Bauer Willi
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Schuld…

Diesen Text, der mir unaufgefordert zugesandt wurde, möchte ich gerne mehr Menschen zu lesen geben. Weil jetzt die Frage danach losgeht, wer die Schuld an dieser Naturkatastrophe hat.

Schuld

Wer ist schuld? Was ich in der Talkrunde am 16.7. bei Böttinger höre, löst Unbehagen in mir aus. Bauern sind schuld, verdichtetes Bauen, die Politiker sind schuld.

Im geschundenen Dorf Schuld in der Eifel wird von schuldlosen Ehrenamtlichen, Feuerwehrleuten, THWlern, Polizisten, Soldaten, Nachbarn aufgeräumt. Es werden Leute gerettet, Tote geborgen, Keller ausgepumpt, Autos aus Flussbetten gezogen, Straßen von Schlamm u. Schuttbergen befreit.

Schuld? Die Frage stellt sich der Betroffene zunächst nicht, eher wer zahlt, hilft mir jetzt im Augenblick. Versichert? Nein? Selbst schuld! Und dass das Dorf auch noch Schuld heißt. Wer soll dich armes betroffenes Dorf dafür beschuldigen? Bestraft bist du jetzt ohne Schuld zu sein. Dafür warst du ein wunderschönes Örtchen, eingebunden von einer Flussschleife, im Tal gelegen mit Bäumen bewachsener Anhöhe links und rechts. Dass solche Wassermassen durch Schuld abfließen mussten, ist nicht zu übersehen.

Wenn Schuld bald wieder gesäubert, aufgebaut ist, wird es schöner denn je sein. An einer Gedenksäule wird vielleicht eine Pegeleinrichtung stehen mit einer Plakette: “Schuld wurde am 14.7.2021 durch das Unwetter Bernd heimgesucht. Schuld wurde in einer Rekordzeit von einem Jahr und dank zahlreicher Spenden wiederaufgebaut und präsentiert sich für Sie, liebe Besucher, als schmuckes Eifeldorf. Besuchen Sie Schuld, staunen sie mit uns Schuldlosen, trösten sie die sich schuldig fühlen, suchen sie nicht nur nach Schuldigen in der Eifel, in Deutschland.

Schuld hat’s getroffen, Schuld steht für viele Orte in der ganzen Welt, die es noch treffen kann”. 

Anita Lappas, den 17.7.2021

Gastartikel stellen die Meinung des/r Schreibenden dar.

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63 Kommentare

  1. Schorsch Summerer sagt

    Was ist Wahrheit?
    sprach Pontius Pilatus angeblich nachdem er die Anschuldigungen gegen Jesus hörte.
    Verschleierung und Vertuschung ist ein nur allzubekanntes Geschäft der politischen Administration. Da werden wohl sehr gerne potemkische Dörfer aufgebaut und wenn man hinter die Fasade sieht ist da nichts. Das ist wohl auch seit langem ein Problem der Bundeswehr die z.B. einmal zu einem Manöver mit Besenstielen bewaffnet ausrücken mussten. Potemkische Dörfer wurden bei der Organisation der Katastrophenwarnung aufgebaut weil man glaubte dass jeder die ganze Zeit auf sein Handy starrt um Warnmeldungen zu sehen. An Funklöcher oder ausgefallene Verbindungen dachte man nicht.
    Jetzt reisen Politiker in die Flutgebiete und schon wieder ist mehr Schein als Sein. Plötzlich sind Einsatzkräfte da, wird gewerkelt und gemacht wenn Frau Merkel eintrifft oder wenn Frau Klöckner die Landwirte nach 5 Tagen besucht tauchen aus dem Nichts die lange vermissten Dixikloos auf.
    Wenn ich das verfolge frage ich mich wie ein Politiker die wahren Zustände und das unglaubliche Organisationsversagen mitbekommen soll. Die Administration baut auch hier schon wieder fleissig an hohlen Fasaden und wehe man kritisiert das. Da bist du schnell mal ein Querdenker oder AFDler, nur damit man mundtot gemacht werden kann. da kann man einfach nicht mehr glauben dass sich etwas zum besseren wendet.
    Die Schuld tragen da wieder nur die Kleinen Leute?

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      “”Die Einsprüche richteten sich gegen Sperrbauwerke, weil die Naturschützer das Landschaftsbild in Gefahr gesehen haben.”

      Das sind die Folgen, wenn man den NGOs Macht gibt, zum Schaden eines ganzen Ortes.
      Woher nehmen die die Frechheit her, über das Landschaftsbild entscheiden zu wollen?

