Jahr: 2016

Die Pharmaindustrie und die Umwelt

In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 6. März 2016 war zu lesen, dass die Pharmaindustrie zukünftig „die Wirkung ihrer Produkte nicht nur auf den Menschen, sondern auch auf die Umwelt besser erforschen soll“. Ein Tatbestand, der bei Pflanzenschutzmitteln selbstverständlich ist. Verbraucher sollen „über deutlich lesbare Hinweise angehalten werden, Packungen und Reste von Medikamenten nicht über den Hausmüll zu entsorgen“. Ein Tatbestand, der bei Pflanzenschutzmitteln selbstverständlich ist. Zumindest, wenn sie von Landwirten eingesetzt werden. Da gibt es seit langem funktionierende Rücknahmesysteme. Wie es da wohl beim Kleingärtner aussieht? Zudem müssten „die Hersteller für die zusätzlichen Kosten der Abwasseraufbereitung herangezogen werden“. Die Hersteller! Arzneimittel gelten als besonders langlebig und schwierig aus dem Abwasser zu entfernen. Besonders häufig gefunden werden Blutdrucksenker (Diuretika, Betablocker), Schmerzmittel (besonders Produkte wie Diclofenac, Ibuprofen, Paracetamol), Hormonpräparate (Kontrazeptiva) und „Gemütsaufheller“ (Psychopharmaka). Könnte also sein, das Arzneimittel mit all den neuen Auflagen demnächst teurer werden. Wenn die Auflagen dann kommen. Man darf gespannt sein. Euer Bauer Willi

Faire Produkte – aber nur zum anschauen!

Und weils so „schön“ ist, nochmal Lidl. Bilder von Samstag 23. April. (Ich war dort nicht zum einkaufen, sondern nur zur Recherche): Katzenmilch für 2,25 € pro Liter (0,45 für 0,2 l). Vollmilch von der Kuh für 0,55 bzw. 0,59 € pro Liter. FAIRE Milch für 1,25 €/l (nur als H-Milch) ist jetzt neu dabei. Lidl hat ja den Fairtrade-Award verliehen bekommen…Von den verfügbaren 12 Litern war ein einziger verkauft. Die Leute wollen ja faire Produkte im Laden. Aber nur zum anschauen, nicht zum kaufen.   [huge_it_gallery id=“30″]

Lidl gewinnt…

…den Fairtrade-Award 2016. Aus diesem Grund (und nur aus diesem Grund, weil wir dort aus Prinzip nicht einkaufen) bin ich zum  Lidl-Laden bei uns im Ort gefahren, um mir mal anzusehen, wie ernst es Lidl mit dem Fairen Handel meint. Schon von weitem große Plakate (siehe Fotos) und auch im Laden überall die Hinweise auf diesen Preis. Die Realität: Im Laden finde ich – nach einigem Suchen – zwei Produkte, die mit „Fairtrade“ gekennzeichnet sind. Kaffee (als Pads und als ganze Bohne!) und Multivitamin-Saft (12 x 1 Liter im Tetrapak). Eine davon ist verkauft. Der Multivitamin-Saft zu 99 Cent ist geräumt.  Neu im Sortiment ist die „Faire Milch“, auch hier fehlt von den 12 Packungen eine einzige. Allerdings ist die die faire Milch nur als H-Milch verfügbar, nicht als Frischmilch. Was mir auch auffällt: Auf dem Plakat mit dem Award wird ein Schlepper, werden Gänse, Ziegen und Getreideähren gezeigt und auch ein Winzer im Weinberg. Doch Produkte aus der heimischen Landwirtschaft, die fair gehandelt wurden, finde ich im Laden keine. Fairer Handel gilt wohl nur für Bauern, die …

Staatliche Manipulation? – oder – Wie inszeniert man einen Skandal!

Dass Volkswagen seine Motoren mit einer Software bestückt hat, die die passenden, niedrigen Messwerte liefert ist ein Skandal. Dass Deutschland seine Messnetze bezüglich Nitrat im Grundwasser so selektiert, damit besonders hohe Messwerte herauskommen, ist es auch. Wie anders ist es zu erklären, dass Deutschland deutlich schlechter sein sollen als die Niederlande. Ein bloßer Blick auf die Anzahl der gemeldeten Messstellen in den Niederlanden und in Deutschland zeigt selbst dem Laien, dass hier etwas nicht stimmen kann. Denn es gibt viel mehr Messstellen, als es diese Karte erscheinen lässt. Dazu ein sehr lesenswerter Gastbeitrag von Georg Keckl, den wir wegen seiner Länge, der Grafiken und den vielen Quellenangaben hier nur als Link bringen können. Es wäre wünschenswert, wenn viele Redaktionen diesen Artikel verbreiten würden. Hier die vollständige PDF: Volksverdummung Weitere Ausführungen dazu finden Sie hier: http://www.zds-bonn.de/aktuelles/deutschland-vor-dem-eu-kadi-wegen-falscher-datenme.html http://www.zds-bonn.de/aktuelles/wiederholen-sich-gerade-die-fehler-des-waldsterben.html Zum gleichen Ergebnis wie Herr Keckl kommt auch ein Bericht aus Bayern, der im Netz verfügbar ist. http://www.hlnug.de/fileadmin/dokumente/wasser/hydrogeologie/Fortbildungs-_und_Vortragsveranstaltungen/Grundwassertag2014/Messnetz_Nitratrichtlinie_Neumann.pdf Der Bericht eines Fachmannes aus dem Ministerium in Rheinland-Pfalz, der ebenfalls Kritik an der Auswahl der Messstellen übt, wurde inzwischen aus dem Netz …

