Bauer Willi
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Tierwohl oder Wählerstimmen?

Ein Gastartikel von Jürgen Donhauser

Bereits 2023 haben wir in Bayern Landtagswahl, und die Vorboten kündigen sich an! Da sich Bundeslandwirtschaftsminister Özdemir seit Beginn seiner Amtszeit durch Zaudern, Nichtstun und Arbeitsverweigerung auszeichnet, bringt er seine bayerische Landwirtschaftsministerin Kaniber (CSU) in Zugzwang. Insbesondere in der Schweinehaltung erleben wir Betriebsaufgaben in bisher ungekanntem Ausmaß. Da in Bayern bekanntlich gerade in der Schweinehaltung kleinere Betriebsgrößen bestehen, trifft es eben (mangels Rationalisierungseffekt) genau die sonst so viel gewünschten und favorisierten Familienbetriebe, die jetzt reihenweise das Handtuch werfen. Die Zahlen in unserem Landkreis Amberg-Sulzbach (Oberpfalz/Bayern) sehen derzeit so aus:

  • 1500 Betriebe, davon nur noch ein Drittel im Haupterwerb
  • 154 Betriebe davon wirtschaften ökologisch
  • 1400 Betriebe betreiben eine Viehhaltung (Rind/Schwein etc)

Aufgrund der schlechten ackerbaulichen Voraussetzungen (Boden, Temperatur, Niederschläge, kleine Feldstücke) war schon immer die Tierhaltung notwendig, um die vorhanden natürlichen Ressourcen (z.B. Grünland, magere Ertragsstandorte) zu nutzen und die Familie zu ernähren.

Die Verbundenheit der Oberpfälzer mit ihrer Scholle zeigt sich darin, dass sie dann sogar noch Geld durch andere Einkünfte (Arbeitnehmer) in die Landwirtschaft stecken, um ihren Betrieb (sogar mit Tierhaltung) aufrecht zu erhalten. Wenn Özdemir eine Halbierung des Tierbestandes und Fleischverzicht fordert, dann ist dies eine klare Kampfansage und Vernichtung dieser Betriebe.

Nachdem auf Bundesebene Özdemir weder die Haltungskennzeichnung, noch die Finanzierung nach den Vorschlägen der Borchert-Kommission auf die Reihe bringt, läuft unterdessen Ministerin Kaniber in Bayern beim nahendem Wahlkampf die Zeit davon, um noch irgendwie bei den Tierhaltern punkten zu können.

Nun hat sich die bayerische Landwirtschaftsministerin offensichtlich mal umgehört, was denn so alles für Wünsche über Schweinehaltung im Umlauf sind. Daraus hat sie – schwupps – kurzerhand ein eigenes bayerisches Rettungsprogramm für Schweinehalter (BayProTier) gezaubert. Und da packte man auf die Schnelle alles rein, was gerade so „in“ ist. Dass es nicht wirklich ernst gemeint ist zeigt schon der zeitliche Ablauf. Im März wurde das Programm erstellt – Ende Juni endete die Antragsstellung! Keine Ahnung ob die Beteiligten im Ministerium schon einmal in ihren Leben einen Bauplan, Rentabilitäts- und Finanzierungsplan aufstellen mussten. Wenn ja, dann zeigt dieses Vorgehen deutlich, dass man möglichst wenig Antragsteller haben möchte und nur auf den medialen Erfolg schielte.

         Ein Brief an die Ministerin

Dies bewog mich, Frau Ministerin Kaniber ein paar kritische Zeilen zu schreiben. Da fast alle Betriebe in der Vergangenheit ihre Stallungen mit Spaltenboden und Güllesystemen bauten, nun aber in BayProTier Stroheinstreu im Liegebereich, Aussenklima und in der Premiumstufe Auslauf gefordert werden, ist damit schon gewährleistet, möglichst viele Betriebe abzuschrecken. Eine Luftnummer also, es dient aber dazu, um beim politischen Mainstream zu punkten, ohne wirklich viel Geld in die Hand nehmen zu müssen. Politisch vielleicht kurzfristig ein kluger Schachzug, aber eben bei der derzeitigen Betriebsaufgabewelle, oder besser gesagt Betriebsaufgaben-Tsunami, sehr kurzsichtig. Denn gleichzeitig tingelt Kanibers Chef, Ministerpräsident Söder durch die Lande und beschwört die Versorgungssicherheit. Ein Widerspruch, denn viele Landwirte werden eben die massiven Umbauarbeiten (wenn überhaupt genehmigungsrechtlich durchführbar) nicht mehr riskieren. Vor allem, wenn in den Köpfen der Mitarbeiter bereits die nächste Hürde (generelles Spaltenbodenverbot wie in Österreich) herumschwirrt. Das bayerische Ferkel wird somit zur aussterbenden Art und 5xD oder bayerische Herkunft und Versorgungssicherheit damit eine Illusion.

Auf meine starken Bedenken, dass dieses bayerische Programm in keinster Weise eine Zukunftsoption oder Rettungsanker für die strukturschwachen Sauenbetriebe darstellt, und damit eigentlich die Betriebsaufgaben und Existenzverlust der Betriebe besiegelt werden, antwortete im Auftrag Kanibers der Ministerialdirigent Friedrich Mayer im Schlusssatz folgendermaßen:

„Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass es keinen Sinn macht, sich gegen die Forderungen aus der breiten Gesellschaft, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft nach einem Umbau der Nutztierhaltung hin zu mehr Tierwohl zu stellen. Vielmehr ist es richtig und wichtig, die Herausforderung proaktiv anzugehen.“

Im Klartext: „Es interessiert uns einen Schei…dreck ob die Landwirte unsere Mainstreampolitik als praktikabel ansehen und mitmachen wollen, Hauptsache es kommt politisch gut an…..“

Gastartikel stellen die Meinung des Autors dar.

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122 Kommentare

  1. Rudolf Weishaupt sagt

    Ach, die aktuellen Probleme bei der deutschen Schweinehaltung haben doch ursächlich nichts mit „der Politik“ oder „den Grünen“ zu tun. Diese Probleme sind schlicht und einfach durch die Welthandelspolitik bedingt. Immer größer, immer mehr (wachsen oder weichen)! Nun gibt es ASP und China kauft deutschen Landwirten nicht mehr das „fünfte Viertel“ (Öhrchen, Schwänze, Pfoten) der Schweineerzeugung als Leckerbissen ab. Wenn Betriebe in Deutschland deshalb in ihrer Existenz bedroht und gezwungen sind, ihren Schweinebestand zu verkleinern, muss Politik versuchen, gerade den kleinen und mittleren Betrieben Unterstützung anzubieten! Solche Unterstützung aber nicht mit der Gießkanne, sondern gebunden daran, dass Haltungsformen zukunftsfest verbessert werden.

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    • Arnold Krämer sagt

      Zukunftsfest wird Tierhaltung nicht durch Bausubventionen des Staates, die üblicherweise in den Taschen der Stallbaufirmen und Stalleinrichter landen, sondern nur durch eine stabile Nachfrage. Danach sieht es aber nicht aus.

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    • Seevers Reinhard sagt

      “Solche Unterstützung aber nicht mit der Gießkanne, sondern gebunden daran, dass Haltungsformen zukunftsfest verbessert werden.”

      DAS ist doch der Plan, mit LEH- Label, Tierwohlkennzeichnung, 3xD, usw…..und? klappt es denn? Wo ist denn die langfristige Sicherheit für die investierenden und produzierenden Schweinehalter? Darum geht es doch!!

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      • Rudolf Weishaupt sagt

        Ich glaube nicht, dass hinter dem Ganzen ein „böser Plan“ der Politik steckt. Es ist der Welthandel! Zum Beispiel China: „Die wohl größte Schweinefarm der Welt entsteht in der Nähe der Großstadt Nanyang – wo am Ende 105.000 Sauen gehalten und jährlich 2,1 Millionen Schweine erzeugt werden sollen – berichten verschiedene chinesische und auch internationale Medien. Jedes der Gebäude hat sechs Stockwerke mit jeweils 5.000 Sauen in jedem Hochhaus.“ (https://ogy.de/yj76) Wehe uns, wenn die mit ihren Überschüssen auf den Weltmarkt drängen.

        „Das halbe Schwein wird in Länder rund um die Welt exportiert, weil wir Österreicher für Teile wie Schnauze, Ohren und Füße keine Verwendung mehr finden. […] Durch den Export von bei uns unbeliebten Teilen und den Import beliebterer Teile hat der Weltmarkt für Österreich große Bedeutung.“ (https://ogy.de/skd9)

        Auf Österreich bin ich gekommen, weil irgendwo behauptet wurde, dort sei jetzt Schweinehaltung auf Stroh vorgeschrieben. Das scheint aber so nicht zu stimmen. Dennoch ist „Stroh“ ein interessantes Stichwort, egal ob auf Spaltenböden oder auf Böden ohne Spalten. Durch Stroh ließen sich feste und flüssige Bestandteile der Ausscheidungen trennen. Man hätte dann so, wie es früher mal war, Mist und Jauche getrennt voneinander. Zur Arbeitserleichterung hätten die Landmaschinenhersteller sicher gute Ideen.

