Bauer Willi
Kommentare 162

Renaturierung für Nichtbauern

Weil das Gesetz zur Wiederherstellung der Natur (Renaturierungsgesetz) nicht von jedem Mitbürger so ohne weiteres verstanden wird, hat Bauer Fritz dies einmal in einem nicht-landwirtschaftlichen Beispiel erklärt.

Sie führen einen gutgehenden, ganzjährigen Beherbergungsbetrieb mit 50 Betten im ländlichen Raum. Von diesen werden sie künftig 20% (= 10 Betten) nur noch im neuen “Renaturierungsmodus” verwenden dürfen. DÜRFEN, heißt sie werden a) nicht gezwungen und b) die Zimmer werden ihnen nicht enteignet (Anmerkung zu b: Wir lernen, daß die Enteignung ursprünglich vorgesehen war. Sie wurde aber nach Verhandlung, Protesten, großen Straßendemos europaweit großzügigerweise fallen gelassen).

Das Betreiben der 10 Renaturierungsbetten verlangt von ihnen, daß die Fenster und Türen in diesen Zimmern ganzjährig offen stehen, damit jegliche Natur auch wirklich Eingang finden kann. Sie dürfen die Bettwäsche nur alle 3 Monate wechseln, hingegen ist Staubsaugen und Aufwischen strengstens untersagt, weil das ja die Lebensräume der neuen Renaturierungsbewohner stören oder gar zerstören würde.

Nun werden sie einwenden, daß sie befürchten, daß in diese 10 Betten bestenfalls 1 mal im Jahr für höchstens 1 Tag sich irgendein naturverbundener Gast legen wird und zudem dafür auch noch bereit ist die vollen 35 Euro pro Nacht dafür zu bezahlen, die sie für anderen (nicht renaturierten) Betten erlösen. Sprich, sie werden einwenden, daß sie für 10 Betten an jeweils 364 Tagen KEINEN ERLÖS haben, was ihrer Rechnung nach doch immer hin einen Betrag von 127.400 Euro ausmacht (10 Betten x 364 Tage x 35 Euro). Sie werden außerdem einwenden, daß ihnen dieser Betrag fehlt, das sie ja weiterhin alle möglichen fixen Kosten zu begleichen haben, als da wären Steuern und Abgaben, Sozialversicherung und sonstige Versicherungen und zudem noch Rückzahlungsraten für Bankkredite (da sie alle Zimmer erst vor einigen Jahren zeitgemäß attraktiv umgestaltet haben). Zudem verringern sich die variablen Kosten für diese Zimmer ja auch nur teilweise.

Was sind sie doch für einen Kleingeist, wird ihnen die Renaturierungsbehörde antworten. Sie bekommen doch einen Riesenhaufen Geld für die Renaturierungsbetten. Man rät ihnen, doch einfach mal sich das 830seitige Kompendium durchzulesen, wo alle Beträge für alle möglichen Renaturierungsauflagen detailgenau und im schönsten Beamtendeutsch aufgeführt sind.

Sie haben das mit Mühe sowie mit oder ohne Verzweiflung dann auch getan. Sie gelangen aber immer noch zur Ansicht, daß der angebliche Riesenhaufen Geld für sie im besten Fall die Abgeltung der variablen Kosten ausmacht, und in Einzelfällen einen geringen Teil der ihnen fehlenden Erlöse wettmacht. Sie sind auch der Überzeugung, daß man ihnen die Betten zwar nicht offiziell enteignet hat und ihnen auch eingeredet hat, daß sie sowieso ganz und gar freiwillig renaturieren dürfen. Aus dem Renaturierungskompendium leuchtet ihnen aber irgendwie entgegen, daß das doch eine eher erzwungene Freiwilligkeit ist, wenn nicht gar eine Enteignung durch die Hintertür.

Zahlungen und Förderungen, die sie bisher in Anspruch nehmen konnten, sind nämlich entweder plötzlich überhaupt an die Teilnahme am Renaturierungsprogramm gebunden oder fallen plötzlich wesentlich geringer aus, wenn sie nicht oder nur teilweise zur Teilnahme bereit sind. Und sie lesen auch heraus, daß diese geringeren Zahlungen und Förderungen nun plötzlich für alle ihre 50 Betten gelten werden.

Sie stellen weiters fest, daß ihre Versicherungen einen Aufschlag verlangen werden, wenn sie nicht an der “freiwilligen” Renaturierung teilnehmen. Ihr Versicherungsberater sagt ihnen dazu auch klipp und klar, daß muß auch so sein, weil wenn sie nicht daran teilnehmen, sind sie ja ein ganz böser Umweltzerstörer, weil sie den Klimawandel anheizen und die Biodiversität behindern und überhaupt dann eigentlich irgendwie komplett uneinsichtig sind. Somit sind Risikoaufschläge aus Sicht der Versicherung zwingend notwendig. Man teilt ihnen auch mit, daß diese auch noch mit jedem Jahr ihrer starrköpfigen Nichtteilnahme steigen werden.

Na toll, denken sie sich und fassen für sich zusammen. Durch das neue Gesetz verlieren sie rund 20% Umsatz bei kurzfristig gleichbleibenden (mittelfristig durch die Inflation steigenden) Kosten. Die in Aussicht gestellten, angeblich riesigen Entschädigungsbeträge  entpuppen sich als bestenfalls teilweise Abgeltungen für variabel Kosten, sind jedoch auf jeden Fall ohne Inflationsausgleich. Entfallende oder geringe Zahlungen, wenn sich nicht die Betten-Höchstmenge von 25% renaturieren können oder wollen,  zusammen mit den erhöhten Versicherungsprämien, lassen den Gewinn ihres bislang gutgehenden Beherbergungsbetriebes rasant und auf Dauer gegen Null sinken.

Ihre Überlegung, die Preise für die nicht renaturierten Zimmer so zu erhöhen, daß sie wieder wie vorher davon leben können und auch ein vernünftiger Arbeitslohn für sie und die mitarbeitenden Familienangehörigen übrig bleibt und in guten Jahren auch erfreulicherweise so etwas wie ein Gewinn, verwerfen sie, weil ihnen ihre Standesvertretung klarmacht, daß Preiserhöhungen bei der aktuellen Weltmarktlage für ihre Zielgruppe einfach nicht drinnen sein wird. Die internationalen Beherbergungsanbieter hätten ja nicht diese neuen Auflagen und Kosten und können dadurch deren Zimmer weiterhin zum gleichen Preis wie bisher oder sogar günstiger anbieten.

Sie wenden sich mit Entsetzen an die oberste Renaturierungsbehörde und schildern ihre Angst, daß dieses Gesetz ihr Unternehmen ziemlich sicher umbringen wird. Dort sagt man ihnen mit dem Brustton der ideologischen Verklärtheit, für die Natur müsse nun mal jeder ein Opfer bringen. Und es sei doch besser ihr Betrieb “brennt ab”, als die ganze Welt.

(Aufrufe 19.784 gesamt, 3 heute)

162 Kommentare

  1. Limes sagt

    WDR aktuelle Stunde am 27. Juni ab Minute 21.00
    ein Beitrag über grössere Flächen in NRW, ehemalige Bahnstrecken in einem Gebiet mit starker Versiegelung die offensichtlich seit einiger Zeit von der Natur zurückerobert werden. Da gibt es dann Aktuere die diesen Renaturierungsprozess abrupt stoppen wollen. Ja sogar anmahnen da muß schneller gebaut in Konsequenz schnell die Fläche breit versiegeln. Man muß keine Experte sein um zu sehen welche Auswirkungen dieser breitflächig eAuftrag von Asphalt auf das Bodenleben, die Artenvielfalt hat von Regenrückhalt ganz zu schweigen . Aber das breite Bündnis von Naturschutz Verbänden und Parteien vor allem die “Chiefs” die sich so vehment für das Renaturierungsgesetz einsetzten werden da sicher noch mal drüber schauen und aktiv werden oder wollen sie das einfach so durchwinken evtl sogar als Zukunftsprojekt preisen?

    https://www1.wdr.de/fernsehen/aktuelle-stunde/alle-videos/aktuelle-stunde-clip-aktuelle-stunde–27-06-2024-100.html

    4
  2. Reinhard Seevers sagt

    Auszug aus neuer Studie veröffentlicht im Focus:

    …”Denn Pflanzen lassen das Kohlendioxid nicht einfach verschwinden, sondern integrieren es in einen Kreislauf. Wenn Pflanzen im Herbst ihre Blätter abwerfen, wenn Bäume Äste verlieren oder wenn die Pflanzen sterben, landet das CO2 wieder in der Atmosphäre. Diese freigesetzte Menge entspricht ungefähr der Menge, die zuvor gespeichert wurde. Dieser Prozess wiederum, wie Pflanzen ihr CO2 speichern und abgeben, verläuft wesentlich schneller und chaotischer als angenommen. „Der Kohlenstoff verbleibt tatsächlich nicht besonders lange in den Pflanzen“, sagt Graven.

    Diese Erkenntnis wiederum hat gravierende Folgen für den Klimaschutz. Denn sämtliche Maßnahmen, die darauf abzielen, mehr CO2 in der Natur zu speichern, sind damit weniger wirkungsvoll als gedacht – Baumpflanz-Initiativen etwa, oder Aspekte der ökologischen Landwirtschaft. „Das wird vermutlich das Potenzial einiger CO2-Reduktions-Strategien limitieren, die versuchen, den Kohlenstoff im Ökosystem wegzuschließen“, erklärt Graven. „Wenn es darum geht, den Klimawandel zu begrenzen, müssen wir daher wirklich betonen: Wir müssen die Emissionen aus fossilen Brennstoffen so schnell wie möglich reduzieren.“

    Uups, und nun wieder weiter mit Kopfnüsse verteilen…🥳🦄

    7
  3. Arnold Krämer sagt

    Wer sich das Renaturierungsgesetz der EU anschaut, erkennt sehr schnell die Hybris und Maßlosigkeit, die offensichtlich zum Maßstab politischen Handelns auf EU-Ebene geworden ist.
    1. Die internationalen Verträge und Vereinbarungen sowie Selbstverpflichtungen “zwingen” die EU, die Welt-,Klima-,Biodiversitätsrettung zu konkretisieren.
    2. Es ist ein riesige Arbeits-Beschaffungsmaßnahme für die Mitgliedsstaaten, Ingenieurbüros, NGO’s (die für die Kontrolle benötigt werden).
    3. Die Vorgaben legitimieren/erfordern weitere Möglichkeiten der Mikrosteuerung in der landw. Produktion
    4. Kosten und Nutzen sind nicht überschaubar, geschweige denn kalkulierbar

    – Viele Mitgliedstaaten werden nach Auswegen und Begründungen suchen, bestimmte Vorgaben nicht zu erfüllen. (Es wird folglich auch immer mehr auf höchster Ebene gelogen)
    – Viele Mitgliedstaaten stimmten vermutlich nur zu, weil sie die Schlupflöcher und “Ausgangstüren” im Blick haben.
    – Bestimmte Staaten werden mit Übereifer die gesetzlichen Aufträge der EU angehen.

    Die Politiker in Brüssel und Berlin können sich die “Aktivitäten” erlauben, weil ihre Wähler immer noch “blind” vertrauen und immer noch nicht erkennen, wer sich wofür und mit welchen Konsequenzen engagiert.

    16
  4. Tobias Anders sagt

    Logik der Landwirte welche inzwischen eher zu den Berufsempörten gehören: “Es geht immer nur um die Natur der anderen und ein guter ökologischer Zustand ist persönliche Ansichtssache und Acker ein von Ökologie entkoppelter Wirtschaftsstandort den man nach belieben manipulieren kann.”
    Und genau DARUM ist dieses Gesetz so wichtig. So viel Ignoranz und Besitzanspruch ist sonst nicht zu begegnen. Und ja, im Rahmen meiner Möglichkeiten tue ich bspw auch was auf meinem Besitz, ganz ohne Geld welches ich von der EU bekomme…. um mal #whataboutism vorzubeugen. https://m.focus.de/earth/experten/expertin-frauke-fischer-naturschutz-ist-nervig-stimmt-doch-am-ende-spart-er-uns-milliarden_id_260080841.html?fbclid=IwZXh0bgNhZW0CMTEAAR18FgleixuU1VaiFbTtLHjK9grQs8NzZY_DMx5UJ8g-f7mo-vZy1Cx5uAI_aem_Jcp4C7kiVNqTW3dUMUtg8A

    4
    • Reinhard Seevers sagt

      “Betrachten wir die Fakten: Biodiversität und Ökosystemleistungen, der Einfachheit halber im Folgenden mal Natur genannt, sind der größte Wirtschaftssektor weltweit. Kostenlos liefern sie Trinkwasser, Atemluft, fruchtbare Böden, Medikamente und Nahrung, stabilisieren das Weltklima und schützen vor Hitzetod, Überschwemmungen und Erdrutschen.”
      Auszug aus dem Link.
      Da kann man Mal sehen, wie weltfremd diese Menschen sind….der Boden ist von ganz allein fruchtbar. Ich schmeiß mich weg. Für wie blöd werden die Menschen gehalten?

