Alois, Bauer Willi
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Facebook ist nicht alles

Das Vertrauen in Facebook ist nach den Datenskandalen weltweit erschüttert. So auch bei uns. Als wir unseren Blog vor mehr als drei Jahren gestartet hatten, gingen wir mit großen Hoffnungen schließlich auch zu Facebook. Es waren schon Hochgefühle, als die Facebook-Follower immer mehr anstiegen, an einem Tag sogar um über 1.000 neue Follower. (Talkshow mit Günther Jauch).

Die Tools von Facebook sind einfach zu bedienen. Es wird einem alles ganz leicht gemacht:

  • Entwürfe anlegen
  • Redaktionspläne machen
  • Fotos und Videos verwalten
  • Diverse Statistiken auswerten, um zu sehen, wen man wo erreicht
  • und vieles mehr

Man kann die Reichweite der Seite auch mühelos dadurch erhöhen, dass man dem Konzern ein paar Euro spendiert. Eine anerkannte Social-Media Expertin sagte uns mal: 10.000 Follower brauchst Du einfach, um von anderen als erfolgreich wahrgenommen zu werden. Und empfahl uns zu investieren. Also inserierten wir. Es kamen auch tatsächlich neue Follower dazu. Doch nach kurzer Zeit ließen wir das wieder sein. Wir sind der Meinung, wir bringen gute und nützliche Inhalte und bieten interessante Diskussionen – dann kommen die Follower von alleine.

Doch auch da hat der Konzern seine Finger drauf und steuert es mit dem sogenannten Newsfeed-Algorithmus: Was ist das?

Hier eine detaillierte Beschreibung dazu: https://t3n.de/news/facebook-newsfeed-algorithmus-2-577027/

Der Algorithmus bestimmt also WEM was und wann angezeigt wird. Es reicht also nicht, gute Inhalte zu posten, sondern es wird per Software gefiltert, ob z.B. unser Beitrag einem normalen Verbraucher angezeigt wird oder nicht. Stellt Euch mal vor, Eure Tageszeitung würde euch ein Exemplar zusenden, das nur die Artikel enthält, die zu Eurem Profil passen! Das mag erst mal gut klingen, aber  so bekommt ihr nicht mehr Realität angezeigt, sondern eine gefilterte,  geschönte oder geschwärzte Welt.

Und nun kommt das Geschäftsmodell von Facebook in´s Spiel. Da Facebook davon lebt, dass  Werbung verkauft wird,  erscheint es doch logisch, dass diese Filtersoftware diejenigen Inhalte bevorzugt, die bezahlt sind. Und je mehr bezahlt wird, desto mehr wird bevorzugt. Oder sollen  wir  manipuliert sagen?

Unter diesem Aspekt müssen wir unsere Ziel,  der Öffentlichkeitsarbeit für die  Landwirtschaft via Facebook mal hinterfragen. Wir müssen leider erkennen, dass die Kampagnen der NGO’s unserer „Aufklärung“ in Facebook deutlich überlegen sind. Wenn die NGO’s mehr bezahlen, werden den Leuten deren Botschaften angezeigt. Auch wenn sie unwahr und falsch sind. Diese Seiten weisen dann auch hunderttausenden Follower auf. Ob diese große Zahl durch Beiträge geworben worden sind, können wir nicht sicher sagen, aber wie ist es zu verstehen, dass ein Artikel kaum gelikt wird, die Zahl der Follower aber dennoch exorbitant steigt? Logisch ist das nicht. Und ob es diese Follower tatsächlich gibt, weiß auch niemand. Möglicherweise ist es auch nur eine gekaufte Zahl.

Langsam dämmert es uns, dass wir in diesem – kommerziell gefilterten  – System mehr oder weniger chancenlos sind, weil wir die Menschen, den normalen Verbraucher, gar nicht erreichen. Es ist wie bei den Listungsgebühren der Discounter: Erst wenn der Platz für das Regal bezahlt ist, kann jeder Kunde meine Ware sehen.

Wir müssen auch erkennen, dass unsere aktiven und treuen Follower bei Facebook  ihr Engagement mit ihren intimsten, privaten Daten bezahlen. Jedes Like, jede Gefühlsäußerung, jeder Ort, jedes Bild, jedes Thema wird von der hochmodernen Software von Facebook registriert und ausgewertet.  Unsere kreativen Beiträge, und auch kontroverse Diskussionen,  wirken wie Köder für die Datenjagd von Facebook. Diese Daten sind die Kronjuwelen, die im Falle des jetzt aufgedeckten Datenskandals mit Cambridge Analytica auch schamlos weiter verwertet werden.

