Bauer Willi
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Man kann das auch anders sehen…

Wie würden Außerirdische reagieren, wenn sie sehen, wie eng die Menschen in ihren Wohnsilos zusammengepfercht sind? Was hat das Durchschnittsgewicht mit der Düngeverordnung zu tun? Und warum ist das Ehebett nicht 3 Meter breit? Diese und andere Vergleiche können die Diskussion um die Landwirtschaft erleichtern.

Jürgen ist Landwirt, hat aber auch Theologie studiert. Und folglich kennt er sich aus mit Gleichnissen. Er hat ein paar Themen aus der Landwirtschaft in Gleichnisse übersetzt. So müssten es unsere Mitbürger eigentlich leichter verstehen.

 

  • Menschenrechtler

Stellen wir uns mal vor es gäbe Außerirdische. Und diese Außerirdischen hätten vor 2000 Jahren die Erde besucht und die Spezies Mensch kennen gelernt. Wie sie damals lebte, in kleinen Sippen, im Familienverbund. Es wurde gejagt und gesammelt. Die Hauptaufgabe war sich um die grundlegendensten Dinge zu kümmern. Essen besorgen, Behausung, Kleidung und die Sorge um Familie und Sippe. Die Notdurft wurde hinter der Hütte im Wald verrichtet.

Nun stellen wir uns vor, die gleichen Außerirdischen würden heute mitten in München oder Berlin landen und die Spezies Mensch sehen. Menschenmassen, stockwerkweise übereinander, vor irgendwelchem Papier oder Bildschirmen sitzend, mit sehr wenig Bewegung. Mit Essen suchen und zubereiten sind sie inzwischen überfordert, es wird ihnen geliefert. Die Außerirdischen wären erschrocken über dieses menschenunwürdige Leben und würden als Menschenrechtler Organisationen wie „2 Füße“ oder auch „PeTH“ gründen. Sie würden in die Wohnungen einbrechen um die Menschen aus ihrer unwürdigen Lage zu befreien. Erstaunt würden Sie aber feststellen, dass die Menschen sich in dieser Situation wohlfühlen.

Frage:  Kann es sein, dass die urbane Bevölkerung viel zu lange die Veränderung hin zur modernen Landwirtschaft nicht wahrgenommen hat?  Ziehen sie aus den Bildern der aktuellen Situation nicht die falschen Schlüsse?

 

  • Unversehrtheit oder Freiheit

Eine afrikanische Mutter ist es gewohnt ihr Kind im Tragetuch den ganzen Tag bei sich zu haben. Sie geht Kilometer weit damit in die Arbeit und verbringt so den ganzen Tag mit ihm. Was würde wohl diese afrikanische Mutter denken, wenn Sie nach Deutschland käme und würde ein junges Paar dabei beobachten wie sie ihr Kind zum Auto bringen, im Kindersitz festgurten und vor der KiTa abgeben? Gerade die ersten Male wird sich das Kind aufbäumen, strampeln und schreien, denn es ist diese Enge nicht gewohnt. Die afrikanische Mutter würde wohl fordern, dass man sofort diesen Kindersitz verbieten sollte, denn es ist ja offensichtlich, dass das Kind unter dieser Situation leidet. Nun würde man ihr versuchen zu erklären, dass es zwar nicht schön ist für das Kind, aber im Vergleich zu der großen Gefahr bei einem Unfall müsse man hier abwägen zwischen der Unversehrtheit des Kindes und seinem Freiheitsbedürfnis.

Frage: Wenn der Ferkelschutzkorb zwar die Freiheit einschränkt, die Unversehrheit aber deutlich verbessert, was ist dann der höhere Wert?

 

  • Das Problem mit dem Durchschnitt

Die EU hat sich vorgenommen die Gesundheit der Menschen besser zu schützen und möchte als erstes den Anstieg der Diabetes bekämpfen. Die EU fordert deshalb alle Länder auf den Status zu erheben und gegebenenfalls geplante Gegenmaßnahmen zu unterbreiten.

Nun versucht Deutschland dies möglichst ohne großen Aufwand zu erledigen. Ein wichtiger Risikofaktor für Diabetes ist Übergewicht. Um nicht zu viele Personen einzeln zu besuchen und wiegen zu müssen, überlegen Sie sich eine andere Lösung. Sie bauten unter den Zugängen eines großen Tagungsraumes Waagen. Beim Durchschreiten der Teilnehmer wird automatisch das Gewicht aufaddiert. Sind alle Teilnehmer im Saal muss man nur das Gesamtgewicht durch die Teilnehmerzahl teilen und schon weiß man ob die Teilnehmer übergewichtig sind und eine potentielle Gefahr für Diabetes besteht.

Und tatsächlich:  das Durchschnittsgewicht ist zu hoch. Darauf wird als Gegenmaßnahme beschlossen, dass alle Teilnehmer 20% weniger als den normalen Tagesbedarf an Nahrung zu sich nehmen dürfen. Unter Protest weisen die Teilnehmer daraufhin, dass zum Beispiel permanent Servicekräfte den Saal betreten und verlassen haben und auch mitgezählt wurden. Zudem wurden an mehreren Waagen Unstimmigkeiten festgestellt, die zu einer falschen Gewichtsermittlung geführt haben. Alle diese Punkte sind offensichtlich, aber die Bürokraten beschließen aus Angst vor einer Geldbuße aus Brüssel, es bei diesem Lösungsansatz von 20 % unter dem Tagesbedarf zu belassen. Die Auswirkungen auf die Teilnehmer, vor allem der  Magersüchtigen darunter, sind leicht zu erahnen.

Frage: Warum versucht Deutschland mit der Düngeverordnung das Problem der punktuellen Nitratbelastung mit einer generellen 20 %igen Kürzung unter Bedarf  in roten Gebieten (Tagungsraum) zu bekämpfen und riskiert dabei das Überleben der Magersüchtigen?

 

  • Gesetz ist Gesetz

Ein Bettenhersteller wird verklagt, dass seine Betten für Menschen nicht artgerecht sind. Ein Richter in Magdeburg hatte bestimmt, dass jeder Mensch die Möglichkeit haben soll, mit ausgestreckten Gliedmaßen im Bett ruhen zu können. Und bei den Armen wären dies, nach seiner Definition, nur möglich wenn diese im rechten Winkel zum Körper ausgestreckt werden könnten. Nun wurde dem Richter entgegnet, dass sich aber viele Menschen viel lieber an ihren Partner kuscheln möchten und nicht so weit auseinander liegen wollten. Ihm wurden Bilder davon gezeigt.