      11
    • Bauer Willi sagt

      „Renaturierung können die besonders gut umsetzen, die Land und Maschinen besitzen“
      Was für eine kluge Erkenntnis…

      7
    • Bauer Fritz sagt

      Und ein wenig zum Mitrechnen:

      “Die Notwendigkeit in die Natur zu investieren, haben die EU-Staaten verstanden und bereits im Jahr 2022 eine Studie in Auftrag gegeben, die den notwendigen Investitionsbedarf abschätzen sollte. Diese Studie kam zum Ergebnis, dass 48 Milliarden Euro jährlich für die Umsetzung der EU-weiten Biodiversitätsstrategie ausgegeben werden sollten, mehr als doppelt so viel wie in der Strategie von der EU vorgesehen.”

      Für die Zeit von 2025-2050 (25 Jahre) ergibt dies:
      *) geschätzte Kosten laut Renaturierungsgesetz: 154 Milliarden Euro
      *) Vorgesehen (??) gemäß EU-Strategie: 20 – 24 Milliarden p.a. x 25 Jahre = 600 Milliarden
      *) Bedarf laut EU-Studie: 48 Milliarden p.a. x 25 Jahre = 1.200 Milliarden

      Der Ausdruck “Faß ohne Boden” ist da eigentlich untertrieben (https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20240617_OTS0154/eu-renaturierungsgesetz-argumente-der-betroffenen-ignoriert-ziel-100-wiederherstellung-bis-2050-ist-fass-ohne-boden)

      5
    • Danny sagt

      Herr T.A. was genau machen Sie da bei sich?
      Um welches finanzielle Größenordnung geht es bei Ihrem tun? Würden Sie sonst auf der Fläche Lebensmittel produzieren? Ist Ihre Tätigkeit an Sozialversicherungen/ Berufsgenossenschaft gebunden? Zahlen Sie evtl. Pacht dafür?

      1
    • Mark sagt

      ” Durch die Subventionen in den Agrarsektor und in Verbindung mit weiteren Unterstützungen, geben EU-Mitgliedsstaaten jährlich zwischen 34 und 48 Milliarden für Praktiken und Geschäftsmodelle aus, die nachweislich Natur schädigen. ” Auch im Focus steht mal Stuss, besonders dann, wenn der Artikel von unbedarften Gästinnenautorinnen stammt!

      • Danny sagt

        @Mark,
        was genau von den Praktiken schädigen die Natur????
        Die Auflagen für die EU- Entschädigung fressen diese fast auf!!!!
        Der einzige der/die von der EU- Entschädigung provitiert ist/sind die/ der Verbraucher!

        Wären die Preise für Landwirtschaftliche Produkte in den letzten 20 Jahren so gestiegen wie zum Beispiel die Preise in der Automobilindustrie, dann würde jeder für eine ordentliche Mahlzeit in der Gastronomie längst 100,-€ bezahlen (müssen um die Unkosten der gesamten Produktionskette zu decken und davon leben zu können)!!!

        2
        • Reinhard Seevers sagt

          Die Preise in der Gastro hängen nur wenig von den Rohstoffkosten der Nahrungsmittel ab.
          Die Kosten liegen im Personal, der Miete, der Energie….abgesehen davon gibt es viel zu viele Restaurants. Das ist ein Luxusproblem, finde ich.

          1
  5. Bauer Fritz sagt

    Hallo Willi
    Als Zugabe zum Thema Renaturierung biete ich noch drei Dinge an:

    1) Link zum Renaturierungsgesetz der EU (letzte Fassung März 2024): https://data.consilium.europa.eu/doc/document/PE-74-2023-INIT/de/pdf1)

    2) Umstrittenes Renaturierungsgesetz: Offener Brief eines Betroffenen
    Zur EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur und dem fragwürdigen Vorgehen der grünen Umweltministerin hat Wenzel Bubna aus der Sicht eines jungen Land- und Forstwirtes einen Brief an Leonore Gewessler geschrieben. Hier die etwas gekürzte Fassung.

    Sehr geehrte Frau Bundesministerin!
    Ich wende mich an Sie in einer für viele Österreicher und EU-Bürger äußerst dringlichen Thematik, in der Sie eine entscheidende Rolle spielen. Es geht um die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur, die für die europäische Land- und Forstwirtschaft und die ländlichen Regionen der EU erhebliche Nachteile bringt und von Ihnen als Umweltministerin unterstützt und gefordert wird. Ich möchte als einer, der täglich mit den negativen Herausforderungen des Klimawandels konfrontiert ist, darlegen, warum Ihre Vorhaben sich selbst widersprechen.

    Ich lebe und arbeite in unserem forstlich dominierten Familienbetrieb an der Donau, mitten in Niederösterreich. Seit Generationen bewirtschaftet meine Familie (wie noch 145.000 andere bäuerlich und ländlich geprägte Familien in Österreich; 82 Prozent des österreichischen Waldes sind größtenteils im privaten Kleinwaldbesitz) unsere Flächen. Und das im Einklang mit der Natur. Wir haben größtes Interesse daran, diese nachhaltig zu nutzen und nie mehr zu entnehmen, als der Boden hergibt und auch nachwächst. Wir Land- und Forstwirte sind so stark mit der Natur verbunden wie keine andere Berufssparte in Europa.

    Nun steht das „Renaturierungsgesetz“ kurz vor einem EU-Beschluss, nachdem das EU-Parlament bereits mit knapper Mehrheit zugestimmt hat. Der Name dieser Verordnung hält allerdings in seiner derzeitigen Form nicht ansatzweise das, was er verspricht. Um nur zwei der vielen drastischen Maßnahmen der Verordnung zu nennen: In der EU soll bis 2030 ein Fünftel der bewirtschafteten Flächen außer Nutzung gestellt und in ihre Ursprungsform zurückversetzt werden. Weiters sollen Pflanzenschutzmittel und Handelsdünger in allen Natura-2000-Schutzgebieten zur Gänze verboten (und somit die Landwirtschaft in manchen Bereichen unmöglich gemacht) werden.

    Der Umweltrat, dem Sie neben 26 weiteren Umweltministern angehören, steht kurz vor der Abstimmung (am 17. Juni) zur besagten Verordnung. Noch ist nicht klar, ob das Renaturierungsgesetz im Umweltrat in seiner derzeitigen Form eine Mehrheit bekommt. Ihre Stimme könnte entscheidend sein.

    Obwohl Sie eine persönlich andere Meinung haben, war bisher aus österreichischer Sicht klar, dass man gegen die Gesetzesinitiative stimmen wird. So haben sich alle neun Bundesländer, die in letzter Konsequenz die Verordnung in die Praxis umsetzen müssten, dagegen ausgesprochen.

    Nun ist es Ihrem Ministerium und NGOs gelungen, das flächenmäßig kleinste Bundesland Wien (das für nicht einmal ein Prozent unserer land- und forstwirtschaftlichen Produktion verantwortlich ist) umzustimmen. Auch das SPÖ-geführte Kärnten überlegt, sich Wien anzuschließen. Sie als grüne Umweltministerin wollen sich nun gegen die Mehrheit der Bundesländer und den bis dato vorherrschenden Konsens in der Bundesregierung stellen. Sie haben angekündigt, Ihr Abstimmungsverhalten Ihrer persönlichen Meinung zu unterwerfen und im EU-Ministerrat Österreichs Stimme für (und nicht wie eigentlich vereinbart gegen) die Verordnung abzugeben.

    Sie stellen sich damit bewusst gegen die bisher klare Linie in der Bundesregierung und klar gegen sieben der neun Bundesländer, die 87 Prozent der Landesfläche und über 90 Prozent der bewirtschafteten Fläche Österreichs darstellen. Vor allem aber stellen Sie sich als Ministerin gegen die ländliche Bevölkerung Österreichs. Sie bringen neben den genannten 145.000 Familienbetrieben auch eine große Zahl an von der Land- und Forstwirtschaft (in deren vor- und nachgelagerten Sektoren) abhängigen Personen in eine existenzielle Bedrohung.

    Ich will mit zwei Beispielen ganz konkret aufzeigen, wie sich Ihre Entscheidung direkt sehr negativ auswirkt: Von unserem Betrieb leben neben meiner Familie vier Mitarbeiter. Weiters machen auf unseren Waldflächen etwa 85 Familien aus der Region jährlich ihr Brennholz, heizen ihre Häuser somit klimaneutral. Dazu kommen holzverarbeitende Betriebe, denen wir und andere Forst- und Agrarbetriebe den nachhaltigen,
    kohlenstoffspeichernden Bau- und Rohstoff Holz liefern.

    Ungefähr die Hälfte unserer Flächen ist Auwald beiderseits der Donau. Über 80 Prozent all unserer Flächen liegen im Natura-2000-Schutzgebiet. Mit kleinen Projekten haben wir bereits mehr als 40 Hektar Grün- und Ackerland stillgelegt und neu aufgeforstet. Im Zuge einer neu gebauten (von uns nicht gewollten) Autobahnbrücke durch die Au haben wir eine kleine Fläche als Naturschutzgebiet stillgelegt und die Nutzung in einer besonders schützenswerten Waldfläche eingestellt und dort ein Trittsteinbiotop angelegt. Die Verordnung sieht nun aber vor, dass besonders schützenswerte Gebiete, zu denen der Auwald (auch aus unserer Sicht) jedenfalls zählt, zur Gänze außer Nutzung gestellt werden.
    Auwälder machen in Österreich nicht einmal fünf Prozent der Waldfläche aus. Es liegt also auf der Hand, dass unsere Flächen laut derzeitigem EU-Vorschlag bevorzugt und so schnell wie möglich aus der Nutzung genommen werden sollen. Ob wir Grundeigentümer dabei mitreden dürfen oder entsprechend entschädigt werden, wurde bis heute nicht kommuniziert. Das mag daran liegen, dass wohl noch nicht klar ist, wie man 20 Prozent der EU-Fläche finanziell entschädigen soll. Würden 20 Prozent der Flächen im kleinen Österreich mit ihrem derzeitigen Wert (2,3 Euro/m², ein angenommener Durchschnittswert) entschädigt werden, bräuchte man dafür 50 Milliarden Euro, was fast der Hälfte unseres Staatsbudgets entspricht. Da ist aber noch keine einzige Renaturierungsmaßnahme eingerechnet.

    Neben dem Auwald könnten auch unsere restlichen Flächen betroffen sein, da diese großteils in Natura-2000-Schutzgebieten liegen. Unserem Betrieb würde von heute auf morgen seine Produktionsgrundlage entrissen werden. Auch andere Forstflächen und weitere landwirtschaftliche Betriebe in unserer Region, im restlichen Österreich wären davon genauso betroffen. Ist das wirklich, was Sie als grüne – ich darf Sie zitieren – „nachhaltig, regional und klimafreundlich denkende Ministerin“ anstreben?

    Die Wachau, unweit unseres Betriebes gelegen, ist weltberühmt und hat wegen ihrer Wein- und Marillenflächen und der damit verbundenen Kultur zurecht den Weltkulturerbe-Status. Die gesamte Region ist ein Natura-2000-Schutzgebiet. Käme es zur von Ihnen angestrebten Verordnung, wären Pflanzenschutzmittel dort nicht mehr erlaubt. Wein- und Obstbau funktionieren ohne diese auch wegen des Klimawandels schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Würde das Gesetz umgesetzt, wären der Wein- und der Obstbau in der Wachau schon in fünf Jahren Geschichte und die 3.000 Wein- und Marillenbauern in der Wachau wie auch eine von zwei Weltkulturerbe-Regionen Österreichs dem Untergang geweiht.

    Die „Verordnung zur Wiederherstellung der Natur” ist nicht das erste EU-Gesetz, das bei der Mehrheit der österreichischen (und wohl auch europäischen) ländlichen Bevölkerung für Entsetzen und Kopfschütteln sorgt. Man braucht sich nur näher Ihr Vorgehen bei der EU-Entwaldungsverordnung oder der Erneuerbaren Energierichtlinie III und die von Ihnen gewünschte Aberkennung von Biomasse als erneuerbarer Energieträger in Erinnerung rufen. Dass bewirtschafteter Wald mindestens genauso viel CO2 speichert wie nicht genutzter, wurde mittlerweile durch viele Studien belegt. Auch, dass verarbeitetes Holz langfristig Kohlenstoff speichert und absterbende Bäume durch Verrottung den meisten aufgenommenen Kohlenstoff als CO2 wieder freisetzen, wollen Sie nicht anerkennen. Sie stellen sich also bewusst gegen die gerade von den Grünen so oft beschworene wissenschaftliche Meinung.

    Somit arbeiten Sie auf Basis Ihres unwissenschaftlichen Vorgehens nicht für, sondern gegen das Klima. Sie bevormunden Familienbetriebe, die seit Generationen für und von ihrem eigenen Boden leben. Sie verhöhnen die Natur, das Klima und uns Betroffene, indem Sie diesem und ähnlichen Gesetzen zustimmen.

    Die Konsequenz aus Ihrem praxisfernen Verhalten ist, dass immer mehr Menschen die EU ablehnen, was mich persönlich traurig macht. Wenn ich erzähle, dass ich ein längeres Praktikum in Brüssel gemacht habe, um die EU besser zu verstehen, ernte ich Misstrauen und Kopfschütteln. Es braucht viel Überzeugungsarbeit, um manche Maßnahmen der Union in ein positives Licht zu rücken. Mit jeder weiteren Maßnahme wie dieser schwindet aber auch meine Motivation, dies zu tun.

    Das kann es doch nicht sein, was Sie wollen! Ich appelliere also an Sie, der Verordnung zur Wiederherstellung der Natur in seiner derzeitigen Form nicht zuzustimmen.

