Bauer Willi
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Der Verlust der Heimat

Bauernproteste. Im November 2019 rund 40.000 Menschen mit tausenden Traktoren in Berlin. Dezember 2019: Agrargipfel bei der Kanzlerin mit 38 Organisationen in Berlin. Januar 2021: wieder Demos in Berlin, diesmal mehrere Tage hintereinander. Diesmal hört man kaum noch etwas davon. Systemrelevanz war gestern.

Die Bundeskanzlerin und die Bundeslandwirtschaftsministerin gehören der CDU an. Diese Partei hatte viele Jahrzehnte und hat auch jetzt das Landwirtschaftsministerium inne.

Zu Frau Klöckner: Ich kenne sie persönlich, ich mag sie. Als Person, ihre offene Art, den Mut, auf die Menschen auch in schwierigen Situationen zuzugehen und sich den Diskussionen zu stellen. Das alles verbunden mit einem Schuss Humor, redegewandt und, wie ich meine, in den wichtigen Themen sehr gut drin. Es ist für einen Menschen unmöglich, alles zu wissen. Keiner kann das.

Und: Sie vertritt die deutschen Landwirte und deren Arbeit ausgesprochen gut in Richtung Öffentlichkeit, in Richtung Gesellschaft. Besser als jeder Verband. Sie ist medienaffin, sie weiß sich und ihre Position gut zu „verkaufen“. Im positiven Sinne. Das ist erlaubt, jeder tut das.

Das ist die eine Seite

Die andere Seite ist die Politikerin. Als solche muss sie schauen, wie sie mit allen „durch die Tür kommt“. In Europa, in Deutschland, mit den Länder-Agrarminister*innen, den NGO, der Opposition usw. usw. Und sie muss auch mit der eigenen Partei und dem Kabinett einig werden. Eine schwierige Kiste, zumal ich persönlich den Eindruck nicht los werde, dass sie gerne mehr für uns Bauern tun würde, von Frau Merkel und Herrn Scholz aber daran gehindert wird. Und von Svenja Schulze und ihrem Staatssekretär J.F. sowieso. Nennt man wohl „Koalitions-Raison.“ Wie gesagt, mein persönlicher Eindruck.

Wer es allen recht machen will, macht es niemandem recht. Und das passiert gerade und das merken auch die Bauern. Ich habe vor einiger Zeit das FactSheet des BMEL online gestellt. Das hat das Ministerium verfasst, um auf die Forderungen der Demonstranten Ende Januar zu antworten. Gut, einige Forderungen waren schon so formuliert, dass jeder vorher wissen konnte, dass sie nicht erfüllt werden können. Die anderen Antworten lassen sich so zusammenfassen: Leute, es geht nun mal nicht anders, es gibt Regeln, die wollen und können wir nicht ausser Kraft setzen und außerdem stellen wir ja sehr viel Geld zur Verfügung.

Das sind alles Antworten, die die Bauern nicht hören wollen. Mit dem Wort „Bauernmilliarde“ hat sich erst Rukwied, dann Söder unbeliebt gemacht. Als wenn man die Ängste, die Mutlosigkeit, den Frust der Bauern mit Euro-Scheinen zukleistern könnte und sie de facto zu Almosen-Empfängern degradiert. So wird es jedenfalls empfunden.

Was die Bauern – und damit auch mich – umtreibt ist vor allem eines: alle Appelle, angefangen von den Grünen Kreuzen, den vielen Demos, den Blockaden vor den Zentrallägern haben faktisch nichts verändert. Nichts, was auf den Höfen die Situation in irgendeiner Art und Weise zum Positiven gewendet hätte. Eher im Gegenteil. Vor allem die Tierhalter müssen sich derzeit nicht nur mit volatilen Preisen herumschlagen, sondern gleichzeitig auch noch höhere Auflagen erfüllen. Und der LEH sagt: schaut, dass ihr damit zurecht kommt, eure Kosten gehen uns nichts an. (wörtliches Zitat eines Einkäufers von REWE zum Thema höhere Kosten bei der Ferkelkastration).  Und wer glaubt, dass sich das ändert und die Verschärfung der UTP-Richtlinie irgendetwas Positives für die Bauern bewirkt, der glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten. Der LEH weiß jetzt schon, wie er die Richtlinie umgeht. Er führt alle am Nasenring durch die Manege, nicht nur die Bauern sondern auch die Politik. Und zwar alle Parteien.

Und die NGO? Nichts! Ausser sich bei „Wir haben es satt“ gegen die Bauern zu stellen. Gut, der ein oder andere verlangt „faire Preise für die Bauern“. Die üblichen Worthülsen, bekannte Sprechblasen, leeres Stroh. Immer weitere Forderungen stellen und, sind die erfüllt, antworten „das geht uns noch nicht weit genug“. So läuft das Geschäftsmodell immer weiter rund.

Der Verlust der Heimat

Was den Bauern fehlt, ist die langfristige Perspektive. Als Unternehmer will man planen, überlegt, wie es in den nächsten 5 bis 10 Jahren weitergehen soll. Auch über Legislatur-Perioden hinaus, in Generationen. Irgendwann müssen Maschinen erneuert werden, man will keinen Investitionsstau entstehen lassen. Außerdem will man den Betrieb weiterentwickeln, hat vielleicht an einen Stallneubau gedacht. Doch derzeit haben die meisten Bauern beschlossen, sich auf ihre Höfe zurückzuziehen und die „Luft anzuhalten“. Sie merken, dass sie in diesem Land, in dieser Gesellschaft zu den Abgehängten gehören, die man möglichst ruhig stellen will. Mit warmen Worten, die aber im Alltag nichts bewirken. Sie merken, dass sie hier keine Heimat mehr haben.

Wer aussteigen kann, steigt aus, lässt den Betrieb auslaufen, verpachtet. Er weicht, damit andere wachsen. Wer aber, aus welchen Gründen auch immer, nicht aussteigen kann, hat keine andere Wahl, als weiterzumachen. Und eventuell alles zu verlieren.

Wer aber nichts mehr zu verlieren hat, wer Angst hat, reagiert nicht mehr logisch. Er wird nicht mehr von der Vernunft gesteuert. Er ist anfällig für falsche Freunde, macht un-vernünftige Sachen.

Ob ich eine Lösung für dieses Problem habe? Ja, habe ich: Lasst uns Bauern einfach mal in Ruhe.

 

 

 

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91 Kommentare

  1. Michael Gorke sagt

    Danke Willi für deine Zusammenfassung über die Lage der Landwirtschaft. So empfinde ich es auch im Moment. Ich versuche Betrieb und Familie „zusammen“ zu halten. Und suche eine Möglichkeit als Vollerwerber in der Sauenhaltung aktiv zu bleiben. Und wenn ich ehrlich bin weiß nicht ob der Versuch wirklich Sinn macht…
    Aber ist aufgeben wirklich eine Alternative?
    Verlassen kann ich mich allerdings nur auf die guten Geschäftspartner bei der Vermarktung der Ferkel, allerdings können die ja auch nicht die Welt verändern.
    Auf ITW, Borchertplan usw. kann ich mich nicht verlassen. Die einzige Hoffnung, die mir realistisch erscheint, ist, dass sich die Marksituation so positiv verändert, dass es sich rechnet. Es müssten die deutschen Ferkel mehr als knapp werden und bleiben. Also viele vor mir in den Sack hauen und ihre Ställe leer lassen. Die Entwicklung zeichnet sich im Moment ab. Aber trotzdem, was für eine Perspektive! Und dann was machen die internationalen Mitbewerber???
    Vieleicht gibt es irgendwelche Programme, die ich evtl. anzapfen kann, aber damit planen???
    Manchmal ist man der Resegnation näher als allem Anderen. Die Kunst ist weiterzumachen!
    Mal sehen wie es klappt.
    Für mich und meinem Betrieb hat sich jedenfals wenig zum Guten gewendet. Allerdings habe ich den Eindruck, dass die Radfahrer und Fußgänger im Moment freundlicher sind, wenn ich mit dem Schlepper unterwegs bin. Man sucht sich irgendwie seine Motivation…

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    • Karl Timme sagt

      Michael Gorke,
      danke für diesen ehrlichen Kommentar. Diese Perspektivlosigkeit die hieraus spricht, ist das was die Mehrheit der Deutschen Landwirte empfindet.
      Eine Alternative ist auch weit und breit nicht in Sicht.
      In jeder Partei sind die „Verständnisvollen“ durchaus kompetenten Politiker (Neben der hier angesprochenen Frau Konrad FDP ist es im Norden Herr Hocker) gibt es diese auch bei den zur Zeit regierenden Parteien und den anderen Oppositions Parteien.
      In welchen Zwängen die einzelnen Minister stehen, konnte mann doch sehr gut sehen, als der letzte Ldw-Minister Schmidt am Ende seiner Dienstzeit Harakiri begangen hat und Glyphosatgenehmigung verlängert hat.
      Dieses war auch nicht durch Gerichtsbeschlüsse zu stoppen. Aber das war wohl der letzte Wiederstand.
      Bei noch soviel Kompetenz, niemand ist freiwillig zum Selbstmord bereit!

      Das heist aber auch, die Landwirtschaft in Deutschland hat in der heutigen Form keine Zukunft mehr!
      Doch eine Vision nicht nder Zukünftigen Landwirtschaft gibt es noch nicht!!!
      Das!!! hilft uns in der Augenblicklichen Lage nicht weiter. Planungssicherheit wäre ein Stichwort; Verlässlichkeit ein anderes.
      Beides wird uns zur Zeit nirgends geboten.
      Wir Produzieren keine Kronkorken, dort wird das eingesetzte Kapital mehrfach im Jahr umgesetzt; eine entsprechende Volalität herscht dort vor.
      Eine Investition in einen Weizenschlag, bindet das Kapital über ein Jahr, eine Entscheidung Weizen anzubauen heist eine Wette auf über 12 Monate einzugehen (Börsensprache).

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    • Michael Gorke sagt

      Ich hätte da noch was hinzuzufügen: Der Spaß an der vielseitigen Arbeit, der Zusammenhalt in der Familie, die Unterstützung aller, die auf dem Hof mitwirken macht es möglich weiterzumachen. Das ist alles nicht selbstverständlich. Aber ohne dem wären die Würfel wahrscheinlich schon gefallen. Aber wenn es Möglichkeiten gibt Vollerwerber zu bleiben, dann wohl aus der eigenen Position heraus. Wie gesagt: Ich verlasse mich da nur auf die eigenen Stärken, alles andere macht kein Sinn!

