Alle Artikel in: Bauer Willi

Der Weg des Schweins…

…in Österreich. Die trauen sich etwas – die Österreicher! Beim Projekt „Land schafft Leben“ haben sie im November den kompletten Weg des Schweins ins Visier genommen. Und sie haben eben „keine Sau durchs Dorf getrieben“, sondern wollen zur Versachlichung beitragen. Was meint Ihr. Ist das „Peter dem Fuchs“ gelungen? Auf jeden Fall finde ich die unten stehenden Videos sehr interessant und lehrreich. Euer Bauer Willi   https://www.landschafftleben.at/blog/wir+treiben+keine+sau+durchs+dorf+%E2%80%93+wir+zeigen+das+schwein%E2%80%A6_b1460 Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr Informationen Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr …

Die große Nässe…

Ich habe einen guten Freund in der Nähe von Fehmarn gebeten, mir mal zu schreiben, wie es in Norddeutschland zur Zeit (Dezember 2017) aussieht. Hier sein Zustandsbericht. Und noch ein paar andere Gedanken… Übrigens ist in den Medien davon nichts zu lesen. Da lauten die Überschriften nach wie vor Glyphosat und Insektensterben. „Von Extrem-Wetterlagen sind nicht nur die Landwirte betroffen, auch der Urlauber im Land zwischen den Meeren, der Kleingärtner, der Vermieter und Anbieter von Ferienwohnungen und Campingplatz bekommen „schlechtes Wetter“ zu spüren. Und wenn die Alt-Vorderen einem sagen, solch ein schlechtes Wetter, was sich über 5 Monate hinzieht – mit wenig Sonnenschein, niedrigen Temperaturen, vielen Tagen mit bedecktem Himmel und jeden zweiten Tag Regen – hätten sie auch noch nicht erlebt, dann ist man als Landwirt nicht alleine. Eigentlich ist für viele Berufskollegen das Land zwischen den Meeren der Inbegriff von gutem Boden mit den höchsten Erträgen. In weiten Teilen stimmt das auch, aber in diesem Jahr ist alles anders. Die großen Überschwemmungen aus Niedersachsen im Frühsommer wurden zur Kenntnis genommen, aber bald sollte sich das …

Erlaubt?

Wer oft im Netz unterwegs ist, wird an vielen Stellen aufgefordert, seinen Protest dadurch zu äußern, dass er an die Politiker schreibt. Oft ist auch schon ein vorbereitetes Schreiben dabei, dass man nur kopieren muss und in eine Mail einfügt. Landwirte haben vor einigen Tagen eine Mail bekommen, in dem sie aufgefordert werden, dies ebenfalls zu tun. Ein vorbereiteter Text ist auch hier beigefügt. Dieses Schreiben stammte aber nicht von Greenpeace oder Campact, sondern von Bayer Agrar Deutschland. Diese Mail sollte bis zum 12. Dezember an das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in Berlin und an die Europäische Kommission nach Brüssel geschickt werden. In diesem Schreiben geht es um weitere Beschränkungen für Neonicotinoide, einer Wirkstoffgruppe, die als Insektizide wirken. Als Raps-Beize sind diese Wirkstoffe bereits verboten, am 12 .12. (gestern) sollte über weitere Verbote auch in anderen Kulturen entschieden werden. Bayer hält diese für nicht gerechtfertigt. Doch es soll hier nicht um Wirkstoffe gehen, sondern um die grundsätzliche Frage, wie eure persönliche Meinung zum Vorgehen von Bayer ist. Kann, darf, soll Bayer (oder auch ein anderes Unternehmen) die gleiche Vorgehensweise wie eine …

Deutsches Milchpulver nach Afrika

Wie viel deutsches Milchpulver geht nach Afrika? Und wohin? Ich habe mich auf die Suche nach Zahlen gemacht. Diese Zahlen stammen aus dem November 2017 und umfassen jeweils den Zeitraum von Januar bis September. Die Angaben sind in Tonnen. Nicht genannt habe ich hier die nordafrikanischen Länder wie z.B. Ägypten, Marokko und Tunesien. Sie sind aber in der unten genannten Quelle zu finden. In den Statistiken wird zwischen Vollmilchpulver und Magermilchpulver unterschieden. Exportiert wurden in die oben genannten Länder im Jahr 2016 rund 750 t Vollmilchpulver und 8.200 t Magermilchpulver. Für 2017 stieg der Anteil an Vollmilchpulver leicht auf 1.010 t an (plus 250 t), sank hingegen bei Magermilchpulver auf 7.350 t (minus 850 t).  Zum Vergleich: Deutschland exportierte im genannten Zeitraum nach Europa an Milchpulver insgesamt rund 225.000 t in 2016, in 2017 waren es 207.500 t. Auffällig sind die Exporte nach Nigeria und Ghana. Eine plausible Erklärung dafür habe ich nicht, allerdings ist Nigeria mit 186 Mio. Einwohner eines der bevölkerungsreichsten Länder Afrikas. Nimmt man Nigeria und Ghana aus der Statistik heraus, so entfallen 1.028 t in …

Schuldig!

Wer ist schuld am Klimawandel? Wer ist schuld am Insektensterben? Wer ist schuld am Feinstaub? Wer ist schuld an der Massentierhaltung? Wer ist schuld am Artensterben? Wer ist schuld an verunreinigtem Wasser? Wer ist schuld am Gammelfleisch? Wer ist schuld am Waldsterben? Wer ist schuld an BSE, Schweinepest und Vogelgrippe? Wer ist schuld an Soja aus Südamerika? Wer ist schuld, dass afrikanische Bauern arm sind? Wer ist schuld am CO2-Anstieg? Wer ist schuld, dass es immer weniger Bauern gibt? Was ist Schuld? Schon fast eine philosophische Frage. Sind die Dinge so einfach, wie sie auf den ersten Blick erscheinen? Gibt es auf die vielen Fragen immer nur eine Antwort? Und warum finden wir die vermeintlichen Antworten schnell bei anderen, aber selten bei uns? Und ist die Wahrheit vielleicht doch komplizierter? Einfache Lügen haben es leichter als komplizierte Wahrheiten. Vielen erscheint doch die Antwort auf einige der oben gestellten Fragen relativ einfach: Es ist die Landwirtschaft, es sind die Landwirte. Und wenn wir Bauern selbstkritisch genug sind, werden wir feststellen, dass wir auf einige der oben …

Post aus Indien…

Es ist schon erstaunlich, wo wir überall gelesen werden. In der vergangenen Woche bekamen wir via Facebook Post aus Punjab, Indien. Sidhu Mandeep Toor hat uns Bilder aus ihrer Heimat geschickt. Die meisten Kulturen sind uns hier unbekannt. Schaut einfach mal rein. Thanks a lot and best regards from Germany to India!  

Wir wollen Dialog…

Jetzt sind Alois und ich fast drei Jahre mit unserem Blog online. Im Januar 2015 meinten wir beide noch, dass uns der Stoff an Themen rund um Bauern, Bürger und Verbraucher so nach drei bis vier Monaten ausgehen würde. Doch weit gefehlt! Dank euch, die ihr euch mit so vielen Kommentaren hier eingebracht habt, sind uns immer wieder neue Artikel eingefallen, die es zu diskutieren lohnt. Mittlerweile sind es 1.275 geworden, die meisten davon aus der eigenen Feder. Und auch jetzt bekommen wir fast täglich wieder neue Anregungen. Mittlerweile sind es so viele, dass wir einen regelrechten „Artikel-Stau“ produziert haben. Wenn also eure Vorschläge nicht zeitnah veröffentlich werden, liegt es einfach daran, dass wir pfleglich damit umgehen wollen. Wir wollen die Themen auch in der Tiefe diskutieren, gerade dann, wenn sie kontrovers sind. Nicht immer kommen wir dazu, uns selbst an der Diskussion zu beteiligen, weil wir entweder zu Vorträgen unterwegs sind oder einfach unseren ganz normalen Alltag irgendwie bestreiten müssen. Es gibt schließlich auch noch ein Leben außerhalb des world wide web… DANKE an alle, die sich …

Ein Engel

Gestern abend, nach meinem Vortrag in Gaukönigshofen über das „Dilemma der Essensmacher“ ist mir etwas passiert, was ich noch nie erlebt habe. Nachdem die meisten Zuhöher schon den Saal verlassen hatten, kamen zwei bayrische Landfrauen zu mir und haben mir dieses kleine Kärtchen mit einem handgeschnitzten Engel in die Hand gedrückt. Ohne viele Worte. Das hat mich sehr berührt… Wollte ich euch nur mal sagen, weil es so gut in die Adventszeit passt. Danke, liebe Landfrauen. Der Engel wird einen Platz an unserer Krippe bekommen. Euer Bauer Willi

Hagel, Sturm, Frost, Regen – wie war es 2017?

Um das zu erfahren, habe ich Heinzbert Hurtmanns gefragt, den ich vom Studium kenne und der für die Vereinigte Hagelversicherung arbeitet. Anders als es der Name sagt, kann man dort aber neben Hagel auch andere Wettereinflüsse versichern. Dazu gehören Schäden durch Frost, Sturm und auch Starkregen. Und das nicht nur für die typischen Ackerkulturen sondern auch für andere Kulturen wie Obst und Gemüse. Am vergangenen Dienstag war ich auch in Lübeck und dort habe ich erfahren, dass der viele Regen im gesamten norddeutschen Raum dazu geführt hat, dass viele Landwirte dort kaum Winterweizen bestellen konnten, vereinzelt auch keinen Raps. Dazu steht vereinzelt auch immer noch Mais oder Zuckerrüben jetzt, im Dezember, noch immer im Feld. Das weiß kaum einer, ich wusste auch nicht, wie dramatisch die Situation in einzelnen Betrieben ist. Wie die Schadensereignisse bundesweit zu bewerten sind, erfahrt ihr im Video. Danke an Heinzbert. Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Mehr …

SAUEREI!

„Die Leute haben doch alle keine Ahnung, wollen uns aber vorschreiben, wie wir Landwirtschaft zu betreiben haben“. Genau das war meine Meinung, als ich mich 2015 hingesetzt habe, nachdem mich der Piper-Verlag angerufen hat, ob ich nicht ein Buch schreiben wollte. Das wollte ich ursprünglich nicht, ich wollte „meine Ruhe haben“. Doch mit einer solchen Einstellung erreicht man nichts, gar nichts! Also müssen wir unseren Mitbürgern erzählen, was wir machen, wie wir es machen und warum wir es so machen wie wir es machen. Ohne erhobenen Zeigefinger und ehrlich, ohne etwas zu beschönigen. Deshalb habe ich dann, nach einer Probephase, meine persönlichen Gedanken und Meinungen zu den vielen kritischen Themen rund um die Landwirtschaft wie Massentierhaltung, Monokulturen, Gentechnik, Pestizide, verseuchtes Grundwasser, geschredderte Küken und alle weiteren bekannten Skandale zu Papier gebracht. Aus meiner ganz persönlichen Sicht als Bauer, die man teilen kann, aber nicht muss. Einfach mal ein anderer Blick auf das Thema. (Den Buchtitel hat der Verlag so gewollt, ich hatte da durchaus Bedenken.) Doch bei der Darstellung, warum wir Bauern so produzieren wie wir produzieren …