Bauer Willi
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Nitrat: Mit Kenntnis der Details…

…sieht manches dann doch anders aus. Angefügt habe ich die Stellungnahme des Regionalbauernverbandes Starkenburg, dessen Vorsitzender Dr. Willi Billau ist. (also quasi „Bauer Willi Süd“)  Er geht sehr detailliert auf den Referentenentwurf der erneuten Novelle der Düngeverordnung ein und erläutert diese aus hessischer Sicht.

Stellungnahme Referentenentwurf Novelle der DüngeVO Stand 08.01.20

Noch deutlicher wird es auch dem Laien, wenn man sich die Ergebnisse der Brunnen auf der Karte ansieht.

Hessen_Nitrat_MW_Mai_2017_300T

Und das ausgerechnet ein Brunnen (Otzberg-Habitzheim) mit hohen Nitratwerten unter einem sehr großen und arrondierten Bio-Betrieb liegt, zeigt, dass nicht alles mit der Bewirtschaftung in Zusammenhang steht. Die Experten führen die hohen Werte auf natürliche Vorkommen zurück.

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45 Kommentare

  1. Jochen Böhrer sagt

    Sicher, dass es in Otzberg NICHT an der Bweirtschaftung liegt? In DEM Fall.. und vermutlich deutschlandweit nur in DEM Fall reden die Experten von natürlichem Vorkommen. Liegt vielleicht in der besonderen Prominenz des Besitzers und dessen Funktion. Von ihm stammt folgendes Zitat: „Peinlich für die Bundesregierung, schädlich für Gewässer und Bauern, ärgerlich für die Bürger: Deutschland muss ein weiteres Mal an das Düngerecht ran. Denn die aktuellen Regeln reichen für den Gewässerschutz nicht aus. Auch die Vorschläge, die die Bundesregierung in Brüssel eingereicht hat, sind ungenügend. Grundlage des Düngerechts muss jetzt endlich das Verursacher-Prinzip werden“ Eine sehr verwegene Forderung angesichts der bei ihm vorgefundenen Werte.

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  2. Thomas Apfel sagt

    Zur Illustration, wie solche Messnetze zu Stande kommen: Es liegt an der vorgefassten Meinung der Akteure in den Umweltämtern und dem daraus resultierenden Willen diese zu untermauern. Das deutsche „neue“ Nitratmessnetz ist tatsächlich repräsentativ: in Bezug auf die Verteilung von Messstellen mit Höchstwerten in der Landschaft. Niemals aber für die repräsentative Einschätzung des realen Zustandes der Wasserkörper, also den wertenden Vergleich bezüglich Grundwasserqualität zwischen EU-Ländern. Es ist ja durchaus notwendig und legitim die Entwicklung an den belasteten Messstellen zu beobachten und Gegenmaßnahmen einzuleiten, wohlgemerkt in direktem Zusammenhang mit den Problemstellen. Da aber eine politische Agenda mit vorgefassten Meinungen über moderne Landwirtschaft und neuerdings vor allem Viehhaltung verfolgt wird, werden tatsächlich gemessene Daten an Problemstellen in feinster NGO-Propagandamanier unzulässig auf den Gesamtzustand des Grundwassers extrapoliert. Diese Herangehensweise der unzulässigen Extrapolation kennen wir schon von den Ergebnissen der Krefeld-Studie. Auch wurden mit allerlei unzulässigen Tricks für das untersuchte kleine Naturschutzgebiet Orbroicher Bruch zutreffende Daten im Interesse von politischer Agenda unzulässig auf die gesamte Landwirtschaft extrapoliert.
    Man muss nur einmal den Blick auf die Akteure lenken, hier mal beispielhaft für das Landes Umweltamt in Brandenburg.:
    Ich hatte 2018 gemeinsam mit dem Pflanzenschutzdienst des Landes einen Stand zum Thema „Biodiversität trotz Pflanzenschutz – oder durch durch Pflanzenschutz? auf der Brandenburger Landwirtschaftsausstellung (BRALA). Im Rahmen eines Podiumsgespräches zu dem Thema, tauchte ein Dr. Köhler auf, der äußerst renitent fundamentalistische Auffassungen gegen jegliches Einbringen von „Bioziden“ in die Landschaft, respektive Landwirtschaft einbrachte. Wir hatten hinterher ein sehr heftig geführtes Streitgespräch von 2 Stunden.
    Dr. Ralf Köhler ist Sprecher des Bundesarbeitskreises Wasser des BUND, ist oder war Vorstandsmitglied des BUND Brandenburg (seiner Aussage nach).
    Er ist Referent Gewässerschutz beim Landesumweltamt Brandenburg, und nach eigener Aussage in diesem Amt Projektgruppenleiter für Gewässerentwicklungskonzepte und Maßnahmenumsetzung WRRL in Brandenburg.
    Dieser Mann war 1988 bis 1990 Landesvorsitzender des BUND Berlin, 1990 – 1994 Projektkoordinator Naturschutz beim WWF Deutschland, 1994 bis 1998 Leiter Projekt ökologische Grundlagen und Gewässerschutz im Schutzgebiet „Unteres Odertal“.
    Die Funktion im Landesumweltamt hat er seit 1998 inne. Wenn du solche Leute kennenlernst, wundert dich gar nichts mehr!

