Zum Sonntag etwas zum Nachdenken. Es hat mit Landwirtschaft eher nichts zu tun, sondern ist ein gesamtgesellschaftlicher Text, den man überschreiben könnte: „Am deutschen Wesen soll die Welt genesen“
Hier ein Auszug:
„Dabei ist Begrenztheit kein moralisches Versagen, sondern eine anthropologische Konstante. Kein Individuum, keine Gesellschaft und kein Staat kann unbegrenzte Verantwortung tragen, ohne sich selbst zu destabilisieren. Wer diese Tatsache ignoriert, ersetzt Realpolitik nicht durch Humanität, sondern durch Ideologie.
Ideologien scheitern selten an ihren Idealen, sondern an ihrer Blindheit gegenüber Nebenfolgen. Ideologien zeichnen sich weniger durch falsche Werte aus als durch ihre Immunität gegenüber Realität. Sie dulden keine Gegenargumente, weil jede Begrenzung als moralischer Verrat interpretiert wird.
Deutschlands aktuelle Herausforderung ist nicht ein Mangel an Moral, sondern der Verlust des Maßes. Ein Sozialstaat, eine Migrationspolitik, eine Klimastrategie ohne Begrenzung verlieren ihre Tragfähigkeit. Der moralische Daueralarmzustand stärkt uns am Ende nicht, sondern schwächt uns. Vielleicht liegt der eigentliche zivilisatorische Fortschritt nicht darin, die Welt retten zu wollen, sondern darin, anzuerkennen, dass wir es nicht können. Reife zeigt sich nicht im Anspruch auf Allmacht, sondern in der Fähigkeit zur Selbstbegrenzung.“
Den Link zu diesem Text hat mir Bauer Fritz am Mittwoch um 18 Uhr geschickt. Um 20 Uhr war er tot. Ich kannte ihn seit 10 Jahren und wir waren Freunde. Sein Tod erschüttert mich bis ins Mark.


Der Tod von Bauer Fritz schockiert auch mich. Ich frage mich, wie alt war er eigentlich schon? Ich war oft nicht seiner Meinung, aber seine Beiträge waren immer fachlich fundiert. Vor allem aber interessierten mich seine Texte, weil er ein Landsmann war. Er hat diesen Zeitungsartikel über Deutschland ja als Österreicher gepostet, wobei die Oberösterreicher hierzulande als „Preußen Österreichs“ gelten, den Deutschen deutlich ähnlicher als der Rest.
Wie denke ich über dieses Thema? Wenn man die drei großen Gesellschaftebereiche – 1) Kultur/Kunst/Religion – 2) Wirtschaft – 3) Politk – betrachtet, so fällt mir ein, dass man Deutschland einst als Volk der Denker und Dichter betrachtet hat, und dass das Heilige Römische Reich deutscher Nation ein eher ideelles Gebilde war, unterschiedliche Völker umfassend, ohne allzu viel Macht. Und wenn man in langen Zeiträumen denkt, dann war es das, was Deutschland mit Recht groß gemacht hat. Der Großteil jener Geistesgeschichte der Neuzeit, mit der man sich als Europäer gerne identifiziert, fand in Deutschland statt: Die Reformation, deren zentrale Anliegen auch die katholische Kirche – wenn auch mit großer Verspätung – übernmmt; die sich daraus entwickelnde Aufklärung des Immanuel Kant; Karl Marx, dessen ANALYSE auch heute noch stimmt, etc. etc.
Marx hat erst damit Schaden angerichtet, dass er aus seiner Analyse Politik abgeleitet hat. Das hätte er besser bleiben lassen. Und dass das Aufkommen der Nationalstaaten den Deutschen dann sehr viel politische Macht zukommen ließ, hat Europa schließlich nicht gut getan.
Der jetzige Schaden entsteht nicht dadurch, dass die Deutschen das unbestreitbare und anzuerkennende Talent haben, ethisch-moralisch zu DENKEN und zu fühlen, sondern dass sie dann als bevölkerungsmäßig sehr großes Land so viel politische Macht auf sich ziehen. So wird aus ethischer Haltung einengendes gesetz und versklavende Bürokratie. Man hat hier von Österreich aus das Gefühl: EU = Deutschland.
Das tut vor allem den slawischen Völkern nicht gut, deren seelisch-geistige Gestimmtheit ein wertvolles Gegengewicht zu jener Deutschlands sein könnte mit ihrem unideologischen Empfinden für die Realität, ihrer großen Akzeptanz für Leid und Unheil und mit ihrem Improvisationstalent.
