Bauer Willi
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Haben wir den Hauch einer Ahnung?

Der Gastkommentar stammt heute von Dr. agr. Thomas Aßheuer (60) aus Berlin. Thomas arbeitet seit 10 Jahren in der öffentlichen Forschungsförderung des Bundes im Projektmanagement und betreut überwiegend Projekte der Agrarforschung. Er ist Agraringenieur, Fachrichtung Pflanzenproduktion und hat im Bereich Agrarökologie im Gießener Bodenbearbeitungsprojekt promoviert. Danach folgten viele Jahre als selbstständiger Shiitake-Pilzzüchter im Familienbetrieb und vier Jahre als Produktentwickler in der Biotechnologie. Er äußert hier seine private Meinung.

Haben wir den Hauch einer Ahnung, was Biodiversität eigentlich ist?

von Dr. agr. Thomas Aßheuer, Berlin, Oktober 2020

 Vor ein paar Wochen schrieb ich eine Antwort auf einen Tweet von Bauer Willi, der sich – zu Recht wie ich finde – über eine Grafik des WDR aufgeregt hat. Thema: Biodiversitätsverlust. Hauptübeltäter: Die Landwirtschaft, natürlich. Mein Kommentar dazu:

Lieber Willi, ich habe über Biodiversität auf dem Acker promoviert[1] und zwei Dinge dabei gelernt: Traue keiner Zahl und wir haben nicht den Hauch einer Ahnung was Biodiversität eigentlich ist. Bitte machen Sie weiter Ihre Arbeit und lassen Sie sich nicht provozieren oder entmutigen.

Natürlich führen Tweets zu starken Verkürzungen, die problematisch sein können und daher will ich mich hier etwas ausführlicher dazu auslassen. Ich bin selbst zwar kein Landwirt, aber Agraringenieur und als solcher durchaus vertraut mit der Praxis, aber auch mit der Agrarforschung, speziell mit Agrarökosystemen und Bodenleben.

Eine sehr elementare Zuneigung zum Lebendigen ist nach meiner Erfahrung eine Eigenschaft, die weitaus die meisten Landwirte mitbringen, sonst könnten sie ihren Beruf gar nicht ausüben. Den Bauern ist es eben nicht egal, was auf ihren Feldern, Wiesen und Weiden an Lebendigem unterwegs ist. Aber ihre Aufgabe ist es nun mal, Getreide, Eier und Fleisch zu erzeugen, das hat Priorität – und muss es auch. In diesem Zusammenhang ist Biodiversität auf landwirtschaftlich genutzten Flächen auch wichtig, aber nur nachgeordnet. Die Beständigkeit des eigenen Betriebes über Generationen und die Ernährung und Versorgung der Bevölkerung stehen vorne an. Bauern wollen schlicht nicht dauernd gesellschaftlich dafür geprügelt werden, dass sie ihre Arbeit tun und schon gar nicht von Menschen, die selbst nichts riskieren. Denn auch das ist Teil der Wahrheit, die meisten Bauern in Deutschland sind Unternehmer, sie tragen fast wörtlich „ihre Haut zu Markte“. Sie können Fehler machen und pleitegehen. Bei aller Verantwortung für das Gemeinwohl kann das in der ganzen Debatte doch nicht ignoriert werden!

Traue keiner Zahl“ war mein erstes Statement im Zusammenhang mit der Darstellung des WDR über Biodiversitätsverlust. Es ist mir unerträglich, dass „seriöse“ öffentlich-rechtliche Medien immer wieder dieselben Tricks anwenden, um eine politische Botschaft zu untermauern. Angaben von Prozentwerten ohne jeden Kontext sind völlig wertlos. Punkt. Niemand kann sagen, was die Zahlen 26%, 22% und 11% wirklich aussagen, wie sie einzuordnen sind. Auch die Zuordnung „Anteil der Belastungen“ hilft da nicht wirklich weiter, wie sind denn „Belastungen“ definiert? Das ist einfach Bullshit, um in der Agrarsprache zu bleiben, weil der konkrete, nachvollziehbare Bezug unterschlagen wird. Um Unfug mit Prozenten zu veranschaulichen kenne ich ein schönes Beispiel. Wenn ich statt einem Tipp beim Lotto zwei Tipps abgebe steigt meine Chance, 6 Richtige zu haben um 100%! Klingt doch vielversprechend, oder? Und jetzt der Bezug: meine Chance steigt von 1 zu 14000000 auf 1 zu 7000000. Soll ich zusätzlich 1,20 € investieren und schon mal den Sekt kaltstellen? Immerhin 100% Steigerung…

Es gibt aber noch einen anderen wichtigen Aspekt von Zahlen im Zusammenhang von Biodiversität, Artenvielfalt und Ökosystemen: sie lassen sich extrem schwer ermitteln. Dass die Biodiversität auf der Erde sich verändert und wohl auch vermindert ist weit verbreiteter Konsens. Aber darüber, was genau geschieht, in welchen Umfang und was dagegen zu tun wäre, herrscht nach wie vor eine große Unsicherheit. „Wir haben nicht den Hauch einer Ahnung was Biodiversität eigentlich ist“ war die provokante Aussage von mir dazu. Natürlich ist das übertrieben, aber wir sollten auch nicht so tun, als sei das Gegenteil der Fall.