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    • Mark sagt

      Wenn man sich die Umweltministerien und Umweltämter des Bundes und der Länder anschaut, so stellt man fest, dass durchgängig alle Schlüsselpositionen von ehemaligen NGO-Aktivisten besetzt sind. Gegenüber dem grünen Filz war der schwarze Filz geradezu eine Krabbelgruppe!

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    • sonnenblume sagt

      Mit dem passenden Personal ist es durchaus möglich, stark zweifelhafte Messstellen für die Landwirtschaft unschädlich zu machen. Aber ob uns das in Brüssel jezt noch was bringt? Zumal man die Einstellung des Personal im BMEL zum BMU überhaupt nicht einschätzen kann. Hier geht es doch wohl mehr um das persönliche Überleben, denn über die Sachverhalte. Anders kann man sich diese Vorgänge und die Aussagen der Ministerinnen nicht mehr erklären.

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      • firedragon sagt

        Sonnenblume,
        ich habe keine Ahnung, ob unser DBV derzeit im Winterschlaf liegt, ich schließe mich der Meinung an, es gehört eine Klage gegen Deutschland eingereicht, seitens des DBV als unsere offizielle Berufsvertretung.

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        • sonnenblume sagt

          Die Herausnahme der Messstellen haben Landwirte und unabhängige Rechtsbeistände bewerkstellig. Nix mit Verband oder ähnlichem.

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        • Jochen Böhrer sagt

          Der DBV hat kein Verbandsklagerecht. Aber sowohl in RLP als auch in Niedersachsen haben Einzellandwirte geklagt. Und man munkelt, dass sie Strohmänner eines nicht klageberechtigten Verbands sind und dessen Unerstützung erfahren 😉

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      • Marta Boss sagt

        Ich verstehe es nicht! Wenn unsere Minister(innen),die uns vertreten sollen, nicht den Mumm zu einem klärenden Gespräch in Brüssel haben, man ziert sich seit Monaten und ignoriert hartnäckig, was nicht sein soll,
        warum nehmen die Landwirte das nicht selbst in die Hand? Ist das formell nicht möglich ? Kompetente Leute haben wir doch in den eigenen Reihen!
        Warum müssen wir uns hier tagtäglich diese arrogante Ignoranz bestimmter Politiker anhören?

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  3. bauerhans sagt

    ich wirtschafte zwischen tiefbrunnen des wasserwerks und darf keine organischen dünger auf einer grossen fläche ausbringen,aber nur aus hygienischen vorsorgegründen,damit keine keime eingetragen werden können.
    wird aber entschädigt.
    der durchgelegte abwasserkanal ist aus verklebten rohren mit besonderer dichtigkeit.
    nitrat spielt keine rolle.
    N min probe im jan.2020 auf der fläche,die seit 2017 keine gülle bekam,zwischenfrucht nach gerste 7-9kg,eine andere fläche weizen nach mais mit gülle 42-45 kg.

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    • Thomas Apfel sagt

      Es ist einfach nicht zu fassen. Diese Bande von Täuschern und Lügnern bei UBA und Umweltministerium muss doch irgendwie gestoppt werden können. Man kommt sich ja vor wie in Kafkas „Der Prozess“, am Ende wird man unschuldig hingerichtet, nur weil keiner den Vorgang aufhalten will, wo er nun doch mal eingeleitet ist.