    Das Thema beschäftigt mich persönlich sehr, weil es neben meiner Zukunft auch die Zukunft vieler anderer Österreicher und EU-Bürger gefährdet. Ich würde Sie auch gerne zu einem Besuch eines land- und forstwirtschaftlichen Familienbetriebes in unsere Region einladen. Um ihnen zu zeigen, dass wir mit und für die Natur und das Klima arbeiten und nicht dagegen.
    Mit vorerst enttäuschten Grüßen,
    Wenzel Bubna

    Zur Person
    Wenzel Bubna, 26, absolvierte die HBLA für Forstwirtschaft Bruck/Mur, studierte Staatswissenschaften, ist Förster am Gutsbetrieb der Familie in Donaudorf im Bezirk Krems.

    3) Antwort der Umweltministerin Gewessler
    https://bauernzeitung.at/eu-renaturierungsgesetz-antwort-auf-offenen-brief/

    11
    • Bauer Willi sagt

      @Bauer Fritz, Danke für die Links. Die Antwort der Umweltministerin finde ich nicht wirklich überzeugend und wird den Fakten des Briefschreibers nicht gerecht.

      4
      • Der Aufwecker sagt

        Es muss ja auch nicht überzeugend für Sie sein.
        Wichtig ist, dass es anders als viele anderslautende Statements inhaltlich korrekt ist und das widerspiegelt, was auch im Gesetz steht.

        2
    • Arnold Krämer sagt

      Wer sich das Renaturierungsgesetz der EU anschaut, erkennt sehr schnell die Hybris und Maßlosigkeit, die offensichtlich zum Maßstab politischen Handelns auf EU-Ebene geworden ist.
      1. Die internationalen Verträge und Vereinbarungen sowie Selbstverpflichtungen “zwingen” die EU, die Welt-,Klima-,Biodiversitätsrettung zu konkretisieren.
      2. Es ist ein riesige Arbeits-Beschaffungsmaßnahme für die Mitgliedsstaaten, Ingenieurbüros, NGO’s (die für die Kontrolle benötigt werden).
      3. Die Vorgaben legitimieren/erfordern weitere Möglichkeiten der Mikrosteuerung in der landw. Produktion
      4. Kosten und Nutzen sind nicht überschaubar, geschweige denn kalkulierbar

      – Viele Mitgliedstaaten werden nach Auswegen und Begründungen suchen, bestimmte Vorgaben nicht zu erfüllen. (Es wird folglich auch immer mehr auf höchster Ebene gelogen)
      – Viele Mitgliedstaaten stimmten vermutlich nur zu, weil sie die Schlupflöcher und “Ausgangstüren” im Blick haben.
      – Bestimmte Staaten werden mit Übereifer die gesetzlichen Aufträge der EU angehen.

      Die Politiker in Brüssel und Berlin können sich die “Aktivitäten” erlauben, weil ihre Wähler immer noch “blind” vertrauen und immer noch nicht erkennen, wer sich wofür und mit welchen Konsequenzen engagiert.

      4
  6. Andreas Wiesinger sagt

    Sorry, aber dies ist nur ein weiterer polarisierender Artikel, wie es ihn auf beiden Seiten zu hauf gibt. Und ja, kein Grundbesitzer in Ö, Landwirt oder Andere, darf auf seinem Grund tun und lassen was er will. In den allermeisten Fälle aus gutem Grund und auch die Renaturierungsverordnung ist nicht aus reiner Willkür entstanden. Hoffentlich beruhigt sich das gegenseitige Bashing wieder und alle Beteiligten können zu einer guten Regelung für Ö beitragen. Das wäre nämlich die nächste Aufgabe in dem Kontext.

    8
    • Bauer Willi sagt

      Prima! Womit fangen Sie persönlich an? Oder war das ein Appell an alle Anderen?

      14
      • BusyMum sagt

        Ich bin Nicht-Bäuerin, also jemand, an den sich Ihr Artikel anheblich wendet. Ich kann mit Ihrem Beitrag nichts anfangen, denn ich besitze auch keinen gutgehenden Betrieb mit 50 Betten am Land. Um Sie zu verstehen, soll ich mich in etwas reindenken, was nicht auf mich zutrifft?
        Ich weiß nur eines: in den letzten 20 Jahren wurde in meiner Umgebung jedes kleinste Stückchen Grün nach und nach zugebaut.
        Bei uns in Österreich verschwand rund ein Drittel der Ackerflächen. Nicht, um einem Fluss Platz zu geben, sondern für Straßen, Gewerbeflächen, Wohnungsbau. Das letzte Schmankerl: Auf einer unserer letzten Wiesen entsteht eine Driving Ranch. Die Unwidmung von Grünland in Sport-und Freizeit brachte der Gemeinde wohl Einnahmen. Indoor-Golf statt Blumenwiese. Der Profit zählt.
        Wo war der Aufschrei der Bauern? Ich hätte mit euch mitgeschriehen. Aber hier schreie ich nicht mit. Denn das ist endlich ein Schritt, den Versiegelungswahnsinn zu stoppen. Dieser Schritt zurück ist einfach nötig.
        Wo ich bei mir anfange? Ich besitze 25 m2 Wiese, ein typischer Reihenhausgarten. Meine Möglichkeiten sind folglich beschränkt. Mein Gras darf blühen und wachsen. Die Nachbarkinder holen sich manchmal ein paar Büschel für ihre Hasen und freuen sich, dass es bei mir sogar Löwenzahn oder Klee gibt. Das finden sie sonst nicht mehr in der Umgebung, wo Rasenmähroboter den perfekten Rasen auf wenige Millimeter zustutzen.
        Vielleicht verstehen Sie dadurch etwas, warum in städtischen Gebieten häufiger grün gewählt wählt. Die haben wenigstens bewirkt, dass unser Bach renaturiert wurde. Ohne dass irgendwer weggesiedelt wurde. Der Bach war nach einem Hochwasser um 1900 in ein Betonbett eingemauert worden und bekam jetzt sein natürliches Bachbett zurück. Während man ja noch nachvollziehen kann, dass seitliche Mauern zum Schutz notwendig waren, ist ein betoniertes Bachbett, wo nichts versickern kann, purer Unsinn. Jetzt schlängelt sich wieder ein Bach mit grünen Ufern durch den Ort.
        Renaturierung in der Stadt. Das bedeutet, dass Gemeinden nach und nach Gewerbeflächen, die brach liegen, zurückkaufen, entsiegeln und wieder in Grünland umwidmen.
        Wo renaturiert wird, bestimmt in keinster Weise die EU, das darf jedes Land selbst bestimmen. Wälder, Städte, Küsten, Meere, Flüsse und Moore…keine Hotelzimmer, wo Fenster offen stehen müssen. Wenn, dann erklären Sie mir bitte, wie es Sie betrifft. Was wird Ihnen vorgeschrieben?
        Sie werben oben mit “Dialog suchen, über den Tellerrand schauen” aber lassen Artikel zu (weiter unten), wo eine andere Denkweise als die eigene als “Krebsgeschwür” bezeichnet wird. Und wenn man für die Renaturierung ist, wird einem vorgeworfen, “Bauern zu hassen”.
        Ich schätze Ihre wertvolle Arbeit und hasse Bauern in keinster Weise.

        9
        • Der Aufwecker sagt

          100% Zustimmung. Auch ich bin alles andere als ein Bauernhasser, zähle einige Landwirte zu meinen besten Freunden.
          Für das Renaturierungsgesetz zu sein, bedeutet meines Erachtens nur eines: einzusehen, dass es so nicht weitergehen kann und mitzuhelfen, dass es wieder besser wird. Und das beginnt im Kleinen (Müll trennen, nachhaltige Lebensweise). Täglich erreichen uns Nachrichten über die nächste Katastrophe: Überschwemmungen, Dürren, Hitzerekorde, Murenabgänge, Artensterben.
          Und dennoch sagen immer noch sehr viele: “Ja, was soll ich denn da machen?” oder vielleicht sogar wie hier des öfteren ins Feld geführt: “Ah, geh, alles nicht so schlimm, war immer schon so”.
          Faktenresistent per excellence.
          Niemand hier hasst Bauern.
          Kaum jemand ist der Meinung, dass alles gut ist, was die EU so alles an Gesetzesentwürfen den Mitgliedsstaaten weitergibt.
          Und dich ist Gesetz der Stunde, unserer Umwelt zu helfen, wieder ins Gleichgewicht zu kommen.
          Dieses Gesetz ist nur ein weiterer Schritt in die richtige Richtung.

          3
        • Bauer Fritz sagt

          @BusyMum Zu dem von ihnen angeführten allgemein und als Österreicherin: Es sollte durchaus möglich sein, sich in die Lage von Betroffenen von Regelungen hineinzudenken. Wenn ihnen mein fiktives Beispiel nicht gefällt, finden sie genau deshalb auch den offenen Brief eines betroffenen Waldbesitzers.

          Zu ihrer Frage, wo der Aufschrei der Bauern ist bei Versiegelungen. Meine Frage, wofür soll der einzelne Bauer denn noch alles zuständig sein ? Es gibt einen örtlichen Flächenentwicklungsplan, eine bundesländerweise Raumordnung. Und wie etwa das österreichweit bekanntgewordene Beispiel des Baulöwen Asammer zeigt (https://www.krone.at/2587111), haben dabei so ziemlich alle betroffenen Stellen und Behörden versagt. Jeder neu errichteten Supermarktfiliale läuft genau nach diesem Muster. Da wäre doch mal die Frage, wo die Konsumenten dagegen aufschreien.

          Wer übrigens seit Jahrzehnten schon von bäuerlicher Seite gegen den Flächenfraß auftritt (lange bevor der WWF da aufgesprungen ist, sich aber weiter von Supermarktketten bezahlen läßt) ist die Österreichische Hagelversicherung (https://www.hagel.at/bodenverbrauch/).

          Sie schreiben: “Renaturierung in der Stadt. Das bedeutet, dass Gemeinden nach und nach Gewerbeflächen, die brach liegen, zurückkaufen, entsiegeln und wieder in Grünland umwidmen.” Mit Verlaub, das können vermutlich nur sehr reiche Gemeinden tun, die vorher schon viel Geld abgestaubt haben durch die Ansiedelung und damit Versiegelung durch Industrie- und/oder Gewerbebetrieben. Die Finanzkraft bei rund 70% der Gemeinden in OÖ ist meist schlecht bis sehr schlecht (https://www.nachrichten.at/politik/landespolitik/Defizit-Gemeinden-Hohe-Schulden-auch-in-oberoesterreichischen-Orten;art383,524869#:~:text=Der%20Schuldenstand%20der%20%C3%B6sterreichischen%20Gemeinden,Haftungen%20%C3%BCber%206%2C423%20Milliarden%20Euro.&text=Die%20Pro%2DKopf%2DVerschuldung%20aller,in%20Nieder%C3%B6sterreich%20(2311%20Euro).

          Es verwundert daher auch nicht, wenn der Chef des österreichischen Gemeindebundes angesichts des Renaturierungsgesetzes verkündet: (https://www.noen.at/niederoesterreich/politik/kritik-an-zustimmung-renaturierungsgesetz-gemeindebund-will-vollen-kostenersatz-427910038): „Wenn Investitionen der Gemeinden und Städte zur Umsetzung der Renaturierungs-Verordnung erforderlich sind, dann brauchen wir eine 100 Prozent-Finanzierung durch das Klimaschutzministerium. Die Gemeinden können diese Kosten nicht übernehmen.“

          Da ich nicht weiß, wie oft sie hier schon kommentiert haben, ist es am Anfang sicher “gewöhnungsbedürftig”, wenn es in vielen Fragen zu und über Landwirtschaft, die hier zur Diskussion angeboten werden, je nach Betroffenheitstiefe durchaus emotional zu Sache geht. Wofür ich ihnen jedenfalls dankbar bin ist dieser Satz: “Ich schätze Ihre wertvolle Arbeit und hasse Bauern in keinster Weise.”

          3
    • Peter sagt

      Für Ö. ist das doch ganz einfach: 100%iger Rückbau der Ski-Lifte und europa`s größter Baustoffproduzent erhält die Auflage seinen Abenteuerspielplatz der Natur zurückzugeben…die anderen sollte man bitte in Ruhe lassen.

      11
  7. Der Aufwecker sagt

    Sorry, aber ich kann es einfach nicht mehr hören.
    Denn dieser Artikel ist vieles, nur eins mit Sicherheit nicht. Nämlich gut recherchiert.
    Was ich hier herauslese, ist platte Polemik, ganz viel Aufschrei (gegen diese EU, die Grünen etc. etc.) und der ganz, ganz schlechte Erklärungsversuch, warum wir doch bitte alles beim alten lassen sollte.

    Und nein, ich kenne eine Vielzahl an Landwirten, lebe selbst am Land und habe sogar einige Freunde, die damit hauptberuflich ihr Geld verdienen. Und die alle sagen: Ja, es ist in den letzten Jahrzehnten für uns schwieriger geworden. Aber nicht wegen der Umweltauflagen. Sondern weil sich die Welt verändert hat. Globalisierung. Leider nicht aufzuhalten. Freier Wettbewerb. Detto. Die Strukturen als solche: Alles ist größer geworden, Große haben die Kleinen geschluckt, der Aktienmarkt bestimmt die Preise.

