Bauer Willi
Kommentare 29

Soja aktuell

Es wird ja immer von einer europäischen Eiweißstrategie gesprochen.  Um das mal in Relation zu Übersee zu setzen: So sehen die aktuellen Anbauflächen aus. In Süd- und Nordamerika dürfte weit über 90 % GV-Soja sein. In Österreich und Deutschland natürlich nicht.

 

 

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29 Kommentare

  1. Christian Krumphuber sagt

    Also das kleine Österreich hat sogar schon fast 70.000 Hektar Soja. Geht gar nicht so schlecht und die Züchter bringen wirklich gute, interessante Sorten im frühreifen (000) Bereich. Hat vermutlich mehr Zukunft als Erbse und Ackerbohne. In guten Jahren konnten wir auch schon 5 Tonnen pro Hektar ernten.

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  2. brouss sagt

    Ich bin generell gegen den Soja-Anbau in Europa. Unseren Insekten, Vögeln,…. in der freien Natur muten wir bald nur noch Neophyten zu ( Soja, Kartoffeln, Mais, Tomaten, Paprika,..).
    Ich zweifle daran, dass das auf die Dauer gut geht, weil deren Stoffwechsel dafür vermutlich genetisch nicht angepasst ist. Wenn die Viecher dann daran eingehen verbieten wir Glyphosat.
    Die Geschichte mit dem Tiermehl war eh nur ein Scheingefecht, hat aber den Bios ins Konzept gepasst und so hat man Skandale produziert. Es war aber die beste Eiweißquelle Europas.

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    • Bauer Fritz sagt

      Ihre Theorie von den „Neophyten“ scheint schon etwas veraltet. Legionen von Engerlingen bei Kartoffeln beweisen, daß sie daran schon Geschmack gefunden habe. Außerdem Maiswurzelbohrer und Maiszünsler auch fast schon seit Jahrzehnten genießen das europäische Angebot. Und wie diverse Meldungen zeigen, ziehen jede Menge Neozoen Jahr für Jahr aus aller Herren Länder den „Neophyten“ nach um sich daran gütlich zu tun.

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      • brouss sagt

        Bei der Logik wird es dann sinnvoll, wenn die Leute auch weiterziehen, bzw. durch Neohomo ersetzt werden

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    • Gephard sagt

      Ja, war leider nur ein Scheingefecht. Man hätte auch gleich hinterfragen können, ob es korrekt ist, Tiere mit etwas zu füttern, was sie sonst nicht essen.

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  3. Christian Bothe sagt

    Bin ein Fan von hiesigem Sojaanbau, da man das schon in Vorwendezeiten in Mitteldeutschland erforschte.Das Landesgut Buttelstädt in Thüringen ist der Leitbetrieb mit dem dt.Sojaring und in diesem Gürtel haben wir Betriebe, welche -100ha Soja angebaut und ~ 30dt/ha geerntet haben(2016).Nichtsdestotrotz sollten Schweinemäster Soja auf dem Weltmarkt kaufen und mit ihrem Händler kontrahieren, da es genug gibt.Auch wenn es non GVO ist…

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  4. Andi sagt

    Wir haben im vorigen Jahr einmal probeweise Soja angebaut. Das Ergebnis war eher ernüchternd. Es war ja zugegebenermaßen kein „normales“ Jahr, aber der Ertrag von 22 dt bei den Sojabohnen, und 45 dt bei den Erbsen, hat uns dazu veranlasst heuer wieder nur noch Erbsen anzubauen. Wir liegen in Südbayern, und die klimatischen Bedingungen wären eigentlich nicht allzu schlecht, trotzdem hat es nicht so richtig geklappt. Ich hoffe, dass sich züchterisch etwas tut, und der Sojaanbau in ein paar Jahren doch noch interessant wird.

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    • Gephard sagt

      Ich habe neulich versucht, Schwimmen zu lernen. Hat nicht auf Anhieb geklappt. Ich probiere es in ein paar Jahren nochmal, wenn es bessere Badehosen gibt.