Der Richter sagte, er hätte dieses Gesetz nicht geschrieben und da stände zwar nicht rechtwinklig drin, aber für ihn sei es eben ausgestreckt vom Körper weg. Daraufhin ergaben sich neue Breiten für Doppelbetten. Zwei Personen mit ausgestreckten Armen links und rechts benötigen jetzt eine Mindestbettbreite von 2,80 m. Nun wurde dem Richter entgegnet, dass die meisten Schlafzimmer gar nicht genügend Platz bieten würden für so ein breites Bett. Das sei nicht sein Problem, so seine Antwort. Er sei hier nur für die Einhaltung vom menschengerechten Liegemöglichkeiten zuständig. Dann müssten die Leute eben neue Häuser bauen, wenn die Betten so nicht rein passen. Und wo man schon mal dabei sei, sollte man auch gleich gesetzliche Mindestgrößen für Schlafzimmer festlegen.

Fazit: Beim Kastenstandsurteil ging man von einem Liegeverhalten von Schweinen aus, dass so in der Praxis gar nicht zu beobachten ist.

 

  • Der wahre Schuldige

Junge Klima-Aktivisten treffen sich, um eine Aktion zu planen. Vor allem der Individualverkehr trägt einen Großteil zur CO2-Emissionen bei. Sie sind der Überzeugung, dass jeder neuer Autobahnkilometer mehr die Sache nur noch schlimmer macht. In ihren Augen muss also gegen den Verantwortlichen demonstriert und dafür an den Pranger gestellt werden.

Zunächst besuchten sie die Genehmigungsbehörde. Diese verwies aber darauf hin, dass sie nur den Wünschen der Autofahrer folge. Sollte die Autobahn nicht gebaut werden, so verlagere sich der Verkehr auf Nebenstraßen und in Ortschaften. Darunter würden  viel mehr Menschen leiden.

Also beschließen die Aktivisten die Automobilhersteller zu besuchen. Würden diese keine Autos mehr bauen, so würde auch der Verkehr geringer und wir bräuchten keine Autobahn. Die Automobilhersteller machten aber deutlich, dass sie ja nicht die einzigen auf der Welt seien die Autos herstellen. Wenn sie die Autos nicht bauen, so würden diese in China oder anderswo gebaut werden unter wesentlich schlechteren Umweltstandards und die Arbeitsplätze gingen auch verloren. Solange der Bürger Auto fahren möchte, solange würden sie auch Autos bauen.

Also beschlossen die Klimaaktivisten die Autofahrer zu besuchen. Allerdings waren darunter auch ihre Eltern und Freunde. Überhaupt waren es viele, mit denen man es sich nicht verscherzen wollte.

Nun hatte man aber die geniale Idee. Wer baut eigentlich die Autobahn? Natürlich Bauarbeiter. Der Bauarbeiter ist also Schuld an der ganzen Misere. Würde er seine Tätigkeit niederlegen, so gäbe es keine neue Autobahnen. Also konzentrierten sich die Umweltaktivisten ab sofort mit großen Zeitungsanzeigen und Radiospots darauf, den Berufsstand der Bauarbeiter als gewissenlose, profitorientierte Egoisten darzustellen. Mit einer Ausnahme: die Bauarbeiter, die ausschließlich Wanderwege anlegten, wurden von der Kritik ausgenommen.

Da die Autofahrer aber weiterhin auf dem Bau von neue Autobahnen bestanden, bauen diese jetzt Firmen aus China.

Frage: Wer in der Kette der Lebensmittelerzeugung trägt nun eigentlich die Verantwortung für den beschrittenen Weg? Ist es wirklich der Bauer? (Bauarbeiter)

(Der Gastbeitrag gibt die Meinung des Autors wieder)

 

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63 Kommentare

  1. W.K. ein wenig Selbstversorgerin sagt

    Ist es wirklich Tierwohl eine Katze in der 5. tag eines Hochhauses zu halten? Sie kommt nie nach draußen, kann nie nach Mäusen suchen, kann keine Schmetterling fangen.
    Ist es Tierwohl in iner ähnlichen Wohnung einen Hund zu halten, der den ganzen Tag dort allein verbringt und nur morgends und abends mal an der Leine um dn Hausblock gehen darf?

    Solange diese Tierhaltung in den Städten erlaubt ist, geht es die Städter nichts, aber auch gar nichts an wie Kühe, Schweine und Federvieh auf dem Land leben.

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  2. Michael sagt

    Manche Vergleiche in diesen Gleichnissen hinken aber schon arg. Die freie Entscheidung haben Tiere nicht. Und dass es nicht unbedingt ausreicht, z.b.den Kastenstand zu öffnen sollte auch klar sein. Natürlich muss der ganze Stall angepasst werden, damit die Tiere ihr Verhalten auch ausleben können. Es gibt durchaus Haltungssysteme, die Tierwohl und Ökonomie besser in Einklang bringen und als Landwirt sollte man sich dem nicht stur verschließen.
    Gleichzeitig muss aber unsere Gesellschaft auch so gerecht sein und die höheren Standards, die von einheimischen Landwirten erwartet werden, anerkennen und entlohnen. Dazu wäre auch ein konsequenter Aussenschutz vor Importen notwendig, die diese Standards nicht erfüllen. Das muss für Drittländer gelten und auch für EU-Staaten, da auch in Europa nicht ansatzweise einheitliche Standards gelten. Oder man zahlt den Tierhaltern eine Prämie, analog zur Flächenpramie.
    Aus den Diskussionen um die Flächenprämie kann man aber deutlich herauslesen, dass viele Leistungen der heimischen Landwirte als selbstverständlich betrachtet werden. Und berechtigt ist daher das Misstrauen der Landwirte höhere Standards dauerhaft vergütet zu bekommen. Von daher ist die ablehnende Haltung vieler Landwirte auch verständlich und berechtigt. Ein Teufelskreis, der Fortschritte behindert und langfristig dazu führt, dass unsere Landwirte aufgeben und künftig noch mehr Lebensmittel importiert werden, von wenigen großen Konzernen, ohne Einfluss auf die Produktionsweise.

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    • Bauer Willi sagt

      @Michael
      jetzt wüsste ich gerne, was Sie denn nun wollen. Andere Haltungssysteme gibt es, sie werden an der Ware auch ausgezeichnet. Meist kaufen die Kunden die unterste Stufe, weil billiger. Aussenschutz wird von allen Parteien abgelehnt, ich habe sie gefragt. Eine Prämie schlägt ja die Borchert-Kommission vor. Darum ist es jetzt aber auch still geworden. Also: was nun?

