Bauer Willi
Kommentare 108

Wie die Luft zum Atmen…

„Tue Gutes – und rede darüber“.

Eines hat die aktuelle Corona-Krise gezeigt: Die Landwirtschaft ist ein entscheidender Eckpfeiler, um die Versorgung mit Nahrungsmitteln sicherzustellen. Sie ist so wichtig wie die Luft zum Atmen. Trotz allem hat sie mit einer teilweise fragwürdigen Berichterstattung in den Medien zu kämpfen. Es ist deshalb besonders wichtig, mit verständlichen Aussagen eine positive Botschaft zu senden, die sich nicht an die Fachwelt, sondern ganz gezielt an den normalen Verbraucher wendet.

Es gibt schlagkräftige Argumente pro Landwirtschaft, die es dem Verbraucher zu vermitteln gilt – mit einer Kampagne, die als Aufhänger das Motto „Natürlich CO2 binden“ aufgreift. Ein bedeutendes Thema, das häufig sehr emotional diskutiert wird. Richtigerweise wird in diesem Zusammenhang die Bedeutung von Waldflächen genannt. Der immense Beitrag, den die Landwirtschaft zur CO2-Bindung leistet, wird jedoch nicht vermittelt. Dass die Landwirtschaft im Ackerbau der Atmosphäre
Kohlendioxid über die Pflanzen entnimmt, ist unbestritten – einen geringen Teil davon sogar dauerhaft im Humus speichert. Das in den Pflanzen gebundene CO2 wird dann bei der Ernährung wieder an die Umwelt abgegeben – der natürliche Kreislauf seit Urzeiten.

  • Nicht nur CO2 binden sondern auch Sauerstoff abgeben

Der hohe CO2-Anteil, den die unterschiedlichen Pflanzen pro Hektar aus der Atmosphäre entnehmen, ist für sich allein schon beeindruckend. In diesem Zusammenhang aber noch entscheidender als die CO2-Bindung, sind die immensen Mengen Sauerstoff, die von den Kulturpflanzen an die Atmosphäre zurückgegeben werden – oftmals höher, als das bei Waldflächen gleicher Größe der Fall ist. Zudem überrascht die Tatsache, wie prozentual gering der sogenannte „CO2-Input“ ist – also die komplette Menge CO2, die beim Anbau und der Ernte der Pflanzen anfällt.
Der „Input“ ist der CO2-Preis für die Ernährung unserer Bevölkerung, den wir in Kauf nehmen müssen, wenn wir nicht in die Zeit der Subsistenzlandwirtschaft zurückkehren wollen.

 

  • und Action: Jetzt sind die Bauern gefragt

Genau diese Botschaften lassen sich hervorragend als Positivbotschaft an den Verbraucher senden – in Form von insgesamt zwölf Motiv-Plakaten, die Landwirte an ihren Feldern entlang von Spazier- und Radwegen aufstellen können. Die Größe des Feldes kann zudem auf dem Plakat eingetragen werden. Der Verbraucher kann so die Dimensionen des Beitrags selbst einschätzen und wird zum Nachdenken angeregt.

  • Grüne Kreuze und positive Botschaften

Beides kann in der Feldflur lange stehen bleiben. Und die Botschaften ändern sich auch nicht. Jetzt sind die Landwirte, Obstbauern und Winzer gefragt, die Schilder auch aufzustellen.

In den nächsten Tagen wird zu erfahren sein, wo man die fertigen Schilder beziehen kann.

Hier eine kleine Auswahl weiterer Motive:

 

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108 Kommentare

  1. Reinhard Seevers sagt

    Ein auf Fakten basierender Streit endet immer in emotionalen Anfeindungen, ist doch komisch. Warum also überhaupt die ständigen Streitereien um des Kaisers neue Kleider?
    Vielleicht wird es irgendwann einmal einen personalisierten Klimabilanzausweis geben, der dann abläuft. wenn man den angestrebten Wert von 4to Co2 erreicht hat, sprich man muss aufhören zu atmen. Da der Co2 Fußabdruck einer Hauskatze bereits bei 2,2to liegt, muss man sich fühzeitig überlegen, wann man den Löffel oder die Katze abgeben möchte.
    Wer mit dem Flieger von Frankfurt nach New York fliegt, kann sich bei Ankunft dann gleich einäschern lassen….das wäre doch mal eine nachhaltige Lösung des Grundproblems: der Überbevölkerung! (Grins)

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    • Stadtmensch sagt

      „Ein auf Fakten basierender Streit endet immer in emotionalen Anfeindungen“
      Ja, leider! „Human After All (Daft Punk)“

      „Da organische Zersetzungsprozesse im Boden zu den wichtigsten natürlichen Quellen von CO2 gehören, wird seit etwa 2 Jahrzehnten verstärkt die Rolle der Böden in globalen Kohlenstoffkreisläufen erforscht. Denn jährlich entweicht etwa die 10-fach höhere Menge CO2 aus Böden in die Atmosphäre als bei der Verbrennung fossiler Energieträger freigesetzt wird. Diese Menge unterliegt starken natürlichen Schwankungen, wird aber auch durch Landnutzung und Umweltänderungen beeinflusst. Eine viel diskutierte Frage ist derzeit, ob die Klimaerwärmung Abbauprozesse im Boden beschleunigt und es infolgedessen zu einer verstärkten Freisetzung von CO2 aus dem Boden und damit zu einer positiven Rückkopplung auf das Klima kommt. Um vorhersagen zu können, wie Böden auf Landnutzungsänderungen oder Umweltänderungen wie den Klimawandel reagieren werden, müssen die Prozesse, die zur Speicherung oder Mobilisierung von Kohlenstoff im Boden führen, verstanden und mengenmäßig erfasst werden.“

      https://www.mpg.de/4705567/Kohlenstoffspeicher_Boden

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      • Reinhard Seevers sagt

        Ja Stadtmensch, das ist wohl so. Leider enthält der Begriff Boden auch die Bereiche Permafrostböden, Moore, Meeresboden, Reisfelder, Thermalfelder…..und der Mengenmäßige Anteil „Urteutschen“ Ackerbodens ist in meinen Augen keinen Ideologistreit wert, weil er rechnerisch nicht zu Buche schlägt….aber seis drum, emotional ist es bestimmt wichtig.:-)

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        • Stadtmensch sagt

          Du glaubts wohl nicht, dass solche Erkenntnisse innerhalb der Forschungsgemeinde getauscht werden? D hilft z.B. zur Zeit bei Uranhaldensanierung in diversen Ex-Sowjetrepubliken.
          Die weltweite lw. Nutzfläche (Weide, Acker, (Nutz)Wald) zusammengenommen macht schon was aus. Das wäre dann nur terr. Geoengineering. Maritim gibts ja auch noch Bedarf…

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          • Reinhard Seevers sagt

            Aber der deutsche Ackerbodenanteil rechtfertigt eben nicht die Ideologiekämpfe hier und anderswo…..Mathematik beinhaltet auch Prozentrechnung. Und wenn der Anteil deutscher Ackerböden am Klimawandel im Promillebereich liegt, dann sollte man evtl. etwas gemäßigter unterwegs sein, als es derzeit etliche sind.

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      • Lieber Stadtmensch, nach der Berechnung von Prof. Dr. Schönbergerger ist die Freisetzung aus dem Boden nicht ganz so hoch. Weizen bei 78 dt/ha bindet rund 9 to CO2 aus der Atmosphäre. Im Rahmen des gesamten Prozesses werden 1,3 to CO2 bei Weizen freigesetzt. Über Stroh und Erntereste werden etwa 300 kg CO2 im Boden (dauerhaft) durch den entstehenden Humus gebunden.
        Dies sind natürliche Kreisläufe. Fossile Energie setzt immer uraltes CO2 frei.

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      • Bauer Willi sagt

        @Stadtmensch
        Ich habe mein Rigorosum in der Bodenkunde gemacht. Was die beiden Damen da von sich geben, ist nach meinem wissenschaftlichen Verständnis zumindest fraglich, wenn nicht sogar haarsträubend. Die Aussage verstehe ich so, dass dies in allen Böden auf dem Globus so sein soll. Jedenfalls schränken sie ihre Aussagen in keiner Weise ein.

        Ich darf aber ein anderes Zitat aus dem gleichen Artikel bringen: „Bis heute ist aber nicht klar, warum ein Teil des Kohlenstoffs im Boden schnell umgesetzt wird, während ein anderer für Jahrzehnte bis Jahrtausende im Boden verbleibt [1].“ Doch, das weiß man. Ist auch wieder Bodenkunde. Bisher bin ich immer noch der Meinung, dass die Grundlagen von Chemie, Biologie und Physik nicht diskutiert werden können.
        Aber es ist wie mit der Endlichkeit des Weltalls und der Dummheit…. 🙂

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        • Reinhard Seevers sagt

          Wir müssen keine Angst haben. Die Verantwortung der Landwirtschaft nimmt mit dem Versiegelungsgrad der Flächen täglich um 70ha ab…..
          Alles nur eine Frage der Zeit, wie so Vieles im Leben!

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        • Stadtmensch sagt

          @Bauer Willi: „Weltall der Dummheit“
          Genau das meine ich, was jegliche Diskussion unmöglich macht. Habe keine Ahnung, ob sie noch wissenschaftlich arbeiten. Aus ihrer Argumentation kann ich das nicht entnehmen. Es ist ihr Blog hier. Wenn sie ein Licht anmachen wollen, statt über Dunkelheit zu klagen, können sie ruhig bei „für Fortgeschrittene“ einsteigen. Da reden dann vielleicht auch Leute mit, denen es nicht ausschließlich um Darmatmung geht. Meine Geduld ist grenzenlos. Es gibt eh nix zu gewinnen…

          Achso Zitat aus Quelle 1 des verlinkten Beitrags:
          „Recent analytical and experimental advances have demonstrated that molecular structure alone does not control SOM stability: in fact, environmental and biological controls predominate“

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          • Reinhard Seevers sagt

            Welchen Beruf übt der Stadtmensch denn aus, dass er eine wissenschaftliche Diskussion fordert….? Evtl. ist er ja im falschen Forum unterwegs und sollte anstelle im Bundesmysterium für Bodenwesen arbeiten? Man weiß es nicht….