    Dafür jedoch ist es den Größeren davor so gut gegangen, dass noch Generationen davon zehren werden. Riesige Landmaschinen, ein toller privater Fuhrpark, tolle Eigenheime und viele Investitionen mittlerer sowie größere Landwirte bei uns in Ö (die Definitionen von groß variieren logischerweise noch einmal gewaltig zwischen D und Ö) geben Zeugnis darüber ab, dass es jenen, die bis jetzt ihre Haupteinnahmen aus der Landwirtschaft beziehen, nach wie vor sehr, sehr gut geht. Und nein, das ist kein Neid, sondern die Abbildung des Status quo.

    Aber zurück zum eigentlichen Thema: Wie soll es denn bitte ohne Renaturierung gehen?
    Starkregenereignisse, Murenabgänge, Hagelschäden, Hitzeperioden, Dürren. Invasive Pflanzen- und Tierarten. Alles immer so gewesen, nichts davon auf uns zurückzuführen?

    Ehrlich jetzt, glaubt das denn außer den nicht belehrbaren Klimakrisen-Leugnern wirklich noch jemand? Oder könnte es vielleicht doch sein, dass der Mensch eine große Mitschuld daran trägt? Und dass er es zum Glück oder hoffentlich nach wie vor selbst in der Hand hat, wie gut (oder eben nicht so gut) es seinen Kindern und Enkeln angesichts einer Natur, die sich nun massiv zur Wehr setzt, einmal gehen wird?

    Ich kenne speziell bei uns in Ö eine Vielzahl an Flüssen, die man durch Begradigung und unzählige Staustufen sukzessive vernichtet hat. Großräumige Überflutungen konnten auch diese Begradigungen in den letzten Jahren nicht verhindern.
    Btw: Auch Wasserkraft ist in Zeiten alternativer Energiequellen ein Greenwashing, das rein den Interessen großer Konzerne dient.

    Bei uns in Ö haben (teure) Renaturierungsmaßnahmen (Bsp.: natürliche Strukturen im Wasser durch z.B. Totholz, Pflöcke im Wasser, Wasserbausteine etc. etc.) hingegen dazu geführt, dass das Leben wieder in viele Flüsse zurückgekehrt ist. Man hat plötzlich wieder schnelle und langsame Abschnitte im Wasser, Fische und Insekten, die es Jahrzehnte nicht mehr gab. Und das alles im Einklang mit der Landwirtschaft, die direkt neben diesen Flüssen ihre Äcker bewirtschaftet.

    Möglich ist also vieles. Aber wollen muss man halt.

    Und vielleicht auch ein wenig heruntersteigen von seinem hohen Ross, zu glauben, dass wir Menschen immer nur nehmen und niemals geben müssen.

    In unserem eigenen Interesse.
    Über Parteigrenzen hinweg, dann damit hat diese Thema schon lange nichts mehr zu tun. Hier geht’s nämlich um uns. Und nur um uns.

    Nicht um die Gewinne großer internationaler Konzerne, die ohne entsprechende Regelungen mit Sicherheit nichts machen werden, das unserer Umwelt hilft. Die sich im vergangenen Jahrhundert leider weltweit eine mächtige Lobby aufgebaut hat und diese nutzt, um alles zu verhindern, das ihre Gewinne auch nur im Promillebereich mindern könnte.

    Lasst euch bitte nicht vor diesen Karren spannen, denn in dieser Diskussion geht’s einzig allein um UNSERE Natur, um UNS und UNSERE Nachwelt.

    Diese Interessen gilt es zu schützen!
    Und zwar ausschließlich diese!

    15
    • Lieschen Müller sagt

      Das Begradigen der Flüsse war ja auch ein Versuch, die Überschwemmungen der Jahrhunderte davor zu verhindern. Am Rhein zum Beispiel. Da hat es mit den Wetterbedingen der letzten 200 Jahre auch erst einmal gut funktioniert. Am Fluss ist auch gutes Ackerland, da ist es eben für die Siedlungen.
      Dann wurden die Flüsse als Abwasserleitungen der Industrie genutzt. Da war es wichtig, dass die ganze “Scheiße” schnell abfloss. Das Betonieren der Bäche und kleineren Flüsse war unter damaligen Gesichtspunkten sicher richtig und hat geholfen, die Lebensbedingungen zu verbessern.
      Jetzt haben wir wieder veränderte Lebensbedingungen. Wir können nicht mehr sagen: hier sind wir Menschen und unsere Welt, dort ist die “Natur”. Dann reicht die “Natur” die übrig bleibt nicht mehr aus, um die sogenannten Ökosystemdienstleistungen zu erbringen.

      1
      • Der Aufwecker sagt

        Das stimmt mit Sicherheit und ich verstehe auch die Hintergründe, warum man das damals gemacht hat. Heute aber weiß man einiges besser und versteht auch die Auswirkungen, die solche Dinge mit sich gebracht haben. Nur gut, dass der Großteil davon nicht irreversibel war. Und so hat man eben begonnen, es wieder besser zu machen: Für die Natur UND für den Menschen.
        Das Renaturierungsgesetz ist ein weiterer Versuch, die Natur wieder so herzustellen, dass WIR und nachfolgende Generationen auch weiterhin einen lebenswerten Planeten zur Verfügung haben. Wie man das also wie manche hier auch nur in Frage stellen kann, das ist mir unbegreiflich.

        6
        • Christian Bothe sagt

          Aufwecker: habe mich zu diesem Renaturierungsgesetz schon positioniert! Von Anfang bis Ende unbrauchbar und ein typisches EU- Gesetz, was wie viele andere auch kein normal denkender Mensch braucht…Es ist so ähnlich wie mit dem „menschengemachten“ Klimawandel, eine einseitige unwissenschaftliche Argumentation von grünen Weltverbesserern zum Schaden unserer nachhaltigen LW!

          8
          • Der Aufwecker sagt

            Alles klar.
            Den menschengemachten Klimawandel gibt es natürlich nicht. Und dieser fast sprunghafte Anstieg der Durchschnittstemperaturen in den letzten Jahrzehnten, den gab’s ja angeblich bereits schon einmal. Zwar vor ein paar Millionen Jahren, aber ja, alles schon da gewesen.
            Da erübrigt sich jede Diskussion mit jemandem, der das Offensichtliche nicht sehen will und zu Überschwemmungen, Murenabgängen etc. genau so lange schweigt, bis es ihn erstmals selbst betrifft. Hoffen wir, dass es dann nicht zu spät ist.

            3
            • Markus Peter sagt

              Sie haben recht, mit einem Anhänger der Kirche der heiligen menschgemachten Klimakatastrophe zu diskutieren ist sinnlos.

              2
            • Toni sagt

              Sprunghaft? Aha. Die letzten 10 Jahre ist übrigens nichts mehr gestiegen. Die 1930er und 40er waren wesentlich wärmer als heute. Die Zahl der Unwetter etc. ist unverändert. Höhere CO2-Raten führen zu enormem Anstieg des Pflanzenwachstums und zum Rückgang der Wüsten.
              Haben Sie schonmal was von den Einflüssen der Sonnenaktivität, Wolken, Winde, Strömung, Plattentektonik u.A. gehört? Es gibt kein “Standardklima”.
              Übrigens sterben 7mal mehr Menschen an Kältefolgen verglichen zu Hitze.

              5
            • Christian Bothe sagt

              Aufwecker: Sie mit dem lustigen Namen und Ihren dazu passenden Argumenten…1976 gab‘s eine Dürre in Osthüringen(habe für meine 1500 GV im Norden Silage gekauft,1978 Wintereinbruch zum Jahreswechsel, 1982 Hochwasser in Gera, 2500 MS standen bis zum Hals im Wasser, 2007 Kyrill in meiner Heimat (ERZ), 2013 Hochwasser in Gera)! Nur einige Beispiele Aufwecker ( wer immer Sie mit richtigem Namen sind…), habe also mit meinen Firmen und auch so schon einige Witterungsunbilden erlebt und musste damit klar kommen! Anpassung ist gefragt und keine Panikmache wie es der Mainstream gerne behauptet! Vielleicht weckt Sie das auf?

              4
      • Bauer Willi sagt

        Bitte schaut euch die Hochwassermarken entlang der Flüsse an. Wann waren die höchsten Hochwasserstände?
        Also lange vor dem Eingreifen des Menschen. Jetzt sind die Hochwasser nur schneller. Und zwar da und weg.
        Ich mag diesen Alarmismus nicht.

        6
        • Christian Bothe sagt

          Genau! B.Willi! Habe mir das am Heimatfluss Elster( fließt in die Elbe) dieser Tage angeschaut…

          2
        • Der Aufwecker sagt

          Das ist eine Birnen-Äpfel-Vergleich, wie Sie mit Sicherheit selbst wissen, ganz weit weg von wissenschaftlich belegbar. Sie können da übrigens – um bei subjektiven Eindrücken zu bleiben – gern auch mal mit langjährigen Fischern u./o. Naturverbundenen sprechen und werden sehen, dass auch die Ihre Einschätzung hier mit Sicherheit nicht teilen können.

          Eins aber ist wissenschaftlich belegbar: Der Klimawandel und der Einfluss des Menschen auf unser Klima (seriöse Quellen gibt’s da zuhauf) gleich wie die damit einhergehende sukzessive Erhöhung der Temperatur mit all seinen Auswirkungen.
          Was der Mensch durch Verbau, falsche Flächenwidmung, Rodung, Begradigung, Raubbau an der Natur etc. etc. so alles bewirkt hat, das haben die verheerenden Unwetter der letzten Jahre leider eindrucksvoll bewiesen.
          Wirbelstürme in Österreich. Großflächige Überschwemmungen.
          Alles schon da gewesen? Ja, sicher. Aber nicht in dieser Intensität und in dieser Häufigkeit. Das zu leugnen oder jenen, die zum Glück bereits umgedacht haben, Alarmismus zu unterstellen, das ist einfach nur lächerlich.

          3
          • Stadtmensch sagt

            Vielleicht ist es wirklich so, dass wir jetzt die Quittung bekommen für 200 Jahre Verbrennung fossilen Kohlenstoffs.
            Aber wir können nicht zurück im Sinne einer Reduzierung der Anbaufläche.

            Um einem naturverträglichen Lebensstil etwas näher zu kommen, wäre der Verzicht auf “Kriegstüchtigkeit” meiner Meinung nach eine brauchbare Option.

            Aber das ist mit euch schwarzgrünrosa SchützerInnen nicht zu machen.
            Also – lasst die Bauern in Ruhe! Die kennen sich aus mit der Natur!

            Sorgt lieber dafür, dass das Jet-Set für seine Privatflieger und Jachten einen angemessenen Preis für emittierte Treibhausgase zahlt:
            https://www.focus.de/finanzen/news/ausgerechnet-luxusyachten-und-privatjets-duerfen-weiter-vor-sich-hin-stinken_id_184102517.html

            6
          • Christian Bothe sagt

            „Sie können da übrigens – um bei subjektiven Eindrücken zu bleiben – gern auch mal mit langjährigen Fischern u./o. Naturverbundenen sprechen und werden sehen, dass auch die Ihre Einschätzung hier mit Sicherheit nicht teilen können.“
            Nur soviel dazu Aufwecker: vor einiger Zeit hab’s in 3-Sat ein Interview mit einem Häuptling der Inuit in Canada! Auf die Frage was er zum Klimawandel sagt und den Veränderungen vor Ort: die hat‘s schon immer gegeben und die Menschen und mein Volk muss sich eben anpassen wie seit hunderten von Jahren…

            2
        • BusyMum sagt

          Was hat man denn davon, wenn es schnell wieder weg ist, wenn man betroffen ist?
          Die Hochwasser werden vor allem eines: häufiger.

          1
          • Bauer Willi sagt

            Bitte um Belege. Ansonsten ist es nur eine Vermutung. Ich könnte genauso das Gegenteil behaupten.

            1
            • Limes sagt

              ich habe da eine Erklärung für die (zumindest gefühlte) Zunahme.
              Habe lange in einem landw. Betrieb mit Acker und Wiesen in der Nähe ehemaliger Tagebaubetriebe gelebtg die dann in Seen um gewandelt wurden, besuche diese Region noch heute regelmässig. In den 50ern und 60ern haben sich einige wenige die es sich leisten konnten größere Grundstücke an der nicht hochwassergefährdeten Seite des Sees gesichert. In den 60er bis 80er Jahren habe sich dann viele Auswärtige aber auch Hiesige ohne Bezug zur Landwirtschaft die restlichen Flächen zwischen mittlerweile hochfrequentiertem Freizeitsee und dem Fluss nebenan gekauft bzw langfristig gepachtet, dort Wochendhäuser gebaut oder Wohnwagen plaziert. Die haben dann gelernt was Hochwasser ist und das dies nicht eine einmalige Sache ist sondern fast zu jeder Jahreszeit auftreten kann. Unsere Vorfahren wussten dies, präferierten ja in der Regel den Bau nahe am Wasser, dort hat man ausser der Mühle jedoch über Generationen einen beträchtlichen Abstand zwischen Bebauung und Fluss eingehalten. Warum? Weil es war absehbar da wird es regelmässig Hochwasser geben. Die Freizeitbewohner haben dies nicht gewusst oder billigend in Kauf genommen und begonnen Dämmen zu bauen die mittlerweile erhöht, erneuert werden.
              Schaut man sich die Entwicklung an kleinen oder großen Flüssen an da stehen die Wohnwagen und Caravans fast im Wasser. Gefühlt werden von den Besitzern sicher Hochwasserereignisse zu nehmen.
              Was sagt das neue Renaturierungsgesetz zur Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands zu solchen Fällen. Wieder fluten, höhere Dämme, andere Flächen opfern oder…
              Wird spannend denn es sind ja wesentlich mehr als die Landwirte betroffen. Einfordern können ja auch z.B ldw Verbände die Reanaturierung von nicht ldw genutzten Flächen oder ist es eine Einbahmstrasse?