      • Günter sagt

        Es ist immer einfach die Schuld auf andere zu schieben, die Entscheidungsgewalt liegt immer noch bei der zuständigen Regierung und der nachgeschalteten Behörde

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Du hast schon gelesen, dass der Naturschutzbund mit seiner Klage gesorgt hat, dass die Verbauung bis zu diesem Unwetter nicht durchgeführt werden konnte, zum Schaden der Anwohner.

      • Reinhard Seevers sagt

        Wenn die das konsequent durchziehen, dann gibt es weder Windräder, noch PV- Anlagen…es sei denn, man definiert “Landschaftsbild” mal so und mal so, je nach Ideologie.

      • Brötchen sagt

        Noch ein Aspekt:

        Es wurde gesagt, das Fischtreppen, die wohl auch reichlich in RP gebaut wurden, ebenfalls den Hochwasserschutz aushebeln.

        Bei uns werden/wurden auch einige gebaut und da wird reichlich Geld investiert.

        Ist wie mit fast jedem Problem, man kann nicht alles haben und müßte Prioritäten setzen….

        Wenn man nicht mehr versiegelt, kann man keinen Hof mehr mit dem Stubenbesen fegen und mit Latschen schnell mal zum Auto laufen, das sind dann wetterfeste Gummigaloschen oder Holzschuhe gefragt….

    • Christoph aus der Stadt sagt

      Die Erfahrung zeigt: NGOs, die mit einem (auch noch unbefristeten) Verbandsklagerecht ausgestattet sind, sind oft genauso mächtig wie der Gesetzgeber bzw. die Regierung. Da sie der Bürger weder wählen noch abwählen sind, stellen sie eine Unterhöhlung der Demokratie dar. Nicht mehr und nicht weniger.

      • Stadtmensch sagt

        Bin auch dafür, diese wiederspenstige APO zu beseitigen, damit die richtigen NGO (also wirtschaftsnahe Stiftungen und Beratungsunternehmen) weiter geschmeidig und geräuschlos durchregieren können.
        Da wird der Christoph zwar knurren, wenn er bei einem ständig wachsenden Sozialprodukt immer weniger abbekommt und er obendrein noch bis 70 malochen soll, aber schlaue Leute haben ja ausgerechnet, dass es leider nicht anders geht.

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Vor diesem Gewäsch wäre es besser gewesen, mal die Menschen fragen, der Keller vollgelaufen und Geschäft verwüstet sind, was sie von dieser APO halten.
          Die Stellungnahme von Vorsitzenden Naturschutzbundes Salzburg Winfried Herbst, ist eine Verhöhnung der Geschädigten und sein Grinsen eine Unverschämtheit.

          • Stadtmensch sagt

            Also die NABU-Jahresberichte lesen sich jetzt nicht wie “Pleiten-Pech-und-Pannen”.
            Wer weiß schon was da genau los ist mit dem Kothbach. Vielleicht stimmt es ja mit den Retentionsarealen, die im Fall des Falles mit wenig Aufwand hätten zugänglich gemacht werden können. Wollte bestimmt niemand so genau prüfen, weil die Kumpels vom Landrat die mit den Baufirmen sind…

            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Einfach mal bei Google Earth nachschauen, wo die Retentionsflächen sein sollen.
              Vermutlich sollen die Verbauungen Geröll und Wurzelwerk zurückhalten, dass die die Durchlässe nicht verstopfen.

            • Elisabeth Ertl sagt

              In dem Tal gibt es 4 Bauern, und einer davon hätte seinen Grund hergeben sollen.

              • Ehemaliger Landwirt sagt

                In den Berichtet, ist der Naturschutzbund die einzigen, die einem Grundstücksbesitzer die Schuld gibt.
                Es ist wie immer, anderen gibt man die Schuld.

        • Christoph aus der Stadt sagt

          NGOs sind ja im Prinzip normale Vereine, die jeder gründen kann und soll. Was auffällt ist aber, dass es vornehmlich grün-schattierte und linke Vereine sind, die mit einem Verbandsklagerecht ausgestattet sind, was Macht und Einfluss schlagartig vervielfacht. Wer genauer hinsieht, stellt fest, dass hinter diesem “Geschenk der Klagerechts” oft Parteien stehen, die ihren Einfluss über die Legislaturperioden hinaus ausdehnen wollen. Als Beispiel sei die DUH genannt, die unter der rotgrünen Koalition vor 20 Jahren ihr Klagerecht erhalten hat, den grünen Staatssekretär Rainer Baake dort als Chef installiert hat und bis zum heutigen Tage im Hintergrund mitregiert.
          Man kann sich schon die berechtige Frage stellen, weshalb der eine Verein mit einem Klagerecht ausgestattet ist und vor Kraft kaum laufen kann und z.B. die “Freien Bauern” wie ein harmloser Verein operieren muss, obwohl – entsprechend juristisch beraten vorausgesetzt – es vermutlich vielversprechende Ansatzpunkte gäbe, Fehlentwicklungen anzufechten und sich mehr Gehör zu verschaffen, was durchaus auch im öffentlichen Interesse sein kann.