Der bekannte Biologe Josef H. Reichholf hat 2008 ein Buch[2] dazu geschrieben mit dem Titel „Ende der Artenvielfalt? – Gefährdung und Vernichtung von Biodiversität“. Da steht ein Fragezeichen hinter „Ende der Artenvielfalt“ und das ist auch so gemeint. Er fragt weiter: „Wie viele Arten leben auf der Erde?“

Irgendwo zwischen zehn und 100 Millionen Arten dürfte die richtige Größenordnung liegen. In den letzten 25 Jahren ist man bei der Behandlung dieser Frage allerdings nicht viel weitergekommen, weil für die Erforschung der Artenvielfalt der Erde viel zu wenig Mittel bereitgestellt worden sind.“ Das ist bis heute nicht viel anders. Um keine Zweifel aufkommen zu lassen, Reichholf ist ein vehementer Verfechter des Schutzes der Artenvielfalt. Aber er ist auch ein differenzierter Denker, der weiß, was man nicht weiß.

Zu dem von ihm erwähnten Manko bei den verfügbaren Forschungsmitteln kommt ein sehr grundsätzliches Problem. Biodiversität und ihre Veränderung – Zuwachs oder Verlust – lassen sich mit Daten aus der Natur nur sehr aufwendig messen und schon gar nicht über viele Messpunkte, über längere Zeiträume, an unterschiedlichen Orten und mit vielen Wiederholungen. Das muss man aber tun, wenn man wirklich wissenschaftliche und belastbare Aussagen treffen will, die über eine reine Beschreibung des Ist-Zustands hinausgehen. In der Medizin hat sich für derartige Erkenntnisse der Begriff „evidenzbasiert“ eingebürgert. Will man mehr Evidenz, muss man mehr messen, um eine bessere Aussagekraft von ökologischen Freilanderhebungen zu bekommen. Leider steigen die Kosten für Beprobungen deutlich schneller als die Qualität der Messwerte und deren Aussagekraft. Auch die modernen Methoden, die nur noch Gene analysieren und nicht mehr ganze Organismen, haben dies nicht grundsätzlich geändert. Salopp gesagt können wir gegen die Artenvielfalt gar nicht gegen an forschen.

Das klingt leider nach einem Dilemma, das nach meiner Wahrnehmung bislang nicht aufgelöst wurde. Am Ende spielt es allerdings keine so große Rolle, weil politische Entscheidungen getroffen werden müssen, und das geschieht immer unter Ungewissheit. Was ich kritisiere ist, dass diejenigen, die radikale Forderungen – gern auch gegen Landwirte stellen – häufig nur den Eindruck erwecken, es gäbe diese Evidenz. Geht man in die Originalquellen, wird das Eis sehr dünn. Nur diese Mühe macht sich eben kaum jemand.

Ich möchte das an einem Beispiel zeigen. Der WDR gibt als Quelle für seine unsägliche Darstellung die aktuelle Studie „Wirtschaften im Einklang mit der Natur“[3] an, veröffentlich 2020 vom NABU. Dort steht auf S. 9: „Wissenschaftler*innen schätzen, dass global mehr als 40 Prozent der Insekten vom Aussterben bedroht sind“ mit Verweis auf eine Quelle. Der Titel dieser Veröffentlichung[4] lautet (von mir übersetzt) „Weltweiter Rückgang der Insektenfauna: Eine Übersicht der treibenden Kräfte“ und ich habe sie mir angesehen. Es handelt sich um eine Metastudie von 2019, welche Erkenntnisse aus 73 anderen Studien zusammenfasst. Dort findet man tatsächlich die Aussage, dass „sich beinahe die Hälfte der [Insekten]arten schnell vermindern und ein Drittel vom Aussterben bedroht ist“. Die Autoren schreiben aber auch, dass die Studien, die sie berücksichtigen konnten, überwiegend aus Europa und Nordamerika stammen; weil dort am ehesten Geld für Studien ausgegeben werden kann, vermute ich. Somit relativiert sich die Aussage erheblich, Evidenz ist in meiner Wahrnehmung etwas Anderes und eine globale Perspektive auch. Natürlich sind solche Studien wertvoll, aber sie taugen nur bedingt als Basis für politische Entscheidungen. Ist wirklich „global“ ein Drittel der Insektenarten von Aussterben bedroht? Vielleicht ist es noch viel schlimmer und in 100 Jahren sind alle weg? Vielleicht können wir es aber auch gelassen ignorieren, weil der Effekt auf menschliche Gesellschaften gleich Null ist? Wir wissen es einfach nicht, jedenfalls nicht gut genug.

Der NABU wendet dann allerdings einen Kunstgriff an, den ich überhaupt nicht mag. Anfangs des ersten Kapitels gibt es eine Reihe von Aussagen, die jeweils mehr oder weniger gut belegt sind. Kann man drüber diskutieren. Dann aber steht dort das Folgende und ich muss mir wirklich das längliche Zitat erlauben:

Es ist allgemein bekannt, dass unser Planet hinsichtlich des Klimawandels die Grenze bereits überschritten hat und sich auf dem Weg in die Hochrisikozone jenseits einer Erderwärmung von 2 °C bewegt. Weniger bekannt ist jedoch, dass die Erde sich mittlerweile auch bezüglich des Zustands unserer Biosphäre im Hochrisikobereich befindet. Die schrittweisen Veränderungen in ihren natürlichen Strukturen und der Verlust essenzieller Ökosysteme und Arten üben einen enormen Druck auf eine Erde aus, die bereits jetzt aus dem Gleichgewicht geraten ist. Und wie es bereits durch den Klimawandel geschieht, werden aller Voraussicht nach auch in der Biosphäre plötzliche und unwiderrufliche Veränderungen in den natürlichen Prozessen hervorgerufen, die katastrophale Folgen haben könnten.“