              5
            • Der Aufwecker sagt

              hier eine gute Erklärung:
              https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2017-07/starkregen-dauerregen-wetter-klimawandel-regen-meteorologie

              ein relevanter Teil daraus, der Extremwetter erklärt: “Warme feuchte Luft liefert die Energie für Gewitter”, erklärt Rahmstorf. Deshalb sind sie in den Tropen häufiger als bei uns, im Sommer häufiger als im Winter. Der Wasserdampfgehalt sei im Zuge der globalen Erwärmung weltweit um rund fünf Prozent angestiegen – “eine erwartete Folge dessen, dass wärmere Luft mehr Wasserdampf aufnehmen kann.” Im Gewitter steigt die Luft auf, der Wasserdampf kondensiert, und dabei wird latente Wärme frei. “Je feuchter die Luft ist, desto mehr Energie steht im Gewitter zur Verfügung.”

              und: ”
              Doch bei Starkregen fällt mit jedem Grad Erderwärmung sieben Prozent mehr Niederschlag.”

              conclusio:
              Ist Deutschland vorbereitet?
              Das Fazit: Sehr wahrscheinlich erleben wir schon jetzt mehr Stark- und Dauerregen in Folge des Klimawandels und solche Extremwetterereignisse werden weiter zunehmen. Auch hierzulande müsse man sich darauf einstellen. “Vor allem die Städte sind nicht vorbereitet”, sagt der Kieler Professor Latif. Gerade was den Starkregen angeht, fordert er ein “neues Denken” in der Stadtplanung: “Wir brauchen mehr Überflutungsflächen und Zwischenspeicher”. Begrünte Dächer beispielsweise helfen, Wasser zu speichern – damit es eben nicht in U-Bahnschächte läuft.

              1
    • Bauer Willi sagt

      @Aufwecker
      Was für ein Name!
      Aber jetzt mal ernsthaft: stellen Sie Ihren Garten als Regenrückhaltebecken zur Verfügung? Entschädigungslos?
      Es ist immer leicht, andere in die Verantwortung nehmen zu wollen…
      Heiliger Sankt Florian…

      9
      • Der Aufwecker sagt

        Das ist also eine ernsthafte Antwort auf mein posting?

        Zum Thema “entschädigungslos”: Mir ist noch kein Fall in Ö bekannt, in der ein Grundbesitzer so etwas ohne Entschädigung machen hätte müssen und das steht auch nicht in diesem Entwurf.
        Oder, um es mit den Worten meines Nachbarn, der selbst Kleinbauer ist, zu sagen: “Dafür, dass ich einige meiner Felder brach liegen lasse und daher kaum Arbeit aufzuwenden habe, bekomme ich eine eigentlich tolle Kompensationszahlung von der EU”. Auch eine Wahrheit, die Sie Ihren Lesern vielleicht nicht vorenthalten sollten.

        Und nun noch die Gegenfrage: (Wie) Erklären Sie Ihren Kindern, dass Sie Ihnen zwar möglicherweise einen Haufen Geld vererben können, dass ein lebenswertes Leben, wie wir es aktuell zum Glück noch kennen, auf diesem Planeten aber leider nicht mehr möglich ist und das Geld daher auch nur mehr einen begrenzten Wert für sie hat?

        Hab Sie kurz recherchiert und kann mich angesichts Ihrer Vita nur wundern, dass Sie eine solche Meinung, die ich sonst eher von notorischen Klimakrise-Leugnern, Großgrundbesitzern oder Großaktionären erwartet hätte, vertreten. Aber ja, man lernt nicht aus.

        4
        • Bauer Willi sagt

          Wir sind gerade mit der Großfamilie in der Eifel und machen Urlaub auf dem Bauernhof. Ich lasse mir nicht von „ Aufweckern“ die Welt erklären.
          Gerne können Sie meine Bücher „Sauerei“ und „Satt und unzufrieden“ lesen. Dort gehe ich detaillierter auf Argumente wie Ihre ein.

          5
        • Limes sagt

          @Aufwecker: Ihre Antwort mein Nachbar ein Kleinbauer erhält von der EU viel Geld dafür das er Äcker brach liegen lässt ist entlarvend denn es kommt nichts konkretes als eigenen Beitrag sondern die anderen sollen doch gefälligst etwas machen. Also befinden sie sich selber offensichtlich noch im “Tiefschlaf” sie müßen einfach erstmal ihren eigenen Wecker stellen.
          Den Artikel von Bauer Fritz haben sie offensichtlich auch nicht verstanden es geht nicht direkt um eine Enteignung sondern durch Wertminderung/Enteignung durch die kalte Küche/Hintertür bis zur Einstellung des Betriebes.
          Wie so etwas abläuft hat Bauer Fritz beschrieben damit haben hier wohl einige im Forum ihre Erfahrungen gemacht und teilen diese.

          6
      • zmp_nachfahre sagt

        Da kenne ich leider konkrete Beispiele. Eine Kollegin wohnt in Oberbayern in einer Gemeinde, durch die ein Zufluß des Inn fließt. Hier sollte der Hochwasserschutz auch durch Überschwemmungsgebiete unterstützt werden. Dummerweise gehörte ein guter Teil davon dem Bürgermeister, der entsprechend eine Lösung mit einem Kanal durchsetzte. Beim nächsten größeren Hochwasser stand dann der ganze Ort unter Wasser.

        2
  8. Geddi Nitan sagt

    Ich höre da ein mimimi. Die geplante Renaturierung ist ein Witz und ein Bruchteil von dem was nötig wäre, um Europa ökologisch wieder in einen halbwegs akzeptablen Zustand zu bringen, aber die Landwirtschaft schreit (wie seit jeher) ach und weh.

    5
    • Bauer Willi sagt

      @Geddi Nitan
      Die Lösung ist ganz einfach: Landwirtschaft in Europa abschaffen, Autobahnen und Städte abreißen und schon haben wir wieder überall „Natur“. Oder das, was Sie dafür halten.

      Für urbane Eliten ist es leicht, über die Existenz Anderer zu urteilen. Es betrifft sie ja nicht.

      26
      • zmp_nachfahre sagt

        …nochmal, speziell für die Stadtbewohner: warum nur auf dem Lande “renaturieren”? Städte haben doch große Probleme mit Bodenversiegelung – also raus mit dem Asphalt. Betonbauten sind auch keine Natur, also Lehmhütten (für Holzhäuser müssen ja Bäume unnatürlich gefällt werden).
        Weg mit dem Hochwasserschutz (obwohl der ja auch so schon vielerorts jämmerlich ist) – das Wasser muß wieder frei sein! In Berlin und anderen Sumpfstädten werden die Leute glücklich sein, wieder natürlich leben zu können.

        6
    • Christian Bothe sagt

      Nitan: Blödsinn, was in Europa nötig ist? Nichts weiter wie dumme grüne Ideologie! Wir in der LW ob industriell oder als Kleinbetrieb ,setzen seit Jahrzehnten alles daran im Einklang mit der Natur nachhaltig diese zur Versorgung unserer Menschen zu gestalten! Sie Schlauberger Nitan: ob Sie‘s glauben oder nicht Landwirte leben davon und werden von Hause aus nicht ihre eigene Basis vernichten ( das machen höchstens die EU und der Staat…).

      8
  9. Limes sagt

    Meine Empfehlung für den Besitzer des Beherberungsbetriebes nachdem ich den Text von Fritz dreimal gelesen habe
    1. Auf keinen Fall bei der Renaturierungsbehörde beschweren
    2. All die versprochenen Vorteile des neuen Gesetzes sorgfältig in einem Dossier zusammenstellen und mit monetären Gewinnmöglichkeiten verknüpfen
    3. Einen Makler mit dem Verkauf des Beherbergungsbetriebes beauftragen. Auch wenn es persönlich schmerzt. Es werden sich sicher solvente Renaturierungsfreunde finden die schon immer solch ein Geschäft betreiben wollten. Wird natürlich schwierig wenn man sich vor über Probleme beklagt.
    4. Alternativ zu Verkauf Juristen einschalten. Dieser Berufszweig ist eh der Gewinner all dieser Vorhaben.

    6
  10. Scheunenfund sagt

    Ich empfehle den ganzen Bauernhassern hier, was Anderes sind sie leider nicht, sich das Buch: Bauern, Land von Uta Ruge zu besorgen. Gibt es schon für € 7.30! Und dann bitte 2 mal lesen. Denken dabei nicht vergessen. Möchten Sie auch, dass Ihre Arbeit, und die Arbeit ihrer Vorfahren, so menschenverachtend in den Dreck getreten werden soll? Und das nur für einen durchaus sehr fragwürdigen Grund?

    19
    • BusyMum sagt

      Wie kommen Sie darauf, dass hier irgendwer Bauern hasst? Für das Renaturierungsgesetz zu sein, bedeutet nicht, eure Arbeit nicht zu schätzen.

      1
  11. Werner Knödler sagt

    Idiotisch verklärte grüne Politiker und eine von der Ebene der Kommunen
    bis nach Brüssel parasitäre Verwaltung arbeiten hier Hand in Hand .
    Dieses Krebsgeschwür gilt es mit geeigneten Mitteln zu bekämpfen.
    Der Glaube an eine verbale Problemlösung ist mir da leider schon lange
    abhanden bekommen.
    Ich hoffe das es noch lernwillige gibt, ansonsten kann es ganz schnell heisen ,

    Das Feld der Ehre muss immer wieder mit dem Blut vermeintlicher
    Patrioten getränkt werden.

    Dies ist kein Aufruf zu Gewalt gegen Grüninnen

    10
    • Anti-Knödel sagt

      Knödler, was für ein passender Name.
      ich bin für meinen Teil ziemlich froh über unsere jetzige Verwaltung, insbesondere für die Vorgaben aus Brüssel.
      falls sie gerne weniger Staat und mehr unregulierte Marktwirtschaft wollen, empfehle ich ihnen Argentinien, dort finden sicherlich auch sehr sympathische deutsche Auswanderungs-communitys, die ihr Blut und Boden Gedankengut teilen.
      Falls sie Landwirt seien sollten, haben sie sich Mal gefragt, was einer der größten Einzelposten im EU- Haushalt ist und wer diesen durch seine Steuern finanziert?! da dann anderen Parasitismus vorzuwerfen ist schon stark.
      Ihr letzter Satz verändert nichts daran, dass sie zur Gewalt aufrufen. Sie werden ja auch nicht weniger Nazi, nur weil sie sagen sie seien keiner
      Krass, dass solche Kommentare hier nicht gelöscht werden!

      10
  12. Bauer Fritz sagt

    Die ersten Nichtbauern-Vereinigungen haben nun auch begonnen sich das Gesetz durchzulesen:
    (https://www.noen.at/niederoesterreich/politik/kritik-an-zustimmung-renaturierungsgesetz-gemeindebund-will-vollen-kostenersatz-427910038)
    „Wenn Investitionen der Gemeinden und Städte zur Umsetzung der Renaturierungs-Verordnung erforderlich sind, dann brauchen wir eine 100 Prozent-Finanzierung durch das Klimaschutzministerium. Die Gemeinden können diese Kosten nicht übernehmen.“

    Mein Eindruck: Die werden staunen, was von den 100% Forderungen übrigbleibt ……
    Können ja mal bei den Bauern nachfragen oder meinen Artikel lesen. 🙂

    13
  13. Sonja Dengler sagt

    ICH wäre dafür, unsere D-Regierung und die EU-Regierung zu denaturieren, sie zu dem zu machen, aus dem sie gemacht sind: Aus Erde sind sie gemacht, zu Erde sollen sie werden, Erde zu Erde, Staub zu Staub…
    Dann können alle Bürger weiterleben und sich mühen und sich ihres Lebens freuen.

    23
    • Inga sagt

      zurück in den Urwald, in die Steinzeit.

      Das wird ja von Bauern auch verlangt.

      🙂

      17
    • Wolf Lützen sagt

      Hallo Sonja, toller Vorschlag!!!!
      Wie soll es bitte ohne Renaturierung gehen?
      Wie will man Starkregenereignisse denn anders auffangen als durch Deichrückbau, Polder, Auwälder, “Entgradigung” von Flüssen etc.etc?

      Wenn rund 80 Prozent der Flächen ökologisch nicht OK. sind, muss man renaturieren. Wenn Gewässer belastet sind, muss das Wasser besser gefiltert werden, das nach fließt.
      Dänemark wird den CO2-Ausstoss der Landwirtschaft besteuern , ein richtiger Schritt.
      Wenn die CO2-Last von Grünfutter aus trockengelegten Moorflächen auf das Produkt Milch umgelegt würde, könnte man erkennen, wie belastend diese Herstellung für das Klima ist.

      15
      • Mark sagt

        “Wenn rund 80 Prozent der Flächen ökologisch nicht OK. sind, muss man renaturieren. Wenn Gewässer belastet sind, muss das Wasser besser gefiltert werden, das nach fließt.” Könnten sie dies bitte etwas genauer erklären. Welche Flächen sind ökologisch nicht ok, wie müssten sie sein,um ökologisch ok zu sein? Welche Gewässer sind wie belastel, wie wollen sie diese filtern???? Was fließt wo nach???
        “Dänemark wird den CO2-Ausstoss der Landwirtschaft besteuern , ein richtiger Schritt” Warum, welche Expertise haben Sie, um dies beurteilen zu können?

