Bauer Willi
Kommentare 92

Bauernprotest – von außen betrachtet

Das schreibt der Tagesspiegel über die Bauerndemos:

https://www.tagesspiegel.de/politik/proteste-gegen-landwirtschaftspolitik-sind-die-bauern-die-neuen-gelbwesten/25234536.html

Und so stuft ein Protest-Forscher den Erfolg der Demos ein:

https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/proteste-der-deutschen-landwirte-buergern-ist-das-klima-wichtiger-als-die-probleme-der-bauern/25248244.html?fbclid=IwAR3TxyUSyGQldmKM13YaDQEe0fXzvILCzpkpi9zG5ThYSe5B-QEueYCyNnI

Man darf gespannt sein…

 

 

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92 Kommentare

  1. Astorianer sagt

    Eigendlich hätte ich es merken müssen dass Kompact ein Ableger einer Umweltschutzorganisation wie BUND ist, die versucht mit Spendensammeln die Bauern immer mehr zu diskriminieren und damit die Bauern in den Ruin zu treiben, damit immer mehr Agrarflächen für ihre übertriebenen Naturschutzprojekte frei werden. Deshalb ist es wichtig die Bauerndemos mit allen Mitteln weiterzuführen. Auch die vielen Videos, die von Jungbauern auf Twitter, Facebok usw. hochgeladen werden ist eine gute Sache um die Leute über die mieße Lage in der sich die Landwirtschaft zur Zeit befindet, aufzuklären. Mein Dank geht an das Bochholter Landschwein und Christian Lohmmeyer usw. für ihre im Internet veröffentlichen Beiträgen. Also Bauern allen Alters, teilt und twittert diese Videos täglich und flutet mit diesen Beiträgen das Internet. Ich mach es mit meinen 78 Jahren jeden neuen Tag. Ich finde das musste einmal gesagt werden. Also Junglandwirte traut euch und erstellt solche Videobeiträge, damit die vielen, die keine Ahnung von der dramatischen Lage in der Landwirtschaft haben, aufgeklärt werden.

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  2. Astorianer sagt

    Auch ich habe den Spendenaufruf von Compact erhalten. Ich finde es einfach wiederlich wie da versucht wird die Bauerndemos für ihre Zwecke zu mißbrauchen und die Bauern in Böse konventionelle Bauern von der Agrarchemie finanzierte und gute Biobauern zu trennen. Gleichzeitig dazu aufrufen ihnen Geld zu spenden. Und die Groko läßt es zu das es immer mehr solcher Organisationen gibt, die uns Bauern diskriminieren, einfach wiederlich. Einige dieser Verbände sind noch als Gemeinnützig eingestuft und erhalten noch staatlichee Unterstützung. Wir müssen mit unseren Bauerndemos einfach weitermachen und all denen die diese Demostrationen mit grünen Kreuzen und Traktoren für ihre Zwecke mißbrauchen wollen, einen Riegel vorschieben. Ich denke auch die vielen Videos, die von Jungbauern im Internet hochgeladen werden sind eine gute Möglichkeit diesen vielen Kritikern an der Landwirtschaf, den Wind aus dem Segel zu nehmen.

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  3. Madeleine Nass aus Bonn sagt

    Wenn grüne Punks die Innenstädte im Namen eines eingebildeten Klimaschutzes blockieren, ist das offenbar in Ordnung. Wenn wir Bauern unsere Rechte einfordern, werden wir diskriminiert. Das kann so nicht wahr sein.

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    • Paulus sagt

      Madeleine Nass, die grünen Punks haben genauso gut das Recht irgendwelche Innenstädte zu blockieren wie die Bauern mit hunderten oder gar tausenden von Treckern. Den Bauern wird zudem noch zugestanden, mit ihren Konvois auf hunderten km von Straßen den Verkehr zu behindern. Beide Gruppierungen tragen ein Anliegen vor. In einer funktionierenden oder ehrlichen Demokratie hat man das zu respektieren, egal was man darüber denkt.

      3+
  4. Von aussen betrachtet: Diese Bettelmail habe ich heute von campact erhalten:

    „Lieber Dipl.Ing. agr. Mark,
    die Bauern sind los: Zu Tausenden rollen sie mit ihren Treckern durch die Innenstädte. 2.500 Schlepper waren es letzte Woche in Hamburg[1], nächste Woche wollen noch mehr nach Berlin kommen. Und ja: Für ihren Ärger haben sie allen Grund. Von den Dumpingpreisen der Discounter können nur noch die Betriebe gut leben, die Turbo-Landwirtschaft betreiben. Das heißt auch: Immer mehr kleinere Landwirt*innen geben auf.[2] Dabei brauchen wir sie dringend. Denn ihre Art zu wirtschaften schützt Insekten und unsere Artenvielfalt.

    Was besonders schlimm ist: Ausgerechnet die Agrarindustrie kapert den legitimen Protest der Bäuer*innen. Bei vielen Demos ziehen die Funktionär*innen des „Bauernverbands“ im Hintergrund die Fäden. Seine PR-Abteilung drückt den Protesten simple Botschaften auf[3]: Schuld an der Not der Betriebe sei übertriebener Umweltschutz. Verseuchtes Trinkwasser? Halb so schlimm. Guter Ertrag ohne Ackergift? Und Bäuer*innen, die aktiv Bienen schützen? Nur Traumtänzereien ahnungsloser Stadtmenschen!

    Das Ziel der Agrarlobby ist klar: Sie will einen Keil zwischen Landwirt*innen und Verbraucher*innen treiben. Damit wir nicht vereint gegen Agrarfabriken streiten. Denn in Kürze entscheidet die EU, an wen in den 2020er Jahren die jährlich 60 Milliarden Euro Agrarsubventionen fließen: weiter vor allem an Agrarfabriken – oder vermehrt an kleine, naturnahe Betriebe.[4] Fest steht: Wenn wir uns jetzt nicht einmischen, könnte der Agrarindustrie ihr Coup gelingen – und mehr Geld für umweltfreundliche Landwirt*innen verhindern. Wir planen deshalb zwei Großprojekte:
    ….
    Doch die Agrarlobby ist mächtig. Und sie hat Millionen in der Tasche – denn Konzerne wie BASF, Bayer-Monsanto und Syngenta stützen sie. Was können wir dagegen setzen? Die Stimmen Hunderttausender Bürger*innen – auf der Straße und im Internet. Doch umsonst ist das nicht. Wir brauchen Geld, um Kampagnen zu starten und langfristig an Themen wie der Agrarwende dranzubleiben. Campact streitet für fortschrittliche Politik – und schafft das nur mit vielen Unterstützer*innen. Deshalb bitten wir Sie heute: Werden Sie Campact-Förder*in und unterstützen Sie uns ab sofort mit einem regelmäßigen Beitrag. Schon mit 2 Euro wöchentlich helfen Sie enorm.

    „Lieber Verbraucher, Du hast keine Ahnung und davon ganz viel!“ Solche Sprüche haben „Bauer Willi“ zum Internet-Star der Agrarlobby gemacht.[5] Seine Rolle als empörter Landwirt bringt ihm sogar Einladungen in Talkshows – wo er vor einem Millionenpublikum Megaställe und Ackergifte verteidigt. Und so gilt Willi für viele als Sprachrohr der Bäuer*innen.

    Allerdings: Bauer ist Willi höchstens nebenbei. Karriere gemacht hat der Mann, der bürgerlich Wilhelm Kremer-Schillings heißt, in der Chemie- und Düngemittelwirtschaft.[6] Und keilt in deren Sinne gegen den Glyphosat-Ausstieg, Bienenschutz und ein seriöses Tierwohl-Label. Es ist eine perfide Strategie – die Agrarindustrie tarnt sich als besorgter Kleinbauer und führt Verbraucher*innen in die Irre.“

    Ich werde campact ein „nettes Antwortmail zukommen lassen!

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      • Mich wundert das auch. Seit ca. 1 Jahr bekomme ich regelmäßig mails von denen, die haben sogar meine komplette Adresse.

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        • fingerphilosoph sagt

          Lässt du uns hier an deinem „netten Antwortmail“ teilhaben? Mich interessiert, was du denen schreibst.

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        • sonnenblume sagt

          Der Adressenhandel blüht immer noch. Das hab ich in den letzten Jahre auch fest stellen müssen. Zum Spendenaufruf siehe meine Antwort weiter unten. Die Gemeinnützigkeit ist weg.