Immerhin benutzt man noch den Konjunktiv, die Möglichkeitsform. Kaum zu glauben, es könnte also auch anders kommen. Aber hier fehlen plötzlich die Belege (!), man versteigt sich in eine Aneinanderreihung apokalyptischer Szenarien: „Biosphäre im Hochrisikobereich“, „aus dem Gleichgewicht geraten“, „unwiderrufliche Veränderungen“ und schließlich: „katastrophale Folgen“. Woher wissen die das alles so genau? Ich kann mit solchen Plattitüden ehrlich gesagt nicht viel anfangen. Allerdings kriege ich, wenn ich so etwas lese, Lust erstmal ein Bierchen aufzumachen und mich mit wirklich wichtigen Dingen zu beschäftigen. Jedenfalls habe ich wenig Ambitionen, den Text weiterzulesen – und habe es auch gelassen. Mir geht es hier nicht darum, eine kritische Analyse von NABU Veröffentlichungen durchzuführen. Es ist offensichtlich, dass es sich nicht um einen Sachtext, sondern um ein politisches Statement handelt, dem man folgen kann, oder auch nicht. Eine sachliche und kritische Analyse wäre aufwendig und unergiebig, wer wollte das schon wissen?

Doch zurück zur Landwirtschaft. Landwirtschaft findet in der Landschaft statt und eine Bäuerin oder ein Bauer ist ein Mensch, der hegt und pflegt, auch die Biodiversität. Das machen die schon ein paar Tausend Jahre lang. Ich bin überzeugt, dass es Kompromisslösungen gibt, die einen Ausgleich zwischen allen berechtigten Interessen herbeiführen können und dass viele Landwirte auch dazu bereit wären. An dieser Stelle möchte ich allerdings darauf nicht weiter eingehen. Mir geht es nur darum zu zeigen, dass es nicht gehen wird über Mediendarstellungen wie die des gebührenfinanzierten WDR, die ich als Agitation bezeichnen würde. Stattdessen bin ich ein Verfechter einer wirklich umfassenden globalen Perspektive. Die Vereinten Nationen haben Nachhaltigkeitsziele[5] (SDG´s, Sustainable Development Goals) definiert. Bekämpfung von Armut und Hunger stehen ganz vorn und dazu braucht es unabdingbar die Erzeugung von Lebensmitteln. Diese heißt im Steuerjargon ja nicht umsonst „Urproduktion“. Wir sollten uns die Mühe machen, das ganze Bild zu sehen, so gut es eben geht und auf Basis von möglichst evidenzbasiertem Wissen.

 

[1] Assheuer, T. (1995): Vertikalverteilung pflanzenparasitärer Nematoden im Boden – Auswirkungen einer verminderten Intensität der Bodenbearbeitung auf die Populationsdichte pflanzenparasitärer Nematoden in verschiedenen Bodentiefen. Wissenschaftlicher Fachverlag Gießen, ISBN 3-930600-44-7.

[2] Reichholf, J.H. (2008): Ende der Artenvielfalt? Gefährdung und Vernichtung von Biodiversität. Fischer Taschenbuch Verlag.

[3] https://www.nabu.de/news/2020/09/28696.html

[4] Sánchez-Bayo et al. (2019): “Worldwide decline of the entomofauna: A review of its drivers.” Biological Conservation 232, 8-27.

[5]https://de.wikipedia.org/wiki/Ziele_f%C3%BCr_nachhaltige_Entwicklung

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46 Kommentare

    • Arnold Krämer sagt

      In unserer Regionalzeitung (NOZ, viel zitiert in D) genau dasselbe. M.E. ein Skandal, weil das Mädel von den komplexen Zusammenhängen der EU-Agrarpolitik und ihren Wirkungen nun wirklich keine Ahnung haben kann.

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      • Brötchen sagt

        doch was das heilige Gretel Orakel sagt, ist Gesetz, da müssen alle mit 10 jähriger Ausbildung und 35 Jahren Berufserfahrung incl. eines gesellschaftsumbruches stramm stehen!

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      • Reinhard Seevers sagt

        Franziskus wird sie wohl noch in seiner Amtszeit heilig sprechen….und damit legitimieren, im Auftrag Gottes, die Welt zu retten, in dem sie zum Bauernlegen aufruft. Kinder an die Macht!

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  1. Friedrich sagt

    Ganz schön mutig für einen , der im „Öffentlichen Dienst“ arbeitet diesen Text zu schreiben. Das ehrt sie. Ja , die NGOs, hier der NABU , behaupten immer etwas , was man so schnell nicht Gegenbeweisen kann , aber so nach und nach setzt die Gegenbewegung ein und dann haben die das nächste Thema. So geht das schon seit der Behauptung mit dem Waldsterben. Der NABU hat allein 200 Leute in einem Haus in der Nähe des Regierungsviertels. So kann man die Politiker wunderbar beeinflußen und immer wieder Steuergelder abgreifen. Dazu kommen dann noch die Spenden und Mitgliedsbeiträge. Insgesamt werden rd. 300 Mill. Euro Steuergeld zu den NGOs geleitet. Diese bedanken sich dann bei den Leistungsträgern in diesem Land mit weiteren bürokratischen Einschränkungen. Als bestes Mittel für immer mehr Geld hat sich die Angstmache herausgestellt . Das können wir jetzt auch in der Coronakrise wunderbar erleben. Die Politik bricht das Grundgesetz ohne mit der Wimper zuzucken und wie illegal das ganze ist , können wir an den Verwaltungsgerichtsentscheidungen sehen. Selbst Leute , die das Grundgesetz einfordern werden gegängelt , außer Dienst gesetzt, oder müßen sich dem Polizeiverhör unterwerfen. Das ganze nennt sich dann Umweltdiktatur. So geht immer mehr unser freiheitliches und demokratisches Gemeinwesen kaputt. Wie deffiniert sich ein Staat : Grenzen, Währung , Innere und Äußere Sicherheit !! Was haben wir davon noch ?

