Statement
Kommentare 24

Ein ordentlicher Preis…

Da, wo ich gerade bin, wird ein ordentlicher Preis für Hühnereier bezahlt. Und die sind nicht Bio!
Für Menschen mit Rechenschwäche: 0,47 € pro Ei.

(Aufrufe 598 gesamt, 1 heute)

24 Kommentare

  1. Mausschubser sagt

    Wieder mal Marktwirtschaft… Warum sollten sich diese die Mühe machen, wenn es auch ohne geht? Erst, wenn man die Ware nicht mehr mit der erforderlichen Gewinnspanne los wird, dann – besser ausreichend davor – reagiert man. Und solange Sie sich das Auto alle paar Wochen voll laden und den Laden leer kaufen funktioniert das doch.

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  2. Horst sagt

    Hallo Alois,
    Die Frage war: wie es die Anbieter schaffen einen guten Preis für ein gutes Produkt zu erzielen.
    Kleine Mengen anbieten, Qualität erklären, Menge erhöhen und schon kann es laufen.
    Viel Arbeit direkt beim Kunden. Der Erzeuger muss diese Vertriebler suchen und pflegen. Klappt natürlich nicht mit 2 x 30000 Legehennen.

    LG
    Horst

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    • Obstbäuerin sagt

      Klappt auch zunehmend schlechter mit kleinen Mengen – trotz guter Qualität.

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    • bauerhans sagt

      das klappt nur,wenn man etwas anbietet,was stark nachgefragt wird z.b. das hofcafe bei uns in der nachbarschaft,die keine konkurrenz haben.
      die hofläden im umkreis der stadt sind verschwunden,seit es zwei bio-supermärkte in der stadt gibt.

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      Danke Horst für Deine Antwort. Es lohnt sich als Landwirt wirklich sehr, sich mit so einer Fragestellung zu beschäftigen: „Wie könnte ich einen höheren Preis für meine Erzeugnisse bekommen?“
      Sicher wird man nicht sofort die Generallösung haben. Doch es ist nun mal so, dass in unserer freien Marktwirtschaft der Preis einer Sache erst beim Verkaufen ermittelt wird. Das Reklamieren, dass die Produkte keine Wertschätzung erhalten und zuwenig kosten nützt nichts. Der Spruch „Meine Milch ist mehr wert – als sie kostet“ ist auch ein Paradoxon, weil die Milch-Erzeuger und -Verarbeiter gleichzeitig den Mengen- und damit den Preisdruck auf die Märkte hochhalten. Als Ausweg sieht der Erzeuger dann nur noch die Kosten zu senken. Das heißt, das billigste einkaufen, das billigste Füttern und die Stückkosten mit noch mehr Produktion senken.
      Natürlich, wird bestimmt gleich die Erwiderung kommen: „Ich muss das ja machen, weil …“
      Meine Meinung: Einfach sich mit dem Thema der Vermarktung beschäftigen. Da gibt es noch so viel für uns Bauern zu entdecken.

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      • Paulus sagt

        Ja, Alois, da sagst Du was. Dort wo ich gebürtig herkomme gibt es einen Hof der hervorragende Hausmacher Würste und Schinken macht und diese nebst Honig, Marmelade, Eiern und dem üblichen Kram in einem ganz kleinen Hoflädchen verkauft. Das ist das Refugium der Oma, die junge Frau ist sich entweder zu fein oder zu doof dazu.
        Es gibt dort auch nicht 100g von diesem und 100g von jenem, sondern nur ganze Würste oder Schinken in vernünftig großen Stücken.
        Eine Fahrt dorthin dauert leider so 2 bis 2,5 Std. und hin und zurück ist fast ein ganzer Tag im Eimer. Freunde von uns sind auch begeistert von diesen regionalen Spezialitäten und ich bekomme immer einen umfangreichen Einkaufszettel und Kühlboxen mit auf den Weg.
        Ich habe dort schon gebettelt und gefleht und um Zusendung per Post gebeten. Die Kosten für Verpackung, Versand und sonstige Mühen wären uns mit Verlaub „scheißegal“ und Vorkasse (großzügig nach oben aufgerundet) hatte ich auch angeboten. Sie wollen es aber nicht, aus welchen Gründen auch immer. Welche Kniefälle werden von mir als Verbraucher bzw. Kunde denn sonst noch erwartet?

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  3. Brötchen sagt

    Alois! Eier gehen recht gut. ich verkaufe auch recht teuer. erstens das beruht auch durch die Verunsicherung durch die NGOs. zweitens Eier gehen immer, da vielseitig einsetzbar und gut haltbar. drittens die selbstversorgung ist in d. sehr gering. in dem Fall hier muss man auch sagen, je kleiner die abpackung umso teurer. die Schachtel ist auch nicht ganz billig und ein schönes Etikett kostet auch. ich habe mir selber eins entworfen und klebe das drauf. ich vermehre ja meine Tiere selber und das wäre nicht mal mit 50 Cent abgedeckt. es sei denn ich ziehe das viel viel grösser auf. aber das gibt dann andere Probleme. Hühner ist selbst im biolandbau das einzige was sich in der Tier. Erzeugung gut rechnet. ich denke aber, der Boom hat vielleicht bald seinen Deckel erreicht. und die mobilställen jetzt bei der Hitze, ich bin heilfroh das ich einen kühlen gemauerten Stall habe. mir legen ja die Kunden leere Schachteln in mein Häuschen und ich sehe am den Aufkleber, was gekauft wird. viel Bio und sonderlabels. ich klebe da mein Etikett drauf. mein alleinstellungsmerkmal ist das besondere Huhn, was man auch am Ei sieht. weiss und unsortiert. aber alles Hobby.

