern verpflichtet werde ist wesentlich höher, als das sie hier an einer ernsthaften Diskussion interessiert sind. Also lassen sie es einfach gut sein.

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            • Bauer Willi sagt

              Ich habe eine andere Vermutung. A.H. aus Westfalen. Der ist zumindest ähnlich gestört…

        • Reinhard Seevers sagt

          “Wir hatten letzte Nacht über 10 l Regen. Im Mai gesamt schon ca. 28 Liter.
          Eine klimaschonende Wirtschaftsweise macht sich offenbar bezahlt.”

          Wie jetzt….der Liebe Gott weiß, wo er den Regen abladen muss? Und tut dies nur bei Religionszugehörigen? Das muss unbedingt in die ÖR-Medien! Die glauben das!😁

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        • Thomas Bröcker sagt

          Häh, welchen Einfluß hat dein kleiner Betrieb aufs Wetter, geschweige dann aufs Klima. Hast Du eventuell einen Regentanz aufgeführt und Manitou hat Dich erhört?
          Die schlechter ernährten und gestriegelten Bestände eines großen Biobetriebes in meiner Nähe haben die Trockenheit bislang sehr viel schlechter verkraftet als die des konventionellen Nachbarn. Sauber und biodiversitätsfrei sind beide Kernflächen, die Öko so wie die klassisch bewirtschaftete.

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          • Elisabeth Ertl sagt

            Im Bereich der Medizin ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass Placebos wirken. Der menschliche Körper ist ein komplexes System, sodass bei physiologischen Vorgängen der Zufall eine Rolle spielt, und wie sich zeigt, kann das menschliche Bewusstsein in gewissem Umfang den Zufall lenken.
            Auch die Erdatmosphäre ist ein komplexes System. Es kann also nicht ausgeschlossen werden, dass das menschliche Bewusstsein auch im Zusammenhang mit dem Wetter in gewissem Umfang den Zufall lenken könnte. Unsere Vorfahren mit ihren Wetterglocken und Wettergebeten jedenfalls waren davon überzeugt. Lässt sich natürlich alles im Nachhinein schwer verifizieren bzw. falsifizieren
            Übrigens: Auch Nocebos wirken ….

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            • Reinhard Seevers sagt

              Ja natürlich Elisabeth…die Methaebene ist unergründlich.
              Unter 1.3 Milliarden Inder gibt es anscheinend keinen, der das Wetter in dem Land in eine positive Richtung lenken kann. Shit!
              Dabei ist Indien die Wiege der methapysischen Glaubensrichtungen mit tausenden von Gottheiten. Irgendetwas läuft gerade schief oder?😎

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        • Reinhard Seevers sagt

          „Ein wichtiger Nebeneffekt von Hacke und Striegel ist die Durchlüftung des Bodens sowie die Brechung von Kapillaren“, MEINT Bioland-Ackerbauberater Manfred Weller.”

          Soso, meint der Manfrd das….? Wäre es ein Bericht von einer konventionellen Technik -Vorführung würden einige wohl von “Firmenfreundlichen” Aussagen sprechen….Hier ist die Meinung eines Beraters schon eine Wissenschaftliche Größe, oder wie?

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        • Hans Gresshöner,Landwirt sagt

          Einmal Unkraut,dreimal düngen,zweimal Fungizid durch die Fahrgassen.
          Das ist mit Striegeln nicht vergleichbar.

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        • firedragon sagt

          Welchen Striegel verwendest Du, Andreas und in welcher Frucht?
          Mit was und wieviel Bodenbearbeitung hast Du vor der Einsaat?

        • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

          Werter Andreas, kommen Sie mit nur 1 x Striegeln zurecht – dann sind Sie als Fachmann geradezu prädestiniert, das Ihren Bio-Kollegen schnellstens auch beibringen zu wollen.

          Hacken fällt bei Ihnen auf der Fläche mithin also insgesamt aus?
          Welche Getreideabstände haben Sie?

          Mit den Lerchen haben wir jedenfalls ein großes Problem beim Striegeln. Kleine Hasen sind ebenfalls gefährdet. Der Einsatzzeitraum ist demnach maßgeblich in einträchtig
          friedlicher Koexistenz. – Bei Ihnen auch, lieber Andreas?