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    • Inga sagt

      Vielleicht ist das das Resultat der Schlepperdemo.
      Dass die Radfahrer und Fußgänger in den Feldwegen Freundlicher Geworden sind.

      Vielleicht wissen Sie jetzt wer die Feldwege grösstenteils bezahlt hat und warum sie da sind.
      Sie heissen nicht Fahrradwege?

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  2. Ludwig sagt

    Willi , tolles Thema heute ! Wenn ich mir die Kommentare so durchlese , dann warten viele von uns noch die Bundestagswahlen im Herbst und machen dann einen Strich drunter bzgl. der weiteren Betriebsentwicklung. Entscheident für alle wird der Wahlausgang und die Zukunftsaussage der neuen Regierung sein. Keiner von uns wird langfristige Investitionen im Glauben auf die Regierung durchführen. Wenn der neue Weg nicht zu mehr unternehmerischer Freiheit und weniger Bürokratie , Kontrollen usw. führt , dann werden ganz viele Höfe schnell aufgeben und das wird keine Frage der Größe sein. Hier ist Perspektive gefragt und das Kleinmachen muß aufhören. Wenn ich mir die runtergedrückten Milch- und Fleischpreise anschaue , dann kann ich da kaum an Marktgeschehen glauben, sondern an politische Einflußnahme um die anlaufende starke Inflation und Lieferengpässe zu kaschieren. In einer Krise sollte man keine Steuern erhöhen , hat man aber mit der Mwst. und der CO2-Steuer. Auch die Aussetzung des Insolvenzrechts wird uns noch auf die Füße fallen. Mit dem UTP-Gesetz hat man uns belogen und nur die Weiterverarbeiter gefördert. Diese Politik der Dummheit und Ideologie wird unser Gemeinwesen noch Kof und Kragen kosten. Wenn man den Internetinfos glauben darf , dann weiß unsere Kanzlerin schon warum sie sich in Uruguay
    einen Alterswohnsitz gekauft hat , denn in der nächsten Zeit werden die ganzen Wahrheiten für alle sichtbar. Dann ist es besser nicht mehr hier zu sein !?

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  3. Elisabeth Ertl sagt

    „Wer es allen recht machen will, macht es niemandem recht.“
    Da sollte man aber nicht vergessen, wie gespalten die Bevölkerung mittlerweile ist, wie aggressiv; wie schnell da ein Funken einen gefährlichen Großbrand entfachen kann; wie groß die politische Anstrengung mittlerweile sein muss, um noch alles halbwegs zusammen zu halten.
    Ich werde nicht müde, darauf hinzuweisen, dass die Bauern nicht die Einzigen sind, die sich jetzt vergessen und abgehängt fühlen. Es herrscht ein allgemeines Divide et Impera. Und wer die Imperatoren sind, ist klar: LEH, Amazon, Banken, Bill Gates, die Pharmaindustrie, die Tiroler „Adler“ des Tourismus etc. Das sind schon längst nicht mehr die Politiker.
    Ja, Bauern schaffen die Grundlage für alles andere, und das wird gesellschaftlich viel zu stark ausgeblendet und für sträflich selbstverständlich genommen.
    Aber zu glauben, dass man deshalb als Bauernschaft schon Sieganwärter ist im Wettbewerb des Abgehängtseins und Vergessenseins, das ist trotzdem viel zu egozentrisch gedacht.
    Abgehängt fühlen sich derzeit auch Künstler, Jugendliche, Lehrer und Erzieher, das Krankenhaus- und Pflegepersonal und kleine Einzelunternehmer. Da ist sogar mancher Bullshitjobber dabei, und auch Bullshitjobber sind Menschen. Und da gehört auch so mancher Politiker dazu, wie unser ausgeschiedener Gesundheitsminister, der sich allein gelassen fühlte.
    Manch ein Nichtbauer ist schon bei voller Suppenschüssel freiwillig aus dem Leben geschieden, weil er nicht mehr gesehen hat, WOFÜR überhaupt der Bauer ihm die Grundlage schafft. Und in Russland verzichtet einer gerade auf diese Grundlage, weil es für ihn etwas Wichtigeres gibt. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.

    Bei den Bauernprotesten 2019, die ja viel allgemeine Aufmerksamkeit und Solidaritätsbekundungen erfahren haben, hatte ich den Eindruck, dass es da nicht nur um Verständnis für branchenfremde Menschen ging. Die großen Traktoren hatten die Ausstrahlung eines Robin Hood. Da war wohl die heimliche Hoffnung dabei, dass da endlich einmal jemand aufbegehrt gegen die ungerechten Verhältnisse, und dass man da vielleicht einmal selber im Windschatten mitfahren kann.
    Daraus ist nichts geworden. Dazu sind 2% Bauern nun einmal nicht mächtig genug.

    Bei uns trat bei den Landwirtschaftskammerwahlen wiederum eine Fraktion an, die abseits der üblichen Parteien agiert: der UBV, der Unabhängige Bauernverband. Er hat sich vom Bauernbund der ÖVP abgespalten, und der Hauptgrund, warum ihm nicht die Mehrheit der ÖVP-Wähler folgt, ist der, dass der UBV eben keinen Anschluss nach oben ins Parlament hat. Dazu müsste man nämlich mehr als die 3,6% österreichischen Bauern hinter sich haben. Immerhin hat der UBV bei den Wahlen trotzdem zugelegt.
    Das Programm dieser Fraktion finde ich sehr überzeugend: https://www.ubv.at/aktuell/agrarpolitik/
    Es fußt auf einer Antithese zum Neoliberalismus, der ökosozialen Marktwirtschaft. Dieses Konzept stammt ja vom Schweizer Prof. Binswanger, den Willi hier auch schon vorgestellt hat, vor allem mit seiner Überzeugung, dass Landwirtschaft sich für die Globalisierung in der gegenwärtigen Form nicht eignet.
    Die ökosoziale Marktwirtschaft ist in Österreich von Josef Riegler vertreten worden, der 1987 bis 1989 Landwirtschaftsminister und dann Vizekanzler war. Aber dann kamen die Ost-Öffnung, die Globalisierung und der EU – Beitritt Österreichs. Franz Fischler, der nachfolgende Landwirtschaftsminister, hat dann als EU – Landwirtschaftskomissar 1995 bis 2004 im Rahmen der Europäischen Demokratischen Union dieses Konzept vertreten, ging damit aber nach der Ostöffnung und der radikalen Neuorientierung der Wirtschaft im Sinne des Neoliberalisnus zunehmend unter. In Deutschland war Klaus Töpfer, Umweltminister 1987 bis 1994, Vertreter des Konzeptes. Auch Heiner Geißler gehört dieser Richtung an.
    Im Programm des UBV heißt es: Die Bauern bringen zwei zentrale Leistungen: Versorgung mit Lebensmitteln und Holz und Gestaltung der Kulturlandschaft. Man will einen Staatsvertrag zur Gestaltung von bewirtschaftetem Kulturland – je Hektar inklusive eines Index. Für die Produktion vom Lebensmitteln braucht es faire Spielregeln, die gemäß den Prinzipien der ökosozialen Marktwirtschaft ökonomische, ökologische und soziale Elemente in Einklang bringen. Man zitiert Riegler: „Die Rahmenbedingungen sind so zu gestalten, dass Tüchtige einen Spielraum haben undes gleichzeitig für die ,Kleinen‘ einen Schutz und damit Perspektiven gibt.“ Man verweist darauf, dass es solche Spielregeln in anderen Branchen sehr wohl gibt: Marktregelung der OPEC oder EU – weite Regeln zum Schutz der LKW-Fahrer. Auch der Sport hat weltweit gleiche Regeln. Man ist eindeutig gegen das MERCOSUR – Abkommen. Man verweist darauf, dass die USA nicht bereit sind, ihre Bauern auf dem Altar des Weltmarktes zu opfern, die EU hingegen schon. Man fordert den Stopp des weltweiten freien Warenverkehrs, eine nachvollziehbare Herkunftskennzeichnung, Verpackung durch den Produzenten, Begrenzung des Preisaufschlags durch den Handel auf 100%, CO2 – Steuer für Schiffs- und Flugtransporte, Verbot von Importen von Produkten, wofür Regenwälder gerodet werden, eine neue Pauschalierungsverordnung, Wiedereinführung des Agrardiesels, weil Traktoren nur zu 1/3 auf öffentlichen Straßen fahren, Leistungsprämien für CO2 – Speicherung, Vorrangflächen für die Erzeugung von Lebensmitteln, Abgeltung von Ertragsmindeurngen durch Grundwasserschutz- und Natura2000 – Auflagen.

