Bauer Willi
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Zukunft Landwirtschaft – Modell 3: 100% Bio

Aus der Serie “Zukunft Landwirtschaft” jetzt ein Modell mit 100% Bio in ganz Deutschland. Und mit der Frage, warum politisch eine Grenze bei 30% Bio gezogen wird.

Sowohl in der Strategie “Farm to Fork” als auch im Koalitionspapier der Ampel-Koalition ist die Zielsetzung, den Anteil der Bio-Landwirtschaft bis zum Jahr 2030 auf 25 bzw. 30% zu erhöhen.

Diese Zielsetzung ist inkonsequent. Wenn Bio-Landwirtschaft die ihr nachgesagten Vorteile hat, so ist es notwendig, möglichst bald die gesamte Landwirtschaft in Deutschland auf Bio-Landwirtschaft umzustellen. Bisher konnte mir auch niemand erklären, warum es nun gerade 30% bis 2030 sein soll. Und was ist dann mit den “restlichen” 70% konventionellen Landwirten? 100% Bio bis 2025 muss das Ziel sein.

Was bedeutet 100% Bio?

Ich habe mich in früheren Jahren schon einmal mit den Zahlen beschäftigt, die Zahlen im Titelbild stammen aus dem Jahr 2014:

100% Bio in Deutschland – Teil 1: Die Zahlen

Diese Zahlen sind heute nicht mehr ganz aktuell, aber sie geben die Richtung an. Klar ist, dass die Selbstversorgung auch bei Getreide, Kartoffeln und Fleisch nicht mehr gewährleistet wäre. Pflanzenöle und Zucker würden in Deutschland nur noch in winzigen Mengen produziert, da die Kulturen Raps und Zuckerrüben derzeit nur auf wenigen tausend Hektar angebaut werden. Der Grund: bei Raps fehlen wirksame Pflanzenschutzmittel, bei Zuckerrüben ist der Arbeitsaufwand, der von Hand zu erfolgen hat, extrem hoch.

Welche Konsequenzen hat dies für den Verbraucher?

Auch damit habe ich mich schon einmal beschäftigt. Hier die Ergebnisse:

100% Bio in Deutschland – Teil 2: Die Konsequenzen

Damit wird klar, warum niemand in Deutschland und in Europa eine komplette Umstellung auf 100% Bio fordert: Die Versorgungsicherheit wäre nicht mehr gegeben, es könnte zu gewaltigen Engpässen und damit zu sozialen Unruhen kommen. Das will niemand.

Panem et circenses

 

 

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153 Kommentare

  1. Hans Nagl sagt

    100 Prozent Bio ist doch möglich .
    Aber nicht mit den Essgewohnheiten von Heute, da gibt’s nur noch 1 Mal die Woche Fleisch. Wenn man die aktuelle Vegan und Vegetarisch Welle so anschaut ist das vielleicht die Zukunft. Kalorien sind auch kein Problem es hat jeder 250 kg Getreide im Jahr zu Essen.

    • Thomas Bröcker sagt

      Vegan heißt, “nur vom Acker”. Bio-Vegan heißt “nur vom Acker” aber ohne tierischen UND mineralischen Dünger. Gras fressen die Veganer nicht, auch nicht Klee, nicht Luzerne und was sonst so an Futter auf dem Acker wächst. Die wollen Kleegras kompostieren und damit ihre “Futterpflanzen – also Pflanzen zum Futtern” ernähren. Bislang habe ich die aber nur darüber schwätzen gehört – wirklich auf den Acker kommen Reststoffe aus der konventionellen Lebensmittelindustrie (Maltaflor = Biertreberbasis, Vinasse = Reste aus der Zuckerrübenverarbeitung u.A.).

      Vegan geht, dann aber ganz konventionell und nicht Bio. Vegetarisch ist der Betrug (“sich selbst belügen”) in Perfektion, ganz einfach, weil zu jedem Ei auch ein Stück Huhn und zu jedem Liter Milch 40 g Rindfleisch gehören, die gegessen werden müssen.

      Im Bio-System sind das je Liter Milch aktuell 60g /Liter. Das derzeitige Modell Ökolandbau ist auch auf dem Acker vor allem Eines: Futterpflanzenanbau (82 % der Fläche werden für Futter genutzt). Insgesamt handelt es sich um ein von extensiver Tierhaltung geprägtes System, welches 80 % der pflanzlichen Ressourcen genau dafür (Viehfutter) verbraucht, auch weil die Sch… der Tiere wiederum die paar essbaren Pflanzen mit ernährt..

      In der klassischen Landwirtschaft sind das immerhin auch 60 % der Fläche (Viehfutter und Biogas). Nur wächst auf den restlichen 40 % mehr als doppelt soviel pflanzliches “Menschenfutter” je Hektar heran als auf den dafür im Bio-Bereich verbleibenden 20 %.

      Das ist in realer Masse das Vierfache, und das wird verbraucht/gebraucht. Bleibt also wieder die Frage: “Wer aus Ihrem persönlichen Umfeld kommt, im Falle von 100 % Bio, auf die “Kann weg Liste”?

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  2. Reinhard Seevers sagt

    https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/pestizide-export-verbot-101.html

    Wir sollten in Deutschland mit gutem und glaubwürdigem Beispiel vorangehen, was den Schutz von Natur und Gesundheit betrifft”, sagte sie (Svenja Schulze) der “Rheinischen Post”.

    “Es sei “kein akzeptables Geschäftsmodell, Kleinbauern in Entwicklungsländern mit resistentem Saatgut und dem dazu passenden Pestizid auf Kredit in Abhängigkeit zu stürzen”, sagte die frühere Bundesumweltministerin. Sie wolle auch in der Zusammenarbeit mit den Partnerländern den ökologischen Landbau als besonders nachhaltige Landwirtschaftsform in den Fokus rücken.”

    Soo, Svenja bereitet schon mal die Importländer auf den Export nach Deutschland vor. So werden dann auch Importe “BIO” möglich……..alles wird gut!

    Wann wird wohl die deutsche Rüstungsindustrie abgeschafft?

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    • Thomas Bröcker sagt

      Ich empfinde den Vorgang als den Gipfel der Verblendung. Wir sollte unsere dreckigen Pfoten mit all dem Blut, was aus der kolonialen und Neo-kolonialen Zeit daran klebt, endlich mal rausnehmen aus den “Kolonien”. Wir müssen keine neuen Heilslehren dort hin bringen, sondern Entwicklung und Industrialisierung zulassen. Die “Entwicklungsdilletanten” haben die Landwirtschaftlichen Zusammenhänge hier nicht begriffen und wollen Denen im Süden erklären, wie sie ihre Landwirtschaft organisieren sollen. Die haben nicht mal im Ansatz eine Ahnung vom “Schädlingsdruck” in diesen Gegenden, geschweige denn vom Ansatz der Überwindung der mit Armut und Hunger verbundenen Kleinbäuerlichen Subsistenzwirtschaft.
      Nicht “Infrastrukturhilfen” um die Bodenschätze, Acker und Menschen dort besser ausbeuten zu können und Waffen an verschiedene Gruppen um die politischen Verhältnisse dafür ausreichend instabil zu halten, sondern Infrastrukturaufbau und Elektrifizierung für die Entwicklung eigener Industrien und Gewerbestrukturen in diesen Ländern sind “Entwicklungshilfe”!!!

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  3. Bauer Willi sagt

    Ich weiß nicht, ob es jemanden interessiert, es würde aber zu einer Diskussion hier gerade gut passen. Unsere Fäkalien-Hebeanlage hat gestern nachmittag um 16 Uhr den Geist aufgegeben… Nach 33 Jahren…
    Leute, das ist echt schei… und man wird man ganz unruhig, wenn man sieht, wie das Niveau langsam aber sicher höher steigt.

    Zum Glück war eine Stunde später ein Notdienst hier und hat eine mobile Schmutzwasserpumpe eingesetzt. Handbetrieb, drei mal täglich Stecker rein.
    Und, oh Wunder: die Firma hat eine Pumpe da, die am Montag (!) montiert wird! Bei einem anderen Pumpenhersteller hatte man mir eine Lieferzeit von 60 Arbeitstagen genannt…

    • Reinhard Seevers sagt

      …..jetzt stell dir vor das Wasser wird knapp und die Menschen im Hochhaus haben Mal eine Woche kein Wasser aus der Leitung…..oder der Strom fällt ein paar Tage aus. Dann haben wir richtig Probleme. 😳😎

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    • Marian E. Finger sagt

      Wozu braucht man eine Fäkalien-Hebeanlage, wenn man keine Tierhaltung hat? Ich hätte gedacht, so was braucht man vielleicht, um Gülle auf die Felder zu bringen.

      • Thomas Bröcker sagt

        Abwasserentsorgung über Druckleitungen, wenn über natürliches Gefälle nicht möglich. Die Pumpe “hebt” das Abwasser auf einen höheren Ablaufpunkt, oder heute “drückt” sie es halt in die Gefälle-unabhängige Druckleitung. Ich habe auch einen solchen Abwasseranschluss und hatte die Sch… bei Ausfall schon mal in Keller stehen.

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        • Smarti sagt

          Da haben wir es noch besser – als erstes füllt sich eine Duschwanne in der untersten Wohnung. Kommt immer mal wieder vor, wenn die Sicherung raus fällt und damit auch der “Piepsalarm” nicht geht.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Also früher, in der guten alten Zeit, hatten wir solche Probleme nicht. Man ging auf das Plumpsklo im Stall oder auf den Hof und gut wars. Alles viel nach unten…..😀😎

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  4. Thomas Bröcker sagt

    Was mir in dieser “Ökologisierungsdebatte” noch aufgefallen ist:
    Wir hatten aktuell, wie gesagt, die Winterschulung Pflanzenschutz, mit dem Schwerpunkt Biologicals und Nützlinge.

    In jedem zweiten Nebensatz tauchte die Formulierung auf: “Dieses Schadinsekt hält sich vor allem in Randstreifen mit hohem krautigen Bewuchs, und an Wald- und Heckenrändern auf”
    verbunden mit der Aufforderung in der Nähe und in solcher Strukturen besonders aufmerksam zu beobachten und zu überwachen. Ich sollte also eigentlich, so betrachtet den Teufel tun, mir zuviel solcher Strukturen ins Feld zu holen.

    Während wir also in Straßenrandstreifen und Ausgleichsflächen im Begleitgrün alles raspelkurz halten und so die Pflanzen und Tiermenge permanent reduzieren, sollen wir möglichst ungemähte bunte Strukturen in unsere Produktionsflächen einflechten. Wir schaffen also erstmal optimale Lebensbedingungen für Stinkwanze, Kirschessigfliege und Co., um dann gleichzeitig der Mittel zur Bestandsregulierung selbiger beraubt zu werden.

    Nicht zufällig sind die Bio-Betriebe, die ihre Felder in der Beziehung absolut clean halten, und Feldränder möglichst kurz raspeln, die dauerhaft wirtschaftlich erfolgreichen. Jemand hatte vor kurzem die holländischen absolut cleanen Demeter Gemüsestreifen gezeigt – so sieht Bio aus, wenn es funktionieren soll. Mit Förderung von Biodiversität hat das nix zu tun !