        “Wenn die CO2-Last von Grünfutter aus trockengelegten Moorflächen auf das Produkt Milch umgelegt würde, könnte man erkennen, wie belastend diese Herstellung für das Klima ist.” Erkläern Sie bitte die “CO2 Last des Grünfutters” wie wird die bestimmt?? Wie belastend ist denn diese ihrer Meinung nachfürs Klima??

        28
      • Sonja Dengler sagt

        wir brauchen keine Renaturierung, das sind am Ende bloß wieder nur Denaturierungen – also Hirngespinste von Ideologen und Menschenhassern, die gierig nur eines wollen: die Bauern kaputtmachen, unsere Industrie kaputtmachen und die Menschheit am besten ausrotten. Allerdings wollen Sie und die Irre-geleiteten natürlich überleben, denn nur die “Anderen” sollen kaputtgehen.
        Lassen Sie mich mit Ihrem Schmonzes in Frieden – wenden Sie Ihre Ideologien auf sich selbst an, mehr Rechte haben Sie nicht.

        12
      • Christian Bothe sagt

        Wolf Lützen: nur soviel was die Besteuerung in Dänemark betrifft! Habe diesen Schwachsinn gestern schon im Spiegel kommentiert!Die LW ist der einzig verbrauchende Volkswirtschaftszweig von CO2 uns auch das CH4 der Milchkühe wird auch in pflanzenverfügbares CO2 und damit Grünmasse umgewandelt! Das haben die Granden in DK scheinbar noch nicht gehört und bei Ihnen bin ich mir da auch nicht so sicher…Zu diesem Blödsinn der Wiedervernässung von Mooren etc.nur soviel: Milliarden wurden in der DDR für Meliorationsmassnahmen ausgegeben, um LN mit hoher Fruchtbarkeit zu gewinnen! Nun beschließt man in der EU Renaturierung anstatt es beim Status quo zu belassen, um maximale Erträge auf den gewonnenen LN zu erreichen! Man sieht also, das dieser Verein EU dringend ein Update braucht und zwar in jeder Beziehung! Die Wahlergebnisse sind ein erster Schritt dazu, hoffentlich auch für unserer LW…

        11
        • Christian Bothe sagt

          Soviel wie ich weiß, hat auch der neuseeländische Staat diese Besteuerungen oder „Bescheuerungen“ zurückgenommen unter dem Protest der Bauernschaft. Weiß es aber nicht genau…

          2
        • Wolf Lützen sagt

          Hallo C.B.: Ihre Rechnung stimmt doch dann nicht, wenn man den CO3-Ausstoß des trockengelegten Moores mit einbezieht.

          3
          • Christian Bothe sagt

            W.L.:Unter anderem wird in dem Gutachten auch die Renaturierung von Mooren bewertet !
            „Die produzierte Biomasse ist Vorleistung und wird in der Folge in der Dissimilation unter Verbrauch
            von atmosphärischem Sauerstoff auf zwei Wegen mit gleichem Endresultat, zur Gewinnung an
            biogener Energie in Organismen (Mensch, Tier etc.) oder bakteriell durch Verwesung, abgebaut.
            Unter Ausschluss/Fehlen von Sauerstoff erfolgt eine anaerobe Vergärung (Pansen der Wiederkäuer,
            intakte und „renaturierte“ Moore), wobei der naszierende zellgiftige Wasserstoff an Kohlenstoff zu
            Methan (CH4) gebunden und in die Atmosphäre als Schadstoff „entsorgt“ wird.…“ biogene Nutzung der Sonnenenergie Auzzug Gutachten von Dr.agr. Chudy

            4
        • Wolf Lützen sagt

          Hallo C.B.: nicht die EU braucht das Update!
          Trockengelegte Moore sind eine große CO2-Quelle! Ja, jahrhundertelang wurde trocken gelegt, war phasenweise auch sinnvoll. Jetzt aber sind die Kollateralschäden so offensichtlich, dass man umsteuern muss. Auch zum Nachteil der Landwirte.

          2
          • Reinhard Seevers sagt

            Wie geil, seit dem 18. Jahrhundert wurden Moore trocken gelegt, um mehr Menschen zu ernähren. Nun haben wir mehr Menschen und diese wollen ihren Klima-Ablass durch Wiedervernässen der Flächen ihrer Ernährer bezahlen. Wie dumm ist das?
            Sollen die Menschen doch einfach aufhören Co² zu produzieren, in dem sie auf Urlaubsflüge, Kreuzfahrten, Rasenroboter, Sportevents etc. verzichten. Was nicht erzeugt wird, muss nicht kompensiert werden. Wie sagte Klaus Kinski so häufig: Ihr Heuchler!

            4
            • Wolf Lützen sagt

              Hallo R.S.: Klar, es wurde trockengelegt mit gutem Grund. Damals waren die Kollateralschäden nicht bekannt. Heute: Klimawandel, menschengemacht, also andere Situation, andere Bewertung, andere Schlussfolgerungen! Heute ist die Bewirtschaftung still gelegter, also trocken gelegter Moorböden nicht mehr sinnvoll, da toxisch.
              Weniger Flugreisen, weniger Verbrenner, weniger
              Konsum, weniger Fleisch selbstverständlich auch!

              • Schmeckt gut sagt

                Herr Lützen, kommen Sie doch mal raus ins Moor. Hier ist es nicht so übel, wie Sie denken. Wenn allerdings diese Region hier absaufen soll, dann kommen wir (die ganzen Bewohner) zu ihnen in die Großstadt und bleiben dort gezwungenermaßen, denn eins ist so sicher, wie das Amen in der Kirche: Die Struktur (beginnend mit der Infrastruktur) zwischen den neugebauten Stauanlagen dann noch aufrechterhalten zu können, ist eine Träumerei der “Hardcore”-GrünInnen. Wir “Land”-Eier sollen eingelullt und verschaukelt werden. Aber eins kann ich Ihnen versprechen, Herr Lützen: Wir haben die Sauerei erkannt-.

                5
              • Reinhard Seevers sagt

                “Heute ist die Bewirtschaftung still gelegter, also trocken gelegter Moorböden nicht mehr sinnvoll, da toxisch.”

                Mit Verlaub, das ist kompletter Blödsinn.

                4
              • Ostbauer sagt

                Herr Lützen,
                Sie haben weder von Mooren, ihrer gezielten Entwässerung, geschweige denn von Moorflächenbewirtschaftung überhaubt eine leise Ahnung!
                Ihre Meinung dazu ist “Zeitungswissen”.
                Ich glaube kaum,dass Sie die komplexen Zusammenhänge der Auswirkungen von “Renaturierungen” auf die Fläche und damit auch auf die urbane Infrastruktur ansatzweise überblicken.

                4
              • Schmeckt gut sagt

                https://www.facebook.com/christian.lohmeyer.7/videos/469831138974424
                können Sie eins zu eins auf ihre so “trocken gelegten” und “massiv geschädigten” Moore übertragen, bzw. auf die meisten in D bewirtschafteten Flächen. Es wimmelt bei uns an seltenen Vögeln und Insekten. Warum wohl. Nicht trotz der Bewirtschaftung, sondern weil wir bewirtschaften. Danke Christian für deine, wie so oft, absolut treffende Erklärung.

                1
      • Marian E. Finger sagt

        Wieso hab ich grad das Gefühl, mich in einer Zeitschleife zu befinden? Renaturierung von Flüssen und Auwäldern als Gegenmaßnahme zur Bodenversiegelung, das ist doch so was von 70er Jahre. Ja, und dann waren da noch der Biber und der Storch, die Kröten und der Dachs, deren Verschwinden man damals beklagt hat und die inzwischen wieder zurückgekehrt sind. Wenn man heute durchs Allgäu und Teile Süddeutschlands fährt, sieht man Tausende von PV-Anlagen auf allen möglichen Dächern und allüberall Blühstreifen.
        Und trotz all dieser Erfolge sollen 80% der Flächen nicht okay sein? Irgendwann sollte man es auch mal gut sein lassen und nicht immer die hängengebliebene Schallplatte geben.

        25
        • Reinhard Seevers sagt

          Der sog. Krötenzaun ist ein Relikt der 70er und späten 80er Jahre. Überall mussten diese Zäune errichtet werden. Teilweise sind sie als feste Anlagen noch heute vorhanden. Hinter dem Zaun waren Eimer eingegraben, worin sich die Krabbler sammelten. Dann kamen Naturfreunde in regelmäßigem zeitlichen Abständen und transportierten diese auf die andere Straßenseite….heute sieht man niemanden mehr, der sich dieser Sache annimmt. Sind jetzt die Eimer voller toter Frösche und Kröten? Hat sich alles von selbst geregelt? 🤡🤪
          Klatsch anne Birne…..

          7
          • Wolf Lützen sagt

            Hallo R.S.: Lächerlich machen ist kein Argument. Hallo M.E.F.: Grundlage der Renaturierung sind ja wohl Daten und eine Bestandsaufnahme. Die Qualität von Fließ- und anderen Gewässern kann man anhand bestimmter Größen gut analysieren.
            Wollen Sie das bestreiten?

            2
        • Wolf Lützen sagt

          Renaturierung war in den Siebzigern und ist auch noch heute unumgänglich! Wenn bestimmte Tiere noch da sind, hat das mit Schutzmaßnahmen zu tun!
          Wie soll man bitte zukünftig Starkregen ohne Renaturierung bewältigen? Ich warte auf Vorschläge.

          4
          • Reinhard Seevers sagt

            Ja, dann Rückbau der urbanen Versiegelungen Herr Lützen….Ran an die Ursachen. Warum kann man keine Städte zurückbauen?

            15
          • Marian E. Finger sagt

            Wie kommen Sie darauf, dass sich der Starkregen nach Ihren Renaturierungsmaßnahmen richtet? Glauben Sie etwa, dass es in einer “heilen Natur” keine Überschwemmungen gibt? Belohnt uns Mutter Natur mit schönem Wetter, wenn wir brav renaturieren? Ich dachte eigentlich, wir hätten magisches Denken inzwischen überwunden.

            Noah hat damals eine Arche gegen Starkregen gebaut.
            Soweit ich weiß, war damals weder der Boden versiegelt noch haben die Altvorderen massenhaft CO2 in die Luft geblasen.
            Das mit der Arche hat was genützt. Sollten wir vielleicht auch machen. 🙂

            16
            • Wolf Lützen sagt

              Hallo M.E.F.: wie fängt man Starkregen auf?
              Durch Überschwemmungsflächen, durch nicht eingeengte Flüsse, durch Rückbau von Deichen,
              durch einen Fluss, dessen Begradigungen man zurück nimmt. Durch Auen und Flüsse, die mäandern usw. usf. Nur so lassen sich hohe Scheitelpunkte in Unterläufen verhindern.
              Was schlagen Sie denn vor?

              2
              • Marian E. Finger sagt

                Die Ursache dafür, dass Deutschland (Europa, die Welt) so ist, wie es nun mal ist, ist die Urbanisierung, die in diesen Ausmaß erst durch die Industrialisierung der Landwirtschaft möglich geworden ist. In Deutschland leben inzwischen 78% der Bevölkerung in Städten, in Belgien 98%, Niederlande 92%, Frankreich 81%, Weltweit inzwischen 54%. Viele Städte sind inzwischen Megacities mit Einwohnerzahlen, die in die Millionen gehen. Alle diese Städte haben ein gewaltiges Hinterland, aus dem sie ihre Ressourcen beziehen, und eine gewaltige Infrastruktur, was Verarbeitung und Transport dieser Ressourcen angeht. Das Hinterland besteht vor allem aus landwirtschaftlichn Flächen, in Deutschland ca. 50% der Gesamtfläche, um die Massen in den Städten zu ernähren.

                Da der Großteil der Leute nun mal lieber in Städten wohnt und den Lebensunterhalt am PC verdient, sodass nur 1-2% Bevölkerung bereit ist, um für die Ernährung zu sorgen, muss die Landwirtschaft industrialisiert sein, sonst würde das Versorgungssystem nicht funktionieren.

                Was wird erreicht, wenn nun der Stadtbewohner Flächen der industrialisierten LW rückbauen, Überschwemmungsflächen anlegen, Begradigung von Flüssen zurücknehmen, Auenwälder fördern und Moore wieder vernässen will, aber an den Städten und der Gesamtstruktur nicht rütteln will? Nun, die Ressourcen und die Lebensmittel müssen von woanders herkommen, und da die Flächen nicht vom Himmel fallen, müssen die Ressourcen importiert werden. Was erreicht wird, ist also nur, dass für noch mehr Güter noch längere Transportwege anfallen, was noch mehr Energie verbraucht, als das jetzt schon der Fall ist.

                Ich glaube überdies nicht, dass wir in Europa und insbesondere in Deutschland noch in der Lage sind, den sog. Schwellen- und Entwicklungsländern unsere Bedingungen zu diktieren. Die verkaufen uns Nahrungsmittel, wenn wir entsprechend dafür bezahlen, aber die lassen sich von uns nicht diktieren, unter welchen Bedingungen die Nahrungsmittel produziert werden. Ich bin mir ziemlich sicher, dass in Ländern, wo Überschüsse produziert werden, die an uns verkauft werden, unter Bedingungen produziert wird, die die Natur weit mehr zerstören als es die industrialisierte Landwirtschaft in Deutschland tut. Was gerade geschieht, ist, dass die Landwirtschaft in Deutschland zerstört wird.

