Bauer Willi
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Kartoffelweizen…

…ist der Weizen, der nach Kartoffeln gesät wird. Es gibt auch noch Rübenweizen, Rapsweizen und Stoppelweizen (nach Getreide).

Das Video (20.10.17) ist jetzt nicht soo schrecklich aufregend, aber weil wir wieder Minimalbodenbearbeitung gemacht haben, liegt das Kartoffel“stroh“ (eigentlich ja Kartoffelkraut) obenauf und es darf bei der Saat nicht vor der Sämaschine stopfen. Mit unserer Scheibenschar-Sämaschine geht das aber sehr gut.

Ich will euch ja mit durch unser landwirtschaftliches Jahr nehmen und dann gehört so ein eher langweiliges Video auch mit dazu. Nach dem Kartoffelweizen säen ist erst einmal Pause, bis die nächsten Rüben gerodet werden. Dann wird noch der restliche Rübenweizen gesät und die meiste Arbeit (auf dem Acker) für dieses Jahr ist getan.

Euer Bauer Willi

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66 Kommentare

  1. Zenzi sagt

    Hallo Willi, wenn ich deine Erklär-Bär-Filme richtig in Erinnerung habe, sähst du deinen Weizen gerade auf dem Feld von deinem „Nachbarn“, weil du keine Kartoffeln hast. Richtig?
    Musstest du dieses Feld mit Spritzmittel vorbehandeln (das Thema hört so schnell nicht auf 😉 oder hat das grubbern für die Bodenvorbereitung gereicht, nach der Kartoffelernte. Sind Kartoffeln nicht auch Starkzehrer, wie sieht es mit Düngen aus?
    Welches Feld bekommt dann der Nachbar von dir ? Fragen über Fragen…

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    • Bauer Willi sagt

      Hallo Zenzi
      Stimmt, ich habe keine Kartoffeln. Wir haben eine Kooperation von meinem Nachbarn und mir, die seit 48 Jahren besteht. Vor rund 10 Jahren haben wir uns entschlossen, auch die Felder zusammenzuwerfen und seitdem gibt es nicht mehr „mein Weizen, dein Weizen“ und so fort. Wir teilen alles fifty-fifty. Mein Nachbar hat aber 10 ha mehr als ich und da baut er Kartoffeln an. (Dieses Feld ist grad zufällig „mein Feld“, weil es so im Grundbuch eingetragen ist.) So können wir die Fruchtfolge sehr weit stellen und Kartoffeln kommen nur alle 6-7 Jahre auf das gleiche Feld. Raps übrigens auch, was sehr günstig ist und sich so Fruchtfolgekrankheiten wie Kohlhernie nicht oder nicht so schnell ausbreiten können.

      Wir haben vor der Saat nur einmal gegrubbert, wobei das ein paar Tage vor der Saat erfolgt ist weil es trocken war und dann das Kartoffellaub nicht „stopft“, sich also im Grubber zusammenzieht. Gespritzt haben wir nichts, das passiert erst wieder im Frühjahr, wenn wir sehen können, welche Unkräuter dann aufgelaufen sind. Dementsprechend ist dann die Mittelwahl. Aber auf keinen Fall Glyphosat, weil dann auch der Weizen weg wäre. Striegeln geht auch nicht, weil wir dann das oben auf liegende Kartoffellaub wie mit einem Rechen zusammenziehen würden. Deshalb müssen Bio-Bauern auch pflügen um so das Laub zu vergraben, damit es beim Striegeln nicht stört.

      Vor den Kartoffeln haben wir organisch gedüngt. Das ist quasi ein Volldünger, weil auch Phosphor und Kali in genügender Menge enthalten ist. Aber wir haben ohnehin seit Jahrzehnten gute P- und K-Werte. Der organische Dünger gibt den Stickstoff langsam frei, wobei wir da auf die Witterung angewiesen sind. Ist es kalt und trocken kommt da erst einmal nichts. Erst bei feuchter und warmer Witterung setzen die Mikroben das organische Material um. Kennt man vom Komposthaufen.