Ich muss an Otto Habsburg denken, der gemeint hat, die zentralen politischen Institutionen der EU seien nicht ohne Grund auf frankophonem Boden errichtet worden, weil keine europäische Sprache sich so gut für die Formulierung von Gesetzen eignet, wie das Französische. Das Deutsche mit seiner unsystermatischen Grammatik und dem Freiraum für Wortschöpfungen sei die Philosophensprache, aus der neue Gedanken erwachsen.
Das ist sehr traurig, dass Bauer Fritz jetzt keine Beiträge mehr posten kann und meiner Meinung nach auch ein Verlust für diesen interessanten Blog.
Bauer Fritz gehörte aus meiner Sicht zwar zum „gegnerischen Lager“, aber seine Beiträge halte ich nach wie vor für geeignet, die im zeitgeschichtlichen Kontext unvermeidlich entstehenden und vergehenden Dogmen als das zu sehen was sie sind: Triebkräfte gesellschaftlicher Entwicklung mit entsprechend viel Lärm.
Mir jedenfalls ist das lieber als das, was „Das Wirtschaftssystem der kleinen Leute“ ( Werner Plumpe) aus sich heraus hervorbringt. Das kann man wohlbegründet so zusammenfassen: stark hierarchisierte Gesellschaft ohne soziale Mobilität und damit ein Rückfall in vormoderne Muster.
Oh, das ist wirklich sehr schade! Ich werde die Kommentar von Bauer Fritz ebenfalls vermissen!
(Mal wieder) eine Buchempfehlung zum Thema: „Das Risiko und sein Preis“ (original: „Skin in the Game“) von Nassim Nicholas Taleb. Er legt dort ausführlich dar, daß viele aktuelle Probleme daher rühren, daß es zu viele versteckte oder offene Asymmetrien gibt: Diejenigen, die die Regeln machen, tragen keinen Anteil von den Folgen, wenn es schief geht.
Ausgewogene Entscheidungen trifft nur der, der auch selbst an der Realität beteiligt ist. Also sicher nicht der staatsversorgte und pensionsberechtigte Moralapostel oder der theoretisierende Ministerialrat in seinem klimatisierten Büro…
Traurig.
Mein Mitgefühl gilt allen Angehörigen und Freunden. Seine Beiträge hier werden fehlen.
Der verlinkte Text trifft die Lage im Land ganz gut, wie ich finde.
Kürzlich hat in einem Interview auf youtube einer von grassierender „Haltungsmoral“ im Land gesprochen, welche mehr und mehr eine „Verantwortungsmoral“ zu ersetzen scheint. Schaut man auf das winterliche Berlin, die dortigen Zustände und Akteure, dann bestätigt das dort Dargebotene diese Aussage genauso sehr, wie es die meisten politischen Vorgänge dieser Tage in Wokeistanien tun.
Ich weiß nicht, ob man von einem Vermächtnis sprechen kann. Es war Fritz aber anscheinend wichtig, auf die Irrwege noch einmal hingewiesen zu haben.
Ruhe sanft.
Ich schließe mich den vielen Beileidsbekundungen an und werde Bauer Fritz auch sehr vermissen.
Nach Überfliegen seiner vielen wertvollen Beiträge und Kommentaren und Abgleich
mit seinen letztem auserwählten Text, wirkt dieser nicht nur als kurze Zusammenfassung
sondern schon als Vermächtnis. All seine Beiträge und Kommentare könnte man in einem
Buch verfassen.
Auch wenn der obige Text nicht seine von uns gewohnte Handschrift trägt, macht es Hoffnung ,
wenn es Reporter bzw. Autoren gibt welche auch zur selben oder ähnlichen Erkenntnis kommen.
Es bleibt wohl unser Aufgabe einen Weg zu finden diese realen Erkenntnisse den verantwortlichen Entscheidungsträgern(„Volksvertretern“) dauerhaft zu transformieren.
moin der Text ist sehr gut und wir brauchen wirklich ein wenig oder besser gesagt sehr viel mehr Bezug zu Realität! wir sollten vielleicht akzeptieren, dass es auf der Erde nie gleich warm war und dass die Landwirtschaft sehr unterschiedlich ist! von daher muss man auch akzeptieren das verschiedene Methoden richtig sein können. leider gibt es sehr viele Menschen die immer meinen irgendwas besser zu wissen. mein Beileid wünsche ich auch und einen schönen Sonntag.
oh jetzt habe ich doppelt abgeschickt vielleicht kann der einige noch werden danke
moin der Text ist sehr gut und wir brauchen wirklich ein wenig oder besser gesagt sehr viel mehr Bezug zu Realität! wir sollten vielleicht akzeptieren, dass es auf der Erde nie gleich warm war und dass die Landwirtschaft sehr unterschiedlich ist! von daher muss man auch akzeptieren das verschiedene Methoden richtig sein können. leider gibt es sehr viele Menschen die immer meinen irgendwas besser zu wissen. mein Beileid wünsche ich auch und einen schönen Sonntag.