                Mein Vorschlag ist also, dass die Städter damit aufhören, die Landwirtschaft weiterhin zu zerstören, und erst mal ihren eigenen Anteil an dem Problem überdenken. Man könnte die Forderung aufstellen, dass die durch Renaturierungsmaßnahmen entstehenden Lücken in der Nahrungsmittelversorgung nicht durch Importe gedeckt werden, sondern dass entsprechend die Städte oder Stadtteile, die vom eigenen Hinterland nicht mehr versorgt werden können, ebenfalls renaturiert werden. Gleiches Recht für alle, oder nicht?

                11
                • Mark sagt

                  Warum antwortet W.L. hierauf nicht?? Warum beantwortet er meine Fragen an ihn nicht?? Weil er ausser dumpfbackenen Grünenparolen nichts, aber auch gar nichts drauf hat, ganz einfach.

                  5
            • Stadtmensch sagt

              “Ich dachte eigentlich, wir hätten magisches Denken inzwischen überwunden.”

              Offensichtlich nicht. SchwarzGrünRosa ist eben immer noch sehr religiös.

              Die ulkigen Bräuche im Zuge des magischen Denkens (Religion) haben sich übrigens genau deshalb entwickelt:

              Beispiel rituelle Waschungen: Man hat gemerkt, dass die Götter Waschungen goutieren indem sie weniger Kranheiten schickten 🙂

      • Limes sagt

        “Wenn rund 80 Prozent der Flächen ökologisch nicht OK. sind, muss man renaturieren.”
        Punktuell sind natürlich auf größeren Flächen 80% der Flächen nicht in einem guten Zustand vor allem in den Städten mit gravierenden Flussabschnitten und ehemaligen Sumpf/Moorgebieten wie Berlin z.B u.a Spreebogen, Hamburg, München, Köln, Stuttgart, Frankfurt, Düsseldorf… aber auch in den Siedlungsgebieten auf dem Land trotzdem wird dort weiter fleissig versiegelt inkl neue breite Radwege, city beach Flächen….. An diesen Orten finden sich gute Ansätze zur Renaturierung die sollten mit Priorität angegangen werden.
        Warum benötigt man in Städten Radwege man kann doch wie anno dazumals laufen oder das sehr gut ausgebaute ÖPNV Netz nutzen. Im Zweifelsfall gibt es noch Uber, Taxi oder Implementation von Fahrdiensten für Menschen mit Handicap.
        In den Städten sollte all dies kein Problem sein denn dort leben doch die Wähler von grün und rot zusammen mit Aktivisten. Aber dann müsste man ja selber ein Stück Lebensqualität abgegeben, aber klar geht nicht sondern nur bei den anderen.

        13
        • Wolf Lützen sagt

          Die Ablehnung von Radwegen ist sowas von hinterwäldlerisch! Siehe diverse Städte.

          4
          • Limes sagt

            Ach Herr Lützen die Antwort inkl. habe ich von Ihnen erwartet. Ihre Titulierung von Vorschlägen als “hinterwäldnerisch” lässt sehr tief blicken.
            Leider haben sie sich in der Sache wieder weggeduckt, klar es geht um minimale eigene Einschränkungen die sogar noch Kosten sparen, das möchten sie natürlich nicht. Gell Laufen und ÖPNV ist zu anstrengend in der Stadt. Vermute mal sie wissen gar nicht wie einfach es in Städten ist sich mit ÖPNV und fussläufig zu bewegen.
            Warum eigentlich ging doch früher auch als noch weniger versiegelt war.

            6
            • Wolf Lützen sagt

              Hallo Limes ich bewege mich die Hälfte des Jahres in einer Großstadt, gehe, nutze den ÖPNV
              und das Rad. Erzählen Sie mir doch bitte nicht, dass in einer Großstadt das Rad überflüssig ist.
              Wo bewegen Sie sich denn bitte?

              3
              • Limes sagt

                Hallo Herr Lützen bin aufgewachsen auf dem Land und lebe jetzt in einer ländlich geprägten Kleinstadt in der Nähe von Großstädten, leider ohne ausreichende Verkehrsanbindung zu den Städten. Häufig sind wir mehrere Tage im Monat zu Besuch auf dem “Land”. Bis vor Kurzem habe ich einen Teil meiner Zeit in einer weit entfernten Grossstadt gelebt und die Vorteile des ÖPNV kennengelernt. Die nächsten Haltestellen waren fussläufig schnell zu erreichen, die Takte ausreichend um sich in einem ansprechenden Zeitrahmen zu bewegen man hat ja den Vergleich zu Kleinstädten oder gar dem Land. Durch meine Reisen kann ich sagen innerhalb D unterscheiden sich die Grossstädte nicht wesentlich hinsichtlich ÖPNV.

                Sie fordern vehement eine Renaturierung von Flächen meinen in der Regel landwirtschaftlich genutzte Flächen. Dies hätte gravierende Folgen für die Betroffenen nicht nur Landwirte dies ist wohl den meisten noch nicht klar 8Stichwort nasse Kellerräume und Fundament). Auf der anderen Seite sind Sie nicht gewillt minimale Einschränkungen ihrer eigenen Komfortzone zum Bsp durch Vermeidung der Versiegelung beim Bau von Radwegen in Kauf zu nehmen. Bis zur nächsten Haltestelle sind es in Städten nur wenige Meter zu laufen das sollte ihnen doch ihr Einsatz für die Umwelt wert sein. Meine ist nicht zu viel verlangt.

                5
                • Wolf Lützen sagt

                  Hallo Limes, ich lebe seit 1965 in einer Großstadt.
                  Fahre Bus, Tram, U-Bahn und S-Bahn. Und Rad.
                  In Berlin werden ein Siebtel der Wege mit dem Rad erledigt. Dafür braucht es Radwege. Straßen gibt es genug, da wird nicht mal was neu versiegelt. In Kopenhagen werden 62 Prozent aller Wege mit dem Rad erledigt. Ist doch Klasse und gut für die Umwelt. Oder etwas nicht?

                  2
                • Reinhard Seevers sagt

                  “In Berlin werden ein Siebtel der Wege mit dem Rad erledigt.”

                  Wieder so eine Aussage, die durch nichts nachweisbar oder belegbar ist. Wer fährt denn mit dem Rad? Überwiegend junge Menschen und davon überwiegend Studenten. Ich wette mal 1000,-€, dass der Anteil von Bürgern über 60 unter 1% liegt….was ja auch nicht belegbar ist. Und bei Regen und Wind reduziert sich der Anteil gegen Null.
                  Aber hee, in der Stadt kann man von den bereits versiegelten Flächen bestimmt ausreichend Anteile finden, die sich in Radwege umwandeln lassen. Macht mal einfach!

                  2
                • Limes sagt

                  @Lützen: “In Berlin werden ein Siebtel der Wege mit dem Rad erledigt. Dafür braucht es Radwege.”
                  Nein dafür braucht es keine Radwege sondern eine Umstellung des Verhaltens weniger Rad stattdessen Laufen zur nächsten Haltrestelle und gute Fusswege sind Priorität. Gerade Unterstützer von Renaturierungsideen auch in Berlin sollten sich dafür einsetzen das ist doch nicht zu viel verlangt.
                  Gerade Einwohner solcher Städte wie Berlin profitieren doch von den immensen Subventionen in den ÖPNV z.B 49€ Ticket bzw Berlin will sogar 29€ Tickets einführen da ist es doch nich zu viel verlangt dieses Angebot zu nutzen.
                  Der Verweis auf Kopenhagen ist ein einfaches Ablenkungsmanöver für eigene Bequemlichkeit.

                  1
              • Reinhard Seevers sagt

                “Hallo Limes, ich lebe seit 1965 in einer Großstadt.
                Fahre Bus, Tram, U-Bahn und S-Bahn. Und Rad.”

                “Hallo Limes ich bewege mich die Hälfte des Jahres in einer Großstadt, gehe, nutze den ÖPNV
                und das Rad. ”

                …die andere Häfte des Jahres verbringen Sie auf Gran Canaria? …oder auf Malle?😎

                • Wolf Lützen sagt

                  Hallo R.S. : Ihre Unterstellungen offenbaren Ihr
                  Reflexionsniveau!
                  Stellen Sie sich einmal vor: ich habe Erfahrungen
                  vom Leben in der Stadt u n d auf dem Land. So etwas gibt es tatsächlich.

                • Reinhard Seevers sagt

                  Und das Nichterkennen einer Frage bei gleichzeitiger Unterstellung ist intellektuell eine Offenbarung.
                  p.s. ich habe ebenfalls beide Erfahrungen…und nun?

          • Hans Gresshöner,Landwirt sagt

            Wir brauchen keine Radwege für Sonntagnachmittagsausflüge bei gutem Wetter. Teure E-Bikes stehen überwiegend so rum.

            • Wolf Lützen sagt

              Hallo R.S.: Was für eine Ignoranz! Selbstverständlich werden Zahlen erhoben, wer in einer Stadt welche Verkehrsmittel benutzt. Dafür gibt es Verkehrszählungen , seit langem.
              Wie will man sonst Takte planen oder Buslinien.
              Und Ihre Vermutung über ältere Radler ist total falsch! Viele Rentner radeln. Was mit E- Bikes auch immer einfacher geht!

              2
              • Wolf Lützen sagt

                Noch ein R.S. Wer wie Sie Zahlen und Fakten nicht anerkennt, aber eine äusserst “starke Meinung” vertritt, s.o., der geht über dünnes Eis und bricht dann eben ein. Ihre Wette haben Sie glatt verloren. Sie brauchen dazu nur ins Netz zu gehen.

            • Wolf Lützen sagt

              Hallo H. G. : Radfahren hat nur am Rande mit Sonntagsspazierfahrten zu tun. Radwege sind Wege zur Arbeit, zum Einkauf, für Besuche etc.
              Warum nehmen Sie nicht die Daten zum Verkehrssplit zur Kenntnis? Das sieht mir nach Fakten- Resilienz aus. Oder wie ist diese Haltung sonst zu interpretieren?

    • Patzig sagt

      ICH wäre dafür sie würde mehr Kartoffeln schälen, Erbsen zählen oder Däumchen drehen, anstatt solche Kommentare zu schreiben, in denen sie dazu aufrufen Menschen zu Erde zu machen.

      3
  14. Ertl Elisabeth sagt

    Habe gerade gelesen, dass unser Betrieb in einem Lebensraum-Korridor liegt. In diesen Korridoren darf nie mehr wieder etwas gebaut werden. Gut, haben wir eh nicht vor, und so baut uns niemand vor die Nase.
    Wir müssen jetzt aber auch den fixen Litzenzaun entfernen, den wir am Waldrand, wo kein Gras wächst, aufgestellt haben, damit wir beim Umstecken der Zäune die halb Arbeitszeit sparen. Das bedeutet jetzt wieder 20 Arbeitsstunden zusätzlich im Jahr. Und wir wollen mit unseren 3,45 ha in kein Förderprogramm für 300 oder 400 Euro im Jahr, wo wir dann fragen gehen müssen, ob wir einen Baum umschneiden oder einen pflanzen dürfen; die Wiese nicht vor 15. Juni mähen etc.

    12
  15. Reinhard Seevers sagt

    Eigentlich muss es “Teil-Renaturierung” heißen.
    Es werden ja lediglich bereits vorh. Naturflächen in ‘Renatur” verwandelt. Parallel werden hunderte ha für Chipfabriken versiegelt. Renaturierung macht für mich nur Sinn, wenn Null Quadratmeter zus. versiegelt werden. Da dies nicht geschieht, ist der ganze Schwachsinn abzulehnen. Hoffentlich ist der DBV diesmal konsequent standhaft dagegen.

    23
  16. Hans Gresshöner,Landwirt sagt

    Auf meiner Kiebitzfläche gibts alles mögliche,nur keine Kiebitze mehr.
    Jetzt soll renaturiert werden.

    12
  17. Mathias sagt

    Dieser Artikel ist einfach nur dämlich! Hinter Bauer Willi steckt m. W. ein promovierter Agraringenieur, der hinter diesem Pseudonym einen auf doof macht, aber von den EU-Subventionen prächtig lebt. Das EU-Wiederherstellungsgesetz hat er ganz sicher nicht gelesen, sondern seine Informationen aus einschlägigen Bauernblättchen zusammengesucht. Platte Polemik, so wie die meisten Kommentare dazu …

    8
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Wer Polemik betreibt, sind sie.
      Im Impressum steht eindeutig, wer hinter dem Pseudonym steht, aber das haben sie selbst gesehen, sonst wüsten sie nicht, dass Bauer Willi promovierter Agraringenieur, ist.
      Also, was soll der primitive Rundumschlag?

      2
    • Arnold Krämer sagt

      “….von den EU-Subventionen prächtig lebt”.
      Wer so etwas formuliert, hat sein “Viertelwissen” von woher?
      Mensch, haben Sie Vorstellungen von Umsätzen, Erträgen und Kosten eines viehlos wirtschaftenden Nebenerwerbsbetriebs.
      Ihre Oberflächlichkeit zeigt sich schon daran, dass nicht “er”, Bauer Willi den zu Diskussion gestellten Text formuliert hat, sondern “Bauer Fritz” aus Österreich.