          • Brötchen sagt

            Das hat Trittin damals so eingeführt, das bestimmte Prozesse ins Privatrecht ausgelagert wurden.

            Eigentlich hat man ja nur ein Klagerecht, wenn man in seinen Rechten direkt betroffen ist.

          • Stadtmensch sagt

            “Man kann sich schon die berechtige Frage stellen, weshalb der eine Verein mit einem Klagerecht ausgestattet ist”

            Das kann man nachlesen in Frank Niessen: Nachhaltigkeit, Kapitalismus und Demokratie.
            Es ist der Versuch, intelligente Politik zu machen, weil nun mal gewisse essentielle Aspekte unseres Daseins nicht genug Fürsprache bekommen.

        • Leider wird das Verbandsrecht oft von kleinsten Minderheiten missbraucht um
          deren Ansichten der Mehrheit der Bevölkerung übergestülpt wird ob die wollen oder nicht. Gegenwehr zwecklos weil unsere Gerichte das so entschieden haben gegen den mehrheitlichen Willen des Volkes und nicht für das Volk.
          Von unabhänigen Gerichten und einer Demokratie kann dann ja nur noch bedingt die Rede sein.

  2. Lady sagt

    Sicher machen wir alle uns da unsere Gedanken. Viel wichtiger aber erscheint mir, dass geholfen, dass angepackt wird. Jetzt geht es mal nicht um virtuelle Welten und irgendwelches Gewittere. Und natürlich auch nicht um Schuld oder Verantwortung. Ich bin da durchaus zuversichtlich, dass die Menschen in unserem Land jetzt wissen, dass sie liefern müssen. Natürlich gibt es immer jemanden, der nach dem Staat brüllt. Andere sollen sich die Hände schmutzig machen, ich doch nicht. Eine sehr durchsichtige Strategie. Lasst sie labern.

  3. Paulus sagt

    Die Frage nach einer Schuld oder Verantwortlichkeit darf doch überhaupt nicht im Vordergrund stehen und ist eh müßig. Es handelt sich nüchtern betrachtet schlicht um ein Naturereignis, dem wir ganz offensichtlich, aufgrund welcher Tatsachen auch immer nicht gewachsen waren, nicht mehr und nicht weniger.
    Es erinnert mich ein wenig an das Sturmereignis Kyrill in 2007 bei dem das Land der tausend Berge (Sauerland) nahezu vollständig entwaldet wurde und unzählige Dächer abgedeckt wurden.
    Vorwarnungen gab es genug, aber was hätten wir denn tun sollen? In Schuld hätte man vielleicht die besagte Brücke sprengen können. Den Bürgermeister der das anordnet oder das überhaupt in der Schnelle hin bekommt möchte ich sehen.

  4. Bauer Fritz sagt

    Verständnisfrage:
    Warum heißt es von allen möglichen Stellen immer im Falle von Katastrophen, daß jetzt “schnell und unbürokratisch” gehandelt werde.

    Das ist doch gleichsam als Eingeständnis zu lesen, daß in all der übrigen Zeit “langsam und bürokratisch” gehandelt wird.

    Was wohl in vielen Bereichen viele jener Katastrophen erst bedingt, auf die dann wieder “schnell und unbürokratisch” reagiert wird.

    Aber ich muß ja nicht alles verstehen…..

    • Reinhard Seevers sagt

      Im Nachgang kommen dann wieder Meldungen, wie bei den Coronahilfen, dass sich einige die Taschen ungerechtfertigt gefüllt hätten. Wie wird denn Soforthilfe unbürokratisch und gleichzeitig richtig ausgezahlt, ohne, dass im Nachhinein der Rechnungshof oder der Steuerzahlerbund wieder Fehler aufdeckt? Steht da einer mit einem Geldkoffer an der Straße und fragt, wer noch Geld benötigt? Wie viel und auf welcher Basis ist denn richtig und ausreichend, wer bewertet das und wer kontrolliert das? Unbürokratisch geht in diesem Lande gar nichts, dafür ist der Sozialneid viel zu groß.

