Alle Artikel in: Bauer Willi

20. Mai 2017 – alles im grünen Bereich

Will euch mal wieder zeigen, wie es aktuell im Feld aussieht. Seit der letzten Feldbegehung hat sich viel getan. Raps, Weizen, Kartoffeln und Zuckerrüben haben sich gut entwickelt. Donnerstag und Freitag hatten wir glücklicherweise einen wunderschönen Landregen, der uns 15 mm gebracht hat. Das freut… euren Bauer Willi Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen

Unzufrieden…

…waren wohl alle Podiumsteilnehmer (und auch viele Zuhörer) der Veranstaltung des Öko-Referates des ASTA Bonn am 16. Mai über den Verlauf der Diskussion zum Thema Welternährung. Positiv war allerdings, dass der Hörsaal 17 bis auf den letzten Platz gefüllt war, was das große Interesse an der Auseinandersetzung „Öko versus Konventionell“ zeigt. Übrigens: vielen Dank für die vielen Anregungen hier im Blog im Vorfeld der Veranstaltung. Warum war ich unzufrieden? Weil ich wieder einmal die hinlänglich bekannten Begriffe Ressourcenschonung, Biodiversität, weniger Lebensmittelverschwendung, Änderung des Konsumverhaltens und so weiter gehört habe. Es wurde Systemkritik geübt (was ja auch erlaubt ist) aber auf meine zahlreichen Fragen, wie denn eine Änderung faktisch herbeigeführt werden soll, habe ich keine Antworten erhalten. Eine Studentin brachte es schließlich auf den Punkt mit der Frage an Prof. Köpke: „Sie reden hier immer von Kleinbauern und titulieren Bauer Willi auch als Kleinbauern. Warum geben Sie ihm keine Antwort auf seine Fragen? Der Kleinbauer aus Asien sitzt heute nicht hier, aber der Kleinbauer aus dem Rheinland sitzt hier und möchte Antworten. Und ich auch. Alles andere …

REWE liebt Bauern…

WOW! Was ist denn auf einmal los? Erst kürzlich demonstriert Greenpeace vor LIDL-Geschäften für höhere Schweinepreise, und jetzt bringt REWE ganz aktuell ein Video mit der Aussage, dass „Landwirt der wichtigste Beruf der Welt ist.“ Der im Video gezeigte Bauerjunge „fährt gerne Traktor, ist gerne an der frischen Luft und seine Familie macht die leckersten Kartoffeln“. Deshalb soll man ja auch bei REWE regionale Produkte kaufen. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen Danke an Herrn Caparros und seine Marketing-Mannschaft. Gerne mehr davon… Und ich hätte auch schon ein Thema für das nächste Video: „Heute zeigen wir euch mal die Preisverhandlungen zwischen REWE und den Bauern“. Geht natürlich auch mit Schlachthöfen und Molkereien… Ich bin sicher, dass bringt ganz viele Klicks und Likes bei Facebook… Bauer Willi

Welternährung – strittige Fragen…

Heute abend um 19.00 Uhr bin ich zu einer Podiumsdiskussion vom Ökoreferat des AStA Bonn eingeladen. Hier die Ankündigung: http://www.bonnboard.de/event/640 Wie ihr sehen könnt, bin ich der einzige „Konventionelle“ in der Runde. Folgende Fragen sollen bearbeitet werden: Kann auf den Einsatz von Pestiziden und Kunstdünger komplett verzichtet werden? Wie steht es um Effizienz, Produktivität und Wirtschaftlichkeit bei extensiv wirtschaftenden Kleinbauern bzw. bei industrieller Tierhaltung? Welche Rolle spielt der Zugang zu und das Eigentum an Ackerland? Welche Rolle hat die Nutztierhaltung für die Welternährung? Welche Verantwortung haben Verbraucher*innen, Firmen und die Politik? Welchen Realitäten müssen sich Landwirte in der heutigen Zeit stellen und welche guten Gründe gibt es für ihre Art der Bewirtschaftung? Ich könnte gut noch etwas „Munition“ gebrauchen, denn ich weiß nicht, ob ich auf alle Fragen auch eine passende Antwort parat haben werde. Mit der „Welternährung“ habe ich mich sicher nicht so eingehend befasst wie Felix Prinz zu Löwenstein, der dazu schließlich ein Buch geschrieben hat und als Präsident der Ökobauern sicherlich mehr Diskussionserfahrung hat als ich. Ich hab das Buch jetzt zweimal gelesen und finde …