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      • Andi sagt

        Hallo Gebhard, für sie speziell zum mitschreiben, warum Sojaanbau für uns derzeit nicht in Frage kommt
        1. Wir bauen seit ca. 10 Jahren Erbsen, wobei die Erträge immer zwischen 40 und 55
        dt lagen, also wesentlich höher als meine 22 dt beim Soja. Wobei mir
        Berufskollegen die das ganze schon länger betreiben schon gesagt haben, dass sie
        noch nie mehr als 30 dt geerntet haben. Also überlasse ich das ganze doch besser
        meinen österreichischen und ungarischen Kollegen, die dabei bis zu 50 dt ernten.
        2. Ich kann meine Erbsen gleich an meine Schweine verfüttern und muss sie nicht
        wie den Soja verkaufen, da eine Anlage zum Toasten leider nicht in der Nähe ist.
        3. Kann ich meine Erbsen selbst dreschen, und muss sie nicht wie die Sojabohnen
        vom Lohnunternehmer dreschen lassen, um eine verlustarme Ernte zu
        gewährleisten.
        4. Die Aussaat der Sojabohnen ist durch das notwendige „Impfen“ des Saatguts
        wesentlich aufwendiger.
        5. Obwohl wir eine sehr frühreife Sorte gewählt haben, wurden die Sojabohnen
        erst Anfang Oktober druschreif, wo selbst der Körnermais im vorigen Jahr längst
        vom Feld war.
        Dies sind einige Gründe, die mich aus unternehmerischer Sicht dazu veranlasst haben, mit dem Bau von Sojabohnen noch etwas zu warten, und die werden sie mir doch sicher zugestehen.
        Statt dumme Kommentare abzugeben, könnte man auch einfach mal fragen, warum man sich derzeit gegen den Sojaanbau entscheidet.
        Das haben sie in ihrer besserwisserischen Art aber anscheinend nicht nötig.
        Und noch ein kleiner Tipp von mir: auch bessere Badehosen helfen nicht.

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        • Gephard sagt

          Hallo Andi,

          Danke für die ausführliche Erläuterung. Dein erster Betrag las sich für mich so, als wenn dein einziger Versuch nur dazu diente, Vorbehalte zu bestätigen. Meistens ist es im Leben ja so, dass weniges auf Anhieb perfekt klappt. Da war ich schon verwundert, dass ein einziger Versuch dir für ein abschließendes Urteil genügte. Das wollte ich mit dem Sarkasmus ausdrücken.

          Beste Grüße Gephard

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          • Andi sagt

            Hallo Gephard, so klären sich halt viele Dinge im Leben, wenn man m i t e i n a n d e r kommuniziert.
            Allen ein sonniges, gewitterfreies Wochenende

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  5. Ferkelhebamme sagt

    Unserem westfälischen Soja war der Mai zu kühl. Es kommt, aber sehr zögerlich. Und der Appetit der westfälischen Tauben auf die Keimlinge ist auch nicht zu unterschätzen…

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        • Ferkelhebamme sagt

          So ist es. Ackerbohnen werden wir jetzt auch noch testen, Ziel ist bei der Vermarktung der Schweine die absolute Regionalität. Der Markt dafür ist auch noch nicht da, doch wir sind dran. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.
          Ob es sich wirklich rechnet, wird die Ernte zeigen. Überhaupt möglich ist es nur über die Förderung der fünfgliedrigen Fruchtfolge.

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        • bauerhans sagt

          ich wollte so um 80 körner aussäen,sind aber nur um 60 geworden und da steht jetzt ein gut verzweigter ca.80cm hoher blühender bestand Astronaute.
          tauben waren auch drauf.

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    • Paulus sagt

      Ferkelhebamme, gegen wille Diuven helfen Vogelscheuchen. Nur mal so als Beispiel: eine Claudia Roth auf dem Acker und schon ist der Spuk vorbei.
      Alternativ greife man zur Flinte – Kal. 20, engschießend und mit 2,0-2,5 mm Schrot. Das ist waidgerecht und damit halten sich auch die Kollateralschäden in Grenzen.
      Bevor mir jetzt die Moralisten aufs Dach steigen, ich habe etwas durchaus Anständiges von mir gegeben.

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      • Ferkelhebamne sagt

        Nee, das ist direkt am Haus! Wenn ich denn mal im Garten sitze, sehe ich mir dann lieber die Tauben an, die uns wirtschaftlichen Schaden zufügen. Bei Bussard und Habicht hat sich schon herumgesprochen, dass die Biester hier vom Himmel fallen. Die warten schon und platzen bald… 😉

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      • Bauer Fritz sagt

        Und je kein Bild von Habeck. Sonst versammelt sich die ganze Tierwelt erst recht und himmelt den grünen Erlöser an. 🙂

        Zudem wurde eine offizielle Studie bekannt:
        „Alle 11 Minuten verliebt sich ein(e) Journalist(in) in Robert Habeck ! “