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    • Schmeckt gut sagt

      Die Kritiker der traditionellen LW sind ziemlich angestochen. Gut so und Dank an die Graswurzler und Bauer Willi. Es wird immer offensichtlicher, dass der eingeschlagene Weg zum Erfolg führt. Mehr und mehr Uninteressierte werden aufmerksam und nehmen unsere komplexen Probleme wahr und wir können anfangen zu erklären. Dies frustriert die Bauerbasher und ihnen fällt nichts besseres ein als massive persönliche Angriffe zu starten. Traurig und ärgerlich auf der einen Seite, aber sehr effektiv um unseren Versuch des Dialogs auf Spur zu bringen. So wird offensichtlich, dass die Propagandisten und Kampagner überzogen haben und eben nicht erklären können, wie Lösungswege aussehen können. DER WEG ZUR LÖSUNG KANN NICHT OHNE DIE BAUERN GESTALTET WERDEN. WIR MÜSSEN DEN KRITIKERN MIT GERADEM RÜCKEN ENTGEGENTRETEN. DAS RECHTFERTIGEN UND ZURÜCKSTECKEN MUSS EIN ENDE HABEN. Die dafür nötige Gruppendynamik entwickelt sich immer deutlicher. Und genau davor haben die Kritiker Angst. Lasst uns zusammenhalten und zwar in allen Branchen und Sparten der Landwirtschaft.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Da wäre ich nicht ganz so siegessicher, in einem Leserbrief in unserer heutigen Lokalprawda hat einer schon mal vorgelegt und die Agrarlobby und deren unendliches Kapital als Steuerung der Politiker angemahnt. Es sei eine Unverschämtheit, Boden und Wasser zu verschmutzen und sich noch zu beschweren, wenn die Bevölkerung mit Auflagen gegen diese Gefahr geschützt werden müssten.
        Da wird erheblicher Aufwand betrieben um die alte Sicht aufrechtzuerhalten und noch zu forcieren. Und es wird versucht die Demos zu diskreditieren.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Es war zu erwarten, dass die wie die Ratten aus ihren Löchern kommen.
          Im Prinzip schreiben die nur das was sie in den letzten Jahren immer vorgetragen haben.

          In unserer Lokalpresse wurden Leserbriefe abgedruckt, da standen einem die Haare zu berge.

          Von meiner Seite wurden 3 Leserbriefe abgedruckt und der Letzte muss so Durchschlagend gewesen sein, dass die Gegenseite derzeit stillhält.

          Eine Formulierung habe ich von Bauer Wille abgekupfert, die muss irgendwie angekommen sein.

          Einfach mit Leserbriefen die Bevölkerung aufklären, die sind vernünftiger bei Schilderung der Sachlage, als ich vorher glaubte.

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          • Obstbäuerin sagt

            Schön wär´s ja, Ehemaliger aber bei uns bekommst Du keinen Leserbrief in die Zeitung, der nicht im Mainstream liegt. Mit der Begründung, Redundanz zu beseitigen, wird die Meinung entweder total entschärft oder verdreht. Oder erst gar nicht veröffentlicht. Ich habe bei einem Versuch dann 3 Varianten angeboten, wo dann in der letzten Version in absoluter Kürze der gewünschte Inhalt gerade noch erkenntlich war. Wurde aber auch nicht abgedruckt.

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            • Obstbäuerin sagt

              Leserzuschrift zu
              »Kirschen knapp und teuer« MOZ vom 07.07.2010

              Bitte drucken Sie meinen Beitrag im Wortlaut ohne redaktionelle Änderungen. Redundanz – soweit vorhanden – ist gewollt.
              Sollte Ihnen die letzte gekürzte Variante ( von drei ) noch zu lang sein, bitte ich Sie, von einer Veröffentlichung abzusehen.

              1. Variante ungekürzt
              Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass immer wieder betont wurde, dass es sich bei dem Obst und Gemüse auf dem Slubicer Markt um Handelsware und nicht um Ware, die tagfrisch vom Erzeuger kommt, handelt. Diese Erdbeeren und Kirschen sind meist ein bis mehrere Tage alt. So, wie in unseren Supermärkten. Dass jetzt kein Spargel mehr angeboten werden sollte, wissen alle Kleingärtner und natürlich professionelle Spargelbauern. Am »Johannistag« – so die alte Bauernregel – wird das Spargelstechen beendet, um den Pflanzen die nötige Ruhepause zu ermöglichen.
              Bei einem Durchschnittseinkommen von etwa 500 € in unserem Nachbarland sind die Preise durchaus nicht niedrig. Nur für deutsche Einkommen und Renten ist es superbillig.
              Superbillig soll laut Gerüchten in nächster Zeit auch eine Tageszeitung extra für Frankfurt aus Slubice angeboten werden. Mit den gleichen regionalen und globalen Informationen wie in der MOZ. Sie soll nur 30 Cent je Zeitung kosten und könnte sogar noch preiswerter sein. Da kann ich mir vorstellen, dass viele Frankfurter der informativen Tageszeitung wegen zum Slubicer Markt pilgern werden.

              2. Variante
              Das Obst und Gemüse auf dem Slubicer Markt ist, wie im Artikel beschrieben, Handelsware und kein Obst vom Erzeuger, das tagfrisch auf den Ladentisch kommt. Die Erdbeeren sind mindestens ein – meistens jedoch zwei Tage alt. Bei einem Durchschnittseinkommen von etwa 500 € in unserem Nachbarland sind die genannten Preise durchaus nicht niedrig. Nur für deutsche Einkommen und Renten ist es superbillig.
              Superbillig soll laut Gerüchten in nächster Zeit auch eine Tageszeitung extra für Frankfurt aus Slubice angeboten werden. Sie soll nur 30 Cent je Zeitung kosten und könnte sogar noch preiswerter sein. Da kann ich mir vorstellen, dass viele Frankfurter der informativen Tageszeitung wegen zum Slubicer Markt pilgern werden.

              3. Variante
              Bei einem Durchschnittseinkommen von etwa 500 € in unserem Nachbarland sind die genannten Preise durchaus nicht niedrig. Nur für deutsche Einkommen und Renten ist es superbillig.
              Superbillig soll laut Gerüchten in nächster Zeit auch eine Tageszeitung extra für Frankfurt aus Slubice angeboten werden. Sie soll nur 30 Cent je Zeitung kosten und könnte sogar noch preiswerter sein. Da kann ich mir vorstellen, dass viele Frankfurter der informativen Tageszeitung wegen zum Slubicer Markt pilgern werden.

              Mit freundlichen Grüßen
              Obstbäuerin

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      • Schmeckt gut sagt

        So what. Ist halt ein Unbelehrbarer. Bringt eh nix, mit diesen Leserbriefschreibern in der Öffentlichkeit zu streiten. Meine Meinung – es interessiert nur eine Minderheit. Viel effektiver und zwar traurig, aber super gemacht und zum Schmunzeln: Googelt mal nach „Was wäre das Leben ohne das Handwerk“

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    • sonnenblume sagt

      Dieser Firma wurde die Gemeinnützigkeit entzogen. Jetzt müssen mit allen Mitteln Spenden eingetrieben werden. Das verschärft den Ton sicher um einiges und man nimmt alle Themen, bzw. Personen in den Blick, die ein höheres Spendenaufkommen erwarten lassen.

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  5. Arnold Krämer sagt

    Auf jeden Fall ist nach dem Aufstellen der grünen Kreuze und den Demonstrationen der letzten Wochen ein wenig Unruhe bei den scheinbar gleichgeschalteten Mainstreammedien bezüglich der landwirtschaftlichen Themen entstanden. Das wurde aber auch allerhöchste Zeit.
    Ich habe mich schon oft gefragt, ob das, was bisher oft ohne nennenswerte „Gegenwehr“ an landwirtschaftlichen Themen aufgegriffen, skandalisiert oder zumindest tendenziös dargestellt wurde, (mal von dieser Zeitung, mal von jenem Fernsehsender) in irgendeiner Weise abgesprochen oder koordiniert sein gewesen sein könnte. Da gab es nämlich in den letzten Jahren nach meinem Empfinden nie „Ruhepausen“ oder „Erholungsphasen“. Gerade eben habe ich auf einer nicht ganz unbekannten Internetseite (www.achgut.com/artikel/hunderte_medien_koordinierten_klima_berichterstattung) gelesen, dass weltweit eine Vielzahl von Printmedien ihre Klima-Berichterstattung koordiniert haben sollen.
    Ob es so etwas in Bezug auf die deutsche Landwirtschaft auch gegeben hat oder immer noch gibt, zumindest zwischen den Organisationen, die WHES jahrein, jahraus organisieren? Ich halte es für ziemlich wahrscheinlich, allerding ohne irgendeinen Beleg dafür zu haben. Aber vielleicht wissen andere mehr.