    Die vielfältigen Landschaftsstrukturen, wie sie herbeigesehnt werden, mit ganz viel “wild und bunt” in und zwischen den Feldern funktionieren nur MIT Pflanzenschutz und ohne ausreichende Regulierungsmöglichkeiten von kritischen Arten in den Produktionsflächen ÜBERHAUPT NICHT.

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    • Müssen bei 100% Bio oder Öko

      Denn überhaupt Ackerrandstreifen sein?

      Kann man wegen Raps- und Zuckerrübenverzicht wegen den oben genannten Gründen deren Fruchtfolgeleistung nicht mit bestimmten Zwischenfrüchten ausgleichen?

  5. evo.... sagt

    Ich bin schon der Meinung, dass wir die Ernährung der Leute optimieren müssen. Für den Anfang würde ich mal die Energiedrinks verbieten, Zucker weitgehend raus nehmen und die Ernährungsforschung intensivieren.

    Das was sich um Bio herum entwickelt halte ich aber auch nicht für zukunftsfähig.
    Mit den diversen Fleisch- und Milch-Imitaten wird wohl keine gengerechte Ernährung zu erreichen sein.
    Die Pflanzenzüchtung halte ich momentan für ein größeres Problem als ein paar Spuren von Pestiziden.Wenn wir die Pflanzen immer gesünder züchten-dass sie also für Viren, Pilze und Insekten unverträglicher werden-
    werden sie auch für die Menschen unverträglicher werden. Es sind auch negative Effekte auf das Leben im Boden zu erwarten. Da wird man aber aus der Ecke GrünBio nichts hören,denn dort arbeitet man ja immer mit den besonders gesunden Sorten.
    Wenn viele Leute modernen Weizen, moderne Äpfel, moderne Tomaten,…. nicht mehr vertragen, ist wegen der Co-Evolution auch ein Anteil am Insektensterben zu erwarten.
    Man liest immer wieder, dass Rohmilch gesünder wäre. Ich denke an ein paar zusätzliche neue Tests mit den man Rohmilch direkt vom Bauernhof zu den Verbrauchern bringen könnte.

    Es gäge Vieles.

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  6. Andreas sagt

    Hallo Dr. Willi, hast du schon mal berechnet, was passiert,
    wenn euer Herzenswunsch Wahrheit werden würde und es wieder
    100 % konventionelle Landwirtschaft geben würde ?
    20% mehr Schweinefleisch, 20 % mehr Milch, 20 % mehr Getreide auf dem Markt
    10 % mehr Düngerbedarf, 10 % mehr Bedarf an Pflanzen-, Insekten- und
    Pilzvernichtungsmittel, 10 % mehr Soja- und Palmölimporte.
    Sieht so eure Vision für eine glückliche Zukunft aus ?

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      • Picard sagt

        Nicht bissig werden! Auch ich wünsche mir mal von Willi und Seevers und all den anderen Schreibern wie sie selbst sich die derzeitige Landwirtschaft wünschen. Also machbar, nicht Träumereien. Bei 100% Bio scheint ja die Selbstversorgung gefährdet, aber mit 100% konvi, ohne Aufllagen und Quoten, ist die Utopie wohl dass andere Länder auf anderen Kontinenten die Produkte aufnehmen sollten, was die aber nicht machen werden

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        • Elisabeth Ertl sagt

          Urs Niggli überzeugt mich auch. Aber es wird nie wieder so viel Kunstdünger geben, dass 100% Konvi überhaupt noch realistisch sind.

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          • Picard sagt

            Eben das denke ich auch. Schon deshalb wäre es wichtig, sich mit Bioproduktion auseinanderzusetzen. Denn es reicht nicht, Kalkammonsalpeter und Spritzmittel wegzulassen.
            Man muss sich der Eigenschaften der im Biobereich eingesetzten Sorten bekannt machen, den Boden als lebenden Organismus wahrnehmen, der die Pflanzen ernährt, und nicht der gegebene Dünger, angepasste, sehr weite Fruchtfolgen sind nötig um den Schädlingsdruck zu minimieren, (man bedenke die Erfolge im anfänglichen Rapsanbau!)
            Insgesamt ist noch sehr viel Bildungsarbeit nötig.
            Und dann hat man die vermarktungsseite noch nicht beleuchtet…. Eine Jahrhundertaufgabe.
            (naja Bosch-Haber hats ja auch auf hundert Jahre gebracht)

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            • Thomas Bröcker sagt

              Die Nährstoffe, die vom Feld gekarrt werden, müssen ersetzt werden und das kann selbst der “lebendigste Boden” nicht, wenn ihm kein Futter zur Umarbeitung in genau dem selben Umfang (Mineraldünger) oder in deutlich höherer Menge als die Abfuhr (Kompost Mist Gülle ect.) gegeben wird. Auch ein lebendiger Boden der zwar mehr Wasser speichert, erzeugt nicht aus sich heraus Nährstoffe, ein perpetuum mobile gibt es nicht. Hohe Erträge sind dauerhaft auf Nährstoffzufuhr angewiesen, wenn man nicht nach dem temporär möglichen Prinzip Reiche Väter versus arme Söhne wirtschaften will. Das System ist eine Gleichung und Gleichung heißt Gleichung weil Ungleichgewichte ausgeglichen werden müssen.

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              • Elisabeth Ertl sagt

                Ein Problem ist, dass die menschlichen Fäkalien nicht nutzbar sind. Wie hindert man die Bevölkerung daran, giftige Substanzen ins Klo zu schütten?

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                • Thorens sagt

                  “Wie hindert man die Bevölkerung daran, giftige Substanzen ins Klo zu schütten?”

                  Verordnung und Kontrolle?
                  Bei der Landwirtschaft funktioniert das doch auch.

                  Ich bin heute schon gespannt darauf, wie der Bürger reagieren wird, wenn ihm die anteiligen gesamten Kosten incl. Klärschlammrecycling der Abwasseraufbereitung einmal präsentiert werden. Müsste dann der, der viele abwasserbelastende Medikamente braucht und wieder ausscheidet auch stärker belastet werden?

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                • Thorens sagt

                  “Ein Problem ist, dass die menschlichen Fäkalien nicht nutzbar sind.”

                  Sie wären es. Statt WC müsste ein jeder umstellen auf Kompostklo mit getrennter Erfassung von fest und flüssig, woraus Dünger entstehen könnte. Auch käme das dem Wasserverbrauch entgegen.

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                • evo.... sagt

                  Ich würde schon lange getrennte Abwassersysteme in Neubauten und bei größeren Renovierungen vorschreiben. Fäkalien in ein Rohr und alles andere in ein anderes Rohr. Man könnte sie momentan wieder zusammen legen, aber irgendwann baut man getrennte Systeme.

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                • Smarti sagt

                  evo… “Fäkalien in ein Rohr und alles andere in ein anderes Rohr” – Prost Verstopfung :).
                  Wenn ich Kaiser von Deutschland wäre, würde ich Komposttoilette und Regenwassersammeltank vorschreiben.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Sehr interessant die Lösung in einem Wohnblock mit 100 Parteien…..😎
                  Der gemeine Bürger schüttet alles in alles rein. Und mit Kompost brauchste denen im 12. Stock nicht kommen.

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                • Thorens sagt

                  “…würde ich Komposttoilette und Regenwassersammeltank vorschreiben.”

                  Regenwasser sammeln – ja, bin ich auch dafüßr. Da gibt es in meiner Kommune sogar eine Förderung, wie ich kürzlich gelesen habe. Mein Problem: Das geht hier nicht oder nur mit immensem Aufwand. Das, weil ein womöglich ästhetikverliebter Architekt das eine Regenfallrohr vom Flachdach nicht auf der Straßenseite nach unten führte, die die einzige zugängliche ist, sondern lieber durch das innenliegende Atrium des U-Bungalows mit dreiseitiger Grenzbebauung, um es dann von dort durch das Gebäude dem Abwasserrohr zuzuführen. Ende der Sechziger haben offenbar Behörden so etwas genehmigt. Ich glaube, ich werde die Stadt einmal ansprechen, damit mir ein Fachberater erklärt, wie ich die Regenwasserrückhaltung hier realisieren kann. Im Atrium kann ich kaum eine Zisterne einbauen und wenn doch, dann braucht es ein Auffangreservoir im Keller mit elektrischer Pumpe zur Zisterne. Aber ich glaube, diese Wassergeschichte möchte ich mir im Keller nicht antun. Nur ein Einzelfall, aber man sieht auch hier, dass eigentlich logische Forderungen an der Realität scheitern können.

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                • Christian Bothe sagt

                  @Thorens,früher gab’s um Berlin Rieselfelder…Was sagen Sie nun? Da hat man LW betrieben.

                • Thorens sagt

                  Was soll ich dazu sagen?
                  Die Rieselfelder gab es nicht nur um Berlin.
                  Mir erschließt sich aber nicht, aus welchem Zusammenhang Sie nun auf diese kommen.

                  Hätte es nicht steigende Schadstoffgehalte in den Klärwerksabwässern gegeben, könnte man das vermutlich auch heute noch so machen. Z.B. hat jede neue Kupferdachrinne mit dafür gesorgt, dass die Schadstofffrachten größer geworden sind. Ich weiß jedoch nicht, ob die verrieselten Klärwerksabwässer damals den heutigen Hygieneansprüchen genügten z.B. hinsichtlich der Ausbreitung von Darmparasiten.

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              • Es geht doch um die Chemie da drin, Thorens,

                Die giftige Chemie aus Medikamenten, Kosmetika und Reinigungsmittel.

            • Smarti sagt

              Kurz gesagt ist die Bioproduktion: für ein kg Produkt mehr als doppelt so viel Arbeitszeit ( auch bei Tierhaltung – Stroheinstreu, Weidegang ) aber v.A. bei Ackerbau. Der Ertrag dagegen im Durchschnitt weniger als halb so viel. allerdings ehr positiv gerechnet: denn immer mal wieder ein Totalausfall bzw. die unverzichtbare Gründungungen zur Bodengesundheit/ Begleitpflanzenunterdrückung senken den Ertrag pro Hof nochmals kräftig…. wer kann sich den vierfachen Preis leisten ? Nicht nur einmal pro Jahr, sondern von jetzt auf gleich auf die gesamten Lebensmitteleinkäufe !
              Achtung Teil-Satire: Ich wäre ja dafür: der Preis für jedes Bioprodukt verfünffachen – sonst bleibt dem Biobauer zu wenig und es ist bald Schluss mit D-Bio.
              Dafür auf jedes konventionelle Produkt einen Totenkopf. Kann man ja auch als neues Symbol für die Lebenserwartung der deutschen Bauernhöfe sehen. Konsequenterweise dann auf EU-Ware zwei Totenköpfe, und auf Flugware drei. Passt dann gleich auch für die Weltrettung.

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          • Thomas Bröcker sagt

            Die Luft besteht zu 78 % aus Stickstoff, warum also soll es “nie mehr genügend Kunstdünger” geben. Alles eine Frage der Organisation und der Prioritäten.
            Phosphor wird ein Problem, wenn die Tierhaltung einerseits heruntergefahren wird und die wertvollen Nährstoffe im Klärschlamm und sonstigen “Abfällen” andererseits verbrannt, statt zurückgewonnen werden. Im Gegensatz zu viehstarken Gebieten ist die Phosphorbilanz bei uns auf vielen Standorten inzwischen negativ.

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            • Elisabeth Ertl sagt

              Haben Sie schon eine Alternative zum Haber-Bosch-Verfahren, für welches man Erdgas braucht?