  2. Elisabeth Ertl sagt

    „Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass es keinen Sinn macht, sich gegen die Forderungen aus der breiten Gesellschaft, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft nach einem Umbau der Nutztierhaltung hin zu mehr Tierwohl zu stellen. Vielmehr ist es richtig und wichtig, die Herausforderung proaktiv anzugehen.“

    Frans Timmermans geißelt die konventionelle Landwirtschaft als Panikmacher. Die Coronakrise habe bewiesen, dass die Ernährungssicherheit in Europa in keinster Weise in Gefahr ist. Auch 100% Biolandwirtschaft können Europa ernähren. Die EU muss nur damit aufhören, Lebensmittel zu exportieren. Das Ziel ist und bleibt der Green Deal, und er wird auch gegen Widerstand durchgesetzt werden.

    In Zukunft muss jeder gefällte Baumstamm in die Bauwirtschaft gehen, nur noch Abfallholz darf verheizt werden.

    https://www.falter.at/falter/radio/62d533b79c7af30012dfabcd/artenvielfalt-klimaschutz-und-die-europaische-union-774?utm_source=emailCampaign&utm_medium=Falter%20Newsletter&utm_campaign=Aufbruchsstimmung%20%E2%80%93%20FALTER.natur%20%2370&utm_content=

  3. evo.... sagt

    Forderungen aus der breiten Gesellschaft, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft nach einem Umbau der Nutztierhaltung hin zu mehr Tierwohl zu stellen.

    Die Reihenfolge der Argumente lässt doch schon tief blicken:

    Als Erstes steht die Breite Gesellschaft an zweiter Stelle die Politik.

    Die Wissenschaft kommt erst als 3.

    Die Zahl der Bauernhöfe, die überlebt, ist die eine Seite. Die andere Seite ist das Geld, das aufs Land raus kommt. Wie ich vor ein paar Tagen schon mal zur Milch geschrieben habe:

    Wir brauchen Systeme (Marken,..) mit denen wir unsere bisherigen “Veredler” übergehen können und direkt dem Verbraucher verkaufen. Tönnies zum Lohnschlachter der Bauern machen.

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    • Arnold Krämer sagt

      Das funktioniert nur im Keinen, aber es funktioniert teilweise sehr gut. Nur die Großstädte kann man damit nicht versorgen.

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    • Thomas Bröcker sagt

      Die Frage, wie man am “Veredler” oder halt dem En gros Einkäufern vorbei vermarktet, scheitert entweder an den vergebenen “begangenen Plätzen” (meist steht schon irgendein Discounter da) bzw. am “Versammeln” der Käufer außerhalb der Innenstädte auf freien, gut anfahrbaren Parkplätzen. Da kann man sich bestenfalls zu hohen Mietkosten dazugesellen.

      Kurz nach der Wende haben wir versucht in Berlin eine “Brandenburg – Kaufhalle” zu etablieren. Das ist nach meiner Erinnerung an zwei Dingen gescheitert: erstens am zu dünnen Sortiment und nicht kontinuierlicher Lieferfähigkeit der Beteiligten und zweitens an zu großem Überbau.

      Es ist eine Illusion, dass man Endverkauf in großem Maßstab besser und effektiver hinbekommt, als die Großen. Deren Möglichkeiten zur Kostenoptimierung sind auf Grund der Größe und der dominanten Marktmacht im Grunde nicht zu toppen.

      Das Markthallenprinzip, das ja mal als überdachter Wochenmarkt für kleine Erzeuger und Händler entstanden ist, ist längst von überteuertem Bio und Luxusprodukten außer Kraft gesetzt. Da entsteht der Umsatz mittlerweile mehr aus dem “Event” Einkauf heraus (und da kommsse auch nicht mehr einfach so herein). Das Prinzip Direktvermarktung funktioniert nur dauerhaft, wenn die Endverkaufspreise leicht UNTER den LEH Preisen liegen und die Verkaufs-, Sortier- und Transportkosten im richtigen Verhältnis zum Umsatz stehen. So innerfamiliäre Eltern=Produktion und Kinder=DV-Laden, gehen bei genauer Betrachtung gern auch mal zu Lasten der Produktion (Eltern).

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      • Inga sagt

        Das ist ja das Dilemma,
        dass der LEH den Erlebniskauf, der Eventeinkauf eingerichtet hat, denn je länger ein Kunde im Verkaufsraum, desto mehr Umsatz macht er.

        Da kommt es weniger auf die aus billigen Rohstoffen entstandenen Waren an, als mehr um den Umsatz.

        Wer ist nun Schuld am zu hohen Resourcenverbrauch und der Umweltbelastung?

        Wir leben auf einem zu Großen Fußandruck. Und das bald weltweit.

        Was gestern für ein Tag?

        • Seevers Reinhard sagt

          “Was gestern für ein Tag?’

          Der Erdübernutzungstag…..der Tag, an dem man den Bürger mit kindlichen Bildern und Rechenbeispielen eine theoretische Schuld vorgaukelt.
          War’s gestern die Tagesschau, die uns am Ende die Rettung versprach, wenn weniger Fleisch gegessen und weniger Nahrung vergeudet würde.
          Schnitt—–der Beitrag davor befasste sich mit den Armen Fluggästen auf Deutschlands Flughäfen, wegen der gerechtfertigten Streiks—– keine Silbe über deren Klimabeitrag.

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    • Hans Gresshöner,Landwirt sagt

      “Tönnies zum Lohnschlachter der Bauern machen.”

      Bauern denken in ha und grossen Treckern.Punkt.

      • Reinhard Seevers sagt

        Hans, Trecker sind nur was für Bäuerlein. Die Zukunft hat begonnen, und die liegt wohl eher hier:
        https://www.youtube.com/watch?v=-hlGlYEP0Go

        Die ersten Mecklenburger und Holsteiner überlegen, ob sie sich so ein Teil anschaffen….die übrigen können dann ja wieder mit dem Selbstbinder losfahren, oder mit der Solawi-Sense.
        Läuft!

        • Arnold Krämer sagt

          Dafür muss man in Westdeutschland die Landschaft ausräumen und Agrarwüsten schaffen. Außerdem werden doch demnächst wieder viele aus ihren bullshitjobs entlassen, der Kapitalismus abgeschafft, so dass Arbeitskräfte in ausreichender Zahl zu Verfügung stehen. Der Film zeigt Hochtechnologie aber eben old Economy😎

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          • Reinhard Seevers sagt

            Nana, die kleinen westdeutschen Popelflächen werden zu Natur- und Artenschutzschutzflächen. Ansonsten kann das bisschen Brotgetreide für Deutschland langfristig aus der befreiten Ukraine kommen, oder aus Russland, dass irgendwann ja wieder ein Freund Deutschlands werden wird, wie schon in früheren Jahren immer wieder. Der deutsche Bauer ist Geschichte und Zukunft zugleich. Er wird in musealen Darbietungen die Vergangenheit aufrechterhalten und für die Kinder der Folgegeneration eine Wohlfühloase mit Streichelzoos und “nicht” ausgestorbenen heimischen Tier- und Pflanzenwelt präsentieren können….heile Welt eben!

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            • sonnenblume sagt

              Vielleicht liegst Du mit der Beschreibung gar nicht so daneben. Rund um unsere Metropolen ein wenig Ökolandwirtschaft, viel Natur zur geistigen und körperlichen Erbauung und in dünn besiedelten Flächen, z.B. im Osten, dann diese okonomische Arbeitsweise.

              • Reinhard Seevers sagt

                So sieht es doch bereits heute vielerorts aus Sonneblume….der Trend ist vorgegeben. Muss nur noch langfristig die Knete auf Seiten der Bürger für derartige Bespaßung vorhanden sein. DAS könnte eine Bremse oder ein Fallbeil werden.
                Am Ende muss jemand die Erzeugnisse der Geschichtenerzähler auch bezahlen bzw. kaufen wollen/können.

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            • Smarti sagt

              Warum nicht ? Ist doch nett anzuschauen ? Bis zum nächsten “Spiel mit dem Gashahn – oder dann die “Hungerspiele”.

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              • sonnenblume sagt

                Das Spiel mit dem Gashahn bringt die erneuerbaren Energien voran, d.h. mehr Windräder und sicher auch noch Flächen-PV. Für jedes Windrad müssen Ausgleichsmaßnahmen geschaffen werden. Wenn der Zubau wie geplant kommt, dann bleibt von der landwirtschaftlichen Nutzfläche nicht mehr viel übrig. Es kann zum Teil auch durch besondere Bewirtschaftung ein Ausgleich statt finden, aber sicher nicht in dem Umfang. So jedenfalls in unsere Region.
                Es würde mich interessieren, wie man das früher in SH geregelt hat?

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        • Smarti sagt

          Solange der Boden kein tiefen Stellen hat und das Getreide sauber ist – kein Unkraut die Maschine verstopft ist das schon ein cooles Gerät.
          Wenn ich die Ackerflächen und das Geld locker hätte. würde ich mir so ein Teil trotzdem nicht leasen. Lieber drei “Kleine” – wenn dann einer brennt, laufen noch zwei… auch wegen den Reparaturkosten, Ersatzteilen etc. Warum den Hubschrauber nehmen, wenn auch das Fahrrad geht.