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            • Stadtmensch sagt

              Universaldilettant (die Berufung meine ich)
              BTW: Bundes*mysterium ist doch Neurechts-Sprech 😉
              Privatier: Stichwort!

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Welcher Beruf würde mich auch interessieren, zumal der Herr Stadtmensch ständig klagt, dass er als IT Fachmann ständig am Hungertuch nagt.
              Für mich steht der nach dieser Post im Abseits.

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              • Stadtmensch sagt

                Was nu los? Waren wir heute nicht lange genug im Zeit-Forum oder warum so rauflustig? Ich nage freiwillig am Hungertuch wie jeder vernünftige Mönch der Klimakirche. Ts!

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    • Gephard sagt

      Ach was. Beim Satz „Alleine ein Vergleich von bisherigen Todesfällen durch den Virus mit Todesfällen durch die staatlich verfügten Schutzmaßnahmen (beides ohne sichere Datenbasis) belegen den Befund.“ musst ich aufhören zu lesen. Bei einer unsicheren Datenbasis von „belegen“ zu sprechen ist ganz schon dreist.

      Außerdem ist das nicht nur slightly off topic, sondern einfach voll und ganz off topic.

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  2. Friedrich sagt

    @E. Niemann
    Mais ist kein Klimaretter !!?

    Passen sie auf , was sie sagen. Meine Ökobauern in der Nachbarschaft bauen kräftig Körnermais an und schwören auf die gute CO2-Bilanz !!

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    • Arnold Krämer sagt

      Herr Niemann kämpft gegen alles, was er mit den Veredelungsregionen im Nordwesten Deutschlands in Verbindung bringt. Dort gibt es die „Agrarindustrie“, die „Massentierhaltung“, die „Vermaisung“ der Landschaft, die „falsche“ Gesinnung der Landwirte, ihr „falsches“ Wahlverhalten (und auch der übrigen Bevölkerung). Herr Niemann hat eine Mission seit Studienzeiten (1970er Jahre) und lässt nicht locker.
      Er möchte diese Regionen am liebsten wieder arm sehen, so ist mein Eindruck seit vielen Jahren.

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      • Eckehard Niemann sagt

        Lieber Herr Krämer,
        wieder einmal hat Sie Ihr (durch keinerlei Fakten gespeister) „Eindruck“ getäuscht. Und wie kommen Sie bloß zu der unsinnig-pöbelnden Behauptung, ich würde die Regionen im Nordwesten „am liebsten wieder arm sehen“. Dieser Kommentar ist eigentlich weit unter Ihrem Niveau. Sie sollten bemüht sein, bei der – kontroversen aber faktenbasierten – Auseinandersetzung zu bleiben, die wir mal miteinander erreicht hatten. Es wäre sonst wirklich schade um Ihren Ruf, den Sie so in Gefahr bringen. Auf gute (!!) und kompetente (!!) weitere Auseinandersetzungen – das wünsche ich mir. Eine Entschuldigung würde ich annehmen…

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        • Arnold Krämer sagt

          Es wäre schön, wenn mein Eindruck täuschen würde, Herr Niemann. Und ich bin ja auch immer noch aufnahmebereit und lernfähig. Deshalb werde ich Ihre Veröffentlichungen und Meinungsäußerungen auch in Zukunft weiter aufmerksam verfolgen. Damit ich mir aber nicht selbst soviel Gedanken über die Motive und Ziele Ihres „Kampfes“ machen muss und dabei zu möglichen Fehldeutungen komme, wäre es doch gut, wenn Sie diese selbst hier in diesem Blog auch mal zum Besten geben würden.

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          • Bauer Willi sagt

            @Arnold Krämer
            Da kann ich nachhelfen. https://www.bauerwilli.com/gedankenaustausch-mit-eckehard-niemann/
            Wobei ich die Motive seines „Kampfes“ bei diesem Gespräch nicht erfahren habe. Von der damaligen Annäherung der Standpunkte ist jedoch nichts mehr übrig geblieben. Eigentlich schade.

            Die „Agrarhinweise“ habe ich inzwischen abbestellt. Wenn man die zwei Jahre lang gelesen hat, kennt man die Richtung, in die er agitiert. Und für die mindestens 80 Seiten, die so ein Pamphlet in der Regel hat, ist mir dann doch die Zeit zu schade.

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      • Ottmar Ilchmann sagt

        Lieber Herr Krämer, ich kenne die Region, seit ich vor nunmehr 48 Jahren im Emsland zur Schule ging. Damals war sie wirklich arm, wenn man Ostfriesland mit dem Schulbus verlies, kam man von einer Betonstraße auf eine Schotterpiste! Ich gönne dem Emsland den wirtschaftlichen Erfolg, auch wenn er teilweise teuer erkauft ist, aber eines ist klar: Sympathischer sind die Emsländer dadurch, dass sie zu Wohlstand gekommen sind, nicht geworden. „Willkommen bei den Machern!“ als Slogan an den Kreisgrenzen – das ist schon ein bisschen von oben herab, oder? Das mit dem Wahlverhalten lag vor allem an der katholischen Prägung und hat sich selbst im Emsland in den letzten Jahren ganz schön relativiert, außer in Niederlangen. 😉

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  3. Ehemaliger Landwirt sagt

    Sie zünden Nebelkerzen an, anders ist ihre Frage mit den Weizen Pflanzen nicht zu verstehen.

    Das schlimmste was man machen kann, ist die Uneinigkeit innerhalb der Landwirtschaft nach Außen zu tragen.

    Glauben sie blos nicht, dass die Politik den Ansichten des BDM folgen würde, wenn nur ein Liter Milch im Regal fehlen würde. Bei einem wirklichen Mangel wäre der Anarchie Tür und Tor geöffnet. Ein Vorgeschmack war am Wochenende zu sehen.

    Sie haben es noch nicht gemerkt, die Politiker halten alle das Fähnchen in den Wind, es ist nur die Frage, wer gehört zu den Verlieren.

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    • Kirsten Wosnitza sagt

      Das ändert nichts an der Verpflichtung bei der Wahrheit zu bleiben. IHRE Nebelkerzen sind schon längst verpufft und der aufgeklärte Teil der Gesellschaft hat dies erkannt. Und wendet sich enttäuscht von uns Landwirten ab. Dank solcher Darstellungen wie von Bauer Willi.

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      • Mark sagt

        Der angeblich „aufgeklärte“ Teil ist eher der verklärte Teil der Gesellschaft.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Wo wird gelogen, dass sich die Balken biegen, bei den NGOs und bei den Grünen.

        Und warum sehen die Bürger die Moderne Landwirtschaft kritisch, weil die Moderne Landwirtschaft in unflätiger weise falsch dargestellt wir und die meisten Medien denen die Plattform bieten.

        Glauben sie nicht, dass eine Reduzierung der Milchmenge das Problem löst. Das Ausland liefert die Menge, dass der Preis unten bleibt. Das ist Politisch gewollt!

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  4. Friedrich sagt

    Wir werden von Politik und Medien voll vorgeführt. Ein Schuldiger muß schließlich da sein.
    Die positiven Dinge , wie z.B. Methan bei den Biogasanlagen , rechnet man der Energiewirtschaft an und den Anbau von Mais negativ für die Landwirtschaft. In einer Studie habe ich gelesen , daß die Speicherung/Vermeidung von CO2 in der Landwirtschaft rd. 500/600 Euro/to und in der Industrie zwischen 1000 und 2000 Euro/to kostet. Der Industrielobbydruck auf die Politik ist entsprechend , daß sogar die Grünen voll mitmachen , weil sie die Ökoideologie verfolgen. Vor drei Jahren habe ich ich die CO2-Bilanz (Klimabilanz) von der LK Niedersachsen für unserem Betrieb errechnen lassen. Dabei stellte sich heraus , daß die Aussagen über die Landwirtschaft alles nur Behauptungen sind und überhaupt keine Daten vorliegen. Das nieders. LW-Ministerium war ganz heiß auf meine Daten. Die haben sogar alle Kosten für den Erfasser übernommen. Um die Datensicherheit gewährleisten zu können , haben wir die Daten der Wj. von 2000 bis 2016 ausgewertet. Normalerweise wird ab 1990 gerechnet. Allein in diesem Zeitraum war die CO2-Bilanz um rd. 40% verbessert. Wenn man dann mal gedanklich auf das Jahr 1990 zurückgeht und für alle Betriebe hochrechnet , dann hat die Landwirtschaft schon längst die vorgegebenen Klimaziele erreicht. Mit den jetzigen Forderungen der Politik sollen wir nur die Wirtschaft- und Privathausbilanzen verbessern, weil die alle nicht genug gemacht haben. Während man den Bauern ständig neue Vorschriften gemacht hat , hat sich Wirtschaft, Politik und Privathaushalte über ständig steigende Urlaubsflüge , mehr Autoverkehr usw. gefreut. Mit Corona stellt sich nun eine neue Sachlage da. Die rd. 20 Mill. systemrelevanten Arbeitsleute müßen , auch teilw. ohne Schutzausrüstung arbeiten , während sich die anderen in Homeoffice, Nichsttun usw.
    ausgeklinkt haben. Während die einen garnicht gefragt werden , berufen sich andere auf ihren Rechtsanspruch zu Hause bleiben zu können. — Wenn wir jetzt mal wieder zur Klimabilanz kommen , dann müßten doch die Nichtvermeider per Tonne CO2 bzahlen und die CO2-Speicherer pro Tonne Geld bekommen. Da waren doch einmal 60 Euro/to
    in der Diskussion. Wenn ich mal von 8 to/ha ausgehe , dann wären das rd. 480 Euro/ha im Minimum. Das wäre sogar noch billig , wenn man von bis zu 2000 Euro/to CO2-Vermeidungskosten ausgehen kann. Zum Schluß kann man feststellen , daß die Land-und Forstwirtschaft unser gesamtes Gemeinwesen subventioniert , aber das will ja keiner hören , geschweige denn bezahlen. Die Neiddebatte läuft ja schon bei den Hektarprämien.