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      • Michael sagt

        Die EU-Kommission hat ja im Green-Deal bereits Klimazölle zum Schutz unserer Industrie vorgeschlagen. Dasselbe sollten Landwirte auch für sich und Ihre Tierwohlleistungen einfordern. Wer kann da ernsthaft dagegen sein?

        Den Ansatz der Borchert-Kommission halte ich für grundfalsch, am Ende wird die Steuer von den Erzeugerpreisen abgezogen und der Landwirt ist auch nicht besser dran. Außerdem werden die Substitute der Lebensmittelindustrie relativ dazu verbilligt und Importe begünstigt. Fatal für die Landwirte und den Verbraucherschutz.
        Wenn schon Prämie, dann aus dem Agrarhaushalt finanziert. Z.B. 30€ pro Schwein, dann wären andere Standards leistbar. Aber wie gesagt, ich kann nachvollziehen, dass man als Landwirt einem solchen System auch nicht mehr über den Weg traut.

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    • Jürgen sagt

      @Michael: „Manche Vergleiche in diesen Gleichnissen hinken aber schon arg.“ – Konkret, wo hinkt es schon arg?
      „Die freie Entscheidung haben Tiere nicht.“ – Wurde weiter unten besprochen mit Beispielen.
      „Natürlich muss der ganze Stall angepasst werden, damit die Tiere ihr Verhalten auch ausleben können.“ – So wie die Menschen in der Großstadt meinst Du?
      „Es gibt durchaus Haltungssysteme, die Tierwohl..“ – Wer bitte definiert Tierwohl und wie wurde das festgestellt, dass es den Tieren besser geht. Ich gebe Dir mal ein Gleichnis: Wichtige Indikatoren ob sich Menschen an ihren Arbeitsplatz wohl fühlen und ob der physisch sicher ist sind die Leistungsfähigkeit / Fehltage /Krankheitstage und die Unfallstatistik. Setzte ich diese Indikatoren auch bei der Bewertung von Tieren ein, dann merkte man schnell, dass gerade in diesen Bereich nicht wissenschaftlich basiert sondern rein emotional bewertet wird.
      Dein Vorschlag mit Schutzzöllen widerspricht den Handelsvereinbarungen und ist rechtlich nicht durchsetzbar.
      Also Michael, ich gehe davon aus, dass Du dich noch nicht lange mit Agrarpolitik und Agrarmarkt beschäftigst, aber sämtliche Regularien wurden schon ausprobiert: Schutzzölle, Mindest- (Interventionspreis), Mengenbeschränkung (Kontigentierung), Flächenprämie zum Ausgleich für die Absenkung der Preise auf Weltmarktpreisniveau nur um die Fläche offen zu halten. Alles schon durch – jetzt kommt dein Vorschlag?

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      • „Alles schon durch “

        Jürgen , ich muss gestehen, dieser Satz gefällt mir bisher am besten!
        Denn in der Tat scheinen viele völlig zu verdrängen, was in der Agrarpolitik bereits alles versucht worden ist. Und alte Rezepte , die bereits in der Vergangenheit nicht funktioniert haben, sind heute auch nicht der Renner.

        Und Klimazölle, Michael , braucht auch niemand. Wem soll das helfen? Am wenigsten dem Klima… Damit treibst du die Unternehmer aus dem Land, sie wollen keinen „Schutz“. Sie wollen verlässliche Bedingungen, die sich nicht ständig ändern. Und die Chance, dass sich Investitionen auszahlen. Wie alle Landwirte auch.

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        • Arnold Krämer sagt

          „Sie wollen verläßliche Bedingungen…….“ und dass man sie in Ruhe leben und arbeiten lässt.

          ……..ist wohl zuviel verlangt in dieser „durchgedrehten“ Gesellschaft mit einem Politikapparat, der sich immer wieder entsprechend beweisen will bzw. muss.

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  3. Reinhard Seevers sagt

    Die ganze Schizophrenie der Gesellschaft/Politik zeigt sich doch beim Auto. Sämtliche Rohstoffe werden importiert, sämtliche Emissionen sind umweltschädlich, und dennoch haben wir 45 Millionen Autos im Land. Warum kein Verbot der Herstellung? Nun, die Ökonomie ist der Grund. Wenn man jetzt über die Erzeugung von Nahrung derart diskutiert, dann versteht man die Welt wirklich nicht mehr….

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  4. Ehemaliger Landwirt sagt

    „Junge Klima-Aktivisten treffen sich, um eine Aktion zu planen. Vor allem der Individualverkehr trägt einen Großteil zur CO2-Emissionen bei. Sie sind der Überzeugung, dass jeder neuer Autobahnkilometer mehr die Sache nur noch schlimmer macht. In ihren Augen muss also gegen den Verantwortlichen demonstriert und dafür an den Pranger gestellt werden.“

    Je mehr bei uns Blümchen und Insekten gefordert werden, je mehr LKW fahren über die Autobahnen um die importierten Lebensmittel zum Verbraucher zu befördern.
    Bei uns im Oberrheingraben kann man fast immer auf der linken Spur fahren, auf der rechten fahren die LKW so dicht aufeinander, dass man sich ohne eine Lebensversicherung nicht dazwischen quetschen kann.

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    • Paulus sagt

      @ Ehemaliger. Und was nützt dir da eine Lebensversicherung? Dieses Produkt der Versicherer ist derart pervers, das man es sich, vor allem im Sinne der Bedingungen kaum vorstellen kann. Das wäre mal ein Thema für die Theologen, aber da trauen sie sich nicht heran – einschl. Jürgen.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Paulus,
        in dem Fall nützt mir eine Lebensversicherung nichts, eventuell den Angehörigen, bei Jüngeren mit Sicherheit den Kindern.

        Eine Risikolebensversicherung wäre angebracht, Kapitallebensversicherung kannste in der jetzigen Zeit vergessen.