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  4. Elisabeth Ertl sagt

    Herr Donhauser, ich möchte jetzt einmal auch sagen, dass ich Ihren Text zu 100% nachvollziehen kann. Das “Problem” von “uns” (trau ich mich auch als Hobbybäurin sagen) Bauern ist tatsächlich die Verbundenheit mit dem Boden, aber auch die Einsicht: “Wo kommen wir da hin, wenn jeder, der finanzielle Probleme hat, aufhört, Lebensmittel zu produzieren.” Man arbeitet ja gewissermaßen mit am eigenen Verhungern und am Verhungern seiner Familie, indem man das Handtuch wirft, weil man im Unterschied zum Konsumenten weiß, dass das Essen eben nicht im Supermarkt wächst. Davon kommt es, dass man Bauern so leicht ausnutzen kann – seit den Zeiten der Leibeigenschaft hat sich daran nichts geändert.

    Allerdings ist das Schielen nach den Wünschen der Wählermehrheit kein Spezifikum der Agrarpolitik. Das finden Sie beispielsweise genauso in der Bildungspolitik, weshalb Schulabgänger nichts mehr können. So wie jeder Landwirt, dessen Schweine auf einem Betonboden gesehen werden, automatisch ein Tierquäler ist, so ist jeder Lehrer, der das Wort “Disziplin” in den Mund nimmt, automatisch ein Rohrstaberlpädagoge, besonders in Deutschland und Österreich, wo man Disziplin bis heute mit Nationalsozialismus assoziiert.
    Tragischer Weise haben wir es hier mit den Schattenseiten der Demokratie zu tun.

    Was aber jetzt die Tierhaltung betrifft: Meine 10 – jährige Erfahrung mit Schafen: Man lernt nie aus. Jedes Jahr kommt bei irgendeinem Tier ein Problem vor, das ich vielleicht aus den Erfahrungen anderer kenne, aber selber noch nicht hatte. Dann ändert sich wieder etwas in meiner Vorgangsweise. Ich halte das für ganz normal, wenn man es mit lebendigen Wesen zu tun hat.
    Wenn ich mir die Videos von Gabi Mörixmann ansehe, dann habe ich den Eindruck: diese Frau hat Spaß am ständigen Dazulernen, weil sie Schweine mag. Und das ist es, was ich unter maximalem Tierwohl verstehe. Dass auch Frau Mörixmann mit dem wirtschaftlichen Überleben kämpft, das hat sie eben mit allen anderen Schweinehaltern gemeinsam.

    Wenn Sie nun Frau Mörixmann unterstellen, sie würde ihren Stall nicht regelmäßig desinfizieren, was doch jedem Meerschweinchenhalter vorgeschrieben ist, dann frage ich mich schon, was Sie eigentlich gegen diese Frau haben, der das Tierwohl offensichtlich ein großes Anliegen ist. .
    Wenn Sie als erfahrener Schweinehalter über die Haltung schreiben, dann entsteht bei mir als mit diesen Tieren Unerfahrenen immer so ein Eindruck, als sei Schweinehaltung vor allem etwas ungeheuer Kompliziertes und Mühsames, obwohl Sie aus der gescheiterten Biohaltung einfach nur in die konventionelle Haltung zurückgekehrt sind.
    Wollte ich einfach nur rückmelden.

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    • firedragon sagt

      “… “Wo kommen wir da hin, wenn jeder, der finanzielle Probleme hat, aufhört, Lebensmittel zu produzieren.” Man arbeitet ja gewissermaßen mit am eigenen Verhungern und am Verhungern seiner Familie, indem man das Handtuch wirft, …”

      Frau Ertl,
      ist das jetzt ein Vorwurf, an Betriebe und Landwirte, die ihren Hof geschlossen haben und schließen?

      Es werden Betriebe hauptsächlich dann geschlossen, wenn der aktive Landwirt in Rente geht und kein Hofnachfolger nachrückt – aus welchen Gründen auch immer.
      Das bedeutet, dass die Hofstelle geschlossen wird.
      Das Land wird dann von anderen Landwirten weiter bewirtschaftet.

      Und weil das so ist, kann es passieren bzw. passiert es, dass es in einer Gemarkung nur noch einen landwirtschaftlichen Betrieb gibt oder einen in zwei Gemarkungen … usw.
      Der, der dann da noch wirtschaftet, dem wird dann von Unwissenden vorgeworfen, er bekäme den Hals nicht voll – das ist aber nicht immer so.
      Bspl. In unserem Ort gab es mal 15-20 Kleinbauern, da waren auch zwei drei größere Betriebe dabei, wobei wir hier von 50ha sprechen.
      Es geht wieder einer in Rente – dann waren’s nur noch drei! – ernstzunehmende Betriebe, die für Ernährung zuständig sind.
      Keinem einzigen Landwirt würde ich jemals vorwerfen, dass er sich (sinngemäß) aus der “Verantwortung” löst, wenn er seinen Hof schließt, was soll das?

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      • Reinhard Seevers sagt

        Genau firedragon!
        Die Kette nachhaltiger landw. Betriebsnachfolge ist längst gerissen. Die Anzahl der Betriebe wird weiter zurückgehen, die Übriggebliebenen werden weiterhin für alle Übel der Welt verantwortlich gemacht. Wobei ich eher glaube, dass die Verbleibenden dann evtl. Franchise-Nehmer des LEH werden, oder der LEH, Investoren und andere Abschreibungskünstler sich die Erzeugung unter den Nagel reißen werden. Es werden auch etliche Wohlfühl- und Glaubensbauern entstehen oder verbleiben, die das Gewissen und den way of life repräsentieren, aber die historisch gewachsene Betriebsnachfolge stirbt aus! Punkt!

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        • Smarti sagt

          “Die historisch gewachsene Betriebsnachfolge stirbt aus! Punkt !”
          Ja, weil der Beruf des Landwirt´s mit aller Macht madig gemacht wird. Sei es in der Unfallversicherung, der Krankenkasse, der Vorschriften und Sanktionen.
          Gibt es eigentlich in D noch einen anderen Beruf, der derartig mit Sanktionen belegt ist ?

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      • Elisabeth Ertl sagt

        Das war kein Vorwurf! Ich glaube schon, dass aufhören immer irgendwie ein ungutes Gefühl ist.
        Ja, in Gunstlagen bewirtschaftet ein Großer weiter. Aber in den Alpen z.B. hören jetzt viele wegen des Wolfes ganz auf. Damit fehlen Nahrungsmittel.

        Große Pharmakonzerne haben beispielsweise schon erwogen, Österreich nicht mehr zu beliefern, weil als Markt zu klein.
        Wenn einmal Konzerne die Landwirtschaft betreiben, werden sie an erster Stelle die Ernährung der Bevölkerung im Sinn haben oder vor allem ihren Profit?

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        • firedragon sagt

          Frau Ertl,
          nennen wir doch mal das “… bewirtschaftet ein Großer weiter. …”, anders – Der letzte seiner Art –

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  5. Ferkelhebamme sagt

    Während hier diskutiert wird, ob wir den Tieren ein Krönchen aufsetzen sollen oder nicht, machen die Schlachter trotz sehr geringen Angebots Hauspreise und verschicken Briefe, dass jetzt pro LKW eine Energiekostenpauschale an den Tierhalter berechnet wird, statt es nach oben weiterzugeben.
    Die, die alles so toll umsetzen sollen, werden in den Dreck getreten.
    Merkt ihr was?

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    • Smarti sagt

      Ferkelhebamme, was mich erstaunt, ist: die Schlachter vernichten gerade ihre Lieferanten ?! Warum ? Was soll das denn ?! Haben die mit “irgendwem” einen Deal ?
      Oder ist es vielleicht einfach im Herbst / Winter günstiger, wenn man Kurzarbeit und Gaseinsparprämien kassiert anstatt zu schlachten ?
      Bei unserer Molkerei jedenfalls ist es so, dass sie mit sehr spitzer Feder rechnen, keine leeren Stellen nachbesetzen, Sponsoring runterfahren – und die frei werdende Liquidität auf die Höfe bringt ( mit hohem Milchgeld ).

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      • Ferkelhebamme sagt

        Warum? Gute Frage. Weil sie es können. Die großen LEHs haben auch schon wieder eine neue Lieferanten-Erpresser Masche auf Lager. Man sollte meinen, dass in diesen Zeiten die Sicherung der Herkünfte vorrangig wichtig ist, aber soweit sind wir scheinbar doch noch nicht.

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      • Arnold Krämer sagt

        …..Lieferanten vernichten… Ja das passiert, durchaus bewusst, aber sie können es nicht steuern. Sie wissen nicht, wer wo die Stalltüren abschließt. Sie wissen auch nicht, ob jemand und wer zumindest die modernen Mastställe mit welchen Ferkeln auch immer weiter betreibt. Das sind alles Erscheinungen fehlender Integration und Abstimmung, Und der Landwirt ist darauf angewiesen, dass leistungsfähige Unternehmen, den “Rohstoff” Mastschwein zu Lebensmitteln verarbeiten und gut verkaufen. Und Letzteres ist leider in diesen Zeiten nicht gut möglich. Es kommt auf der Nachfrageseite zuviel Negatives zusammen. Leider. Und die Politik verschärft die Situation, weil….. Auch wieder verschiedene Gründe. Es ist ein Stück weit skandalös, was politisch und medial betrieben wird, um die Situation weiter “anzuheizen”.