Was lehrt uns dieser Skandal? Er betrifft wirklich uns alle, auch die Stabilität unserer Politik und unserer Gesellschaft. Wir können und wollen den Entschuldigungen und neuen Versprechungen von Facebook nicht mehr glauben. Jedenfalls möchten wir nicht nur ein Steigbügelhalter für ein eigentlich korruptes System sein.

Deshalb haben wir unsere Strategie gegenüber Facebook geändert. Wir haben sogar schon überlegt, komplett aus Facebook auszusteigen. Noch zögern wir. Was meint ihr?

Willi und Alois

 

P.S.: Ich (Willi) bin heute zur Fortbildung “Sachkundenachweis”. Die Auffrischung steht an.  Werde daher tagsüber nicht mitdiskutieren können. Abends bin ich mit dem KTBL unterwegs.

(Aufrufe 763 gesamt, 1 heute)

21 Kommentare

  1. Brandenburgbauer sagt

    Moin, ganz erhlich meine Meinung. Für dieses Thema bin ich zu Alt. Und kann da garnicht mitreden. Wer klärt mich in dieser Angelegenheit einmal richtig auf?
    Für jeden Hinweiss,wie ich mich verhalten soll,muss, wäre ich Euch ,allen Profis im Netz sehr dankbar.

  2. Bauer Fritz sagt

    Ich war nie bei Facebook !
    Ich weiß ja nicht ob das irgendwann auch mal eine Auszeichnung sein wird, bei massenpsychotischen Mißleitungs- und Verführungs”gemeinschaften” NICHT dabei gewesen zu sein. Es mag zum heutigen Bedenktag 8. Mai erstaunlich sein, daß eine Generation, die ihren Vätern oder Großvätern den Konformismus, die Kritiklosigkeit, die Dummheit, die Gedankenlosigkeit teils sogar mit den Worten vorhält “Wir hätten das sicher nicht getan. Wir hätten sicher Widerstand geleistet”, gegen all das was von der Unterminierung bis zur Zerstörung der Demokratie geführt hat, so kritiklos und geradezu hypnotisiert dasteht.

    Facebook stiehlt Daten, Facebook lügt und verheimlicht, Facebook zahlt so gut wie keine Steuern, Facebook unterminiert und gefährdet die Demokatie…..
    Diese und andere Ungeheuerlichkeiten sind über Facebook ja nicht erst seit gestern bekannt.

    Und siehe da: ohne Zwang und mit einer Selbstverständlichkeit zum Konformismus und einer Bereitschaft sich und seine Privatsphäre allem und jedem preiszugeben, sind die Maulhelden des Nonkonformismus und des Sofa-Widerstandes bereit, sich dem Einfachen, dem Gefühl von einer großen Gemeinschaft, dem Coolen, dem Zeitgeistigen hinzuwerfen, daß es (keine) Freude ist.

    Die Großen läßt man laufen, die Kleinen hängt man auf:
    Ich will es mal mit 2 harten Vergleich versuchen – vielleicht hilft das mehr als das Softie-Geschwurbel.
    1) Mir ist der Unterschied zwischen dem wie man gegen Reichsbürger vorgeht und dem wie man gegen Facebook vorgeht nicht klar. Wenn erstere ihre Gemeindesteuern nicht zahlen (weil sie sich für einen eigenen Staat im Staat halten), rücken Verwaltung, Polizei, Gerichte (zurecht) aus um zu zeigen wo der Hammer hängt. Wenn Facebook das gleich macht, geht die gesamte EU in die Knie, um nicht zu sagen, macht sich in die Hose, weil man könne sich ja nicht wirklich entschließen bei denen ein ohnehin nur übliches Maß an Steuern und Beiträgen zum Gemeinwohl abzuverlangen.

    2) Mir ist der Unterschied nicht klar zwischen #metoo und Facebook. Während (zurecht) alle öffentlichen und privaten Institutionen die etwas auf sich halten, die Verniedlichung von oder die vorsätzliche Gewalt gegen Frauen, von Belästigungen bis hin zu Vergewaltigungen ablehnen, sich dagegen aussprechen und ihre Institutionen selbst einer Gewissenprüfung unterziehen, passiert von den gleichen Institutionen beim Aufruf zu #deletefacebook praktisch Null. Staatliche, öffentliche und private Institutionen finden es nicht der Rede wert auch nur einen Finger zu rühren, wenn es darum geht, gegen einen wiederholten Belästiger, Belüger und Vergewaltiger der Demokratie und seiner Institutionen aufzustehen und NEIN zu sagen. Kein Ministerium irgendeines Landes, keine Staatskanzlei, keine Partei, keine irgendwas hat sich hingestellt und den Mumm aufgebracht um zu sagen, wir machen da nicht mehr mit und wir kündigen geschlossen Facebook. Nichts !! – nur Gelaber, man müßte, man sollt doch ….

