Alois
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Buchtipp: So schön kann Landwirtschaft sein

Kann man als Landwirt nurmehr mit „Wachsen oder Weichen“ überleben? Oder muss man als Landwirt immer mehr und immer billiger produzieren, um überhaupt noch von der Landwirtschaft leben zu können?

Diese Fragen beschäftigen viele Menschen und werden oft heiß diskutiert. Dazu möchte ich nun das folgende Buch empfehlen:

So schön kann Landwirtschaft sein – Ein Allgäuer Modell für die Regionen Europas

Das Buch ist eine Zusammenstellung der Erfolgsgeschichte der Marke „VonHier“ aus dem Allgäu. Dargestellt werden Bio-Bauern und Bio-Verarbeiter, die in den letzten 20 Jahren ihren eigenen Weg gesucht, und mit der Marke „VonHier“ ihren Weg und ihren Platz gefunden haben. Die Grundlage ist die faire Partnerschaft von Lebensmittel-Einzelhandel, Verarbeitern und den Erzeugern.

Sehr erhellend ist dabei das Gespräch der Gründerväter der Marke „VonHier“: Ernst Wirthensohn und Hannes Feneberg. Wirthensohn suchte als privatwirtschaftlicher Berater (Kulturlandbüro) vor mehr als 20 Jahren nach Alternativen zur klassischen Agrarproduktion und Hannes Feneberg suchte ein tragfähiges Alleinstellungsmerkmal für seinen regionalen Lebensmitteleinzhandel. Gemeinsam entwickelten sie die Marke „VonHier“. Der Konsens: Landwirte, Verarbeiter und der Handel gehen für eine überlebensfähige Wertschöpfung gemeinsam in den heiß umkämpften Lebensmittelmarkt.

„Alles muss transparent und ehrlich sein. Und alle müssen auf ihren Kosten kommen!“

In den zusammengestellten Geschichten bekommt man einen Eindruck, wie schwierig manche Entwicklungen waren. Und dass dabei längst nicht alles sofort geklappt hat. Es gab auch Rückschläge und Niederlagen. Aber die Bauern und auch der Handel gaben ihr großes gemeinsames Ziel nicht auf. Immer wieder wurden Lösungen gesucht und schließlich auch gefunden.

Heute liefern haben rund 600 Landwirte aus dem Allgäu (100 km Radius um Kempten herum) ihre Produkte zu vertraglich festgesetzten Bedingungen und Preisen an den Lebenmitteleinzelhandel Feneberg (ca. 100 Filialen)

Das Buch schildert anschaulich, was möglich ist, wenn Erzeuger, Verarbeiter und Handel gemeinsam an einem Strang ziehen. Ich empfehle dieses Buch vor allem denjenigen, die immer wieder Zweifel daran hegen, dass auch eine andere Landwirtschaft, jenseits von „Wachsen und Weichen“ und „immer mehr“ und „immer billiger“ möglich ist.

Sehr interessant ist dieses Buch aber auch für Verbraucher. Weil darin die Intensionen, Gedanken und die ehrliche Transparenz der „VonHier-Akteure“ zum Ausdruck kommt. Darum eignet sich das Buch auch hervorragend als Weihnachtsgeschenk für die ganze Familie.

Das Buch ist im Allgäuer „Brack-Verlag“ erschienen. Es kostet 19,90 €

Es kann über diesen Link online bestellt werden (Mit Klick auf den Link landet ihr auf der Bestellseite): https://brack-verlag.de/Fuer-den-Allgaeuer-Heimatfreund/So-schoen-kann-Landwirtschaft-sein.html

Oder natürlich auch in jedem Buchgeschäft und in allen Feneberg-Filialen.

Euer Alois

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72 Kommentare

  1. Alois Wohlfahrt sagt

    Zur Info:
    Nach den Entgleisungen des Herrn Felser der letzten Nacht habe ich seine E-Mail Adresse gesperrt. Und den kompletten Diskussions-Thread herausgenommen. Solche persönlichen Beleidigungen sind nicht hinnehmbar und werden von uns nicht toleriert.
    Alois

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  2. Alois Wohlfahrt sagt

    Hier empfehle ich noch ein Video (Es ist eigentlich nur ein Audio) ein Mitschnitt von einem Vortrag von Ernst Wirthensohn. Dem „geistigen Vater“ der Marke VonHier. Man erfährt in dem Video sehr viele Details wie das Ganze mit der Marke funktioniert
    https://youtu.be/XRd7fu_FiN4

    Wirthensohn war Landwirtschaftsberater am Amt für Landwirtschaft. Dort bin ich 1980 in der Landwirtschaftsschule Immenstadt im Fach „Tierische Produktion“ von ihm unterrichtet worden. Wirthensohn konnte sich mit den politischen Zielen des „Wachsen und Weichen“ nicht identifizieren. Er hatte sich dann Jahre später vom Staatsdienst befreien lassen und wagte den Schritt in die Selbstständigkeit als privater Landwirtschaftsberater mit seinem Kulturlandbüro. Er war überzeugt, dass der Landwirt mehr kann als nur produzieren. Und dass der Landwirt auch eine kulturelle Dimension hatte. Wo er auch eine Verantwortung für die Natur hatte. Dementsprechend beriet er privatwirtschaftlich Bio-Betriebe bei den Umstellungen zur Bio-Landwirtschaft. Und dann traf er eben auch auf Hannes Feneberg. Den Chef des LEH Feneberg Lebensmittel. Wirthensohn suchte Vermarktungswege für seine Betriebe. Und Hannes Feneberg suchte ein zukunftorientiertes Alleinstellungsmerkmal für sein Unternehmen.
    Auch ein Bio-Bauer spielte damals noch eine entscheidende Rolle: Es war Adi Sprinkart, der dann auch für die Grünen in den Landtag gewählt wurde. Adi war ein pragmatischer Praktiker. Er hatte keine Scheu sich mit einem „tief Schwarzen“ (gemeint war Feneberg) einzulassen, wenn es der Sache diente. Er sorgte maßgeblich dafür, dass die Bio-Bauern dem Feneberg-Angebot überhaupt trauten. Leider lebt Adi Sprinkart nicht mehr. Er wäre ein toller Politiker gewesen für „Schwarz-Grün“. Denn er hatte das schon vor 20 Jahren einfach „ganz praktisch“ gemacht.

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  3. Arnold Krämer sagt

    In unserem Wirtschaftssystem muss man immer besser produzieren, nicht unbedingt immer mehr und immer billiger. Aber: Sind die genannten Landwirte im Allgäu nicht auch gewachsen, weil der Handel mehr wollte, weil man gemerkt hat, dass man mehr verdienen kann, weil es auch in der Biolandwirtschaft Kostendegressionseffekte gibt, die die Stückgewinne steigen lasse, und die man nutzen will?

    Den bayerischen Landwirten wurde vor Jahrzehnten gesagt: „Wer Bauer bleiben will, kann Bauer bleiben“. Das hat dazu geführt, dass z.B. weniger Boxenlaufställe errichtet wurden als im Norden, dass heute noch rund 30 Prozent aller bayerischen Kühe ganzjährig in Ställen (oft Anbindeställe) gehalten werden. Unter solchen Bedingungen muss man dann einen anderen wirtschaftlichen Pfad wählen, wenn man nicht weichen will. Das erfordert genauso (aber teilweise andere) Anstrengungen wie eine Herde von 300 oder 400 Kühen erfolgreich zu führen und verdient genauso Respekt und Anerkennung.

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  4. Arnold Krämer sagt

    Die Landwirtschaft war in der Phase des „Wachsen oder Weichen“ aufgrund des technischen Fortschritts, den niemand ignorieren könnte und auch nicht wollte, weil er erhebliche Arbeitserleichterungen für die Menschen mit sich gebracht hat (Bsp. gesamte Erntetechnik, Laufstallhaltung, Melkroboter). Wir kommen jetzt in die Phase des „Weichen und Wachsen“, oder sind schon drin. Das wird weniger dynamisch ablaufen, weil der technische Fortschritt teilweise „zurück verordnet“ wird, vieles auch im organisatorischen Bereich (Arbeitsteilung) bereits völlig ausgereizt ist und die Verfügbarkeit von Arbeitskräften immer geringer wird. Der westdeutsche Familienbtrieb steht an der Schwelle zur Fremdarbeitsverfassung oder hat sie oft schon überschritten und merkt dabei, das dabei die ökonomischen Gesetzmäßigkeiten andere werden und die Anforderungen in der Unternehmensführung erheblich steigen. Das trauen sich nicht alle zu und fühlen sich überfordert.
    Die Betriebsaufgaben werden aus den verschiedensten betrieblichen und privaten Gründen nicht aufhören. Mindestens das Land, oft aber auch die Stallkapazitäten werden von Berufskollegen übernommen. Diese Form von Weichen und Wachsen wird bleiben und an Bedeutung zunehmen.
    Noch ein weiterer Gedanke und dann soll Schluss sein.
    Wachsen ist ein Naturgesetz, alles was lebt wächst. In jungen Jahren stärker, in späten Jahren weniger.
    Was im Frühjahr nicht wieder grün wird und wächst ist tot. Auch der älteste Baum kippt einmal um und bietet dann einen Lebensraum für Flechten, Moose, Käfer usw. So ist das Leben. Wirtschaft funktioniert grundsätzlich genauso.
    Wachsen heißt Lernen und weil es individuell keine Grenzen des Lernens gibt, gibt es individuell auch keine Grenzen des Wachstums.

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    • Brötchen sagt

      Arnold alle müssen gucken, was lässt sich vom Aufwand her auslagern und was kann mechanisiert und automatisiert werden.
      das betrifft auch Bio und vor allem Bio!

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    • khberger sagt

      Da stimme ich dir völig zu. Wachsen, diversifizieren (ein besseres Wort ist mir jetzt nicht eingefallen) oder weichen ist ein allgemein gültiges Gesetz unseres derzeitigen Wirtschaftssystems. Die oben genannten Initiativen sind toll, aber nur ein Tropfen auf dem heissen Stein. Die Hauptprodukte unserer Landwirtschaft (Getreide, Mais, Zuckerrüben, Kartoffel, Milch, Fleisch, …) sind Rohstoffe für die Industrie. Auf den Preis und die Warenströme haben wir kaum Einfluss. Wir müssen nehmen was wir kriegen.
      Die Ursache allen Übels liegt in der Globalisierung und in der Gier einiger weniger Konzerne/Investoren. Wofür brauchen wir in Europa Zucker aus Südamerika, der unter desaströsen Bedingungen aus Zuckerrohr hergestellt wird, genmanipulierte Sojabohnen aus Brasilien oder Palmöl aus Kambodscha, welche durch Landraub und Umweltzerstörung von korrupten Firmen produziert werden. Dies funkioniert ja nur deshalb weil es keine Kostenwahrheit gibt. Externale Kosten, wie Vertreibung und Verarmung der Landbevölkerung, Umweltzerstörung, Verstärkung des Klimawandels usw. werden von einigen wenigen einfach auf die Allgemeinheit übertragen. Würden für diese Länder die selben Standards (Mindestlohn, Umweltauflagen, Arbeitsschutz, uva.) gelten wie bei uns wären diese Produkte um ein mehrfaches teurer als hier. Wir könnten in Europa zB. mehr Sojabohnen, Sonnenblumen, Raps und Zuckerrüben anbauen und damit andere Märkte entlasten. Statt dessen verschliessen wir die Augen vor der Ausbeutung, der Ungleichheit und der Missachtung der Menschenrechte in der Welt und konsumieren weiter billige Lebensmittel. Warum wohl besitzt 1% der Weltbevölkerung mehr als die 99% anderen ?

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      • Alois Wohlfahrt sagt

        @khberger
        >> Die Hauptprodukte unserer Landwirtschaft (Getreide, Mais, Zuckerrüben, Kartoffel, Milch, Fleisch, …) sind Rohstoffe für die Industrie. Auf den Preis und die Warenströme haben wir kaum Einfluss. Wir müssen nehmen was wir kriegen.

        Deine Aussage macht mich unendlich traurig. Sie zeigt, dass Du den „braven Bauern“ zu 100% verinnerlicht hast. Demütig bist Du mit dem zufrieden, was die anderen Dir zu geben bereit sind. In deinen weiteren Ausführung beklagst (beschuldigst) Du die Ungerechtigkeiten dieser Welt, gegen die ein „armer Bauer“ wie Du wohl nichts machen kann.

        Falls Du bereit bist, dein Selbstmitleid mal zu überdenken, gebe ich Dir den Tipp: Kaufe Dir dieses Buch. Du wirst darin 20 Erfolgsgeschichten lesen. Sie werden dich auf positivere Gedanken bringen.

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        • khberger sagt

          @Alois
          Ich bewirtschafte einen großen Biobetrieb mit einigen interessanten Spezialkulturen und bin weder ein armer Bauer noch habe ich Selbstmitleid. Ich bin Realist und beobachte die allgemeine Entwicklung der Landwirtschaft in meiner Region – dabei ist die gesamte Vielfalt lw. Betriebe vertreten, von Ackerbauern über Direktvermarkter bis zu Weinbauern. Und alle befinden sich in der gleichen Tretmühle.

          Ich habe einen guten Bekannten der seit mehr als 30 Jahren frischen Salat in größerem Umfang an Spar Österreich liefert. Die haben fleissig mit der Frische und dem Bauern aus der Region geworben. Seit 1 Jahr hält der Einkäufer meinem Bekannten jede Woche die Angebote aus Spanien (1/2 Preis) vor die Nase. Ist das Partnerschaft ?

          Im vergangenen Jahr ist der Preis für Biodinkel um 50% gefallen weil zu viel produziert und vieles aus Osteuropa importiert wurde. Diese Tatsache wird leider von der Biobranche totgeschwiegen damit die heile Welt nicht gestört wird.
          BioKreuz- und Schwarzkümmel, die ich seit mehreren Jahren anbaue, werden zunehmend aus Ägypten zu extrem niedrigen Preisen importiert.

          Daneben gibt es bei uns auch viele positive Beispiele, sogenannte Leuchtturmprojekte -oft Nischenlösungen – die nachahmenswert sind, aber sehr empfindlich auf Produktionsausweitungen reagieren.

          Ich war immer bereit neue Wege zu gehen, aber heute werden sie schneller kopiert als du denken kannst.

          Mit Ungerechtigkeit meine ich die Ausbeutung der Erntehelfer in Südeuropa, die Vertreibung von Kleinbauern in Südostasien und Südamerika durch Konzerne wie Cargill (Pachtpreis 5€/ha), das Landgrabbing in Afrika usw. Und alle wollen nach Europa liefern, weil hier die Kaufkraft am höchsten ist. Dazu gibt es interessante Dokumentationen auf 3sat. zB Landraub

          Für den Tipp mit dem Buch bedanke ich mich und werde es mir kaufen.

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    • fingerphilosoph sagt

      In der Natur gibt es kein endloses Wachstum. Jede Population, die über ihre natürliche Begrenzung in Form von Nahrungsangebot einerseits und Fressfeinde andererseits hinauswächst, bricht unweigerlich zusammen. Die erfolgreichsten Arten wie Schwalben, Schildkröten, Krokodile, Schachtelhalme, Quastenflosser etc. sind die, die es gar nicht darauf ankommen lassen und sich innerhalb ihrer Grenzen bewegen statt diese Grenzen ständig zu negieren, wie der Mensch das macht, deshalb gibt es sie seit 50 bis 400 Millionen Jahren, während sogar der inzwischen verstorbene Oberguru der Astrophysiker, Stephen Hawkings, der Menschheit nicht mal mehr 1000 Jahre gibt.

      Die Industrialisierung der LW und „Wachsen und Weichen“ sind die beiden Seiten derselben Medaille. Das Bauernhofsterben setzt gleichzeitig mit der Industrialisierung der LW ein. Aber die Bauern machen offensichtlich lieber die Politik, den Verbraucher, die Preise, den Markt, den LEH, die NGOs oder sonstwen dafür verantwortlich.

      Wer hier wächst, ist nicht der Bauer, sondern die Hersteller von Erntemaschinen und Melkrobotern, während der Bauer zum Erfüllungsgehilfen dieser Industrie mutiert.

      3+
      • Obstbäuerin sagt

        Also sollte der Bauer lieber auf jegliche Arbeitserleichterung verzichten, damit er nicht zum Erfüllungsgehilfen der Industrie mutiert und seinen Hof so vor dem Wachsen schützt. Weichen wird dann spätestens der Hofnachfolger, weil der garantiert keine Lust auf diese Knochenarbeit hat. Oder hab ich das falsch verstanden, Fingerphilosoph?

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        • fingerphilosoph sagt

          Ja, Obstbäuerin, das hast Du falsch verstanden. Ich beschreibe einen IST-Zustand bzw. eine Entwicklung, während Du eine SOLL-Forderung daraus ableitest.

          Im Rahmen der Industrialisierung sind bereits jede Menge Berufe verschwunden. Außer Nahrungsmitteln brauchen die Leute auch Möbel, Kleider, Schuhe. Wie viele Schreiner, Schneider und Schuster gibt es heute denn noch? Die wenigen, die es noch gibt, sind in der Regel Verkäufer in Möbel-, Kleider- oder Schuhgeschäften. Verkäufer ist so ein Job, der sich neu herausgebildet hat, weil die Technik dem Schreiner und Schuster die Arbeit abnimmt. Schreiner, Schneider und Schuster sind zu Erfüllungsgehilfen der Industrie mutiert.

          Es gehört zum Wesen der Vertechnisierung bzw. Industrialisierung, dass menschliche Arbeitskraft durch Maschinen und nun, in der nächsten Phase, auch menschliche Intelligenz durch Maschinen ersetzt wird. Maschinen erleichtern den Menschen nicht nur die Arbeit, sie machen sie im Arbeitsprozess überflüssig.

          Was denkst Du, wo heute mit das meiste Geld verdient wird? In der Unterhaltungsindustrie!! Für ein paar Monate Arbeit bekommt ein Schauspieler, der es geschafft hat, berühmt zu werden, 30, 50, 70 Millionen. Außer ein paar Scheichs und ein paar Großmogulen wie Bill Gates und Mark Zuckerberg kann da niemand mithalten.
          Johnny Depp besitzt, so weit ich weiß, insgesamt 16 Schlösser, also nicht an Türen, sondern die Dinger mit den Türmen und so. Selbst bei Königen ist die Anhäufung von so viel Besitz normalerweise ein Generationenwerk. Johnny Depp hat das allein fertig gebracht.

          Warum gerade Schauspieler? Weil sie den Leuten die tödliche Langeweile vertreiben, die sich beim Gros der Menschen immer mehr breit macht. Weil es immer mehr Menschen werden, die zu viel zu viel Zeit haben und nicht wissen, was sie damit anfangen sollen.

          Warum ist das Smartphone ein derart überwältigender Erfolg? Nicht weil es zu einem guten Leben notwendig ist, sondern weil es den Leuten die tödliche Langeweile vertreibt und ihnen einen Hauch von Bedeutung ähnlich einem Schauspieler verleiht. Das Smartphone macht Milliarden Menschen zu winzigen Kopien der Johnny Depps und Julia Roberts dieser Welt.

          Was denkst Du denn, warum wir heute eine überbordende Verwaltung haben? Einen überbordenden Reglementierungswahnd mit entsprechendem Gesetzeswust? Eine überbordende Medizin, die schon aus jedem Schulkind einen zu therapierenden Patienten macht? Nicht, weil das notwendig ist, sondern weil immer mehr Menschen aus dem Arbeitsprozess herausgedrängt werden und sich andere Betätigungsfelder suchen müssen.
          Das ist ein strukturelles Problem, das in der Industrialisierung selber liegt.

          Die Bauern wollen offenbar die Vorteile der Industrialisierung bei Aufrechterhaltung des status quo ohne die Nachteile in Kauf zu nehmen. Und der Nachteil ist eben „Weichen“. Die Nachteile gehören halt genauso dazu wie die Vorteile.

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          • Brötchen sagt

            in bb gibt es gerade eine analyse, das 1/3 der beschäftigten in der lw in den nächsten 10 Jahren nicht mehr da sind. eine Stadtverwaltung einer grossen boomenden Stadt fehlen 1/5 der Angestellten.
            in d. ist das anders als in Fr. meiner Tochter hat der Landkreis hinterher telefoniert, ob sie den die Ausbildung machen möchte. Fr. hat viel höhere Geburtenrate und eine hohe jugendarbeitslosigkeit.

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            • Brötchen sagt

              sie hat mühelos Jobs in Grössen bekleidungsketten bekommen. (mindestlohn) konnte sie sich aussuchen.
              ein bekannter Kunde bei uns meinte, sie kann sich mit ein Schild an die Strasse stellen und wird sofort als ak mitgenommen. da wird nicht nach Fähigkeiten gefragt.
              gut im baumarkt gibt es jetzt selbstbedienungsscankassen. vielleicht eher aus Personalnot als aus kostenersparnis. sonnabend bekommt man da kaum einen Parkplatz, da ist es immer voll.

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            • bauerhans sagt

              da war eine reportage über eine melkerin in BB,die morgens um 3 anfing,ihr mann morgens um 4 im nachbardorf.
              der bauer meinte,dass er wohl die kühe abschaffen werde,wenn die melkerin in rente geht.

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            • fingerphilosoph sagt

              Ja, keine Kinder mehr kriegen, ist eine Lösung dieses strukturellen Problems.

              Oder die Kinder der Bauern übernehmen nicht den Hof, sondern gehen in die Stadtverwaltung der boomenden Städte. Was die Städte stärkt und sie weiter boomen lässt, weswegen die Stadtverwalter bei den Bauernkindern sogar anrufen.

              In der Stadtverwaltung verwalten die Kinder der Bauern dann die Bürger, was konkret heißt, dass es in summa für die Bürger mehr Verwaltungsvorschriften und Bürokratie gibt. Für die Bauern sowieso. Was wiederum den einen oder anderen Bauern dazu bringt, das Handtuch zu werfen und zu weichen.

              Zu Ende gedacht hat diese Entwicklung Aldous Huxley in „Schöne neue Welt“: am Ende dürfen nur noch so viele Kinder geboren werden, wie die Industrie inklusive Unterhaltungsindustrie braucht. Alle anderen haben kein Existenzrecht.

              Es sind dann Verwaltungsangestellte, die dann darüber bestimmen, wo wann welche Kinder mit welchen Qualitäten geboren werden. Wenn die Kinder nicht gleich im Reagenzglas nach den Erfordernissen der industriell-technischen Welt per Gendesign geplant und per künstlichem Uterus ausgetragen werden.

              Die Evolution geht in die Hände der Verwaltungsangestellten über. Verwaltungsangestellte sind dann nicht nur „Funktionäre“, sondern auch „Evolutionäre“. Sag Deiner Tochter, sie soll beim Landkreis zusagen 🙂

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            • Brötchen sagt

              FP sie macht was anderes. ich habe mich mit meiner Frau einmal reproduziert. ich finde es nicht schön, wenn es zu wenig Kinder gibt.
              Kinder geben dem Leben Sinn.
              ich finde es richtig wie es in Fr. läuft.
              mit der Verwaltung das schätzt du falsch ein, die machen nur noch notprogramm. ich brauche keine Verwaltung, die Dörfer sind sowieso fast autark.
              es wird so wie in den USA, da bist du auf dich allein gestellt und Waffe ist Pflicht. das wird ab von den Städten bei uns auch so.

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          • “ Und der Nachteil ist eben „Weichen“. Die Nachteile gehören halt genauso dazu wie die Vorteile.“
            Ich habe in den vergangenen Wochen Pacht ausbezahlt an insgesamt 67 Verpächter. Ein Teil der Verpächter besteht nach wie vor auf Bargeld, so muss ich dieses persönlich bei diesen vorbeibringen. Die wollen dies auch deshalb, um im Gespräch zu bleiben, sie informieren sich wie das Jahr s gelaufen ist (Dürre etc.). Es sind ausnahmslos die älteren, die selbst noch aktiv landwirtschaftlich tätig waren. Es sind alle ausnahmslos froh, dass sie die Last der Landwirtschaft nicht mehr tragen müssen und ihre Kinder ausserhalb der Landwirtschaft gute Jobs gefunden haben. Weichen muss deshalb nicht unbedingt ein Nachteil sein.

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            • Brötchen sagt

              das ruckelt sich schon zurecht, sehe ich auch so.

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            • fingerphilosoph sagt

              @ Mark
              Na also, dann verstehe ich nicht, warum die Bauern dauernd jammern. Ist doch alles in Ordnung.

              @Brötchen
              Ich glaube nicht, dass ich das Problem mit der Verdichtung von Verwaltung falsch einschätze. Für den selbständigen Unternehmer wird der bürokratische Aufwand von Jahr zu Jahr höher. Die Entscheidungsfreiheit wird zunehmend durch Vorschriften eingeschränkt, zu den kommunalen, länderspezifischen kommen noch die auf Bundesebene und EU. Und überall auf allen Ebenen hocken die Verwaltungsangestellten.

              @ Obstbäuerin
              Bei Obst und Gemüse besteht in Deutschland ein Selbstversorgungsgrad von um die 30%. Also nicht viel los mit Versorgung aus heimischer Produktion. Ob nun in Almeria afrikanische Flüchtlinge oder Näherinnen in Bangladesch: ich sehe da keinen großen Unterschied.

              Aber im Grunde geht es nur drum, dass niemand sagen kann, das habe er so nicht gewollt, er sei bloß das Opfer irgendwelcher Machenschaften. 99 von 100 Leuten finden den Fortschritt in der Technisierung super und absolut notwendig. Und der Eine von den 100 bin ich. Also? Warum beklagt ihr euch immer? Versthe ich nicht.

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            • „Na also, dann verstehe ich nicht, warum die Bauern dauernd jammern. Ist doch alles in Ordnung.“ Na, da hast Du vielleicht nicht aufmerksam genug gelesen. Die allermeisten derjenigen, die die Landwirtschaft aufgegeben haben, bereuen dies nicht. Für die Aussteiger ist alles in Ordnung. Für die Verbliebenen hat der Strukturwandel die erhofften Vorteile häufig nicht gebracht.

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            • Arnold Krämer sagt

              Die weichenden Landwirte sind da, wo die Pachtpreise ergiebig sind (außer Saarland), meist sehr zufrieden, und bereuen es, dass sie oft solange für die Umsetzung gebraucht haben. In den verbliebenen gewachsenen Betrieben werden die Einkommenspotentiale oft nicht ausgenutzt, weil man sich zuviel zugetraut hat, die Größe nicht beherrscht und nur ein großes Rad dreht. Viel Arbeit und wenig Geld – das macht unzufrieden!

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            • Brötchen sagt

              a. Krämer als landbesitzer hat man es auch nicht einfach. gibt es eigentlich das Fachgebiet pachtpreispsychologie;)?

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            • fingerphilosoph sagt

              Die jammernden Bauern sind diejenigen, die nicht weichen (wollen), sondern sich an etwas klammern, das in dieser Form keine Zukunft hat. Das trifft es auf den Punkt. Mark, du bist hier der bessere Philosoph 🙂

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          • Brötchen sagt

            FP….das täuscht. ja es gibt mehr Vorschriften, aber zu grossen teilen werden wichtige Sachen überhaupt nicht mehr kontrolliert.
            Bsp. pharmaskandal in bb….jetzt werden plötzlich 30 neue stellen geschaffen, weil die im pharmahandel nicht so richtig kontrollieren könnten. und da gibt es noch viel viel mehr.
            und in 10 Jahren gibt es ein massives personalproblem. gut die Leute werden auch weniger, aber über die Fläche wird das eine Herausforderung.
            meine Tochter müsste z.b. zum kreissitz 70 km fahren.
            geplant war mal eine kreisreform, da hätte sich die Strecke verdoppelt.
            das wurde abgeblasen, weil ja der Umkehrschluss für die Verwaltung gefährlich ist…..na wenn die nichts mehr für mich machen, wozu brauche ich die noch. sind ja auch Dienstleister. der Staat kommt sonst gewaltig in rechtfertigungszwänge.

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            • fingerphilosoph sagt

              Bei Behörden gilt eben auch immer noch das Peter-Prinzip: man steigt so lange auf, bis die Stufe der Inkompetenz erreicht ist, und da bleibt man dann bis zur Rente. Ein Selbständiger ist weg vom Fenster, sobald er die Stufe seiner Inkompetenz erreicht.

              Das Personalproblem ist ja nur eins, solange die Verwaltungsposten in der freien Wirtschaft besser bezahlt werden. Die zwingende Voraussetzung hierfür ist permanentes Wirtschaftswachstum. Wenn die Kreis-, Landes-, Bundes- und EU-Verwalter wegen der Öko-Ideologie nach der Landwirtschaft nun auch noch die deutschen Kernindustrien demontieren, steigt entsprechend die Zahl derer, die einen sicheren Job beim Staat suchen. Frankreich ist da ein gutes Beispiel. Das hier vorherrschende sozialistische System verunmöglicht eine starke Industrie, ergo streben 75% aller Abiturienten eine Verwaltungskarriere beim Staat an.

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        • Obstbäuerin sagt

          Da Du gerade den Schreiner, Schuster und Schneider als Beispiel nimmst, Fingerphilosoph, war es in diesen Fällen aber weniger die Industrialisierung als vielmehr die billige Handarbeit in Indien und China. Aus gut informierten Kreisen weiß ich, dass z.B. Solarmodule in China oft in der Garage im Hinterhof montiert werden. Ansonsten hast Du natürlich recht, es ist keine gute Entwicklung.

          1+
      • Ja,
        deshalb ist an der Landwirtschaft mehr zu verdienen, wie in der Landwirtschafft, oder?

        3+
        • khberger sagt

          An der Landwirtschaft verdienen alle. besonders die Banken. Für diese ist das Geschäft – durch die Absicherung mit Grund und Boden – praktisch risikolos. Die Landwirte zahlen jahrelang brav die Zinsen, weil die Schande eines Grundverkaufs keiner ertragen kann.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        „. Aber die Bauern machen offensichtlich lieber die Politik, den Verbraucher, die Preise, den Markt, den LEH, die NGOs oder sonstwen dafür verantwortlich.“

        Was glauben sie eigentlich, wie viel ein Bauer an Einkommen verdient, der so wirtschaftet wie vor 60 Jahren?

        Der Beitrag von ihnen ist vollkommen an der Realität vorbei.

        1+
        • fingerphilosoph sagt

          Einer der heute so wirtschaftet wie vor 60 Jahren, ist seine eigene Marke, Bio-Bauer sowieso, kann für seine Produkte das 10fache verlangen und wird für seinen individuellen Weg so bewundert, dass er in Talkshows auftreten kann oder von Touristen besucht wird.

          Was glaubst Du, warum viele der Erfolgsgeschichten gerade aus dem Allgäu stammen? Weil es dort sture Bergbauern gibt, die sich selbst über 60 Jahre lang treu geblieben sind und ihre Kühe immer noch auf die Almen treiben.

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          • Obstbäuerin sagt

            Wenn man die objektiven Gegebenheiten einfach vernachlässigen kann und nur die Persönlichkeitsstruktur für den Erfolg verantwortlich ist, dann sind wir hier im Osten wohl alle klägliche Versager?

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            • Brötchen sagt

              Quark! übrigens Sachsen hat 220 Einwohner pro qm.

              obstbäuerin fahr hin! die kochen auch nur mit Wasser!

              bei uns gibt es bessere hofläden als in Bayern.
              ich war dieses Jahr am Altmühltal.
              ich gucke genau hin und unterhalte mich auch mit lw. wir sind nicht so schlecht aufgestellt.

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            • Brötchen sagt

              übrigens die Glocken, die man so im Allgäu oder in der Schweiz sieht, die kommen aus dem Osten. gewusst!?
              kam letztens bei steimles Welt.

              Krieg ich zu weihnachten:)

              https://www.venter-glocken.de

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            • Obstbäuerin sagt

              Das war eher eine rhetorische Frage, Brötchen. Natürlich sind wir nicht blöd, sonst hätten wir es nicht bis hierher geschafft aber die Bedingungen werden immer schwieriger. Da wir zur VEOS gehören, haben wir selbstverständlich Kontakte zu Obstbau-Kollegen in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Es ist nur einfach objektiv so, dass es mir beruflich wenig bringt über den Tellerrand von Alois zu blicken, wenn von meinem Tellerrand etwas ganz anderes zu sehen ist.

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            • Brötchen sagt

              obstbäuerin das ist richtig, es ist zur Einordnung und zur Motivation vielleicht hilfreich!?

              es ist schon richtig, es ist eine andere Welt.

              z.b.
              der Biergarten rechnet sich am Lech auch nicht so richtig. Preise sind auch niedrig und so voll ist es in der Woche auch nicht. manchmal macht das auch jemand nur nebenbei aus Tradition.

              ich kann es nur empfehlen.
              und an der unstrut oder saale z.b. gibt es kulturell sehr viele Möglichkeiten. das ist dort nicht so!
              es ist mir schon klar, obstbau ist schwierig.
              kann es dir nur empfehlen, mir hat es geholfen!

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            • fingerphilosoph sagt

              Warum heute Süddeutschland über signifikant mehr Einnahmen aus dem Tourismus verfügt, liegt nicht nur an den Bergen und am Bodensee, sondern auch daran, dass es im Süden Deutschlands weit weniger Massentierhaltung und Intensivlandwirtschaft als in Deutschlands Norden gibt. Gebiete mit Massentierhaltung und Intensivlandwirtschaft sind für den Tourismus uninteressant. Es sind im Wesentlichen Bauern, die Landschaft gestalten, also auch für die „objektiven Gegebenheiten“ mitverantwortlich sind. Erzähle mir nicht, dass ihr im Osten keine ursprünglich schönen Landschaften habt.

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            • Obstbäuerin sagt

              Um nicht aneinander vorbeizureden, würde ich als Beispiel das Saarland nehmen. Es hat sicher auch schöne Landschaften, so wie wir aber es ist auch eine sehr viel ärmere Region als das Münchner Umland bis zum Bodensee. Mit dem Saarland kann man Brandenburg eher vergleichen. Der Wohlstand in Bayern kommt doch nicht nur aus dem Tourismus, sondern vor allem aus der Industrie (z.B. Rüstungsindustrie am Bodensee). Davon gibt es bei uns nicht mehr viel. Massentierhaltung ist ja örtlich sehr begrenzt, da kann ich die Ursache eher nicht sehen. Man muss in Brandenburg auch zwischen dem Berliner Umland und dem Rest unterscheiden. Da gibt es sehr große Unterschiede.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Bayern ist von reinen Agrarstandort zu einem modernen Industriestandort geworden, die Industrie bildet sowohl in Bayern wie auch in BW das Rückgrat der Wirtschaft. Aufgrund der intensiven Verflechtung über die Wertschöpfungsketten mit anderen Wirtschaftsbereichen übt die Industrie eine zentrale Drehscheibenfunktion aus.
              Das Verarbeitende Gewerbe ist nach den öffentlichen und privaten Dienstleistern sowie dem Sektor Handel, Verkehr und Gastgewerbe gemessen am Anteil der Erwerbstätigen mit 20,5 % der drittgrößte Wirtschaftsbereich in Bayern. Im Vergleich zu Deutschland (17,1 %) ist der Freistaat Bayern also deutlich stärker industriell geprägt und gehört zu den bedeutendsten deutschen Industriezentren. Der Anteil der industriellen Wertschöpfung liegt rund 4,3 Prozentpunkte über dem Deutschlandwert.
              Die Waffenschmieden am Bodensee liegen in BW.

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Die Bewirtschaftung der Almen ist wegen der Lawinengefahr sehr wichtig, das vergessen selbst die Bewohner der Bergdörfer sehr gerne, obwohl sie mit ihren Häusern darauf angewiesen sind. Nicht zu vergessen die Gastronomie die jede Menge Geld scheffelt, und der Bauer wird mit Almosen abgespeist.

            Momentan arbeite ich für null Euro“, klagt Jakob Müller Almbauer am Chiemsee.

            https://www.dw.com/de/der-almbauer-jakob-m%C3%BCller/a-5204924

            Möglicherweise kann er mal Urkunden aus der Hand des Staatsministers für aufopfernde Hingabe und unschätzbare Arbeiten zugunsten von Natur und Landschaft entgegennehmen, das ist doch auch was.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Etwas habe ich noch vergessen, wenn seine Knie und Hüften kaputt sind, hilft der Vollgasbauer mit seine Krankenkassenbeiträgen die OP zu bezahlen.

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            • Brötchen sagt

              ehemaliger…die machen das alle nebenbei und das ist nur Enthusiasmus.
              man sollte da vorsichtig sein. bilder sind toll, aber man frage nicht nach den Einnahmen.
              Schulter klopfen oder warmer händedruck ja….sehe ich auch so.

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      • Also wer an der LW verdient, wie Landmaschinen-und Pharmafirmen, die wachsen, nicht aber der einzelne Bauernhof, das landw. Unternehmen!

        Wenn du, Fingerphilosph aber durchblickst, deswegen eine intakte Landschaft mit funktionierender Landwirtschaft darin willst, dann gehe in die Politik, schaffe so es geht Ordnung in der Beziehung und dann setzte dich dafür ein.

        Du weißt doch nun wie das in der Landwirtschaft funktioniert, also dürfen die Bauern nicht mehr vorrangig Rohstoffe für die Nahrungsmittelindustrie herstellen,
        sondern Naturschutz, eingebunden die Bäuerliche Landwirtschaft mit mehr oder weniger extensiver Bewirtschaftung. Wir können es uns ja leisten, wenn nicht mehr so viel achtlos weggeschmissen wird. Also Achtung vor den Lebensmittel haben.
        Was ist vorrangig, gut funktionierende Industrie oder
        gut funktionierende Ökologie?

        Woher weißt du, dass nur Bauern Politik machen?
        Dann hätte ja die Landwirtschaft in unserer Volkswirtschaft eine ganz andere Bedeutung.

        Die Bauern nicht nach Rohstoffen bezahlen, sondern nach Naturschutz.
        Wofür braucht Nestle u.a. landw. Subventionen, die kann doch der Naturschutz alles bekommen, wer schützt die Natur in der Flur? Der Landwirt, der bewirtschaftet das Land! Dafür ist er ja ausgebildet!

        Also mehr Achtung vor seinen Produkten und seiner Ausbildung.

        Von in der Industrie erwirtschaftete Geld kann man sich nicht unbedingt heile Umwelt kaufen!

        Wenn das Wasser im Rhein nicht mehr fließt, kann man auch keine Industriegüter mehr darauf bewegen!

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      • Alois Wohlfahrt sagt

        @fingerphilosoph
        Dein letzter Satz bringt es sehr schön auf den Punkt, wer eigentlich von dem „Wachsen-Weltmarkt-Wahnsinn“ profitiert. Und dass der Bauer dabei seine Identität und seine Kultur verliert. Das hat übrigens der Historiker Dr. Karl Bosl dem bayerischen Bauernverband zu seinem 40-jährigen Jubiläum 1988 in seiner Festrede auch schon vorher gesagt. Über den „Landmann des ausgehenden 20 Jahrhundert“ sinnierte er: „Technik und Organisation sind an sich seine Helfer, aber die fortschreitende Technisierung zerstört auch seine Lebenswelt.“

        2+
    • Alois Wohlfahrt sagt

      @Arnold Krämer
      Mein Buchtipp ist ein Angebot seinen Horizont zu erweitern. Darin wird die Geschichte von 20 Landwirte und Unternehmern (Brauereien, Mühlen, Lebensmittelhandel) erzählt. Sie alle sind nicht dem Mainstream „Wachsen oder Weichen“ und der nackten Betriebswirtschaft gefolgt, sondern haben für sich eigene Ziele und Wege gesucht. Gefunden haben sie sich in der Partnerschaft mit dem LEH. Mit dem gemeinsamen Ziel die Region (oder sagen wir Heimat dazu) zu erhalten und zu stärken. Durch ihren Willen und durch dieses Engagement ist nicht bei den Ideen oder Zielen geblieben. Nach 20 Jahren stehen handfeste betriebwirtschaftliche Umsätze dahinter, die viele Arbeitsplätze und bäuerliche Existenzen sichert. Aber mehr noch. Die Marke ist etabliert und kann den heutigen Trend zur Regionalität nutzen. Andere LEH-Ketten, wie REWE sind inzwischen auf der selben Spur und kopieren dieses Modell. Das bringt auch Chancen für viele Landwirte, die bereit sind das alte Landwirtschaftssystem von anonym produzieren und Abliefern hinter sich zu lassen.
      Aber jeder Landwirt darf das für sich entscheiden. Ob er das Angebot annimmt mal über den Tellerrand zu schauen. Oder so weiter zu machen wir bisher. Ohne Ziel und im Vertrauen auf Berater, Verbände und Politik zu hoffen.
      Was deinen Kommentar hier angeht, da möchte ich @Paulus zitieren:
      „Statt eigene zukunftsweisende Konzepte zu entwickeln diskutieren die Bauern über Probleme der Vergangenheit. Das wird nichts.“
      https://www.bauerwilli.com/gut-und-auch-gut/#comment-151407

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      • Arnold Krämer sagt

        Die Bedingungen für unternehmerisches Handeln auch durch Landwirte sind von Region zu Region sehr unterschiedlich. Unternehmensentwicklung sieht im Allgäu zwangsläufig anders aus als im Emsland oder in Brandenburg. Ich sehe meine Aufgabe darin, aufzuklären, Zusammenhänge, manchmal auch Zwänge deutlich und verständlich zu machen, im besten Sinne bildend tätig zu sein, und dabei nicht den Leuten nach dem Mund zu reden.
        Dabei bin ich oft auch schonungslos unterwegs, schauen Sie sich einfach nur die aktuelle Ausgabe der DLG-Mitteilungen an.

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        • Arnold Krämer sagt

          Ergänzung: „Unternehmen (auch landwirtschaftliche) sind selbstgebastelte Abenteuerspielplätze“. Es gibt nie nur einen Weg!

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        • Alois Wohlfahrt sagt

          @Arnold Krämer
          OK, ich lese die DLG-Mitteilungen, wenn Du das Buch liest.
          Dann erweitern wir Beide unseren Horizont! 🙂

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          • bauerhans sagt

            „DLG-Mitteilungen“

            als der edelmann und land- betriebswirt aus bad e. da der chef war,hatte ich die abbestellt.

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          • Brötchen sagt

            Ja kann ich nicht ändern…man suche auf der Seite….Sie reden vom Ende der Welt, wir vom Ende des Monats

            Es geht um einen bressehuhn Halter der beklagt, das er sich im Monat 700 Euro auszahlt bei 77 stundenwoche und seine Mutter macht ihm für 50 Euro den Kühlschrank voll. Und die essen sein tolles Huhn im e.palast in Paris.
            Er hat da wohl ein Video aufgenommen und das schlägt da Wellen.

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            • Brötchen sagt

              adt ist der Richter, was man lesen darf.
              nur er kann filtern, alle anderen schaffen dass nicht;).

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            • Brötchen sagt

              Mark ich habe das angeführt, weil ich vor zwei Jahren mit dem Rad am Lech war. in den kleinstädten boomt es auch nicht gerade( viele Läden zu) , im Brauhaus waren abends zwei Tische besetzt usw. so golden wie manche meinen ist es auch nicht. es ist solide und schön, man sollte aber genau hinsehen und mal die Lieferanten Fragen, wie das Geschäft so läuft und was hängen bleibt!

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            • Obstbäuerin sagt

              Hallo Brötchen, wenn Du Dir die Karte der Einkommen anschaust, kannst Du auch ungefähr sehen, wo die Geschäfte besser laufen und wo nicht. Auch Brandenburg macht da keine Ausnahme – Potsdam und Umfeld gehören zu den ersteren – je näher Du zur Grenze kommst oder in der Uckermark zu den letzteren.

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            • Brötchen sagt

              obstbäuerin das ist mir bekannt.
              Bayern ist wesentlich dichter besiedelt auch wie Sachsen, das spielt auch eine Rolle. wenn die Rentner mit den recht hohen Renten weg sind, wird es für manche kleinstädte noch schwieriger.
              ist aber auch eine Chance.

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        • bauerhans sagt

          frau jessel vom bundesumweltinstitut hat auch wieder „einen rausgehauen“.
          viele magerkräuter sind weg,weil die landwirtschaft zu viel düngt und mäht.
          die landwirtschaft muss endlich umgebaut werden.

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Ich bin in der „glücklichen“ Lage, eine Wiese zu besitzen die als Biotop eingestuft wurde.
            Da diese Wiese niemand pachten will, auch nicht Pachtzinsfrei, mulche ich die 2 X im Jahr ab.
            Auch hier sind die Magerkräuter weg.
            Es ist vollkommen Realitätsfern zu Glauben, man verbietet die Düngung und Gut ist es, der Landwirt wird diese Flächen wegen Unrentabilität aufgeben, es sei denn, er bekommt für diese Umweltmaßnahme öffentliche Gelder, das sind dann wieder Subventionen, die nach Meinung der Bevölkerung abgeschafft gehören.

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      • Obstbäuerin sagt

        Diese Aussage, jeder könne das für sich entscheiden, lässt mich ratlos zurück, Alois. Ich weiß, dass Du mir nicht antworten wirst, weil Du mir vielleicht nicht glaubst oder aus anderen Gründen aber die Voraussetzungen für einen ähnlichen Erfolg sind in unserer Region gleich Null. Wir haben seit über 20 Jahren den permanenten Niedergang der regionalen Vermarktung erlebt. Wenn man die Filialen der Feneberg-Märkte und die Region mit dem höchsten Einkommen übereinander legt, kann man die absolute Übereinstimmung feststellen. Im letzten Jahr hat hier bei uns einer von drei kleinen Biomärkten zugemacht, weil das gut betuchte Kundenpotential nicht für alle gereicht hat. Es gibt auch objektive Gründe, die solche Erfolgsgeschichten einfach verhindern.

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  5. bauerhans sagt

    unser obst- und erdbeerbetrieb produziert für edeka mit dem slogan „von hier wech“.

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  6. Brötchen sagt

    guten Morgen und danke Alois!

    gibt es bei uns auch schon länger. https://www.vonhier.com/erzeuger/

    ich kaufe oft die Nudeln aus schmerwitz, wo es auch ein paar Hügel gibt (fläming) und ich in dem Betrieb schon war.
    bei uns gibt es auch immer mehr hofläden u.ä.
    ich würde bald sagen, mehr als in Bayern…;)
    z.b.
    http://www.ag-gm.de/seite/315599/hofladen.html
    http://www.magmittenwalde.de/hoflaeden
    https://ziegenhof-wolfsschlucht.de/2017/02/15/1392/#comment-128

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    • Alois Wohlfahrt sagt

      Das Besondere an der Marke vonHier ist die Kombination mit dem Handel. Der Verbraucher bekommt also beim normalen Einkauf die regionalen Produkte der Bauern Angeboten. Auf allen Verpackungen sind die Erzeuger und Vearbeiter mit Namen genannt. Dazu gibt es auch „Bio mit Gesicht“ http://www.bio-mit-gesicht.de/einkaufen/feneberg.html
      Hier sind die Erzeuger eben nicht anonyme, unter Preisdruck austauschbare Rohstofferzeuger, sondern zeigen Ihr Gesicht. Wenn der übrige LEH das auch so machen würde, dann ginge es das eine gute Sache.

      2+
      • Obstbäuerin sagt

        Das ist tatsächlich ein tolles Beispiel, Alois. Es hat mir aber auch klar gemacht, dass wir zwar in einem Land jedoch in verschiedenen Welten leben. Jetzt sehe ich die Gründe, warum wir uns nicht verstehen sehr viel klarer.

        7+

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