    3+
  6. Friedrich sagt

    Der Kommentar des Tagesspiegels ist von städtisch denkenden Leuten geschrieben und konnte nicht anders sein. Auch der Kommentar des Prof. kommt aus der Ecke. Berlin ist eben weit weg vom Land. Das wird sich dann nächste Woche ändern wenn 5000 Schlepper und hunderte Busse angerollt kommen. Bekanntlich fängt der Fisch vom Kopf her an zu stinken. Inzwischen ist der Gestank so groß , daß wir es auf dem Land nicht mehr aushalten und in die Städte einrücken müßen , um unsern Regierenden das einmal mitzuteilen. Aber merken die was ? Ehr noch nicht. Das wird sich ändern . Am 2. 12. hat die Kanzlerin zum Bauerngipfel eingeladen, um schöne Bilder in drei Stunden in das Land zu senden und zu sagen , daß alles ok ist. Dafür sollten sich die Eingeladenen nicht mißbrauchen lassen und ein Gruppenbild ablehnen. Das trifft diese Mediengeilen Politiker hart. Das konnten wir schon auf der Demo im Frühjahr in Hannover schon erleben , als die Bauern Bildermachen ablehnten. Die Klöckner war dann stinksauer. Also das ganze mit der Kanzlerin wiederholen !! Keine Bilder , aber dafür guten Meinungsaustausch und Problemlösungen, sonst war die Fahrt nach Berlin umsonst bei hohen Fahrtkosten.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Letzten Sonntag kamen vom Bodensee welche mit Treckern auf der Fahrt nach Berlin vorbei. Am Sonntag fahren welche in der Ortenau weg, und gehen auf die Autobahn, Genehmigung ist vorhanden.

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    • Elisabeth Ertl sagt

      Es ist zweifellos äußerst wichtig, der Desinformation der NGOs entgegenzutreten und Dinge öffentlich richtig zu stellen. Den Städtern schadet es nicht, genauer über Landwirtschaft Bescheid zu wissen, und bei vielen kommt das durchaus an. Diesbezüglich ist Bauer Willis Blog eine Fundgrube, die schon beinah ein Studium ersetzt. Der Blog hätte es längst verdient, von den offiziellen Interessenvertretern gebührend promotet zu werden. Die haben das verschlafen.
      Dann kommt der Dialog, das hartnäckige bewusste Aufsuchen des Gegners, um sich zu konfrontieren. Willi hat sich jetzt darauf verlegt, das ist eine Riesenchance.
      Allerdings: auf Dauer wird selbst das allein zu selbstdarstellerisch. Politiker müssen noch auf so viele andere Interessen Rücksicht nehmen, und Bauern sind nur wenige Wählerstimmen. Wer in dieser defensiven Lage das Volk mitnehmen will, um bei den Politikern Gehör zu finden, muss es unbedingt anders ansprechen als mit 5000 stinkenden Traktoren und hunderten ebenso stinkenden Bussen.
      Hört darauf, wie Heini immer wieder „wir“ sagt und damit praktisch alle arbeitenden menschen meint. https://www.youtube.com/watch?v=Zhw-lB0qi5g

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      • Stadtmensch sagt

        „die schon beinah ein Studium ersetzt“
        Naja, ein Gesellschaftskunde Studium vielleicht. Aber das ist ja auch nicht verkehrt. Vielen Dank an alle, die sich hier die Finger wund tipseln.

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    • Der Brandenburgbauer sagt

      Moin Friedrich, klare Ansage ohne Wenn und Aber. Es geht nur auf diesem Weg.
      Wir Landwirte, müssen endlich zeigen das wenn es um unser aller Interessen geht ,wir eine eingeschworene Gemeinschaft sind. Egal ob Bio, Öko oder Konvi, egal ob Groß oder weniger Groß!
      Oder sollte ich mich da doch täuschen was den letzten Satz betrifft ????
      Dann ist ein scheidern schon vorprogrammiert.

      3+
      • Also ich bin auf dem Mail-Verteiler von Campact. Zwar habe ich da noch nie eine Aktion unterstützt, aber gegen Information spricht nichts.
        Heute war das Thema Landwirtschaft dran.
        Zum einen der Hinweis auf die beginnende Aktion „Bienen und Bauern retten“.
        Zum anderen die Erinnerung an „Wir haben euch satt“. Der kleine Fehler war/ist beabsichtigt.
        Willi du kommst auch vor: Als Internet-Star der Agrarlobby. Was ist das eigentlich?

        Jedenfalls bist du Teil einer „perfiden Strategie- „die Agrarindustrie tarnt sich als besorgter Kleinbauer und führt den Verbraucher in die Irre.“
        Ok ist jetzt Neues, aber zeigt dass die „Gegenseite“ sich wirklich nicht schämt, die Dialog suchenden Landwirte , und das ist der Blog hier!, übelst zu diffamieren.
        Und ganz bewusst auch einen Keil zu schlagen zwischen konvi/bio, groß/eher klein.
        Und ich denke: Allen Landwirten muss es gelingen, diese Spaltungsversuche zu verhindern. Sonst haben wir verloren Da muss mit einer Sprache gesprochen werden!

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          • firedragon sagt

            Was ich jetzt schreibe, gehört hier nicht unbedingt dazu.
            Vorab, noch einmal danke „Bauer Willi“, dass Du Dir so viel Mühe machst und Zeit in Deinen Blog investierst – ich bleibe nur jetzt beim „Du“.
            Ich war auf Deinem Blog schon einmal, vor zwei oder drei Jahren. Da bin ich in einer heftigen Diskussion „gelandet“ und war erschrocken – ich bin sonst nirgendwo im Internet /Facebook oder so etwas unterwegs (ist alles Mist).
            Du hattest mir damals zurück geschrieben, dass hier jeder seine Meinung schreiben darf. Ich bin trotzdem schnell wieder verschwunden.
            Warum ich das schreibe – als Du mit Deinem grünen Kreuz begonnen hast, hat uns unser Bauernvorstand aus unserem Ort (wir gehören auch zur Vorstandschaft) darauf aufmerksam gemacht und zum Mitmachen aufgerufen.
            Seit dem bin ich wieder hier (nicht erst seit vier Wochen 😉).
            Ich habe viel gelesen, heute wieder Deinen Link von mitwelt. Kannte ich nicht. Von Lady bin ich auf Campact „aufmerksam“ gemacht worden. Kannte ich auch nicht. Und sehr viel, was hier noch so eingestellt wird ist auch fremd für mich, da ich mich mit so etwas bisher nicht „beschäftigt“ habe.
            Was mir auffällt – da draußen weht ein rauer Wind, es wird gehetzt und verbale Ohrfeigen werden verteilt.
            „Bauer Willi“ ich bin ganz froh, hier „gelandet“ zu sein.