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      • Mark sagt

        Wenn die mail tatsächlich aus dem Bundesumweltamt kam, dann ist das Video dadurch geadelt, denn die Kritik, die aufgeführt wird, betrifft nur Nebensächlichkeiten bzw. wurde durch den Videoproduzenten Neumann bereits weitgehend entkräftet. Hier liegt so viel im Argen, wenn der DBV darauf aufbauend keinen Neuanfang/grundlegenden Änderungen bei der Düngeverordnung auf die Reihe kriegt, dann ist er überflüssig!!(Was mir für Dr. Billau leid täte.)

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  4. Moin!

    Grundsätzlich ist es gut, wenn die Düngemittelverordnung – das Düngen per se – nicht mehr nur auf Reduzierung und Vermeidung von Strafzahlungen ausgelegt wäre, sondern auf die bedarfsgerechte Nährstoffversorgung der Pflanzen mit Blick auf Humuserhalt und -aufbau.

    Ich bin lediglich ein Laie, was das angeht, muß mich noch stärker in die Materie einarbeiten, hier nur erste Gedankengänge:

    1. Kategorisch anti zu sein, hilft politisch nicht. Heißt so viel wie: „Wir wollen so weitermachen wie bisher.“ Das setzt das falsche Signal. Sollten die ganzen Demos mehr oder weniger im Sande verlaufen, fürchten sogar meine Kontakt im Bauernverband um eine zunehmende Radikalisierung innerhalb der Bauernschaft, und das ist weder im Sinne der Landwirte, noch von Natur und Umwelt allgemein ganz zu schweigen unserer Demokratie. Oder anders gesagt: Die Idee hinter der Düngemittelverordnung ist richtig, nur die Stellschrauben und Instrumente sind falsch bzw. nicht justiert. (Nicht jede Bürokratie ist schlecht, siehe Verbot der PCBs etc.)

    2. Sündenbockprinzip nimmt einen selbst nicht aus der Verantwortung: Wie oft liest man was von Restfrachten aus Klärwerken oder defekten Leitungen, was – mit Rückmeldung vom Wasserverbandstag schnell herauszufinden – im Kern völlig daneben ist. Hier nur ein Zitat, weil auch Restfrachten immer wieder angesprochen werden:
    „Für die Einleitung der Restfrachten in die Oberflächengewässer zahlen Abwasserentsorger Abwasserabgabe: deutschlandweit sind dies ca. 300 Mio. €/Jahr, in Niedersachsen ca. 30 Mio. €.“

    Da werden schon Strafzahlungen fällig mit anderen Worten, wenn ich es richtig verstanden habe.

    Was Brunnen angeht, sind die Messung noch deutlich ausbaufähig, vor allem in der Tiefe. Doch ich verweise darauf, daß sich Nährstoffe ihren Weg im Boden erst suchen, der Faktor Zeit wird oft nicht berücksichtigt. So kann es oben schon zuviel sein, während unten noch alles okay ist. Insofern erachte ich es als richtig, wenn man die Bremse anzieht, wenn oben schon zu viel gemessen wurde.

    3. Die Düngemittelverordnung läuft dem Humusaufbau entgegen. Bei mehr als 4% Humusanteil muß pauschal ein Abstrich von 20kg/ha Nitrat inkaufgenommen werden. Also weniger Humus = weniger Puffer/Speicher = mehr muß von oben drauf, weil mehr versickert = gut fürs Grundwasser?!?

    Hinzu kommt die Aussage eines Ackerbauern, daß er eher den Wert für Phosphat mit seinem Schweinemist erreicht als den für Nitrat (eher sandiger Boden nebenbei).

    Außerdem wurde angemerkt, daß manch ein Landwirt wohl lieber mit Gülle mehrmals um den Hof fährt als zu den 20 bis 30km entfernten Ackerflächen. Die punktuelle Überbelastung, die aber bürokratisch paßt (wird ja nur bilanziert), ist durchaus ein Problem. Bis hin zu Hühnerställen, wo die Fläche ja paßt, die Tiere aber nur maximal 25m vom Auslauf fort sind, dort alles kahl picken mit entsprechend höherer Erosion der Ausscheidungen in die Böden (da gibt es „schöne“ Luftbildaufnahmen). Der Landwirt hätte gern GPS an den Maschinen zwecks Nachweis, ähnlich wie bei Fernfahrer, um die schwarzen Schafe zu erwischen.