Aufrichtiges Beileid, die Kommentare von Bauer Fritz habe ich sehr gern gelesen. Es ist dennoch ein Geschenk bis Zuletzt geistig beweglich zu sein. Das ist nicht allen Menschen vergönnt. Mit dem Alter sieht man den Daueralarmismus auch als Ablenkungsmanöver von den wichtigen Baustellen.
Es sind solche Hinweise, eigene Texte, Kommentare die uns Fritz so wertvoll machten. Er hat hier im Blog, aber auch bei uns dauerhafte, positive Spuren hinterlassen, und die bleiben.
Bauer Fritz ist ein Verlust auch für uns hier im Blog. —
Zu dem heutigen Text fällt mir nur ein Text von Bertolt Brecht ein:
Wer die Wahrheit nicht weiß und sie Lüge nennt , ist ein Verbrecher. “ Ich meine : Nicht Irrtum ist gefährlich – sondern Verdrängung . Nicht Unwissenheit – sondern Verschweigen des Wissens. Heute trifft das ins Mark.
Schönen Sonntag.
Guten Morgen
Tut mir leid 😢 ich hoffe für die Angehörigen das sie den Verlust gut überstehen und mögen ihn im Herzen und erinnerung behalten.
Auf einem Wegekreuz meiner Familie ist ein Spruch: Empfehle jeder Zeit deine Seele,
Gott dein Erlöser, denn niemand weiß, wann er sie von dir fordert.
Gott fordert keine Seelen. Das hatten vielleicht Epstein, Gates oder Lauterbach behauptet, aber es steht so nicht im Koran oder im Talmud und wurde auch weder in der Ukraine noch in Wuhan umgesetzt.
Ein leiser Abschied mit großen Worten und Gedanken… 😢 Lieber Willi, auch von mir mein herzliches Beileid! Es werden sich bestimmt viele von uns immer wieder an Bauer Fritz erinnern, daran, dass er nicht nur Ihr Freund war, sondern auch Teil dieses Blogs.
Der Text schien Bauer Fritz wichtig zu sein und sollte zum Nachdenken anregen!? 🕯️🎈
Mein Beileid .
Die Evolution des Menschen ist unterschiedlich fortgeschritten, weswegen immer noch Menschen in diesem Land diesen arroganten Satz —
Am deutschen Wesen soll die Welt genesen—
leben.
Leider!!!
Mit Ideologien sind wir in Deutschland in der Geschichte oft genug auf die Schnauze gefallen.
Damit sich ein Land ausbreiten kann, wurde immer die arbeitende Bevölkerung (die Untertanen) ausgesaugt und klein gehalten. Dazu passt auch gut das YouTube Video von Gerd Gantaför, Ur-links ?, unter das Gesetz der Herde.
Lieber Bauer Willi, dass Sie Ihren guten Freund Bauer Fritz so unerwartet verloren haben, tut mir sehr leid. Fritz hat viele sehr interessante Artikel bei Ihnen geschrieben und mich mit seinen Rechenkünsten richtig beeindruckt. Das ist so Schade und – wie immer – für Freunde und Angehörige viel zu früh. Er wird mir fehlen. Mein herzliches Beileid an die Vielen, die ihn kannten. Lieber Bauer Fritz, ich bin mir sicher, Du wirst jetzt von oben Deine Familie und alle Deine Freunde lieben und unterstützen ! Vielen Dank dass Du da warst !
Da schließe ich mich vollumfänglich an.
Vielleicht ist er ja auch nicht tot, sondern nur nach Brasilien verschwunden.
1. Zum Verlust Ihres Freundes herzliches Beileid.
2. Hervorragender Beitrag. Solange es Angehörige des Souveräns i. S. v. Art 20 Abs 2 Satz 1 GG gibt, die der tonangebenden Kaste diese ‚anthropologische Konstante‘ unter die Nase reiben, flackert Hoffnung.
Aus dem schneematschglatten Berlin dankt und grüßt
C.
Ja – der Tod reißt immer sehr schmerzhafte Lücken, es tut mir leid, dass Sie Ihren Freund verloren haben.
Aber Sie haben ihn nur vorerst verloren – er ist uns ja nur vorausgegangen, für ihn hat alle Sorge und Plage ein Ende und er ist nun an dem Ort seines Ausgangspunkts zurückgekehrt. Es gibt also ein Wiedersehen – trotzdem fehlt er Ihnen hier und das erschüttert und schmerzt. Der Schmerz wird weniger mit der Zeit und die Erinnerungen an schöne Begebenheiten mit ihm nehmen zu.
Es tut mir leid für Sie.
😢