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  5. Eckehard Niemann sagt

    Was man weiß – was man wissen sollte:
    Bayerischer Rundfunk – 12.12.2019:
    Riesiger CO2-Fresser: Ist Mais ein Klimaretter?

    Schlechte Nachricht fürs Klima: Noch nie war die CO2-Konzentration in der Atmosphäre höher als in diesem Jahr. Wie lässt sie sich senken? Durch Maisanbau – wird in landwirtschaftlichen Facebook-Gruppen propagiert. Doch ist das wirklich möglich?

    Über 2.650.000 Hektar Mais wurden 2019 in Deutschland angebaut. Eine Million mehr als noch vor zwanzig Jahren. Aber steht mehr Mais auch für mehr Klimaschutz? Auf diese Behauptung stößt man jedenfalls immer wieder unter Landwirten.

    Behauptung: Mais bindet mehr CO2 als Wald
    „Mais bindet mehr CO2 als Wald“, liest man da in landwirtschaftlichen Facebook-Foren. „Mais produziert 2- bis 4-mal mehr Sauerstoff als Wald“, wirbt ein Saatguthersteller im Netz, genauso wie eine Bauern-Initiative aus Niedersachsen. Aber was ist da dran?

    Agrarökologin Annette Freibauer wird mit solchen Aussagen regelmäßig konfrontiert. Bei ihren Vorträgen zum Klimaschutz in der Landwirtschaft komme jedes Mal die Diskussion zur CO2-Bindung im Mais auf:

    „Die Vorstellung, je mehr ich produziere, desto mehr Kohlendioxid nehmen die Pflanzen auf und umso mehr Sauerstoff produzieren sie und das ist ein Beitrag zum Klimaschutz, dieses Märchen begegnet mir bei jedem Vortrag, den ich halte.“
    Kann Landwirtschaft mit Mais beim Klimaschutz punkten?
    Ein Märchen? Fakt ist: Ein Hektar Mais bindet pro Jahr 30 Tonnen CO2, so das Deutsche Maiskomitee, ein landwirtschaftlicher Interessenverband. Dagegen entzieht ein Hektar Wald der Atmosphäre laut Bayerischen Staatsforsten jährlich nur 11 Tonnen CO2. Ein klarer Punktsieg für den Mais?

    Diese Berechnungen sind zwar stark vereinfacht – aber tatsächlich kann eine Maispflanze übers Jahr der Atmosphäre mehr CO2 entziehen und damit mehr Kohlenstoff binden als ein Baum. Laut Annette Freibauer von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) liegt das daran, dass Mais produktiver ist und schneller Biomasse aufbauen kann: „Die Pflanze wächst ja erst heran, hat im Unterschied zu einem großen Baum auch keine Organe, die sie noch zusätzlich versorgen muss und hat eine effizientere Photosynthese als ein Waldbaum.“

    Mais gehört zu den sogenannten C4-Pflanzen, bei denen die Photosynthese – also die Nutzung von Kohlenstoffdioxid zum eigenen Wachstum und zur Sauerstoff-Produktion – effizienter abläuft als bei Bäumen.

    Mais kann CO2 nicht langfristig binden
    Dennoch leistet Mais – im Gegensatz zum Wald – keinen Beitrag zum Klimaschutz. Er steht nur ein paar Monate auf dem Acker, wird dann geerntet und egal, ob er in der Biogasanlage vergoren oder als Silage und Körnermais verfüttert wird – bei all diesen Prozessen wird wieder die Menge an Kohlenstoffdioxid freigesetzt, die die Pflanze der Atmosphäre entzogen hat.

    Und wenn der Mais nun stehen bleibt? Selbst dann bleibt das CO2 nicht im Boden, da Bodenorganismen die Pflanzenreste zersetzen. Sie produzieren dabei ungefähr so viel CO2, wie die Pflanzen vorher aus der Atmosphäre entzogen haben.

    Der Wald als Klimaschützer
    Der deutsche Wald speichert dagegen trotz Bewirtschaftung und absterbenden Bäumen langfristig mehr Kohlenstoff, als er wieder freigibt. Nach Berechnungen des Thünen-Instituts derzeit über 1,2 Milliarden Tonnen in der lebenden Biomasse und über 33 Millionen Tonnen im Totholz. Tendenz steigend.

    Darüber hinaus bleibt der Kohlenstoff auch auf Jahrzehnte weiter der Atmosphäre entzogen, wenn Bäume beispielsweise als Bau- oder Möbelholz verwendet werden.

    Weltklimarat: eine Milliarde Hektar Wald gegen Klimaerwärmung
    Der Weltklimarat IPCC schätzte 2018 in einem Sonderbericht, dass man mit rund einer Milliarde Hektar zusätzlichen Waldes (das entspricht etwa der Fläche der USA) die Klimaerwärmung bis 2050 auf 1,5 Grad begrenzen könnte.

    Für das Klima relevant ist zudem der Boden: Je humusreicher er ist, desto mehr Kohlenstoff speichert er. Denn beim Humus handelt es sich vereinfacht gesagt um abgestorbene Pflanzenteile, die im Boden eingelagert werden. Diese Pflanzenteile haben der Atmosphäre während ihres Wachstums CO2 entzogen. Humusreiche Böden leisten damit einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz. Grundsätzlich muss die Humusbilanz auf dem Maisacker bei entsprechender Bewirtschaftung aber nicht schlechter ausfallen als bei anderen Kulturen.

    Klimabelastung durch Umwandlung von Wiesen in Äcker
    Allerdings sind auch dem Maisanbau in den letzten Jahrzehnten erhebliche Flächen an Dauergrünland geopfert worden. Und damit genau jene Böden, die im Durchschnitt mit 181 Tonnen pro Hektar die größten Kohlenstoffvorräte enthalten – doppelt so viel wie im deutschen Ackerboden. Laut Freibauer von der LfL gehen durch die Umwandlung von Grünland in Acker 20 Prozent des Kohlenstoffs im Boden als Kohlendioxid in die Atmosphäre verloren: „Ein erheblicher Verlust.“

    Dauergrünland wird inzwischen besser geschützt. Aber die Klimabelastung, die durch die Bodenumbrüche in der Vergangenheit entstanden ist, wird oft ausgeblendet.

    Fazit: Maisanbau in der Landwirtschaft ist kein Klimaretter
    Mais produziert Sauerstoff und Mais entzieht der Atmosphäre auch Kohlenstoffdioxid. Langfristig speichern kann die Kulturpflanze CO2 aber nicht. Bei der Verfütterung oder Verwertung entweicht wieder CO2. Mais leistet deshalb, anders als Wald, langfristig keinen Beitrag zur dauerhaften CO2-Reduzierung der Atmosphäre und somit auch nicht zum Klimaschutz.

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    • Christian Bothe sagt

      @Niemann,nicht ganz ausgewogen die Darstellung von der Dame,Mais wird auch zur weltweiten Bioäthanolproduktion eingesetzt mit dem Nebeneffekt Protigrain o.ä. als KF zu gewinnen.Wenn sie schon den Maisanbau analysiert dann sollte sie auch alles andere mit in den CO2 Bilanzen berücksichtigen, falls so eine Untersuchung überhaupt sinnvoll ist? Wo ist der Anfang und wo das Ende…

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  6. Moin!

    Es wird oben ja erwähnt, daß nur ein geringer Anteil des gebundenen CO2 sich in Form von Humus binden würde. Bedenkt man überdies noch die auch bei uns fortlaufende Bodendegradation, ist die Speicherkapazität der Böden auch eher abnehmend.

    Ich verweise auf die Untersuchung vom Thünen-Institut, daß pflugloser Ackerbau per se keinen Humus aufbauen kann (oder einfach: Es wird so viel aufgebaut, wie durch die Bewirtschaftung zerstört wird):
    https://www.agrarheute.com/management/betriebsfuehrung/humus-boden-pfluglos-arbeiten-bringt-nichts-559984

    Das Problem dahinter: Es braucht für guten Boden eine Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis von 10:1, 10 Teile Kohlenstoff zu 1 Teil Stickstoff. Näheres ist hierin gut erklärt bei einem Obstbauern aus Österreich; auch wieso Humusabbau kurzfristig zu höheren Erträgen führt – reiche Väter, arme Söhne:
    https://www.youtube.com/watch?v=OwjyJEKHSc4

    Wenn ich es richtig verstanden habe, setzt 1% Humus jährlich 25kg Nitrat frei pro Hektar. Was auch in der Düngemittelverordnung insofern Berücksichtigung findet, daß bei über 4% Humus pauschal 20kg/ha Nitrat weniger ausgebracht werden dürfen (was ca. der Gülle von acht Schweinen entspricht). So raten sich Tierhalter, unter 4% Humus zu bleiben, sprich es findet keine Kohlenstoffspeicherung statt. Die Düngemittelverordnung ist so letztlich nochmal ein weiterer Sargnagel für den Humusaufbau.

    Interessant ist hierbei auch die Entwicklung der Spaltböden. Gab es vorher noch Gülle mit Stroheinmengungen, also hohem Kohlenstoffanteil und ein eher festes Substrat, ist es heute flüssige Gülle, die vermehrt ausgebracht wird. Mit dieser werden zwar Bodenlebewesen wie Regenwürmer besser geschützt, die gern als Indikator für gute Böden herhalten müssen, jedoch reduziert sich der durch flüssige Gülle bedingte Humusaufbau um 50%, es versickert, wo es vorher mit dem eingemengten Stroh ortsgebunden war und Kohlenstoff als Partner hatte, einfach gesagt.