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  2. Wolfgang Lietz sagt

    Guten Tag,

    die Selbstsicht der LW sieht es wohl so: „… die Ernährung und Versorgung der Bevölkerung stehen vorne an“. Die Bevölkerung, BMEL und BMWi sieht dieses aber anders. Solange es Kartoffeln aus Ägypten oder Bio-Obst aus China im Supermarkt kaufen gibt, ist alles gut. Die Schwierigkeiten und Probleme des Anbaus verhelfen uns zudem noch zum Export von Maschinen, Chemieprodukten und guten Ratschlägen.

    Biodiversität: Es einfacher, mit Bienen, Elefanten oder Walen zu bildhaft zu argumentieren als die vielen Facetten der Änderungen der Artenvielfalt zu betrachten. Ich kenne noch die stark belebten Abfallhaufen beim Lebensmittelhändler. Die Anforderungen an Hygiene und ein ordentliches Land verhindern solch „Biotope“. Bei den Pilzen sieht es ähnlich aus, die Bevölkerung und die Journalisten sehen Pilze nur als Nahrungsmittel an. Wenn Pilze z. B. auf dem Rasen wachsen, ist Angst und Ärger groß und es wird dann versucht diese zu beseitigen. Als Erfolg in Biodiversität wird jedoch, nach meinem Eindruck, vom UBA und einigen NGO‘s jede tote Fichte und jeder neuer Rüsselkäfer gefeiert.

    Ich kann den Unmut über den WDR nachvollziehen. Ich sehe hier verschiedene Ursachen:
    • Als staatlich angeleitete Organisation muss diese in weiten Teilen der Zuhörerschaft verstanden werden. Begriffe wie es kracht, es knallt, etwas ist kaputt zeigen, dass sich das Sprachniveau in den Beiträgen von einer kompetenten Sprache über eine einfache Sprache zu einer leichten Sprache gewandelt hat. Zusammen mit den verstärkt plakativen Darstellungen geht der Informationsgehalt zurück.
    • Im Wettbewerb mit Twitter, YouTube u. Ä., müssen Einschaltquoten erreicht werden.
    • Durch die in immer kürzerer Zeit produzierten Reportagen leidet die Qualität.
    • Die Journalisten sind meistens fachliche Laien. Am 26.12.2018 hat Sascha Lobo in einem etwas anderem Zusammenhang in Spiegel Netzwelt geschrieben: „Unbelastet von Fachwissen werden Probleme anhand von Stichworten herbeivermutet. Aberglauben mischt sich mit Bauchgefühl und wird ergänzt um den trumphaften Lösungsklassiker „Ist doch alles ganz einfach!!!“ Anschließend fordern mächtige Laienmünder, was ohnmächtige Laienohren hören wollen könnten. …“

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  3. Wieso greift jeder, der das Heil im weiter so sucht, darauf zurück, Dinge zu relativieren?!
    „Globale Perspektive“ … von dem Mist labern auch immer Wirtschaftsliberale und Libertäre. Vor allem witzig: Beim Klima mit Blick aufs Greta-Bashing scheint das Globale ja nicht so wichtig zu sein …

    Mit Verweis auf die Studien in Europa und Nordamerika, die vom Artenrückgang berichtet, wird hier schon relativiert, man müsse es global sehen. Nein, muß man nicht! Wenn wir hier ’ne Dürre haben, kann man nicht sagen, woanders gibt es aber ja Regen. Man sollte schon vor der eigenen Tür kehren! Dem Armen ist auch nicht damit geholfen, daß ein anderer reich wäre und man im Durchschnitt ja Wohlstand hätte.

    Und welche Auswirkung die Effizienz der Erntemaschinen (weniger Halme mit Kokons bleiben zurück), Flurbereinigung und größere einheitliche Flächen bis hin zu Pflanzenschutzmitteln haben, ist jedem bewußt und teilweise an Inikatoren wie Betonfladen etc. nachzuvollziehen. Die Kritik ist jedoch eine Gesellschaftskritik oder eine Marktkritik, die Landwirtschaft hat einerseits zu lange profitiert durch Fehlanreize (Abnahmegarantie usw.), andererseits das Spiel mitgespielt von wachse oder weiche (Bauernverband) und sitzt jetzt in einer Zwickmühle.

    Umgekehrt ist auch die Krefelder Studie murks, weil die Vergleichswerte willkürlich gewählt wurden. Nach meinem Kenntnisstand muß man eher von um die 25% Biomasserückgang sprechen, was zwar andere Schlußfolgerungen zuläßt, aber immer noch dramatisch wäre.

    Und in einem Atemzug irgendwelche apokalyptischen Szenarien kritisieren, aber umgekehrt das Mantra bedienen von den armen hungernden Menschen der Welt, für die Deutschland immer mehr produzieren müsse, paßt nicht! Szenarien gegen Szenarien.
    Und nein, wir müssen auch nicht immer mehr Essen für immer mehr Menschen produzieren. Die Bevölkerungszahlen stagnieren in Ländern des Wohlstands wie Deutschland und Japan. Wir haben hier Essen genug, um uns wie die Karnickel zu vermehren, tun es aber nicht. Wohlstand für alle wäre die Lösung. Oder biologisch: Eine Population vermehrt sich in Abhängigkeit vom Nahrungsmittelangebot, nicht umgekehrt. Auch allein diese Logik paßt schon nicht zum immer höher, schneller, weiter!