    4. Herbstdüngung nur, wenn Pflanzen noch eine volle Vegetationsperiode mitnehmen können. Auch hier die Aussage eines Landwirtes: Was bringt es, gegen Ende September noch was ins Feld zu werfen, wenn die Pflanzen dann vielleicht 10cm groß sind, bevor sie eingehen, aber gedüngt wurde für eine ganze Wachstumsphase? Ich stand vor einem solchen Feld mit Zwischenfrüchten von ca. 2 m Höhe (Senf, Phacelia, „fürs Auge“ Sonnenblumen etc.), die der Landwirt schon um Mitte August ausgebracht hatte. Er hat im Strip-Till-Verfahren (Lohnunternehmer) sogar getestet, ob wenig, mittel oder viel Andüngungen Unterschiede machen würde, mehr Dünger hilft schneller beim Start und man hat mehr Biomasse, die mit Wurzelwerk auch wieder den Boden durchlüftet. Er will Winterbrache vermeiden, auch wenn es alles nachher eine braune Masse auf dem Feld sein wird, die er dann wieder einarbeiten kann, zumal er meint, so Nährstoffe im Boden besser halten zu können in Form dieser einzuarbeitenden Pflanzen statt im Boden, wo sie versickern.

    5. Gülletourismus – das Geschäft mit der Schiete. Hier in Niedersachsen wurden Silos teilweise zurückgehalten, bis der Wert zur Lagerung deutlich angezogen hat mangels Platzes. Ein Ansatz wäre ein vom Staat ins Leben gerufene Nährstoffnetzwerk, denn für einen Quadratmeter transportierte Gülle rund 15 € zu löhnen, ist nicht wirtschaftlich. Ob man diese vorher eindickt und das Wasser entzieht oder ähnliches, müßte man schauen. Aber allein mit Blick auf Kali (eher Kühe) und Phosphat (eher Schweine) wäre das sicherlich vorteilhaft, um Nährstoffüberschüsse dorthin zu bringen, wo sie im Ackerbau benötigt würden, zum Beispiel im Osten der Republik.

    6. Fruchtfolgen. Mal abgesehen von der Anzahl der Fruchtfolgen ist vor allem beim bodenkonservierenden pfluglosen Ackerbau auch der Faktor Hygiene wichtig. Vorgängerpflanzen dürfen nicht Pflanzenkrankheiten haben, die die nächste Frucht infizieren könnten. Solche Faktoren sind ebenfalls zu berücksichtigen nebst den Faktoren wie Bodenzehrer, Wurzelwerk (z.B. Phacelia, Luzerne) usw.

    7. Bodenbeschaffenheit. Je mehr Humus, desto höhere Speicherkapazität (TOC, gesamter Kohlenstoffanteil, ist ein großer Faktor meines Wissens). Wer kohlenstoffhaltigen (an)moorigen Grund hat, muß weniger um Dürre und Nährstoffverlust fürchten, kann somit jedoch auch nur weniger ausbringen. Man könnte jetzt sagen: Wer moorigen Grund hat, sollte den Schwerpunkt nicht auf Tierhaltung setzen.

    8. Paradigmenwechsel: Weg von „wohin mit den Nährstoffen“ hin zu „maximale Erträge mit möglichst wenig Nährstoffen und Mineraldünger“. Eine Anbaustrategie, von der ich kürzlich gelesen habe, wurde in China entwickelt, nennt sich ISSM (Integriertes-Boden-Frucht-Systemmanagement). Ich glaube, sie arbeiten mit Zeigerpflanzen und düngen direkt in die jeweiligen Wachstumsphasen für maximale Erträge. Zum Beispiel heißt es bei Pflanzen: Wenn sie anfangs weniger Nährstoffe hätten, werden sie robuster, die Zellwände fester (Stichwort Läuse), wenn aber die Körner etc. ausgebildet werden, ist ein gutes Angebot an Nährstoffen wichtig (bitte prüfen, ich bin wie gesagt nur Laie). Kann jedoch sein, daß wir weg müssen von der Menge an Tierhaltung: 88kg Pro-Kopf-Verbrauch und dann immer noch 120% über Selbstversorgung bei rund 25% Eiweißfuttermittelimport ist einfach zu heftig, dem Exportfokus geschuldet, doch faktisch ist es ein Nährstoffexport einerseits bzw. -import andererseits mit der Menge an Gülle und der Frage, wohin damit.