Subventionen streichen

Mir als Bauer gehen die Diskussionen über die Subventionen gewaltig auf den Zeiger. Deshalb bin ich persönlich dafür, dass alle Subventionen für alle Landwirte in ganz Europa gestrichen werden. Und nicht nur die Subventionen, sondern auch alle Vorschriften und Auflagen, die sich mittlerweile zu einem bürokratischen Monster entwickelt haben, durch die selbst Fachleute kaum noch durchblicken. Einzige Bedingung: Alle Importe von Lebensmitteln, die nicht den europäischen Normen und Wünschen entsprechen (Bewirtschaftungsweise, Löhne, Sozial- und  Umweltstandards) werden an den europäischen Grenzen abgewiesen. Wie das gehen kann? In einem Zeitraum von z.B. 5 Jahren werden die Zahlungen jedes Jahr um 20% abgeschmolzen, gleichzeitig wird die Steuerbelastung für die Bürger Zug um Zug um den dann frei werdenden Betrag gesenkt. Jeder hätte mehr Geld in der Tasche, niemand muss mehr schimpfen. Was könnte passieren? Nach Bekanntgabe dieser Nachricht werden viele Landwirte europaweit überlegen, ob sie unter diesen Konditionen noch wirtschaftlich arbeiten können. Viele werden zu dem Entschluss kommen, dass dies nicht mehr der Fall ist und werden ihren Betrieb verpachten oder verkaufen. Schlagartig wird es ein großes Angebot an Flächen auf …

Bauern sind keine Elite…

Nicht erst seit dem Brexit oder der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA wird darüber diskutiert, dass die „politischen Eliten“ den Bürger und seine Ängste und Sorgen nicht mehr ernst nehmen. Neue politische Strömungen bekommen einen, -von vielen so nicht erwarteten- Aufwind. Und zu den Unverstandenen, den Abgehängten, zählen sich mittlerweile auch die Bauern, nicht nur in Deutschland. Auch in den USA haben viele Bauern für Trump gestimmt, um dem sogenannten Establisment  ihren Protest zu zeigen. Und Protest ist für viele die Motivation, anderen als den etablierten Parteien ihre Stimme zu geben. Es gab schon einmal die Situation, dass eine neue politische Strömung aus Protest gewählt wurde. In den achtziger Jahren konnte sich noch niemand vorstellen, dass ein Minister in Turnschuhen vereidigt würde. Man war entsetzt und glaubte, dass dieser Spuk bald wieder vorübergehen würde. Doch die Partei der Grünen hat sich bis heute gehalten, wenn sie auch in all den Jahren nur wenig mehr als 10% der Stimmen auf sich vereinigen konnte. Aber sie haben einiges verändert, denn in der Zwischenzeit haben …

Greenpeace gegen Lidl – für mehr Tierwohl

Morgen, am 13.05.2017, wird Greenpeace an 50 Filialen von Lidl eine Protestaktion für mehr Tierwohl durchführen. Hier die Liste der Lidl-Märkte (PDF) die wir vorab erhalten haben. Greenpeace hat wohl erkannt, dass das Preisdumping der Discounter uns Landwirte erst so richtig unter Druck setzt. Und dass die Discounter eine Verantwortung haben, zu der sie im Moment nicht stehen. Hier ein Auszug aus der Presse-Erklärung: Lidl lockt Kunden mit billigen Fleischprodukten in seine Filialen. Der niedrige Preis hat massive Auswirkungen auf die Produktionsstandards, da die Bauern dann weniger Geld für die Mast der Tiere zur Verfügung haben. Um öffentlichen Angriffen entgegenzuwirken, finanziert der Einzelhandel inzwischen zwar die Brancheninitiative „Initiative Tierwohl“ für einen Teil der Produktion. Doch das Geld, das er dafür zahlt, und die zu schwachen Kriterien reichen nicht aus, um die Bedingungen für die Tiere durchgreifend zu verändern. Verbraucher können auch weiterhin nicht erkennen, aus welcher Tierhaltung die Produkte stammen. Wir möchten auf diese Aktion von Greenpeace hinweisen. Vielleicht ergibt sich daraus eine vernünftige Zusammenarbeit mit uns Landwirten. Willi und Alois