      • Brötchen sagt

        “Taschen ungerechtfertigt gefüllt hätten.”

        Reinhard in Sachsen bei den Hochwassern war das so, da standen wohl einige besser da als vorher.

        Ohne Prüfung und Gutachter geht da nichts, wenn Du das gerecht machen wolltest….und es drückt ja die Zeit, man will ja nicht monatelang im Zelt wohnen

        “Unbürokratisch geht in diesem Lande gar nichts, dafür ist der Sozialneid viel zu groß.”

        Räusper in Spanien, Frankreich, Italien…..

        gibt es schon ausgeprägtes Standesdünkel…..ich sehe da keinen Unterschied…

      • firedragon sagt

        Im Radio kam, dass das Geld an die Kommunen geleitet wird und von dort an die entsprechenden Ortschaften.
        Dabei soll es sich um einen Betrag von etwas über 3tsd €/pro Haushalt handeln, wobei noch zu klären ist, ob derjenige das Geld erhält, dem alles verloren ging oder ob der doch mehr bekommt, als derjenige, dessen Keller und UG nur futsch ist … also, so ganz unbürokratisch wird es dann doch nicht werden.

        • Brötchen sagt

          Drachen, das wird nur so eine pauschale Soforthilfe sein, das Du erstmal paar Sachen und Lebensmittel kaufen kannst.
          Bei manchen sind ja vielleicht auch alle Kontokarten, Ausweise usw. weg bzw. die haben nicht viel Geld.

          Das andere kommt dann später.

          Sowas geht rel. unkompliziert.

          • firedragon sagt

            Brötchen, das mit dem Klären, was wer oder wie viel bekommt, hatte der Sprecher erwähnt …. ich hatte eigentlich schon so gedacht, wie Du – das jeder das pauschal sofort erhält.

            • Brötchen sagt

              Vielleicht wollen die wirklich erstmal nur die extremen Härtefälle bedenken.
              So dass sich jeder erklären muss, wofür er die Soforthilfe braucht.

    • Brötchen sagt

      Zum Verständnis:

      “Das ist doch gleichsam als Eingeständnis zu lesen, daß in all der übrigen Zeit “langsam und bürokratisch” gehandelt wird.”

      Der Staat gibt ja dafür Steuergeld aus und dafür gibt es Grundsätze nach denen er sich richten muss:

      -gesetzl. Grundlage muss vorhanden sein ( es sei denn irgendein Sonderfond)
      -sparsam
      -besten Effekt
      Notwendigkeit nachgewiesen
      ….

      gesetzl. Grundlage wird wohl geschaffen.

      Glaube das muss dann auch noch von der EU abgesegnet/angezeigt sein, weil das ja unerlaubte Wirtschaftsförderung sein könnte

      Die obigen Prinzipien müssen nachverfolgbar sein bzw. unterliegen der Kontrolle durch das Parlament und den Rechnungshof.

  5. Obstbäuerin sagt

    Die Schuldfrage steht für mich nicht an erster Stelle, sondern das Versagen der digitalen Technik, der wissenschaftlichen Berechnungen, der praktischen Warnsysteme und der Organisation von notwendigen Räumungen im Vorfeld. Wenn ein Gebäude oder eine alte Bombe gesprengt werden muss, gehen die Sicherheitskräfte zum Schluss, nachdem alle Warnsysteme die Einwohner aufgefordert haben, die Häuser zu verlassen, noch einmal von Tür zu Tür, um auch die Evakuierungsverweigerer aus den Häusern zu holen. Wahrscheinlich ist es eine evolutionäre Überlebensstrategie, die einen bestimmten Prozentsatz von uns glauben lässt, so schlimm wird´s schon nicht werden. Es kann mir auch keiner einreden, dass man nicht ausrechnen kann, wieviel Wasser einen engen Bach in einer bestimmten Zeit herunterkommt, wenn es im Einzugsbereich eine Summe x regnet. Sie berechnen den Klimawandel für die nächsten 100 Jahre und können nicht mal ein Hochwasser präzise vorhersagen. Wahrscheinlich beschäftigt sich gar keiner mehr mit solchen praktischen Problemen.