    Wie geagt hätte ein Ackerbauer lieber mal Schweinemist, mal Kuhmist, je nachdem wo er Kali oder Phosphat bräuchte, statt nur eine Sorte Mist und den Rest über teuren mineralischen Dünger auszugleichen (siehe die Kartellabsprache, die jüngst offenkundig wurde; insofern wäre möglichst große Unabhängigkeit von der vor- und nachgelagerten Industrie durchaus erstrebenswert).

    Soweit von mir als Laien. Ich hoffe, da steckt was drin, was auch die Düngemittelverordnung zu mehr Sachlichkeit bringen kann!

    Chris

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    • firedragon sagt

      Guten Morgen Herr Suhr,
      eigentlich möchte ich Ihnen nicht antworten.
      Ich greife auch nur Ihren ersten Punkt auf – das ist eine, in meinen Augen, boshafte Unterstellung gegen die LW.
      Kein Landwirt ist „anti…“, jedem ist daran gelegen, seinen Boden und alles Umfeld bestmöglich zu erhalten, anderes zu behaupten ist Quatsch. Und selbst Sie Herr Suhr, sollten doch allmählich begriffen haben, dass es der LW in diesen ganzen Diskussionen darum geht, per widersinniger Gesetze, die praxisorientierte Handlungsfähigkeit auf den Äckern nicht zu verlieren.
      Zur „Radikalisierung“, wie sie angeblich von einigen Stellen befürchtet wird (ich frage mich, wie man darauf kommt)- im Gegensatz zu anderen „Gruppierungen“ von Menschen, hat der Landwirt was zu verlieren, das wird er nicht unbedacht auf’s Spiel setzen.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Die radikalen Bauern haben gestern ihre selbsterzeugten Schäden durch die Demo am Osterdeich in Bremen mit schwerem Gerät, Hacke und Schaufel selbst beseitigt, und Gras neu eingesät. Ich kenne keine Bevölkerungsgruppe, die ihren Dreck selber wieder wegräumt und Schäden beseitigt….nicht mal ihren Sylvesterdreck.
        https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/gesellschaft/bauerndemo-treckerdemo–osterdeich-landwirte-schaeden-reparaturen-bremen-100.html

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      • Der Brandenburgbauer sagt

        @firedragon, Moin, Herr Suhr versucht es seit Monaten seine Meinung hier im Blog bei Willi zu plazieren. Aus meiner Sicht gibt er sich auch sehr viel Mühe. Aber er kann sich einfach nicht in die Denkweise der Landwirte versetzen. Das sollten wir ihm nicht übel nehmen. Einfach kurz und knapp darauf hinweisen das seine Meinung oft völlig daneben liegt und den Betroffenen nicht weiterhilft. Ob ihm das hilft weiss ich nicht,
        aber es sollte zum nachdenken anregen. Herr Suhr, bitte lesen sie den Beitrag von firedragon
        einmal ganz in Ruhe und ohne Vorurteile, dann wird es auch bei ihnenen Klick
        machen. Das ist jetzt keine Ironie das ist mein vollster Ernst.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Zitat Suhr: „Was Brunnen angeht, sind die Messung noch deutlich ausbaufähig, vor allem in der Tiefe. Doch ich verweise darauf, daß sich Nährstoffe ihren Weg im Boden erst suchen, der Faktor Zeit wird oft nicht berücksichtigt. So kann es oben schon zuviel sein, während unten noch alles okay ist. Insofern erachte ich es als richtig, wenn man die Bremse anzieht, wenn oben schon zu viel gemessen wurde.“

      Tja, und Frau Ertl hat einen Rückgang um 1,8% schon als Indiz für einen Rückgang aufgrund gesetzlicher Ordnungrahmen postuliert. Was denn nun? Ich glaube, dass jeder sich sein eigenes Weltbild bastelt und damit die Welt ganz allein retten möchte, aber ausschließlich auf Kosten der Bauern natürlich!
      Die Sache mit der Selbstversorgung hängt mir sowas von aus dem Hals….das glaubt man gar nicht.
      Die Staaten, die Kaffee, Bananen, Orangen, etc. exportieren, exportieren sie, weil ihr Selbstversorgungsgrad überschritten ist……nicht weil sie davon leben können, glaubste selber oder?
      Der Selbstversorgungsgrad ist ein Gradmesser für genau: gar nichts!