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            • Thorens sagt

              “Phosphor wird ein Problem, wenn die Tierhaltung einerseits heruntergefahren wird und die wertvollen Nährstoffe im Klärschlamm und sonstigen “Abfällen” andererseits verbrannt, statt zurückgewonnen werden.”

              Stimmt. Aber es tut sich etwas beim Thema Klärschlamm bzw. P-Rückgewinnung daraus: https://www.lfu.bayern.de/abfall/klaerschlamm/phosphor_recycling/index.htm

              Ich durfte einer Veranstaltung beiwohnen, bei der es genau um dieses Thema ging. Dem rcycleten P haftet aber der “Makel” Klärschlamm an, weshalb sich die Anwesenden aus LEH und die mit grünromantischer Konfession erheblich echauffierten, als ich vorschlug, dass ein solches Produkt auch für den Einsatz im Bio-Landbau zuzulassen sei, um so die häufig schwermetallbelasteten Rohphosphat-Importe aus Nordafrika zurückfahren zu können. Das sind, neben organischen P-Trägern, die einzigen, die Bio-Landbau heute einsetzen darf.

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        • Hans Gresshöner,Landwirt sagt

          Um als Bauer mit all diesen Verordnungen und Kontrollen zurecht zu kommen,muss man trickreich agieren,höflich,aber bestimmt!
          Auf Vorwürfe meiner lieben Mitbewohner,die sich in den Medien schlau gemacht haben,fahre ich mit dem Güllewagen gern in Windrichtung zu deren Liegenschaften und warte etwas länger bis zum Einarbeiten.

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        • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

          Die Antwort haben Sie sich doch selbst schon gegeben:

          MACHBAR – KEINE TRÄUMEREIEN!!!

          Jeder der heute überleben will, muss mit spitzem Bleistift rechnen; Vollkostenrechnung, wenn Sie verstehen, was ich damit meine…!? 🙂

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            • Thorens sagt

              Es ist nur ein Begriff aus der Betriebswirtschaft. Und weil man heute alles betriebswirtschaftlichen Prinzipien unterwirft, auch z.B. in den Sozialbereichen, steht die Welt da, wo sie steht. Dabei ist die Landwirtschaft lediglich keine Ausnahme. Wir sind leider noch nicht weit genug gekommen, damit an einflussreichen Stellen diesbezüglich einmal ein Licht angeht. Der kurzfristige Profit regiert die Welt.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Da sich diese Frage ja gar nicht stellt, ist sie auch nicht zu beantworten.
      Das Ziel ist eine wissens- und vernunftbasierte Erzeugung, keine religiöse oder ideologische.
      Das können aber indoktrinierte Zeitgenossen nicht nachvollziehen, das kann ich sogar verstehen.

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    • Lieschen Müller sagt

      Ich finde die Frage gar nicht so schlecht. Was würde passieren? Oder anders gesagt, was würde es für Mensch, Umwelt, dörfliches Leben bedeuten? Wenn man wirklich nur auf die maximal erzeugbare Menge schaut.

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      • Smarti sagt

        Frau Müller, was passiert, wenn “Mikroplastik-Produktion” verboten wird ? Dann muss aller Kunststoff, alle Kleidung, Dämmstoffe etc. aus natürlicher, erneuerbarer Produktion stammen. Energie ist ja schon weit vorangeschritten…
        Es müsste meiner Meinung nach auf eine hohe erzeugbare Menge hinauslaufen, alles Andere ist Leben auf Kosten von Anderen, also eine riesengrosse Heuchelei.

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        • Lieschen Müller sagt

          Ja, das ist auch noch ein weiterer Aspekt. Wenn man alles für die 8 Mrd. Menschen aus nachwachsenden Rohstoffen machen will, wird man einen anderen Weg gehen müssen. Vielleicht kann man das mal ausrechnen: pro Mensch, pro Jahr 2 Kleidungsstücke aus Baumwolle oder Leinen. Wieviel Anbaufläche macht das? Oder Reifen: 2 Reifen aller 3 Jahre für das Lastenrad -> wieviel Kautschuk?
          Damit sind wir wieder bei der Frage, wieviel ist angemessen. Wieviel Essen, wieviel Kleidung, wieviel Wohnfläche, wieviel Reise?

          • Reinhard Seevers sagt

            “Jeder Deutsche kauft etwa 60 neue Kleidungsstücke pro Jahr und trägt
            diese halb so lange wie vor 15 Jahren…”
            Quelle, Mc Kinsey
            Tja, ich kaufe in 5 Jahren keine 60 Kleidungsstücke….ergo müssen etliche ja noch viel mehr kaufen.
            Ich esse dafür weiter Fleisch, ohne Reue, nachdem man so einen Scheiß gelesen hat.

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            • Lieschen Müller sagt

              Es geht hier doch um Rechenbeispiele und darum was möglich wäre. Nicht darum, was gerade passiert, oder darum, wieviel Fleisch sie essen.

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              • Ehemaliger Landwirt sagt

                Möglich wäre einiges, nahezu 100% der Menschen belassen es zu verkündigen und machen so weiter wie bisher.

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                • Öko ist modern

                  Man kauft qualitativ gute Kleidung, die länger hält und Nahrungsmittel, die teurer ist, deswegen wird weniger weggeschmissen und von dem guten Fleisch isst man eben weniger.
                  Jedes Stück Natur wird geachtet und die lebende Kreatur im besonderen.

              • Reinhard Seevers sagt

                Mir geht es aber darum, dass die Verschwendung nicht gebremst werden wird, nur weil man ein Rechenbeispiel anfügt, das voraussetzt, dass 8 Milliarden Menschen sich ändern und Milliarden ha LF zwangsumgenutzt werden.
                Die Welt wird sich nicht nach unseren Rechenbeispielen richten, es ist müßig solche Rechenbeispiele überhaupt anzustellen.

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              • Elisabeth Ertl sagt

                Realistisch ist das nur mit Rationierung: Der Staat gibt Marken aus, für die man sich 2 Kleidungsstücke im Jahr kaufen kann, und mehr gibt es dann nicht.
                Das Problem: Es reichen schon simple Corona-Maßnahmen wie Maskenpflicht und Testpflicht, um die Leute scharenweise auf die Straße zu treiben und zu skandieren: “Mein Körper – mein Leben – meine Entscheidung!” “Freiheit!” usw.
                Die knifflige Frage ist: Wie verhindert man bei solchen Rationierungen den Bürgerkrieg?
                Da muss man eben JETZT anfangen aufzuklären und das ehrlich ankündigen. Parteien, die wiedergewählt werden wollen, werden das leider nicht machen.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Elisabeth, stell dich schon mal an die Columbuskaje in Bremerhaven und mach den Leuten klar, dass ihre Kreuzfahrt nach Corona nun wegen der Klimakrise ganz ausfällt….. ganz ausfällt. 😎

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                • Smarti sagt

                  Herr Seevers, Elisabeth muss das nicht machen. Bald wird das Greenpeace mit Hilfe von Annalena machen…

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Ganz ehrlich? Die ganze Schose läuft auf eine moralische Neiddebatte mit Dauervorwurf für individuelles Fehelverhalten hinaus. Das wird komplett vor die Wand fahren, mit Pauken und Trompeten.
                  Es kann nur mit einem persönlichen CO2-Foodprint-Lebenszeit-Ausweis funktionieren, auf dem die individuelle Handlung per app abgelesen werden kann. Wenn das Konto leer ist, tja, dann ….soilent green und Tschööö!😀

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                • Lieschen Müller sagt

                  Wie hat man denn vor 200 Jahren ein Problem mangelnder Ressourcen gelöst? Auswandern: wohin? Also Menschen loswerden durch Krieg. Das möchte ich wirklich nicht und Belehrung, Rationierung etc. finde ich da schon besser.

                • Elisabeth Ertl sagt

                  Es wird im kommenden Winter auf jeden Fall zu Rationierungen von Lebensmitteln kommen, ich kann mir etwas anderes einfach nicht mehr vorstellen. Ein mulmiges Gefühl macht es mir trotzdem. Wem wird dann diese Grundrechtsverletzung zur Last gelegt werden? Welche Verschwörungstheorien werden sich darauf pfropfen?

                • Thorens sagt

                  Was führt Sie zu der Gewissheit in Ihrer Aussage, Frau Ertl?

                  Sollte es tatsächlich dazu kommen, dann will ich lieber nicht dabei sein.

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                • Thomas Bröcker sagt

                  Bislang ist genug an Lebensmitteln und Agrarrohstoffen “in den Pipelines” der Produktion. Ich sehe da für die nächsten 12 Monate überhaupt kein Problem hinsichtlich Mangel auf uns zukommen. So etwas braucht einen Zeithorizont von 3 – 5 Jahren um auf die Versorgungslage durchzuschlagen. Anders sieht es aus, wenn die Logistikbranche aussteigt, streikt oder nicht fahren kann, z.B. wegen AdBlue-Mangel.

                • Elisabeth Ertl sagt

                  Ja eben, die Logistik!
                  Die Selbstversorgung in Ö. ist zwar ausreichend bei Fleisch, Milch und Getreide, nicht aber bei Obst und Gemüse, und das wird man so schnell nicht umstellen können. Dann müssen zumindest die Veganer Fleisch essen, allein das gibt einen Aufstand.

                • Thorens sagt

                  …na, es wird sie doch hoffentlich keiner dazu zwingen.
                  Oder meinten Sie etwa die zu schluckenden Kröten?

                  Wär ja vielleicht ein bisschen heilsam.
                  Wünschen wir es uns lieber nicht.

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          • Thorens sagt

            “…Wieviel Essen, wieviel Kleidung, wieviel Wohnfläche, wieviel Reise?…”

            …Wieviel Wirtschaftswachstum???

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            • Selbstverständlich bedeutet 100% ökologisch leben auch wirtschaftliche Einbußen.
              Und 0 Wachstum!

    • Thorens sagt

      “…was passiert,
      wenn euer Herzenswunsch Wahrheit werden würde und es wieder
      100 % konventionelle Landwirtschaft geben würde ?”

      Außer dir hat hier noch niemand einen solchen “Herzenswunsch” formuliert. Daher ist die Aussage lediglich als populistische Äußerung ohne Wahrheitsgehalt zu verstehen. Auch bleibt dem Leser des Statements leider verborgen, was die vielzählig aufgeführten Prozentzahlen an mehr Erzeugung/Verbrauch mit dem Prinzip der konventionellen Landwirtschaft verbindet. Es ist ausschließlich der ökonomische Druck, der die Landwirtschaft an den Punkt gebracht hat, an dem sie steht und nicht, wie suggeriert, niedere Beweggründe.