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  5. Friedrich sagt

    Jürgens Text zeigt ganz klar und deutlich , daß uns alle die Bürokratie voll im Griff hat und selbst großer Blödsinn durchgesetzt wird . Das kommt , weil unsere Politiker ihrer speziellen Wählerschaft geneigt und gewählt werden wollen . Auch der mediale Druck spielt hier eine Rolle. So ist es auch gekommen , um die Landtagswahlen in Baden-Würthemberg zu gewinnen, daß man aus wahltaktischen Gründen einfach die AKW-Abschaltung beschlossen hat und dabei nicht das Ende (CO2-Sparsam) mit bedacht hat. Genauso mit Wolf und Weidehaltung usw. . Da wird uns immer was von Nachhaltigkeit vorgesudelt , aber gerade die Politiker sind da die „Größten Verdummer“. Denen geht es nur darum, wieder gewählt zu werden . Die meisten sind Berufspolitiker und wären in der „Freien Wirtschaft“ nicht zu gebrauchen . Die Laufbahn geht so : ABI, Studium Politologie, Franktionsmitarbeiter , Listenaufstellung und dann Abgeordneter ohne Wahlkreis. Diese Leute müßen alles abnicken , was die Partei will , sonst entfällt der Listenplatz und bei der nächsten Wahl und ist man arbeitslos. Nur so läst sich das Stillhalten und die Entmündigung des Bundestages erklären. Gerade in der jetzigen Situation fehlt ein starker und selbstwuster Abgeordneter. Aber wie soll das gehen , wenn unsere Abgeordneten das normale Leben und Arbeiten der Wählerschaft überhaupt nicht kennen und geldlich ein Mehrfaches verdienen., also die Lebenswirklichkeit komplett fehlt. Zusammengefasst heist das , daß wir nur Traumtänzer in Berlin und Brüssel sitzen haben. Entsprechend sind die Gesetze.

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  6. fingerphilosoph sagt

    Die außerirdische Menschenrechtsorganisation PeTH wird nicht erstaunt feststellen, dass der Nerd sich in seiner mit Ikea-Möbeln ausgestatteten Kleinstwohnung vorm Computer „sauwohl“ fühlt, weil sie den Nerd überhaupt nicht fragen wird, wie es ihm geht. PeTH weiß schon im Voraus, wie ein artgerechtes Menschenleben aussieht.

    Sie wird den Nerd in einer Nacht- und Nebelaktion befreien und ihn auf eine sog. „Humanfarm“ bringen zwecks Reintegration in ein artgerechtes Menschenleben. Dort lernt der Mensch in einer Art Schulwald, wie er ohne Schuhe und nur mit einem Lenden- oder Fellschutz bekleidet Nahrung findet: saure Beeren, staubige Pilze, immergrüne Blätter, Kräutlein mit gesunden Bitterstoffen, Vogeleier und hin und wieder ein Eichhörnchen. Was macht es da schon, dass der Nerd sich ein paar Würmer, eine Borreliose und den Fuchsbandwurm einfängt und dass seine Füße erstmal eitern, bis sich Hornhaut bildet. Denn andererseits wird der Nerd abnehmen und seine Muskeln werden sich festigen. Das nimmt PeTH als Zeichen, dass der Nerd glücklich ist. Und PeTH bekommt daraufhin von anderen Außerirdischen den Menschenwohl Award.

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  7. bauerhans sagt

    die afrikanische mutter würde sofort die ausserirdischen bitten,ihrem kerl ne arbeit zu organisieren,damit dieser vom palavern weg käme,was zum familieneinkommen beitragen würde und dann abends kaputt wäre,um sie nicht ständig zu schwängern.

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    • Thomas Apfel sagt

      Hallo Hans,
      an dem ständig schwängern ist nicht das Vö…ln schuld, sondern die Missionierung der katholischen Kirche, das alle alten Möglichkeiten nebst auch den neueren Möglichkeiten der Geburtenregelung verbietet. Die Möglichkeiten der Verhütung haben doch das Leben bei uns in der Beziehung sehr viel angenehmer gemacht.

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      • Arnold Krämer sagt

        Wie erklärt sich das bei den Moslems? Ihr Erklärungsansatz ist in diesem Fall etwas sehr einfach, Herr Apfel und meilenweit von der Qualität ihrer sonstigen Beiträge entfernt. Kann ja mal passieren. Bin selbst auch nicht davor gefeit.

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        • Thomas Apfel sagt

          Hallo Herr Krämer,
          war auch nicht ganz ernst gemeint. Mich stört nur dieses Bild vom „faulen Afrikaner“ der nur dem Müßiggang frönt. Viele Kinder waren in der Vergangenheit einerseits die Absicherung fürs Alter. Der andere Aspekt ist der der Anzahl der Mitglieder einer Glaubensrichtung. Da geht es durchaus um Machtausbau durch die schiere Anzahl der Mitglieder. Machterlangung durch viele Söhne heisst das Prinzip vor dem sich vor allem die Israelis fürchten. Die ethischen Argumente sind da aus meiner Sicht bei genauer Betrachtung ziemlich fadenscheinig und mehr fürs Fußvolk gedacht, schon weil die gleiche Ethik für eine gute Sache ohne Probleme und Gewissensbisse das Sterben (meist des „kleinen Mannes“) für Volk und Vaterland problemlos in die Ethik einbaut.
          Aber wir schweifen ab, letztlich gings ja um Gleichnisse.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Glaube nicht, dass die Kirche noch so einen hohen Einfluss hat, bei der Ablehnung der Verhütung.

        Im afrikanischen Busch haben die inzwischen einen besseren Mobilfunkempfang als bei uns auf dem flachen Land.

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      • Jürgen sagt

        Zu: „Die Tiere können sich aber, im Gegensatz zum Menschen, nicht einbringen und frei entscheiden, was sie gut finden und wie sie´s gerne hätten“
        1. Beispiel: Wir hatten Kastenstände die nach dem Besamen geöffnet wurden und die Tiere hatten die frei Wahl weiter in den Kastenständen zu verweilen oder diese zu verlassen und dahinter im geräumigen Freilaufbereich mit Liegekojen zu nutzen – Ein Großteil der Sauen blieb lieber im Kastenstand.
        2. Beispiel: Wenn wir die Sauen nach der Trächtigkeitsuntersuchung vom Deckbereich mit Besamungsständen in die gesetzlich vorgeschriebene Gruppenhaltung umstallen, befindet sich ein nicht geringer Anteil von Sauen darunter die wir zwingen müssen. Die drehen um und würden lieber im Kastenstand verbleiben. Dies sind meist die rangniederen Sauen, die jetzt dann in der Gruppe die Ars..karte haben.
        3. Beispiel: Angebliche Tierschützer haben schon mehrmals über Nacht die Türen zu der Gruppenhaltung im Wartebereich „geöffnet“. Die Sauen waren immer Morgens vollständig vorhanden. Was sollten sie auch draußen? Daheim gibt’s Futter und einen angenehmen Liegebereich.