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  6. Es war nicht alles schlecht was früher einmal gut war! sagt

    Es ist doch alles verlogen. Die Politik bzw. die sie steuernden NGO’s geben die Marschroute vor unabhängig jeglicher fachlichen Einschätzung. Heute einen Ökostall gebaut, morgen schon wieder falsch. Aus Kosten- und Verfügbarkeitsgründen derzeit auch gar nicht möglich. Im Angesicht der vielbeschworenen und heraufziehenden Krisen müßte ja erstmal die Lebensmittelversorgung gesichert werden und zwar ohne Erschwernisse.
    Aber nein, kalte Buden drohen, waschen nur an drei Stellen und sonstige Idiotische Einschränkungen. Putin lacht sich übrigens kaputt! Nein, bei diesem Regierungsapparat kann man nur auf Konfrontation gehen. Wir sollten es machen wie ein Kommentator zu einem Bericht über den massenhaften Kauf von Heizlüftern schreibt: Termin verabreden und alle die Heizlüfter auf volle Leistung anstellen. Dann sehen wir ob das Gas reicht.
    Lieber Herr Habeck: der Einsatz von Heizlüftern sollte übrigens politisch geregelt werden!

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  7. Thomas Bröcker sagt

    Ich finde es falsch und nicht lustig, dass sich öffentlich über Özdemir und die ganze Bio-verframte Bande lustig gemacht wird. Erstens ist Chem Özdemir extrem eitel und reagiert entsprechend. Zweitens ist er nur die vorgeschobene Figur des Ressorts von Steffi Lemke (siehe auch die Bestrebungen zum Ersatz des Praktikernetzwerkes). Die werden auf Biegen und Brechen versuchen die Bio-Quote umzusetzen, den sie begleitenden Wissenschaftstroß haben sie hinter sich.
    Was jetzt beendet werden muss, ist die Beißhemmung gegenüber der Bio-Branche. Wenn wir diese Auseinandersetzung nicht endlich offen führen, geht die Landwirtschaft an der Umsetzung von Träumereien zu Grunde, die zudem keinerlei Effekt für Artenvielfalt und Klima etc. bringen.

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      • Thomas Bröcker sagt

        Mir platzt hier bei mir zuhause auch langsam der Kragen, wenn ich sehe, was die Bio-Solawis an Unkrautvermehrung und Ackerzerstörung betreiben, und was für einen großen Rand die aber dann öffentlich haben. Von den Medien werden deren Äußerungen immer dankbar aufgenommen und transportiert.
        Die Antwort auf die Frage nach dem deutlich sichtbaren Überhandnehmen der Hirsen im Gemüse (Vermehrung durch dauerndes Fräsen): “Cleane Bestände sind nicht unser Ziel”. Nur umfasst die Biomasse der Hirsen inzwischen schon weit vor der Ernte über 50 % auf den Feldern. Das ist blanke Ressourcenverschwendung, das ist zudem alles überbordend beregnet.
        Jetzt sind vier Jahre rum, und der “Welpenschutz” ist vorbei.

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        • sonnenblume sagt

          Es müssten Bilder von diesen Feldern mit einem Hinweis auf Ressourcenverschwendung in die Presse. Nicht immer nur kleine Bildausschnitte mit optimaler Bepflanzung. Gerade in diesem Jahr, wo das Wasser überall fehlt.

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        • Smarti sagt

          So wie ich es die letzten Jahre mitgekriegt habe, muss das eine grosse, rentable Solawi mit sehr vielen Mitgliedern und Fremdarbeitskräften sein. Zusätzlich haben Sie wohl sehr viele Stunden investiert in eine Bewässerung. Alles beste Voraussetzungen – besser kann es ja gar nicht sein.
          Und die schaffen es nicht, der Grossteil des Gemüseackers zu hacken ? Peinlich… was machen die den ganzen Tag – Geld zählen ?
          Wahrscheinlich sind sich viele der Leute einfach zu Schade, den einen Tag pro Monat auf dem Acker zu arbeiten…. dann lieber andere Landwirte/ Gemüseanbauer verunglimpfen.
          Nun, jeder der einen eigenen Garten bestellt, weiss, was “wehret den Anfängen” beim Beikraut heisst… ein Jahr lang nachlässig sein rächt sich brutal.
          Vielleicht wird die Solawi es noch mit “Unkrautvlies” versuchen – vielleicht mit mulchen ? Aber schlussendlich werden sie kapitulieren – ist nur noch eine Frage der Zeit…. und auf solche Gärtner sollen sich laut den Grünen alle Verbraucher “verlassen” ? Toll.

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      • firedragon sagt

        “… Bio sei mit seiner gesamten Wertschöpfungskette eine Antwort auf die weltweiten Krisen, …”

        Gerade gestern habe ich einen sehr ähnlichen Satz gelesen, die inhaltliche Aussage ist dieselbe.
        Darin ging es um Biogeflügelzucht. Die glauben da wirklich alle dran. Das ist auch nicht weiter schlimm … was mich nur dermaßen nervt ist, es wird suggeriert, dass nur und ausschließlich Bio eine gesamte Wertschöpfungskette hätte.
        Das ist falsch!
        Bio ist anders, als Klassisch, aber nicht besser.
        Und Bio ist Mitnichten die eine alleinige Antwort auf alle weltweiten Unzulänglichkeiten.

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    • Jürgen Donhauser sagt

      Sehr geehrter Herr Bröcker, wie soll ich “Ich finde es falsch und nicht lustig, dass sich öffentlich über Özdemir und die ganze Bio-verframte Bande lustig gemacht wird. Erstens ist Chem Özdemir extrem eitel und reagiert entsprechend.” verstehen? Ich wollte mich nicht lustig über Özdemir, Kaniber und Co. machen – mir ist es bitter ernst. Der Schlusssatz des Ministerialdirigenten spricht das offen aus, was sich die vom NGO-Mainstream getriebenen Politikblase denkt. Dies wiederum habe ich mit meinem Schlusssatz bewertet.

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      • Thomas Bröcker sagt

        Entschuldigung, Herr Donhauser. das bezog sich auf Diskusionen in der Fachpresse und in Foren im allgemeinen, keineswegs direkt auf Ihren Beitrag, den ich zu 100 % richtig und wichtig finde. Ich sehe nur so einen allgemeinen Trend die Kameraden da in den beiden Ministerien nicht ernst zu nehmen, weil die eben nicht nur eitel sind, sondern gezielt und unbeirrbar von der “objektiven Realität (sofern diese überhaupt jemand erkennen kann) ihren falschen Weg verfolgen und alles wegbügeln, das nicht in deren Erzählung passt.
        Ich meine nur, man muss sich jetzt vor allem eben gegen dieses “Wegbügeln” vehement zu Wort melden (was Sie ja getan haben – Danke dafür).

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    • Am Ende des Grünen Regenbogens sagt

      “Erstens ist Chem Özdemir extrem eitel und reagiert entsprechend. Zweitens ist er nur die vorgeschobene Figur des Ressorts von Steffi Lemke (…)” — Chem Özdemir ist ebenso wie Scholz, Habeck. Rutte und Baerbock aktives Mitglied im WEF. Und das WEF ist anscheinend teilweise mitverantwortlich für die Bio-Katastrophe in Sri Lanka. Jedenfalls ist Sri Lankas neuer Präsident ein aktives Mitglied im WEF. Sri Lanka ist seit neuestem hoch verschuldet und dürfte jetzt also fest im Griff des WEF gefangen sein. Das wird die “Stakeholder” freuen …

  8. Elisabeth Ertl sagt

    Mein Schluss daraus:
    Wenn der Konsument Tierwohl, Bio etc. wünscht, dann aber an der Theke wieder der innere Schweinehund mit ihm durchgeht und er zum Billigsten greift, dann wäre er aber immerhin reif dafür, dass man ihm das Geld einfach abknöpft im Laden. Und dafür müsste die Politik sorgen. Schon klar, dass man denen entgegen kommen muss, die das Geld wirklich nicht haben – mit finanzieller Zuwendung an SIE, z.B. indem man die Transfergelder laufend inflationsbereinigt. Denn ich frag mich schon lang, was das für eine Agrarpolitik ist, wo es darum geht, dass auch der höchste Konzernchef sein Dienstmädel zum Aldi einkaufe schicken kann, wenn er will.

    • Elisabeth Ertl sagt

      Umgekehrt: Wenn die gegenwärtige Haltung der Tiere quälerisch ist, was ist das für ein Rechtsstaat, der das durchgehen lässt nur des Geldes wegen?