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    • Christian Bothe sagt

      @Andreas,was soll so eine dümmliche (Entschuldigung) Aussage? Eigentlich überflüssig darauf zu antworten, als einer der jahrzehntelang die konventionelle LW und NGW mit gestaltet hat,um hochwertige Nahrungsmittel unserer Bevölkerung in ausreichendem Maße nachhaltig bereitzustellen. Also mal etwas überlegen, bevor man solche Phrasen in den Raum stellt…

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  7. 100% Bio ist ganz leicht möglich ohne die Ernährungssicherheit zu Gefährten. Man muss nur drei Regeln beachten.
    1. Keine Nahrungsmittelverschwendung z.B. krummes Gemüse essen, Containern erlauben, Biolebensmittel sind zu wertvoll zum wegwerfen.
    2. 100% vegan. Um eine tierische Kalorie zu erzeugen braucht man bis zu 9 Kalorien aus Pflanzen. Nebenbei wird damit auch noch der Klimawandel bekämpft. Die ganzen Emissionen aus der Tierhaltung fallen weg. Ausserdem hätte man das ganze Grünland für den Artenschutz zur Verfügung und es könnten neue Urwälder als CO2-Senken entstehen.
    3. Gerechte Verteilung der Lebensmittel und der Ressourcen. Trotz Fleischkonsum könnten heute bereits 10 Milliarden Menschen bei einer gerechten Verteilung ernährt werden. Im weltweiten Durchschnitt kommen 2800 kcal auf einen Erdenbürger. Obwohl 2000 kcal ausreichend sind müssen 800 Millionen Menschen hungern.

    Für alle die es nicht glauben wollen habe ich mir noch die Mühe gemacht es genau auszurechnen:
    1. Wie im Zukunftsmodell 2 von Bauer Willi muss man die Landwirtschaftsfläche gerecht verteilen. Auch weltweit steht jedem 2000qm zur Verfügung. Allerdings sind es jetzt 1500qm Wiesen und Weiden und nur 500qm Ackerland.
    2. Für den durchschnittlichen Kaffeekonsum nimmt momentan jeder Bundesbürger 125qm Fläche in den Tropen in Anspruch. Da Kaffee vegan ist und fairtraid und Bio sein kann sollte man ruhig diese Fläche beibehalten. Also bleiben noch 375qm für Nahrungsmittelproduktion übrig.
    3. Ein Kilogramm Getreide hat ca. 3200kcal.
    Ein Hektar Biogetreide kann durchaus einen Ertrag von 40dt haben. Das entspricht 4000kg pro Hektar oder 400g pro qm. Das sind 1280kcal pro qm. Andere Feldfrüchte wie Gemüse liegen ungefähr auf dem gleichen Niveau beim Kalorienertrag, Palmöl,Zuckerrüben und Kartoffeln darüber und Eiweißpfanzen darunter.
    1280kcal/qm mal 375qm =480000kcal pro Jahr
    480000kcal : 365 Tage = 1315 kcal pro Tag.
    4. Ups, der Kalorienbedarf liegt doch bei 2000kcal am Tag. Bei gerechter Verteilung kann man doch 5 ( bei der momentanen Verteilung 3,5) Milliarden Menschen auf der Welt ernähren. Was mit den anderen 2 bzw. 3,5 Milliarden passieren soll weiß ich jetzt leider auch nicht.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Na, Mensch, das ist ja einfach….🤗😆
      Das Bildungsniveau ist auf einem Tiefstpunkt.

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    • Elisabeth Ertl sagt

      100% vegan geht nur mit weit mehr Kunstdünger als heute. Aber Kunstdünger ist nicht nur knapp. Kaum ein anderes Produkt erzeugt bei seiner Entstehung so viel Treibhausgase wie dieser Kunstdünger. Und auch aus vielen anderen Gründen wäre eine rein vegane Ernährung ökologisch höchst problematisch. Lasst euch nicht anlügen von den NGOs, denen es genauso nur noch um Geld geht wie anderen Konzernen. Es sind Lügen. Warum? Eine NGO kann von Behauptungen, die schon einmal viel Geld gebracht haben, nicht abrücken, auch wenn sie widerlegt werden.
      Dass wir viel zu viele tierische Produkte konsumieren, das stimmt. Der Nutztierbestand muss deutlich sinken. Der von Willi verlinkte Urs Niggli hat diesbezüglich eine realistische Sicht auf die Welternährung. Sein Buch kann man wirklich nur empfehlen. Außerdem hat Willi vor kurzem einen anderen Vortrag verlinkt, der auch sehr anschaulich erklärt, warum vegane Ernährung genauso schädlich ist wie das derzeitige Übermaß an Fleischkonsum. https://www.bauerwilli.com/carbon-farming-was-bringt-es-den-bauern/

      Ich habe nichts gegen Veganer – im Gegenteil. Sie leisten mit ihrem Verzicht einen sehr wertvollen Beitrag in Richtung einer standortangepassten Landwirtschaft, weil eben andere Zeitgenossen noch immer viel zu viele tierische Produkte konsumieren. Sie machen nur den Fehler, ihre eigene Ernährungsweise zum Maßstab für die Zukunft zu erklären. Das funktioniert ganz sicher nicht.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Wir haben die Welt nicht durch zwei Weltkriege erobern können, wir können sie auch nicht im Alleingang retten. Wann versteht es der teutonisch geprägte Mitbürger endlich, dass die Welt aus 7,5 Milliarden besteht, die alle einen eigenen Kopf haben, der je nach Staatenlage so oder so umgesetzt wird.
        In diesem Land sind 4000 Brücken so marode, dass sie in Zukunft evtl. vielfach gesperrt werden müssen, weil die Sanierung nicht vorankommt. Es sollen pro Jahr 400000 neue Wohnungen gebaut werden. Die Bauwirtschaft verursacht 65% des nationalen Ressourcenverbrauchs und soll ebenfalls bis 245 Klimaneutral sein. Leute, nehmt mal das Tempo raus….keiner ist weiter, als die Landwirtschaft und keiner versorgt Menschen mit Nahrung, täglich…..denn die Landwirtschaft. Erlasst doch endlich mal mind. 5 Jahre keine neuen Gesetze, Verordnungen, Erlasse zur Gängelung eines funktionierenden Systems.
        Außerdem wird es endlich Zeit, diese dämlichen Vorwürfe und Anfeindungen einzustellen gegenüber den wenigen noch verbliebenen Bauern.
        Wenn man mit Kindern so umgehen würde,…..du kannst nix, du machst immer alles falsch, du willst ja nicht hören, du wirst es nie kapieren, du musst endlich was Gescheites lernen….usw. Was ist wohl die Reaktion eines solchen Kindes?

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        • Thorens sagt

          “Was ist wohl die Reaktion eines solchen Kindes?”

          Ich vermute, es wird eines Tages entweder drogensüchtig oder bewaffnet sich.

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        • Arnold Krämer sagt

          “Erlasst doch endlich mal mind. 5 Jahre keine neuen Gesetze, Verordnungen, Erlasse zur Gängelung eines funktionierenden Systems.”

          Beschäftigt den Apparat damit,das ganze Regelwerk (mittlerweile widersprüchlich, unstimmig, unwirksam usw. ) zu durchleuchten und zu entschlacken.
          Wird dagegen so weitergemacht wie bisher, nur noch schneller, noch “verrückter” (worauf alles hindeutet) fährt man nicht nur den Wirtschaftssektor Landwirtschaft vor die Wand.

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          • Reinhard Seevers sagt

            Gestern auf dem webinar des größten deutschen Bausachversicherers ein Beitrag vom Hauptgeschäftsführer des ZDB (Zentralverband deutsches Baugewerbe)
            die gleiche Aussage…..wenn man für einen Ersatzbau einer Autobahnbrücke an gleicher Stelle extra ein Raumordnungsverfahren, das jahrelang dauert, anberaumen muss, dann wird es nix mit Beschleunigung und Entbürokratisierung.

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            • Arnold Krämer sagt

              Die Landwirtschaft sowie weitere andere Bereiche der Realwirtschaft haben zuviele Arbeitskräfte freigesetzt, die alle irgendwie beschäftigt werden wollen. Erst wenn man den Prozess rückgängig macht, (für 100% Bio bei gleichzeitigem Einfuhrstopp für konv. Lebensmittel käme man in die richtiger Richtung) sollte der Bürokratieabbau auch in anderen Wirtschaftssektoren gelingen.

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              • Reinhard Seevers sagt

                Der Bürokratieabbau wird im Gegenteil ein Bürokratieaufbau werden. Im Baubereich ist man dabei den Energienachweis, den Ressourcenverbrauch, die Nachhaltigkeit, die Lebensdauer, den Nachweis von recycleten Materiealien, die Umweltrelevanz etc. in Algorithmen zu verwandeln, die dann einer digitalen Form des Nachweises und der Überprüfung unterliegen….
                Dadurch wird Bauern nicht nur erheblich teurer, sondern auch schwieriger. Und die Umsetzung durch nicht vorhandenem Fachpersonal tut ihr Übriges….auf jederBaustelle muss demnächst ein mehrsprachiger Dolmetscher vorhanden sein, ein Jurist, ein Sachverständiger, ein Mediator/Schlichter uvm.

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        • Smarti sagt

          Bisher habe ich mich immer damit “getröstet”, dass nur die Deutschen Politiker “landwirtschaftlich gesehen”, einen an der Waffel haben”-aber die EU ist ja nicht besser?!
          Landwirte werden nur deshalb nicht zum Verbrecher, weil sie verantwortungsbewusst und mit Bodenhaftung erzogen wurden und sich jederzeit körperlich “abreagieren” können.

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          • Arnold Krämer sagt

            Der Kommissionapparat der EU ist doch längst unterwandert. Da kann man immer nur froh sein, wenn die Osteuropäer oder andere Mitgliedstaaten auf die Bremse treten und die nationalen Gestaltungsspielräume nicht noch weiter geöffnet werden wie bei der GAP 2023.

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    • Thorens sagt

      Wenn ich mal beim Rechnen helfen darf:

      Weltweit besteht die verfügbare LN aus etwa 1/3 Ackerbau und 2/3 Grünland. Bei 2000 qm/Person entsprechend 670 qm Acker und 1330 qm Grünland.
      „Für den durchschnittlichen Kaffeekonsum nimmt momentan jeder Bundesbürger 125qm Fläche…“

      Ja, was denn jetzt – Deutschland oder die Welt? Hierzulande liegt der Grünlandanteil bei ca. 1/3 der LN. Weltweit kann ich den durchschnittlichen Kaffeekonsum nicht einschätzen und halte diesen für diese Betrachtung für nicht sonderlich relevant. Wenn es andererseits doch so konsequent betrachtet werden soll, dann müssten sämtliche Lebensmittelimporte einbezogen werden.

      „Ein Hektar Biogetreide kann durchaus einen Ertrag von 40dt haben.“
      Das mag stimmen. Die Betonung liegt auf „kann“. Es kommt aber darauf an, wieviel es durchschnittlich im Lauf einer Fruchtfolgerotation ist und, wie groß der Sicherheitszuschlag ausfallen muss, um unvorhersehbare Ereignisse, z.b. Missernten, abfedern zu können. Von den 400 g/qm Ernteergebnis darf man noch den Anteil an Verarbeitungsverlusten abziehen.

      Bleiben wir dennoch bei den 400 g Ertrag je qm, dann heißt das bei der Betrachtung für Deutschland und unter Ausschluss des Grünlandes, etwa 1.300 qm/Person Anbaufläche x 1280 kcal = 1,664 Mio kcal/a oder gut 4.500 kcal/d. Tatsächlich sind es sogar etwa 8.500 kcal/d, wenn wir den gesamten Durchschnittsertrag Weizen in D zugrunde legen wollen (75 dt/ha). Der durchschnittliche Weizenertrag (bio + konv.) weltweit liegt bei ca. 35 dt/ha und damit um ca. 40 dt/ha niedriger als hierzulande, woran man die derzeit hohe Produktivität des hiesigen Anbaus erkennen kann.

      Bleiben wir beim Beispiel: Von den durchschnittlichen 35 dt/ha bleiben aufgrund der LN-Verteilung mit 2/3 Grünland weltweit eben nur der Ertrag von ca. 700 qm je Person übrig von den zugestandenen 2.000 qm Gesamtfläche für jeden. Demnach ca. 240.000 kcal/a je Person bzw. ca. 660 kcal/d. Das bleibt übrig, wenn wir Grünlandflächen nicht über Fleischverzehr nutzen und bei, wohlgemerkt, weltweit fast ausschließlich konventionellem Anbau.

      Nirgends auf der Welt ist Getreideanbau produktiver als in Mitteleuropa. Noch passen Klima und Niederschläge und hier gibt es die Böden, die das möglich machen. Wollen wir wirklich davon weg?

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    • Christian Bothe sagt

      @Wolfi, dann lesen Sie doch mal bei agrarfakten.de nach über die Sinnhaftigkeit von 100%Bio, die Welternaehrung, Erträge,LN usw.Dazu noch die gesundheitsschädliche vegane Ernährung!Vielleicht geht Ihnen dann bei Ihrer “Zauberrechnung “ein Licht auf( nur falls Sie das Ganze nicht ironisch meinen…).

  8. Ferkelhebamme sagt

    Wir leben in einer Demokratie, die gewählten Volksvertreter wollen Bio, die Gesellschaft (durch entsprechende Propaganda seit Jahren geframt) will Bio, geben wir ihnen Bio! Ich bin es leid, ständig auf die Folgen hinzuweisen, es hat eh keinen Zweck mehr, der Drobs ist gelutscht. Wir handeln ihren Wünschen entsprechend, haben aber auch das Recht, ein entsprechendes Einkommen einzufordern, und das vehement. Und wenn ich dann nur noch für die oberen Zehntausend produziere, dann ist das so, Hauptsache wir erzielen ein Familieneinkommen, von dem man gut leben kann.
    Für die Gesellschaft heisst das Learning by doing, bzw. Lernen durch Schmerz. Leider wird das ärmere Länder noch stärker treffen, als den verwöhnten Deutschen, der von seinem Haushaltseinkommen dann halt mehr als lächerliche 10% aufwenden muss. Aber diese moralische Entscheidung liegt nun mal nicht bei unserer bäuerlichen lächerlichen Minderheit.
    Zurück können wir dann immer noch, falls notwendig…

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    • Thomas Bröcker sagt

      Willst Du umstellen, Ferkelhebamme? Ich habe heute meiner Bio-Kollegin verklickert, dass ich wohl auch umstellen werde – einfach mal so zum Sticheln. Die ist gleich ganz unruhig geworden: “Da muss man doch auch voll dahinterstehen”.
      Muss man nicht, ist einfach Handwerk und wer IP gut kann, kann meist auch erfolgreich Bio – das ist an sich keine “Glaubenssache”. Was ich allerdings bei Kollegen, die umgestellt haben, feststelle, ist ein zum “Glauben” und den dazu gehörigen Dogmen “hinüberdiffundieren” bis tief ins Unterbewusstsein. Nüchterne Betrachtung der eigenen Arbeit geht dann nicht mehr, da kenne ich nur einige wenige Ausnahmen – z.B. Dr. Andreas Mager vom “Naturhof Wolfsberg” im Rheinland.

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      • Arnold Krämer sagt

        Bio-Landwirtschaft war vor 20-30 Jahren immer Gesinnungs-Landwirtschaft. Das ist vorbei. Da geht es abgesehen von Ausnahmen ums Geld-Verdienen, auch gerne unter Zuhilfenahme von “Staatsknete” oder ums berufliche Überleben als Landwirt.
        An eine seriöse wissenschaftliche Studie dazu auch unter den Rückumstellern traut sich aber wohl niemand ran, vielleicht auch weil so etwas finanziell nicht gefördert wird.

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      • Reinhard Seevers sagt

        “Was ich allerdings bei Kollegen, die umgestellt haben, feststelle, ist ein zum “Glauben” und den dazu gehörigen Dogmen “hinüberdiffundieren” bis tief ins Unterbewusstsein.”

        Diese Beobachtung kann ich unterstreichen. Da werden schon Mal konventionelle hardcore Akteure zu den “überzeugtesten” Bioerzeuger.
        Geld motiviert und der thymos wird extrem angeregt.

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        • Ferkelhebamme sagt

          Das ist wahrscheinlich wie mit den Ex-Rauchern. Das sind die militantesten Nichtraucher, die ich kenne

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      • Ferkelhebamme sagt

        Wir klopfen intensiv die Möglichkeiten ab. Können-kein Problem. Dazu sind wir sehr denk-flexibel 😉 und (noch) lernfähig. Die Behörden sind die größte Hürde.

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        • Thomas Bröcker sagt

          Karl, ich will damit absolut nichts gegen Glauben sagen. Ich bin streng religiös erzogen, von Kindesbeinen an, diesen anerzogenen Glauben wird man nicht wieder los. Mit dem habe ich auch gar kein Problem.
          In Bezug auf die Bio-Branche sind allerdings die einstigen Marktabgrenzungsdogmen – also die “Erzählungen über die klassische Landwirtschaft” – zu Glaubenssätzen mutiert. Eine Eigenschaft von Glauben ist, Dinge, die die Gemeinschaft oder der/die Vorturner als Lehrsätze in die Welt gesetzt haben, nicht mehr zu hinterfragen, sondern in Gemeinschaft wiederzukäuen.

          Das zeigt halt einen Mechanismus und eine Herrschaftsform auf, wie sie in der Vergangenheit in ganz Europa und heute in Sekten aller Art zur Machterhaltung praktiziert werden. Weil, wenn man die “Grundfragen des Lebens” als gemeinschaftlich endgültig beantwortet ansieht, kann man sich mit dem Bewußtsein auf der “richtigen Seite” zu sein, viel entspannter um das eigentliche tägliche Leben kümmern.

          Meist erzeugen die moralisauren Dogmen aber sauertöpfische Spaßbremsen.

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          • Hans Gresshöner,Landwirt sagt

            Ich hatte hier von drei Bios von 0 auf 100, zwei wieder von 100 auf 0 und unter 0 gehen sehen,ich kann kein Bio!

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          • Smarti sagt

            Wir sind fast fertig mit der Umstellung auf Bio. Weil es sich für uns mit Konvi nicht mehr rentierte, haben wir die Produktion stark reduziert. Deshalb hat es sich irgendwann angeboten, Bio mitzunehmen. Wir haben nirgends “Probleme” damit gehabt, weder bei den Lieferanten, den Dienstleistern noch bei den Abnehmern. Die Bioberater haben wir vorher schon gekannt. Gefühlt gab/gibt es bei uns Landwirten keine Gräben. In unserer Gegend ist man schon froh, wenn man überhaupt noch einen Landwirt kennt…

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            • Arnold Krämer sagt

              Smarti, Ganz so einfach ist das nicht mit der Umstellung. Komme gerade von einem Betrieb, der soeben für 1,7 Mio Euro einen Stall für die Bio- Legehennenaufzucht (30.000 Plätze) hingestellt hat. Denn der Bio-Eierproduzent (gerne auch in Mobilställen) braucht ja alle 14 Monate gesunde Junghennen. Da muss in der Kette wie überall ein Rad ins andere greifen, damit der geneigte Konsument sich hinterher ein gutes Gefühl “erkaufen” kann.
              Wer diesen Stall sieht und sich die Produktionb erklären lässt, wird außer den unnötigen Auslaufflächen (natürlich mit Bio-Saatgut angesät) kaum einen Unterschied zur ach so bösen Konvi-Produktion erkennen. Und wenn, dann hat das nur Alibi-Charakter.

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              • Smarti sagt

                Herr Krämer, der Unterschied besteht im Preis. Egal ob beim Bürokram, im Ein-und Verkauf… Aufwand und Peise sind ungleich höher.
                Bio-Feldfrüchte sind sicher die Königsdisziplin, ich bewundere jeden, der über Jahre hinweg Qualität und Ertrag “herzaubern kann”.
                Wenn ein kleiner Milchviehbetrieb sowiso dem Ende entgegen sieht, kann man auch noch ein paar Jahre Bio machen… wir mussten an den Haltungsformen der Tiere nichts ändern, weil der Stall ja seit Jahren nicht mehr voll war. Einzig die Kälber bekamen einen ganzjährigen Auslauf.
                Ich finde die Gleichung “Konvi – böse” und “Bio – gut” für Tierhalter brandgefährlich. Wenn der Verbraucher herausfindet, dass die Tiere fast gleich ( gut !) gehalten werden… und Peta wird das schon übernehmen….die sind ja schon dran.
                Da vergisst der ( vermeintlich geprellte ) Verbraucher ganz schnell, dass der Biotierhalter ja viel höhere Futterkosten und Stallbaukosten hat..und schon ist der Planetenrettungstrieb vergessen. Wetten, Politik und Verbraucher haben dann auch sehr schnell vergessen, dass sie es waren, die nach Bio geschrien haben, ja die Landwirte mit aller Gewalt ins Bio treiben wollen ?
                Der Markt will – der Bauer liefert. Noch.

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  9. Meyer sagt

    @Picard
    Der Ertrag liegt so ca. bei 60% zu Konvi, aber es werden bei Bio rd. 25% Grünbrache , also ohne Ertrag gemacht. Dazu kommt noch , daß es auch hin und wieder vorkommt , daß Flächen nicht abgeerntet werden können. Z.B. wegen Verunkrautung , Schadinsekten, Krankheiten.

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    • Thomas Bröcker sagt

      Getreideerträge in Öko-Versuchen kommen bei entsprechender Nährstoffversorgung durchaus in die Nähe konventioneller Erträge (Bauer Willi hatte die Versuchsergebnisse vor 2 Jahren, glaube ich, hier mal eingestellt).
      Der entscheidende Faktor ist der Vergleich an außerhalb des Futter-Tier Kreislaufs erzeugten verwertbaren Mengen insgesamt. Und da sind es dann langfristig nur um die 30 – 33 %, ggü. Konvi, eben wegen der Grünbrache und Zwischen- und Vorkulturen für Düngewirkung ohne marktwirksame Erzeugung.

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    • evo.... sagt

      Was auch nicht berücksichtigt wird, ist die Verwendung konventioneller Ware im Bio-Landbau:

      Konventionelles Stroh zum Einstreuen. Mit Gülle und Schlachtabfällen(Hornspäne, Haarpellets,..) aus konventioneller “Massentierhaltung das Bio-Gemüse düngen. Konv. Mais in der Bio-Biogasanlage,..

      Die Kreislaufwirtschaft bei Bio funktioniert über den Zukauf konventioneller Ware, womit der Nährstoffabfluss beim Verkauf der Bio-Ware ausgeglichen wird, deshalb trägt auch Bio (indirekt) zur Abholzung der Regenwälder bei.

      Im letzten bay. lw. Wochenblatt ist ein Leserbrief von einem Herrn Röhm aus Thüngersheim, wo er schreibt, die Bio-Verbände würden sich weigern eine Ökobilanz zu erstellen. Kann schon sein, dass man bei denen Angst vor dem Ergebnis hat.