    Dass die Kommunikation mit dem Konsumenten verbessert werden muss, um ein realistisches Bild von Landwirtschaft zu geben, ist leider nur eine Randnotiz. Meiner Meinung hätte diese Gruppierung das Potential, über das Konzept der ökosozialen Marktwirtschaft auch Allianzen mit anderen Interessensgruppen der Gesellschaft zu bilden und eine parlamentarische Partei zu werden. Dann würden vielleicht sogar viele Forderungen die Landwirtschaft betreffend mehrheitsfähig.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Zitat Elisabeth:“ Dass die Kommunikation mit dem Konsumenten verbessert werden muss, um ein realistisches Bild von Landwirtschaft zu geben, ist leider nur eine Randnotiz. Meiner Meinung hätte diese Gruppierung das Potential, über das Konzept der ökosozialen Marktwirtschaft auch Allianzen mit anderen Interessensgruppen der Gesellschaft zu bilden und eine parlamentarische Partei zu werden. Dann würden vielleicht sogar viele Forderungen die Landwirtschaft betreffend mehrheitsfähig.“

      Welches Bild „DER“ Landwirtschaft soll denn welchem Kunden gegeben werden?
      Und wer aus diesem Kreis sollte dann welche Allianzen zu welchem Zweck bilden? Die Landwirtschaft braucht Handlungsrahmen, die verlässlich und langfristig sind, keine Wunschvorstellung von Menschen, die meinen, ihre eigene Weltsicht in Form von Nahrung transferieren zu müssen.
      Soziologisch gesehen hat sich unsere Gesellschaft in einen ästhetischen Kapitalismus gewandelt, der sich aus dem Kreativitätsdispositiv speist. Aus einer Form des Wirtschaftens, die auf Spaß, Lebensfreude, Schönheit, Individualismus, Kreativität der Kreativität Willen, Selbstdarstellung, Narzissmus, beruht. Diese „neue“ Gesellschaft kann nichts mit profaner Arbeit, mit Tiertötung zur Nahrungsversorgung, mit Gerüchen, Staub, Dreck etc. mehr anfangen und will es auch nicht. Sie formuliert Ansprüche, die ihr Paradies nicht zerstört, ohne zu merken, dass ihr Verhalten es ist, das dies tut. Wir merken gerade jetzt, dass viele Bereiche, die den nicht produzierenden Sektor betreffen, zur Disposition stehen. Wir sind nicht verhungert, obwohl die Restaurants geschlossen sind. Wir leben, obwohl wir kein Ski fahren konnten. Das Jammern über die Unmöglichkeit Urlaub in fernen Landen machen zu können, verdeutlicht die Unfähigkeit Alternativen zum Konsum und zur materiellen Befriedigung zu haben. Man hat keine Idee für eine Alternative zur eigenen Bespaßung. Daraus wird aber eine Forderung abgeleitet, die mit hehren Worten und Personen verknüpft werden, die hier nicht hinpassen: Bibel und Nawalny.
      Ohne Nahrung gibt es Kriege, auch wenn man intellektuell darauf verweisen kann, dass man nicht vom Brot alleine lebt. Die Alternative ist nicht Bespaßung, sondern Zuwendung und Hilfe für Menschen, denen es noch schlechter geht. Wenn der Christ es wirklich Ernst meint, dann macht er mehr, als Hunde aus Rumänien retten oder mit dem Fahrrad um die Welt reisen, um zu beweisen, wie weltoffen und Tierlieb man ist.

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        • Smarti sagt

          Ist der alte Jimmi von Oma, der sie als einziger getröstet hat, seit Opa starb – Luxus ?
          Sind alle die Hunde, denen Kinder alles erzählen können, die Kinder zum lachen und in die frische Luft bringen und notfalls den ganzen Tag mit Ihnen kuscheln – ist das Luxus ?
          Ich behaupte sogar: Kinder, die ohne Haustiere ( evtl. ohne kleine Geschwister ) aufwachsen, können nicht mehr lernen, dass es schön ist/ selber gut tut, sich um andere ( kleinere, schwächere ) zu kümmern. Dann fehlt vielen auch die „Selbstwirksamkeit“, das Gefühl, selber etwas bewirken zu können und das macht Menschen auch schwach, farblos und lässt sie alles Mögliche glauben, ohne zu hinterfragen.
          Ausserdem: wenn die Kuh das Gras nicht frisst, dann machen das die Bakterien – und die machen aus der gleichen Menge Gras viel mehr ! Methan.( denn die verstoffwechseln ja nichts in Milch und Fleisch)… guck mal „Biogasanlagen“.
          Was in den Läden als Hundefutter verkauft wird, darf nicht an Menschen „verfüttert“ werden – warum wohl ? Weil es für die menschliche Ernährung nicht geeignet ist. Wusstest Du, dass bei den Biodüngern „Hornspänen“ etc, die Preise kräftig steigen, weil es die gleichen Inhaltsstoffe wie Hundefutter sind ?

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          • Inga sagt

            Hunde brauchen Hornspäne?

            Vielleicht hat sich das evolutionär so entwickelt, weil sie ja gerne an Stöckchen und Knochen rumkauen, eine Art Mineralien- und Vitaminstoss?
            Ist aber deswegen für Menschen nicht ungenießbar, oder?
            Höchstens ist bei der Verarbeitung mit Hundehygiene anstatt mit Menschenhygiene umgegangen und deswegen ungeeignet.
            Und da werden ja bestimmt auch Schlachtabfälle, wie Schwarte, Mägen oder andere Innereien drin verarbeitet.

            Während der Lebensmittelknappheit, wie nach dem Krieg hat man das in Blutwürste oder andere Kochwürste gekuttert.
            Das ist jetzt bestimmt verboten, aber in Hunde- und Katzenfutter kann man es mischen.
            Ich dachte deswegen ist es für den menschlichen Verzehr nicht geeignet.

            Sogar Unkraut wie Brennnesseln, Kümmel und Kamille und andere sind für den menschlichen Verzehr geeignet.

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            • Paulus sagt

              Inga, in Hausmacher Kochwürste kommt auch heute noch Schwarte.
              Einen Schweine-Krustenbraten bekommt man heute an jeder
              Metzgertheke im SB-Markt. Wenn ein Stück Bauchspeck in irgendwelchen Gerichten mitgekocht wird, esse ich auch heute noch die weichgekochte Schwarte, mit Fett dran und mit Senf. Als wir noch einen Hund hatten habe sie mit ihm auch schon mal brüderlich geteilt. 😉
              Gemüse von jungen Brennnesseln ist, richtig zubereitet, durchaus ein Genuss.
              Jetzt könnte ich dir noch verraten was gewisse Sterneköche so alles verarbeiten, da würdest du staunen. Dieses Geseihere von wegen „nach dem Krieg“ halte ich nicht für angebracht. Rezepte aus ganz armen Zeiten können köstlich sein.
              Die armen Schweine unter den Verbrauchern sind doch in Wahrheit die Veggies, zumindest wenn sie ihre denaturierte Chemiepampe fressen.

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              • Ehemaliger Landwirt sagt

                Kochen ist nicht jedermanns Sache.
                Eine Arbeitskollegin meiner Frau meint immer, das tut sie sich nicht an, sie macht lieber eine Dose auf.

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        • Reinhard Seevers sagt

          „Hunger verursacht Kriege
          Von den 43 gegenwärtigen Konflikten stehen 77 Prozent direkt und 17 Prozent indirekt mit Hunger in Zusammenhang. Besonders deutlich zeigt sich diese Relation in den von Hunger betroffenen Ländern Jemen, Nigeria, Südsudan und Somalia. So können auch steigende Nahrungsmittelpreise und anhaltende Dürren eine Ursache für Konflikte sein, da die Bevölkerung im Wettbewerb miteinander steht.“

          https://www.aktiongegendenhunger.de/aktuelles/teufelskreis-krieg-und-hunger

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  4. Obstbäuerin sagt

    Auf der Suche nach einer politischen Heimat habe ich mir auch ein Papier der Linken zur Landwirtschaft mal angesehen und die Forderungen, die meinen Sonderkultur-Betrieb treffen werden herausgezogen. Es unterscheidet sich nicht wesentlich von den Forderungen der Grünen und da werden die meisten Wähler wohl das Original wählen.
    „…DIE LINKE setzt sich für eine grundlegende Reform der EU-Agrarpolitik ein. Ab der kommenden Förderperiode sollen die Zahlungen konsequent an Umwelt- und Sozialkriterien gebunden werden. Nur Betriebe, die diese Vorgaben umsetzen, sollen Direktzahlungen erhalten – egal ob groß oder klein, ökologisch oder konventionell. nach 2020 darf es nur noch Geld für konkret nachweisbare öffentliche Leistungen geben…..
    …..Wir wollen den Ökolandbau ausbauen. Genossenschaftliche Landwirtschaft, Formen der solidarischen Landwirtschaft sowie Erzeuger- und Vermarktungsgemeinschaften sind besonders zu unterstützen…..
    • Glyphosat und Neonikotinoide müssen verboten werden. Wir wollen Transparenz und ein strenges Regelwerk für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln….

    ….Wir wollen auf EU-Ebene eine Politik für null fossile Brennstoffe, eine stark reduzierte Tierhaltung und einen drastisch reduzierten Pestizideinsatz bis spätestens 2040….“
    Das Alles wird dazu führen, dass eine kostendeckende Erzeugung von Obst kaum mehr möglich sein wird und die Probleme haben wir hier im Blog ja schon mehrfach erörtert.
    Und den Tierhaltern ergeht es damit auch so. Eine echte Alternative sehe ich zur Zeit bei keiner Partei.

    +8
    • Bauer Willi sagt

      Die Linken haben, außer Kirsten Tackmann, wirklich nichts vernünftiges zu bieten. Und die hört jetzt auf. Schade.
      Gregor Gysi fand ich immer originell. Und Sarah auch mit „ Nehmt es den Reichen und gebt es den Armen“. Aber das reicht nicht als Strategie.

      +3
      • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

        Bedient euch mit allen möglichen Auswüchsen bei den Bauern ist allerdings auch keine Strategie – heute aber gängige Praxis….

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    • Inga sagt

      „• Glyphosat und Neonikotinoide müssen verboten werden. Wir wollen Transparenz und ein strenges Regelwerk für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln….“

      Gibt es nicht noch andere viel gefährlichere Pestizide die verboten gehören, denkt doch der normlae Bürger, warum nur die beiden?

      Und was hat er für eine Vorstellung in der Zulassung der PSM und dem Pflanzenschutzgesetz?
      Sollte das für Mediklamente nicht auch gelten?

      Weiß das die Frau Bärbock überhaupt?
      Oder muß sie sich da bei Habeck oder Hofreiter erst erklundigen?

      Wissen das andere Politiker oder reden die nur um Stimmen zu fangen?

      Wer ist da in der Pflich tgden Bürger aufzuklären?
      Sollen das die Bauern auch tun?

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  5. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    In einem superreichen Deutschland plant und setzt man dabei extrem zielstrebig die systematische Enteignung des „kleinen Mannes/Frau“ um und klopft sich dabei selbstbeweihräuchernd fortwährend immer wieder narzisstisch auf die Schultern.

    Man wird dabei gar nicht gewahr, dass damit zunehmend Krieg auf den Dörfern herrscht, der Kannibalismus ganz ungeahnt neue Dimensionen annimmt.

    Hiervon sind nicht nur wir Bauern betroffen, als mediale Versinnbildlichung aber in erster Linie werden wir als solche gerne und oft kommuniziert. – Wann endlich stoppt man diesen Wahnsinn!?

    Ich denke nicht, dass es ausreicht, wenn eine Svenja Schulze im September erst einmal Geschichte ist. Die Schattenmänner/-frauen sind installiert; diese bleiben auch forthin uns auch erhalten!