    Wenn bekannt ist, wie Facebook mit den Daten umgeht, wie damit wissentlich oder duldend Wahlen ad absurdum führt, Personen der Öffentlichkeit desavouiert und die Stabilität von Länder ausgehöhlt wird mittels Lügen, Falschmeldungen, Verleumdungen durch nur wenige tausend Accounts und dann kommt dagegen – NICHTS ??!!
    Welch ein Armutszeugnis selbst der Repräsentanten der Öffentlichkeit !

    Man möchte doch meinen, wenn es einen gemeinsamen Aufruf zu Kündigung aller öffentlichen Accounts europaweit gäbe, daß der feine Herr Zuckerberg dann doch zu Kreuze gekrochen käme, weil er merkt, daß man ihn nun dort hat, wo es ihm am meisten weh tut – beim Geld. Und man ist ja sonst so gerne bereit Zeichen zu setzen – hier: Schweigen im Wald.

    Vermutlich ist man ja doch zu beschäftigt, den Bauern die Förderungen zu kürzen oder Gurkenkrümmungen zu vermessen – da geht´s ja schließlich wirklich um was im Vergleich zum Widerstand gegen Facebook.

    Und um meine Meinung zu sagen: ich brauche Facebook nicht – sollt noch wer zweifeln.

  3. Günter Reichard sagt

    Ich weiß nicht, ob für eine Internetseite oder einen Blog, der so ein elemtares Thema, wie Landwirtschaft oder Nahrungsmittel Erzeugung darstellt, Medien wie Facebook etc. die richtigen Plattformen sind.
    Für mich ist z.B. Facebook Zensur in Reinkultur, mit derart subtilen Methoden,
    da hätte Honecker die reinste Freude daran gehabt.
    Und was ist eigentlich der Skandal? Dass Facebook Daten Milliardenfach abgreift und weiterverscherbelt? Dies ist den Nutzern ansatzweise wohl bekannt.
    Oder ist es ein Skandal, dass Politiker, die einen Eid auf unsere Verfassung abgelegt haben, diese Praktiken schlicht ignorieren und selbst möglichst vorne auf diesen Zug sitzen.
    Ich denke, so wie Eure Internetseite aufgebaut und betrieben wird, ist der Weg schon richtig.
    ich könnte mir noch vorstellen, für bestimmte Themen (z.B. Wolf) Foren einzurichten, mit namentlichen benannten Teilnehmer und dabei Ergebnisse auszuarbeiten, die auch an verantwortliche Stellen weitergegeben werden.
    Je mehr Teilnehmer umso mehr Gewicht kriegt auch das ganze.
    Und je mehr fachliche Kompetenz in diesen Ergebnissen versteckt ist, umso mehr habe ich in der heutigen Zeit der Polemiker die Möglichkeiten diese auch in die Schranken zu weisen.
    Ich glaube nicht, dass mit Facebook und Co auf Dauer ein vernünftiger und nachhaltiger Dialog möglich ist.

    Viele Grüße aus Südtirol

  4. Martin Grube sagt

    Ich finde eure Facebook light Strategie vollkommen richtig. Komplett Ausstieg wäre doof. Ich nutze eure Beiträge ja als quasi Newsletter.

    Zu dem Algorithmus Blödsinn. Ich versuche gerade eine Facebookseite aufzubauen.

    -Werbung “Die grüne Zeichnung – Agrarcomicblog”-

    Auch da hat man das Gefühl das selbst den kleinen Kreis von Abonennten nicht immer alles gezeigt wird. Was dann manchmal schon demotivierend und dämlich von Facebook immerhin liefert man ja die Beiträge auch kostenlos aufgrund dessen die Leute klicken…

    • Fred Huber sagt

      Hallo martin! da hattest ja auch schon deinen eigenen kleinen vegan-shitstorm, hab ich gesehen… 😉

      • Martin Grube sagt

        Hallo Fred. Ja das bleibt bei kontroversen Cartoons nicht aus…😀
        Aber gleichzeitig rief die SUS an und wollte den Cartoon in ihrer Ausgabe abdrucken. Gab sogar Geld dafür!😎

  5. Christian sagt

    Es ist so, soziale Netzwerke und Suchmaschinen sind die modernen Gelddrucker 😐

  6. Lieschen Müller sagt

    Hallo Willi, was ist denn eigentlich aus deinen Zuckerrüben geworden? Aufgegangen?