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  10. Arnold Krämer sagt

    Der politische Schwindel des 30 %- Ziels Ökolandwirtschaft ist leicht zu erkennen. Nirgends ist die Rede davon, dass alle Kulturen und Früchte jeweils (näherungsweise) zu 30 % oder besser mehr als Bio-Produkte erzeugt werden müssen. Das 30 % Ziel lässt sich über die Fläche relativ schnell mit Grünland erreichen. Und so sieht es doch auch in der Praxis aus.

    Im Kreis Emsland z.B. hat die Hälfte aller GAP-Antragsteller 2021 ausschließlich Grünland als Ökoflächen gemeldet. Entweder sind es Auslaufflächen für die Bio-Geflügelhaltung oder extensive Dauergrünlandflächen, teilweise extra für die Förderoptimierung zugepachtet. Rund 2 Drittel der Ökoflächen waren Grünlandflächen. So sutt dat ut! Das versteht man auch ohne Kenntnisse der plattdeutschen Sprache.

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    • Reinhard Seevers sagt

      “Ende 2019 gab es in Deutschland offiziell 34.110 ökologisch wirtschaftende Betriebe mit einer Gesamtfläche von 1.613.834 Hektar Fläche. Dies entspricht 12,9 Prozent der Betriebe bzw. 9,7 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche. Nach Schätzungen des Branchenverbandes BÖLW hat sich die Öko-Fläche in Deutschland im vergangenen Jahr um 5,3 Prozent erhöht. Demnach wurden in Deutschland Ende 2020 1.698.764 Hektar bzw. 10,1 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche ökologisch bewirtschaftet.

      Regional variiert die Bedeutung des ökologischen Landbaus in Deutschland beträchtlich. Der relative Flächenanteil reicht von ca. 18 Prozent in Hessen bis zu knapp 5 Prozent in Niedersachsen. Absolut betrachtet liegen die Produktionsschwerpunkte in Süddeutschland (Bayern: 370.366 ha, Baden-Württemberg: 186.905 ha) und Nordostdeutschland (Brandenburg: 174.253 ha, Mecklenburg-Vorpommern: 169.033 ha). Auf diese vier Bundesländer entfällt mehr als die Hälfte der ökologisch bewirtschafteten Fläche in Deutschland. Im Jahr 2019 war der relative Flächenzuwachs besonders hoch in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen (jeweils +12%).

      Im Vergleich zu den anderen EU-Mitgliedsstaaten liegt Deutschland damit im Mittelfeld; Spitzenreiter ist Österreich mit einem Flächenanteil von etwa 25 Prozent.”
      https://www.thuenen.de/de/thema/oekologischer-landbau/aktuelle-trends-der-deutschen-oekobranche/oekolandbau-in-zahlen/

      Man kann es sich ja aussuchen, ob man Flächenbezogen rechnen möchte, oder die Anzahl der Betriebe der Maßstab sein soll, oder die Erträge, oder oder oder…
      Ich schlage einen Deal zwischen Bayern und Niedersachsen vor: Wir machen mehr Windkraft, dafür müssen die reichen Bayern mehr Bio machen….kommt doch beiden entgegen. Und man muss sich nicht streiten. Dieses ganze föderale Runterbrechen auf Länderebene macht eh keinen Sinn.

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    • evo.... sagt

      In der Praxis unterscheidet sich die Bewirtschaftung von Grünland in Bio und Konventionell recht wenig. Deshalb ist die zusätzliche Förderung unter “Bio” zum Fenster hinaus geschmissenes Geld.

      Dann lieber Programme , wie Schnittzeitpunkte u. a. , fördern.

    • Elisabeth Ertl sagt

      Das ist ja auch der Grund, warum es in Österreich so viel Biolandwirtschaft gibt. In den Intensivgebieten gibt es genauso wenig wie in Deutschland.

      1
  11. Arnold Krämer sagt

    “Aber ok, es ist wirklich übel, in welcher Penetranz über die Medien ein undifferenziertes Bild über die Landwirtschaft verbreitet wird”.

    Das ist das Grundübel und offensichtlich nicht zu stoppen. Das jahrzehntelang einseitig negativ gezeichnete Bild konventioneller Landwirtschaft sitzt in den Köpfen vieler Menschen, die dann ihrerseits das Bild über Leserbriefe und Diskussionsbeiträge weiter verfestigen. Es ist nur noch zum Ko…

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    • Reinhard Seevers sagt

      “Mithilfe einer geschickten Hof-Kooperation können Franziska und Gregor ihren Traum von einer nachhaltigen Landwirtschaft, fernab von Massentierhaltung, überdüngten Feldern und überstrapazierten Flächen verwirklichen.”
      https://www.agrarheute.com/land-leben/video-tipp-bio-baeuerin-sucht-zukunft-578935

      Naja, wenn sogar der Begleittext zu einem Beitrag über regionale Biobauern des hr von agrarheute mit solchen Worten ausgestattet wird, dann muss sich neimand mehr wundern.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        “Auf dem elterlichen Hof in Gilsa wurde der alte Schweinestall zu einem Café umfunktioniert. Das zweite Standbein des Hofes soll das Einkommen der Familie sichern. Franziska schmeißt hierfür am Wochenende den Laden, Mama Jutta backt und Papa Lothar bedient die Gäste.

        Als drittes Standbein planen die 26-jährige Landwirtin und ihr Lebensgefährte alte Fachwerkhäuser in der Ortschaft zu Ferienwohnungen umzubauen und alte Dorftreffpunkte zu renovieren, um somit ein Dorfleben mit Kunst und Kultur wieder aufzubauen. ”

        Und wenn die Mittagspause ausfällt, hat der Tag 25 Stunden um zuarbeiten.

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        • Inga sagt

          und dann der Hof bei Soest auch noch!

          aber sonst ist es interessant, denn die Elternhabe4nja das Café schon aufgebaut, es braucht nur weitergebaut zu werden.

          Im Dorf dann Ökologie und Soziales als Kultur anzugbieten!

          Klingt doch gut, oder?
          Könnte Nachahmer und Zukunft haben.

      • Inga sagt

        “fernab von Massentierhaltung, überdüngten Feldern und überstrapazierten Flächen”

        meinst du diesen Text?
        Hilft einer Verbreitung von Vorurteilen?
        Weil aber die Masttiere nichts kosten und auf dem schönen Fachwerkhof der Platz für einen Maststall fehlt, haben sich die Eltern vielleicht schon für das Café auf dem Hof entschieden!
        Ist doch ne gute Alternative dazu.

        Worauf sie aufbauen kann!

    • Inga sagt

      Was wird wohl l die Frau Morgan von Greenpeace dazu sagen.

      sie muß und will ja Ökologie und Soziologie International zusammenbringen.

      Wird sie Verständnis für Landwirtschaft haben?

      Oder wird sie von uns 100% Bio verlangen und um die ärmeren Länder zu sozialisierten und dann da die restlichen Lebensmittel hergeholt?

      ansonsten müsste es doch nicht so schwer sein, unsere Lebensmittelbechaffung regional ziemlich umweltfreundlich vom Boden holen und so zu gestalten!

      • Picard sagt

        Diese Frau Morgan wird doch jetzt eingedeutscht und verbeamtet. Von der Baerbock. Kolleg*innen unter sich halt.

    • Inga sagt

      “Gezielte Falschmeldungen werden genutzt, um unsere Gesellschaft zu spalten, Hass zu verbreiten oder Geschäfte zu betreiben. Einseitige oder falsche Informationen kreieren verzerrte Weltbilder und gefährden unser demokratisches Miteinander.”

      Ist das die böse Agenda, wo neulich jemand von schrieb?

      Dieses schiefe Bild von der Landwirtschaft können wir uns nicht leisten!
      Das muß aufhören!

      Es gefährdet nicht nur unser Soziales Miteinander, sondern auch die Ökologie und zu guter Letzt die Ökonomie!

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    • Elisabeth Ertl sagt

      Naja, konvi ist halt tatsächlich auch nicht nur und überall richtig und gut. Hat mit finanziellen Zwängen zu tun. Deshalb finde ich es wichtig, dass man neue Begriffe findet, die man als sinnvolle Ziele formulieren kann, wie in Österreich die Standortangepasste Landwirtschaft. Da fallen jetzt schon sowohl viele biologische wie auch konventionelle Betriebe hinein. Bei anderen allerdings muss sich sehr wohl etwas ändern. Und das kostet Geld.

  12. Meyer sagt

    In Berlin und Brüssel müßen politische Traumtänzer sitzen , die immer die Folgen ihrer politischen Entscheidungen nicht bedenken. In der EU werden rd. 300 Mill. Tonnen geerntet.Bei 50% mit Öko nur noch 150 Mill. Tonnen und das sehr schwankend und für den menschlichen Genuß je nach Jahr auch nicht zu gebrauchen. In Deutschland werden rd. 20 Mill. Tonnen Getreide für die Menschensättigung gebraucht , also rd. 40% der jetzigen Ernte und das ist gut so, denn in nassen Jahren gibt es schlechte Qualitäten und trotzdem ist die Ernährungssicherheit gewährleistet. Alle minderen Qualitäten werden von der Tierhaltung verwertet.Wenn ich mir den Umstieg auf Bio vorstelle , dann kreuseln sich aus betriebswirtschaftlicher und volkswirtschaftlicher Sicht die Haare , denn das würde die ganze Volkswirtschaft umdrehen und viele Werte in Landwirtschaft und Gewerbe vernichten , so wie das jetzt gerade in der Schweinehaltung passiert. Auch die Arbeitsplätze in Landwirtschaft und Gewerbe wären extrem gefährdet und wer sollte dann diese Produkte kaufen bei dem engen Etat der Haushalte ? Als Beispiel für die Wertvernichtung habe ich mal die Einstellung der Schweinehaltung in einem 1000er Maststall überschlägig ermittelt. Nur die Stalleinrichtung rd. 80.000 Euro !Dann der Umbau bei den zukünftigen Vorgaben noch einmal 400.000 Euro zzgl. ein/zwei Arbeitskräfte. Damit würde das Schwein dann fast 300 Euro statt 170 Euro kosten. Wer soll das bezahlen. Der normale Verbraucher stöhnt doch jetzt schon unter den hohen Energiekosten und die Lebenshaltungskosten werden jetzt schon durch die Politik erst noch richtig steigen. Wenn die Politik so weitermacht , dann wird es “Soziale Unruhen” geben und wird diese Bande hinwegfegen wenn die so weitermachen.

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      • Bauer Willi sagt

        Die Versuche der LWK NRW weisen für Bio-Getreide in unserer Region Erträge zwischen 35 und 60 dt/ha aus. In einem normalen Jahr ernten wir 100 dt/ha, haben aber auch schon 125 dt/ha geerntet.

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      • Jürgen Donhauser sagt

        Da brauche ich keine Studie, das habe ich im einer 7-jährigen Zeit als Biobauer live erlebt! Denn man darf nicht den Ertrag eines Einzeljahres sehen, sondern über die ganze Fruchtfolge!

  13. Jann Petersen sagt

    Die Diskussion ob Bio, und wie viel Bio ist richtig und wichtig. Für deutlich relevanter halte ich allerdings die Menge an Fläche die in absehbarer Zeit aus der landwirtschaftlichen Nutzung genommen wird. Insektenschutz, Stilllegung nach gap, die weiterhin stattfindenden Versiegelung von Flächen und vor allem der moorschutz sind hier zu nennen. Auf all diesen genannten Flächen könnte man auch weiterhin produzieren, auch als Bio, hauptsache wir produzieren.