      3
  18. Frikadellen piet 45 sagt

    Mahlzeit also bei Renaturierung schneide ich am besten keine Hecken und lass die Wegränder wild wachsen dadurch habe ich mehr Schnecken und mir Menschen die darauf ausrutschen oder Früchte die weggefressen werden natürlich sehen die Fahrradfahrer im fehlt nicht mehr von vorne kommt und bauen besser Unfälle das ist alles ganz toll

    6
  19. Es war nicht alles schlecht was früher einmal gut war! sagt

    In welche Zeit will man denn renaturieren. Auf 20, 500 oder vielleicht 10000 Jahre vor unserer Zeit. Na dann lasst uns mal anfangen, Städte weg, Gewerbegebiete weg, Maisanbau für erneuerbare Energie weg. Aber am meisten freue ich mich auf die Renaturierung Berlins zum früheren Sumpfland, obwohl … Sumpf?, gibt’s da schon zur genüge!

    31
    • Ehemaliger Forenteilnehmer sagt

      Auch der Münchener Flughafen wäre konsequenterweise von der Denaturierung betroffen. Das Erdinger Moos, wo der Flughafen München liegt ist ein riesiges Feuchtbiotopgebiet. Zurück zur Natur, zurück auf die Baumhäuser und Höhlen wird von uns verlangt. Die grünen Bobos werden weiterhin ihren Lebensstil pflegen und wie die Maden im Speck n den Speckgürteln der Städte wohnen.

      28
    • zmp_nachfahre sagt

      Werden hoffentlich auch Windräder und PV-Anlagen renaturiert?
      Nur – wohin dann mit dem ganzen Sondermüll? Oder zieht der Trick mit dem “Denkmalschutz” für verranzte Windräder dann auch?

      10
  20. Frank sagt

    Gut gedacht ist nicht immer gut gemacht.
    Ein plakatives Pseudobeispiel erklärt weniger als man glaubt und macht durch Polemik zudem viel vom Verständnis kaputt.
    So blöd sind die Leser hier dann doch nicht, dass sie eine ordentliche Beschreibung, was diese Renaturierungsgestzgebung auf einem Bauenhof bewirkt, nicht verstanden hätten.

    16
    • Hans Berlic sagt

      Einfach ärgerlich, völlig unverständlicher Text. Was willst du denn eigentlich zum Ausdruck bringen? Vorschlag: künftig vor Absenden nochmals durchlesen.

      9
      • Schmeckt gut sagt

        Danke, für eure Schlechtmacherei. Andere Vorschläge? Es geht nicht um das Verständnis eurerseits, sondern um einen Ansatz, einem völlig Branchenfremden erste Erklärungsversuche zum komplexen Thema zu zeigen. Andere Ideen oder Ansätze?Branchenspezifische Erklärungsversuche sind doch wohl schon rauf und runter gelaufen mit durchschlagendem Erfolg (Achtung, könnte Spuren von Ironie enthalten)

        11
        • Frank sagt

          Wie branchenfremd kann man sein, dass man den grundsätzlichen Fakt, dass weniger zu bewirtschaftende Fläche Einbußen bringt, als zu branchenspezifisch nicht versteht wenn er einfach anhand eines Bauernhofes und ohne “lustige” Polemik erläutert wird?
          So Gegreine, das auf Kritik mit dem Vorwurf der Schlechtmacherei u.ä. reagiert, das lassen wir doch bei den Schneeflöckchen, ja?

          6
          • Mathias sagt

            Branchenfremd ist hier Bauer Willi, alias Dr. Soundso. Seine Agrarlobby hat es wieder mal geschafft, dass seine Branche von dieser Verordnung nicht betroffen ist. Was soll also dieses Gewinsel? Dumpfe Polemik eines Europa-Hassers, nehme ich an …

            3
            • Obstbäuerin sagt

              Kann man einen Kontinent hassen? Europa-Hasser ist der gleiche Schwachsinn wie Klima-Leugner. Vielleicht ist aber das monströse, undurchsichtige Gebilde EU gemeint. Wurde nicht gerade um die wichtigsten Posten im Hinterzimmer geschachert?

              3
          • Bauer Fritz sagt

            Ihr Frage “Wie branchenfremd ….” hat leider dazu geführt, daß diese “Branchenfremden” mit EU-Doppelmehrheit (20 Staaten und 66% der Bevölkerung) dem Gesetz zum Durchbruch verholfen haben (auch mit dem Gewicht Deutschlands).

            Und nicht nur diesen “Branchenfremden” sondern, wie medial verbreitet wird, 80-90% sehen darin alles was sooo lieb ist, also mehr Natur, mehr Bienchen, mehr Wald, mehr Bächlein fein etc…

            Diesen 98% Branchenfremden (nach Abzug von 2-3% Landwirtschaft) sind die Auswirkungen auf die LW sch..egal, viel eher sind ihnen diese sogar gewünscht. Hauptsache man wähnt sich selbst unter den Nicht-Betroffenen oder Nicht-Verpflichteten.

            Diesen “Branchenfremden” die hier mitlesen, eine Idee zu geben, was sie da sooo toll finden, ist die Intention des Textes.

            20
            • Georg sagt

              Die PolitikerInnen haben das beschlossen nicht die 66% der Bevölkerung. Oder gab es dazu eine Volksabstimmung wie bei der Zeitumstellung (Sommer- Winterzeit).

              1
            • Schmeckt gut sagt

              Genauso habe ich den Text auch verstanden. Denn die Nicht-Betroffenen, Nicht-Verpflichteten werden in allen Medien eigentlich durchgängig so “gebrainwashed”, dass “gut” nur derjenige ist, welcher die tollen Ideen des Green-Deal ohne Kritik unterstützt und individuelle Folgen nicht nur ausblendet, sondern eine Folgenabschätzung sogar als vollkommen unnötig und “gefährlich” abtut. Es ist halt ein großer Unterschied, ob man im Brüsseler Elfenbeinturm sitzt, solche Gesetze durchpeitscht oder zuhause in Hannover ein Wolf das geliebte Pony reißt. Trotz der heeren Ziele einer UvdL werden dann alle Hebel in Bewegung gesetzt, vor der Familie gut dazustehen und den Tod des geliebten Tieres nicht umsonst sein zu lassen. Ihr merkt, wie es in mir kocht? Diese Gesetzesvorhaben sind der Todesstoß für einen Großteil der deutschen Höfe und den meisten Politikern geht es am A… vorbei.

              12
            • Wolf Lützen sagt

              Intention verfehlt. Wo finde ich in diesem Blog mal Verständnis für das Problem der Übernutzung des Landes, für die Folgen der Überdüngung, der zu vielen Gifte?
              Bestreiten Sie alle, dass die Flüsse z.B. die Oder oder früher die Emscher und der Rhein dreckig waren bzw. sind?

              2
              • Obstbäuerin sagt

                Wenn Sie aufmerksam im Blog mitlesen, setzen sich die Themen mit der Problematik sehr wohl auseinander. Nur werden die Sachverhalte aufgrund von wissenschaftlichen Erkenntnissen und viel Praxiserfahrung anders bewertet. Versuchen Sie es mal im Blog von “Landlust”. Dort wird man Ihnen viel Verständnis entgegenbringen..

                4
              • Reinhard Seevers sagt

                “Bestreiten Sie alle, dass die Flüsse z.B. die Oder oder früher die Emscher und der Rhein dreckig waren bzw. sind?”
                Nö, bestreitet keiner…nur sind in allen drei Beispielen die Industrie und die Einleiter die Auslöser. Es ist ein gesellschaftliches Gesamtproblem und eben nicht das einer Randgruppe, die das Volk auch noch mit Mittel zum Leben versorgt.

                4
              • Paul Werner sagt

                Herr Lützen, die Emscher war bergbaubedingt ein offenliegender Abwasserkanal (genannt Köttelbecke) Das ist Vergangenheit, hat aber im Grunde nichts mit Renaturierung zu tun.
                Was den Rhein betrifft, waren die Einleiter der Schadstoffe nicht die Landwirtschaft sondern nachweislich die chemische Industrie.
                Ich lebe am Rhein, wie dort eine Renaturierung stattfinden soll, ohne die Landwirtschaft, die Industrie und nicht zuletzt die Anwohner gravierend beeinträchtigt, ist mir schleierhaft.

                5
  21. Lieschen Müller sagt

    Der Artikel ist sinnlose Polemik. Aber ja, ich würde den Rückbau einiger Straßen befürworten. Mich würde jetzt eher der praktische Ansatz interessieren: welcher Zustand soll wiederhergestellt werden? Weiß man so genau, wie eine Fläche um 1900 aussah? Was ist mit den ganzen neuen invasiven Pflanzen und Tieren? was ist mit dem Klimawandel? Es wird doch unmöglich sein, den Zustand von vor 100 Jahren herzustellen, mit den veränderten Temperatur- und Niederschlagsverhältnissen. In der Zeitung hatte ich über Vernässungsprojekte im Erzgebirge gelesen. Ich denke, das ist eins von diesen Beispielen. Dort wurden Entwässerungsgräben im Kammgebiet verschlossen. Es wird versucht, das Hochmoor wiederherzustellen. Interessieren würde mich auch der Umgang mit dem Fichtensterben in den Nationalparks Harz und Sächsische Schweiz. Da wird jeglicher Eingriff im Sinne einer Wiederaufforstung abgelehnt. Beide Gebiete waren sehr lange in großen Teilen Wirtschaftswälder.

    12
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      @Lieschen Müller
      Wie es um 1900 aussah, kann ich nicht beurteilen, aber von 1868, da gab es den Atlas, die erste Flurvermessung, ab 1960 aus eigener Erfahrung, da war mein Dorf flächenmäßig nur ein Viertel zu jetzt verbaut. Umdrehen kann man dies kaum, aber einige Flächen, könnten der Versiegelung entnommen werden.
      Was mich stört ist, dass man die Schuld bei der Landwirtschaft abladen will, wie sagte mal eine Umweltministerin beim Unwetter in Braunsbach, der Mais mit ihren geraden Furchen?
      https://www.bauerwilli.com/beschuldigung-maisanbau-schuld-an-ueberschwemmungen/

      3
  22. Malte Voerste sagt

    Durch das ganzjährige Öffnen der Fenster muß mehr geheizt werden und durch Schlagregen wird die gesamte Bsusubstanz geschädigt.

    9
  23. Peter sagt

    KI wird jetzt einen mächtigen Schluckauf bekommen, weil das Wort “Renaturierungsbehörde ” bisher in keiner Suchmaschine zu finden ist…😉😎

    7
    • Inga sagt

      Muss es dafür eine extra Behörde geben, kann man da im Landwirtschaftsamt nicht einfach nur eine. Extraabteilung schaffen?

      3
      • zmp_nachfahre sagt

        Eigentlich schon – Hauptsache, es gibt genügend neue Stellen für Schlaumeier und Sesselfurzer!

        7
      • geplündeter Stiefel sagt

        Die Landwirtschaftsämter haben zu wenig Personal und oft nur sehr unqalifiziertes wenn se besonders um Sonderkulturen geht. Ich bewirtschte einen betrieb in einen der reichten Landkreise in Bw, aber das personal im Lader unteren Landwirtschaftsbehörde und Regierierungspräsidium steht in keinen Fall ior dem Verwaltungsg Verhältnis dazu. Dies ist ganz bewusst so konstruriert wie ich leider
        vor dem Verwaltungsgericht so erfahren musste. Es gibt nur sehr wenige gute und bauernfreundliche Sachbearber hier. Es hersctt totale Chaos. Die Fördergelder für 2023 sind noch nicht ausbezahlt und die Amtsleitung hab keinen blasen Schimmer von Obst. Wein- Gemüsse und Hopfenanbau. Diew bEratung übernehmen zum Teil die Nachbarkreise aber nnur Ackerbau und Milchvieh, Grünland.
        Im Kreistag regiert zufällig ein ein hochdotierter grüner Landesagrarsprecher der neuerdings eine Tennisplatz erworben hat und das umliegende Gelände was teilweise Biotopcharakter hat für Wohnwobilstellplätzen Umwandeln will.
        Das sagt alles über die aktuellen Grünr Politik, Wenns ums Geld geht est sehr viel möglich. oft mehr als bei den anderen Parteien. Das ist kein Einzelfall in meiner Region am Bosdensee. Willi Du weißt wen ich meine.Hamen nenn ich hirer keine ,
        ich werde schon genug vom Land BW verfolgt.

        2
      • Peter sagt

        Antwort
        Es gibt in Deutschland keine spezifische “Renaturierungsbehörde”. Stattdessen sind verschiedene Akteure und Behörden an Renaturierungsprojekten beteiligt: …

        also doch nix…😉

    • Bauer Fritz sagt

      Sie werden doch nicht glauben, wenn die EU ein Gesetz beschließt und zudem (mindestens) 154 MILLIARDEN Euro zur Verfügung stehen sollen, daß dazu nicht auch plötzlich eine entsprechende EU-Behörde aus dem Boden schießt und zudem Scharen von “Experte” für eh fast alles und Heere von Kontrolleuren und Kolonnen von “Betreuungs- und Beratungspersonen”.
      Alle angesiedelt im Hoch-Entlohnungsbereich.

      Woher glauben sie kommt meine Skepsis, daß von den (noch nicht mal) vorhandenen
      Milliarden kaum was für die Bauern übrigbleiben wird, aber viel in die plötzlich aufkeimende Flora und Fauna an Handaufhaltern versickern wird.

      2

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert