Jahr: 2016

Polarisierend…

…war der Artikel von gestern, der hinterfragt hat, ob die Aktionen von vergangenem Mittwoch die Lage der Bauern verändert. Von voller Zustimmung bis zu krasser Ablehnung gingen die Kommentare. Auch Angriffe auf die Person waren dabei. Was wir davon mitnehmen? Über die Zustimmung haben wir uns natürlich gefreut. Es zeigt, dass doch einige unsere Meinung teilen. Die ablehnenden Stimmen haben wir zu Kenntnis genommen und fragen uns,  warum diese Kritik so heftig ausgefallen ist und teilweise so persönlich wurde. Wir werden die Kritik verarbeiten. Noch allerdings haben wir darauf keine richtige Antwort. Mehr wollen wir dazu jetzt nicht sagen. Bauer Willi und Alois

Mittwochs vor dem Supermarkt

Selten haben Alois und ich so viele Mails bekommen wie am vergangenen Donnerstag. Und alle mit der Frage, was wir den von den Auftritten der Bauern vor den Supermärkten halten.  Wir haben uns dazu ein paar Gedanken gemacht… Glaubt wirklich jemand ernsthaft daran, dass die Demonstrationen vor den Discountern irgendetwas an der katastrophalen Situation vieler landwirtschaftlicher Betriebe ändern wird? Wir glauben Nein, eher das Gegenteil wird es bewirken! Uns haben sogar teilnehmende Bauern erzählt, wie sie ihre Hilflosigkeit auf den Discounterparkplätzen spürten. Sind wir Bauern wirklich so klein, armselig und hilflos, dass wir seit Jahrzehnten versuchen,  mit „Mitleid“ und „Opferrolle“ zu punkten?  Suchen wir nicht ständig „Schuldige“ und erkennen dabei nicht, dass wir vieles einfach selbst versäumt, ja auch falsch gemacht haben? Durch eine immer effizienter werdende Produktion werden wir ausschließlich zu einem anonymen Rohstofferzeuger degradiert, der von Verarbeitern und  Lebensmitteleinzelhandel leicht ausgetauscht werden kann und so den Preisdruck immer noch weiter erhöht. Durch unsere „Abliefermentalität“ haben wir uns dem Handel ausgeliefert, der jetzt mit derartigen Aktionen „angebettelt“ wird. Es mag vielleicht irgendwann einmal richtig …

Hilf dir selbst…

…dann hilft dir Gott. „ Dies war wohl die Haupt-Erkenntnis des milchpolitischen Frühschoppens. Die Aussage stammt von Dr. Jens Schaps, EU-Kommission. Meine Aufgabe als Referent war, die Frage zu beantworten „Wer hilft den Milchbauern“. Was ich dann auch gemacht habe. Unter den Presse-Vertretern war auch die Redaktion der Zeitschrift Elite, denen meine Aussagen offensichtlich so gut gefallen haben, dass sie sie abgedruckt haben. Hier die Druckansicht als pdf-Datei.       Wie die übrigen Redner auf meine Aussagen reagiert haben, könnt ihr in einem sehr gut gemachten Video von stories-unlimited.de sehen. Mal sehen, zu welcher Erkenntnis ihr kommt. Bin gespannt auf die Kommentare…:-) Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen http://www.milchindustrie.de/aktuelles/videos/ Danke an den MIV für das Video Produzent: www.stories-unlimited.de Euer Bauer Willi  

Zu Ostern eine extravagante Neuheit…

Passend zu iPhone, iPad, iTunes und iPod. Revolutionär und sehr edel im Design…. 😉 Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden. Inhalt entsperren Erforderlichen Service akzeptieren und Inhalte entsperren Weitere Informationen

Ostern, Bauern und die Stasi

Bald ist Ostern. Da gibt es viel zu tun. Letzten Samstag habe ich den Antrag auf Dieselrückvergütung gestellt. Das heißt: Belege zusammensuchen, Antrag im Internet aufrufen, Daten aus dem Vorjahr importieren.  Habe wieder den gleichen Fehler wie im Vorjahr gemacht: im Fahrtenbuch fehlt ein Eintrag. Also wieder neu rechnen, alles noch mal überprüfen, online abschicken, ausdrucken und den schriftlichen Antrag zur Post bringen. Ohne Unterschrift geht da nichts und es gibt keine Knete. Gläserner Landwirt. Weil ich schon mal dran bin, auch gleich die Meldung bei der Saatguttreuhand machen. Geht ja auch online. Nein, Kleinerzeuger bin ich nicht, Kartoffeln habe ich auch keine und bei Getreide mache ich 100% Saatgutwechsel. Wird die in Bonn freuen. Online abschicken, per Mail erhalte ich eine Eingangsbestätigung, auf der genau das drauf steht, was ich eingegeben habe. Toll! Der Beleg landet gleich in der Tonne. Gläserner Landwirt! Vor ein paar Tagen kam das Schreiben für den EU-Antrag. Diesmal ohne CD, geht jetzt über den Web-Client. Dabei, neben vielen anderen Vorschriften, ein 6-seitiges Papier, wie die Anmeldung jetzt erfolgen muss und …

Meine Universität Bonn…

Meine Universität in Bonn…wollte wissen, was aus mir geworden ist. Und als besonderes „Schmankerl“ gibt es ein Bild von mir wie ich vor 40 Jahren aussah. Unmögliche Frisur 😉 https://cams.ukb.uni-bonn.de/hkom/e-forsch/februar-2016/#46 Ist vielleicht mal ganz interessant für Euch so ein Heftchen der Universität. Es darf übrigens das ganze Heft gelesen werden…. 😉

Eigene Macht und Verantwortung

Gestern abend* habe ich nun Elke Pelz-Thaller, die „Mentalbäuerin“ selbst live erlebt. Und meine hohen Erwartungen wurden sogar noch übertroffen. Ihre Bühnenpräsenz ist enorm. Mehrmals verlässt sie das Podium und streift wie ein lauernder Jaguar durch den Saal, schnappt sich mehr oder weniger freiwillige „Sparringspartner“ mitten aus dem Publikum, provoziert und gestikuliert mit diesen „auf Augenhöhe“ und führt damit die menschlichen Verhaltensmuster quasi im Affekt vor. Sie zieht somit Zuschauer magisch in ihren Bann, setzt ihnen damit aber auch die an sich schwierigen Themen unausweichlich vor die Nase. Humorvoll sind ihre Dialoge, aber trotzdem tiefgründig die Botschaften dahinter. Es ist also nicht nur Show. Man spürt das authentische Engagement und die herzliche Empathie für ihre Bäuerinnen und Bauern. „Wer kann etwas ändern, wenn nicht Du selbst!“ Ist die eindringliche Botschaft dem Jammertal zu entsagen und selbst Verantwortung zu übernehmen. Dass das Überleben der Betriebe keinesfalls nur von Wachstum und Weltmarkt abhängt, sondern auch vom Umgang mit sich selbst und der Familie. Diese eigene Macht und Verantwortung zu erkennen, sie auszuüben und sich die kommunikativen Fähigkeiten …