    Das Thema Kohlenstoff findet sich auch beim Thema Agroforsten wieder, Zitat:
    „Die Pflanzenkohle als Reststoff düngt er zusammen mit Mistkompost. Die Besatzdichte mit Regenwürmern und der Humuszugewinn sind enorm: 40 bis 80 t/ha im Jahr fruchtbaren Boden bringt die Lebendverbauung. Das entspricht 1 bis 5 mm Bodenauftrag. So steigt die Wasseraufnahmekapazität und die Widerstandsfähigkeit gegen Klimaschwankungen.“
    https://www.agrarheute.com/pflanze/getreide/gehoelze-acker-agroforsten-schlagen-klimawandel-schnippchen-561758

    Auch lohnt ein Blick noch China, wo mit ISSM (Integriertes Bodenfruchtbarkeitsmanagement) eine Strategie bis 2030 verfolgt wird mit dem Ziel der Selbstversorgung. In den wissenschaftlichen Paper, das mir vorliegt, wird von kohlebasiertem Stickstoffdünger gesprochen als nur ein Beispiel.

    Hierzulande versucht beispielsweise die regenerative Landwirtschaft, den Humusaufbau bei pfluglos zu verstärken meines Wissens. Auch wenn ich selbst nach Kenntnis bisheriger Fakten sagen würde, daß ein schichtweiser Aufbau von Humus von oben (quasi Sedimente) nicht ausreichend ist und hin und wieder auch in tiefere Bodenschichten aktiv Kohlenstoff eingebracht werden sollte (z.B. Holzkohlekompost oder Stallmist durchs Pflügen), da dort auch die Wasserspeicherkapazität nicht zu unterschätzen ist.

    Das mit den Nährstoffüberschüssen aus der Landwirtschaft ist nicht nur ein Problem fürs Grundwasser, sondern läuft auch dem Humusaufbau entgegen. Ich sehe da nur die Möglichkeit, wieder zu Stoffkreisläufen zurückzukommen, wenn die Tierhaltung geringer wird. Vorzugsweise so, daß nicht die Tierhalter aufgeben müssen, sondern auch mit weniger Tieren auf ihre Einnahmen kämen durch faire Preise. Laut BMEL haben wir einen Pro-Kopf-Verzehr von 60kg jährlich (und 88kg Verbrauch), und das nur bei Fleisch. Fleischproduktion ist eine Wertschöpfung so wie Sonderkulturen wie Spargel, doch mit Blick auf Nachhaltigkeit ist unsere Landwirtschaft noch nicht zukunftsfähig aufgestellt, wenn vornehmlich wirtschaftliche Fragen im Vordergrund stehen.

    Glück im Unglück: Pflanzenschutzmittelverbote (DDT, Lindan, Diuron etc.), Gentechnikverbote (Ausnahme Mutationszüchtung, aber immerhin), kleinteiligere Flächen, gemäßigte Klimazone … das alles hat dazu geführt, daß unsere Böden im weltweiten Wettbewerb noch verhältnismäßig gut dastehen, da sie nicht so intensiv bewirtschaftet werden (können) wie beispielsweise in den USA (siehe dort auch den Resistenzdruck auf Glyphosatformulierungen, Patentprobleme – Stichwort Xtend, Dicamba-Verwehungen, Patentklagen usw. – als Indikator für eine nachhaltige Landwirtschaft).

    Aber alles, was in Nahrungsmitteln gebunden wird, ist Teil eines Kreislaufes. Und dann muß man sich fragen, ob die Stoffkreisläufe auch mit Blick auf Nährstoffimporte und -exporte noch funktionieren.

    Randnotiz: Man kann Wälder selektiv bewirtschaften und damit das im Holz gebundene CO2 aktiv langfristig verbauen oder läßt diese für mehr Artenvielfalt in Ruhe. Einer der zahlreichen Zielkonflikte, die wir als Gesellschaft klären müssen. Und von Phytoplankton in Weltmeeren höre ich genauso wenig wie von Mikroplastik auf unseren Äckern. Da geht noch was!

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  7. Helmut Lehner sagt

    Tja, das mit dem Wald ist so. Klar werden hier ca. 13 to Co2 entnommen. Von bestens gepflegten Wäldern auf Top Böden. Aber in Deutschland stehen viele Wälder auf absoluten Grenzstandorten. Wenn man die Sache ehrlich mittelt und nicht auf Rekordzahlen hechelt, kommen eben realistische, nicht übertriebene Zahlen raus. Man muss glaubhaft bleiben mit gut und leicht belastbaren Zahlen.

    Und noch ein Wort zum Bergwerkstollen. Das CO2 wird nur vorübergehend gebunden, das kommt auf den Plakaten klar zum Ausdruck. Nur bei Getreide haben wir über Stroh und Erntereste eine positive Humusbilanz. Mais und Rüben nicht ganz so gut.

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  8. Ein Privatier sagt

    Der Phyrerin zum Trotz, sollte man eine Kampagne starten, die „CO2 ist Leben“ oder „CO2 ist das Gas des Lebens“ als Motto hat.

    Das wäre faktisch richtig und positiv zugleich.

    Wenn man Apolyptikern folgt, dann wetzt man sich die Knie schnell wund und landet noch auf Erden in der Hölle.

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    • Kirsten Wosnitza sagt

      Wer mit Sachverstand die Fakten und Zahlen interpretiert weiß, dass eine echte Lösung anders aussieht.
      Wer nur kurzfristig über die Zukunft der Landwirtschaft nachdenkt, der kann natürlich das fast Tote Pferd weiter reiten.

      Weder innovativ noch unternehmerisch erfolgreich. Und von Nachhaltigkeit meilenweit entfernt.

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      • Thomas Apfel sagt

        Mann mann, Frau Wosnitza, da ist ja selbst Urs Niggli schon weiter in seinen Nachhaltigkeitsbetrachtungen. Von unternehmerisch erfolgreich kann ja gerade in Ihrem Betriebszweig kaum die Rede sein, Bio-nachhaltig oder Konvi nachhaltig, ganz egal. Welche Form der Nachhaltigkeit schlagen Sie denn vor, für ihren und andere Landwirtschaftszweige. BDM und ABL, ständig am stänkern, aber weder für sich noch Andere irgendwelche sinnvollen Lösungsvorschläge, geschweige denn Umsetzungen.

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        • Da ich mit der AbL in gutem Kontakt stehe:
          Die gehen für Dialog zwischen Erzeugern und Verbrauchern sogar auf die Straße, blockieren einen Futtermittelhafen in Brake, um auf die größeren Zusammenhänge hinzuweisen, und sind gerade aktiv dabei, sich mit dem Thema Boden und Humusaufbau zu beschäftigen, haben dazu sogar eine zweitägige Tagung Anfang des Jahres ausgerichtet hier in Niedersachsen.

          Deren Ziel ist eine nachhaltigere Wirtschaftsweise als nur eine rein ökonomische Fixierung, die uns allen das Genick bricht. Anders gesagt: Herr Rukwied findet es okay, daß 5.000 Höfe jährlich aufgeben.

          Und das hier kommt von der Volksbank-Raiffeisenbank, ich fürchte, zukunftsfähig ist ein weiter so definitiv nicht:
          https://www.topagrar.com/management-und-politik/news/dz-bank-prognostiziert-dramatisches-hoefesterben-bis-2040-11977700.html

          Welche Kritik haben Sie daran, wenn jemand Maßnahmen gegen Bodenspekulation fordert als Beispiel? Ich finde, das ist sehr konkret!

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          • Bauer Willi sagt

            @Christian Suhr
            Ich habe lange geglaubt, dass es möglich ist, mit AbL und/oder BDM zumindest in den Grundlagen ein gemeinsames Denken und Handeln hinzubekommen.

            Ich habe diese Hoffnung inzwischen aufgegeben. Auch die Demo „Wir haben es satt“ entwickelt sich rückwärts. Die Veranstalter setzen wieder auf Konfrontation. Das war mal anders.

            Hast Du auch gute Kontakte zu LsV? Die gehen ja auch auf die Strasse…

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            • Ein Privatier sagt

              Konfrontation sollte in freien Gesellschaften grundsätzlich eine legitime Handlungsmöglichkeit sein.

              Eine Frage, die ich Christen gerne stelle: Wie oft muss man die andere Backe hinhalten?

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      • Obstbäuerin sagt

        Ich finde das ist eine sehr positive Aussage für die Landwirtschaft und es fällt mir schwer, da fehlt mir wohl der Sachverstand, die Ergebnisse für einen ha Obstanlage in einer negativen Richtung zu interpretieren. Eine Lösung – für welches Problem auch immer – wird gar nicht angeboten, es sei denn, man sagt ok Obst ist jetzt sehr viel besser fürs Klima als Wein … Das ist jedoch eine fragwürdige Herangehensweise – vor allem für Weinliebhaber und Anbauer.

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  9. Kirsten Wosnitza sagt

    Unglaublich. Und ja Willi, Du hast es bereits selbst erwähnt. Unsere Pflanzen binden nur dann CO2, wenn du sie im Bergwerksstollen einbetonieren würdest. Warum verbreitest Du solchen einen unwissenschaftlichen Quatsch, wo Du es doch selbst besser weisst.

    Ein weiterer Baustein, um unsere Glaubwürdigkeit als Landwirte zu senken.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Man könnte sich ja auf die Co2- Bindung durch Humus einigen….aber unabhängig von der Frucht oder den Bewuchs.
      Friede sei mit euch!

      Auszug aus der Ankündigung zur Veröffentlichung des Bodenzustandsberichtes 2019:

      „Die laufenden Messungen und Auswertungen lassen interessante Ergebnisse erwarten. „Es zeichnet sich ab, dass in den landwirtschaftlich genutzten Böden in Deutschland insgesamt deutlich mehr organischer Kohlenstoff bevorratet ist als in allen Bäumen, die in Deutschland wachsen“, sagt Dr. Axel Don. „Die Bedeutung der landwirtschaftlichen Böden für den Klimaschutz ist damit größer als wir bisher angenommen haben“.
      Kontakt:
      Dr. Anna Jacobs, Roland Prietz
      Thünen-Institut für Agrarklimaschutz, Braunschweig
      Tel.: 0531 596-2635 (Jacobs) bzw. -2714 (Prietz)
      Mail: anna.jacobs@thuenen.de, roland.prietz@thuenen.de

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      • Danke für den Beitrag!