Schikane oder Unvermögen?

Jetzt habe ich endlich meinen EU-Antrag abgegeben. Nennt sich hier in NRW komischerweise „ELAN“. Ja, Elan braucht man schon, wenn man sich durch diesen Moloch von Formularen durchkämpft. Und möglichst auch eine schnelle Internet-Verbindung, weil man ohne diese schnell an den Rand der Verzweiflung kommt. Der Antrag wird nämlich ab diesem Jahr online ausgefüllt. Da ist es schon sinnvoll, diese Arbeit abends nach 23 Uhr zu erledigen oder sich den Wecker auf 4 Uhr morgens zu stellen, damit man was geschafft bekommt. Denn so wie es bisher war ist es nicht mehr. Gut, die Fragen hat man relativ schnell beantwortet, das kennt man aus den Vorjahren. Aber dann geht es los mit dem Flächenverzeichnis bzw. dem Einzeichnen der Flächen (siehe Bild). Hat man bisher die Flächen bisher mit der Maus umfahren und so grob markiert, braucht man seit diesem Jahr eine sehr ruhige Hand und ein geschultes Auge. Für die Berechnung der Prämien sind nämlich nicht mehr die Angaben im Flächenverzeichnis gültig. Nein, das Flächenverzeichnis greift auf die Zeichnung im GIS-System (Geographisches Informationssystem) zurück und da geht es …

Vielfeldig…

Als ich neulich durchs Feld fuhr und die vielen verschiedenen Kulturen, besonders den blühenden Raps, gesehen habe, erinnerte ich mich an einen Spruch, den ich neben der Autobahn in Richtung Hannover gelesen habe. Jetzt sag bloß keiner, dass da ein „r“ bei vielfeldig fehlt. Tja, man muss schon ein wenig nachdenken 😉

Deutschlandfunk

Deutsche Landwirte fühlen sich an den Pranger gestellt und ärgern sich, dass ihre Stimmen kaum gehört werden. Das hat sich geändert…. Dazu ein aktueller Radio-Podcast aus dem Deutschlandfunk: http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2016/04/25/dlf_20160425_1950_98e375a9.mp3

Vertical Farming

„Vertical farming“ ist etwas mehr als Gemüse auf Balkonien gedeihen zu lassen. Vielleicht ist es die Antwort der Städter auf die Zeit nach dem Öl? Oder ein Trend den die Supermärkte bald größflächig anbieten? Was meint Ihr?

Die Zeit nach dem Öl – Spinnerei…?

Vor ein paar Tagen erhielt ich eine etwas ungewöhnliche Mail, unter anderem mit folgender Aussage: „Die Landwirtschaft ist extrem von der Verfügbarkeit von Treibstoff, Strom und einer breiten Palette von Industrieprodukten abhängig geworden.“ Daran schloss sich die Frage an: “ Wie wollen die deutschen Bauern überhaupt in einer Zeit nach dem Öl und Erdgas genug Lebensmittel für alle produzieren? Wie würden Sie die dann eine Bevölkerung ernähren wollen?“ Erst habe ich etwas gestutzt. Dann etwas länger überlegt. Hier meine Antwort auf die Mail: Sehr geehrter Herr B. … vielen Dank für Ihre Mail. Die Frage, wie wir die Bevölkerung ernähren wollen, wenn fossile Vorräte zu Ende gehen, ist für mich sehr einfach zu beantworten: Ich möchte die Bevölkerung nicht ernähren, sondern meine Familie. Das ist mein primäres Ziel. Wir bauen Raps an. Diesen Raps presse ich zu Öl und fahre damit meinen Schlepper. Ich habe noch einen Oldtimer-Traktor, der vollkommen ohne High-Tech und Elektronik auskommt, aber seinen Dienst erfüllt und relativ wenig verbraucht. Mit diesem Traktor kann ich somit auch ohne fossile Energie auskommen. Das Rapsöl ist quasi der Ersatz für den Hafer, mit …