          In unserem Betrieb reduzieren sich die Überfahrten auf maximal 3-4 Überfahrten bei doppelter Arbeitsbreite, was das ganze nochmals reduziert im Vergleich zu unserem 12-Meter-Hackstriegel. – Kommen Sie damit auch zurecht?

          Meine Biokollegen nutzen ein 6-Meter-Hackgerät von Schmotzer mit Kamerasteuerung, die sehr gut funktioniert bei Fahrgeschwindigkeiten von maximal 6 kmh. Unser Pflegeschlepper hat 110 PS, die Ökobetriebe neben uns hängen ihr Hackgerät hinter einen mindesten 160 PS Schlepper, natürlich mit teurem Variogetriebe, das hier allerdings auch optimaler ist gegenüber einem Lastschaltgetriebe.

          Wegen der kappilaren Wirkung setze ich den jeweiligen Witterungsbedürfnissen angepasst auch unseren Striegel ein, das entfällt bei Froststrukturen, wenn der Boden sehr gar ist.

          Der Striegel funktioniert übrigens auch hervorragend zum Zwecke der Bestandsregulierung.

          Wie Sie als Biobauer mit einmaligem Striegeln im Getreide zurechtkommen, erschließt sich mir jetzt allerdings nicht. Ist dem realiter so, sind Sie ein wahrer ACKERBAUKÜNSTLER mit dem Prädikat “höchst nachahmenswert”. Um uns herum jedenfalls funktioniert das so nicht…

          Seit 2 Jahren setzt sich im BIO-Landbau wegen der akkuten Distelproblematik, die auch gerne mit den konventionellen Nachbarn großzügigst geteilt wird, der Einsatz eines 6-Meter-Doppelmesser-Frontmähbalkens durch, welcher kurz vor der Ernte nach der Milchreife der Distel in die Blüte hinein die Köpfe gipfelt. Eine extrem anstrengende Tätigkeit in der Höhenführung; der eine oder andere Lohnunternehmer hatte sich mittlerweile nämlich strikt geweigert, diese Bestände zu beernten, weil ihm ständig die Filter seines Mähdreschers dicht machten. Förmliche Distelsamenstaubwolken umgaben diesen ständig und zogen weit über unsere Lande…. Schööööön und teuer!!!

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          • Andreas sagt

            Ich habe einen Einböck 9 Meter Striegel, den fahre ich locker mit meinen 65PS Deutz mit kleinen Frontgewicht. Gestriegelt wird alles Getreide, ausser Roggen, der wird mit dem Beikraut alleine fertig.
            Wichtiger als der Stiegel ist die Fruchtfolge:
            Luzerne-Rotkleegras
            Luzerne-Rotkleegras
            Dinkel
            Sommergerste
            Winterroggen
            Perserkleegras
            Dinkel
            Sommergerste
            Hafer mit Untersaat- Luzerne-Rotkleegras
            Beim striegeln werden ca. 3 kg Leindotter als Untersaat ausgebracht.
            Bei dieser Fruchtfolge gibt es keine Distel
            Ampfer wird ignoriert (Das verträgt er überhaupt nicht)

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              • Andreas sagt

                Das Kleegras bekommen meine Milchkühe und Mastkalbinnen als Silage.
                Das Getreide geht alles Richtung menschliche Ernährung als Brot, Müsli und Bier.

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                • Jürgen Donhauser sagt

                  Also Andreas, dann ist also ökologischer Ackerbau nur in Zusammenhang mit Rinderhaltung möglich?! Denn als Schweinehalter sehe ich in dieser Fruchtfolge wenig Chancen. Außerdem möchte doch Cem die Tierhaltung halbieren und mehrere Jahre Weizen hinter einander anbauen um den drohenden Backweizennotstand zu verhindern. Als ich 7 Jahre Biobauer war, habe ich mit Grauen die Feldlerchenküken mit abgerissenen Köpfen oder tote kleine Hasen nach dem Striegeln in Erinnerung. Das passiert mir jetzt mit PS nicht mehr!