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      • Brötchen sagt

        „Die Sache mit der Selbstversorgung hängt mir sowas von aus dem Hals….das glaubt man gar nicht“

        mir auch, weil nicht mal in D. bekommen wir das hin!?
        Auf die Regionen bezogen.

        1. Wir haben eine absolut arbeitsteilige und spezialisierte Gesellschaft, nur in der Lw. soll das nicht so sein.
        Der Kleinbauer macht vom Traktor reparieren bis zum Wurstverkauf alles selber.

        2. Ein reiner Agrarstaat hat überhaupt keine andere Möglichkeit Devisen zu erwirtschaften, als über Agrarprodukte.

        3.Die Innerstaatliche Arbeitsteilung hat sich zu einer globalisierten Arbeitsteilung entwickelt, nur die LW. soll genau das Gegenteil machen.

        Sicher bringt das auch Probleme mit sich, aber das sollte man ausgewogen diskutieren,
        Man kann nicht eine offene Gesellschaft propagieren sich aber in Bereichen total abschotten.
        Zumal das auch fachlich keinen Sinn macht, das ist reine Esoterik.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Sehe ich genauso Brötchen.
          Besonders dämlich wird es, wenn man ein Volk so weit indoktriniert, dass es seinen Fleischverzehr reduziert, um dann den ideologisch verpöhnten Selbstversorgungsgrad noch weiter nach oben zu treiben, und um den Fleischexporteur dann noch weiter zu drangsalieren, weil er ja nun ein noch schlechterer Mensch geworden ist. Das nennt man dann wohl ökofaschistoides Paradoxon.

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      • Elisabeth Ertl sagt

        Herr Severs, wenn der Anteil von Messstellen mit Grenzüberschreitung von 11,5% auf 9,7% zurückgeht, dann ist das nicht ein Rückgang um 1,8%, sondern um 11%. Zur Interpretation der verlinkten Kurve habe ich noch Informationen nachgeliefert, die Sie vielleicht nicht gelesen haben.
        Ich wollte aber auch nur sagen, dass das repräsentativere Messnetz Österreich auch nicht vor EU-Schikanen schützt. Mittlerweile hat man uns von dort ausgerichtet, dass jeder private Besitzer eines Hausbrunnens jede auch nur drohende Grenzüberschreitung bei Nitrat oder Agrarchemie den Landwirten der Umgebung anlasten und eine Änderung der Wirtschaftsweise einfordern darf. Dass die irgendein Mitleid mit kleinstrukturierter Landwirtschaft haben, das glaube ich nicht. Sie wollen uns jetzt auch die Subventionen für die Berglandwirtschaft streichen. Der Fisch fängt wohl trotz allem in Brüssel zu stinken an, weniger in Berlin, auch wenn ich die Empörung über das deutsche Messnetz verstehe.

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              • Brötchen sagt

                Frau Ertl, jetzt eine Diskussion zum Punkt:
                Wenn ich das jetzt richtig sehen, gehen ich davon aus:
                Sie hatten ein Balkendiagramm verlinkt. Die Balken sind in Prozent angegeben. Nun vergleich Sie zwei Balken in dem Diagramm. Den Vergleich kann man als Differenz zwischen zwei Balken direkt in Prozent angeben. Die Differenz nochmal in Prozent umzurechnen macht keinen Sinn. Nur wenn die Balken reine gemessene Zahlen repräsentieren, dann wäre das angebracht.
                Prozent hat den Sinn Zahlen vergleichbar zu machen, indem diese auf eine gemeinsame Basis umgerechnet werden, auf die Basis Hundert.