    • Stadtmensch sagt

      “Sie berechnen den Klimawandel für die nächsten 100 Jahre und können nicht mal ein Hochwasser präzise vorhersagen”

      “Die britische Hydrologie-Professorin und Mitentwicklerin des europäischen Hochwasser-Warnsystems Efas, Hannah Cloke, sprach in der “Sunday Times” von “monumentalem Systemversagen”, das für den Tod zahlreicher Menschen verantwortlich sei. Bereits Tage vorher hätten Satelliten Vorzeichen für die Katastrophe festgestellt, die deutschen Behörden seien vorgewarnt worden.”
      https://www.tagesschau.de/inland/unwetter-katastrophenschutz-kritik-103.html

      • Reinhard Seevers sagt

        Das hätte doch auch nicht geholfen, wenn nicht Menschen direkt und persönlich kontaktiert werden können. Wenn ein 80 Jähriger in seiner Souterrainwohnung weder handy, noch Internet hat, und auch sonst wenig soziale Kontakte, dann wird ihm in dem Fall nichts und niemand helfen können.
        Ich glaube, dass auch die Dame on Efas nur theoretisch argumentieren kann, denn eine Warnung allein hilft ja nicht bei der Umsetzung und der Einschätzung in einer dicht besiedelten, verzweigten und gebirgigen Region weiter. Wieder wird Schuld verortet….

        • Stadtmensch sagt

          “Wieder wird Schuld verortet”

          Natürlich! Katastrophenschutz- und Sonstwas-Minister sollen ihre Arbeit machen! Da kann man Rundfunkmeldungen organisieren. Wer kein Radio hört und auch sonst kein soziales Netz hat, weil er\sie immer ein Kreuz bei “Individualisierungs-Parteien” gemacht hat…ach was red ich.

          Schon schlimm genug, dass Willis Sohn immer noch Heizöl-Brackwasser aus Kellern pumpen muss. Seit 20 Jahren reden wir von Energiewende. Für die vielen Kreuzfahrten und SUV (die es jetzt weggespült hat), hätte man ne Menge organsiches Dämmmaterial kaufen können und Wärmepumpen.

    • Ferkelhebamme sagt

      „Wahrscheinlich beschäftigt sich gar keiner mehr mit solchen praktischen Problemen.“
      Den Eindruck habe ich gerade auch ganz aktuell: gerade ein Video von Markus Wipperfürth gesehen, dass es Kompetenz- und Zuständigkeitsgerangel gibt, was das Wegräumen der Müllberge angeht, in denen sich Leichen und Tierkadaver befinden. Was das nach einigen Tagen bedeutet, wissen wir alle. Und dann lese ich einen Bericht, dass die obersten dieses Landes das Gebiet besucht haben und Experten sich um evtl steigende Corona-Infektionen bei Helfern und in den Notunterkünften Sorgen machen und lüften und Masken empfehlen.
      Die Bauern und Bauunternehmer haben kostenlos Nothilfe geleistet. Sie brauchen jetzt Zusagen, dass ihre weitere praktische Hilfe bezahlt wird, damit es dort zügig weitergeht! Sonst MÜSSEN die abziehen, weil der eigene Lebensunterhalt auf dem Spiel steht.

      • firedragon sagt

        Ferkelhebamme, die Medien bezeichnen die Aufräumhilfe mittlerweile als Superspreader Event … Impfteams sollen dahin – wenn man Herrn Wipperfürth Glauben schenken darf, war bisher noch kein reguläres medizinisches Personal in dieser Region … allerdings weiß ich auch nicht, ob sich Verletzte, die medizinische Hilfe benötigen, dort noch aufhalten.

  6. Christian Bothe sagt

    Jetzt in dieser Situation über Schuld und Nichtschuld und Besiedelung in Flusstälern zu reden,ist doch ziemlich makaber, und bringt die Leute vor Ort und deren Helfer,einschließlich vieler Bauern keinen Schritt weiter! Der Staat sollte umgehend helfen, Parteiengeplänkel lassen und die Hilfe umgehend vor Ort gedeihen lassen.Das hat oberste Priorität und nichts anderes! Warnung der Leute hin oder her,das Wasser hätte sich so oder so den eigenen Weg gebahnt.Sirenen hatten wir übrigens in der DDR überall und es gab regelmäßig Tests!

    • Reinhard Seevers sagt

      Ja, der Katastrophenschutz im Westen basierte im Großen und Ganzen auf die Angriffssituation des Ostblocks. Jeder Landkreis hatte umfangreiche Schutzzentren, die nach 1990 sugzessive abgebaut wurden. Bürger sollten auch nicht mehr durch Sirenen aus dem Schlaf gerissen werden, deshalb wurde der stille Alarm eingeführt und alle bekamen Melder in die Tasche gesteckt. Wenn heute Sirenen heulen interessiert es keine Sau mehr, weil sie keine Verbindung dazu herstellen können.
      Wir hatten zu Hause immer einen Koffer stehen, in dem alle wichtigen Papiere untergebracht wurden, und die bei starken Gewittern an der Tür stand, wenn sich alle in der Stube versammelten, um das Ende des Gewitters abzuwarten. Heute lachen die Leute drüber und die wichtigsten Unterlagen sind irgendwo in der Wohnung verstreut oder gar auf dem PC gespeichert. Abgesehen davon ist der Umfang der zu rettendenden Papiere größer geworden. Katastrophen kommen für die meisten nicht vor, oder sind irgendjemandens Schuld.