    Oder wie sagte die FDP: Wenn wir den Afrikanern unsere Erneuerbaren Energien verticken und diese die Fossilen überspringen, produzieren sie weniger Emissionen und wir können weiterhin mehr raushauen, Hauptsache die Bilanz paßt … tolle Logik, bloß selbst wegschauen und sich rechtfertigen, läuft!

    Gedankenspiel: Wenn es heißt, der Kommentator oben müsse aufgrund seiner Profession ja Ahnung haben, warum hört man auf diesen, aber nicht auf solche Studien hier?
    https://www.bmel.de/DE/themen/landwirtschaft/pflanzenbau/bodenschutz/bodennutzung-bearbeitungsverfahren.html

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    • Reinhard Seevers sagt

      Wieso gibt es Grafik -Designer? Ausschließlich zur Förderung des Konsums. Keine Nachhaltigkeit, keine Erzeugung von Nahrung…..dafür bedarf es nicht einmal Studien. Der Berufsstand ist ausschließlich eine Folge des Kapitalismus und seinem Drang zu mehr Konsum.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Wieso nicht, wird doch bei der Landwirtschaft andauernd gemacht? 🤔
          OK, man soll nicht mit gleichem Maße messen, verstehe.🙋

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        • Arnold Krämer sagt

          Er greift hier den Grafik-Designer Suhr persönlich an. Überflüssig wie nur was, bloß weil ihm die Meinung von Suhr nicht passt. Da kann man selbst noch so schlaue Kommentare liefern, es ist ein Zeichen von Schwäche. Punkt!!

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          • Reinhard Seevers sagt

            Tut er das? Wird durch die Diskussion über die Landwirtschaft auch jeder persönlich angegriffen…..OK, das würde etliche Reaktionen rechtfertigen.

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      • Stadtmensch sagt

        Wenn es „freie Unternehmer“ gibt, also „Leistungsträger“, die ihre Haut zu Markte und überhaupt das ganze Risiko tragen, muss es auch „Minderbemittelte Mausschubser“ geben, die sich in den Nischen der marktfernen Beschäftigungssicherung tummeln dürfen. Das ist doch hier mittlerweile Konsens.

        Ich mag Grafikdesigner. Die können theoretisch sehr einprägsame multimediale Inhalte produzieren. Wenn man dieses Wissen für LEH-Werbeblätter o. Teletubbies einsetzt bewirkt es hierzulande einen Niedergang der Kultur(Landschaft) und andernorts entsteht eine „moderne“ Nahrungsmittellogistik. Wenn man es für „E-Learning“ oder Propaganda einsetzt ändert sich auch viel. Kommt ganz auf den Standpunkt an

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    • Stadtmensch sagt

      Zitat:
      „Und nein, wir müssen auch nicht immer mehr Essen für immer mehr Menschen produzieren.“

      Wenn sich damit Geld verdienen lässt, wird es gemacht. Ist wie bei der Waffenproduktion. Es geht nicht um Menschenleben oder Gesundheit.

      Aber ist doch mal gut, dass wir heute wieder aus berufenem Munde (von einem Agraringenieur) gelernt haben, dass eine neue Sicht auf die Biodiversität nutzloser, nicht finanzierbarer Quatsch ist.

      Man stelle sich vor, dass bei einer ernsthaften Untersuchung der Mikrobiologie in Böden offenbar würde, welche Chancen in einer ökologischen Intensivierung liegen.
      Lasst uns einfach aus Verantwortung und wirtschaftlicher Not diese bekannten Pfade des Ausbringens von Rohrreinigern weiter betreiben…

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      • Thomas Apfel sagt

        Hallo Stadtmensch,
        ihr betreibt doch Boden-Biodiversität ohne „Rohrreiniger“. Was genau sind denn die Ergebnisse ? Wie schon mal gesagt, beim DNA Screen von Boden mit 30 Jahren Bodenbearbeitung unter den Baumzeilen (Bioland) und 3 Varianten über 30 Jahre mit Herbiziden incl. Glyphosat behandelt, ergaben sich bei unseren Versuchsparzellen keine signifikanten Unterschiede in der Zusammensetzung des Biom´s. Watt´n nu ?

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    • Thomas Apfel sagt

      Hallo Herr Suhr,
      sie stellen den Link zum Humus bei verschiedenen Bodenbearbeitungsverfahren immer wieder ein, warum ? Und was genau hat das mit dem obigen Beitrag zu tun ?
      Was sollte denn Ihrer Meinung nach auf diese von Ihnen immer wieder eingestellte Untersuchung als Reaktion der LW erfolgen? Was genau sollte hier nicht „weiter so“ gemacht werden und wo, unter welchen Bedingungen, mit welchem Ziel und von wem ? Und welchen Bezug hat das zu welcher Form von Biodiversität an welcher Stelle?