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                • Andreas sagt

                  Donhauser: “Als ich 7 Jahre Biobauer war, habe ich mit Grauen die Feldlerchenküken mit abgerissenen Köpfen oder tote kleine Hasen nach dem Striegeln in Erinnerung.”
                  Das ist echt ein schlimmer Witz.
                  Ich halte immer 5 Meter Abstand von den Lerchenfenstern beim Striegeln. ausserdem haben es die Bauern über Jahrhunderte immer sio gemacht mit dem Striegeln und es hat viele Lerchen und Hasen gegeben.
                  Was fressen den deine kleinen Lerchen und Hasen, wenn es ausser Getreide nichts anderes gibt im Feld. Schon was von der Hasen-Apotheke gehört ?

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                • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

                  Sie haben demnach einen sehr hohen Feldfutterbau.

                  Bei einer 10gliedrigen Fruchtfolge immerhin 40% Feldfutterbau. Da werden von Ihrem Getreide aber nicht sehr viele Mitmenschlein satt; und reich wird man dabei sicherlich auch nicht. Hackfrüchte sind für Sie ein Fremdwort? Das wichtigste Getreide hierzulande ist Weizen, auch dieser fehlt bei Ihnen. – Wenn wir alle so agierten, drängte es den Hunger der Welt förmlich zu unseren fetten Trögen.

                  Tut mir leid, eine anthroposophische Grundhaltung lässt sich bei einer solchen Wirtschaftsweise kaum erkennen; damit hätte ich persönlich ein sehr großes Problem. Mit meiner ökologischen und dabei ökonomischen Wirtschaftsweise ernähre ich immerhin jedenfalls mehr als 10.000 Mitmenschen.

                  Was passiert mit Ihrer Gülle?
                  Wie sieht es mit dem mineralischen Stickstoff in Ihren Böden aus?

                  Ohne irgendwelche Hinterhältigkeiten:

                  Bewirtschaftete man die gesamte deutsche LN nach einem solchen Muster, so würde der Prämienkuchen für jeden Einzelnen schnell sehr klein. Besonders Betriebe wie der Ihrige müssten ihren eigenen Gürtel sehr viel enger schnallen.

                  Die Töpfe und Teller wären damit allerdings weit weniger gut gefüllt, das eine Drittel Überproduktion gehörte der Vergangenheit an, eine Verantwortung für Erdenbürger jenseits unserer Grenzen wäre dabei wohl auch weitgehend Geschichte.

                  Für mich die eigentlichen Gründe, so nicht LW betreiben zu wollen, da hier erhebliche Egoismen zutage treten.

                  Wie hoch sind bei Ihnen die staatlichen Transferleistungen, der quotale Anteil hiervon bei dem von Ihnen ausgewiesenen Gewinn, so es diesen gibt? Stellen Sie sich manchmal selbst grundehrlich diese Frage?

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            • Arnold Krämer sagt

              Andreas, was Sie machen, ehrt Sie. Das ist anspruchsvoll in der Umsetzung, macht Sie vermutlich nicht reich, aber vermutlich auch nicht arm, weil Sie vermutlich ein genügsamer Mensch sind und dabei vermutlich auch die Unterstützung Ihrer Familie haben. Aber ist das ein Modell, was man (“zwangsweise”, indirekt) auf alle Landwirte in D übertragen kann/darf? Eher oder besser Nicht!!

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              • Reinhard Seevers sagt

                Jungs streitet euch nicht…..Politik spielt mit euch, egal welcher Gesinnung man anhängt. Keiner ist besser oder schlechter als der andere, auch das wird nur indoktriniert. Am Ende zählt das, was auf dem Teller liegt.

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                • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

                  Ja – da haben Sie wohl recht, Reinhard. – Jede Medaille hat ihre Kehrseite. Es ist kein Streiten, weit eher ein ernsthaftes Abwägen. Dabei muss man sich den Gegebenheiten zunächst einmal natürlich grundehrlich stellen. Ich zolle Andreas meinen Respekt für seine Offenheit. Nicht wenige Bauern sind so ehrlich gestrickt.