        Mit Frau Jacobs habe ich mich auch kurz ausgetauscht, sie wurde interviewt im Rahmen einer Reportage zur Aussage „nur noch 60 Ernten“. Sie hat noch auf zwei weitere interessante Dinge verwiesen, nachstehend ihre Mail:

        Sehr geehrter Herr Suhr,

        vielen Dank für Ihre Nachricht.
        Zwei Thünen-Projekte, die für Sie interessant sein könnten

        https://www.thuenen.de/de/ak/projekte/carbocheck/

        https://www.thuenen.de/index.php?id=5491&L=0

        sende ich Ihnen. An die jeweiligen Projektleitungen habe ich Ihre Nachricht auch weitergeleitet.
        Melden Sie sich gern bei konkreten Aktivitäten.

        Bis dahin sende ich adventliche Grüße von der Stabsstelle Boden,
        Anna Jacobs

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Unsere Pflanzen binden CO2,
      das wiederum vom Verbraucher abgegeben wird. Das hat Bauer Willi nicht eindeutig publiziert.

      Das ändert nichts an der Tatsache, dass der Landwirt bei seiner Produktion CO2 bindet.
      Wenn ein Schuldiger gesucht wird, dann ist es der Verbraucher, auch sie und ich.
      Aber damit werden wir leben müssen, wenn wir überleben wollen.

      Die Glaubwürdikeit der Landwirte leiden an Kommentaren, wie ihrer, von Menschen die meinen, sie haben die Weisheit mit Löffeln gefressen

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      • Kirsten Wosnitza sagt

        https://www.topagrar.com/panorama/news/kein-klimaschutz-durch-humusaufbau-12058434.html

        Was würde mit den Weizen Pflanzen geschehen, wenn sie nicht geerntet würden, weil der Verbraucher sie nicht nachfragt?

        Mit Gesellellschaft für Dumm verkaufen, in dem nur die Hälfte der Geschichte erzählt wird (die Themen Lachgas, Methan usw mal ganz außen vor gelassen), erweist man der Landwirtschaft und uns Bauern einen Bären Dienst.

        Wie seit Jahren geschehen. Nicht umsonst ist unser Image so schlecht geworden.

        Und das Schlimme ist, dass Kollegen wie Bauer Willi es besser wissen. Und dennoch aufs Tote Pferd setzen.

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        • Thomas Apfel sagt

          Sie haben den TopAgrar Artikel offensichtlich nicht gelesen. Es geht um die Verifizierbarkeit und Bewertung von Kohlenstoffbindung für die CO2 Bepreisung. Herr Tokarski stellt lediglich fest, dass alle derzeitigen Nutzungsformen kaum DAUERHUMUS (langfristige Bindung) erzeugen und die Datenlage viel zu heterogen für eine Bewertung ist..
          Das gilt für alle Ackerbausysteme, auch die ökologischen. Siehe auch mein Kommentar bei Topagrar zu dem Artikel.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Sie zünden Nebelkerzen an, anders ist ihre Frage mit den Weizen Pflanzen nicht zu verstehen.

          Das schlimmste was man machen kann, ist die Uneinigkeit innerhalb der Landwirtschaft nach Außen zu tragen.

          Glauben sie blos nicht, dass die Politik den Ansichten des BDM folgen würde, wenn nur ein Liter Milch im Regal fehlen würde. Bei einem wirklichen Mangel wäre der Anarchie Tür und Tor geöffnet. Ein Vorgeschmack war am Wochenende zu sehen.

          Sie haben es noch nicht gemerkt, die Politiker halten alle das Fähnchen in den Wind, es ist nur die Frage, wer gehört zu den Verlieren.

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            • Bauer Willi sagt

              Das ist keine Antwort auf meine Frage. Aber gut, ich weiß Ihre Kommentare einzuordnen.

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        • Bauer Willi sagt

          @Kirsten Wosnitza
          ich warte immer noch auf die Antwort! Mit Kritik sind Sie da schneller.

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      • Ein Privatier sagt

        Die frommen armen im Geiste gab es schon vor Jahrhunderten auch in Europa.

        Die Rettung der Welt vor dem Zorn Gottes

        „1260–1261 kam es in Italien schlagartig zu einer spirituellen Massenbewegung von Geißlern, die 1260 in Perugia unter der Leitung des Laien und Mitglieds einer Bußbrüderschaft Raniero Fasani begann. Er berief sich dabei auf die Stimme eines Engels, der verkündet habe, dass die Stadt vernichtet werde, wenn die Bewohner nicht Buße täten. Im Herbst fand dann eine Friedensprozession mit öffentlicher Selbstgeißelung statt. Dadurch wurde aus der privaten Bußübung eine öffentliche Inszenierung. Die Selbstgeißelung erhielt auch einen anderen Zusammenhang, nämlich die Rettung der Welt vor dem Zorn Gottes.“

        https://de.wikipedia.org/wiki/Flagellanten

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        • Reinhard Seevers sagt

          Blöd nur, dass man es heute per Internet nachlesen kann, dass Geißelung nicht hilft bei Dummheit. 🙂

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          • Ein Privatier sagt

            Ich bereite nicht nur Ihnen eine Freude, wenn ich Ihnen einen frohen Übereinstimmungsdaumen hoch gebe.

            „Wenn jemand inkompetent ist, dann kann er nicht wissen, dass er inkompetent ist. […] Die Fähigkeiten, die man braucht, um eine richtige Lösung zu finden, [sind] genau jene Fähigkeiten, die man braucht, um eine Lösung als richtig zu erkennen.“

            https://de.wikipedia.org/wiki/Dunning-Kruger-Effekt

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      • Die Frage ist jedoch, was alles in die Bilanz reinkäme.

        Hier auch ein Zielkonflikt:
        Pflugloser Ackerbau mit Glyphosatformulierungen kostet, wie viel, 1 Liter Kraftstoff pro Hektar?
        Pflügen kostet nur einmalig schon rund 15 Liter Kraftstoff pro Hektar, ökonomisch und mit Blick auf die CO2-Bilanz deutlich belastender.

        Doch was ist nachhaltiger: Agrarchemie oder Kraftstoffverbrauch?

        Ein ehemaliger GRÜNER ist jetzt Lobbyist bei Bayer-Monsanto und macht genau so eine Rechnung auf. Schaut man dann auf den zunehmenden Resistenzdruck (Beispiel USA), wird jedoch offenbar, daß es keine dauerhafte Lösung sein kann. Dem gegenüber gibt es phytosanitäre Aspekte etc., bei denen ich den Pflug bevorzugen würde, ganz zu schweigen davon, daß man kurzfristig so deutlich mehr Kohlenstoff in den Boden bringen könnte.

        Landwirtschaft war immer schon ein Eingriff in die Natur und darf CO2 erzeugen. Wenn man den Fokus auf die Böden brächte, wäre sie der einzige Wirtschaftsbereich, der wirklich aktiv CO2 speichern könnte (in den Böden, nicht in den Pflanzen). Und dann wäre es spannend, von CO2-Zertifikaten für Landwirte zu sprechen. Aber auch das ist seitens der Regierung nicht gewollt.

        Was die Frage aufwirft: Will die Regierung eine nachhaltige Landwirtschaft?

        Ich verweise auf die von Deutschland blockierte EU-Bodenrahmenrichtlinie als weiteres Beispiel.

        Bevor hier Schuldzuweisungen kommen, sollte man all diese Sachen auch benennen, sonst werden die Gräben zwischen Erzeugern und Verbrauchern nur noch tiefer, während LEH, Verarbeiter, Spekulanten, Banken und Co. sich lachend die Hände reiben.

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        • Obstbäuerin sagt

          Die »Gräben zwischen Erzeugern und Verbrauchern« werden regelmäßig von bestimmten Gruppierungen ausgeschaufelt und neu verlegt. Es handelt sich auch nur um eine kleine Gruppe der Verbraucher, die sich davon angesprochen fühlt (max. 10%). Beim fraglichen Bienensterben schon mal 20%. Wir können also auf eine stabile Verbraucherschaft bauen, die unsere Produkte auch wertschätzt, sonst würden sie ja nicht im LEH nachgefragt. Die Frage der Nachhaltigkeit kann erst geklärt werden, wenn alle Zahlen auf den Tisch kommen und da hält sich die Bio-Seite mit Ertragszahlen immer dezent zurück.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Herr Suhr,

          Resistenzen gegen einige Wirkstoffe sind nicht neues, das ist nicht alleine dem Glyphosat vorbehalten. Jeder Landwirt, in erster Linie der Obst und Weinbauer kann ein Lied davon singen. Deshalb ist ein ständiger Wirkstoffwechsel von Nöten.
          Diese gute Fachliche Praxis wird dann von NGOs als Giftcocktail verunglimpft.

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    • Liebe Frau Wosnittza, einfach noch mal klar formuliert: Alle Pflanzen entnehmen der Atmosphäre CO2. Dieses wird entweder im Humus dauerhaft eingebunden, oder bei der Verwertung durch Mensch oder Tier wieder an die Atmosphäre abgegeben. Es wird nicht dauerhaft gebunden, da haben Sie schon recht. Wenn wir aber der Bevölkerung diese Zahlen nicht vermitteln verschlafen wir unseren Einsatz und überlassen anderen das Feld – denen die die Landwirtschaft schlecht machen. Das kann nur durch unseren Einsatz von jedem Bauern vermieden werden Positivbotschaften!
      Wenn wir Jäger und Sammler in der Steppe wären – würden nur ca. 1,3 to CO2 vom Steppengras vorübergehned gebunden – aber dann könnte die Menscheit nicht ernährt werden. Je höhre Erträge wir ernten, desto mehr CO2 wird zunächst der Atmosphäre entnommen. Grobe Rechnung: Wenn durch die DÜVO 25% weniger gedüngt wird und das Ertragsniveau um eine Tonne sinkt werden pro Hektar ca. 1 to weniger CO2 der Atmosphäre entzogen. Dies macht bei 18 Mio Hektar Ackerland in Deutschland schlappe 18 Mio to CO2 aus, die in der Atmosphäre bleiben…..