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      • Jürgen sagt

        Herr Apfel, bitte die Argumentationskette der Kirche zu Verhütungsmittel beachten. Kein Verhütungsmittel ist 100 %’ig. Was passiert also mit einem Leben, dass trotz Verhütungsmittel entstanden ist? Die Kirche betont ausdrücklich, dass die Entscheidung über die Anzahl der Kinder in einer Ehe alleinig dem Ehepaar obliegt. Wenn aber ein Leben entstanden ist, dann hat es eine Daseinsberechtigung. Dann obliegt es eben nicht mehr der Entscheidungsbefugnis des Paares. Interessant in diesem Zusammenhang übrigens. Tierschützer lehnen das inzwischen entwickelte Verfahren ab, bei dem man bereits im Hühnerei feststellen kann, ob es sich um ein männliches Küken handle. Damit hätte man das Kükenschreddern verhindert. Ihre Argumentation: „Auch das Kükenembryo sei Leben und schützenswert!“

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        • Es laufen doch genügend unerwünschte Kinder darum,
          Wer weiß,
          Was die für eine Lebensqualität haben?

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          • Jürgen sagt

            @Inga Vielleicht sollte man die Kinder selber fragen, ob sie ihre Lebensqualität so schrecklich finden, dass sie als nicht lebenswert ansehen. Sollte dies der Fall sein, dann liegt diese Entscheidung einmal selbst in ihrer Hand. Wie schon einmal erwähnt. In der dunkelsten Zeit unseres Landes hat die staatliche Ideologie darüber entschieden welches Leben lebenswert ist und welches nicht. Das möchte ich nicht mehr erleben müssen!

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            • fingerphilosoph sagt

              Die Menschen entscheiden nun halt mittels Pränataldiagnostik darüber, welches Leben lebenswert ist und welches nicht. 90% aller Embryonen, bei denen Menschen mit Down-Syndrom zu erwarten sind, werden abgetrieben, und die Gesellschaft findet das doch offenbar gut.

              Die Argumente für dieses Vorgehen haben sich doch nur von einem vulgärdarwinistischen Ansatz, wie er im Nationalsozialismus vertreten wurde, Humanismus heuchelnd, heute dahin verändert, dass man es weder Eltern noch einem Kind zumuten kann und darf, mit einer Erbkrankheit wie dem Down-Syndrom zu leben und es deshalb besser für alle ist, einen solches Schicksal von vornherein zu vermeiden. In beiden Fällen läuft es aber darauf hinaus, dass ideologisch als nicht-optimal klassifizierte Menschen sozusagen aussterben bzw. ausgestorben werden.

              Das nationalsozialistische Gedankengut mit seiner eigentümlichen Mischung aus Naturwissenschaften, diffusem Mystizismus, Technik, Naturverehrung, Moderne und Barbarei ist doch mitnichten verschwunden, es hat nur andere Formen angenommen.

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              • Reinhard Seevers sagt

                Der Umgang mit Pränataldiagnostik ist doch kein deutsches Phänomen…..was soll das?
                Es ist die logische Folge eines Fortschritts der Medizin. Es ist immer so, dass Fortschritt negative Folgen haben wird.

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                • fingerphilosoph sagt

                  So biegt Mensch sich seit jeher seine Argumente zurecht, bis logisch, vernünftig, wissenschaftlich oder moralisch daherkommt, was Mensch nun halt mal gern tun will.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  https://www.welt.de/politik/ausland/article191601827/Praenataldiagnostik-Wo-es-kaum-noch-Babys-mit-Downsyndrom-gibt.html

                  ….“Die Franzosen ticken in diesen Fragen anders als die Deutschen. Es gehört zum gesellschaftlichen Konsens, überflüssiges Leid und unnötigen Schmerz so weit wie möglich verhindern zu wollen. Auch Eugenik weckt keine historisch düsteren Erinnerungen. So empfiehlt die staatliche Gesundheitsaufsichtsbehörde HAS (Haute Autorité de Santé) den NIPT-Bluttest seit Mai 2017.“

                  Geschichte prägt eben in die eine wie die andere Richtung. Und dennoch bleibt Forschung eben Forschung und die Konsequenzen muss dann in der Gesellschaft jeder für sich beantworten. Aber wie auch bei ethisch-moralischen Diskussionen in der Landwirtschaft schafft es eben Fronten, die in Diffamierung überzugehen scheinen….

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              • Jürgen sagt

                Zu: „heute dahin verändert, dass man es weder Eltern noch einem Kind zumuten kann und darf, mit einer Erbkrankheit wie dem Down-Syndrom zu leben und es deshalb besser für alle ist, einen solches Schicksal von vornherein zu vermeiden.“

                Solche Worte treffen mich bis ins Mark! Eigentlich hätten wir 4 Kinder. Unser Drittes Kind wäre eine Tochter gewesen. Schon früh in der Schwangerschaft wurde Trisomie 13 festgestellt. Trisomie 21 ist mit Downsyndrom vielen geläufig. Trisomie 13 ist noch viel schwerwiegender. Bei unserer Entscheidung das Kind trotzdem zu bekommen bekamen wir genau solche Begründungen wie oben zu hören.

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                • Ferkelhebamme sagt

                  Und wieder geht es um „Leid“, was es unbedingt zu vermeiden gilt. Wer darf denn einschätzen, was Leid ist? Ich kenne viele Downies, in allen Altersstufen in den verschiedensten Ausprägungen. Alle sehr lebenslustig, liebenswert, die Sonne im Herzen, ehrlich und direkt. Was stört, ist das Mitleid der Heile-Welt-Bewohner. Hätte ich die Wahl, mich nur noch mit Normalos oder Downies zu umgeben, ich würde letztere wählen!
                  Leid gehört zum Leben dazu, vermeiden um jeden Preis macht schwach und lässt die Gesellschaft die Erdung verlieren. Generation Snowflake habe ich gerade gelernt.

                  Jürgen, allerhöchsten Respekt für eure Entscheidung.