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    • Paulus sagt

      Herr Suhr, was die erneuerbaren Energien „verticken“ betrifft liegen sie falsch. Angesichts der globalen Herausforderung ist Afrika ein Erdteil der davon profitieren könnte und was die Wasserstofftechnologien betrifft wahrscheinlich auch wird. Das hat mit den Emissionen die wir raushauen oder mit einer Bilanz erst mal gar nichts zu tun. Nicht nur ich sehe da eine enorme Chance für die afrikanischen Staaten die von klugen Politikern geführt werden.
      Nahezu alle großen Konzerne agieren global und wählen die günstigsten Standorte; da liegen gewisse Regionen in Afrika ganz weit vorne. Neue Technologien werden in diesen Ländern zu Wohlstand führen und ganz nebenbei den Migrationsdruck mindern. Machen sie sich ganz einfach mal mit dem Gedanken vertraut, dass die „unterentwickelten“ Staaten das Zeitalter der uns bekannten Industrie ganz einfach überspringen. Die Verlierer sehe ich eher in der alten Welt, sofern sie nicht die exportfähige Technologieführerschaft besitzen.

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    • Thomas Aßheuer sagt

      Hallo Herr Suhr,

      da Ihr Beitrag konkret verschiedene meiner Punkte aufgreift und zudem rege diskutiert wird möchte ich dazu etwas anmerken. Die von mir erwähnte Studie zu Insekten schreibt im Titel ausdrücklich, dass die treibenden Kräfte eines „weltweiten Rückgangs der Entomofauna“ analysiert werden. Wenn aber nur Daten aus Europa und Nordamerika berücksichtigt werden können, dann ist das eben nicht „weltweit“ – und das ist für mich nicht in Ordnung. Nicht mehr und nicht weniger.

      Weiter: ich wüsste nicht, an welcher Stelle ich das „Mantra von den armen hungernden Menschen“ bedient hätte. Ich habe lediglich darauf verwiesen (mit Hinweis auf die SDG´s), dass Biodiversitätsverlust sich einzuordnen hat in eine ganze Reihe von Problemen und nach meiner Meinung auch nicht das Vordringlichste ist. Mir ist auch klar, dass nicht alles global zu betrachten ist und nicht alles regional, sondern sachgerecht, wie wir Bürokraten gern sagen.

      Ihr Gedankenspiel zum Schluss kann ich nicht nachvollziehen. Ich habe nie behauptet aufgrund meiner Profession Ahnung zu haben. Wenn ich mich überhaupt bemüßigt fühle, mich laut zum Thema zu äußern, dann, weil ich über tausend Bodenproben genommen habe und tagelang im Aus-schlämmlabor weiterverarbeitet. Hunderte Stunden am Mikroskop verbracht um einen kleinen Teil des Bodenlebens zu bestimmen. Hunderte von Aufsätzen gelesen und hunderte von Statistiken gerechnet, um am Ende etwas Ordnung in die eigenen Beobachtungen zu bringen und etwas auszusagen über einen sehr kleinen Teil der Biodiversität auf dem Acker. Jeder ist eingeladen, das zu tun, man braucht dazu kein Studium und auch nicht viel Ausrüstung. Sie haben die Krefelder Studie erwähnt, dort wird man das nachvollziehen können. Ich bleibe dabei, verlässliche Daten sind das A und O – und sauschwer zu bekommen.

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  4. fingerphilosoph sagt

    Das „Bierchen aufmachen“ nehme ich als augenzwinkernden Verweis auf ein weiteres interessantes Buch von Josef H. Reichholf, der sich auch mit der Frage beschäftigt hat, warum die Menschen überhaupt sesshaft geworden sind und mit der aufschlussreichen Antwort aufwartet, der Auslöser war Bier. 🙂

    Nun ja, aber mal im Ernst: „Biodiversität“ ist kein wissenschaftlicher Begriff zur Beschreibung eines Sachverhalts, sondern ein religiöser Begriff. Für den US-amerikanischen Ethnologen Clifford Geertz (1926-2006) ist Religion ein „… Symbolsystem, dessen Intention es ist, starke, umfassende und dauerhafte Stimmungen und Motivationen im Menschen hervorzurufen dadurch, dass Vorstellungen einer allgemeinen Seinsordnung definiert werden, welche mit einer solchen Aura von Faktizität überzogen werden, dass die Stimmungen und Motivationen vollkommen der Wirklichkeit zu entsprechen scheinen …“ (Clifford Geertz, Religion as a Cultural System)

    „Biodiversität“ ist einer der Begriffe, der zur Definition einer solchen lediglich in der Vorstellung existierenden Seinsordnung dient. Es geht gar nicht evidenzbasierte Fakten. Angaben wie 26%, 22% oder 11% sollen bloß diese Aura von Faktizität erzeugen, die die Menschen darin bestätigen, dass die in ihnen erzeugte (Katastrophen-) Stimmung der Wirklichkeit entspricht.

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    • Reinhard Seevers sagt

      So sehe ich es auch Filosof….es sind die Geschichten, die die Welt beeinflussen und ändern. Die heutige Geschichte scheint zwar Schuldige auszumachen, es gibt aber keine Hoffnung, kein Ziel, keine Geschichte über die Zukunft, lediglich eine Zustandsbeschreibung. deshalb sehe ich sie als nicht zukunftsfähig an.
      Außerdem sind die Geschichtenerzähler wiederum westlich geprägte Kulturalisten….die Mehrheit der Welt wird ignoriert. Ist die gleiche Arroganz wie in den letzten 1000 Jahren, merkt aber keiner……

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      • Die Biodiversität ist der Eintopf unserer Natur, er hält sie intakt, wenn ein Kräutchen oder Gewürzchen darin fehlen würde, wäre es kein Eintopf.
        Und das ist kein Märchen für Geschichtenerzähler.
        Wenn hier eine andere Pflanze oder Tier (asiatischer Marienkäfer z.B.) sich breit tut, dann verändert es die Biodiversität in dem Bereich. Und damit vielleicht das Klima.
        Vergleich: Mischwälder – Fichtenwälder.