  7. Brötchen sagt

    alle brauchen nur eins Content, orginal Content der auf die zielgruppe zugeschnitten ist. ich weiss nicht was ihr wollt, ihr werdet doch in den Suchmaschinen gut gelistet. ich würde mir noch Mitstreiter suchen und das Konzept weiter verfeinern. ein gutes Bsp. sind die zooserien, die zeigen ganz simpel den Alltag im Zoo. die Hintergründe kann man sich ganz gut ansehen, Mediathek riverboot von vor 3 Wochen o.s.ä. ganz gut finde ich auch die Sendungen mein dorf hat Wochenende. da würde ich mir was abgucken. ich würde die videobeiträge ausbauen und noch viel mehr detailliert erklären, konkret am Bsp. vielleicht mit einer Fachschule zusammen und über Projekte Geld dafür besorgen.

    • Lieschen Müller sagt

      Youtube-Kanal denke ich auch, dass das eigentlich besser ist als Facebook.

    • Alois Wohlfahrt sagt

      richtig, FB braucht unseren Content um selbst “Daten zu fischen”. Und dann “bieten” sie uns dauernd die Möglichkeit an “die Reichweite zu erhöhen”, indem wir bezahlen sollen…. Welchen Zweck hat also Facebook?

      • Brötchen sagt

        sag ich doch, vergesst Facebook. braucht ihr nicht, die brauchen euch! Grüsse!

  8. Lieschen Müller sagt

    Ich kenne immer noch sehr viele, die kein Facebook benutzen. Sind aber alle mindestens in der Ü40-Liga oder U12.

    • Alois Wohlfahrt sagt

      Ja, ich benutze auch immer noch Facebook. Trotzdem mache ich mir diese kritischen Gedanken.

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      ich benutze auch nicht Facebook,
      das hat aber nichts mit meinem Alter zu tun.

      Ich bezahle im LEH auch nicht mit der Karte,
      die Familie Schwarz und Albrecht und die anderen liefere ich nicht mein Einkaufsprofiel.

      Übrigens, Ü 40 fühlt man sich nicht so alt, wie die Zwanzigjährigen so meinen. 😉

  9. Klemens sagt

    Aber wie sieht die Alternative aus, wie kann man die Öffentlichkeit sonst erreichen?
    Angela würde sagen: das ist alternativlos.

    • Alois Wohlfahrt sagt

      Die Antwort ist klar, das “freie Internet”. Dieser Blog hier ist frei erreichbar. Ohne “Filter-Algorithmus” vorne dran. Facebook ist ein Teil des Internets. Aber nicht das ganze Internet.

      • Christian sagt

        Natürlich ist euer Blog auch ohne Facebook erreichbar. Aber ich kenne zumindest keinen (25 Jahre) der heute noch durch verschiedene Blogs schaut um Neuigkeiten zu erfahren. Das passiert eher mehr oder weniger zufällig über die sozialen Netzwerke. Warum also diesen Kanal fallen lassen? Das käme (Achtung überspitzter Vergleich) doch in etwa gleich, wenn ihr eure Beiträge in einem Kiosk in euer Nachbarschaft in Papierform auslegen würdet. Dieser wäre dann auch frei erreichbar, würde aber für die meisten nicht in Frage kommen.
        Vielleicht solltet ihr das einfach mal von einer anderen Seite betrachten. Auch wenn nur eine Handvoll Menschen eure Beiträge sehen und nachvollziehen können und danach mit dem Wissen in die Welt gehen, dann hat sich eure Mühe doch gelohnt.

        Viele Grüße

        • Alois Wohlfahrt sagt

          mir ist das schon klar, dass niemand extra jeden Tag Blogseiten scrollt. Da ist Facebook sicher sehr bequem. Haben wir ja auch geschrieben. Es wird einem alles sehr leicht gemacht. Aber diese Bequemlichkeit hat auch ihren Preis – obwohl Facebook vordergründig nichts kostet.
          Um es den Lesern bequem zu machen gibt es aber auch bei uns zwei elegante Möglichkeiten:
          – Registrierung vom Newsletter
          – Automatische Benachrichtigung von neuen Beiträgen und neuen Kommentaren über das WordPress-System aktivieren. (Aktivierungsboxen findet man unter jedem Kommentar-Schreibfeld)
          Und hier auf dem Blog wird nichts getrackt und es werden keine persönlichen Daten zu Profilen abgegriffen.

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