            5+
          • Elisabeth Ertl sagt

            Ich habe jetzt dorthin geschrieben:
            Sehr geehrte Damen und Herren,
            ich bin eine Hobbybäuerin aus Österreich, in Pension. Ich bewirtschafte mit meinem Mann 3,5 ha Eigengrund und 2 ha Pachtgrund (alles Wiesen, Weiden und Streuobst mit Hecken und Waldbaumgruppen dazwischen) mit Schafen. Wir sind nicht bio-zertifiziert, machen aber wenig, was nicht in die Richtlinien passen würde. Auf unseren Wiesen wachsen ca. 100 Pflanzenarten; die Zahl der Schmetterlingsarten wächst von Jahr zu Jahr, ich habe 41 Vogelarten auf unserem Grund gezählt, es gibt weitere seltene Tierarten wie Äskulapnatter, Feuersalamander, Erdkröten, Fledermäuse, Siebenschläfer etc.. Wir haben noch nie Glyphosat und noch nie Kunstdünger verwendet; eine Zeit lang haben wir biozertifizierte Pflanzenschutzmittel im Gemüsegarten ausgebracht. Seit unsere Hühner ringsum die Schädlinge fressen, brauchen wir nicht einmal mehr das. Unser Betrieb würde also wohl weitgehend Ihrem Idealbild von Landwirtschaft entsprechen.
            Seit etwa einem Jahr verfolge ich den Blog von Bauer Willi mit großem Interesse. Ich habe dort sehr viel über Landwirtschaft gelernt. Ihre Kritik an diesem Blog kann ich nicht nachvollziehen. Ich habe meine Zweifel daran, dass sich jemand von Ihnen wirklich eingehend mit den Inhalten dieser Seite auseinander gesetzt hat. Warum ich jemanden verteidige, der Glyphosat und Pflanzenschutzmittel verwendet, über die Sinnhaftigkeit von Gentechnik nachdenkt und biologische Landwirtschaft differenziert sieht:
            Wir müssen finanziell nicht von Landwirtschaft leben, wir betreiben keinen Ackerbau, sondern nur natürliche Grünlandwirtschaft, wir stehen nicht unter dem Druck, eine wachsende Bevölkerung (die Einwohnerzehl Österreichs ist während meiner Lebenszeit um etwa 30% gewachsen, die Weltbevölkerung hat sich fast verdreifacht) versorgen zu helfen, wir müssen auch die Sorgen der 25% österreichischer Biobauern nicht teilen, deren Produkten nur 9% KonsumentInnen gegenüber stehen, sodass gegenwärtig die Preise verfallen und die Betroffenen trotz erhöhter Förderungen von der Pleite bedroht sind. Aber ich mache die Erfahrung, dass es unmöglich ist, als kleiner Hobbybetrieb auch nur kostendeckend zu arbeiten, was Einnahmen und Ausgaben betrifft, da ist meine Arbeitszeit noch nicht einmal berücksichtigt. Mein Mann und ich sind in der privilegierten Situation, uns das leisten zu können. Von dieser Position aus kommerzielle Betriebe zu verurteilen, wäre anmaßend.
            Nun frage ich Sie: Ist der kleine Filialleiter einer Supermarktkette, welche im Winter Obst und Gemüse aus Südeuropa verkauft, weil es solches aus Deutschland nicht gibt bzw. nicht im benötigten Umfang, ein Lobbyist der südeuropäischen Agrarmafia, welche mit Sklaven wirtschaftet? Nein? Warum werfen Sie dann Bauer Willi Entsprechendes vor? Wenn ein Bauer den Einsatz von Glyphosat fachlich begründen kann und deshalb keine Hemmungen hat, das Präparat auch anderen zu empfehlen, was kann er deshalb für eine eventuelle fragwürdige Machtpolitik jener Konzerne, die es herstellen? Er verdient es, dass man seine Argumente hört und seine Position dann entweder teilt oder sich fachlich begründet davon distanziert. Eine solche sorgfältige Vorgangsweise vermisse ich auf Ihrer Seite. In Ihrem Impressum heißt es wohl: „Wenn Sie hier „Die Wahrheit“ suchen, werden Sie sie nicht finden. Es gibt sie nicht, „Die Wahrheit“, sondern immer nur Annäherungen daran, Wahrheitsfragmente. Es wird Ihnen nichts übrigbleiben, als sich mit den „anderen Wahrheiten“ auseinander zu setzen, um zu einer eigenen Meinung zu kommen.“ Eine solche Klarstellung ist kein Freibrief, mit der Wahrheit zu Lasten anderer verantwortungslos umzugehen. Ich empfehle Ihnen dringend, Ihre Meinung über Bauer Willi nicht von Dritten zu beziehen, sondern von ihm selber. Dazu muss man aber mehr als zwei oder drei der Beiträge auf seinem Blog gelesen haben! Bitte verlassen Sie den Pfad der Diffamierung und tragen Sie zu sachlicher Auseinandersetzung bei!
            Mit freundlichen Grüßen

            12+
  7. Karl Timme sagt

    Habe gestern auch dieses Interviewe und den älteren Artikel im Tagesspiegel gelesen. Mein erster Gedanke: Hier äußert sich wieder jemand aus dem Elfenbeinturm. Er hat nicht realisiert das der Umbau der deutschen Industrie in eine Klimaindustrie fehlgeschlagen ist, bevor sie überhaupt vollendet war: Photovoltaik, Windenergie und der Bioanbau, der seit 20 Jahren nicht aus der 5% Nische heraus kommt und heute zunehmend aus dem Ausland, vor allem China und Südamerika unter Druck gesetzt wird.
    Bis heute hatten wir Vollbeschäftigung. Es zeichnet sich aber eine zunehmende Arbeitslosigkeit ab, besonders wenn jetzt der Umbau der Autoindustrie in fahrt kommt. Diese freigesetzten Arbeitskräfte lassen sich nicht mehr alle in der Verwaltung (Kontrolle und Naturschutz) unterbringen. Mit zunehmender Arbeitslosigkeit werden die Grundbedürfnisse des Menschen in der Wertigkeitsskala wichtiger und dazu gehört das Klima für die Betroffen nicht. Bis dahin wird die Landwirtschaft allerdings durch die neuen Vorgaben weiter stark schrumpfen.

    4+
    • firedragon sagt

      Ich finde es „lustig“, dass anscheinend jeder Kontinent, jedes Land sein ganz individuelles „Klimaproblem“ hat.
      Während bei uns nonstop die Welt untergeht, werden in RUS die Adblue – Anlagen aus den Schleppern ausgebaut.
      Bei uns kommt eine Hoftankstelle einem Hochsicherheitstrakt gleich, in RUS werden die Maschinen auf den Äckern repariert.
      Bei uns sollen mehr Naturräumen entstehen, in RUS bekommt jeder Landwirt, wenn er Land urbar macht und auch sonst, die Maschinen vom Staat zur Hälfte bezahlt.
      Noch „schräger“ kann globale Klima-Politik nicht auseinander gehen.

      4+
      • Karl Timme sagt

        Wir können dann aber sagen, wir haben der Welt als Vorbild gedient. Wenn wir uns schnell genug abwickeln, wird das die Welt vor größeren Schäden bewahren. Aus dankbarkeit (hoffentlich) werden sie uns wieder aus dem Tief herausholen.

        5+
  8. Elisabeth Ertl sagt

    „Viele Bauern fühlen sich eingeklemmt zwischen Vorschriften und Marktzwängen, die ihnen keine andere Wahl lassen als eine industrielle Betriebsführung …“
    „Und drittens gibt es auch noch große Unterschiede zwischen den einzelnen Gruppen der Landwirte, z.B. Großagrariern und ökologisch wirtschaftenden Kleinbauern.“
    Dieses Bild – hier der industrielle giftspritzende Großagrarier, da der ökologisch wirtschaftende Kleinbauer – wird von den NGOs geprägt. Es stammt aus den 1970ern und v.a. 1980ern und ist natürlich längst nicht mehr wahr. Warum aber verfängt dieses Bild noch immer so, warum WOLLEN es die Leute unbedingt so sehen? Warum kommt der industrielle Biobetrieb da ebenso wenig vor wie der Kleinlandwirt, der, genervt von der Bio-Bürokratie, nach seiner eigenen Vorstellung von Ökologie und Tierwohl wirtschaftet? Und ist der jetzige Kampf der Bauern nicht v. a. ein Kampf für die vergleichsweise kleinen bäuerlichen Betriebe und gegen die Konzentration von Grund und Boden in der Hand der Konzerne, worauf die Entwicklung ja derzeit ungebremst hinausläuft? Ist es nicht ein Kampf ums menschliche Maß, um die Übergabe kleiner Familienunternehmen von einer Generation auf die andere, ein Kampf um das Gefühl von Souveränität? Der ökologisch verträgliche Umgang mit dem Boden, für den es in Wahrheit eine Fülle individueller Lösungen gibt, ist er überhaupt erklärbar für Menschen, die nicht wenigstens noch ansatzweise Erfahrungen mit Landwirtschaft haben?
    Aber diese Erfahrung schwindender Souveränität, schwindenden Überblicks, die machen eben viele Menschen, und sie stellen fest, dass diese unüberschaubaren Riesenstrukturen einer Eigengesetzlichkeit folgen, die den Planeten ruiniert. Es gäbe z. B. nicht so viel Verkehr, wenn Wohnen und Arbeiten noch eine Einheit wären. Und da ist eben der alte kleine romantische Hof, der die lokalen Lebensmittelläden beliefert, ein sehr brauchbares Symbol. Es geht um mehr als um Ökologie und Landwirtschaft. Es geht um etwas, das alle betrifft.

    6+
    • Reinhard Seevers sagt

      „Es geht um etwas, das alle betrifft. “
      Tja, das ist das Problem…so lange es nicht alle erkennen, so lange pickt man sich vermeidlich schwache Glieder raus und arbeitet sich an ihnen ab. Deshalb sage ich auch immer, dass das Thema Landwirtschaft als Stellvertreter herhalten muss, bis zu dem Zeitpunkt an dem alle dran sind.
      Der Widerspruch wird sogar den Journalisten deutlich und sie haben richtige Angst vor der Zukunft. Herr Sentker auf die Problematik angesprochen, dass seine Redaktion wiederholt auf Umweltthemen setzt und gleichzeitig in der ZEIT Luxusartikel beworben werden und Weltreisen wie Sauerbier angeboten werden, sagt, dass der Verlag und die Redaktion eben zwei Seiten sind, die sich bedingen und nicht ohne einander können.
      Irgendwann wird allen klar, was wir tun…..