        Wer hält unser Klima besser?

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      • Ob die Kulturisten wenig von der Biodiversität verstehen?

        Nichts, was in einem Biotop kreucht und fleucht darf fehlen, sonst ist die Biodiversität, die unsere Ökologie stärkt oder ausmacht, kaputt.

        Wenn ein Kräutlein oder Tierlein fehlt, das ist so, als ob an der Halskette ein Glied oder Perle fehlt!

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        • Thomas Apfel sagt

          Hallo Inga,
          das“ biblische“ Sprüchlein von dem Tierlein und Kräutlein, das nicht fehlen darf, ist sinnbildlich ganz nett. In der Natur, im Biotop sieht das aber ganz anders aus. Da ist ständiger Wandel angesagt, die Einen kommen, die Anderen gehen (zu mindestens für eine Weile). Genau dieser ständige Wandel macht es ja so schwierig zu beschreiben, wer oder was dazu gehört und wieviel wovon da sein soll(te) oder IST. Selbst Experten können nie ein vollständiges Bild der komplexen Zusammenhänge und Besiedlungen erfassen und beschreiben. Das meiste Beschriebene ist eine (immer unvollständige) Momentaufname.

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    • Obstbäuerin sagt

      Was ich in diesem Zusammenhang beobachte, ist „….dass die in ihnen erzeugte (Katastrophen-) Stimmung….“ mit Hingabe kultiviert und geschützt wird, damit die Rettung der Welt durch ihren persönlichen oder kollektiven Beitrag erfolgen kann. Solche Beiträge, wie von Dr. Aßheuer stören im gemeinsamen Weltuntergangs- und -rettungsszenario. Wer will schon eine intakte landwirtschaftlich genutzte Kulturlandschaft sehen, wo es genügend Vögel, Wildbienen und Schmetterlinge gibt. Uns wird ja immer nachgesagt, das wir Bauern immer jammern aber ich habe noch nicht einen Bauern gehört, der geringere Erträge durch das Fehlen von Bestäubungsleistungen beklagt. Das Klagen kommt in dieser Beziehung zu 100 % von den Grünen und den NGO´s und sollte wenigstens die Politik und die Medien stutzig machen.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Es wird sich auch dauerhaft die Frage stellen, wie viel Biodiversität ist ausreichend, um akzeptiert zu werden. Ich sage, es wird nie genug sein, weil dies der Hebel für dauerhafte Zwangsmaßnahmen und Gängelung sein wird.

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        • Obstbäuerin sagt

          Wir haben gerade eine Marienkäferschwemme. Wer will jetzt sagen, dass sind zu viele oder zu wenig oder gerade das richtige Maß? Wer hat die 100 % Biodiversität zu welchem Zeitpunkt festgestellt? Ich glaube, es ist unerheblich, ob es zu viel oder zu wenig ist. Wichtig ist nur, dass die Angst erhalten bleibt und dafür sorgt schon Greta. In unserem Kino läuft gerade ein Aufklärungsfilm für Schulklassen „I am Greta“. „…. An „Ich bin Greta“, so der deutsche Titel, waren auch die ARD-Sender WDR, SWR und RBB als Co-Produzenten beteiligt. Weitere Produzenten sind Cecilia Nessen und Fredrik Heinig von „B-Reel Films“, die Streamingplattform „Hulu“ sowie die sowie die Sender „SVT“ und „BBC“….“ (Bild)

          1+
      • „Wer will schon eine intakte landwirtschaftlich genutzte Kulturlandschaft sehen, wo es genügend Vögel, Wildbienen und Schmetterlinge gibt.“

        Ja, die Leute die action erleben wollen sicherlich nicht, aber die Leute die sich Naturschütze nennen und ehrlich sind schon, oder?

        Die Gesetze unsere Ökologie ist mit unseren geheimen Gelüsten nicht vereinbar.

        Wir müssen schon für unsere Ökologie Opfer bringen!

        Nicht weil es seid über 40 Jahren Mode ist und man dabei sein will, sondern weil da was dran ist. Es ist ja schon einiges getan worden.

        Ein stolzer Umweltminister ist ja deswegen schon durch den Rhein geschwommen!

        Und die sagen, dass die Bauern immer klagen, haben noch nicht mal den Krips, um deren Sorgen zu verstehen, die wollen sich gar nicht damit auseinandersetzen.
        Die Leugnen dann bestimmt alles, aus Bequemlichkeit!

        Das geht nicht!

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  5. Friedrich K. sagt

    Ich mache mir Sorgen, daß Dr. Aßheuer wegen dieses Beitrages von seinem Dienstherrn in den Vorruhestand versetzt wird.

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    • Arnold Krämer sagt

      Die Sorgen sind unbegründet. Er ist mit Sicherheit kein politischer Beamter. Man kann ihn aber so behandeln, dass er selbst bald keinen Spaß mehr an seiner Arbeit hat und von sich aus den Hut nimmt. Das hängt von seinen Vorgesetzten und ihm selbst ab.

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  6. Christian Bothe sagt

    Lb.Bauer Willi, der beste fundierte Gastkommentar seit langem von einem Agrarwissemschaftler und den sollte man weiter verbreiten!