                  P.S. Unsere (seltenen) Ausbüxer wollen auch immer unbedingt wieder rein, nachdem draußen erstmal umgeräumt ist, was so rumsteht. Und geht es in den Abferkelstall, wo die Sauen ja unendliches Leid erfahren, müssen wir den Altsauen hinterher rennen, weil sie es so eilig haben, da hinein zu kommen. Ich dachte, das wären intelligente Tiere? Fünf mal unendliches Leid erfahren und immer noch nichts gelernt? Lässt man ihnen die Wahl, bevorzugen nicht nur rangniedere Tiere gerne Selbstfangbuchten als ungestörten Ruheplatz. Im Großgruppen-Laufstall stapeln sie sich in den Liegekesseln, wild ineinander verschränkt, selig schnarchend. Lang ausgestreckte Glieder und Platz drumherum ist ein Zeichen für fehlenden Puls und Ton. Die nun beschlossene Arena direkt nach dem Abferkeln, wo es dann Dresche auf das noch prall gefüllte Gesäuge gibt, würden sie sich freiwillig nicht aussuchen. DAS ist vermeidbares Leid. Aber die Tiere und ihre Versteher werden ja nicht gefragt.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Ferkelhebamme, ich finde es immer wieder etwas befremdlich, wenn jemand, der nicht betroffen ist, dem anderen eine irgendwie geartete Haltung goutiert oder abspricht.
                  Als wir 1993 mit Zwillingen schwanger waren und aufgrund der Risikoschwangerschaft eine Untersuchung am damals noch recht jungen Pränataldiagnosezentrum in Hamburg gemacht wurde, stellte man bei einem Zwilling ein Markerchromosom auf dem Chromosom 21 fest. Man weiß nicht ob und welche Folgen Marker haben können….ich wünsche niemanden 6 Monate der Ungwissheit und der Entscheidungsfindung…..Weißt du, wie es sich anfühlt die Entscheidung über ein Menschenleben zu haben?

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                • Brötchen sagt

                  Hebamme, Du hast ja mit Deinen Einwänden recht, jetzt kommt das aber……

                  Wenn ein „Unbedarfter“ in so einen Stall guckt, dann sieht er nur Eisen!? Also das Eisen muss weg! Jedenfalls nicht so offensichtlich.

                  Die Haltung niedertragender Sauen ist eigentlich das simpelste was es beim Schwein gibt….vom Aufwand her.

                  Ein ältere Kollege hatte mal seit längerer Zeit von dem Problem gehört und meinte……was ich dachte das gibt es schon lange nicht mehr…..und der ist schon seit Ewigkeiten in der Branche unterwegs und sicher kein Öko.

                  Nur mal so zum Nachdenken.

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                • Ferkelhebamme sagt

                  Ja Reinhard, weiß ich sehr gut. Fast die selbe Geschichte, Mono-Di- Zwillinge, nach der Entbindung viel Zeit auf der Intensivstation verbracht, und dort viele Schicksale erlebt. Unendlich dankbar für drei gesunde Kinder.

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                • Ferkelhebamme sagt

                  Brötchen, in unserem Wartestall ist bis auf eine Reihe zur Eingliederung kein Metall mehr drin, ich bin kein Fürsprecher für Kastenstandhaltung. Mir geht es nur um die grundsätzliche und totale Verteufelung, die absoluter Schwachsinn ist.

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                • Brötchen sagt

                  Ja bloss dann hake das doch ab, wieso immer noch in der Vergangenheit wühlen.
                  Es gibt doch genug andere Baustellen.

                  Wichtig wäre, das wir Bauern nach aussen kommunizieren, wofür wir stehen und nicht laufend in eine Verteidigungshaltung kommen.

                  Was Du jetzt geschrieben hast, ja auch nur weil ich Dich aus der Reserve gelockt habe….

                  Es ist auch bei den anderen Bereichen so, wir müssen von dem „Eisen“ weg…..ganz simple gesagt

                  0
                • Jürgen sagt

                  @Brötchen ……deswegen fand ich die Anschuldigungen der NGO’s vor der Bundesratsentscheidung zum Kastenstand (…die armen Tiere müssen ihr ganzes Leben lang in diesen engen Kastenständen fristen…) einfach eine Lüge und bewusste Irreführung. Seit 2006 gilt im Wartebereich das Kastenstandverbot und damit Gruppenhaltung. Wir sprechen also mit „Kastenstand“ nur noch den Ferkelschutzkorb und den Besamungsstand an. Und ich bleibe dabei, diese erneute Einschränkung der beiden Stände ist das Gegenteil von Tierschutz. Und zur Kritik an „das Eisen muß weg“ sage ich nur – genauso wie Großstädte verboten werden sollen. Mir dreht es jedes mal den Magen um wenn ich sehe wie Menschen dort leben müssen……. Alles eine Sache der Perspektive….

                  0
                • Jürgen sagt

                  ….und ich dachte, das hätte ich mit meinen Gleichnissen (Außerirdische, Kindersitz…) rüber gebracht. Aber offensichtlich nicht….

                  0
            • Es war doch nur eine Art Antwort auf die Katholische Kirche,

              die Anzahl der Kinder obliegt den Eltern.

              das ist genauso Dumm, wie der Spruch
              von Adenauer im Zusammenhang mit der Rentenversicherung!
              Kinder gibt es immer, die Bevölkerungspyramide wird immer spitz zulaufen.

              Wie viele Kulturen der verschiedenen Bevölkerungen teilen sich familien- oder dorfmäßig die Kindererziehung.

              Manche Tiere, wie z.B. Elefanten auch!

              0
        • Thomas Apfel sagt

          Ich kann die heutigen Aktionen und den Einfluss der katholischen Kirche nicht exakt beurteilen. Sie war es aber, die alle Eroberungen der Ländereien der „Wilden“ wohlwollend begleitet hat und die alten Riten und das Wissen dieser Völker von vor dieser Zeit mit Feuer und Schwert als „Teufelszeug“ bekämpft hat. Heut sind da wohl tatsächlich mehr die Pfingstler und Evangelikalen aus Nordamerika in dieser Hinsicht aktiv. Zum Christentum gehören Beide, wie die Wahabiten, Schiiten und Sunniten zum Islam.
          Aber der Beitrag sollte ja sicher keine kirchenpolitische Diskussion auslösen, deshalb klinke ich mich hiermit erstmal aus.

          0
      • Martin sagt

        Hallo Thomas Apfel.
        Wollen Sie eine Begründung für die hohe Geburtenrate in manchen Kulturen, oder wollen Sie einfach nur (Moderation: bitte keine Beleidigungen) versprühen. Eine hohe Geburtenrate hat doch nichts mit der katholischen Kirche zu tun. Auch und vor allem in muslimischen Kulturen ist die Geburtenrate sehr hoch.

        0
        • Die bleibt da nur so lange so hoch.
          bis da die Kultur unseres modernes industrielles Leben Einzug gefunden hat.
          Bis es da nicht verboten ist, die Pille zu nehmen, bis

          Haus, Boot, Auto

          wichtiger als Kinder sind!