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    • Lady sagt

      „Die Idee hinter der Düngemittelverordnung ist richtig“
      Chris, welche Idee ist da richtig?
      Der Sinn einer Düngeverordnung liegt doch wohl in ersten Linie darin, den Landwirten einen sicheren Rechtsrahmen für alle die Düngung betreffenden Maßnahmen zu geben. Ganz allgemein aber besonders in Bezug auf andere Ziele/Gesetze etwa aus den Bereichen Umwelt/Natur, Gewässerschutz oder auch Arbeitsschutz.
      Die Idee dahinter ist den Landwirt zu schützen, nicht den Staat vor dem Landwirt. Das ist übrigens auch die Grundidee unseres GG, Schutz des einzelnen vor dem Staat.
      Eine bedarfsgerechte Düngung lernt jeder Landwirt in der Ausbildung, dafür braucht niemand eine Verordnung. Zumal ja genau das Gegenteil passieren wird, mit einer 20%igen Unterdüngung ist es nicht möglich, die Pflanzen angemessen zu ernähren .
      Und wenn dem Laien suggeriert wird, die Landwirte würden pauschal ständig überdüngen, daher wäre eine Diät sachlich angemessen. Dann widerspricht das den Fakten und vermindert das Ansehen der Landwirten. Was mit Schutz kaum etwas zu tun hat, wenn man als dämlich hingestellt wird.
      Und wenn beim Thema Grundwasserschutz/Nitrat erstens die Datenlage arg dürftig ist – höflich formuliert- und zweitens die Maßnahmen auch gar nicht oder kaum greifen, dann gehört so ein Gesetz eher in den Müll.
      Die Messstelle unter einer Pferdestandweide wird keine verminderten Werte anzeigen, wenn sich nicht an der Pferdehaltung was ändert. Auch nicht wenn der Nachbar seine Pflanzen verhungert lassen muss.

      „Weg von „wohin mit den Nährstoffen“ hin zu „maximale Erträge mit möglichst wenig Nährstoffen und Mineraldünger““
      Die meisten Landwirte haben nicht das Problem von zu viel Nährstoffen. Und maximale Erträge mit möglichst wenig Input ist nicht nur mathematisch „schwierig“. Ich kann nur eine Seite wirklich optimieren. Und bei uns ist es die Technologie, die zumindest in gewissen Grenzen die Düngung noch wirksamer einsetzen kann. Da erscheinen mir Zeigerpflanzen etwas „rückständig“.

      Auch nur die Gedanken einer Hobby-Landfrau.

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    • Elisabeth Ertl sagt

      Herr Suhr, bei diesen Nitratgeschichten ist es so: Da können sie es der EU recht machen wie Sie wollen. Dann wird eben die Richtlinie geändert, und es heißt: „Das geht uns noch nicht weit genug.“ Weil in Brüssel einerseits die Konzerne und andererseits die NGOs das Sagen haben, was immer mehr aufs Gleiche hinausläuft.

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  5. Mark sagt

    Sehr gute Arbeit von Dr. Billau. Was ich mir noch gewünscht hätte, wäre ein Punkt zur aufgeblähten und masslos überzogenen Bürokratie im Zusammenhang mit der Düngeverordnung, die ja keinerlei positiven Effekt für den Gewässerschutz darstellt. Bei Punkt 3 Verbot der Herbstdüngnung hätte man als wichtigsten Punkt erwähnen müssen, dass die Ausdehnunng der Sperrfristen ökologisch total kontraproduktiv sind. Mit der damit verbundenen extremen Verkleinerung der Ausbringfenster ist der Landwirt gezwungen, in kurzen Zeiträumen die gesammte organische Düngung eines Jahres vorzunehmen, was die Gefahr der Auswaschung bzw. nicht vollständige Verwertung durch den Pflanzenbestand drastische erhöht. Es drängt sich der Verdacht auf, dass Erfolge bezüglich der Nitratgehalte in den Messstellen dadurch gezielt verhindert werden sollen um weiteren Verschärfungen des Düngerechts Tür und Torr zu öffnen. Ebenso hätte in Punkt 4 (Reduktion um 20%) erwähnt werden müssen, dass eine Redution der N-Düngung um 20% unter den Bedarf zwangsläufig Humusabbau bedeutet und damit die Auswaschunsgefahr trotz weniger Düngung in Zukunft steigt. Man darf eine solche Düngeverordnung nicht nur ablehnen, sondern man muss konsequenter Weise juristisch dagegen vorgehen, notfalls bis zun EUGH und dies auch ankündigen!!