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      • Stadtmensch sagt

        „Dieses wird entweder im Humus dauerhaft eingebunden“
        Nächster Satz: „Es wird nicht dauerhaft gebunden“

        Hä?

        Da heute wieder viele aus Wkipedia vorlesen, will ich auch mal: https://de.wikipedia.org/wiki/Ton-Humus-Komplex

        Achso, Metallkationen spielen eine Rolle. Fällt ja aus wegen Glyphosat-(Metaboliten). Sowas aber auch. Dann eben keinen Stabilisation des Bodengefüges gegenüber Erosion und Verschlämmung. Keine günstigen Voraussetzungen für Luft- und Wasserhaushalt und Bodenfruchtbarkeit (Kationenaustauschfähigkeit, falls mal wieder eine Definition gewünscht ist, was das sein soll)

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        • Thomas Apfel sagt

          Landwirtschaft ist im Grunde Kohlenstoffkreislauf und weniger Speicher. Es heisst ja z.B. auch NAWARO und nicht ZUWARO. Der Unterschied zu den vorzeitlichen Steppen ist nur, dass wir nicht wie die riesen Huftierherden wieder auf die Fläche schei…en. Wir spülen unseren Anteil an Nährstoffen lieber in die Gewässer oder verbrennen sie halt. Auch ein Grund, warum mineralisch nachgelegt werden muß, was an Nährstoffen vom Feld gekarrt wurde. Landwirtschaft ist im besten Falle CO2 neutral. Sauerstoff produziert sie immer.

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  10. fingerphilosoph sagt

    Nach meinen Unterlagen speichert ein 1 ha Wald pro Jahr 13 Tonnen Kohlendioxid, Laubwälder geben 15 Tonnen und Nadelwälder 30 Tonnen Sauerstoff ab. Wenn diese Zahl nicht stimmt, warum soll ich dann glauben, dass die anderen richtig sind?

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    • Thomas Apfel sagt

      Ich glaube nicht, dass es hier um eine „besser“ oder „schlechter“ als …… Diskussion geht.
      Einfach mal drauf aufmerksam machen, dass Forst- und Landwirtschaft im Gegensatz zu allen anderen Wirtschaftszweigen tatsächlich Kohlenstoff bindet und Sauerstoff freisetzt.
      Ein aktiver gedüngter Weizenbestand mit Zielertrag 10 t/ha ganz sicher mehr als ein ungedüngter Schmachtacker.

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      • Inga sagt

        Also dann produziert der leistungsfähige Landbau mehr Sauerstoff, als eine Steppe voller Wildkräuter und Büsche oder Heide, oder.

        Und dann wird es bei dem CO2 Ausstoß der Landwirtschaft nicht mit eingerechnet?

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      • fingerphilosoph sagt

        Wenn seit Beginn der Agrarisierung mehr als die Hälfte des weltweiten Baumbestandes abgeholzt wurde, um daraus landwirtschaftliche Flächen zu gewinnen, geht es natürlich um den Vergleich von Waldbestand vs. Ackerland. Und da selbstverständlich um ein „besser“ oder „schlechter“. Und es geht darum, dass durch die Erfolge in der Landwirtschaft überhaupt erst die Kapazitäten freigesetzt werden für andere Wirtschaftszweige. Ohne die Landwirtschaft gäbe es all die anderen Wirtschaftszweige schlichtweg nicht.

        Der springende Punkt ist doch, dass die Gruppierungen, die die Landwirtschaft inklusive ihrer Industrialisierung ablehnen, im Grunde die gesamte Gesellschaft sowie den technischen Fortschritt negieren. Ohne die Industrialisierung der LW hätte es seit den 60er Jahren kaum noch weitere technische Fortschritte gegeben, weil die LW nach wie vor den Großteil der menschlichen Kapazitäten gebunden hätte. Seit den 60er Jahren geht es in der Forschung nämlich nicht mehr darum, dass einzelne Genies wie Newton, Einstein oder Heisenberg den Fortschritt bestimmen, sondern von der Gesellschaft finanzierte Universitäten und weltweit vernetzte Institutionen, die insgesamt eine Forschergemeinschaft von Hunderttausenden bzw. Millionen Forschern umfassen. Und das geht nur, weil die Gesellschaft reich ist und sich das leisten kann. Und dieser Reichtum ist der Industrialisierung der LW zu verdanken.

        Wir hätten ohne die industrialisierte LW keine Digitalisierung und keine Angestellten, die im Homeoffice ihrer Arbeit nachgehen können, weil die Voraussetzung dafür ist, dass die industrialisierte LW extrem viele Menschen erstmal von der Nahrungsbeschaffung entbunden hat, die dann bspw. genug Zeit zum Programmieren haben.

        Die Gruppierungen, die die industrialisierte LW ablehnen, negieren den Zusammenhang von technischem Fortschritt und gesellschaftlicher Entwicklung. Sie tun so, als würde sich der Mensch gänzlich unabhängig von seiner Technik weiterentwickeln, als hätte der technische Fortschritt keinerlei Rückwirkung auf die Gesellschaft. Sie tun so, als würde die Smartphone-Gesellschaft nicht auf den Schultern der Industrie-Gesellschaft stehen. Und das ist ja so was von falsch.

        Man kann nicht gleichzeitig den technischen Fortschritt, die Digitalisierung usw. zur heiligen Kuh erheben und von Wissens- und Informationsgesellschaft faseln und gleichzeitig eben diesen technischen Fortschritt für die Landwirtschaft ablehnen. Der springende Punkt ist, wer eine kleinbäuerliche Bauernhofidylle will, lehnt damit gleichzeitig Großstädte und die Wissens- und Informationsgesellschaft ab, denn mit Bauernhof-Idylle kann man diese Gesellschaftsstruktur nicht erhalten.

        Wenn die Bauern nicht endlich darauf den Finger legen, sondern sich stattdessen auf lächerliche CO2-Diskussionen einlassen, ziehen sie den Kürzeren. Man kann mit jemandem, der Plastik grundsätzlich ablehnt, nicht über die Vorteile der Plastiktüte diskutieren. Man muss statt dessen klar legen, was es heißt, auf Plastik grundsätzlich zu verzichten, besonders in Zeiten von Corona.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Zitat Fingerfilosof:“ Wenn die Bauern nicht endlich darauf den Finger legen, sondern sich stattdessen auf lächerliche CO2-Diskussionen einlassen, ziehen sie den Kürzeren. Man kann mit jemandem, der Plastik grundsätzlich ablehnt, nicht über die Vorteile der Plastiktüte diskutieren.“

          Das nenne ich mal ein Statement!!!! Genauso muss es sein!

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          • Stadtmensch sagt

            Nein, es ist Populismus, der sämtliche Diskussion unmöglich macht. Bei „Bauernhof-Idylle“ schalte ich ab. Das wollen alle, die einen „Kontrollverlust“ befürchten, bzw. darunter leiden. Weil sie tatsächlich nicht mehr mitkommen. Was auch nachvollziehbar ist. Auch kommt hier wieder die Negation sämtlicher Bemühungen, Kohlenstoff- und Stickstoffkreislauf wieder an Verhältnisse vor der „Entkohlung der Böden“ durch Landumnutzung und Korrekturen beim Stickstoffkreislauf anzustreben. Ich bin fest davon überzeugt, dass das nötig und möglich ist und hoffe, dieser Problematik an entscheidender Stelle auch die entsprechende Bedeutung beigemessen wird.

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            • Thomas Apfel sagt

              Was soll der Sch… mit Kontrollverlust, auch so ein Modewort. Es geht nicht um Kontrollverlust sondern schlicht und einfach ums wirtschaftliche Überleben, egal welcher Kasper an der Politfront grad welches tolle Programm vorlegt.
              Ich musste grad eine Stellungnahme zu Vorschlägen zum Insektenschutz abgeben. Genau da haben wir wieder von den
              Öko´s des ZALF und des Entomologischen Institutes in Müncheberg jede Menge toller Ideen, die dir dann mit einem 10 % Schlüssel letztlich als Gesetz übergeholfen werden. Über die wirtschaftlichen Konsequenzen wird einfach hinweggegangen.
              Die tun auch noch immer so, als würden sie im Steuergeld schwimmen. Bei denen ist noch nicht angekommen, dass wir mit und neben der Coronakrise ein ausgewachsene Finanz- und Wirtschaftskrise haben. Die Steuergelder werden nicht mehr in dem Maße wie bisher sprudeln und viele Wunschträume und Bullshit-Jobs werden sang und klanglos untergehen. Die Welt hingegen geht deswegen nicht unter, auch wenn ihr das immer wieder predigt. Die gesetzlich festgezurrten Lasten bleiben auf den kleinen Leuten (und dazu zähle ich mich als Bauer) hängen.
              Ich bin gewiss kein Gegner von Umwelt- und Insektenschutz, aber neuere Untersuchungen zeigen offensichtlich ein ganz anderes Bild als Krefeld und co.. Das Deutsche Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung in Jena-Leipzig-Halle fühlte sich jedenfalls zu einer Richtigstellung veranlasst (Dr. Roel van Klink Topagrar-online 06.05.2020) Mit Wunschvorstellungen und völlig falschen (zu niedrigen !) Zahlen bei Insektenpopulationen können wir bei weitgehender Einschränkung des Pflanzenschutzes mit Schädlingskalamitäten rechnen, deren Ausmaß wir uns heute nicht vorstellen können.
              Wenn ich etwas wirkungsvolles für Arten- Umwelt- und Insekten tun will, muss ich möglichst regional ansetzen, am besten auf Kommunal- maximal aber auf Landkreisebene ansetzen.
              Landschaften müssen neutral moderiert gemeinsam mit Landnutzern und Naturschutz- Bewegten bewertet werden.
              Oft reichen Saumverbesserungen und Vernetzung mit minimalem Flächenbedarf vollkommen aus.

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            • Ja, Kohlenstoff ist meines Erachtens nach der Schlüssel. Wird nur gern vergessen.

              Wie oben in einem Kommentar erwähnt hier ein sehr informativer Link zum Thema Kohlenstoff:Stickstoff, der Ihnen noch einige Inputs geben könnte:
              https://www.youtube.com/watch?v=OwjyJEKHSc4

              Informieren Sie sich auch über Agroforsten als weiteres Beispiel.

              Kohlebasierter Stickstoffdünger, Holzkohle-Kompostierung etc.

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            • fingerphilosoph sagt

              @Stadtmensch
              Thomas Apfel sagt, es geht ums wirtschaftliche Überleben der Bauern. Aber darüber hinaus geht es auch darum, auch in Zukunft die ausreichenden Mengen an Nahrungsmitteln zu erzeugen. Du kannst davon ausgehen, dass die Bauern alles daran setzen, zwischen dem, was der Acker hergibt und dem, was die Menschen vertilgen, das bestmögliche Gleichgewicht herzustellen. Das ist denen ihr Job.

              Wie willst Du Kohlenstoff- und Stickstoffkreisläufe wieder an Verhältnisse vor der „Entkohlung der Böden“ anpassen, wenn Du auf der anderen Seite die Menge der Menschen eben nicht an diese Verhältnisse anpassen kannst? Es bleibt Dir gar nichts anderes übrig, als nach den Nutztieren und -pflanzen auch die Kohlenstoff- und Stickstoffkreisläufe an den Menschen anzupassen.

              Und genau das passiert ja auch sozusagen von selbst. Es sind nicht Diskussionen oder Populismus, die darüber entscheiden, wie die Kohlenstoff- und Stickstoffkreisläufe aussehen, sondern schlichtweg Notwendigkeiten, die sich aus der praktischen Arbeit des Landwirts ergeben.

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              • Ein Privatier sagt

                „Du kannst davon ausgehen, dass die Bauern alles daran setzen, zwischen dem, was der Acker hergibt und dem, was die Menschen vertilgen, das bestmögliche Gleichgewicht herzustellen. Das ist denen ihr Job.“

                Und die soziale Marktwirtschaft hat sich als ein sehr ausgewogen ausgleichendes Medium herausgestellt, dieses „Gleichgewicht“ herzustellen und zu erhalten!

                Und genau das ist dem Kommunismus/Sozialismus noch in keiner einzigen Konfiguration dauerhaft gelungen.

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                • Stadtmensch sagt

                  Ich kenne nur Kapitalismus. Ob er nu im totalitären staatskapitalistischen- oder totalitär-liberalen Gewand daher kommt, ist ziemlich egal. Ein Lesetip vielleicht für Leute mit apologetischer Einstellung zur geldvermittelten Tauschwirtschaft: Schulden – die ersten 5000 Jahre. David Graeber.
                  Die Schaffung eines Marktes in der Ex-Kolonie Madagaskar ist ein schönes Beispiel für das schwache Fundament der aktuellen Geldreligion. Aber was red ich mit einem Privatier…

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              • Stadtmensch sagt

                „Thomas Apfel sagt, es geht ums wirtschaftliche Überleben der Bauern.“

                Ich befürchte, es geht um viel mehr. Aber ok, lasst uns weiter ein knappes Drittel der Ernte wegschmeißen, Biosprit mit negativer Gesamtenergiebilanz erzeugen und Beschäftigung mit neuen Gewerbegebieten auf dem Acker sichern…

                Es muss auch mal Schluss sein mit dem Gejammer! Jetzt heißt es, der ökonomischen Realität ins Auge blicken: „Wir müssen immer noch malochen, um etwas auf dem Teller zu haben“. Und das heißt nunmal, neue Absatzmärkte zu „erschließen“, Bedarfe zu wecken, Abfrack- und Kaufprämien zu erfinden, so dass die vielen Versprechungen, die mit dem Glauben an die Geldhortung einher gehen, erfüllt werden. Die Schuld muss abgetragen wird. Denn schuldig sind wir alle gegenüber den Mitmenschen, wenn wir in Gesellschaft leben wollen. So. Dann mach ich jetzt gleich mal weiter…

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                • Ein Privatier sagt

                  Was wollen Sie eigentlich und was wollen Sie eigentlich nicht?

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                • fingerphilosoph sagt

                  @ Stadtmensch
                  Grün angehauchte Weltverbesserer wie Du wollen die Kohlenstoff- und Stickstoffkreisläufe genauso unter Kontrolle kriegen wie die Bauern.
                  Erzähl mir deshalb nichts von „Kontrollverlust“. Die Weltverbesserer sind die weitaus größeren Kontrollfreaks.

                  Beide Fraktionen, Bauern wie Weltverbesserer, sind ausschließlich anthropozentrisch ausgerichtet. Es geht beiden Gruppen, den Grünen wie den Bauern ausschließlich um den Menschen und nicht um die Natur, das Tierwohl, das Klima, die Kreisläufe an sich oder was immer die Ökos vorschützen.

                  Der Unterschied ist nur, dass die Bauern bis vor Kurzem offen gesagt haben, dass es ihnen um Nahrungsmittel geht und nicht um CO2 oder Insekten. Ein Trauerspiel, wenn das nun nicht mehr so ist.

                  Den Bauern geht es darum, die direkten Bedürfnisse des Menschen wie Hunger zu befriedigen und Lebensmittel zu erzeugen. Den Ökos geht es darum, die indirekten Bedürfnisse zu befriedigen, die nichts mit Natur, um so mehr aber mit Ästhetik, Geborgenheit, Wohlfühlen, Selbstbeweihräucherung und dergleichen zu tun haben.

                  Gegen die direkten Bedürfnisse wie Hunger können die sekundären Bedürfnisbefriediger jedoch nicht anstinken. Deshalb verschanzen sie sich hinter einer angeblich „höheren Macht“. War das in früheren Zeiten Gott, so sind es heute die „Natur“, das Klima oder die Ökosysteme.

                  Im Grunde genommen geht es jedoch nur darum, wer unter allen Menschen das Sagen hat. Das ist der Grund, warum die Bauern seit Beginn der Agrarisierung von allen anderen drangsaliert werden. Zumindest am Anfang hätten sie die Macht über Könige, Priester, Handwerker und Krieger haben können, weil jeder, aber auch wirklich jeder Nahrungsmittel braucht. Deshalb haben die Könige, Priester, Handwerker und Krieger von Anfang an gegen die Bauern intrigiert und sie unterdrückt.
                  Heute haben die Bauern die Macht aufgrund der Spezialisierung weitgehend verloren. Sie sind auf Maschinenbauer, Stromerzeuger, Stallarchitekten usw. genauso angewiesen wie umgekehrt. Bloß ist das noch nicht bei allen angekommen.

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                • Stadtmensch sagt

                  Werter fingerphilosoph, du gibts dir immer eine Mühe mit deinen rhetorisch gut verpackten Spaltpilzen. Ich lese das gerne, auch wenn ich mich darin als „Sekundärbedürfnisbefriediger“ verunglimpft sehe.

                  Nur leider gehts mir gar nicht darum, Bauern gegen Ökos auszuspielen, sondern ganz sachlich (gelingt mir nicht, weiß ich) über Trends und Möglichkeiten in der „Urproduktion“ zu diskutieren. Dieses ständige TINA (there is no alternative) ist langweilig.

                  Ob die Bauern immer unterdrückt wurden, oder als besonders gottesfürchte Fraktion sich gut haben führen lassen, kann ich nicht beurteilen. Es ist nur so, wer mit der Natur arbeitet, hat mehr Demut (im Sinne von Schicksalsergebenheit). Der hält einfach mehr aus und ist beim Leiden noch nichtmal unglücklich. Und das fehlt vielen Städtern. Sie wissen nicht, worauf ihre Zivilisation steht, deshalb prassen sie fröhlich vor sich hin und verbrauchen viel mehr, als die Biosphäre reproduzieren kann. Isso.

                  Wollen wir die machen lassen, oder wie früher Institutionen schaffen, die zwischen Geist und Trieb vermitteln? Nicht falsch verstehen, Geist kann ebenso schädlich sein wie Trieb. Früher gabs Todsünden und allerhand Regelwerk, um sich selbst Grenzen zu setzen. Du bist doch Hobby-Anthropologe: unsere Art des Individualismus ist doch nichts als Flackern im Lichtermeer der sozialen Systeme.

                  Der Gedanke unbegrenzter Möglichkeiten und menschlicher Allmacht ist nur durch fossile Energie entstanden. Diese Energie hat in 150 Jahren eine komplizierte dissipative Struktur (unsere Arbeits- und Konsumzivilisation) geschaffen, durch die ein ziemlich hoher Energiefluss gehen muss, nur um sie zu stabilisieren. Ich wüsste nicht, wie wir uns gegen die Folgen des Klimawandels wappnen wollen, wenn wir jetzt einfach den Kopf in den Sand stecken und argwöhnisch auf Weltretter gucken. Was muss noch passieren, damit bei allen ankommt, dass wir einen Meteoriteneinschlag mit Ansage und in Zeitlupe durchmachen? Ich weiß, bei deinem Karma kann dir das egal sein…

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            • Ein Privatier sagt

              „Du bist doch Hobby-Anthropologe: unsere Art des Individualismus ist doch nichts als Flackern im Lichtermeer der sozialen Systeme.“

              Alle Achtung, Sie sind ja ein richtiger Soziologiepoet

              Aber was soll das bedeuten? Dass unser individuell geliebtes Sozialgeflacker nur bedeutungslose Lichttropfen im Lichtermeer sind?
              Glauben Sie, dass z.B. die inviduellen Schmerzen eines Individuums kollektiviert werden können?

              Wie ich es schon sagte: Sie sind noch grün hinter den Ohren, weil Sie noch nichts erlebt haben.
              Was sagt eigentlich Ihre Eineweltkriegsoma zu Ihren Ideen?

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        • Inga sagt

          Du hast es erfasst Fingerphilosoph,
          die Landwirtschaft ist der Grundpfeiler unserer Volkswirtschaft!

          Ein Landwirt produziert nicht nur Energie- und Nahrungsmittelpflanzen, sondern damit auch Sauerstoff
          und ist somit berechtigt sich an der CO2 Diskussion zu beteiligen.
          Er lebt eben mit und in der Natur und muß deshalb multitasking sein, oder nicht?

          Und wer Plastik grundsätzlich ablehnt, der weiß bestimmt auch welche Vorteile die Plastiktüte hat, aber die Nachteile der Umweltverschmutzung wiegen eben mehr! Deswegen lehnt er sie ab!

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    • Bauer Willi sagt

      Die Quellenangabe steht am unteren Bildrand. Ich denke, dass man der Quelle vertrauen kann.
      Es geht auch mehr um die positive Botschaft, die auf die Leistungen hinweist, die von der Landwirtschaft „so nebenbei“ erbracht werden. Und natürlich auch von Obstbauern und Winzern.

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      • Christian Bothe sagt

        Bauer Willi, sehr gutes Zahlenmaterial!Oft werden ja bewusst! oder unbewusst solchen Zahlen unter den Tisch gekehrt obwohl unsere LW der einzig CO2 „verbrauchende„ Zweig der VW ist…

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        • Inga sagt

          Na klar, weil sie die Natur, bzw. das Land bearbeitet und dadurch die Atmosphäre beeinflusst,

          die Industrie erzeugt nur CO2 und aus schlechtem Gewissen schiebt sie es den Bauern in die Schuhe, kann sein!
          Das trägt zur Zufriedenheit der Industriearbeiter und Verbraucher bei, …

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      • Per Meier sagt

        Hallo Bauer Willi,
        die Quellenangaben sind eine bewusste oder unbewusste Falschauslegung simpler energetischer Zusammenhänge. Zu einer Anbau-Bilanz gehören beispielsweise auch Ihre Überfahrten mit dem Schlepper, die da einfach mal weggelassen wurden. Dazu gehört auch die Kunstdüngerproduktion. Das Haber-Bosch-Verfahren, mit dem vermutlich auch Ihr Stickstoff-Dünger hergestellt wird, ist extrem energieintensiv. Die Landwirtschaft trägt – wenn man die Düngemittelproduktion denn mal berücksichtigt – zu weit mehr als 15% des menschengemachten Klimawandels bei. Abgesehen von diesen wissenschaftlichen Fakten – die Sie mit einem Online-Besuch beim Umweltbundesamt, das Sie auf den Plakaten zitieren, selbst hätten einsehen können – ist die Rechnung auch dahingehend falsch, als dass einjährige Kulturen nun mal auch wieder verbraucht werden. Der Verbraucher nutzt sie nun mal. Deshalb bauen Sie sie ja an, Sie wissen also doch vorher, dass diese temporäre CO2-Bindung in der anwachsenden Biomasse wieder umgedreht wird. Das ist zwangsläufige Begleiterscheinung Ihrer Unternehmung.
        Zusammengefasst stellen Ihre Plakate eine massive Täuschung dar. Sie unterminieren damit uns andere Landwirte, die sich für mehr Nachhaltigkeit in der Landnutzung und fairere Erlöse, durch echte Verbrauchaufklärung einsetzen, mit „Fakten“ die keiner Überprüfung standhalten, im besten Sinne post-faktisch und damit anti-aufklärerisch sind. Schauen Sie nach Amerika: Das sorgt nur für noch mehr Zwist. Sie spalten, wo Sie doch Landwirte und Verbrauchen angeblich zusammenführen wollen. Ich appelliere an Ihre Vernunft mit Verweis auf Ihre Headline:“den Horizont erweiter, eine Meinung bilden“. Zu einer solchen Meinungsbildung – gerade wie Sie sie unternehmen – gehört auch die Verantwortung, dies mit Wahrheit und nicht mit Fälschung oder einseitiger Darstellung zu unternehmen.
        Herzlich,
        Per Meier

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        • Thomas Apfel sagt

          Jupp! … und das von der Bio-Seite, den Meistern der Falschdarstellung von Zusammenhängen und des Spaltens der Gesellschaft inclusive der Bauernschaft !
          Der Energieeffizienz der modernen Landwirtschaft mit ihrem Haber Bosch Stickstoff hinkt der Öko-Anbau Meilen hinterher !

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        • Christian Bothe sagt

          @Per Meier,bevor Sie solche „Fakten“ in den Raum stellen,sollten Sie sich mal umfassender informieren. Genau zu diesem Thema gab’s in Bernburg einen Vortrag von Prof.Breitschuh und Sie können diesen unter http://www.agrarfakten.de/Klimaeffekte der LW nachlesen. Die Thematik vom 22.01.20 lautete: Welche Klimaeffekte betreffen die LW,welche verursacht sie? Eine interessante ,auch für andere Blogger, Analyse zum Thema.

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          • Thomas Apfel sagt

            Danke, erst einmal für den interessanten Link.
            Wenn ich vor allem die Schlussbetrachtung/Darstellung sehe, beruhen die errechneten positiven Bilanzwerte im Wesentlichen auf der Einbeziehung von Biogasgülle sowohl im viehlosen Öko-Ackerbau, als auch im viehlosen konv. Ackerbau. Reine Ackerbaubetriebe müssen den Stickstoff für die Marktprodukte durch Gründung/Fruchtfolge („Futterpflanzen für die Pflanzen“) und Vergärung bereitstellen. Für mich wäre eine Betrachtung viehloser Betriebe ohne Biogas interessant, derer es ja viele gibt. Zumal ja die Nutzung von z.B. Mais zur Energiegewinnung häufig (ohne tatsächliche Nutzung der Prozesswärme) eher ineffektiv erscheint. Die zunehmende Ausbreitung von Photovoltaik im Feld ist da ja sehr viel effektiver. Die Frage ist für mich wie die Bilanz dieses „Fruchtfolgegliedes“ Photovoltaik tatsächlich aussähe ?

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            • Thomas Apfel sagt

              Reine Öko-Acherbaubetriebe müssen den Stickstoff….. war gemeint.

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        • Ein Privatier sagt

          @Per Meier

          Bitte denken Sie an unsere liebe Mutter Natur und setzen Sie keine CO2-Giftgas-produzierenden Wohlstands-Kinder in die Welt, die wir uns von unseren Enkeln nur geborgt haben.

          Herzlich
          Ein Privatier

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    • Mark sagt

      Gerade beim Wald gibt es keine einheitlichen Zahlen, da Wald nicht gleich Wald ist. Unterschiedliche Baumarten, untersiedliche Bestandsdichten und vorallem auch Standorte ergeben eine große Bandbreite von Zahlen.

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      • fingerphilosoph sagt

        Und dann nimmt man bei solchen Angaben den Durchschnitt, eben die 13 t Kohlendioxid und die 15 resp. 30 t Sauerstoff und nicht den unteren Wert, bloß um die „Leistungen“ der Landwirtschaft in glänzenderem Licht darzustellen. Das nenne ich unseriös.

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        • Thomas Apfel sagt

          @Fingerphilosoph, Das ist keine Leistung der Landwirtschaft, sondern eine „zwangsläufig eintretende Nebenwirkung“, wie es im Pflanzenschutzjargon heißt.
          Es ist aber allemal ein lebensnotwendige, positive „Nebenwirkung“.
          Dazu kommt, wie auch von anderen schon gesagt die Tatsache, dass konventionelle Kulturen wegen Wüchsigkeit, Ertrag und Gesundheit der Bestände mehr CO2 binden und Sauerstoff freisetzen als Öko-Bestände (feuchte Wiesen mal ausgenommen) und zwar 25 bis 50 % mehr.

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      • Es kommt noch ein Faktor hinzu. Nur wachsende Pflanzen tragen positiv zur CO2-Bilanz bei (Reduktion). Ist ein Baum faktisch ausgewachsen, trägt er nicht mehr zur weiteren Reduzierung von CO2 bei bilanziell. Weswegen selektiv bewirtschaftete Wälder, wenn in Holz gebundenes CO2 verbaut wird, mit Blick auf CO2 auch besser sind als unberührte Wälder, die hingegen für die Artenvielfalt attraktiver wären.

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        • Thomas Apfel sagt

          Das ist ein Irrtum Herr Suhr, Bäume wachsen quasi nie aus. In unseren Breiten ist das pro Jahr ein Ring. Die Substanz für diesen Holzzuwachs kommt immer aus noch der Photosynthes, bindet also CO2. Erst abgestorbene Bäume setzen Co2 wieder frei. Ein weitgehend „ausgewachsener“ alter WALD als Ganzes hingegen befindet sich bilanziell nahe an null Zunahme, wegen des Gleichgewichts von werden und vergehen.

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    • Inga sagt

      Das wurde mir in der Grundschule im Sachkundeunterricht schon beigebracht.
      Und wenn man auf dem Dorf lebt, weiß man schon als Kind, dass die tierischen Ausscheidungen den Pflanzen als Nahrung dienen und die Pflanzen dann den Tieren als Nahrungsmittel, so ist es wohl mit der Atemluft auch.

      Das gehört doch zur Allgemeinbildung, oder nicht.
      Dass das vom Pflanze zu Pflanze mengenmäßig verschieden ist, liegt in der Natur.

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  11. Christian Bothe sagt

    Gut, und 1ha Mais assimiliert von 60000km Autofahrt das CO2! Wenn wir dann noch alternative Kraftstoffe im Mix mit fossilen einsetzen wird die Bilanz noch besser!

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