      1+
      • Elisabeth Ertl sagt

        Herr Seevers, es ist sowieso schon der Großteil dran, halt nicht in dem Sinn, dass sie verhungern, sondern weil sie leiden unter der Offensichtlichkeit dessen, dass es so nicht weitergehen kann, auch nicht in ihrem eigenen beruflichen Umfeld. Natürlich existiert eine weit verbreitete Dekadenz im Umgang mit Lebensmitteln. Aber man könnte sich entschließen, auf etwas anderes zu schauen, auf ein Leiden, das den Bauern mit dem Bürger verbindet. Bei uns ist der Schuhfabrikant Heini Staudinger zu hoher Popularität aufgestiegen, weil es ihm gelungen ist, das spezielle Problem seines Betriebes mit der Finanzmarktaufsicht in einen so allgemeinen Rahmen zu stellen, dass sich die Mehrheit der Bevölkerung auf seine Seite gestellt hat und schließlich das Gesetz geändert wurde zu Gunsten von Crowdfunding. Und jetzt sucht er als Mittelbetrieb Solidarität in seinem Entschluss, dem Staat dieselben Steuern zu verweigern, von denen die Konzerne befreit sind. Weil nur Klein- und Mittelbetriebe das Leben auf dem Land aufrecht erhalten können. Ist der Hauptfeind wirklich der normale Durchschnittsbürger, oder sind es die, welche sich auf Kosten anderer bereichern? Gestern eine Reportage gesehen aus dem Pinzgau: Dort werden den Bauern billig Gründe abgeluchst mit vorgeblichen Agrarvorhaben, dann entstehen dort teure Chalets für die Reichen dieser Welt. Viele davon stehen schon wieder leer, weil die Einwohner inzwischen woanders ihren Zweitwohnsitz aufgeschlagen haben. Wer lässt sich vom Besitz einer Immobilie schon zwingen, immer in die gleiche Gegend auf Urlaub zu fahren? Die örtliche Politik macht mit in der Hoffnung auf Arbeitsplätze, die sich immer nur kurzfristig einstellen, denn mit dem laufenden Betrieb kann im Unterscheid zu Hotels kein Geld mehr verdient werden. Und wer sich dagegen stellt (ob Bauer oder anderer Einheimischer) dem wird mit wirtschaftlichen Konsequenzen gedroht. Und es geht immer so weiter, die schönsten Landschaften, die ökologisch wertvollsten Wiesen und Almen werden zubetoniert. Begründung: Es gibt zu viel unnötiges Geld, und auf der Bank wird es auch nicht mehr, die Reichen suchen nach irgendeiner Möglichkeit, es zu verbraten.

        2+
  9. Berthold Lauer sagt

    Allein die Wortwahl in beiden Artikeln ist bezeichnend für die große Kluft und das Unverständnis. Zitat: Kanzlerin Merkel will sich mit den „Rädelsführern“ treffen!!! Von Rädelsführern spricht man, wenn man es mit einer Bande von Krawallmachern zu tun hat! Und auch der Herr Professor kommt nicht umhin, gängige Klischeees zu bedienen wenn er von Großagrariern auf der einen und ökologisch wirtschaftenden Kleinbauern auf der anderen Seite spricht. Zitat: „Ich vermute auch, dass bei den Protesten die Großagrarier die treibende Kraft sind und die Interessen der kleinen Bauern kaum vertreten werden.“ Wenn er nur vermutet, so heißt das, daß er sich nicht kundig gemacht hat und besser nichts sagen sollte.
    Zur Aussage: „Aber hier in Deutschland steht die Mehrheit der Bevölkerung hinter dem Umweltschutz“ bin ich mal gespannt. Solange es damit getan ist, Verpflichtungen des Umweltschutzes auf Andere und da insbesondere auf die Landwirtschaft abzuwälzen, ist das ja eine feine Sache. Das ändert sich aber, wenn die eigene Verantwortlichkeit oder Betroffenheit offfensichtlich wird. Wenn dann der persönliche Konsum, die individuelle Mobilität oder das eigene Freizeitverhalten geändert werden sollen und, wenn man das ganze ernst meint, auch müssen.

    15+
    • firedragon sagt

      Herr Lauer,
      heute im Radio gehört… „die Menschen mögen im Naturschutzgebiet wohnen, aber die Natur darf bitteschön nicht zu ihnen kommen…“
      (in Form von Spinnen, Ratten u.s.w.)

      8+
    • Obstbäuerin sagt

      Das ändert sich auch spätestens dann, wenn vor allem der Verbraucher an der mittleren und unteren Lohnkante merkt, dass der angebliche Klimaschutz sein Geld kostet und das nicht nur bei Heizung, Sprit und Energie.

      7+
  10. fingerphilosoph sagt

    „Den Bürgern ist das Klima wichtiger als die Probleme der Bauern“

    Warum heißt es nicht:
    „Den Bürgern ist das Klima wichtiger als erschwingliche Nahrungsmittel“

    Und ist den Menschen das Klima wichtig? Wohl kaum, solange die Zahl der Flugpassagiere und die Zulassungen der SUVs jedes Jahr neue Rekordzahlen verbuchen.
    Hätte man die Leute gefragt, ob ihnen das Klima wichtiger ist als erschwingliche Nahrungsmittel wäre die Antwort vermutlich eine andere gewesen. Für den Bürger geht es doch konkret darum und gar nicht um die „Probleme der Bauern“

    Schönes Beispiel für „Framing“: Die Informationen werden in konstruierte Zusammenhänge eingebettet, sodass sie, obwohl sie als solche nicht falsch sind, doch falsche Vorstellungen in den Köpfen erzeugen.

    12+
    • Christian Bothe sagt

      @Fingerphilosoph,Sie und Ihre Wortglauberei. Aber wenn man als Synonym,statt Klarnamen als ~philosoph diskutiert,ist das wahrscheinlich Berufung! Nun zum Kommentar: Mir scheint der Klimabsolutismus momentan ziemlich übertrieben,da es noch einiges an Wissenschaft zu erledigen gilt.Warum wollen Sie den Leuten den Urlaub und den SUV vermiesen? „Erschwingliche“ Nahrungsmittel? Ein schönes Adjektiv,aber richtigerweise muß es heißen,billige Nahrungsmittel und da gebe ich Ihnen sogar recht.Der Flyer des Discounters ist die wichtigste Information für den Verbraucher. Ich beobachte das Verkaufsverhalten täglich,da ich über einem Discounter wohne und seit 14 Tagen ein neuer Biomarkt vor Ort aufgemacht hat. Ich hoffe,das die engagierten Inhaber das überleben…Also hält sich das Interesse (leider) für die Probleme der LW und ihrer Primärproduktion in Grenzen,was ich auch bei Diskussionen feststellen muß. Die Medien tun ein übriges,was die Darstellung des wichtigen Berufes eines Bauers ob Klein-oder Großbetrieb betrifft!

      2+
      • fingerphilosoph sagt

        Der Klimaabsolutismus scheint mir nicht nur übertrieben, sondern Ausdruck einer Massenpsychose.

        Selbst wenn der Klimawandel „menschengemacht“ sein sollte, kann der Glaube, dass man ihn mit CO2-Einsparungen beliebig steuern bzw. begrenzen kann, nur einem Wahn entspringen.

        Es ist schon richtig, dass die Menschheit das Zeitalter der fossilen Brennstoffe hinter sich lassen muss, aber in erster Linie deshalb, weil die bald ausgehen.

        Ich diskutiere unter -philosoph, weil ich immer wieder auf Leute wie Sie treffe, die sich darüber aufregen. Soll ich Ihnen mal was verraten? Ich habe Philosophie nicht zu Ende studiert, weil Philosophie als Studienfach an der Wirklichkeit vorbeigeht. Deshalb bin ich der Fingerphilosoph, weil ich hier beim Kommentare schreiben eher mit den Fingern philosophiere, also Däumchen drehe 🙂

        5+
  11. Also wieder ein Beweis, dass Bauern und Verbraucher, bzw. Bürger in einem Boot sitzen. Sie müssen gemeinsam agieren, um sich von der Wirtschaft nicht abhängig zu mahen. Deren Doktatur braichen wir nicht.