      Die letzte Frage habe ich ja oben schon beantwortet. Bis auf die Kartoffeln machen wir alles gemeinsam und teilen „brüderlich“. So habe ich auch mehr Zeit, Fragen zu beantworten 🙂

      Bauer Willi

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      • sonnenblume sagt

        Bauer Willi, kurz etwas zur Arbeitsgemeinschaft. So eine Feld- und Maschinengemeinschaft haben wir mit einem Kollegen über Jahre auch sehr erfolgreich betrieben. Das war eine gute Lösung für zwei kleinere Höfe. Leider bekamen wir in diesem Jahr neue Pachtverträge und jetzt kann nur die Maschinengemeinschaft beibehalten werden. Das Übel ist die Biogasanlage von Kollegen. Der Verpächter verbietet für alle Flächen, auch für unsere Eigentumsflächen, eine Nutzung für Biogas. Es ist nur eine kleine Anlage, aber sie ist da. In einer weiteren Zusammenarbeit hätte man vielfältige Pflanzenmischungen zur Gewinnung von Biomasse anbauen können. Pflanzen die Wild- und Insektenfördernd gewesen wären. Das ist jetzt vorbei. Einerseits soll man für die Natur arbeiten und andererseits werden gute Ansätze zu Nichte gemacht.

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      • Zenzi sagt

        @Willi“Wir haben eine Kooperation von meinem Nachbarn und mir, die seit 48 Jahren besteht. Vor rund 10 Jahren haben wir uns entschlossen, auch die Felder zusammenzuwerfen und seitdem gibt es nicht mehr „mein Weizen, dein Weizen“ und so fort. Wir teilen alles fifty-fifty.“
        Toll. Dann habt ihr ja eine super „Spielwiese“ mit bestmöglicher Bestellung zu den Fruchtfolgen. Wahrscheinlich sind die Bodenqualitäten bei euren Flächen auch ziemlich ähnlich. Ihr bildet ja quasi schon eine „Solawi“ zudem mit offen verkäuflichen Erzeugnissen aus dem Privatgarten.
        Gutes Konzept, dass du da als 10-jähriger Knabe entwickelt hast 😉
        Danke für den Einblick.

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        • Bauer Willi sagt

          Noch nicht. Die Preise gefallen mir noch nicht. Was meinst du, wird noch besser?
          Bauer Willi

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        • Bauer Willi sagt

          Hallo Zenzi,
          Den Start der Kooperation hat schon mein Vater gemacht. Ich war zwar schon immer ein kluges Kind aber dafür hast dann doch nicht gereicht.

          Und ja, die Bodenqualität ist über beide Betriebe absolut homogen. Ist ein Riesenvorteil.

          Übrigens haben wir einen Vertrag gemacht, der bis heute nicht unterschrieben wurde. Von beiden nicht,weil wir uns ja einig sind.

          (genau wie mit meiner Frau?)
          Bauer Willi

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      • Und durch die weite Fruchtfolge, von einer Pflanzenart, z.B. Kartoffeln oder Raps alle 5 bis 7 Jahre können auch Spritzmittel gespart werden, oder?

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        • Bauer Willi sagt

          Hallo Zenzi,
          Den Start der Kooperation hat schon mein Vater gemacht. Ich war zwar schon immer ein kluges Kind aber dafür hast dann doch nicht gereicht.

          Und ja, die Bodenqualität ist über beide Betriebe absolut homogen. Ist ein Riesenvorteil.

          Übrigens haben wir einen Vertrag gemacht, der bis heute nicht unterschrieben wurde. Von beiden nicht,weil wir uns ja einig sind.

          (genau wie mit meiner Frau?)
          Bauer Willi

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            >>(genau wie mit meiner Frau)<<

            Aha, wilde Ehe. 😉 🙂

            Ich hab im Standesamt unterschrieben, glücklicherweise ist es bis jetzt gut gegangen. 😉

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            • Aber ehemaliger Landwirt, traust Du das Bauer Willi zu?
              Bauern machen doch so etwas nicht, denn die sind doch ordentliche Leute!
              ;.)

              Trotzdem traue ich mich nicht zu fragen, wo sein Doppelname her kommt,
              entweder von seiner Frau
              oder
              von der Familie, die früher Vorbesitzer seines Hofes waren?

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