                  Deshalb ist es auch sehr schwer, sich mit diesen dato wenig qualifizierten “Fachlichkeiten” innerhalb unserer massgeblichen Gremien arrangieren zu können, die meinen vorgeben zu dürfen, wie bis ins letzte Klein-Klein LW generell zu funktionieren hat. Dabei sind die jeweiligen Abwägungen im Einzelfall sehr viel komplexer, weitaus vielschichtiger in Summe. Weit weg ist man/Politik von allgemeinen Strukturen, die die notwendigen Bewegungsfreiheiten eines jeden Unternehmers gewährleiten. In Krisenzeiten wie diesen einfach nur noch eine Katastrophe. Wir Bauern kommen mit Hand- und Fussfesseln bei angezogener Handbremse jetzt unseren Verpflichtungen nach.

                  Der blanke Horror…

                  Da gibt es Betriebe wie eben den von Andreas, der seine Daseinsberechtigung durchaus sicherlich hat. Es ist sein Lebensmodell, in dem er sich augenscheinlich mit seiner Familie wohl fühlt; und eben solche Betriebe wie den meinigen, dem heute auch Özdemir den Stempel des Giftspritzers, Arten- u. Umweltzerstörers draufdrücken möchte, der ich denn nun wahrlich nicht bin. Das behaupte ich mit dem entsprechenden Selbstbewusstsein.

                  Da noch eine notwendige Ballance zu finden ist nicht einfach, zumal ja durchaus berechtige gesellschaftliche Ansprüche an unsere LW insgesamt herangetragen werden…

                  Weitaus mehr Vertrauen ohne missbräuchliche Zwänge wäre da wirklich ein Anfang. Auch Kretschmann in BW rauft sich die Haare, wie man diesen deutschen Verwaltungswahnsinn zurück in gesündere Strukturen bringen kann.

                  Ein steiniger Weg für Andreas, mich, für uns alle…, selbst für einen grünen Kretschmann mit dem politischen Realitätssinn, der einem eitlen Gockel Özdemir vollkommen zu fehlen scheint.

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              • Andreas sagt

                Ein durchschnittlicher bayerischer Bauernhof mit 50 Hektar und 50 Milchkühen bekommt ca. 14.000 € Subventionen.
                Das sind bei 2 Arbeitskräften 7.000 € pro Arbeitskraft.
                Ein 500 Hektar Ackerbaubetrieb bekommt 140.000 € Subventionen.
                Das sind bei 2 Arbeitskräften 70.000 € pro Arbeitskraft
                Wurzelwicht hast du schon mal berechnet, was du pro Arbeitskraft an Staatsknete bekommst ?

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                • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

                  Ich bin ein sehr schlechtes Fallbeispiel, da ich kein Prämienoptimierer bin, um mir nicht die allerletzten unternehmerischen Freiheiten rauben lassen zu müssen…

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                • Thomas Bröcker sagt

                  Die einzelbetriebliche Entscheidung für eine Struktur, Produktionsausrichtung ist ein völlig anderes Paar Schuhe, als die notwendige politische Steuerung der Entwicklungen in der LW aus gesamtgesellschaftlicher Sicht. Ersteres hängt stark mit dem Zweiten zusammen, nur umgekehrt sollte es eigentlich nicht so sein. Die Politik favorisiert im Moment nach außen eine Entwicklungsrichtung hin zu einer Extensivierung in der Gesamtfläche, die in der Realität aber das Gegenteil des proklamierten Erhalts der kleinen und mittleren Bäuerlichen Betriebe erreicht. Diese Betriebe sind viel stärker dem Druck auf die Tierproduktion ausgesetzt, da wegen der geringen Flächengröße nur MIT selbiger ein halbwegs vernünftiges Einkommen generiert werden kann. Die derzeitige reale Entwicklung begünstigt große Betriebe und beschleunigt das Wachsen und Weichen in bisher ungekanntem Ausmaß. Der reine Ackerbau ist von den Erlösen derart unter Druck, dass nur mit großen Flächen und/oder Einkommenskombination (Gas, Windenergie und Photovoltaik) entsprechendes Einkommen generiert werden kann. Und tatsächlich spielt dann die Flächenförderung eine weit größere Rolle als in arbeitsintensiver Tierhaltung und arbeitsintensiven Sonderkulturen. Sind es z.B. bei mir im Obst rund 8 % der Nettowertschöpfung, sind es bei Betrieben wie Andreas um 20 % und in den Großbetrieben der ertragsschwächeren Trockengebiete im Osten teils über 60 %. Die eine Betriebsform konnte eine höhere Wertschätzung der tierischen Erzeugnisse verbunden mit einer neutralen Betrachtung derselben helfen, den anderen nur die gezielte Segregation produktiver und nicht-produktiver Flächen kombiniert mit nachhaltiger Intensivierung in den fruchtbareren Flächenanteilen und dauerhafte Finanzierung von Extensivierungsmaßnahmen im Sinne von Arten- und Umweltschutz in den weniger fruchtbaren Flächenanteilen.
                  Das ist kompliziert, aber auch politisch lösbar, nur halt nicht mit platten Sprechzetteln und Parolen aus falschen Erzählungen.