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  6. Einfacher Bürger sagt

    Ist nicht jeder Hausbesitzer verpflichtet seine Abwasserleitung auf Dichtheit überprüfen zu lassen? Natürlich muss dann auch ein Mangel behoben werden. Das wird schon wir retten die Welt.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Kommst du doch gar nicht dahinter, ob die KG- Leitung leckt oder nicht…., oder ob die Dreikammergrube undicht ist.

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        • Brötchen sagt

          zu dem, ist der Eintrag von Omi im Dorf, die sowieso extrem Wasser spart meines Erachtens Peanut.
          Bei uns liegen reihenweise die Misthaufen auf den Pferdehöfen ohne Platte und irgendwelche Ableitungen rum. Da guckt niemand hin.
          Nun ist Pferdemist nicht so extrem stickstoffhaltig.

          Wenn die Leitung einer mittelgroßen stadt undicht ist, dann läuft da schon mehr „stickstoff“ weg.

          Rechnen wir mal ein Dorf 500 einwohner, jeder braucht 100 l am Tag sind 500 m³ davon 10 % Verlust sind 50 m³ am Tag.

          bei 5000 Einwohnern sind das 500 m³ bei 50000 5000 m³.

          Wir bringen ca. 1000 m³ Gülle auf 60 ha pro Jahr aus.

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          • Brötchen sagt

            1 % Verlust pro Tag wären

            500 Einwohner 5 m³ /Tag = 1825 m³/Jahr
            5000 Einwohner 50 m³/Tag = 18250 m³ /Jahr
            50000 Einwohner 500 m³/Tag = 182500 m³/Jahr

            Nun kann man sagen in der Stadt sind die Leitungen dichter, weil lohnt sich eher und kommt mehr Geld zusammen.
            Sagen wir da geht nur 0,1 % weg, das wären dann 1800 m³ pro Jahr.

            Entspricht etwa der Menge Gülle die ein LW auf 120 ha ausbringt.
            mal ganz grob überschlagen.

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          • sonnenblume sagt

            Ein Messbrunnen unter einer Standweide (Pferde) beschert der Insel Amrum immerhin komplett die Farbe Rot, obwohl alle anderen im grünen Bereich sind. Aussage von Herrn Keckl.

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  7. Einfacher Bürger sagt

    Ich hasse euch sagte doch im letzten Jahr eine junge Schwedin. was würde wohl passieren wenn das ein junger Landwirt oder Landwirtin das sagen würde?

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  8. Brötchen sagt

    Hallo Willi!

    Was Bio betrifft, das ist eben der Irrglaube, die können nicht so gezielt düngen, wie konv.
    Hängt natürlich auch von Know How ab.
    Ist mit der Fütterung auch so, ich kann konv. fast ohne Eiweissverschwendung füttern das ist in Bio unmöglich. Man kann eben nicht alles haben, irgendeinen Kompromiss muss man immer machen Bezieht sich immer auf eine einigermaßen wirtschaftliche Leistung/Ertrag.

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    • Brötchen sagt

      Was die Hessenkarte betrifft, würde mal schätzen, dass unter 10 % der Messwerte über 50 mg lagen.

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    • brouss sagt

      Muss das Brötchen mal kräftig unterstützen. Die bauen auch viel Luzerne, die wurzelt bis 5 m tief, dann wird umgebrochen und Getreide darauf gebaut. Das Getreide wurzelt nur ca. 1 m und das nur für ein paar Monate. Dann hat man schon mal viel Wurzelmasse (mit N) in 1….5m Tiefe. die nicht mehr nach oben kommt und wenn die Wurzeln weg sind ein Haufen Kanäle wo der Regen N runterspülen kann.

      Wenn der Willi mal wieder bei der Ministerin ist, kann er auch mal nach den ganzen Skandalen nachfragen. Zweimal riesige BSE-Skandale, dabei sollen es, nach Udo Pollmer, Hormonspritzen (aus Rinderhirn) gewesen sein.

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