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      • Jürgen Donhauser sagt

        @Elisabeth Ertl, zum Thema tierquälerisch empfehle ich dringend bei den knapp 40 Grad der letzten Tage einen Sauenstall mit Stroheinstreu zu besuchen, wenn die Sauen in Geburtswehen liegen oder bereits säugen. Hitzestress pur. Um dies nachzuempfinden empfehle ich bei diesen Wetter mit einer dicken Wolldecke ins Bett zu gehen. Stroheinstreu ist in meinen Augen absolut rückständig in Sachen, Hygiene, Temperaturregulierung der Schweine und Ressourcenverschwendung

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        • Elisabeth Ertl sagt

          Herr Donhauser, ich habe selber bereits bei DIESEM IHREM ARTIKEL auf den Stall von Gabi Mörixmann hingewiesen, der eben kein reiner Strohstall ist. Ich muss sagen, das Konzept dieser Dame überzeugt mich sehr wohl. Natürlich liest man in den Medien eine Menge Blödsinn, den man dringend korrigieren muss, zum Beispiel wenn sich irgendein Tierschützer darüber beschwert, dass es Biobauern NOCH IMMER erlaubt ist, auf der Hälfte ihrer Stallfläche einen VOLLSPALTENBODEN einzurichten und nur die Hälfte mit Stroh zu bestreuen.

          • Jürgen Donhauser sagt

            Gabi Mörixmann hat nur Mast und keine Zucht. Richtig herausfordernd wird es bei Zuchtsauenhaltung mit extrem unterschiedlichen Wärmebedürfnissen und höchster Belastung des Organismus bei Geburt und Säugephase. Zu dem ist die Fruchtbarkeit der sensibelste Bereich, hier schlägt die schlechte Hygiene der Strohhaltung voll durch!

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            • Elisabeth Ertl sagt

              Hab ich für ausschließlichen Strohboden plädiert? Und es kommt beim Abferkeln gewiss auch auf die Jahreszeit an: meine Schafe lammen im Winter auf Stroh – entsprechend dick eingestreut – keine Probleme. Aber sind halt Schafe ….

              • firedragon sagt

                ” … Und es kommt beim Abferkeln gewiss auch auf die Jahreszeit an: …”

                Räusper, Frau Ertl
                dieser Satz könnte von den Grünen stammen und/oder Unwissenden, die so gar keine Ahnung haben und mit Träumen beschäftigt sind.

                Ich plädiere dafür, dass Frauen nur noch in den Wintermonaten gebären dürfen … das wäre in etwa die gleiche blödsinnige Aussage.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  “Ich plädiere dafür, dass Frauen nur noch in den Wintermonaten gebären dürfen … das wäre in etwa die gleiche blödsinnige Aussage.”

                  DAS hätten wir Männer doch schnell im Griff, wenn wir uns auch im Griff hätten…dann könnten wir es ziemlich gut steuern. Also, Belegung nur noch in Abstimmung mit der Jahreszeit! 😎 Hier ist viel Vertrauen im Spiel!

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                • Elisabeth Ertl sagt

                  So blöd müsst ihr mich jetzt nicht hinstellen. Ich weiß, dass Sauen das ganze Jahr über trächtig werden können – asaisonale Schafe schließlich auch. Aber es hängt wohl auch von der Temperatur ab, welche Bedingungen sie jeweils brauchen. Bei Schafen übrigens auch.

                  Was ich sagen will:
                  Es ist ein Unterschied,

                  ob ich sage: Wir müssen die Leute aus unserer Erfahrung heraus aufklären, was Tierwohl ist und was nicht. Und wir müssen klarstellen, was Tierwohl kostet.

                  oder ob ich so tue, als ob die ganze Tierwohldiskussion völlig aus der Luft gegriffen wäre. Das ist sie nicht.

                • Reinhard Seevers sagt

                  “oder ob ich so tue, als ob die ganze Tierwohldiskussion völlig aus der Luft gegriffen wäre. Das ist sie nicht.”

                  Für mich ist sie das…ein dekadentes Wohlstandsproblem, eine Rückbesinnung auf das “Natürliche”. Sowie Jens Jessen es ausdrückt:…” Die Verehrung des Natürlichen ist eine ideologische Konstante im deutschen Seelen- und Gesellschaftsleben, sie findet sich in allen politischen Lagern, im linken wie im rechten wie im liberalen, und ist gewissermaßen die Mutter aller Querfronten. Sie vor allem wird uns im folgenden (Anm. im Buch Der Deutsche, Fortpflanzung, Herdenleben, Revierverhalten) noch sehr beschäftigen, weil der Natürlichkeitskult die Anfälligkeit für autoritäre Lösungen begründet und alle Diktaturen der Vergangenheit getragen hat”

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                • Jürgen Donhauser sagt

                  Mann könnte aber auch einen modernen Stall bauen mit Spaltenboden, Unterflurabsaugung und Zuluftkühlung – und schön würde es den Sauen gut gehen…..

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Was hat die Landwirtschaft in Sachen Schweinehaltung in den letzten 50 Jahren nicht alles gemacht:
                  Dänische Aufstallung, Hüttenställe, Outdoorhaltung, Teilspalten mit Quertrog, Teilspalten mit Längstrog, Breifütterung, Flüssigfütterung, Trockenfütterung, Bodenfütterung, Vollspaltenboden, Schrägmistboden, Auslaufhaltung mit und ohne Einstreu, Hüttenhaltung, Tiefstreuhaltung mit separatem Fressplatz, usw. usw…..
                  Es geht doch gar nicht um Tierwohl, es geht um die Umerziehung des Menschen, hin zu einem besseren Menschen. Aus der Sicht einer Bewegung, die eine religiöse Form angenommen hat.

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                • Inga sagt

                  Ja, Natur ist Natur.

                  Von den dazu extra gezüchteten, domestizierten Tieren ihrer Natur weiß nur der Landwirt bescheid und baut schon über 50 Jahre seine Ställe danach!

                  Aber keine
                  dahergelaufenen Besserwisser, die mit ihrem Leben sonst nicht zu Recht kommen!
                  Da Rufe ich wieder zum Staat, er soll diese Leute mal resozialisieren.
                  Er hat ja so viele Sozialpädagogen dafür mit unseren Steuergelder ausbilden lassen.
                  Die wissen doch Beschied!
                  Jedenfalls besser als in der Landwirtschaft!

                • Inga sagt

                  “Es geht doch gar nicht um Tierwohl, es geht um die Umerziehung des Menschen, hin zu einem besseren Menschen. Aus der Sicht einer Bewegung, die eine religiöse Form angenommen hat.”

                  Warum kennst sich diese Bewegung nicht mit de4n Domestizierten Tieren aus, Reinhard?

                  Will diese Bewegung wieder zurück zur Steinzeit?
                  Sollen wir unsere guten Äcker wieder mit Wald zu wachsen lassen?
                  Dann können Schweine wieder in der echten Suhle suhlen.
                  Und die Menschen müßten wieder mehr Energie aufbringen um ihre Nahrungsmittel ranzuschaffen und zu zu bereiten.
                  Auf dem selbst entzündeten Feuer.
                  es gibt keine Steckdose in der Wand!

                • Inga sagt

                  Ja, Sonnenblume
                  sind das dann auch dafür gezüchtete Rassen?

                  Kein normales Hausschwein überlebt die Wildnis eines Wildschweines!

              • Elisabeth Ertl sagt

                @Jürgen Donhauser:’
                1) Sehen die Ställe jetzt alle so aus?
                2) Wo befriedigen in diesem modernen Stall die Tiere ihr Wühlbedürfnis?

                • Reinhard Seevers sagt

                  Die haben kein Wühlbedürfnis, das hat der Bauer vorher mit den Sauen im Dialog geklärt, Er hat nur diejenigen eingestallt, die freiwillig auf diesen Komfort verzichten.
                  Hier kommt jetzt der wahre Glaube ins Spiel….😎

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                • sonnenblume sagt

                  Das ist Erziehung. Wie in der Hundeschule. Hund, Katz und anderes Getier in der Haushaltung muss sich auch an die Umgebung und Herrchen oder Frauchen anpassen.
                  Hund oder Katze in der Wildnis leben auch anders, als in einer Wohnung. Genau so ist es mit den Schweinen auch.

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                • firedragon sagt

                  “… So blöd müsst ihr mich jetzt nicht hinstellen …”
                  Frau Ertl, ich stelle Sie nicht blöd hin – es Ihre (lapidare) Äußerung, bezüglich Abferkelsteuerung, die mich, wenn sie ein unwissender Grüner ausgesprochen hätte, nicht verwundert hätte.

                  Wann wühlen Wildschweine in der Erde?
                  – Zur Futtersuche
                  Das Hausschwein bekommt Futter vorgelegt und muss nicht nach Futter wühlen.
                  Wann sucht das Wildschwein eine Suhle auf?
                  – Zur Abkühlung
                  Das Hausschwein lebt mittlerweile häufig in klimatisierten Ställen und muss keine Suhle aufsuchen, um seine Temperatur zu regulieren oder sich vor Sonnenbrand zu schützen.

                  Ich halte keine Schweine, zur Info.

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                • Jürgen Donhauser sagt

                  Ich habe in meiner Biozeit meine Ferkel selbst an Biomäster ausgefahren – da habe ich echtes Tierleid gesehen. Hauptsache das Kriterium Stroh war erfüllt, und schon war Bio in Ordnung. Die Temperatursteuerung, Luftaustausch, Infektionsdruck, Verwurmung, Toxinbelastung durch das Stroh – alles Dinge die dem Tieren Leid bescherte, aber niemanden interessierte. Zur Suhle möchte ich Ihnen empfehlen bei Google “Leptospiren” und die Gefahren die von infizierten Tieren auch für den Menschen . (Scheinehüterkrankheit) ausgehen anzusehen

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                • sonnenblume sagt

                  Kurze Ergänzung: Schweine sind Allesfresser, d.h. sie suchen auch nach tierischem Eiweiß. Würmer, Käfer, Larven ect..
                  Der Schlamm der Suhle schützt die Haut vor Parasiten.