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  7. Reinhard Seevers sagt

    Eigentlich müsste die Wissenschaft doch Daten ohne Ende haben über die Folgen der Landwirtschaft auf die Biodiversität. Wenn man sich den wheat-belt in Amerika und Australien anschaut, oder den corn-belt Nordamerikas oder die Agrarflächen der Ukraine oder oder….da kann man doch auf fast Hundert Jahre Monokultur zurückgreifen…..die Welt ist aber in Deutschland zuerst zusammengebrochen, einem der kleineren, aber dichtbesiedelten Länder der Erde, mit einer vielfältigen, strukturierten kleinräumlichen Landwirtschaft…..irgendetwas stimmt hier nicht!

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  8. Reinhard Seevers sagt

    Das Ganze ist in meinen Augen ein vorwiegend deutsches Phänomen, das sozialpsychologisch bedingt ist. Das schlechte Gewissen der Wohlstandsgesellschaft aufgrund des Ressourcenverbrauches“ just for fun“ führt zu Schuldgefühlen, die mit Hilfe von Spendensammlern kanalisiert werden.
    Konsum des Konsums wegen muss kompensiert werden, und da bietet sich die kleine Gruppe derer an, die umfänglich in und mit der Natur arbeiten. Denn nur sie können es sein, die sie zerstören, man selbst arbeitet ja nicht mit und an ihr.
    Man stelle sich vor, die Politik rechnet den Wasserverbrauch eines Durchschnittsbürgers mal aus (nur einmal am Tag Duschen, nicht dreimal!) und vergibt Wassernutzungsrechte an jeden Bürger. Unvorstellbar oder? Die Wasseruhr lässt nicht mehr durch! Neeee…..
    Dann doch eher denjenigen, der seine Pflanzen bewässert und die Menschen mit Nahrung versorgt einschränken. Schizophren, auf der einen Seite die Freiheit des Einzelnen offen lassen, aber auf der anderen den Landwirt beschränken, obwohl er den freien Bürger versorgt.
    Es gibt hunderte weitere Beispiele……

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  9. Frank sagt

    Zum Thema „wir haben Artenrückgang, denn x Prozent der Insekten sind vom Aussterben bedroht“: Selbst das hat noch nicht viel zu sagen. Viele Tiere hat man unmittelbar nach ihrer Entdeckung bzw. nach Einführung der Roten Listen als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft, weil man nur wenige fand oder weil sie nur in wenigen Biotopen vorkommen. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass diese Art tatsächlich weniger wird. Teilweise sind solche seltenen und daher als bedroht eingestuften Arten seit ihrer Einstufung gar nicht weniger geworden, sondern existieren auf stabilem Niveau.

    Ich will damit nicht sagen, es gäbe gar keine Rückgänge (die gibt es), aber Einstufungen auf der Roten Liste wie „vom Aussterben bedroht“ haben nicht automatisch mit Rückgang der Individuenzahl zu tun.

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    • Leute mit dem Bewusstsein gehen in die NGOs.

      Sollen sie sich aber über Landwirtschaft und Ökologie in Theorie und Praxis auch auskennen.

      Und dann einen gemeinsamen Weg finden, um eine diesbezügliche unhaltbare Sache zu beseitigen.

      Muß denn alles mit so viel Theater und Aktion geschehen, was von der Hauptsache ablenkt?

      So kommen die Gegner ja leichter zu ihrem Recht!

      Aber die Natur fordert unsere Unterstützung, nicht unseren Gemütszustand, der stört eher!

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  10. bauerhans sagt

    der nabu-sprecher hier teilt gern gegen die landwirtschaft aus,möchte aber auch informationen über eulen und anderes getier auf den höfen.
    ein kiebitzprojekt mit glyphosat hatte sich hervorragend entwickelt,wird aber totgeschwiegen.

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    • Brötchen sagt

      Hans wieso gehst du dann nicht an die Öffentlichkeit?

      Webseite machen oder sich an einem Projekt im bv beteiligen, kann man ja auch selbst initieren.

      Willi hat es ja auch nicht anders gemacht und wird beachtet.

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    • Kann den nicht mal einer fragen was er gegen die Landwirtschaft hat, denn wen er unser Ökologie erhalten will, muß er mit der Land- und Forstwirtschaft zusammen arbeiten.

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  11. Brötchen sagt

    Ich habe letztens in der Zeitung was über einen Skandal beim geoforschungszentrum Potsdam gelesen und dabei wurde ein Etat von 150 Mio pro Jahr genannt, könnte ich nicht glauben…..hier liegt er bei ca. 100 Mio.

    https://www.gfz-potsdam.de/ueber-uns/organisation/zahlen-und-fakten/

    Stattl. Summe nur zum Vergleich.

    Alle Insekten können ja nicht aussterben, weil die gewöhnliche Stallfliege unausrottbar ist, diesen Kampf führe ich seit 30 Jahren und habe ihn bisher immer verloren.

    3+
        • Die kommen von draußen rein, wo die Biodiversität noch in Ordnung ist. Genau wie in Ställen, wo es viele Spinnweben gibt, da ist sie auch noch in Ordnung. Spinnen lieben Stubenfliegen.
          Da stimmt das Stallklima. Schwalbe sind bestimmt auch ein Anzeigen dafür.

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  12. Einfacher Bürger sagt

    Für die weiteren Untersuchungen zur Artenvielfalt könnte man doch mindestens 50 Prozent aus den NABU Agrarsubventionen verwenden. Das würde der Sache dienen und die NABU Leute sind nicht so egoistisch und würden das Geld gerne weiter geben. Oder ist das etwa anders. Das sind doch Gutmenschen und die sind normal freigebig. Wie das wohl beim eigenen Geld wird

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