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  6. Schaut sich niemand an, wer welche Anträge und Anfragen in den Bundestag einbringt, wofür und wogegen jemand stimmt?!

    „Die Bundeskanzlerin und die Bundeslandwirtschaftsministerin gehören der CDU an. Diese Partei hatte viele Jahrzehnte und hat auch jetzt das Landwirtschaftsministerium inne.“

    Und läuft ja riesig …

    Das hat auch nichts mit NGOs und SPD zu tun, sondern damit, daß da die Lobbyisten andere Erwartungen haben und Rendite wollen. Stichwort Nestle. Der SPD kann man höchstens vorwerfen: Sie haben keinen Bock auf Landwirtschaft, da traue ich am ehesten noch Herrn Woidke aus Brandenburg was zu, aber sonst sieht’s da schnell düster aus.

    Oder soll man darüber sprechen, wie auch die CDU Mercosur dufte findet und Friedrich Merz sowie die gesamte Truppe vom MIT gern das Freihandelsabkommen mit den USA hätten, einfach mal Friedrich Merz und Chlorhühnchen eingeben in einer bekannten Suchmaschine!?

    Die Landwirtschaftsministerin weiß sehr wohl, wem ihre Loyalität gehört. Spoiler: Nicht den Bäuerinnen und Bauern.

    Und all diese Scheindebatten und Arbeitskreise, nur um nicht akut handeln zu müssen, ob Zukunftskommission oder Ackerbaustrategie … man will nichts ändern am weiter so und Strukturwandel. Essen soll billig sein für billige Löhne (Mieten dürfen übrigens unreguliert steigen so von wegen Lebenshaltungskosten). Gern auch unter 3 €/Tag Verpflegungssatz für Kinder in Hartz IV Haushalten, weil das ja der Mindeststandard ist, mit dem man sich regional, fair und nachhaltig versorgen kann … oder reichen 3 € nicht dafür über den ganzen Tag?!

    Und auf EU-Ebene blockiert die Bundesregierung voran die Bodenrahmenrichtlinie. Während sie jetzt einen auf Held macht von wegen man wäre gegen unfaire Handelspraktiken, obwohl das ganze Bild so aussieht, daß es endlich auf EU-Ebene durchgekommen ist und die Regierung in der Pflicht ist, das jetzt umsetzen zu müssen.

    Am Ar*** die Räuber! Gut, daß es immer mehr NGOs und Co. gibt, die da auf die Finger hauen!

    Weidetierprämie und Maßnahmen gegen Bodenspekulation blockieren übrigens SPD und CDU/CSU beide.

    Also läuft! Abwärts und mit Schwung, aber vielleicht ist es ja auch praktisch, wenn Verarbeiter und Handel die Felder am besten selbst bewirtschaften und Bauern zu Landarbeitern degradiert werden unterstützt von massig Wanderarbeitern *Ironie aus

    +2
    • Reinhard Seevers sagt

      Christian, die Chlorhühnchen hast du immer noch im Portfolio… ?
      Spricht eigentlich nichts gegen Chlor, nur gegen das Hühnchen. Immer wieder grüßt das Murmeltier. 🥴

      +3
    • Arnold Krämer sagt

      „Schaut sich niemand an, wer welche Anträge und Anfragen in den Bundestag einbringt, wofür und wogegen jemand stimmt?!“

      Das machen die allerwenigsten, Herr Suhr, weil es sich nicht lohnt. Zeitverschwendung sozusagen. Sie wissen doch selbst, dass heute nicht mehr entscheidend ist, was, mit welcher Begründung gesagt wird, sondern nur noch wer es sagt. Das haben wir im Blog hier doch auch schon oft erlebt. Und Ihrer Partei geht es da manchmal auch wie der AfD. Aber Ihre Partei ist schon in einer viel besseren Position, stellt einen Ministerpräsidenten, ist an mehreren Landesregierungen beteiligt, und darf sich sogar Hoffnungen machen, unter Baerbock im Bund mitzuregieren. Dann kann die Linke ja den Landwirtschaftsminister stellen. Also insgesamt doch gute Aussichten.

      +2
  7. Bauer Fritz sagt

    Weil Sonntag ist, was zum Hören:
    Reinhard May – Heimatlos
    (https://www.youtube.com/watch?v=pqcmeEnZ6hE)

    Doch du bist heimatlos
    Belogen
    Betrogen
    Übern Tisch gezogen
    Wie von ’nem schwarzen Loch aufgesogen
    Heimatlos
    Abgezockt
    Trocken gedockt
    Schwer geschockt
    In die Falle gelockt
    Und wie ein Schaf an den Hinterbeinen angepflockt
    Ein blödes Gefühl
    Du findest kein Asyl
    Du bist nackt und bloß
    Heimatlos

    +5
  8. Wolfgang sagt

    Danke für die nüchterne Zusammenfassung der Situation vieler Betriebe.
    Hier gibt es nicht viel hinzuzufügen. Außer dass von „Planungssicherheit“ bei Planungszeiträumen von 5 – 10 Jahre natürlich überhaupt nicht zu reden ist. Und selbst diese kurzen Zeiträume scheinen aktuell ja sogar utopisch zu sein.
    Gebäude werden auf 25 Jahre abgeschrieben, hatte ich einmal gelernt. Solide gebaut und gepflegt, halten sie aber über 100. Reißt man sie da dann vorzeitig ab? Nur um mal den Allerweltsbegriff Nachhaltigkeit mal mit einzubringen.
    Meine Schlepper sind mittlerweile alle mehr als volljährig und erfüllen ihren Zweck allemal, da ich auf keinem eine Auslastung von 500, 1000 oder mehr Stunden pro Jahr zustande bringe.
    Aber ja, in einer aktiven Weiterentwicklung des Betriebes ist schon lange Stillstand eingekehrt.
    Grob geschätzt werden bei uns drei Viertel der in den 1960 Jahren ausgesiedelten Betriebe nicht mehr für Landwirtschaft genutzt, und vom Rest viele überwiegend um der Nachfrage der Städter beim „Reiten“ oder „Urlaub“ mit einem Angebot nachzukommen.
    Bezüglich anstehender Wahlen fühle ich mich ebenfalls „heimatlos“.

    +16
  9. fingerphilosoph sagt

    Auf unserem Wochenmarkt gab es lange einen Bio-Stand, wo eine Bauertstochter Gemüse angeboten hat. Also der Vater war konventioneller Landwirt und die junge Frau ist auf die Bio-Schiene aufgesprungen, hat Gemüse und Esel kombiniert. Das Zeug, das sie verkauft hat, war erstklassig. Die junge Frau war wie ihr Gemüse: voller Vitalität.

    Aus einem mir nicht bekannten Grund hat die junge Frau ihren Betrieb aufgegeben, den andere junge Leute übernommen haben, die zwar voll guten Willens sind, aber ohne die Vitalität, die ich mit dem echten Bauerntum verbinde. In der Folge wurde das Gemüse von Jahr zu Jahr kleiner, hat inzwischen Bonsai-Format und wirkt nun so blaß und schmächtig wie die Anbieter.

    Landwirtschaft beinhaltet ein über Generationen gewachsenes implizites Können, eine Vertrautheit mit Boden und Nahrungsmitteln, die so an Universitäten oder Landwirtschaftsschulen offenbar nicht vermittelt werden können. Dort kann nur die Theorie weitergegeben werden. Man hat das auch nicht, wenn man Gemüse anbaut, um die Welt zu retten. Mit den Bauernhöfen geht diese implizite Verbundenheit mit dem Land und der Nahrung verloren.

    Dieser Paradigmenwechsel der bäuerlichen Gesellschaft über die industrielle Gesellschaft hin zur (angeblichen) Wissens- und Informationsgesellschaft geht mit einer fundamentalen Entwurzelung des Menschen einher. Der Mensch der Industrie- und Wissensgesellschaft hat in diesem Sinne keine Heimat mehr. Landwirtschaft ist ein Sinnbild für Heimat.

    Die heimatlos gewordene Gesellschaft gibt die Landwirtschaft nun in einem groß angelegten Experiment preis. Mit der Heimat geht wohl auch die einstige Vitalität (und Lebenslust) verloren. So wie eine entwurzelte Pflanze eben verwelkt.

    +20
    • Stadtmensch sagt

      Diese Entwurzlung ist schon vor 100 Jahren passiert, als die LW industrialisiert wurde. Aus dem „Menschen OHNE Auftrag“, der eingebettet war in die Kulturlandschaft die ihn nährte wurde der „Mensch MIT Auftrag“, der fremdbestimmt bei Kunstlicht in einer lebensfeindlichen Umwelt vor sich hin werkelt. Also Fachmenschen ohne Geist, dominiert von Genussmenschen ohne Herz. Jetzt kann uns nur noch die FDP retten oder irgendein Steuerberater*in als BK!

      +4
      • Inga sagt

        Ja so ist es,

        die Industrialisierung tut nicht nur der Umwelt nicht gut,
        sondern auch der Menschen !

        Heimatlos, was meint Reinhard May da?

        Mein er nicht die Bauern, sondern die anderen Menschen die ihr Brot und Wohnungsmiete abhängig verdienen müsse???

        Und der Bauer und seine Familie hat ein Zuhause, Geborgenheit in allen Notzeiten satt zu essen und verdient sein Famlieneinkommen im eigenen Betrieb.

        Ob die Bauern deswegen beneidet und gehasst werden?
        Von denen, die nicht wissen, dass er auch arbeiten und Verantwortung übernehmen muß?

        Könnte ja sein!

        +1
        • Inga sagt

          Aber jetzt geht es ja anders herum, weil der Betrieb abhängig von der Industrie und Politik ist.