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    • Elisabeth Ertl sagt

      Und oft ist es viel ökologischer, darauf zu produzieren, als es brachfallen zu lassen!!!
      Beispiel Almen: Alle wollen jetzt den Wolf und nehmen das Ende der Almwirtschaft in Kauf, weil sie glauben, die Verwaldung der Alpen ist eh viel ökologischer. Aber abgesehen davon, dass Verwaldung einen starken Artenverlust nach sich zieht, liegt zwischen – vielleicht! – einem Wald in ferner Zukunft und jetzt eine Phase intensiver Bodenerosion, die wir in Hinblick auf den Klimawandel überhaupt nicht brauchen können. Und groteskerweise finden Städter eine von Wildbächen zerfurchte Landschaft mit umgestürzten Bäumen auch noch schöner als eine gepflegte Alm mit vielen Kräutern und Blumen. Da kommt einem das Grauen.
      Ich bin sowieso sicher, dass wir im nächsten Winter eine Lebensmittelrationierung haben werden, da wird es dann spannend, ob sich diese Wildnis-Ideologie noch halten kann.

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      • Smarti sagt

        Frau Ertl, wenn ich bei uns die kräftig gestiegenen Lebensmittelpreise und hin und wieder Lücken in den Regalen sehe… so ganz unmöglich ist es mit einer Lebensmittelrationierung nicht.

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        • Lieschen Müller sagt

          Wenn ich mir anschaue, was immer noch weggeworfen wird, denke ich nicht, dass es Rationierungen gibt. Vielleicht gibt es nicht immer alles, aber wenn es anstatt 10 Sorten Milch nur eine gibt, das ist wohl noch ok.

          • Smarti sagt

            Frau Müller, so ganz grob ( aber wirklich nur geschätzt ) habe ich mir mal die Fleisch – und Milchmengen, die Eier, Haferflocken, Apfelsaft und Tierfutter ( nur Fleisch ) überschlagen. Mal angenommen, die meiste Ware wird nicht ganz einmal täglich aufgefüllt, unser Hof hätte wahrscheinlich den ganzen normal grossen Edeka beliefern können. Jetzt, nach der Umstellung auf Bio, ist es viel weniger als die Hälfte – wurden diese Lebensmittel jetzt “weggeworfen” ? Und wenn wir die Lebensmittelproduktion ganz einstellen ? Das wäre so, wie wenn der Edeka jeden Tag alles wegschmeisst.

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  14. Reinerstoff sagt

    Willi du hast wohl noch nichts vom großen neuen Hammer gehört, den die Bewohner des brüsselschen Elfenbeinturms gerade zusammen basteln und per EU-Verordnung! schwingen wollen/werden!

    https://www.agrarheute.com/politik/50-prozent-weniger-pflanzenschutz-eu-gesetz-590108

    Da fehlt langsam zu 100% Zwangsbio nicht mehr viel.

    Und in der eig. Folgenabschätzung heißt es nur lapidar, es “könnte”!!! wohlgemerkt, zu erhöhten Importen führen.

    Als ich den Artikel gestern Abend gelesen habe, hat’s mir die Sprache verschlagen und inzwischen schlägt das immer mehr in Wut um.

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    • sonnenblume sagt

      Der ganze Satz zu den Importen macht die Sache doch erst richtig rund.
      “Importe von Lebensmittel aus Drittstaaten, in denen weniger strenge Auflagen gelten, könnten zunehmen.”

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    • Bauer Willi sagt

      Ich habe den Artikel gestern abend auch gelsen. Ein Stück aus dem Tollhaus! Hat das schon jemand vom DBV kommentiert? Oder wird das mittlerweile als normal angenommen? Wozu dann eine Interessenvertretung?

      6
      • sonnenblume sagt

        Der DBV, das Kaninchen vor der Schlange? Seit gestern kommt auch Frau Morgan noch ins Spiel. Zwar im Außenministerium, aber in ihrer Funktion durchaus auch für die Landwirtschaft relevant.

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      • Elisabeth Ertl sagt

        Dass Import Treibhausgasebedeutet und dass die Produktionsstandards anderswo niedriger sind, wird dabei gar nicht das Hauptproblem sein. Es wird nichts mehr geben.
        Kürzlich hat ein Experte im ORF auf die Frage geantwortet, woher wir das fehlende Gas aus Russland kompensieren werden: Gar nicht, denn wir müssten es anderen wegnehmen, die es ebenso brauchen.
        Trotzdem antwortet die Regierung nur mit Heizkostenzuschüssen, nicht mit Plänen, wie es die Wiener trotzdem warm haben könnten.
        Heizzuschuss statt Gas
        Lebensmittelzuschuss statt Essen
        Impflotterie statt Datengrundlage für die Impfpflicht.

        Nennt sich Neoliberalismus.

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  15. Hans Gresshöner,Landwirt sagt

    Der gemeine Deutsche will “gut und günstig” und nach Malle,mehr nicht.
    Der deutsche “Gutmensch”,der über höheres Einkommen verfügt,stellt gern infrage,leistet sich teure Produkte,weil er persönliche Lebensqualität damit verbindet.
    Unsere Politik ist aus meiner Sicht nur noch von Aktionismus getrieben.
    Unsere Medien veröffentlichen hauptsächlich Meinungen,Berichtserstattung ist selten.

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  16. Reinhard Seevers sagt

    Es hat auch mit Medien und Journalismus zu tun. Tanja Busse, man erinnert sich, das Rumpelstielzchen, dass auf der whes – Bühne Willi ankündigte und auch bei der Agrarkonferenz moderierte, sie verbreitet ihre Weltsicht und empfiehlt u.a. Bücher von Jens Brehl, einem jungen hessischen Journalisten, der sich für die Bio-Geschichte stark macht und die Heile Welt in Regenbogenfarben zeichnet und die konventionelle natürlich in schwarz-weiß.
    Journalismus ist der Schlüssel für die Meinungsmache und der Knecht der Ökoszene. Wer sich anders äußert wird zur rechten, mind. zur konservativen Seite aber immer zu den Rückwärtsgewandten geschoben.
    https://www.jens-brehl.de/meine-buecher/
    Somit ist BIO oder Nicht – Bio hochpolitisch, mehr als es der Nahrungsaufnahme zugeordnet wird.

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  17. Smarti sagt

    Wenn “Bio” soviel besser wäre für die Umwelt und für den Verbraucher, müsste “Bio” weder gefördert noch gross beworben werden. Man würde sich darauf stürzen !
    Das Gegenteil ist der Fall: “Konvi” nähert sich immer mehr an “Bio” an… deshalb wird in den letzten Jahren von Konvi noch Geld entzogen, um “Bio” atraktiver für Bauern zu machen.
    Einfach mal kaputt machen, Papi kauft mir dann was neues…besseres.

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  18. Reinhard Seevers sagt

    Wenn man nur so wenig Weltretter benötigt, warum dann das ganze Bauernbashing?
    Oder sollen die Bauern sturmreif geschossen werden, damit sie besser zu “händeln” sind?
    Wie fängt man den ganzen Hass auf konventionelle Bauern wieder ein, wenn die 30% erreicht sind?

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  19. Thomas Bröcker sagt

    Das 30 % Ziel resultiert aus der dafür nötigen Förderung und den verfügbaren Summen, die maximal der konventionellen Landwirtschaft entzogen werden können, wenn die Produktion so erschwert wird, dass Betriebe aus der Betriebsprämie aussteigen bzw. sich “nur” auf die 4 % Pflichtstilllegung “einlassen”. Mit den dann “freiwerdenden” 1,8 Mrd. € aus nicht wahrgenommenen zusätzlichen “freiwilligen” Ökologisierungsmaßnahmen sind für 30 % Bio-Förderung 375 €/ha verfügbar, die in unterschiedlicher Höhe auf die einzelnen Bewirtschaftungen (Grünland, Acker, Gemüse, Dauerkulturen) verteilt werden können.

    Dieser Plan existiert in den Grundzügen schon 10 Jahre. Nachzulesen bei Lakner und Oppermann im GAP-Modell “Fit, Fair und Nachhaltig”, dass für den NABU erarbeitet wurde.

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    • Marian E. Finger sagt

      Geld ist für den Staat heutzutage kein Argument mehr. Die Gelddruckmaschine läuft doch sowieso schon. Auf ein paar hundert Milliarden mehr oder weniger kommt es auch nicht mehr an.

      Für die 30% gibt es keinen logischen Grund. Wer ernsthaft daran glaubt, dass BIO das Klima rettet, der muss die 100% anpeilen. In der Weltsicht, die uns derzeit als alternativlos verkauft wird, haben die klassischen nur die Wahl, auf Bio oder Energie umzusatteln. Und die Tierhaltung wird abgeschafft.

      Bauer Willi denkt die alternativlose Weltsicht nur mal konsequent durch mit den Möglichkeiten, die die Klassischen in diesem Paradigma haben.

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      • Thomas Bröcker sagt

        Da ich Förderkulissen und Summen der Agrarförderung ziemlich genau kenne, muss ich Ihnen widersprechen, Herr Finger. Das ist ja das Grunddilemma, dass die derzeitigen Summen aus der Gemeinsamen Agrar Politik eben nicht beliebig ausweitbar sind, zumal nach der Logik des Geldsystems zu mindestens die Zinsen für das vermehrte Geld über den Bürger wieder hereingeholt werden sollen.

        Die Belastungen der Bürger kommen also von allen Seiten. Das was hier in Deutschland versucht wird, ist die Ausweitung der Bio-Branche und Durchsetzung der “Ökologisierung” der klassischen Landwirtschaft. Wobei unter Ökologisierung der klassischen Landwirtschaft die Entschärfung der Produktivitätsdifferenzen zu Bio gemeint ist. Da geht es nicht im Ansatz um das Überleben der klassischen Landwirte, sondern um die Verschärfung des “an den Pranger” stellens. Für das ganze “Zukunftskommissions-Gedöns” wird kein Pimperling bereitgestellt werden (können ?).

        Das, was aus den Öko-Aktionsplänen an wirksamen Maßnahmen übrig geblieben ist,
        sind “mehr Fördermittel” aus der klassischen LW umlenken, die öffentliche Ausser Haus Verpflegung auf Zwangsbio umzustellen und zuletzt, “Das Profil des Bio-Anbaus ´schärfen”. Hierbei ist der Pflanzenschutz im Moment das Hauptfeld der Aktivitäten.

        Ich könnte nur noch kotzen ob dieser gesamten Bio-Markt-Förderung im Interesse eines abgehobenen Teils der Gesellschaft, der momentan an der Macht ist. Nur und ausschließlich darum geht es eigentlich!

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        • Marian E. Finger sagt

          Deutschland ist mit 2,35 Billionen verschuldet, Frankreich und Italien mit je 2,6 Billionen, die USA mit 30 Billlionen. Die EU verabschiedet mal eben einen Aufbaufonds von 724 Milliarden. Seit weiß-Gott-wie-vielen Jahren kauft die EZB faule Staatsanleihen auf, was nichts anderes heißt, dass die in Umlauf befindliche Geldmenge geradezu maßlos aufgebläht wurde.

          Sämtliche Großprojekte, von Stuttgart 21 über den Berliner Flughafen bis zum französischen Atomkraftwerk in Flamanville kosten mindestens jeweils das Dreifache des ursprünglichen Budgets. Und siehe das, dieses Geld ist wundersamerweise vorhanden.