    1+
  12. Huberta Bossmann sagt

    Dass die Bevölkerung glaubt wählen zu müssen, zwischen Umweltschutz oder Landwirtschaft, liegt an den NGO`s.
    Als ich in Hamburg den Palast von Greenpeace gesehen habe, habe ich nur gedacht von Spendengeldern und Subventionen, die der Landwirtschaft eigentlich zustehen?
    Wäre zwischen Landwirten und Bevölkerung Friede, Freude, Eierkuchen, würden den NGO´s die Spender weglaufen.
    Weswegen startet ein Herr Pascal Vollenweider diesen Monat bei AVAAZ eine Kampagne, wegen Chlorpyrifos? Einen Link gibt es zu einem Spiegelartikel von 2012! Der Wirkstoff ist seit 2013 verboten!
    Warum klagt der DUH jetzt, ohne zu registrieren, dass die Nitratbelastung nicht nur durch die Landwirte verursacht wird?
    Warum wird einfach ignoriert, dass es seit 2017 schon eine Einschränkung bei der Gülleausbringung besteht und nicht unbegrenzt Tiere gehalten werden können?
    Warum wird ignoriert, dass die Bienenpopulation nicht kontinuierlich abnimmt, sondern in 2008 (?) ein massiver Einbruch stattgefunden hat und seit dem sogar wieder ein leichter Anstieg statt findet?
    Es gibt noch unzählige Beispiele.
    Die NGOs werden nie zufrieden sein, weil sie mittlerweile so viel Betriebskapital benötigen.
    Dazu brauchen sie Spender. Und Spender gibt es nur wenn Angst vor der Zukunft erzeugt wird. In den Kirchen funktionierte das Früher auch so.

    15+
  13. Elisabeth Ertl sagt

    1) Wenn man weiß, dass für den Bürger Umweltschutz und Landwirtschaft – wenn auch zu Unrecht – als nicht vereinbar gelten, wenn man also klar stellen will, dass das nicht so ist, dann ist es äußerst unklug, ausgerechnet mit einem massenhaften Auftreten von riesigen stinkenden Traktoren zu protestieren, und zu diesem Zweck die Dinger auch noch ein Vielfaches länger im Einsatz zu haben als an einem durchschnittlichen Arbeitstag, sich also umweltschädlicher zu präsentieren, als man ist. Willis grüne Kreuze waren da viel kommunikativer.
    2) Bauern sind tatsächlich nur eine kleine Gruppe, über welche die Politik im Zweifel drüberfahren MUSS, wenn sie wieder gewählt werden will. Wir leben nun einmal in einer Demokratie. Und wir wissen alle, dass die Landwirtschaft nicht aufhören wird, wenn alle Bauern pleite gehen, sondern dass die Konzerne sie mit Sklavenarbeit weiterführen werden, wie das in Ost- und vor allem Südeuropa schon der Fall ist – sogar als Biobetriebe, siehe Dennree, Fielmann etc. Die Versorgung der Bevölkerung mit ökologisch produzierten Lebensmitteln ist also nicht in Gefahr.
    Landwirte haben m. E. nur dann eine Chance, wenn sie begreifen, dass ihr Problem nur ein Teilproblem eines größeren Problems ist, welches die Mehrheit der Bevölkerung trifft. Und dazu muss man beginnen, sich für die Probleme anderer zu interessieren. Jemand aus der Nachbarschaft erzählt mir, wie ein junger WU – Absolvent die Firma umkrempelt, um sie finanziell „zukunftsfit“ zu machen, und das geht nur, indem man Material einspart, die Produkte damit weniger haltbar macht, und sich so den Absatz nachhaltig sichert. Der kleine Arbeiter sieht, wie sinnlos so eine Wirtschaft ist, aber er muss mitmachen, um den Arbeitsplatz nicht zu verlieren. So jemandem müssen die Bauern sehr selbstbezogen vorkommen, wenn sie nur für ihre eigenen Belange protestieren – womöglich noch gegen ihn als Kunden, der immer weniger verdient und auf den Discounter angewiesen ist. Der versteht die Sorgen der Bauern sehr wohl, aber sie lassen ihn letztendlich kalt.
    Die gemeinsame Klammer ist der Finanzkapitalismus in der heutige Form. Bauern könnten viel erreichen, wenn sie sich zur Speerspitze des Kampfes dagegen machen würden.

    2+
    • Reinhard Seevers sagt

      Die Erkenntnis über den Finanzkapitalismus ist dem einfachen Volk schwer vermittelbar und nicht Aufgabe der Landwirtschaft. Landwirtschaft ist das Synonym der Problematik und einer der ersten Betroffenen im System. Sogar die Grünen hatten auf ihrem Parteitag den Banker Reinke von der Union-Investment als Gasredner eingeladen, um sich eine neue grüne Wachstumswirtschaft erklären zu lassen…..der Glaube an Wachstum und damit Erhalt des Wohlstandes ist immer noch in den Köpfen. Verzicht geht nicht, dann wäre die Hölle los. Nee, nicht die Landwirtschaft missbrauchen für politische Feigheiten…dann könnte man sich ja auch der occupy-Bewegung anschließen, das wäre konsequent.

      2+
  14. Konvi sagt

    Herr Krämer, die Idee mit den Kreuzen war gut. Die Pöbeleien gegen LSV nicht.
    Willi ist gescheitert. Keine Wirkung der grünen Bändchen oder der Pakete.
    Herr Krämer, wollen sie sich wirklich an der Seite des „ehemaligen Landwirts“ stellen? Achten Sie auf Ihren sehr guten Ruf. LG

    2+
      • Bauer Willi sagt

        Den Verdacht habe ich auch. Er versucht es halt mit immer neuen Identitäten. Aber die Sprache…

        2+
      • Ferkelhebamme sagt

        Falls es der ist, den ich vermute, ist es einer der Anheizer von LsV, der mit gezielten Postings Stimmung macht, stolz darauf, mit Treckern jetzt anderen das Fürchten zu lehren. Ich hoffe, der Rest hat mehr Verstand in der Birne und lässt sich nicht instrumentalisieren, auch wenn die Emotionen kochen.

        3+
    • firedragon sagt

      Konvi,
      was ich weiter unter geschrieben habe; magst Du Dir das nicht wenigstens ein bischen zu Herzen nehmen ?
      Frust hin oder her …
      Auf Deine fachliche Meinung, die Du zu manchen Themen geben könntest, wäre allen mehr geholfen.

      1+
    • Arnold Krämer sagt

      Danke für die Blumen, Konvi.
      Wenn ein Nebenerwerbslandwirt (viehlos) mit guter Bildung sich für die Haupterwerbslandwirte, die sich von morgens bis abends (bei Viehhaltung 365 Tage im Jahre) in ihrer Doppelrolle als Knecht und Herr müde arbeiten, einsetzt, sollte man bei aller Kritik, die man im einen oder anderen Fall äußern kann, doch ein wenig dankbar sein.

      20+
      • Konvi sagt

        Ja die Blumen waren ernst gemeint. Ich bin dabei als Knecht und Herr mich loszueisen für die Demo in Berlin. Es ist sicher mein Fehler in der Wahrnehmung, dass ich die heutige Aktion hier als nicht hilfreich zu empfinden. Mir da ein Dankeschön abzuringen, ist etwas viel. Alle die eine gute Ausbildung haben, sollten vielleicht bei der Nitratgeschichte eine wissenschaftliche Begleitmusik spielen, weil in der Diskussion einiges aneinander geredet wird und auch Zuständigkeiten nicht berücksichtigt werden.
        Ich ziehe mich mit einem Fremdschämproblem zurück. Beiträge von Bauer Hans oder dem ehemaligen sind mir zu intellektuell

        1+
        • Arnold Krämer sagt

          Wer einen Blog betreibt, muss „Futter“ liefern. Deren Inhalte stimmen sicherlich längst nicht immer mit den Überzeugungen des Betreibers überein.