          0
    • Paulus sagt

      @ fi-phil, zu deiner romantischen Vorstellung von Heimat passt das heutige Titelbild ganz gut. Das könnte glatt von Caspar David Friedrich sein, dem Chefromantiker der Malerei.
      Ich habe berufsbedingt in etlichen Ländern auf drei Kontinenten gearbeitet, da hat der Begriff Heimat keinen all zu großen Stellenwert mehr. Es kommt noch viel schlimmer. Mit den Leuten in meiner ursprünglichen dörflichen Heimat, also den Daheimgebliebenen, fällt es mir schwer überhaupt Gesprächsthemen zu finden. Ich könnte da auch nicht mehr leben. Insofern gebe ich dir Recht von wegen Entwurzelung.
      Ich könnte aber nicht behaupten, dass ich aufgrund des Verlustes von Heimat an Vitalität und Lebenslust verloren hätte, genau das Gegenteil ist der Fall. Der angebliche Verlust hat nicht nur meinen Horizont enorm erweitert.
      Ich kenne übrigens bäuerliche Familienbetriebe, die wirtschaften gleichzeitig in drei Bundesländern oder auch in Deutschland, Spanien, Marokko und sonstwo. Winzer wirtschaften gleichzeitig an der Ahr, in den USA oder in Südafrika. Erzähl denen mal was von heimatlicher Scholle oder davon, dass sie verwelken.

      +2
      • Inga sagt

        „Mit den Leuten in meiner ursprünglichen dörflichen Heimat, also den Daheimgebliebenen, fällt es mir schwer überhaupt Gesprächsthemen zu finden“

        Die Erfahrung habe ich auch gemacht!

        Aber dazu gehört dann eine Menge Geld, die man verdienen muß!

        Die zu Hause gebliebenen egal ob Bauernhof oder nur Haus, mit guten Einkommen aus den öffentlichen Dienst, haben aber die Heimat ehrenamtlich gepflegt und lebbar gehalten.
        Die haben dafür gesorgt, dass da jetzt noch manchmal Rauch aus dem Backhausschornstein kommt.
        Das Leben noch lebenswert dort ist.
        Wird die Lebensqualität auf dem Land nicht auch staatlich gefördert, das Programm hießt Regionalentwicklung?

        Natürlich sind die Lebenswege in verschiedenen Bahnen gelaufen.

        +3
    • Inga sagt

      „die Vitalität, die ich mit dem echten Bauerntum verbinde. “

      Warum verbindest du das damit?

      oder bist du ein alter Nazi?
      🙂

      0
      • Karl Timme sagt

        Inga,
        in meinem „Heimatdorf“ verdoppelte sich die Einwohnerzahl nach dem Krieg. Nicht weil die Einwohner (der Krieg war ja zu Ende) mehr Zeit zum Sex hatten.
        Aus dem „Ostflüchtlingen“ entstand ein eigenständigender Dorfteil. Der hat auch bis heute die Mehrheit im Dorf. Die Mehrheit der Straßennahmen in „meinem“ Dorf, haben nichts mit „meiner“ Heimat zu tun (Stettiner..,Danziger..Köngsberger.. usw).
        Meine Familie läst sich hier bis ins 1400 Jahrhundert zurück verfolgen.
        Deswegen habe ich doch keine andere, besondere? Rechte, nein diese Integration wurde schon einmal bewältigt.
        Das was zur Zeit mit der Landwirtschaft geschiet, ist etwas Vergleichbares; damals wußte auch niemand wie es ausgehen würde.
        Seien wir Zuversichtlich

        +1
        • Inga sagt

          Aber diese Neubürger oder Flüchtlinge aus verlorenen Ostgebieten haben kein Bauernbashing betrieben, oder?
          Sie haben eher mitgeholfen.

          Nur wenn diese Flüchtlinge in kurzer Zeit anzahlmässig grösser waren als die ursprünglichen Einwohner, dann ist ein unnatürliches Gleichgewicht erreicht, das sich in Unzufriedenheit äussert.

          Unser Dorf hätte gar keine Strassennamen.
          Erst als ich schon weg war, bestimmt nach der Gebietsreform hat es welche bekommen.

          Im Dorf wohnten wenige Flüchtlinge, bzw. Vertriebene zur Miete.
          Aber vor unserem Dorf war eine Domäne und die ist nach dem verlorenen Krieg an Flüchtlinge, die zu Hause auch einen Bauerhof hatten verteilt worden.
          Und da heisst eine Strasse nach der Stadt in ihrer Heimat.

          In der Stadt, wo ich jetzt wohne gibt einer Schlesische Strasse.
          Die ist wohl nach dem Krieg ,bzw Flucht angelegt worden. Da haben die Leute Familienhäuser mit großem Garten und Wirtschaftsgebäude aus Ziegen-, Hühner- und Schweinestall.
          Da waren Lebensmittel knapp und das teuerste im Leben.
          Da wurde noch anders drauf geachtet, da wusste man warum die Eier im Sommer dunkle Tod der hatten und im Winter helle.
          Deswegen wünscht sich hier so mancher ältere Bauer, das es vorübergehend solche Zeiten mal wieder kommen, damit die gesunden Lebensmittel und Bauern wieder mehr Anerkennung finden.

          Aber seit man in der Industrie unnatürlich gut verdient, sind diese Schweine- und Ziegenställe zu Hobbyräumen umgewandelt.

          +1
          • Reinhard Seevers sagt

            Man kann doch die Nachkriegszeit = Mangelwirtschaft nicht mit der heutigen = Überflussgesellschaft vergleichen.
            Der Grüne Plan von 1958 war ausgerichtet auf eine Erhöhung der Produktion zur Versorgung der Bürger mit ausreichend Grundnahrungsmitteln.
            Heute versucht man Nahrung mit einem Gefühl zu verknüpfen, um es an den Mann/Frau zu bringen, weil wir zu viel von allem haben, u.a. durch den Import von Lebensmitteln aller Art aus allen Regionen der Erde.
            Der Grund liegt in der Aufrechterhaltung des Wohlstandes dieses Landes über den Export von Gütern, im Austausch mit Waren die vorwiegend Lebensmittel bedeuten. Durch Suggerierung des besseren Superfood aus exotischen Ländern, durch Beschwörung, dass unsere Landwirtschaft schlecht für Natur und Umwelt ist und durch das Märchen, dass Fleisch ein Teufelswerk ist, wird das Ganze forciert.

            +1
            • Brötchen sagt

              Damals ging es auch um den Systemkampf Ost gegen West.
              Da waren viele Sachen auch strategische Entscheidungen.

              Heute ist das alles verwischt, teilweise ist dem ein naives „wir haben uns doch alle lieb“ gewichen.

              Dem wird alles geopfert!

              Die großen Verlierer sind die, die nichts haben!

              +1
              • Inga sagt

                Ganz richtig, deswegen gaben wir auch eine

                Soziale Marktwirtschaft,
                und die Bauern Flurbereinigung.

                Dann bräuchten wir jetzt eine sozial ökologische Marktwirtschaft!?!
                Aber dann bliebe der Liter Milch immerhin noch billiger wie Cola.
                Ist Bier eigentlich noch billiger als Cola?
                Früher hat man sich mal aufgeregt, dass alkoholische Getränke wie Bier billiger ist wie Cola,
                Und die jungen Leute hatten kein Geld.
                Wollte die Politik die jungen Leute alkoholabhängig machen?

                Cola müsste billiger als Bier werden.
                Der Gesundheit zu liebe, wo der Staat auch eine Verantwortung für hat.

                Hat das eine Lobby für Weltkonzerne verhindert?

                0
              • Paulus sagt

                @ Brötchen, rückblickend betrachtet hat so ein Systemkampf in Wahrheit doch gar nicht so richtig stattgefunden.
                Die devisenhungrige DDR war eine Exportnation, die den Westen mit preiswerten Gütern versorgt hat. Angefangen von optischen Produkten aus Jena über Campingzelte bis hin zur Kittelschürze. Als ich in England tätig war kamen dort ganze Schiffsladungen u.a. mit Tapeziertischen und Plaste-Spielzeug aus der DDR an.
                Das Geseihere von wegen Systemkampf war doch schon damals dummes Zeug.

                0
                • Paulus sagt

                  Brötchen, noch etwas. Selbst der edle Autohersteller Morgan, ein Unternehmen das britischer gar nicht sein kann, bezog sein Leder für die Autositze aus der DDR. Demnach schien zumindest Leder eines der höherwertigen Produkte zu sein.

                  0
                • Inga sagt

                  Und die Kinderschuhe von Elefant
                  kamen da hier!
                  Wo
                  Made in GDR drauf steht kam da her!

                  Und wer weiß für wieviele Versandhäuser da genäht wurde.

                  Das Sandmännchen imDDR Fernsehen war besser manche Tschechische Filme auch.
                  Und die großen Äcker waren besser, weil mit den Maschinen zu bewirtschaften.
                  Aber unökologischer!

                  Die Kinderbetreuung und die Sozialversichrungen waren besser!

                  0
                • Brötchen sagt

                  Paulus wenn du das sagst , wird das ja wohl stimmen.
                  ein alter Hase erzählt von früher:
                  79/ 80 mussten wir rausrücken pionierbatallion pirna an die neiße, ich hatte ja meine kalaschnikow vergessen, muss ich nicht soviel putzen. mich haben die nicht für voll genommen, war ja nur jüngelchen.
                  bin w50 gefahren, der mit den breiten Latschen. da war ich Fahrer. nachts raus ne Runde gefahren sonst sprang der früh nicht an. wegen Brötchen holen….
                  😁
                  drüben sahen wir die Polen.
                  dann waren da welche besoffen auf Wache am munidepot, die gingen ab nach schwedt…..so sah das aus……
                  wenn man scharfe Munition hatte wurde man vergattert hiess das, dann unterstand man einer schärferen Gesetzgebung. Personalausweis wurde einem weggenommen, man bekam einen wehrersatzausweiss.
                  wenn man studieren wollte, sollte man sich nichts leisten. befehlsverweigerung oder zu spät aus dem urlaub kommen.

                  0
              • Stadtmensch sagt

                „Die großen Verlierer sind die, die nichts haben!“

                Und das Oxymoron des Tages geht aaan @brötchen!

                Batsumm!

                0
                • Brötchen sagt

                  wenn de nichts hast kannste ja nur deine Ketten verlieren im faulenden sterbenden Kapitalismus.

                  besser?

                  0
                • Inga sagt

                  Bei unserem Sozialstaat?
                  Da braucht man kein Eigentum, trotzdem ist für alle gesorgt,

                  0
                • Brötchen sagt

                  Inga sagen bevorzugt, die welches haben…

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Wer nichts hat,
                  braucht sich auch keine Sorgen machen, wegen dem erhalt des Eigentums.

                  +1
            • Inga sagt

              Da sagst du was Reinhard,
              Nahrungsmittel = Gefühl?

              Ach deswegen Naturwissenschaft auch Gefühl und deswegen unwichtig?