          Der Kauf eines E-Autos wird derzeit anscheinend mit bis zu 9.000,- € subventioniert.

          Da wollen Sie mir erzählen, dass das Geldsystem noch so funktioniert wie im 20. Jahrhundert.? Nein, die enorme Geldmenge, die zuviel auf dem Markt ist, wird jetzt über galoppierende Inflation vernichtet. Und die hat ihre eigene Dynamik. Da kommt es auf ein paar hundert Milliarden mehr oder weniger wirklich nicht an.

          Wenn die Entscheider in EU, Bund und Ländern wollten, könnten sie locker 10, 20, 60 oder beliebige viele Milliarden für die Landwirtschaft locker machen. Wenn das nicht geschieht, dann deshalb, weil die das nicht wollen. Und das liegt daran, weil BIO keine Wirtschaftsform, sondern eine Religion ist, die das spirituelle Vakuum füllt, das mit dem Siegeszug der Wissenschaften entstanden ist. Es ist ein wesentlicher Bestandteil jeder Religion, dass Opfer gebracht werden.

          Dass dies die klassische Landwirtschaft ist, ist nicht so verwunderlich, denn die Weltreligionen, allen voran die monotheistischen Religionen sind die Religionen durch und durch agrarischer Gesellschaften. Mit BIO wird krampfhaft versucht, die Naturverehrung voragrarischer Zeiten zu restaurieren. Klima und Biodiversität sind die neuen modernen Formen der uralten Wettergötter und der uralten Naturgeister.

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          • Thomas Bröcker sagt

            Die4 Gelder sind definitiv nicht zurückzuzahlen, keine Frage, das nützt aber dem Einzelnen, wenn er nicht zur Gilde der Kriegstreiber – also “Konfliktbewaffner” oder Geldverwalter gehört rein gar nichts. Bislang wird (zu mindestens pro Forma) immer noch immer noch nach Forderungen und Verbindlichkeiten aufsaldiert.
            Das angeblich beliebig herumgeisternde Geld geht doch im Wesentlichen zwei Wege.
            Einmal befeuert es das “Riesenrad” Börse und mit dem Geld was bei der Rotation rausfällt kaufen sich die Reichen die Welt.
            Das ist jetzt ein bisschen platt, beschreibt aber die Konzentration von immer mehr Kapital in immer weniger Händen.
            Wenn die Börse platzt, sind die “Vermögen”, die dort stationiert sind Luftnummern. Deshalb ist aber weder das reale Leben (Essen ,Wohnen, sich vermehren) weg, noch sind die realen materiellen Investgüter verschwunden. Es ändert sich lediglich deren Bewertung.

            Die Ideen der Ober-Banker, dass schon klar sei, dass die Staatsverschuldung nicht rückzahlbar ist, aber man dann halt über die Zinsen reden muss. Es reiche ja, wenn “wenigstens” diese den Bürgern aufgebürdet würden.

            Besser gehts doch nicht, die “Hypothek” bleibt permanent bestehen, wie weit und in welcher Höhe die “Gesellschaft” die Zinsen dafür bezahlt, eröffnet viel Spielraum für Belastungen des wahren Lebens des kleinen Mannes und ist letztlich die Basis jedweder Macht.

            Die Nutzung quasi religiöser Strukturen ist lediglich eine besonders ausgefeilte Art von Macht und Wertaneignung, die jahrtausendelangen Erfolg aufzuweisen hat. Auch bei NABU und Co. gibst oben die Fleischtöpfe und die fetten Gehälter und unten die ehrenamtliche Arbeit für bußfertige Jünger.

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            • Reinhard Seevers sagt

              Wie sagte doch am Sonntag im Presseclub der “Wirtschafts- und Finanzexperte” Daniel Stelter:

              …” es ist vollkommen egal, ob die Zinsen erhöht werden, oder die Inflation weiter besteht, die EU und der Euro sind in einer Sackgasse!”
              Und sogar die Linke Frau Herrmann musste ihm zustimmen…die Karre sitzt fest!
              Voran, wir werden die Welt schon retten, mit sustainable finance und green deal, Taxonomie und Nachhaltigkeit….der Bürger will es so, sagen die Umfragen!…also die Welt soll gerettet werden, wie und von wem? Schaun mer mal.😎

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            • Arnold Krämer sagt

              “……..aber man dann halt über die Zinsen reden muss. Es reiche ja, wenn “wenigstens” diese den Bürgern aufgebürdet würden”.

              Im Nordwesten werden jetzt Einfamilienhäuser wegen der gestiegenen Baukosten mit immer mehr Fremdkapital errichtet, das zwar verzinst, aber nur minimal getilgt wird. Das Eigentum muss dann nach 40 oder 50 Jahren verkauft (an die Kinder?) werden. So haben die Niederländer und Dänen z. B. schon immer ihre Viehställe gebaut und finanziert.

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              • Smarti sagt

                Ist in der Schweiz auch so. Da lohnt es sich aus steuerlichen Gründen gar nicht, eine Immobilie abzubezahlen. Eher renoviert man nach 10 Jahren bereits, damit die Schulden hoch bleiben.

          • Lady sagt

            “dass die in Umlauf befindliche Geldmenge geradezu maßlos aufgebläht wurde. ”

            Diese angeblich in Massen herumgeisternde Geld scheint zwar einige Freunde zu haben, aber die tatsächlichen ökonomischen Zusammenhänge sehen doch anders aus.
            Bis zum Beginn der Corona-Pandemie hatten wir sogar einen Geldmengenunterhang!!!
            Seit der Finanzkrise ist die Geldmenge eben nicht um etwa 5 % jährlich gewachsen. Dieser Anstieg wäre notwendig gewesen, um das Inflationsziel von knapp 2 % zu erreichen. So haben wir zeitweise negative Inflationsraten gesehen. Der Wert des Geldes ist also gestiegen.
            Erst seit Beginn der Pandemie sehen wir einen Anstieg des Geldmengenwachstums über diese etwa 5 % hinaus, was sich zeitweise auch deutlich beschleunigt hat. Die daraus resultierende Inflationsentwicklung sehen wir aktuell.
            Und ob sich daraus ein wirklich mittelfristiger Inflationsschub entwickelt , hängt vor allem an strukturellen Effekten .Hier etwa zum Thema Landwirtschaft ja bereits ausgiebig beleuchtet.
            Und auch das Thema Bio als Preistreibe passt da bestens dazu.

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            • Marian E. Finger sagt

              Unter Geldmenge verstehe ich das im Umlauf befindliche Bargeld, Giralgeld, Termineinlagen, Spareinlagen, Geldmarktfondsanteile, Schuldverschreibungen, Wertpapiere, Derivate usw. Eine Schätzung von 2018 spricht von weltweit 630 Billionen bis 1,2 Billiarden (630.000.000.000.000. bis 1 200.000.000.000.000 USD). Ich finde schon, dass dies eine aufgeblähte Geldmenge ist.

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              • Lady sagt

                Marian, deine Variante hat aber herzlich wenig mit gängigen Geldmengenkonzepten zu tun.
                Bei der am weitesten gefasste Geldmenge M3 kommen wir für Deutschland auf etwa 3,65 Billionen €. Unser BIP lag 2021 bei 3,56 Billionen . Da ist gar nichts aufgebläht.

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                • Marian E. Finger sagt

                  Dann halt anders, was ich mit “aufgeblähter Geldmenge” meine, ich habe hier EU-Zahlen vorliegen:

                  Im Jahr 2000 betrug die Geldmenge M3 in der EU 4.859,2 Milliarden.
                  Im Jahr 2019 waren es 14.469,2
                  In 20 Jahren hat sich die Geldmenge also verdreifacht. Ich glaube aber nicht, dass sich in dieser Zeit die Menge der Realwerte verdreifacht hat.
                  Bis Ende 21 ist die Geldmenge M3 auf 15.484,3 Milliarden angewachsen.

                  Ganz klar, ich bin hier Laie, aber ich halte diese Entwicklung für eine Geldmengenaufblähung. Wenn es keine ist, muss man mir erklären, wieso nicht, aber bitte so, dass ich es auch verstehen kann. Ist es nicht so, dass wenn sich M3 aufbläht, automatisch auch das BIP aufbläht?

        • sonnenblume sagt

          Gestern ein Artikel in agrarheute. 50% weniger Pflanzenschutz sollen in der EU Gesetz werden. Eine kurze Folgenabschätzung der EU : Produktionskosten steigen – weniger Erträge, Dokumentationspflichten, Beraterhonorar. Lebensmittel werden für den Verbraucher teurer und die Einfuhr aus Drittstaaten, in denen weniger strenge Auflagen gelten, könnte zunehmen.
          Was kann man daraus entnehmen? In der EU nur noch Premiumware für zahlungskräftige Kunden. Der normale Bürger bekommt dann nicht nur die vermeintlichen, heute deutsche Konviware, sondern ” echte Billigprodukte “.

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          • Stadtmensch sagt

            Sehe ich auch so. Die Reichen, die sich die teueren heimischen “giftfreien” Produkte dann einverleiben, stört es nicht, wenn sie mit ihren Aktienfonds satte Gewinne beim Export von Agrarchemie einfahren. Oder Rüstungsgütern.

            Siehe Artikel, den Fingerphilosoph gestern eigestellt hat:

            “…und die Abholzung die Wetterverhältnisse beeinflusst, müssen die Bauern ihren Anbaukalender anpassen. „Bei der Wahl des Aussaatzeitpunkts halten sich viele Bauern nicht mehr an die Prognosen. Wir pflanzen einfach und spritzen Chemikalien, um die Ernte zu erhalten“, so Okullu. „Bauern, die sich immer noch auf die von den Meteorologen genannten Aussaatzeiten verlassen, machen in jeder Saison Verluste.“

            Dazu passt auch das Ding mit den Neoniks heute via Pocket:
            https://www.spektrum.de/news/neonikotinoide-die-supergifte-sind-nicht-aus-der-welt/1979983

            Aber ok, es ist wirklich übel, in welcher Penetranz über die Medien ein undifferenziertes Bild über die Landwirtschaft verbreitet wird. Egal wo, Kabarett-Sendung, Pfaffe in der “Morgenandacht”, Apothekenrundschau…

            Furchtbar! Und das alles in einem Kontext, wo jeder Medienmacher weiß, dass er dem geneigten Leser nicht mehr als 15s Aufmerksamkeit abtrotzen kann (wenn er gut ist und mit tausend Tricks arbeitet)

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            • Thomas Bröcker sagt

              Seit wann sagen die Meteorologen den Aussaattermin an? Ich dachte immer die sagen das Wetter voraus (wenns gewesen ist).

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              • Reinhard Seevers sagt

                Und ich dachte, die fragen den regionalen Dorfältesten oder den Regenmacher?……der Rückschritt hat halt überall Einzug gehalten, nicht nur bei uns.

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              “Sehe ich auch so. Die Reichen, die sich die teueren heimischen “giftfreien” Produkte dann einverleiben, stört es nicht, wenn sie mit ihren Aktienfonds satte Gewinne beim Export von Agrarchemie einfahren. Oder Rüstungsgütern.”

              Nur mit satten Dividenden, kann man sich BIO Lebensmittel leisten, hab schon länger gesagt, Bayer muss man kaufen, vieleicht auch ein paar von der Badischen Anelin und Sodafabrik.😉

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