Bauer Willi
Kommentare 13

Goldsaft

Diese Meldung aus der schweizerischen Bauernzeitung mutet etwas skurril an: es geht um die Verwendung von menschlichem Urin zur Düngung.

https://www.bauernzeitung.ch/artikel/pflanzen/menschlicher-urin-koennte-importierten-mineralduenger-ersetzen-402203?

Die Sache hat einen durchaus ernsthaften Hintergrund. Für ein echtes Kreislaufsystem ist es eigentlich unabdingbar, dass auch die menschlichen Ausscheidungen wieder auf dem Acker als Düngemittel eingesetzt werden.

Ich hatte dies schon einmal in einem Artikel thematisiert. Aber es gilt wohl als “unschicklich” sich mit einem solchen Thema zu beschäftigen.

Die Verschwendung der “Dunklen Materie”

 

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13 Kommentare

  1. Pälzer Buh sagt

    Kann mich noch gut daran erinnern, wie das war auf dem “Donnerblanken” zusitzen. Ich wusste schon damals für das gut war…. .
    Zusammen mit der Hühner, Schweine und Rindergülle.Damals …..

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    • Reinhard Seevers sagt

      Jepp, wir hatten zwei, das eine war im Schweinestall, das andere von Außen zugänglich. Je nach Witterung und Jahreszeit wurde das eine oder das andere benutzt.
      Die Zeitungsschnipsel musste man erst weichrubbeln, um sie gut nutzen zu können. Hochglanzpapier ging nicht…😉
      Toilettenpapier war Luxus.😁

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      • Inga sagt

        Das war bestimmt an der Jauchgrube angeschlossen und da würde Lackpapier zu langsam verrotten.
        Das war fortschrittlich, unsere Nachbarn hatten einen Eimer drunter, der musste immer mal geleert und in den Garten getragen werden.

        Es gab auch Zeiten, wo die Menschen mit Schaufel und Eimer auf die Strasse gegangen sind und die Pferdeäpfel aufgesammelt haben.
        Die wurden im Garten zur Nahrungsmittelherstellung genutz, wie auch der Inhalt von Nachbars Eimer.
        Eben Kreislaufwirtschaft!!!

  2. Christian Bothe sagt

    Ich kann mich noch gut an die Rieselfelder um Berlin erinnern, während meiner Studentenzeit! Man roch es schon weit vorher bevor man in Berlin „einflog.“Das wurde ja bereits in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts praktiziert, glaube ich? Nutznießer war u.a.die LW! Also nicht soweit hergeholt dieser o.g.Artikel…

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  3. Thomas Bröcker sagt

    Solange die Kosten für die Klärschlammverbrennung und Aschedeponierung einfach per Gebühr auf den Abwerfer (Bürger und Industrie) umverteilt werden, besteht bei den Entsorgern kein Handlungsbedarf und große Mengen an z.B. Phosphor werden teils abgeleitet und teils mit der Asche des Klärschlamms deponiert (10 % P in der Klärschlammasche). Die Menge, die so entsorgt wird, entspricht der Hälfte des deutschen jährlichen Gesamtbedarfs. Es gibt zwei Verfahren, die das Problem technisch lösen können:
    Hydrothermale Karbonisierung und das “REMONDIS Tetra-Phos-Verfahren”. Das zweite Verfahren setzt nach der Verbrennung bei der Asche an und soll wirtschaftlich betreibbar sein. Das erste Verfahren (Marc Buttmann) spart zudem erhebliche Mengen an Energie ein. Da die Entsorger ihre Kosten – wie gesagt- unkompliziert über Gebühren umlegen können, besteht kein Handlungsbedarf. Die Verfahren werden inzwischen nach meiner Kenntnis in China praktisch umgesetzt.

    Da düngen in Deutschland, dank des medialen Landwirtschafts-Bashings, sowieso “igitt-igitt” ist, wird eben weiter entsorgt und nicht “gekreislauft”.

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  4. Smarti sagt

    Erst verbietet man den Landwirten das Ausbringen der eigenen Hausgülle auf dem eigenen Acker. Dieses Abwasser war bestimmt nicht mehr “mit Giften und Müll” verunreinigt wie das, was heute in der Kläranlage ankommt.
    Kreislaufwirtschaft: man verbietet etwas, damit die “Wirtschaft” was zu tun hat. Leitungen bauen, Pumpen einsetzen, reparieren und ersetzen, Kläranlage vergrössern…dann verbietet man es wieder…. damit die Wirtschaft ( findige Erfinder ) mit viel Einsatz von Geld und Energie wieder was zu tun haben.
    Es könnte einfacher und umweltfreundlicher sein, doch dies ist nicht gut ( genug ) für den BIP und gefährdet Arbeitsplätze.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Smarti, ich habe im letzten Jahr eine Nachgenehmigung für eine Freilaufreitanlage im LSG erwirken können. Dafür hatte der Antragsteller ein Dixi-Klo aufgestellt, das für die Damen dienen soll, damit sie nicht immer 1Km zu Toilette müssen.
      Daraufhin forderte die Gemeinde einen Kanalanschluss! Nach langem zähen Argumentationsaustauschen hat man sich dazu durchgerungen das Dixi, zu erlauben.
      DAS sind so kleine Realitäten, die den ganz großen Spinnereien im Wege stehen…..

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  5. Reinhard Seevers sagt

    “Menschlicher Urin könnte importierten Mineraldünger ersetzen”

    Solche Schlagzeilen sind genauso blöd, wie: Ohne Fleisch könnte die Welt gerettet werden.

    Die theoretischen und immer naiv wirkenden Hoffnungen zerplatzen wie Seifenblasen bei Betrachtung der Realitäten.

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    • Inga sagt

      Das ist doch nur Schlagzeilengeilheit, hat mit Fachwissen wenig zu tun!

      Außer eventuell, dass den Menschen ins Gewissen geredet wird, dass sie in ihren Urin nicht so viele Kosmetik- und Medikamenten-, incl, Rückstände von der Pille lassen sollen.
      Die sind vielleicht noch giftiger als die gesamten Pestizide, bzw. PSM.

      Aber alles wegen der Bequemlichkeit der Gesamtmenschheit und nicht nur der Bauern .

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