              Also ist ein Schokoriegel mehr wert als ein Apfel,
              ist Cola mehr wert als Milch, auch gesünder?

              Naturwissenschaft braucht man nicht, ist zu kompliziert, eben grauselig und altmodisch.

              Und nur wegen dem Außenhandel, der unsere Wirtschaft uns unseren Wohlstand ausmacht?

              Also können wir uns wirtschaftlich keine Bauern mehr leisten?

              Und wer übernimmt unsere Landschaftspflege?

              Fremdarbeiter billig dafür ausnutzen?

              0
        • Inga sagt

          Aber es geht ja hier eher darum, ob man die Bauern entwurzeln soll, damit es den Industriearbeitern (Städtern, Egal aus Dorf oder Stadt), Stimmvieh eben gut geht.

          Wenn diese Städter weniger Verbindung zu ihren Natürlichen Nahrungsmittel haben, und mit ihren Gedanken lieber der Freizeitindustrie verschwenden, dann können sie weniger damit umgehen…
          Aber trotzdem Mitreden?

          Dann muss unsere Landwirtschaft industrialisiert werden.
          Und dann?
          Der Umweltschutz auch?
          Wer schreibt die Rechnung dafür?
          Angestellte und Arbeiter machen keinen Handschlag zu viel für die Umwelt oder Gemarkung.
          Die düngen und spritzen nach Plan, egal ob es passt oder nicht.
          Ihnen gehört ja nichts, Hauptsache sie haben Freizeit und können ihr Geld da ausgeben.
          Denn sie wollen auch Auto Haus und Boot.
          Treten vielleicht in die Partei der GRÜNEN ein, ein, denn die GRÜNEN spritzen nicht und schon haben sie eine Arbeit gespart!
          😉

          0
          • Reinhard Seevers sagt

            Inga, ich trage seit Jahren einen Zeitungsausschnitt mit mir rum, den ich einst in einer Zeitung fand…keine Ahnung, was die Quelle war.

            Zitat:“ 70 Prozent der Berliner Kinder, fand 1912 ein Arzt heraus, hatten keine vorstellung von einem Sonnenaufgang, 76 Prozent kannten keinen Tau, 82 Porzent hatten nie eine Lerche, 49 Porzent nie einen Froach; 53 von hundert hatten noch nie eine Schnecke, 87 noch nie eine Birke gesehen….“

            So, jetzt erklär mir mal, wie man die gute alte Zeit und heute zusammenbringt. Irgendwann haben sich ja anscheinend beide Welten wieder angenähert und nun wissen die Städter plötzlich, wie sich alles anfühlt, besser als früher. Das ist doch schon mal ein Fortschritt. Der Rückschritt liegt allein in der Ursache-Wirkung – Beziehung. Eine Verklärung der Natur und eine Verteufelung der Nahrungserzeugung. Wer alles und zu jederzeit hat, der macht sich Sorgen darum, dass das Schöne flöten geht, aber nicht darum, dass seine Nahrung knapp werden könnte. Es wird schlicht kein Zusammenhang zwischen „Natur“ und Nahrungserzeugung gesehen, wohl aber in der Zerstörung der Natur durch Nahrungserzeugung.

            +1
            • Brötchen sagt

              Reinhard selbst meine junge Kollegin hat Msc. kann keine Singvögel unterscheiden!

              Letzens hat ein Moderator auf DLF Nova von einem Adler gesprochen den er gesehen hat.
              Konnte er zusammen mit seinem Vater auf eine Wanderfalken reduzieren.

              Man glaubt nicht wie unwissend die Leute heute auch bezüglich Allgemeinbildg. was Naturwiss. betrifft sind.

              In der Schule wird das alles abgewählt, weil in Biologie muss man Fakten lernen, also Getreidearten usw.

              Bei Mathe, Physik und Chemie kann man ja einiges herleiten, wenn man die Grundlagen so einigermaßen kennt. Das ist auch alles logisch aufgebaut.

              Bis auf ein paar interess. Spezialisten kann man sich nicht vorstellen wie Großstadtbevölkerung heute tickt.
              https://www.radioeins.de/archiv/podcast/die_blaue_stunde.html

              man höre sich mal die letzte Sendung an, habe ich beim Umgraben gehört.

              Wollte dem schon schreiben, er kann zu mir in den Stall kommen, da kommt er vor Arbeit nicht auf solche Gedanken!
              Ich habe auch immer gearbeitet seitdem es diese Pandemie gibt.

              Kein Tag „Homeoffice“ o.ä. zum Glück..

              Da bekommt man ein Gefühl für deren Stimmung…..man muss nur auf die Stimmung hören.
              Sind total entwurzelt….

              +3
              • Reinhard Seevers sagt

                Serdan hat aber auf dem Gnadenhof in der Eifel erkannt, dass die Tiere, trotz ihrer zum Teil argen Konstitution glücklich waren…kein Wunder bei der netten jungen engagierten Frau, die den Hof betrieb……oh Mann, Berliner Bürger haben sich anscheinend von Unwissend durch Armut zu Unwissend durch Dekadenz gewandelt.🙄
                Bei solchen Beiträgen bekomme ich immer Gänsehaut vom Fremdschämen.

                +1
                • Brötchen sagt

                  Naja er muss sich ja nicht damit auseinandersetzen….

                  Die denken das immer!

                  Der ist total von der Rolle, kann ich von mir nicht sagen…….

                  Hör Dir das ruhig mal an….

                  +1
                • Brötchen sagt

                  Mir fiel dabei ein, Tierhalter haben ja ständig mit Tierseuchen und Erregern zu tun. Die verstehen bestimmte Dinge und das vieles nicht klar ist. Das man Geduld haben muss, aber das es dann schon Grund zur Hoffnung gibt und das man mit Seuchen leben kann.

                  Schon allein aus der Erfahrung! Die Erfahrung haben die aber nie gemacht. Trifft auch auf Pflanzenkrankheiten und Schädlinge zu.

                  +1
                • Inga sagt

                  Natürlich,
                  Hauptsache man kennt sich in Indestrie und Freizeit aus.
                  Wissenschaft wie Biologie und Landwirtschaft ist was für ewig gestrige.
                  Die Naturgesetze dienen genauso wie die Religion der Unterdrückung der Menschen,
                  die waren bestimmt dem Hitler hilfreich.

                  Deswegen sind die Bauern so altmodisch, weil, sie noch um die Ecke denken können
                  Und haben Freude am Tierquälen.

                  Neulich sagte eine Großstätderin im Fernsehen,
                  sie Stelle sich das so vor, dass die Bauern mit der Axt durch den Stall gehen und ein paar Tiere aussuchen um sie zu ermorden.
                  Sie sagte es mit lächelten Augen, weil sie gerade schlauer geworden ist und erfahren hat, wie es in der Realität ist.

                  Das die Tiere auch für sie geschlechtet werden.

                  Die hat es wenigstens eingesehen.

                  0
                • Brötchen sagt

                  Du Inga das ist nur Bequemlichkeit zum Teil.
                  Zum anderen, man muss ja bestimmte Fächer abwählen und es gibt Kombinationen, da geht das anders, dass Du z.B. Biologie mitnehmen musst.

                  Wer aus der Großstadt kommt, kriegt bestimmte Dinge einfach nicht vermittelt.
                  Ich könnte auch vieles nicht, wenn mir das mein Vater nicht gezeigt hätte, wie bestimmte Pflanzenarten.

                  In dem Milieu wachsen auch Journalisten auf und so überträgt sich das……Die Nachkriegsgeneration, die habe alle irgendwann mal auf einem Bauernhof zugebracht und die kennen noch Knappheit. Das kennt heute keiner mehr.
                  Guck Dir mal Schminkvideos an, die verwenden mind. 6 verschieden Tuben und Schachteln, wenn nicht mehr.

                  Aber der Bauer der ist Schuld….oder guck Dir die zugehackten Körper an, voll mit Gift unter der Haut, aber die Lw. vergiftet sie…Tatoofarbe nicht.

                  +5
                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Aber Brötchen, du glaubst nicht wie schön die Tattoos sind, zumindest meinen die das.
                  Ich kann nicht verstehen, warum hübsche Mädel ihren Körper so verunstalten.

                  +2
                • Brötchen sagt

                  Ehemaliger manche Sachen find ich auch ganz nett, an hat aber dann wenig andere Dekorationsmöglichkeiten…dann wird es langweilig…

                  0
              • Ehemaliger Landwirt sagt

                Bei uns war mal ein Bericht in der Tagespresse, ein Biber wurde gesichtet und mit einem Bild untermauert.

                Am nächsten Tag meldete sich per Leserbrief ein Jäger, der war der Meinung, es wäre ein Nutria auf dem Bild abgelichtet.🤣

                0
  10. Jochen Böhrer sagt

    Mit der ewigen Preisjammerei hat man sich selber ins Abseits geschossen. Man hat den Kampf gegen irrsinnige Vorschriften aus dem Fokus genommen und konzentriert sich auf LEH- und Verbraucherschelte. Die absoluten „Intelligenzbolzen“ der Branche gehen sogar so weit, dass sie sich Asche übers Haupt schütten und voller Demut ihr schändliches Tun eingestehen und mit den niederen Preisen und dem Geiz der Verbraucher rechtfertigen.
    Anstatt dass man selbstbewusst zu der Wirtschaftsweise steht, die den Hunger in unseren Breiten und großen Teilen der Welt besiegt hat und den Verbrauchern günstige Lebensmittel allerhöchster Qualität ermöglicht.
    Jetzt werden einem Knüppel zwischen die Beine geworfen. Und es werden einem 1 Euro mehr in Aussicht gestellt, wenn man die Produktion um 99 cent verteuert und dafür 500 Stunden im Jahr mehr arbeitet. Am Schluss bleiben von denn 99 cent nur 50 und der Selbstversorgungsgrad sinkt von 88% auf 50% Zu Lasten der Bevölkerung in armen Ländern.

    +12
    • Reinhard Seevers sagt

      Der Selbstversorgungsgrad ist kein Maßstab um irgendjemand hinter dem Busch hervor zu locken. Er war jahrzehntelang das Argument des Bauernverbandes, um mehr erzeugen zu dürfen, was zu einer Steigerung des Exportes führte, was uns heute wiederum vorgehalten wird.
      Dem Verbraucher ist es schlicht Wurscht woher etwas kommt, er muss lediglich die finanzielle Möglichkeit haben, es kaufen zu können. Das haben wir doch nun seitenweise schon diskutiert….regional, Bio, nachhaltig…bla,bla,bla..