          0
  8. Jürgen sagt

    Meine Gleichnisse haben darauf abgezielt aufzuzeigen, dass oftmals ein und derselbe Umstand unterschiedlich bewertet wird. Ausschlaggebend sind oftmals persönliche Erfahrungen – sind diese in diesen Bereich nicht vorhanden, übernimmt man vorschnell vorgefertigte Meinungen. Ist das verantwortliches Handeln?

    7+
    • Nein, eigentlich nicht.
      Es liegt ja oft nur daran, dass die urbane Bevölkerung,
      sich schon viel zu lange schon der Entwicklung der Landwirschaft entzogen hat.

      Sie glaubt oft nicht mal daran, dass die Landmaschinen die gleiche high tech , technischen Standart hat, wie LKWs oder ähnliche Güter haben oder sie kann nicht verstehen, dass es keine Bilderbuchlandwirtschaft ist.

      2+
    • Thomas Apfel sagt

      Der Wust an Wissen und „Wahrheiten“ ist mittlerweile so groß, dass der Einzelne eben nur noch im Bereich seiner persönlichen Erfahrungen urteilen kann, und selbst diese Fähigkeit wird ihm von den Inhabern der jeweils „anderen Wahrheit“ abgesprochen.
      Aus meiner Sicht ist eher das Grundproblem, dass wir uns in einer Phase der Auflösung der hierarchisch patriarchalischen Gesellschaftsmodelle befinden.
      Mit der traditionellen Abstufung vom Menschen als Krone der Schöpfung und den Geschöpfen UNTER ihm, ist die Rolle des „Bestimmers“ in die oberste Hierarchiestufe (auf Erden), nämlich den Menschen festgelegt. Damit ließ sich Gesellschaft klar organisieren und war das Recht die „Natur“ zu verändern „dem Menschen von Gott gegeben“. Genau diese Herangehensweise wird durch die heutige allgemeine Verfügbarkeit jedweder Information in Frage gestellt. Nur ist der Einzelne mit dieser Überflutung mit Information vollkommen überfordert, so dass er sortiert, was passt am besten zu meinen Erfahrungen, was ist in meinem Umfeld opportun und womit lässt es sich am bequemsten leben. Und zack: werden aus unterschiedlichen Abstufungen von Tiefe und Breite beim Wissen eingeengte Glaubenssätze. Die Zeit bis sich das neu sortiert hat wird scheinbar eine äußerst schwierige.

      1+
    • Paulus sagt

      @Jürgen, ihre an den Haaren herbei gezogenen Gleichnisse bewirken nur, dass weder die Theologen noch die ihnen zustimmenden Bauern ernst genommen werden. Wie sagten sie so schön mit Kant’schen Worten: Habe den Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.
      Ihre Mission erfüllt nicht den gedachten Zweck; ist aber nichts Neues was das Christentum betrifft.

      1+
  9. Michael sagt

    Kann man soziale und wirtschaftliche Situationen von vor sehr langer Zeit mit einer kleinen Menge Menschen mit der heutigen Situation vergleichen? Und dann noch unbewiesene spirituelle Dogmen benennen um jemanden die Befähigung zuzusprechen, die Situation besser als andere zu beurteilen?
    Der Vergleich mit dem T-Shirt von Jürgen im vorhergehenden Beitrag bringt es da schon eher auf den Punkt.
    So muss ich, wenn ich mich als mündigen Bürger bezeichnen möchte, wissen, dass Waren und Dienstleistungen, die im unteren Bereich der monetären Vergütung angesiedelt sind, höheren moralisch/ethischen Anforderungen nicht gerecht werden können! Die Schlussfolgerung muss dann letztlich aber jeder mit seinem Anspruch und Gewissen vereinbaren.

    2+
    • Reinhard Seevers sagt

      Zur „Wahrheit“ gehört aber auch, dass es eine große Menge (Mehrheit?) gibt, denen fair zu sein Scheiß-egal ist….oder, die die Komplexität als Ausrede für ihr Handeln nutzen.

      0
  10. Thomas Apfel sagt

    Guten Morgen,
    Das Problem ist, dass „König Kunde“ viele Berater und Einflüsterer mit jeweils eigenen Interessen hat. Meist gewinnt der lauteste Berater. Und auch Könige haben Lieblingsberater, und zwar die, die die Problemlösungen, die anstrengend sind vom König fernhalten.
    Auf Wahrheit und echte Zusammenhänge kommt es da nicht an.

    4+
      • Das sind individuelle Wahrheiten,
        Die kann man nicht gebrauchen.

        Das sind Selbsterfahrungswahrheiten aus einer anderen Welt.

        Das ist vielleicht vergleichbar damit, alswenn ein Vater in den 50iger oder 60igern seinen Sohn als Hitlerjunge erziehen wollte.
        Eben, der Vater lebte in seinen Gedanken noch in einer anderen Welt.

        Danach gab es sogar eine Revolution.

        0
    • Jürgen sagt

      Berater und Einflüsterer und eben nicht Entscheider. Die letztendliche Entscheidung bleibt bei jeden selbst. Wenn ich diese auch noch abgeben möchte, dann haben wir die Epoche der Aufklärung umsonst durchlebt! „Mensch, habe den Mut dich deines Verstandes zu bedienen!“

      1+
      • Brötchen sagt

        Meines Erachtens liegt es an dem mangelnden Zusammenhalt und damit verbundenen Unfähigkeit Kompromisse einzugehen.
        Zudem werden Strukturen geschaffen, die undemokratisch sind und Leute von der Mitbestimmung aussperren.

        Haben wir alles schon tausendmal diskutiert, ich kann es nicht mehr hören.