                • Seevers Reinhard sagt

                  “Der Schlamm der Suhle schützt die Haut vor Parasiten.”

                  Sagen wir Mal so, sie versuchen sich damit vor Parasiten zu schützen. Klappt aber nicht zu 100%, insofern auch eher der Glaube an die Wirkung der Natur.

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                • sonnenblume sagt

                  @ Seevers, sagen wir mal so, welche Alternative hat ein Wildschwein? In deren Leben ist vieles nicht 100%ig. Das Schwein bevorzugt als Standort lichte Wälder, vor allem Laubwälder.
                  Deswegen finde ich die Freilandhaltung auf großen Weiden auch nicht so toll und tiergerecht. Sie mögen keine Sonne, oder grelles Licht. Bring das mal den entsprechenden Personen bei.

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                • Elisabeth Ertl sagt

                  Herr Donhauser, glauben Sie, dass es in diesem Stall Leptospiren gibt?
                  https://www.youtube.com/watch?v=YfQPir6ZkII

                  Außerdem: Wenn es mir zu blöd wäre, mich mit Weideparasiten zu beschäftigen, müsste ich natürlich meine Schafe auch das ganze Jahr einsperren. Ich kenne Leute, die das auch machen. Ich halte es nur nicht für artgerecht.

                • Jürgen Donhauser sagt

                  @Elisabeth Ertl, ich habe mir die ersten Minuten ihres link: Herr Donhauser, glauben Sie, dass es in diesem Stall Leptospiren gibt?
                  https://www.youtube.com/watch?v=YfQPir6ZkII angesehen. Wenn sie die Stallung betrachten, dann sehen sie, dass hier kontinuierlich Schweine (Verschmutzung der Wände) gehalten werden. Die fachlich richtige Vorgehensweise wäre ein Rein/Raus-Verfahren um Infektionsketten zu unterbrechen. In diesem Stallsystem ist es also nur eine Frage der Zeit bis sich Erreger einschleppen und aufschaukeln. Ob dieser Betrieb derzeit ein Leptospiren Problem hat, kann ich per Ferndiagnose nicht sagen – die Voraussetzungen dafür wären aber optimal.

                • Seevers Reinhard sagt

                  Hat sie nicht geschildert, dass sie 700 Tiere in einer Gruppe hält? Also muss sie doch im Rein – Raus Verfahren arbeiten, sonst geht es nicht. Dann wird eigentlich zwischen jedem Durchgang komplett desinfiziert…..und das macht sie meines Wissens seit 2011. Ich denke, dass sie die Hygiene im Griff haben wird.

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                • firedragon sagt

                  Sonnenblume ” … Bring das mal den entsprechenden Personen bei. …” – ich habe bisher einmal eine solche Weidehaltung von Schweinen live gesehen und hatte mich da schon gefragt ob das gut ist, so ganz ohne Schatten. Dort waren nur so Dächer.
                  Wenn man das Verhalten der Wildschweine heranzieht und weiß, dass diese bei hohen Temperaturen nicht auf Freiflächen rumstehen und eigentlich eher im Wald leben, wundere ich mich auch über Aussagen von Weideschweinhaltern.

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                • sonnenblume sagt

                  @firedragon, ich habe von jeweils einem Projekt in Hessen und Bayern gehört. Dort werden die Schweine tatsächlich im Wald gehalten. Sehr aufwändig wegen der Hygienemaßnahmen und dementsprechend teuer im Verkauf.
                  Habe aber keine weiteren Informationen dazu.
                  Das ist dann schon Optimal. Dagegen müssen sich andere Weideschweine im Sommer mit Wärme und Sonne und im Winter mit Regen, Matsch und Kälte quälen. Wenn sie ihre Schlafhütten nicht ständig belegen wollen.

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  https://www.hofgut-silva.de/

                  Neuerdings verkaufen die ihr Fleisch auch in größeren Edeka Geschäften, was immer das bedeutet.
                  Bis vor kurzem hatte man den Eindruck, dass die Nobelgastronomie und Privatkunden denen das Fleisch aus den Händen reist.

      • Smarti sagt

        Und wenn man dann noch zusätzlich anmerken kann, dass “unsere” deutsche Tierhaltung mit Sicherheit im Durchschnitt einer der besten Tierhaltungen hat…

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    • sonnenblume sagt

      Meinungsumfragen basieren auf Angaben von 1, oder vielleicht auch 2 bis 3 Tausend beliebig ausgewählten Personen. Zudem besteht die Frage, ob die Antworten tatsächlich der Wahrheit entsprechen, oder nur dem Meinungsbild der Öffentlichkeit folgen.
      Das dann einfach hochgerechnet auf die Einwohner unseres Landes kann schon zu gewaltigen Verwerfungen führen. Würde man den Umsatz der Läden als Maßstab nehmen, wären die Zahlen realistischer. Dann gäbe es auch nicht diese Differenz zwischen Wunsch und Wirklichkeit.

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      • Elisabeth Ertl sagt

        Wenn ich so mit Leuten rede, habe ich schon den Eindruck, dass die meisten empört sind über die Form der gegenwärtigen Tierhaltung.
        Von den Läden ableiten, dass es die Leute nicht interessiert, finde ich falsch. In den 80ern hat man sich zwar noch gesagt: Wenn etwas billig ist, dann hat es einen Pferdefuß. Die Bevölkerung wurde aber in den letzten 30 Jahren darauf konditioniert, dass Geiz geil ist. Da kann teuer kaufen bestenfalls zwischendurch einmal ausnahmsweise chic sein, wie während Corona, als regional gerade in war.
        Würde es aber überall nur noch teures Fleisch geben, und würde man den Preis auch mit Tierwohl begründen können, würden sie es trotzdem kaufen – nur vielleicht halt weniger Fleisch, aber das ist ja gesellschaftlich auch gewünscht.

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        • Jürgen Donhauser sagt

          @Elisabeth Ertl: ” Wenn ich so mit Leuten rede, habe ich schon den Eindruck, dass die meisten empört sind über die Form der gegenwärtigen Tierhaltung.”
          Ich bin auch darüber empört wie Menschen mittlerweile in Großstädten dahinvegetieren und auch noch ihre Kinder und Haustiere zwingen so zu leben….. (Ironie off)

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        • firedragon sagt

          “… Wenn ich so mit Leuten rede, habe ich schon den Eindruck, dass die meisten empört sind über die Form der gegenwärtigen Tierhaltung. …”

          Diejenigen, welche sich empören, waren die schon einmal in mindestens einem Stall?
          Hat sich jemand, der sich empört, alle Stallkonzepte erklären lassen, mit allen Vor- und Nachteilen?

          Es kann doch jeder von dort sein Fleisch beziehen, wo ihm die Haltung gefällt, es wird doch alles angeboten!

          Man kann nicht zwanghaft ein Marktangebot durchsetzen, für welches es nicht in mindestens gleicher Größe eine Nachfrage gibt. Markt und Preis entwickelt sich nach Nachfrage.
          Bspl. (einfach gehabeckt)
          Jemand kommt zu mir und möchte ein Produkt x. Wir kalkulieren das zusammen durch, dass jeder zufrieden ist und leben kann. Produkt x wird vom Kunden angenommen, der Markt läuft.

          Nun finden scheinbar alle irgendwie den Habeck so toll und hätten, weil er so schön einfach und verständlich erklären kann, diesen Mann gerne als Kanzler (laut Umfrage – komisch, ich werde nie gefragt).
          Auch der Herr Özdemir steht hoch in der Wählergunst, frage mich warum, ich hab’s noch nicht kapiert, liegt aber wohl an mir.
          Wenn LW ganz einfach etwas erklärt, wird es nicht verstanden … eigentlich müssten doch gerade die Grünen unseren einfachen Erklärungen folgen können … Nein?

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          • Elisabeth Ertl sagt

            Drache, kein Sorge! Ich bin selber damit beschäftigt, den Leuten zu erklären, dass Wildschafe kurze Schwänze haben und unsere domestizierten Tiere nur deshalb kupiert werden, weil man ihnen im Lauf von Jahrtausenden blöderweise zwecks Wollausbeute einen langen Schwanz angezüchtet hat, der nur sinnlos vor sich hin baumelt und außer dreckig werden und Fliegen anziehen nichts kann. Ich leiste solche Aufklärungsarbeit sogar, obwohl ich selber meine paar Schafe gar nicht kupiere.

