Alois
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Sandra – der Jugend eine Chance

Sandra ist Landwirtin aus der Lüneburgerheide und schreibt ihre ganz persönlichen Gedanken zum Jahreswechsel.

Das alte Jahr ist zu Ende, das Neue schreitet voran. 2015 ist vorbei und was bringt das Jahr 2016?  So abgedroschen das auch klingt, so abgedroschen sind für die Allermeisten diese und ähliche Sätze zum Jahreswechsel wie sie jedes Jahr wieder gemacht werden.

Ich mache mir so meine Gedanken über das landwirtschaftliche Jahr 2016. Aber ich möchte hier absichtlich nicht über neue Verordnungen, Tierhaltung, Landtechnik, Preise, den Verbraucher, oder die Tierschützer reden. Ich möchte einmal über unseren landwirtschaftlichen Nachwuchs sprechen, denn der kommt meist viel zu kurz und ist doch unsere Zukunft. Wir haben in den letzten Monaten hier viel diskutiert und immer wieder festgestellt das wir Landwirte uns besser vernetzen sollten. Und das lernen wir doch von unserem Nachwuchs!

Unsere Jugendlichen sind bestens miteinander quer durch die Republik vernetzt. Schon als Teenager mit 12 – 13 Jahren fangen sie an Kontakte zu knüpfen und zu pflegen, sich mit anderen auszutauschen. Für uns Erwachsene sind es oft nur bunte Bilder von Traktoren und Landmaschinen die wir bei Facebook sehen. Doch es steckt mehr dahinter, was nicht jeder von uns “Alten” auf Anhieb realisiert. Es sind die Kontakte, die so auf teilweise spielerische Weise entstehen und eines Tages vielleicht einmal im “wirklichen” Leben gebraucht werden. Es sind aber nicht nur die Bilder bei Facebook:  die Jugendlichen haben auch ihre Blog´s, haben ihren Foren und Gruppen und noch eine Menge mehr. Sicher ist nicht alles hochwertig und unbedingt nützlich, aber solange junge Menschen ihren Spaß haben ist das doch in Ordnung. Es sind sogar einige dabei, die auf ihre ganz eigene Art und Weise ein Bild von der Landwirtschaft vermitteln, und auch das ist eine positive Sache. Ich denke da z.B. an Jana Heeckt oder an die Landwirtstöchter (siehe link)

.http://www.bauernblattsh.de/fileadmin/downloads/Schaettruum/3715_ju_Blogger_150dpi.pdf

Also liebe Kollegen und Eltern: nicht immer gleich skeptisch sein, wenn die Kinder was Neues probieren wollen. Lasst sie ihre eigenen Erfahrungen sammeln, denn sie sind unsere Zukunft, die Zukunft unserer Betriebe ! Was uns 2016 bringen mag wissen wir noch nicht, und das ist ganz gut so.

Ich wünsche allen ein frohes neues Jahr!

Eure Sandra

 

Bildquelle: www.bauernblattsh.de

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11 Kommentare

  1. Schweinebauer Piet sagt

    Smartphone und Whatsapp braucht man nicht unbedingt. Viele können nicht mehr telefonieren, geschweige denn sich vernünftig unterhalten. Freunde aus der Heide haben im Studium gerne einen 108èr dabei gehabt.

    Den kennst Du bestimmt auch Sandra. Heidegeist heißt der eine und 54er der andere oder? Ďabei kann man super schnacken

    • Schweinebauer Piet sagt

      Ratzeputz und Heidegeist ist richtig, jetzt kann ich Mittagsschlaf machen und muss nicht grübeln (-:

    • Sandra Harms sagt

      Heidegeist + Ratzeputz = 108er
      Steinhäger + Schwarzen Häger = Stahl&Eisen

      Beide mischungen sind nur unter gewissen bedingungn zu ertragen….

  2. Gast sagt

    So, wie wir erwarten, von der Jugend mit Respekt behandelt zu werden (was ich als Ökobauer von konv. Junglandwirten nicht immer sagen kann), so gilt auch umgekehrt:

    Wir sollten der Jugend Respekt entgegenbringen! Den brauchen sie zusätzlich zur Liebe und zum Freiraum um eigenständig denkende Menschen zu werden. Und dazu gehört es auch mal zuzuhören und ihre Sorgen ernst zu nehmen.

    Nicht selten wenden sich Mädels von tierhaltenden Höfen an uns mit der Bitte:
    “Hilfe, mein Vater will meine Lieblingskuh schlachten, könnt ihr sie nehmen”

    Da wäre der Bauer gefragt, zuzuhören, vielleicht hat die Tochter ja wirklich die besseren Argumente und auf dem Hof läuft zukünftig eine glückliche Tochter und eine Gnadenbrotkuh herum….

    • bauerhans sagt

      probleme zwischen jung und alt gibts solange menschen existieren.
      besonders lobenswert finde ich,wenn die bereiche zwischen jung und alt aufgeteilt werden und jeder für seine sache verantwortlich ist und wo keiner dem anderen ungefragt rein redet.
      habe hier vor ort das beispiel eines hofcafes,welches eigenständig von sohn und tochter des landwirts geführt wird.
      auch einen sehr bekannten bäckermeister haben wir hier,der seine tochter im konditorbereich eigene wege gehen lässt.

    • Sandra Harms sagt

      Andreas, welch schöne worte von dir und eine tolle vorlage !!!
      du hast recht mit deinen worten… zu oft fehlt die zeit zuzuhören….

      „Hilfe, mein Vater will meine Lieblingskuh schlachten, könnt ihr sie nehmen“
      das ein thema für sich…. auch da sind die eltern und großeltern gefragt, entweder eine gnadenbrot kuh oder es so zu erklären das ein 8 jähriges kind auch versteht… leider ist beides viel zu selten der fall, weil meist immer die zeit fehlt… ich würde mal schätzen das bei dir deshalb sicher 5-6 mal im jahr das telefon klingelt…..

      genauso wie respektvoll miteinander umgehen,freiräume zu schaffen und sorgen ernst nehmen, alles wichtige dinge die oftmals zu kurz kommen.

      andreas, da ich bei dir in die schublade vollgaßlandwirt falle, werd ich dir jetzt erzählen das auch ich eine gnadenbrot kuh hatte, die ich als 8 jährige mit der flasche aufgezogen habe. als ich mit 16 dann den hof geerbt habe stand sie noch 3 jahre als milchkuh im stall, dann wurde sie nicht mehr tragend, und gab auch keine milch mehr, behielt aber ihren platz im stall und war immer mit den anderen kühen zusammen auf der weide..
      Sie ging ein paar wochen bevor ich die kühe dann 2013 verkauft habe, nach 16 jahren den weg allem irdischen und kam eines tages abends mit den anderen kühen nicht mehr von der wiese in den stall zurück…
      Das ist für mich dann so gewesen als ob ich einen nahen verwandten verloren habe…..

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