          1+
          • Bauer Willi sagt

            Das ist so. Aber es gibt jedem die Möglichkeit, über sein eigenes Handeln zu reflektieren. Wenn er es will…

            4+
  15. Obstbäuerin sagt

    Inzwischen spaltet die Klimaschutzdiskussion die Gesellschaft immer mehr. Während die Mehrheit der Älteren, die sich an verschiedene Untergangsszenarien erinnern können, eher gleichgültig oder unaufgeregt reagieren, haben sich die Jüngeren vorwiegend städtisch verorteten verschworen, die Welt zu retten – egal welche Kollataralschäden dabei verursacht werden. Und die Medien heizen die Stimmung an. Jeden Tag sterben die Insekten schneller, steigt die Temperatur, ist das Wasser vergifteter und der Untergang näher. Kommt dann doch mal eine wirklich sensationelle Meldung in der regionalen Presse, geht das sang- und klanglos unter. https://www.nordkurier.de/mecklenburg-vorpommern/insektensterben-doch-nicht-so-schlimm-2137525411.html
    Und selbst hier suggeriert die Überschrift, es wäre zwar schlimm aber nicht ganz so, wie vermutet. In Wirklichkeit wurden aber im Monitoring wesentlich mehr Insekten gefunden und auch mehr Arten als vor 30 Jahren. Ich hoffe, dass wir davon bald noch mehr hören werden.

    9+
    • Reinhard Seevers sagt

      Dann muss man aber rechtzeitig beginnen, den Bürger darüber aufzuklären, warum man nachts spritzt….nicht dass da neue Vorwürfe laut werden, und Spekulationen von heimlichen Chemieeinsätzen aufkommen. Mit dem Immissionsschutz wird es sowieso Probleme geben, weil zu den Lärmemissionen der Erntezeit dann noch die Spritzphasen hinzukommen, und ob die dann rechtlich gedeckt sein werden….

      1+
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Unsere Bürger könnten auch mal nachfragen, warum auch mal nach Einbruch der Dunkelheit gespritzt wird, anstatt dem Bauern zu unterstellen, dass er verbotene Mittel anwendet.
        Eigentlich müsste jeder Bürger wissen, dass jedes Mittel nachweisbar ist, das müsste eigentlich zur Allgemeinbildung gehören.

        3+
      • Obstbäuerin sagt

        Wir spritzen im Frühjahr, wenn die Bienen fliegen, fast immer nachts und das seit Jahren. Das sind jetzt aber Probleme, die an den Haaren herbeigezogen sind.

        0
        • Reinhard Seevers sagt

          Na, dann viel Spaß beim Diskutieren….wir haben ja bereits Menschen, die Bauern am helllichten Tage vom Güllefahren abhalten. Und wenn ich mir die Speckgürtel der Städte ansehe, wo Kollegen von Mehrfamilienhäusern umzingelt, Raps anbauen, dann wette ich einen hohen dreistelligen Betrag, dass das Nachtspritzen zum nogo wird.

          2+
          • firedragon sagt

            Herr Seevers,
            warum u.U. nachts gespritzt wird, hatten wir an andere Stelle schon erklärt.

            0
            • Reinhard Seevers sagt

              Das muss man mir ja nicht erklären, ich weiß worum es geht. Aber derjenige, den es betrifft als Nichtlandwirt, dem muss man es bei Gelegenheit oder besser rechtzeitig im Vorfeld erklären.
              Irgendwie scheint die Kommunikation ohne Bild und Ton immer wieder zu Ungereimtheiten zu führen…:-(

              0
        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Es ist immer besser, nach dem Bienenflug zu spritzen, dann stört man die Bienen nicht.

          3+
    • Naja, die Älteren, die sich wirklich erinnern können, sie jetzt fast alle tot. Wer bewußt den Hungerwinter 1946/1947 erlebt hat, müßte heute an die 80 Jahre alt sein. Gleichzeitig ist das die Zielgruppe, die zu früh im Bett liegt, um die Dokus etc. im Spätprogramm von ARD/ZDF zu sehen, in Pflegeheimen untergebracht ist.

      Und dann kommen schon die Babyboomer, diejenigen, die in den Wirtschaftswunderjahren den täglichen Sonntagsbraten kennengelernt haben, die im Alter lieber ein schnelles Auto kaufen statt wie Omi damals Kuchen zu backen, die auf nichts verzichten wollen, meist mit Äußerungen wie:
      Wenn nur ich das mache, ändert sich sowieso nichts.
      Ich kaufe es, weil sonst landet es im Müll, ist ja schon da.
      Wenn andere anfangen, mache ich gern mit.
      Ich kann mich ändern, aber mein Nachbar nicht.
      Usw.

      Ich verweise auf Chinas zunehmenden Fleischhunger, seit dort der Wohlstand Einzug hält … identisch zu den Wirtschaftswunderjahren hier …

      Beim Thema Insekten muß man differenzieren nach Regionen. Und genauso wie ich der Studie von Hallmann et alii vorhalte, daß man willkürlich zwei Werte von damals und heute ausgewählt hat, um zu zeigen, daß es angeblich 75% Insektensterben gäbe, kann ich auch denen in Mecklenburg-Vorpommern vorwerfen, daß keine kontinuierlichen Messungen stattgefunden haben. Das ist manchmal so, als würde man im Sommer von Hitzewelle sprechen, weil es sechs Monate vorher kälter war. Ich verweise auf manche Entwicklungszyklen bei Tieren wie Maikäfern und ähnliches mehr. Und prinzipiell sind auch Rapsglanzkäfer, Borkenkäfer und Prozessionsspinner Insekten …

      Beispiel Neonicotinoide: Wasserlöslich und hohe Bodenwanderung. Sprich es besteht die Gefahr, daß benachbarte Gebiete auch für Insekten giftig werden, es nicht lokal beschränkt bleibt. Lindan dürfte auch noch bekannt sein. Und ja, Pflanzenschutzmanagement ist essentiell, doch manch einer bemängelt nach all den Erfahrungen, daß da eher dem Streben nach hohen Erträgen die Vernunft geopfert wird.

      Doch ja, die Medien heizen … allerdings in alle Richtungen … die Stimmung an. Genauso wie zum Klima hört man auch von Springerpresse, FAZ und ähnlichen Finanzblättern und Co. das weiterso. Damit werben zum Beispiel AfD und FDP, von wegen man müsse nichts ändern, Konsum und Verbrauch dürften so weitergehen, die Wissenschaft wird schon was erfinden, der freie Markt wird’s schon richten … Also das Individuum wird gebauchpinselt, Solidarität zählt nicht.

      2+
      • Reinhard Seevers sagt

        Der Journalismus steht ebenfalls vor einem Dilemma. Nicht umsonst recherchieren mehrere Redakteure verschiedener Länderanstalten gemeinsam, um Meldungen zu generieren. Printmedien haben riesige Probleme ihre Leserschaft zu halten und sind bis zum Hals voller Werbung.
        Ein Großteil gefühlter Aufgeregtheit stammt aus diesem Bereich, man muss laut sein, um gelesen zu werden. Leider sind nur wenige Journalisten so selbstkritisch, wie sie es von z.B. Landwirten erwarten…..
        Eigentlich sind alle Opfer des Finanzkapitalismus, geben es aber nicht zu….weil keine Alternative in Sicht ist. Es fehlen Narrative, Ideen, Visionen…..das spüren eigentlich alle.

        3+
      • Obstbäuerin sagt

        Das wäre aber doch ein Ansatz zum wirklichen Dialog, Herr Suhr, der in einem vernünftigen Kompromiss enden könnte. Wir wissen zu wenig über das Insektensterben oder nicht Sterben und deshalb setzen wir das Agrarpaket aus und widmen uns dem Monitoring. Schlagen Sie das Frau Tackmann vor und Sie können sich unserer Unterstützung sicher sein.

        0
      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Herr Suhr,
        meine Frau arbeitet bekanntermaßen in einem Pflegeheim und die meisten der Bewohner sind im Kopf noch sehr Helle und sagen ihre Meinung über das Volksbegehren in BW. Das sie zur einer Generation gehören, die im jungen Alter Hunger leiden mussten, haben die kein Verständnis über die ablehnene Einstellungen zum Pflanzenschutz.

        Ich selbst bin Nachkriegsware, aber einige meiner Schulkameraden haben Hunger erlebt.

        Auf das Auto kann derjenige, der in der Stadt wohnt verzichten, der auf dem Land nicht. Auf Fleisch werde ich auch nicht verzichten, aber ich esse nur noch ein Drittel an Fleisch wie früher, ich brauche jetzt nicht mehr und damit kommen der Sache näher, der Sesselfurzer braucht weniger Fleisch, als der Bauarbeiter, der körperlich arbeiten muss.
        Ich weiß, Boris Becker als berühmter Sportler war Vegetarier, aber wie es scheint, ist das nicht spurlos an ihm vorüber gegangen.

        3+
  16. Konvi sagt

    Guten Morgen,
    Bauer Wille braucht für den Bluck von außen nicht einen alten Zeitungsbericht bemühen. Er steht selber außen. Dort hat er sich neidbelastet positioniert.
    In Berlin kämpfen ganz junge mit Älteren um ihre Betriebe. Aus meiner Sicht mit Erfolg.