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    • Paulus sagt

      @Brötchen
      Ehrlich gesagt erscheint mir der Preis (0,47€/Stck.) jetzt auch nicht als besonders hoch und das mit den 50 ct. kann ich durchaus nachvollziehen. Wir kaufen unsere Eier meistens in Belgien, zu 60-80 ct. bei einem älteren Ehepaar, frisch und selbstverständlich ungestempelt. Da scharren die Hühner u.a. auch im Straßengraben und das ist garantiert nicht bio. Wenn wir freitags ankommen gibt es manchmal zehn, manchmal nur zwei oder auch gar keine Eier. Hühnchen kosten dort so 8,00 bis 10,00 €, frisch geschlachtet – kann man dort auch selbst machen. Damit bekommt so ein Hühnchen in der Küche schon eine ganz andere Qualität. 🙂
      Für Wachteleier, die nun wirklich mickrig sind, scheint es einen Markt zu geben. In einem Feinkostgeschäft in Köln kosteten die schon vor etlichen Jahren 30 ct. und mehr und die blieben nicht in der Theke liegen. Dekadenz ist ja nicht unbedingt negativ, man muss sie nur zu nutzen wissen.

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      • Brötchen sagt

        @paulus preislich muss man sehen,was der Kunde bereit ist zu zahlen. Wachteleier gibt es auch schon überall. Glaube die gehen schleppend.

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        • bauerhans sagt

          „preislich muss man sehen,was der Kunde bereit ist zu zahlen.“

          bei schweinen ist es so,dass man damit lebt,was der schlachthof bereit ist zu zahlen.

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          • Brötchen sagt

            Ja bauerhans stimmt ja, beim Schwein haben wir Überschüsse. und Schwein rechnet sich gerade so. Für Eier brauche ich keinen Schlachthof und eine Packstelle einzurichten und zu beantragen ist auch machbar für ein Kleinverbraucher. ich bezog mich auf Kleinerzeuger.
            ich habe mit Schlachthälften zu tun, ich weiss von was ich rede….;)

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            • bauerhans sagt

              „…beim Schwein haben wir Überschüsse.“

              NEIN,wir haben leider viele einzelanbieter,aber wenige abnehmer und SEHR unterschiedliche preise!

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            • Brötchen sagt

              Bauerhans der Selbstversorgungsgrad liegt über 100% in der EU. Glaube in D. waren das auch immer über 100 % die letzten Jahre.

              Die meisten großen Player haben ca. 50 % Exportanteil.

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  4. Günter Reichard sagt

    Laut dem Preisschild ist das Foto in Südtirol aufgenommen.
    Der Liter normale Milch kostet auch ca 1,40 Euro.
    Bei uns ist dieser Preis normal

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    • Inga sagt

      Na, schau!

      Vielleicht sind da Lebensmittel noch was wert!

      Ein Stück Lebenskraft muß teurer sein.

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      • Alois Wohlfahrt sagt

        Ich glaube Wertschätzung sollte nicht erst beim Verbraucher beginnen…

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  5. Alois Wohlfahrt sagt

    Die Frage ist doch : Wie schaffen es diese Anbieter einen solch guten Preis zu erzielen?

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      War gestern in einem Hofladen, wo ich ab und zu eine Weichkäse kaufe, die Eier waren mit 50 Cent ausgezeichnet, es waren keine BIO Eier.

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    • Bauer Fritz sagt

      Kann es sein, daß anderswo Menschen noch nicht von der „German Angst“ befallen sind, daß dt. Lebensmittel zu fast 100% Mittel sind, um jene die sie (womöglich noch mit Genuß) essen um deren Leben zu bringen ?

      Kann es sein, daß anderso Menschen weder so verbildet oder so verblödet sind, dem auch Glauben zu schenken ?

      Kann es sein, daß anderswo Menschen die Nahrungsaufnahme nicht als notwendiges Übel sehen, sondern als genußvolle Höhepunkte eines Tages, als gemeinschaftsbildende Ereignisse in der Familie oder in der Gesellschaft und daher dem nicht nur einen emotional hohen Wert zumessen sondern auch einen monetär höheren Wert akzeptieren oder sogar für vernünftig halten (und dies nicht nur in Umfragen) ?

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Bauer Fritz,
        die Deutschen sind Reiseweltmeister und in fernen Ländern wird nahezu alles gegessen, da wird nicht nach Glyphosat und Fungizide gefragt.

        Wenn es hinten schneller raus kommt, als oben rein, dann ist es halt Montezumas Rache oder die Rache des Pharao.

        In Deutschland wird das WKD verständigt, auch wenn fehlende Küchenhygiene der Grund ist.

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        • Alois Wohlfahrt sagt

          Ja, die Deutschen (alle Verbraucher) sind halt so…
          Nur gut, dass einige Deutsche (Landwirte) ganz anders sind…😳

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Hast Du mir jetzt einen Heiligenschein verpasst?

            Tatsache ist, dass im Urlaub in fernen Ländern niemand fragt, ob die Lebensmittel deutschem Standards genügen.
            Man kann durchaus den Hygienemängeln aus dem Wege gehen, wenn man Essen das auf der Straße angeboten wird nicht isst.

            Ein ehemaliger Kreisveterinär war für die EU im Schlachthaus in Bonus Aires tätig, seither ist er kein Argentinisches Rindfleisch mehr.

            EL, kritischer Verbraucher.

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Wertschöpfungskettendiagramm 😉

            Vielleicht auch Wirtschaftskontrolldienst. 🙂

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