Wir lieben Lebensmittel…

…sagt ein großer Lebensmitteleinzelhandel über sich selbst. In seinem Werbevideo „SUPERGEIL“ schüttet der Darsteller dann aber Milch und Müsli in die Badewanne.  Und auch sonst finde ich das Video, vorsichtig gesagt, etwas „merkwürdig“. Was meint ihr? Euer Bauer Willi Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren

Kaufen anstatt labern

Greenpeace hat auf das Panorame Video mit Gabriele Mörixmann wie folgt reagiert: Es geht auch anders! Hey Lidl Deutschland, hört mal dieser tollen Landwirtin zu. Ihr Beispiel zeigt: Schweine müssen nicht ihr Leben lang leiden. Doch eine gute Tierhaltung kostet mehr Geld. Und solange Discounter wie Lidl die Preise in den Keller drücken, werden Betriebe wie dieser die Ausnahme bleiben. *siehe facebook.com/greenpeace.de Und dann folgt ein Aufruf zum Mitmachen an einer Protestmail an Lidl! So sieht also die Unterstützung von Greenpeace aus: Labern und liken 🙁 Aber das Einzige, was wirklich etwas ändern wird ist das TUN. Also wäre doch ein direkter Aufruf an die Greenpeace-Gemeinde zum Kauf von „Fleisch aus dem Aktivstall von Gabriele Mörixmann“ wirkungsvoller. Denn nur wenn dieses echte Tierwohlfleisch auch gekauft wird, kann sich Gabriele Mörixmann halten und als richtungsweisendes Pilotprojekt wirken. Den Tiefstpreisverramschern müssen Marktanteile abgenommen werden!!! Deshalb mein ganz klarer Aufruf: KAUFEN und zwar hier: (und weiterempfehlen) 1. Gabriele Mörixmann in Melle Fleischpakete auf Vorbestellung 2. Ein Teil der Tiere geht ins EGO-Eichenhofprogramm (www.eichenhof.net). Die EGO beliefert z.B. den …

Guten Morgen lieber Bauer Willi,

Diesen Brief erhielt ich kürzlich von Bettina. Mehr durch Zufall bekam sie Kontakt zur Landwirtschaft. Sie ist sehr ungehalten über die Machtverhältnisse im Markt und hat auch einen Vorschlag, dies zu ändern. Übrigens: es gibt sie wirklich und der volle Name ist uns bekannt. ich habe einige Jahre in Niedersachsen gelebt, durch „Zufall“ (ich bin eigentlich „nur“ eine unschuldige Pferdemutti und brauchte Heu) kam ich auf einen landwirtschaftlichen Betrieb mit 400 Kühen, Rindern, Kälbern, 120 ha Grün- / Mais Land. Ich habe Landwirtschaft immer sehr gemocht und habe spontan zwei Jahre lang kräftig angepackt, als es gesundheitliche Probleme gab, die Hofbesitzer waren allesamt quasi fertig mit der Welt. Ich habe also als neutrale außenstehende Person mit ungetrübtem Blick auf die Problematik hautnah wirklich den gesamten Ablauf, von der Geburt des Kalbes, füttern, misten, melken, Finanzen, Bürokratie mit bearbeitet und mich beeindrucken lassen von dem unglaublichen Zustand. Bin mit zur Bank als 2015 erstmals das Geld knapp wurde und zur Landwirtschaftskammer, Steuerberater. Soweit so gut. Im Frühjahr 2016 ging ich zu einer Podiumsdiskussion, der Landwirtschaftsminister Christian …