        Und zum Mitschunkeln: http://www.youtube.com/watch?v=lOUWAzwMyGQ

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      • Ferkelhebamme sagt

        Nee, das ist direkt am Hof! Wenn ich denn mal im Garten sitze, schaue ich mir dann lieber Tauben an, die uns wirtschaftlich schaden.
        Bussard und Habicht warten schon immer drauf, dass welche vom Himmel fallen. Die platzen bald…

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  6. Jochen Böhrer sagt

    In einer globalisierten Welt sollte man überall DAS anbauen, was am besten wächst. In Südamerika haben sie bei Soja fast die gleichen Erträge wie bei uns. Beim Weizen die Hälfte. Es werden bei uns hochertragreiche Früchte durch Pflanzen mit weniger Ertrag ersetzt und somit steigt er Importbedarf insgesamt. Wesentlich sinnvoller wäre eine Wiederzulassung von Tiermehl aus Schlachtabfällen an Schweine und Geflügel.

    13+
    • Christian Bothe sagt

      Das mit dem Einsatz von Küchenabfällen,Tiermehl,Eiweisskaltsilagen,Konfiskate und anderer Nebenprodukte habe ich bei meinen 10000MS in der DDR machen müssen, da Soja mangels Devisen kaum zu bekommen war.Hatten aber gute MTZ und waren Exportbetrieb nach WD,Holland und die SU!

      1+
      • Eckehard Niemann sagt

        War das in einem „Kombinat Industrielle Mast“ (KIM) oder in welcher agrarindustriellen Organisationsform der DDR?

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        • Thomas Apfel sagt

          Lieber Herr Niemann, egal wie man es nennt, die Verwertung von Lebensmittelabfällen ist im Sinne einer Kreislaufwirtschaft wohl nicht falsch, –oder ? Sammelfuttersysteme hatten nur die LPG´n, nicht aber die industriellen Geflügelmastbetriebe.
          Die Kombinate Industrielle Mast (KIM) bezogen sich nur auf Geflügel- und Eierproduktion und waren wie heutzutage viele Mastbetriebe auch, von der Fläche entkoppelt. Das machte in gewisser Hinsicht ja auch Sinn, da Hähnchenmist über Transport (wie heute auch) relativ gut zu händeln ist. Mit dem Begriff „Agrarindustrie“ hatte man damals noch nicht das Problem wie bei heutigem Framing. Gemeint war die Angleichung der Lebensverhältnisse in der Stadt und auf dem Land. Das hat in Bezug auf geregelte Einkommen, Urlaub, Bildung und Kinderversorgung auch recht gut geklappt.
          Fakt ist, dass die Wertschöpfung je ha und die Produktivität nie so hoch waren wie in bäuerlichen Familienbetreiben mit hohem Anteil an Selbstausbeutung. Der Witz ist nur, dass in Bezug auf Biodiversität entgegen allen Unkenrufen gerade die großflächige Landwirtschaft im Osten bessere Werte hat als in intensiven Landwirtschaftsgebieten im Westen. So Herr Niemann, daran könnten wir uns doch mal abarbeiten –oder doch nicht?

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          • Der Brandenburgbauer sagt

            Moin Thomas, gut gekonntert und umfassend beschrieben,das sollte auch Herrn Niemann überzeugen.

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          • bauerhans sagt

            „…in bäuerlichen Familienbetreiben mit hohem Anteil an Selbstausbeutung.“

            um 1970 herum war eine delegation von lpg-bauern hier beim maschinenring zu gast und war regelrecht entsetzt darüber,wieviel arbeit hier die bauersfrauen leisteten und im sommer z.b. nie ein urlaub drin wäre,ganz im gegensatz zur lpg.

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            • Der Brandenburgbauer sagt

              bauerhans,die Bäuerinnen hätten sich das sicher etwas anders gewünscht Hat sich da heute etwas daran geändert? Ich denke nicht.

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              • bauerhans sagt

                heute ist die bäuerin mitunternehmerin,angestellte oder ausserbetrieblich tätig.

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        • Christian Bothe sagt

          H.Niemann,ein VEG! Solche Betriebe wurden an den Stadträndern der Grossstädte errichtet, um u.a.Küchen-und Lebensmittelabfälle zu verwerten.Meist eine Art dänische Aufstallung (wir hatten 24 Ställe) mit einer Schwemmentmistung, also kein moderner Betrieb wie die späteren Kombinate. Läufer kamen alle aus einer Anlage. Der Betrieb arbeitete sehr effektiv (Leicoma Genetik) unter diesen Bedingungen und war Exportbetrieb.

          1+

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