      +12
  11. Reinhard Seevers sagt

    Landwirtschaft muss jetzt ihre Qualität ausspielen: Langmut und Durchhaltevermögen. Ich glaube, dass es im Moment keine Möglichkeit gibt die Öffentlichkeit irgendwohin mitzunehmen, sie hat selber zu viele Ängste und Probleme.
    Corona muss erst durch sein und die Wahl hinter uns. Dann wird sich vieles von selbst neu formieren.

    +4
    • Arnold Krämer sagt

      Vermutlich ist die Corona-Krise nicht wirksam genug. Die Ängste werden nicht weniger und kleiner, sie werden mehr und größer. Die klassische Landwirtschaft wird Projektionsfläche der Ängste bleiben.

      +9
      • Inga sagt

        Früher riet die Stadtoma den Enkeln
        immer berjuflich immer in der Nähe der Landwirtschaft u bleiben, dann hat man immer genügend zu essen.
        Die eine wurde Agraringenieurin der andere Koch.

        Vielleicht erinnern sich manche Städter-omas von früher auch noch daran,dass es bei den Bauern nach getaner Arbeit eine Gemütlichkeit gab.
        Und die tüchtige Bauersfrau mußte nach getaner Arbeit auftischen können während andere feiern.
        Trotzdem mußte sie dazu lächeln und vital wirken.

        Denn die Bauersfrauen mußten ja mehr können als normale Hausfrauen!
        Nicht nur sparsam sein, sondern auch noch lächeln und vital wirken.

        Vielleicht war das auch ein Forderung aus dem 3. Reich, ich weiß es nicht!

        0
      • Inga sagt

        Ja,
        die Bauern dienen als Fußabtreter!

        Anstatt sich die Leute mal besiinnen und schauen wo die Lebensmittel herkommen
        oder sich umandere lebenswichtig Dinge, wie Gesundheit, Ökologie oder ähnliches zu kümmern!

        0
  12. Schmeckt gut sagt

    Danke, Willi, für diesen Post. Er trifft es ziemlich genau. Ich habe mich lange nicht zu Wort gemeldet – hierauf muss ich etwas schreiben. Es hat nämlich seinen Grund, warum kein Laut von mir kam – mitgelesen habe ich schon. Seit etwa 6 Monaten versuchen wir unseren Hof am laufen zu halten. Wie viele sicherlich an meinem Einsatz während der ersten Coronawelle lesen konnten, bewirtschaften wir einen Sonderkulturbetrieb mit vielen osteuropäischen Helfern. Im letzten Jahr hatten wir allergrößte Bedenken, die Ernte überhaupt annähernd bewältigen zu können. Unterm Strich ist 2020 aber sehr viel besser gelaufen, als gedacht. Im Winter war dann sehr schnell zu erkennen, dass das Virus nicht locker lässt und die Lage sehr viel schlimmer werden wird. Und das die meisten Aussagen der „Stakeholder“ inklusive Politik einfach nur der eigenen Profilierung zu dienen haben. Positive Ausnahmen gibt es auch. Leider werden diese zu oft mundtot gemacht. Zurück zum eigentlichen Problem. Wir arbeiten hauptsächlich draußen – das ist gut. Wir haben sehr viel Handarbeit – das ist auch gut (für unsere vielen Helfer 😉 ). Aber politisch wird über uns und unsere Unternehmenskultur als ausbeuterisch, präkär und grundsätzlich umweltschädlich diskutiert. Hier halten meine Familie, unsere Mitarbeiter und auch die Sonderkulturverbände dagegen. Nicht laut, sondern im Gespräch. Das ist schwierig, kostet extrem viel Kraft und dauert oft zu lange. Über den Verkauf unserer Erntefrüchte brauchen wir nicht zu sprechen, der Handel versucht diese jetzt wieder zu Vor-Corona-Zeiten-Preise einzukaufen. Soviel zur UTP-Handelsrichtlinie. Sie ist das Papier nicht wert, auf das sie geschrieben wurde. Nur eine weltweite Unterversorgung der Märkte bringt auskömmliche Preise. Unsere extremen Kostensteigerungen für Hygienekonzepte, Unterbringung der Mitarbeiter, aufwändigere Logistik können wir gegenüber dem Einkauf nur bei einer deutlichen Unterversorgung durchsetzen. SONST KOMMT ES EBEN „WOANDERS“ HER – das ist weniger gut. Glücklicherweise können wir auf sehr gute Mitarbeiter zurückgreifen, die voll mitziehen – das hilft sehr. Und man mag es nicht glauben, auch die SPD (und die Grünen) können mittlerweile erkennen, dass es „vernünftig“ läuft – in unserer Branche. Machen sie aber nicht – ist ja Wahlkampf und Feindbilder werden gesucht. Das Familien resignieren, Höfe unnötigerweise aufgegeben werden… Nur Schulterzucken. Ist halt so, hilft der Volkswirtschaft durch Innovation und ihr seit sowieso die „Bösen“, die sich komplett anzupassen haben. Wird so aber nicht funktionieren, wenn keiner mehr die viele Arbeit machen kann (will). Wie gesagt – HANDARBEIT – die bekannten Schlagworte helfen nur bedingt. Wir setzen ja schon immer und zu jeder Zeit sinnvolle Innovationen um. Sonst wären wir schon lange „weg vom Fenster“. Muss nur alles auch über den Preis bezahlt werden. Und hier hakt es gewaltig im Deutschland „der Regionalität, der ausufernden Direktvermarktung, der Kleinbäuerlichkeit und Nachhaltigkeitsanforderungserfüllung“(Ironie). Es läuft auf zwei Betriebstypen hinaus – industriell, riesig und in den Regionen mit hohen Familieneinkommen eventuell Betriebstypen mit intensiverer Direktvermarktung. Politik sollte diesen Weg der Transformation der LW erkennen. Und deutlich benennen. Oder steht der Sündenbock schon wieder fest? Die moderne LW schafft sich selbst ab? Na das wäre doch mal etwas. So, Frustbewältigung aus. Ist ja Sonntag. Danke nochmal, Willi, für den treffenden Beitrag.

    +13
    • Bauer Willi sagt

      Danke Dir für den sehr bewegenden Kommentar.
      Und glaube mir, mit Deiner Gefühlslage bist Du nicht allein. Nicht alles steht hier im Blog, es gibt ja auch noch Telefon und Mail…

      +7
  13. Arnold Krämer sagt

    Politik (auch Agrarpolitik) ist zum Selbstzweck verkommen. Es geht um Wiederwahl, es geht um Sicherung von Positionen, um Erhalt von Einflussmöglichkeiten, um persönliche Bereicherung. Man glaubt diese Ziele am besten erreichen zu können, indem man auf die veröffentlichte Meinung schaut. Meinungsumfragen sind das Maß der Dinge. Und diese werden gezielt formuliert und interpretiert. Landwirte sind eine unbedeutende Wählergruppe und nicht mehr wahlentscheidend, so glaubt man auch in der CDU und CSU.

    +14
    • Bauer Willi sagt

      Ja, personell macht sich dies vor allem an Merkel und Söder fest. Im Moment weiß ich nicht, wen ich im September wählen soll. Ich habe meine politische Heimat verloren.
      Und nein, die AfD wird es gewiss nicht.

      +8
      • Paulus sagt

        @ Willi, politisch heimatlos gewordenen Bauern kann geholfen werden. Ich hätte
        da einen Tipp, nicht nur für dich, sondern für die klassisch wirtschaftenden Bauern generell. Wählt doch einfach mal die FDP.
        Du erinnerst dich? Das ist diese kleine liberale Klientelpartei. Wenn ihr Bauern es endlich mal fertig bringen würdet diese zu wählen und das auch deutlich zum Ausdruck brächtet, würde man euch ganz sicher nicht im Regen stehen lassen.
        Auf eurem Hof leben fünf wahlberechtigte Personen, das wäre doch schon mal ein Anfang.

        PS. Da Wahlwerbung auf diesem Blog untersagt ist bitte ich meinen Beitrag als Hilfestellung aufzufassen. 😉

        +1
        • Bauer Willi sagt

          Den Vorschlag/Gedanken habe ich natürlich auch in Erwägung gezogen. Ich finde auch die Arbeit von Carina Konrad (die ich persönlich gut kenne) sehr gut.

          Ein Problem habe ich mit Herrn Lindner, dessen Aussagen ich meist nicht teile.

          0
        • firedragon sagt

          Paulus, ich versichere Dir, es gibt in der LW welche, die wählen gelb und sind sogar Vertreter dieser Partei.

          +1
        • Arnold Krämer sagt

          Es haben Landwirte und CDU-Mitglieder auch schon vor 4 Jahren FDP gewählt. Diesmal werden es mehr.

          +4
          • Ostbauer sagt

            Geht mir als CDU- Mitglied genauso.
            Vor 4 Jahren noch taktisch zur Stärkung der Union in der GROKO gewählt,(obwohl damals schon nichts in Butter war) fällt mir dieses Jahr die Entscheidung außerordentlich schwer.
            FDP wäre eine Alternative zur Stärkung der Position sozialer Marktwirtschaft und Korrektiv in einer Regierung unter Annalena in einer „Ampel“. Heißt aber auch wieder Kompromisse hinter denen sich alle verstecken können. Im Moment tendiere ich mehr zur Variante „Drachen“: Grün-Rot-Rot. Lassen wir sie machen! Was haben wir noch zu verlieren? Dieses ganze „rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln“ bringt uns mittelfristig keinen Schritt weiter.
            Und, wer weiß, vielleicht haben wir ja auch schon Bretter vor dem Kopf und sie bekommen das wirklich hin?!
            Allerdings muss ich Bauer Willi Recht geben: Annalena als Kanzlerin; mein ganzes Inneres sträubt sich;- noch.
            Das Einzige, was für mich nicht in Betracht kommt sind: Nichtwählen, Dunkelrot und die braune Soße.
            Aber ich denke auch, dass sich die Union in der Opposition mal erneuern muss; war 1998 auch so.

            +2
          • Ja, aber die FDP ist auch nichts anderes als CDU-Politik in der Landwirtschaft, nur noch mehr Deregulierung, wenn das überhaupt möglich ist. Ich erinnere hieran:

            https://www.agrarheute.com/politik/unsinnige-fdp-anfrage-wilden-rentier-gebissen-576557

            Eine Anfrage übrigens auch von Gero Hocker unterschrieben. Die haben Angst, daß all die Insektenschwärme im tiefen Winter von Weihnachtsbaumbeleuchtung Pickel bekommen sozusagen.

            Zu Mercosur muß ich wohl auch nicht sagen, wer dafür und wer dagegen ist, oder?

            Und Frau Konrad lobbyiert gerade massiv dafür, daß man CRISPR als Züchtung und nicht als Gentechnik bezeichnet, um Gentechnikverbote umgehen zu können, dazu nur dieser eine Beitrag, ohne auf On- und Off-Target-Fehler, Introgression, Patentklagen gegen Höfe, Superweeds und Resistenzen etc. noch näher einzugehen:
            https://www.topagrar.com/management-und-politik/news/usa-7-mehr-pflanzenschutzmittel-durch-gentechnik-9587054.html

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      • Schorsch Summerer sagt

        Guten Morgen Willi. Hast du heut auch einen Blues?
        Vielleicht müssen wir die Politik mal anders sehen. Wäre es wirklich so schlimm wenn mal die Grünen an vorderster Front an die Macht kommen und den Bundeskanzler stellen? Stellen wir uns vor es würde Söder Kanzler und ein Grüner macht einen auf Landwirtschaftsminister. Grün könnte fast alles durchpressen mit dem Hinweis auf die Mehrheitsbeschaffung und wenn es schlecht läuft wäre Schwarz dafür verantwortlich. Vielleicht ist es an der Zeit mal Grün/Rot/Rot an verantwortlicher Position zu haben damit auch diese Parteien mal verstehen und spüren was Verantwortung bedeutet.
        CDU/CSU müssen meiner Meinung mal weg von der Regierung damit ein Reinigungsprozess einsetzen kann. Siehe die Coronaäffären oder Wirecard.
        Was haben wir denn noch gross zu verlieren? Wenn die so weitermurksen sind unsere Höfe nicht zu halten, egal wer an der Macht ist.
        Sollte eine neue Regierung ihre Arbeit gut machen wird sie mindestens 4 Jahre regieren. Sollte die Arbeit schlecht sein wird sie spätestens in 4 jahren bei der nächsten Wahl hinweggefegt. 4 Jahre, was ist das schon. Erinnert sich noch einer an den Donald Trump den Allergrössten? Kaum ist der weg schon fährt die USA mit Vollgas auf der politischen Rennstrecke und keiner erinnert sich mehr so recht an den Vorgänger und dass der 4 Jahre regiert haben soll.
        Ich denke dass ein weiterwursteln mit der jetzigen oder ähnlichen Konstellation in der Politik für uns noch die schlechtere Variante sein wird.

        „Oft wird mancher Narr mit Schaden klug, wenn er es mal selber tut.“

        Einen schönen Sonntag euch allen

        +3
        • Bauer Willi sagt

          Ja, hat was. Habeck hat ganz vernünftige Ansichten, ich habe ja eine Stunde mit ihm sprechen können. Er wäre nicht der schlechteste Agrarminister.

          Annalena als Kanzlerin? Puh, da muss ich dreimal tief durchatmen. Wenn Sie redet, denke ich immer an Fridays for future. Unbeschwert, aber auch unüberlegt.

          CDU in die Opposition? Mmh, da muss ich noch mal drüber nachdenken…
          Schönen Sonntag.

          0
          • Christian Bothe sagt

            Habeck sollte weiter Kinderbuecher schreiben…Die Baerbock ist doch eine Lachnummer und der Vgl. mit FFF ist passend!Ich stelle mir vor,wenn sie mit Putin,Biden oder mit Xi an einem Tisch sitzt,falls sie Kanzler werden sollte,was Gott bzw.vernünftige Menschen verhindern mögen…Die Grünen werden sich noch umschauen,wenn der Osten wählt. Ein für mich fähiger Kanzler wäre nur Merz von der CDU in Koalition mit Lindner und der FDP. Söder und Laschet werden es sicher nicht? Da scheint noch einiges zu passieren,meine ich.

            +3
            • Arnold Krämer sagt

              Im Osten sitzen ja viele vernünftig denkende Menschen. Es sind aber zuwenig. Und in Thüringen haben sie sogar einem westdeutschen Linken zum Ministerpräsidentenposten verholfen.
              Aber es geht ja garnicht um Vernunft: Söder hat der Süddeutschen Zeitung gesagt, „Politik müsse auch den Zeitgeist repräsentieren. Für die CDU als eine «progressiv-liberale Kraft» seien die Grünen der spannendere Koalitionspartner als die FDP“. (ziert aus der NZZ)

              Sport, Spiel, Spannung! Da Selbstverständnis des Politikbetriebs!

              +2
            • Ostbauer sagt

              Leider !!! hat es der Friedrich beim ersten Mal selber“verkackt“ (hab seine Bewerbungsrede live verfolgt) und fällt damit als Alternative erstmal aus.
              Meiner Meinung nach passiert in der Richtung gar nichts mehr.

              +1
            • Obstbäuerin sagt

              Ich glaube, Annalena (bzw. die Macht, die hinter ihr steht) sollte man nicht unterschätzen. Durch Campact wird für die Grünen unentwegt Wahlwerbung gemacht und da ist die Reichweite unter den jungen Leuten auch im Osten sehr groß. Sie werden mit Bienen retten, Tiere kuscheln aber auf keinen Fall essen, Bäume schützen und Klima retten in die grüne Richtung eingenordet. Und wenn zum Schluss auch die anderen Parteien glauben, sie müssten grün bedienen, dann steht dem Sieg ja nichts mehr im Weg.

              +6
              • Christian Bothe sagt

                Man sagt hier in Ostthüringen: Hänsel und das Gretel von den Grünen. Ein neues Märchen der Gebrüder Grimm…Passt irgendwie,wenn man hört was die Beiden so von such geben…

                +1
                • Obstbäuerin sagt

                  Offensichtlich hat sich Gretel aber mit der Hexe verbündet und ist dabei Hänsel aufzuessen. Da blüht uns noch was.

                  +2
            • Günter Reichard sagt

              März als Kanzler? Mittelständler mit Privatjet und Ansichten aus dem Mittelalter?
              Das wäre das Ende der bäuerlichen Landwirtschaft.

              0
              • Ehemaliger Landwirt sagt

                Viel leicht der kleine Kevin, ein Retter der bäuerlichen Landwirtschaft?

                +1
        • Reinhard Seevers sagt

          „Sollte eine neue Regierung ihre Arbeit gut machen wird sie mindestens 4 Jahre regieren.“

          Nach der These müsste man ja die erfolgreiche CDU, mit 16 Jahren erfolgreicher Politik, unbedingt wiederwählen oder? 🙄

          0
        • Stadtmensch sagt

          „Verantwortung “ heißt hierzulande, Werbung für Elektro-SUV zu machen. Ganz gleich welche „Farbe“ gerade administriert. Bei Gelb kommt noch Merkosur dazu, damit wir auch ganz verantwortlich Agrarprodukte gegen Industrieprodukte tauschen können.
          Win Win. Haben wir hier schöne Speckgürtle mit Reiterhöfe und in Brasilien können sie endlich die gleichen Fehler machen wie wir. 1,2 Autos pro zwei Leute. Einfach nur, damit alle beschäftigt sind. Köstlich.
          So ein armseliger Mist. Fast schon freue ich mich, wie der Klimawandel diese ganze einfältige Sche..e trocknen wird, damit sie nicht mehr so stinkt!

          +1
          • Reinhard Seevers sagt

            Stadtmensch welche materielle Befriedigung bietest du den 82 Millionen Bürgern an?
            Was soll produziert und konsumiert werden?
            Alle wissen immer, was nicht sein soll, aber nie, was es sein soll.

            +1
        • Schmeckt gut sagt

          Das Problem sind nicht die Köpfe. Diese werden ganz schnell von der Realität eingeholt und entsprechende Politik machen müssen. Probleme werden während der Legislaturperiode geschaffen. Es besteht dann die Gefahr, dass viele(alle) „Zureicher“ der Politik ausgetauscht werden. Gute Politik wird nicht durch die Köpfe gemacht, sondern durch Verarbeitung der Probleme in den untergeordneten Ebenen.

          +3
  14. mark sagt

    Frau Klöckner mag ja ganz nett sein, am Endes des Tages ist sie eben auch nur Teil des Systems. Sie hat weder die Kraft noch den unbändigen Willen, sich gegen die Angriffe aus dem BMU und dessen Vassallen durchzusetzen, sondern sie geht den Weg des geringeren Widerstandes, und das ist nun mal nicht der Weg der Bauern. Mit der Bauermillarde (lediglich ein Konjunkturprogramm für die Industrie) und der Laberkommission „Zukunft“ wurde den Bauerprotesten erfolgreich der Wind aus den Segeln genommen. Für Den DBV und das Ministerium ein Erfolg, es ist wieder Ruhe im Laden, Für die Bauern ein Desaster, sind doch die in den Protesten angeprangerten Probleme und Misstände in keinster Weise gelöst. Der Schwachsinn geht sogar verstärkt weiter. Die DüngeVO bringt noch mehr Auflagen und vorallem mehr Bürokratie, die in ihrer Wirkung bezgl. Nitrat und Emissionen sogar noch kontraproduktiv sind, mit Hilfe des angeblichen Insektenschutzes bringt man den Pflanzenschutz zum erliegen und der „Borchertplan“ ermuntert die selbsernannten Tierrechtlerschützerinnenverbände sogar noch zu verstärkten Angriffen gegen die Nutztierhaltung. Nur gar keine Nutztierhaltung ist eine gute Nutztierhaltung, so deren Credo. Und im Hintergrund arbeitet die Ernährungsindustrie mit unglaublichem Kapitaleinsatz daran, die Landwirtschaft als Grundstofflieferant komplett zu substituieren . Ob man es wahrhaben will oder nicht, wir befinden uns defacto im kompletten Niedergang (ausdücklich einschließlich Bio) der Landwirtschaft in Deutschland!

    +26

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