    2+
    • firedragon sagt

      Guten Morgen Konvi,
      es ist der gemeinsamen Sache wenig dienlich, wenn durch solche Aussagen, wie Du sie schreibst, die LW versucht wird, in zwei Lager zu „spalten“.
      Jeder sieht seine Särken in unterschiedlichen Bereichen und wird für die gesamte LW in seinem gewählten Bereich sein Möglichstes tun, die Wichtigkeit der LW allen ins Gedächtnis zu rufen.
      Es wäre wichtig, das zur Kenntnis zu nehmen und sich eben nicht wie Kinder zu benehmen, aus dem Alter sind wir draußen.
      Gruß

      6+
      • Konvi sagt

        Genau das müsst du dem Bauern Willi sagen. Du weißt ja, die Kindheit kommt mit dem Alter zurück. Dann sollte man nicht mehr bloggen

        2+
        • firedragon sagt

          Konvi,
          ich brauche ihm nichts „sagen“, hier und da wird er mitlesen.
          Was ich geschrieben habe gilt für alle.

          2+
        • Obstbäuerin sagt

          Und wenn die Kindheit noch nicht zu Ende ist, sollte man nicht so viel klugscheißen!!!!

          7+
    • Arnold Krämer sagt

      Ohne den Anstoß durch Bauer Willi mit der Idee der Grünen Kreuze gäbe es heute keine LSV- Bewegung und keine Bauernproteste in Hamburg, Berlin und anderswo. Willi hat über mehrere Jahre eine Position aufgebaut, die ihm Zugang zu Personen/Politikern verschafft hat, um den andere ihn sehr beneiden. Diese haben sich jetzt positioniert in der Hoffnung, das eine oder andere erreichen zu können, bei einer Interessenlage, wie sie unterschiedlicher und damit vermutlich wirkungsärmer nicht sein könnte.

      13+
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      In regelmäßigen Abständen taucht immer jemand auf, der dem Bauer Willi an das Hosenbein pinkelt. Vermutlich ist das immer derselbe.
      Einer der die Leute nervt und nur dummes Geschwafel von sich gibt. Nur leeres Gerede, ohne Sinn und Inhalt.

      6+
      • Bauer Willi sagt

        Ja, es ist immer derselbe. Er macht es nur um der Provokation wegen. Übrigens nicht nur mit mir, sondern auch mit anderen Agrarbloggern. Ohne Sinn und Verstand.

        0
  17. Reinhard Seevers sagt

    „Und trotz Sympathie für die Landwirte: In Sachen Klimaschutz ist die Mehrheit der Deutschen einfach anderer Meinung.“, sagt Rucht

    Tja, da könnte er Recht haben. Wenn ich aktiver junger Landwirt wäre, würde mir beim Lesen der Beiträge das Messer in der Tasche aufgehen und ich würde noch mehr Protestenergie aufbringen.
    Es ist schon eine Farce wenn man in dem Magazin der Bundesregierung „SCHWARZROTGOLD“ – Neu Denken Fürs Klima – auf fast jeder Seite einen Bezug zur Landwirtschaft und zur Ernährung liest und weiterhin. Da wird ein Scheindiagramm aufgezeigt, in dem dargestellt wird, dass 1 Kilogramm Käse 5000L Wasser braucht. Und die alte Lüge von 15000L Wasser für 1 kG Rindfleisch ist wiederum manifestiert. „Wirft man ein Kilogramm Äpfel weg, werden 820 Liter Wasser vergeudet.“
    Wie verblödet muss man sein und für wie blöd verkauft man die Bürger dieses Landes, ganz offiziell, von der Regierung.
    Ich habe aber auch das Gefühl, dass die Landwirtschaft es versäumt hat, die Gefahren aus der politischen Ecke frühzeitig zu erkennen. Als Barbara Hendricks 2017 den online-Dialog Landwirtschaft ausgerufen hatte, hatten sich sage und schreibe 1400 Beiträge angesammelt, die dann ihre Legitimation für die weitere politische Arbeit dienten. Schulze hat mit dem Agrarpaket vollendet, was Hendricks vorbereitet und die Landwirtschaft verschlafen hat.

    14+
    • bauerhans sagt

      „…und die Landwirtschaft verschlafen hat.“

      die landwirtschaft war mit produzieren beschäftigt,um stückkosten zu verringern.
      rumsitzen und diskutieren ist doch keine arbeit!

      1+
    • Informieren Sie sich über virtuelles Wasser.

      Grob erklärt: Von dem Wasser, was ingesamt auf die Pflanze niedergeht, wird ja nur ein geringer Prozentsatz aufgenommen, der Rest versickert. Anders gesagt: Die Wasseraufnahmeeffizienz steckt dahinter.

      Und bei Fleisch kommt der Faktor Futtermittel hinzu, wieviel Regen mußte sozusagen niedergehen auf die benötigen Pflanzen. Und damit kommt man schnell auf solche Mengen.

      Aber das Thema Wasser würde ich an Ihrer Stelle anders angehen. Natürlich steckt überall Wasser drin. Aber das deutsche Schnitzel hat einen geringen Wasserfußabdruck als südamerikanische Avocado. Kaffee wäre das Erste, worauf man überhaupt verzichten müßte. Von all dem Wasser, was durch Lithium-Abbau für unsere E-Mobilität und Co. verseucht wird, ganz zu schweigen.

      Anders gesagt: Eigentlich saisonal normal war es, daß im Winter mehr Fleisch konsumiert wurde.

      Dabei berücksichtigen, daß der Pro-Kopf-Verzehr bei 60kg jährlich liegt, mehr als 1 kg die Woche, empfohlen werden maximal 500g aus Ernährungssicht. 88kg Verbraucher gesamt. Und dabei immer noch 120% Versorgungsquote.

      0
      • Reinhard Seevers sagt

        Ja, ja Herr Suhr….ich schreibe seit fast zehn Jahren über die Lügen des Wasserverbrauchs. Die virtuellen Wasseranteile aus einem OECD – Bericht eines amerikanischen Wissenschaftlers wurden in Deutschland so missbraucht, dass aus dem englischen Wort „used“ ein „verbraucht“ geworden ist. Die Leute sind nicht nur zu blöd zum Übersetzen, sondern auch noch im Verstehen. Sie sind aber gut im Indoktrinieren. Das Regenwasser, das auf unsere Flächen fällt einem Produkt zuzurechnen ist schon Superklasse. Lassen Sie es uns nicht nutzen oder das Gras gleich direkt einverleiben, sind ja auch Kalorien und macht satt….ob es zum Überleben reicht, keine Ahnung. Die Berechnung des Fleischkonsums stelle ich extrem in Frage, weil es gar keine richtige Statistik gibt, und schon gar nicht weltweite Vergleichbarkeiten. Das ist ebenfalls dümmstes Zeug zur Verbesserung der „Volkskörpergesundheit“ analog der Indoktrination im Dritten Reich, aus dessen Schoß auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hervorgegangen ist.
        Die SVG sind für nichts relevant Herr Suhr, nur wenn man auf der einen Seite mehr erzeugen will und Angst benötigt oder wenn man auf der anderen Seite den Menschen vormachen möchte, dass es zu viel von etwas gäbe und daraus eine Angst formulieren möchte….beides Dämlichkeiten, finde ich.

        1+
  18. bauerhans sagt

    dem bürger ist das klima nicht wichtiger als die bauern,der bürger will sein leben weiter so leben wie bisher.
    er möchte eigentlich gar keine veränderung,weshalb die politik sich ja auch so schwer tut z.b. mit der CO2-Steuer und besonders betont,dass der umweltschonende bürger mit finanzieller unterstützung rechnen kann.

    9+
    • Naja, es gibt nicht den einen Bürger … die ganzen Organisationen sind ja letztlich Bürgerzusammenschlüsse von Bürgern, die das weiterso nicht mehr wollen.

      Es gibt ja auch nicht den einen Landwirt – zum Glück – auch wenn die Schwarzen Schafe immer nach vorn gestellt werden, der Skandal zieht besser in den Medien und Handel sowie Politik wollen keine Solidarität zwischen Erzeugern und Verbrauchern, sonst kommt man nicht zu den wenigen Großbetrieben und Megaställen, auf die man abzielt, nicht erst seit dem Mansholt-Plan.

      1+
      • Reinhard Seevers sagt

        Ist das eine LINKE- Verschwörungstheorie, das mit dem Ziel zu Großbetrieben? Wo ist das große Ziel des Marxismus- Leninismus geblieben?

        0

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