    • Reinhard Seevers sagt

      Soll das jetzt ein Beitrag zur Klimaleugnung sein? Früher gab es auch Fluten, das ist richtig…früher gab es aber weder asphaltierte Straßen, noch befestigte Hofzufahrten, weniger Häuser, weniger Gartengestühl, Bestuhlungen vor Restaurants, Autos, die durch die Gegend gewirbelt werden konnten usw…..wer viel hat, dem geht viel verloren. Wo viel rumsteht, da wird viel durch die Gegend gewirbelt… es ist eine Kombination aus Starkregenereignis und Zivilisation auf hohem Niveau.
      In Haiti ist auch nach 5 Jahren noch wenig repariert und aufgeräumt….die haben schlicht nicht die Möglichkeiten. Wir werden in kürzester Zeit alles wieder auf Schick haben, Schuldige generieren und Gelder aufbringen….danach kommt das nächste Ereignis….und alles fängt von vorne an.
      Das ist das Leben…..

  7. Liesel sagt

    Die Frage, warum wir immer nach Schuldigen suchen, beschäftigt mich auch. Wahrscheinlich ist es einfacher ein Problem zu bewältigen, wenn man die Schuld an einem anderen abtreten kann. Wenn man selber für das Unglück nicht verantwortlich ist. Es befreit.
    Deshalb wird immer wieder, gerade nach solchen Unglücken nach Schuldigen gesucht. Obwohl im Wort “Unglück” eigentlich die Wahrheit steckt. Es war eben nicht vorhandenes Glück. Im Zweifel, wie so oft die Verkettung der verschiedensten Umständen.
    Und gerade in unserer durchtechnisierten und technik-,wissenschafts- und fortschrittsgläubigen Welt muss eben der Mensch der Schuldige sein, da die Technik und die Wissenschaft perfekt sind. Nach dem Motto, das Warnsystem ist perfekt, der Mensch hat versagt.
    Und man könnte auch fragen, warum man in engen, immer wieder von Hochwassern geplagten Flusstäler leben muss. Warum man frei mäandernde Flüsse in enge Betten zwingt, damit man daneben sein Häuschen setzen kann und der Garten etwas größer ist.

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Die Schuld sollte man sich in erster Linie bei sich selbst suchen. Wenn ich mich Richtig erinnere, sagte der Wetterbericht 150 bis 200 Liter voraus, ev. noch mehr. Offensichtlich hat dies in unserer Vollkaskomentalität niemand interessiert, Anschauungsunterricht wie Braunsbach gab es genug.
      Wenn ich höre, wie viele keine Elementarversicherung abgeschlossen haben und dies an einem Bach, muss ich mich schon wundern, wegen dieser Sorglosigkeit, aber dieses Thema wird wohl erledigt sein.
      Sirenen, die wurden aus Kostengründen abgebaut, ich kann mich noch an den Mai 1978 erinnern, wo der Himmel seine Schleusen öffnete, da wurden alle Anwohner um 5 Uhr 30 auf die Gefahr hingewiesen, 1200 bis 250 Liter innerhalb 48 Stunden. Gegen das was wir jetzt sehen, war damals der Einsatz ein Kaffeekränzchen.

      Was mir Sorgen macht, dass man der Politik und den Behörden nicht mehr glaubt, das sieht man bei der Corona-Impfung und den notwendigen Impfungen der Kinder.

      • Reinhard Seevers sagt

        Es ist noch keine Woche vergangen nach einer verheerenden Katastrophe und dieses Volk kennt Schuldige und rechnet Schadenfolgen aus. Allein das ist doch schon ein Zeichen von sozial-emotionaler Degenerierung.
        Medien suchen händeringend nach negativen Meldungen, Helfende LSV-Anhänger posten stündlich Schuldzuweisungen und stellen ihr Handeln in den Vordergrund, so dass man sich Fremdschämen könnte.
        Viele kochen ihr Süppchen auf anderer Menschen Leid. ……

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Gestern meldete sich der oberste Feuerwehrmann Deutschlands zu Wort, das THW wurde zu vielen Interviews gebeten und wurden auch gesendet.
          Jetzt stellen hunderte von Bauern ihre Maschinen und ihre Arbeitskraft zu Verfügung und jetzt meinen manche Menschen, sie dürfen ihre Mitarbeit bei den Aufarbeiten dieser Katastrophe nicht gebührend erwähnen.
          Von Fremdschämen ist bei manchen die Rede, bei dieser Würdigung wäre es besser, die Bauern Fahren mit Vollgas nach Hause.