        0
      • Thomas Apfel sagt

        Guten Morgen Jürgen,
        Es sind aber gerade die, die sich aus religiösen und humanistischen Gründen für eine „bessere Welt“ einsetzen, welche sich für die „Wahrheit“, die ihren Ansichten und Glaubenssätzen am nächsten kommet als für alle gültige Wahrheit einsetzen möchten (nennt sich in der Tradition der Kirchen Missionierung)
        Und da in unserer christlichen Tradition in den meisten Spielarten der Ausübung gilt: „Der Mensch ist böse von Jugend auf“, fällt es gerade diesen Kreisen leichter nach Sündenböcken zu suchen als sich auf die schwierige Analyse von Zusammenhängen einzulassen. Auch dein Gleichnis – Appell mit Argumenten für die Tierhaltung wie Du sie betreibst, wird da wenig fruchten. Das Gegenargument ist: „Die Tiere können sich aber, im Gegensatz zum Menschen, nicht einbringen und frei entscheiden, was sie gut finden und wie sie´s gerne hätten“

        0
        • Jürgen sagt

          Zu: „Die Tiere können sich aber, im Gegensatz zum Menschen, nicht einbringen und frei entscheiden, was sie gut finden und wie sie´s gerne hätten“
          1. Beispiel: Wir hatten Kastenstände die nach dem Besamen geöffnet wurden und die Tiere hatten die frei Wahl weiter in den Kastenständen zu verweilen oder diese zu verlassen und dahinter im geräumigen Freilaufbereich mit Liegekojen zu nutzen – Ein Großteil der Sauen blieb lieber im Kastenstand.
          2. Beispiel: Wenn wir die Sauen nach der Trächtigkeitsuntersuchung vom Deckbereich mit Besamungsständen in die gesetzlich vorgeschriebene Gruppenhaltung umstallen, befindet sich ein nicht geringer Anteil von Sauen darunter die wir zwingen müssen. Die drehen um und würden lieber im Kastenstand verbleiben. Dies sind meist die rangniederen Sauen, die jetzt dann in der Gruppe die Ars..karte haben.
          3. Beispiel: Angebliche Tierschützer haben schon mehrmals über Nacht die Türen zu der Gruppenhaltung im Wartebereich „geöffnet“. Die Sauen waren immer Morgens vollständig vorhanden. Was sollten sie auch draußen? Daheim gibt’s Futter und einen angenehmen Liegebereich.

          5+
        • Jürgen sagt

          @Thomas Apfel: „Es sind aber gerade die, die sich aus religiösen und humanistischen Gründen für eine „bessere Welt“ einsetzen, welche sich für die „Wahrheit“, die ihren Ansichten und Glaubenssätzen am nächsten kommet als für alle gültige Wahrheit einsetzen möchten (nennt sich in der Tradition der Kirchen Missionierung)“

          Zumindest muss man der katholischen Kirche zugute halten, dass sie im Zweiten Vatikanischen Konzil festhielt, dass die göttliche Wahrheit auch in anderen Religionen zu finden sei. In meinen Predigten weiße ich aber schon darauf hin, dass die „Amts“-Kirche aus Menschen besteht und damit fehlbar ist. Alleine die katastrophalen Irrungen in der 2000 jährigen Geschichte der katholischen Kirche sind Beweis genug. Deshalb sprechen wir auch davon, dass die höchste moralische Instanz für deine Entscheidungen dein eigenes Gewissen ist! Und dafür musst Du deinen Verstand bedienen.

          2+
  11. Jürgen sagt

    @Reinhard Seevers: „….dann kann man denjenigen, der ihn versorgt auch mit Forderungen belegen, schließlich bezahlt man für die Leistung“.

    Richtig erkannt, aber entbindet es einen von der Pflicht sich über die Herstellung und die Zusammenhänge zu informieren? Auch bei begrenzten „Erfahrungsschatz“ müssten einige Dinge für jeden sofort als „moralisch“ nicht in Ordnung erkennbar sein.
    Wenn ich zum Beispiel ein T-Shirt bei Primark für 4 € kaufe, müsste doch jeden bei diesen Preis klar sein, dass hier unmöglich Arbeits- und Umweltstandards eingehalten wurden. Deshalb drehe ich die Aussage von Dir jetzt um. Wenn der Konsument bewusst für die erbrachte Leistung einen Minimalpreis bezahlen möchte, dann belegt er den Produzent mit den Auftrag die Standards nicht einzuhalten.

    4+
    • Reinhard Seevers sagt

      Das haben die Diskutanten im vorherigen Beitrag doch deutlich gemacht: Die Politik muss die Produzenten zwingen, die Forderungen umzusetzen, der Verbraucher/Kunde sei nicht in der Lage dies einzufordern…..er ist ein Opfer der Profitgierigen Erzeuger.
      Derjenige, der ins Flugzeug steigt sei nicht Schuld, der Flieger muss einfach umweltfreundlich werden…..

      2+
      • Jürgen sagt

        Ich denke, wir Deutschen haben in der dunkelsten Zeit unserer Geschichte schon mal lernen dürfen, wenn man die moralische Verantwortung nach oben abgibt das dies einen nicht entbindet!

        3+
        • bauerhans sagt

          „wir Deutschen haben in der dunkelsten Zeit unserer Geschichte schon mal lernen dürfen“

          meine na.i- verwandtschaft,die mittlerweile verstorben ist,hatte nix daraus gelernt,obwohl zwei söhne der familie nicht wieder gekommen waren!
          im gegenteil,die gehirnwäsche hatte hervorragend gewirkt.

          0
  12. Reinhard Seevers sagt

    Die arbeitsteilige Gesellschaft führt automatisch zur Verlagerung von Verantwortung. Wenn man nun lange genug Abstand von der Urproduktion hat, dennoch versorgt ist und kein Hunger leidet, dann kann man denjenigen, der ihn versorgt auch mit Forderungen belegen, schließlich bezahlt man für die Leistung.
    Machen die Menschen bei der Erziehung ihres Nachwuchses genauso. Mit der Zahlung der Steuern meint man, seine Verantwortung abgeben zu dürfen, und wenn dann in der Schule nicht alles so läuft, wie gewünscht, dann stellt man eben Forderungen.
    Die Eigenverantwortung geht zunehmend verloren, die Forderungen an andere, die ihnen die Tätigkeiten abnehmen, nehmen zu.
    Wohlstand kombiniert mit institutionalisierter Verantwortungsabgabe führen zu dem Verlust von Eigenverantwortung und Erhöhung des Anspruches.
    Bei der Landwirtschaft/Tierhaltung kommt noch die ethische Komponente hinzu, nämlich die Übertragung der eigenen Verantwortung an den Erzeuger der ihm übergebenen Nahrung. Nahrung ist mit allen haptischen Komponenten verbunden und auch mit ethisch – moralischen. Dies hat man delegiert und da ist man doch verpflichtet, seine Ansprüche geltend zu machen, schließlich hat man delegiert……usw, usw….ein Kreislauf. Bio ist das Mindestmaß für die Erzeugung, Vegan soll der Standard der Ernährung werden……die ökonomische Komponente wird mit der Darstellung der „wirklichen Kosten“ für Grundnahrungsmitteln dem Erzeuger überantwortet.

    3+

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