        • sonnenblume sagt

          Was wissen die Leute tatsächlich über die Form der Tierhaltung? Vor- und Nachteile bestimmter Haltungsformen, angefangen bei der Luft, Futter,Tiergesundheit und alles was dazu gehört.
          Von den Läden ableiten, dass es die Leute nicht interessiert. Das habe ich damit nicht ausgedrückt. Man könnte aber auch davon ausgehen, das diese Hochrechnungen nicht mit der Meinung der Bevölkerung insgesamt übereinstimmen. Daher die Differenz. Wenn alle Hochrechnungen stimmen würden, dann wäre Bio und alle Hochpreisware permanent ausverkauft und Konviware müsste zum Ladenhüter werden.
          Und den Begriff “billig” auf unsere Lebensmittel anzuwenden, ist mir schon lange ein Ärgernis. Billig beschreibt die Substanz der Ware und dagegen sollten sich die Landwirte wehren.
          Unsere Ware ist kein Billigprodukt und die Masche Geiz ist Geil kam als Marketingnummer in die Welt, hat aber im Grunde schon mit der Gründung von Aldi begonnen.
          Und unsere gesellschaftliche Meinung zum Fleischverzehr sind wieder Umfragewerte. Kann sein, kann auch nicht sein.

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          • Elisabeth Ertl sagt

            Nein, die Leute wissen nicht genug. Damit werden selbst ich als Hobbyhalterin konfrontiert.
            Aber dass unter dem kommerziellen Druck der letzten Jahrzehnte sich Haltungsformen etabliert haben, die dem Tierwohl zuwider laufen, das stimmt trotzdem.

            • Reinhard Seevers sagt

              “Aber dass unter dem kommerziellen Druck der letzten Jahrzehnte sich Haltungsformen etabliert haben, die dem Tierwohl zuwider laufen, das stimmt trotzdem.”

              Das “Tierwohls” wird nun aber von Menschen definiert, die Definition wird immer wieder angepasst, verschärft, physiozentriert, ideologisch aufgeladen, moralisch bewertet- ohne erkennbares und erreichbares Ziel. Und dies geschieht von einer Minderheit, die angeblich für die ganze Tierwelt, als auch für die Mehrheit der Mitbürger spricht. DAS ist bulshit und wird diese Gesellschaft zerreißen, weil es der Anfang eines moralisierenden; die Lebensform definierenden und Wertemaßstäbe verschiebenden Menschenbildes ist. Die Welt ist nicht Deutschland und schon gar nicht Österreich! Aber das merken wir spätestens, wenn die Erhaltung von humanem Leben VOR dem des animalischen kommen sollte oder kommt oder kommen wird.

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              • Ferkelhebamme sagt

                Tierwohl ist überhaupt nicht definiert, sondern wird mit dem Zollstock und per Bauchgefühl von Laien bestimmt (im Stroh tollende Schweine), statt mit fachlich geübtem Auge nach Verhaltensstörungen, Gelenk-, Klauenschäden ud ähnlichen Gesundheitsparametern zu urteilen.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Ferkelhebamme, und wenn es auch wissenschaftlich irgendwie definiert werden würde, würde man diesem Wissenschaftler nicht glauben, dem nächsten Institut auch nicht, die Ergebnisse würden zu Gunsten von Tierrechtlern umdefiniert, neu bewertet, medial gepuscht, einer angeblichen gesellschaftlichen Diskussion unterzogen, politisch überantwortet und gesetzlich fixiert, bis die nächste Sau definiert wird….bullshit eben.

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                • Elisabeth Ertl sagt

                  Ja, und Schweine sollten wie Schafe auf einer saftig grünen Wiese weiden. Wenns dort matschig aussieht, hat sie wieder der Halter vernachlässigt … 🙂

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              • Brötchen sagt

                Reinhard du hast es gut beschrieben, so ist es !

                Nicht nur die Leute wissen nicht genug, auch die Fachleute.
                Zudem ist alles im Leben ein Kompromiss und dazu gehören alle Zahlen und pros und cont auf den Tisch.
                Und dann kommt die Schluss Rechnung!

                Ein Ei für 80 Cent oder ein Wollpullover für 250 Euro wird nicht gehen. Zumal Energiekosten pro Monat von 400 Euro Standard werden.

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                • Brötchen sagt

                  Zudem um wissen einordnen zu können, Brauch ich Abgleich in der Realität!!!

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        • Inga sagt

          Teureres Fleisch, bzw. Schlachtkörper und dafür weniger Tiere im Stall.
          Das ist doch gesund, oder?
          Muss nur bei dem Lebendtierproduzenten ankommen.
          Bekommt das der Chem hin?

          Als Sozialpädagoge?
          Besser wie jeder andere

  9. Ehemaliger Landwirt sagt

    “„Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass es keinen Sinn macht, sich gegen die Forderungen aus der breiten Gesellschaft, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft nach einem Umbau der Nutztierhaltung hin zu mehr Tierwohl zu stellen. Vielmehr ist es richtig und wichtig, die Herausforderung proaktiv anzugehen.“

    Das ist nicht von der Hand zu weisen, das bedeutet die Aufgabe der Betriebe.
    Ob dies der Wunsch der Bevölkerung beinhaltet, merken die erst, wenn es so weit ist.

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    • Diatryma sagt

      …Forderungen von Leuten, die oft wenig Ahnung, aber ganz viel Meinung haben? Was könnte da schiefgehen? OK, ich habe selbst wenig Ahnung und mach den Hals wieder zu.

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    • Arnold Krämer sagt

      Danke fürs Einstellen. Ich empfehle die Langfassung. Die U. Hermann ist keine Dumme. Die reichen Zuhörer in Stuttgart werden danach wohl schlecht geschlafen haben.

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    • Arnold Krämer sagt

      Ulrike Hermann ist KEINE Grüne Khmer. Verbal bitte abrüsten!
      Sie beschreibt aber schonungslos und sie beschreibt sehr gut. Ihr Buch von 2013 , “Der Sieg des Kapitals”, empfehle ich allen zur Lektüre. Man muss ja deshalb nicht mit allem einverstanden sein. Man sollte dankbar sein dafür, dass sie die Konsequenzen der politischen Aktivitäten der offensichtlich nicht ganz einflusslosen Partei die GRÜNEN (mit Anhängern in allen Parteien) so deutlich aufzeigt. Wer tut das sonst schon.

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      • Am Ende des Grünen Regenbogens sagt

        Warum man diese Dame nicht als Grüne Khmer betrachten dürfen sollte, ist mir ein bisschen rätselhaft.

        https://taz.de/Weltweite-Hungerkrise/!5864122&s=Ulrike+Herrmann/

        “Getreide ist knapp und teuer. Millionen Menschen wissen kaum noch, wie sie sich ernähren sollen. Die Not trifft Sri Lanka genauso wie Ägypten oder den Libanon. Für den Westen steht schon fest, wer schuld ist: Putin. Er würde „den Hunger als Waffe“ missbrauchen, indem er die Getreideexporte der Ukraine blockiert.

        Natürlich ist nicht zu bestreiten, dass Putin ein zynischer Despot ist. Trotzdem wäre es zu einfach, den weltweiten Hunger als eine Art bedauerlichen Kollateralschaden des Ukrainekrieges abzuhaken. Der Westen ist nicht machtlos. Stattdessen wäre es sogar ganz einfach, den Getreidenotstand abzuwenden: Man müsste nur weniger Fleisch essen.

        In der Werbung stehen Kühe zwar immer auf grünen Wiesen, aber in der schnöden Wirklichkeit fressen die meisten Nutztiere kein Gras, sondern Getreide und andere Futtermittel. Mindestens die Hälfte des EU-Getreides landet in Tiermägen. Dieser Umweg ist eine extreme Verschwendung, denn es können bis zu zehn Getreidekalorien nötig sein, um eine einzige Fleischkalorie zu erzeugen. Schließlich müssen die Tiere erst einmal am Leben bleiben, bevor sie Gewicht ansetzen können. Das kostet Energie.”

        ———–
        https://taz.de/EU-Oekolabel-fuer-Atomkraft-und-Gas/!5862512&s=Ulrike+Herrmann/

        “Greenwashing statt Energiewende

        Gas und Atomenergie als nachhaltig zu labeln, ist Unsinn, spielt aber für die Energiewende keine Rolle. Investiert wird immer – wenn Profite winken.
        Natürlich ist es erstaunlicher Unsinn, dass die EU-Kommission Gas und Atomkraft als „nachhaltige Energien“ labeln will. Gas ist ein fossiler Brennstoff und emittiert sehr viel CO2, und über Atomkraft muss man gar nicht erst reden: Sichere Endlager fehlen bis heute, und Nuklearkatastrophen sind jederzeit möglich. (…)”
        “Auch in Windräder würden die Anleger gern investieren. Leider gibt es momentan jedoch gar nicht genug Flächen für die Rotoren, weil viele Bundesländer den Ausbau torpedieren. (…) Dies gilt für Wasserstoff-Elektrolyseure genauso wie für grünen Stahl. Viele EU-Staaten wollen Gas und Atomkraft als „nachhaltig“ einstufen, weil sie nicht wissen, wie sie sonst die Energielücken schließen sollen. Es wird schon schwer genug, auf Kohle, Benzin und Diesel zu verzichten. Da will man wenigstens Gas behalten. Auch die deutsche Politik hat in Wahrheit keine Antwort, wie sie jemals klimaneutral werden will.”

  10. Piet sagt

    Am besten kann sowas glaube ich das Schwein selber entscheiden man müsste also einen Stall bauen mit verschiedenen Auswahlmöglichkeiten und schauen wo das Schwein hin läuft

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    • Piet sagt

      Am besten ohne Futterautomaten war das Schwein will eigentlich nur fressen so hat es mal in einem Versuch jemand rausgefunden

      • Inga sagt

        Das ist ja der Erfolg der Mast!

        Deswegen wurden mit viel Schweinepsychologie ihre Unterkünfte und Futtertechnilogien entwickelt.
        https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/sendung/2012/schweine-im-psychotest-100.html
        Sogar das wurde beachtet:
        Glückliche Schweine sind gesünder

        Auch Landwirt Johannes Buchner kann das aus seiner persönlichen Erfahrung nur bestätigen. Die gute Stimmung in der Rotte zahlt sich für ihn sogar aus. Glückliche Schweine haben auch ein robusteres Immunsystem und brauchen daher weniger Medikamente. “Bei meinen Schweinen hier draußen habe ich bis jetzt keine Impfungen und auch keine antibiotischen Vorsichtsmaßnahmen gebraucht, und ich merke auch, dass sie sehr gesund sind. Das ist eine Sache, wo ich selber merke: Das macht mir Spaß und das tut den Schweinen auch gut.” Man kann sich gut vorstellen, wie seine Glückschweine im Psychotest abschneiden würden: vermutlich als zufriedene Optimisten.

        Das alles ahben wir in der Mast berücksichitgt und zumErfolg gezählt.

        Und jetzt ist das alles hinfällig und die GEmütstimmung der Verbrauhcer soll entschieden?

  11. Thomas sagt

    Jürgen bringt es hier ziemlich genau auf den Punkt und der Schlusssatz ist bloß ein Spiegel bzw ein Zeugnis für die moderne deutsche Politik. Hauptsache immer auf der Stelle treten und seinen Ministerposten nicht abgeben damit das Konto immer brav gefüllt bleibt und wird ohne den Ar… Bewegen zu müssen!!!

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    • Arnold Krämer sagt

      Es fehlt an ökonomischen Grundkenntnissen bei Politikern und Bürgern. Der Strom kommt aus der Steckdose und das Geld kommt von der Bank oder wir nehmen es den Reichen weg. Ganz einfach. Die Landung wird hart für die Deutschen.

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  12. Thomas Bröcker sagt

    Es ist einfach nicht zu fassen, da bettelt Frau Kanniber doch gestern in TopAgrar die Bürger mögen doch Bio kaufen, sonst wäre das 30 % -Ziel in Gefahr.
    Die opfern die Familienbetriebe, die produktive Landwirtschaft, die Versorgungssicherheit und nicht zuletzt die Menschen, die dahinter stehen. Das Ganze für die fixe Idee, einer “Bio-Besserwelt”, die eigentlich in keiner Beziehung die Versprechen, die sie gibt, halten kann.
    Die Biodiversität ist nicht besser, Nitratprobleme gibt es hie wie da (die sind lösbar! in beiden Systemen), die Erträge halbieren sich (real gehen sie auf ein Drittel zurück), und der Handarbeitsaufwand steigt ebenso wie die Abfallquote durch Schädlinge und Krankheiten.
    Es ist nicht mehr zum Aushalten, wie weltfremd und bekloppt die Politik momentan agiert. Dem kann man ja als Einzelner mit der Suche nach Nischen entgegentreten (siehe vorheriger Beitrag) In der Summe muss aber JETZT auf allen Ebenen Protest gegen diese in jeder Beziehung aberwitzige Politik eingelegt werden.
    Im Übrigen verschwinden Betriebe in Summe und aufs Ganze betrachtet nicht weil die Betriebsinhaber zu dämlich, oder vorsichtiger formuliert “nicht fit genug für die Zukunft sind”, sondern auf Grund der objektiven Gesetze eines globalisierten Marktes. Das Dreinschlagen der Bio-verframten Politik verstärkt das Ganze, ist aber nicht die Ursache.
    Und im Übrigen finde ich diese Betrachtungsweise “The Fittest survive” als eine Beleidigung der 75 % der Betriebsinhaber, die seit 1990 aufgegeben haben !

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    • Am Ende des Grünen Regenbogens sagt

      “Es ist nicht mehr zum Aushalten, wie weltfremd und bekloppt die Politik momentan agiert.” – Man sollte diese Leute nicht für weltfremd oder bekloppt halten, weil sie ihre Agenden verfolgen. Die wissen ganz genau, was sie tun und sie tun es vorsätzlich. Man darf sie keineswegs entschuldigen!

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  13. oberländer sagt

    Der letzte Satz sagt alles und es gibt keine Politikerin w d m auf die das
    nicht voll-umfänglich zutrifft.
    Die Denke bei uns in BaWü ist aber nach wohl rund 12.000 neuen
    Verwaltungsstellen seit der grünen Machtergreifung vor 12 Jahren,
    in den Amtsstuben dominierend.

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    • oberländer sagt

      sorry das war zu schnell abgeschickt. richtiger :
      Diese Denke bei uns in BaWü ist aber nach wohl rund 12.000 neuen
      Verwaltungsstellen seit der grünen Machtergreifung vor 12 Jahren,
      auch in den Amtsstuben dominierend.

      2
  14. Ferkelhebamme sagt

    Jetzt nicht heulen sondern vehement einfordern! Genehmigungen (schnell!!), Geld für den Umbau, sichere Finanzierung der laufenden Mehrkosten, Aussenschutz.
    Sie haben bestellt, Frau Kaniber, die Rechnung liegt vor. Der Ball liegt bei Ihnen.

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    • Jürgen Donhauser sagt

      @Ferkelhebamme, das weiß Kaniber alles weil wir es ihr immer und immer wieder vorbeten. Ihre Taktik ist die gleiche wie bei Özdemir und Gottseidank hat es ihr Ministerialdirigent ausgesprochen. Sie wollen den Mainstream bedienen, negieren die Realität und lassen die Meinung und Erfahrungen der Landwirte außen vor.

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      • Arnold Krämer sagt

        Diese Politiker meinen nicht nur den medial transportierten Mainstream zu bedienen, sondern im Sinne von 90% der Menschen in unserem Land zu handeln. Das habe ich gerade erst wieder von Ophelia Nick im Original vernommen. Sie glauben wirklich nur ein paar Bauern gegen sich zu haben, die man ignorieren könne.
        Es wird Zeit, das die Schweigenden (die Mehrheit?) sich Gehör verschaffen. Es hängt sehr viel an der Land-und Ernährungswirtschaft in den meisten ländlichen Räumen.

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  15. Brötchen sagt

    Ich sags mal aus mitteldt. Sicht. Seid froh, bei Euch macht der Staat noch viel!

    Es geht viel weniger!

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    • Jürgen Donhauser sagt

      Stimmt Brötchen, aber dann ist es zumindest eine klare Ansage und nicht so ein scheinheiliges Verhalten wie bei uns in Bayern!

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      • Brötchen sagt

        Mir fällt da nur ein, setzt Euch zusammen und organisiert eine Demo oder ähnliches und macht da nochmal öffentlich Druck!

        Bei uns ist es auch so, dass ich den Eindruck habe, die Politik hat den Ernst der Lage noch nicht begriffen.
        Es geht um Existenzen in Größenordnungen und das was jetzt weggeht, kommt nie wieder!

        Und es gibt keine Reserven für nächstes Jahr, wenn es richtig dicke kommt!

        Macht den Politikern das eindringlich klar!

        Nächstes Jahr ist das Geld alle! Und es wird überall Engpässe geben!

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        • Brötchen sagt

          Es braucht mind. 2 bis 3 Jahre Schonzeit für irgendwelchen Umbaukram.
          Es geht jetzt vorrangig um Existenzsicherung! Und Reserven für den Winter und das Frühjahr aufbauen!
          Alle Bestände halten, Futter und Diesel bunkern.

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          • Ferkelhebamme sagt

            Der geforderte Umbau der Deckzentren im Sauenstall lt. Nutztierhaltungsverordnung muss noch weiter nach hinten geschoben werden! 2-3 Jahre braucht es ja schon an Vorplanung, und wer da jetzt feststellt, dass es nicht geht (baurechtlich, gebäudetechnisch, finanziell), der macht noch schneller zu.

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            • Brötchen sagt

              Hebamme mehr trau ich mich nicht zu fordern.

              Die halben Jahre oder was die jetzt mit den Stilllegungsflächen planen ist definitiv zu kurz.
              Moratorium 3 – 5 Jahre. Wer weiß was dann ist.

              Fördern können Sie ja trotzdem.

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        • sonnenblume sagt

          Diese Entwicklung ist der Politik so gleichgültig wie nicht was. Hauptsache die Wählerstimmen kommen. Und wenn es nicht läuft wie von ihnen gewünscht, dann liegt die Schuld beim unflexiblen und altmodischen Bauern., der einfach nichts kapiert.

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  16. Piet sagt

    Moin wieso häufig wird Politik gemacht die den Bürgern gefällt aber praktisch nicht so viel Sinn macht das ist schade in Deutschland

  17. sonnenblume sagt

    Abgehoben und Realitätsfern. Mehr kann man dazu nicht mehr sagen. Sie leben in ihrer eigenen Welt, die mit dem einfachen Bürger keine Verbindung mehr hat.

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  18. Michael Gorke sagt

    Der Schlusssatz ist schon harter Stoff…
    Man kann oder will es nicht für möglich halten.

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