          Selbstverständlich ist die Nachbarschaftshilfe genau so zu würdigen und all die User in der Foren für ihre “guten” Ratschläge.

          • Reinhard Seevers sagt

            Das ist das perfide, dass man dem Helfenden, der sich medial im Dauerfeuer Schuldige rauspickt nicht kritisch gegenüber zeigen darf. Dass aber der LSV- Vertreter seine Hilfe und die der Bauern in den grünen Klee lobt und dann losblökt, dass es ja wohl nicht sein könne, dass diese Leistungen nicht finanziell entschädigt werden, dass bringt mich extrem zum Fremdschämen.
            Wenn sein Altruismus vier Tage anhält, um dann medienwirksam Schuldige zu verorten, das ist schon heftig. Und das Interview mit Frau Klöckner ergänzt diese Peinlichkeit, in dem der Fragende am vierten Tag die Existenz der Bauern in Frage stellt, weil sie ja die Kosten nicht ersetzt bekämen….
            Wie soll man da reagieren, wenn nicht mindestens mit Fremdschämen?

            • Brötchen sagt

              Reinhard das ist doch aber alles menschliches Verhalten und das sind alles keine geübten vergatterten Diplomaten. die nun jede Variante, wie was ankommt vorher durchdenken.
              Man sollte da nachsichtig sein.

              Heute wird eben nichts mehr vorgefiltert.

              Manch Medienschaffender hat da auch Verantwortung..

            • Schorsch Summerer sagt

              Du hast dir einige Berichte aus dem Einsatzgebiet angesehen? Da geht es um Reifen die ersetzt werden müssen an Schleppern und Radladern. Ich nehme an du weisst was ein 700/70r42 zum Beispiel kostet, Hydraulikschläuche usw. Was 40t Raupenbagger oder der Betrieb einer grossen Planierraupe kostet? Da sind Bauern seit Tagen mit ihren Schleppern unterwegs. Die sind danach auch nicht besser. Glaubst du dass das THW umsonst arbeitet? Das hier ist harte Maschinenarbeit. Die hat ihren Preis.

              • Reinhard Seevers sagt

                Ja Schorsch, ich habe mir die Berichte angesehen. Man befindet sich in einer Ausnahmesituation, postet die unendliche Hilfsbereitschaft der Bauern und im gleichen Atemzug die Kostenerstattung….was passt hier nicht? Meint man, dass am Ortseingang ein Geldverteiler steht oder ein Reifenhändler seine Dependance eröffnet hätte?
                Er ist ja nicht bei der Getreideernte, wo er mal eben den Reifendienst anrufen kann und schwups isser da….es ist Katastrophe, das psotet er doch stündlich, der Herr Wüpperfürth.

                • firedragon sagt

                  Herr Seevers,
                  letztendlich ist es egal, welche Berufsgruppe hilft.
                  Irgendwann kommt der Helfende an seine finanziellen Grenzen. Punkt.
                  Dann muss er eben den Ort verlassen … die Menschen dort werden schon klar kommen oder eben nicht …

                  Ich persönlich halte nichts davon in der Öffentlichkeit zu stehen und gute Taten oder schlechte Taten kund zu tun. Ist nicht meine Art.
                  Allerdings posten alle möglichen Menschen ihre guten Taten und prangern die schlechten Taten von anderen Menschen an … wenn die Landwirte in der Not helfen, weil sie es können, so kann man ihnen doch zugestehen, dass das die Welt zur Kenntnis nimmt …

            • Ferkelhebamme sagt

              Ich schließe mich ganz Brötchens Meinung an. Es ist manchmal rhetorisch ungeschickt was da rüber kommt, es sind Macher, keine Schnacker! Und für Reifen, Hydraulik, und sonstige Reparaturen kommen schnell 10.000 EUR zusammen. Wenn du meinst, dass das Peanuts sind, könntest du ja mal in deine Portokasse greifen…

              https://de-de.facebook.com/Lohnunternehmen-Markus-Wipperf%C3%BCrth-486021428226080/videos/wichtig-baumaschinen-nach-resch-bitte-auch-reifendienst/362838518704389/

              • Reinhard Seevers sagt

                Ich habe nicht davon gesprochen, dass es peanuts sind, ich habe nur gesagt, dass es eine Katatsrophensituation ist und man nicht erwarten kann, dass ein Service wie in normalen Zeiten stattfinden kann…..es aber einfordert.
                Ich hab schon gespendet, evtl. werden damit ja Reifen gekauft, wer weiß Ferkelhebamme.

                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Bretter haben manchmal die Eigenschaft, dass Nägel herausragen, fährt man darüber, dann geht die Luft manchmal raus.

                  Man sollte einfach in die Drogerie gehen und ein Heftpflaster kaufen und schon ist das Problem gelöst.
                  Aber jetzt fällt mir grade ein, die Drogerie wurde auch überschwemmt. Jetzt braucht man doch den geforderten medizinischen Dienst, Scheiße aber auch.😉

                • sonnenblume sagt

                  Warum wurde das Katastrophengebiet denn nicht sofort und im gleichen Umfang mit amtlichen Helfern geflutet? Dann gäbe es jetzt diese unsäglichen Diskussionen wegen der Bezahlung nicht. Man ließt immer wieder, dass Leute bereit stehen, aber nicht abgerufen werden. Alles nur Zuständigkeitsprobleme?

                • Reinhard Seevers sagt

                  Sonneblume, an welche amtlichen Helfer hast du denn gedacht, Verwaltungsfachangestellte und Standesbeamte?
                  Es sind mehr als 30 Städte und Landkreise in zwei Bundesländer und zus. noch Orte in Bayern und Sachsen betroffen. Was denkst du, wie viele amtliche Helfer können mobiliisert werden, die dann auch noch technisches Gerät bedienen können? Ich habe manchmal das Gefühl, dieser Staat soll für jeden und alles, für alle Fälle, auch für die extremsten zu jeder Zeit an jedem Ort alles zur Verfügung stellen können….NEIN, es gibt Grenzen und die sind schlicht überschritten.

                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  @ sonnenblume

                  In den Nachrichten sprach ein ehemaliger Vorsitzender des THW.
                  Er erklärte das so, dass Einsatzkräfte, die vermutlich gebraucht werden, alarmiert werden. Die treffen sich im Bereitstellungsraum und werden für ihren Einsatz eben von diesem Bereitstellungsraum abgerufen. Von meiner Nachbarstadt ist zb. das THW am Nürburgring, ihre Aufgabe ist die Verköstigung von 1.500 Einsatzkräfte. Letzte Woche ist eine Feuerwehreinheit Wasser aus der Gegend zum Einsatz gefahren. Gestern sind 5 Einheiten Wasser aus dem Regierungsbezirk Karlsruhe im Katastrophengebiet eingetroffen. Gerade diese Kräfte pumpen die Keller aus, weil die gerade die Pumpen haben, die gebraucht werden.

                  Markus Wipperführt steht auch unter einem unheimlichen Stress, das darf man nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen.

                • sonnenblume sagt

                  @ R. Seevers, scheren Sie jetzt nicht alle Angestellten über einen Kamm, sind sicher auch versierte Leute dabei. Also müssen wir insgesamt davon ausgehen, dass private Hilfe in diesem Fall zwingend von Nöten ist. Aber dann sollten so einige Dinge auch mal über den kurzen Dienstweg gehen. Oder bringt das dann die ganze Organisation wieder durcheinander?
                  Das man nicht für alles und jedes den Staat um Hilfe ruft ist wohl selbstverständlich, sofern man noch irgendwie in der Lage ist sich selbst zu helfen.

          • Inga sagt

            “Bauern ihre Maschinen und ihre Arbeitskraft zu Verfügung und jetzt meinen manche Menschen, sie dürfen ihre Mitarbeit bei den Aufarbeiten dieser Katastrophe nicht gebührend erwähnen.”

            Ich interpretiere das mal als Neid,
            wer hat schon so eine große Maschine,
            wer kann schon so eine große Maschine fahren?

            Wenn der eigene Ehemann oder Vater als Kran- oder LKW-Fahrer das Familieneinkommen damit verdient, das sieht man ja nicht täglich, aber diese Bauern schon.

            Und dann noch davon berichten, das hält man nicht aus!
            Dass ist so, als ob die noch obendrein angeben wollen.

            Leider ist das auch heute noch so, mußte ich feststellen.
            Auch wenn die meisten ihr Geld leichter verdienen!

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