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                • Thomas Bröcker sagt

                  Korrektur: “der einen Betriebsform KÖNNTE (nicht “konnte) eine höhere Wertschätzung der tierischen Erzeugnisse verbunden mit neutraler Betrachtung derselben helfen. …

                  Was ein für ein gravierender Unterschied doch zwischen “o” und” ö” liegen kann !

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                • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

                  Andreas, bei Ihren vergleichenden Fallbeispielen eine prinzipielle Gedankenanregung noch von mir:

                  Interessant ist, wem, was gehört. – Ohne eine solche tiefgründigere Betrachtung hinkt Ihre Gegenüberstellung doch gewaltig.

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                • Arnold Krämer sagt

                  Bei 50 Kühen und 50 ha ist bei Nutzung etablierter Technik (Boxenlaufstall, Erntetechnik durch Lohnunternehmer etc.) mind. 1 Person versteckt arbeitslos. Gut das ändert aber nichts an dem Grundübel, dass die Verteilung der EU-Subventionen schlecht geregelt ist. Am besten wäre es, sie gänzlich abzuschaffen.

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  6. Reiner Wintz sagt

    Die Verteilung der Niederschlagsmengen gestern war wieder mal sehr unterschiedlich und – wenn man so will – von Region zu Region “ungerecht”. In Hürth standen einige Straßen sogar unter Wasser.
    Aber davon mal abgesehen, lieber Willi, du hast den Sachverhalt wieder sehr präzise und nachvollziehbar verständlich beschrieben. Leider ist eine solche Berichterstattung nach wie vor Mangelware.

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  7. Lamentabel sagt

    Ihr wolltet doch immer Hunger (so wurde es des öfteren hier postuliert!), jetzt bekommt ihr Hunger. Höchstpreise am Weltmarkt, aber kein Korn um zu liefern. Wer sich mit dem teufel einlässt….. Man pflanzt doch nicht Hochertragsweizen und raps auf Kiesel an….

    • Bauer Willi sagt

      @Lamentabel
      “Als Troll bezeichnet man im Netzjargon eine Person, die im Internet vorsätzlich mit „zündelnden“ Flame-Kommentaren einen verbalen Disput entfachen oder absichtlich Menschen im Internet verärgern will. Dies geschieht zur Unterhaltung des Trolls normalerweise durch das Posten entzündlicher und abschweifender, irrelevanter oder nicht themenbezogener Nachrichten und Beiträge in einer Online-Community . Ihre Kommunikation in diesen Communitys ist auf Beiträge beschränkt, die auf emotionale Provokation anderer Gesprächsteilnehmer zielen. Dies erfolgt mit der Motivation, eine emotionale Reaktion der anderen Teilnehmer zu erreichen.”

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      • Lamentabel sagt

        Du hast gerade dich und dein Machwerk hier im Spiegel angeschaut, wie?!!

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        • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

          Sie sind nicht nur ein Bauern-Hasser, Sie outen sich zudem auch noch als Willi-Hasser…

          Autsch!!! – Ganz, ganz pöhse. Wie soll man Sie dabei ernst nehmen!?

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