Bauer Willi
Kommentare 51

Biologische Waffen…

…in meinen Zuckerrüben. Weil es immer noch nicht geregnet hat, bin ich gerade dabei, Schosser-Rüben (Rüben sind zweijährig und blühen normalerweise erst im zweiten Jahr, woran sich aber nicht alle halten) aus dem Feld zu entfernen.

Aus den Vorjahren sind auch noch ein paar Kartoffelknollen übrig geblieben, die gekeimt sind und jetzt als ausgewachsene Pflanzen zwischen den Rüben stehen. Die hacke ich aber nicht weg, denn erstens ist mir das zu mühsam und zweitens machen sich gerade fleißige Helfer darüber her, die das Kartoffellaub innerhalb weniger Tage bis auf das Gerippe herunterfressen. Es sind die Larven des Kartoffelkäfers, der in Kulturkartoffeln natürlich unerwünscht sind, hier aber gute Dienste leisten. In diesem Falle wird also aus dem Schädling ein Nützling, quasi eine „biologische Waffe“ um meine Zuckerrüben frei von Kartoffeln zu bekommen.

Wollte ich euch mal zeigen. Auf eure Bemerkungen bin ich gespannt. Kann mir schon denken, was da jetzt so kommt … 🙂

Euer Bauer Willi

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51 Kommentare

  1. Farmer Hans sagt

    Hallo Bauer Willi,
    auch ich habe biologische Helfer zwar nicht in den Rüben aber im Kuhstall und da sin bei mir zahlreiche Schwalben die sich ja von Insekten ernähren und somit hab ich mein Stall sogut wie Fliegenfrei. Was man tun kann ist für einige Wasserpfützen sorgen denn das brauchen die Schwalben zum Nest bauen.
    Die spannente Frage ist nur ob das alles CC konform ist??? Nein ich weis es nicht

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  2. Sandra Harms sagt

    Sorry Willi, geht GARNICHT !
    jeder der der meinung ist weniger pflanzenschutzmittel oder keine sind das beste was man tun könnte, wird sich über dein bild und deine worte dazu freuen.
    aber wie so oft gibt es eine kehrseite der medallie, und die kennst du, denn du bist lange genug im geschäft… aber der bummerang kommt, auch wenn die kartoffelkäfer jetzt nützlich sind und dir deine unerwünschten kartoffeln abfressen, werden im nächsten jahr entsprechend mehr käfer den winter überlebt haben, also ackerbaulich für meinen geschmack zu kurz gedacht, denn der nächste kartoffel anbau auf der fläche kommt in ein zwei jahren ganz sicher, und dann ist der jetzige helfer der fressfeind nummer 1…
    Thema Fairnis, tja willi ich sags mal so, wäre ich dein feldnachbar und würde neben deinen rüben kartoffeln anbauen und deinen beitrag heute lesen, würd ich mir nur so denken „der Fiese möpp“

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  3. Zenzi sagt

    Hallo Willi, was willst/müsstest du nächstes Jahr auf dem Feld anbauen ? Überleben die Käferlarven denn nicht im Boden?
    Und wie werden wohl Zuckerrüben von Fremdprodukten gereinigt? Mit „Sieben“ is ja wohl nicht . Wenn da ein paar kleine Kartoffeln bei der Ernte mit drin sind, meckert dann dein Abnehmer? Und was sagst dein „Nachbarbauer mit seinem Kartoffelfeld“ dazu ?

    Anfang des letzten Jahrhunderts wurden Kartoffelkäfer noch mit Arsenhaltigen Mitteln behandelt. Etwas dazugelernt hat „die Landwirtschaft “ also doch

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      • Zenzi sagt

        Wieder ein Wort dazugelernt. Schätze mal die „Siebsterne“ sind in der Erntemaschine, oder in der Maschine die den Haufen Zuckerrüben dann „reinfrisst“ wie Willi mal in einem kleinen Film gezeigt hat. (Finde ich nicht mehr, aber sehr beeindruckend!)

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    • Inga sagt

      Wieso hat DIE Landwirtschaft etwas dazugelernt, Zenzi?

      Wie meinst du das?
      Die chemische Industrie hat sich doch auch weiter entwickelt, oder?

      Und deine Famile auch, denn sie braucht nicht mehr auf den Donnerbalken, oder?
      Und sie braucht den Bauern auf dem Feld nicht mehr zu helfen, z.B. beim Kartoffelkäfersammeln!

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      • Zenzi sagt

        Ach komm Inga, du musst mir die Welt so nicht erklären.
        Die Entwicklung des WC`s ist keine Weiterentwicklung der Landwirtschaft.

        Die Entwicklung der Chemiekonzerne hängt ursächlich mit der Lw zusammen.
        Wie gesagt: früher waren es Arsenhaltige Mittel oder DDT (DDT wurde erst 1972 verboten und überdauert Jahrzehnte im Boden)

        Natürlich wünsche ich mir, dass eine Weiterentwicklung in Sachen Spritzmittel erfolgt.
        Wer weiß in 10 Jahren werden Flupyradifurone wieder weg sein. Das neue „F“-Wort steht nur exemplarisch für einen der vielen Wirkstoffe, die ich lieber nicht in der Umwelt hätte, die eingeteilt ist in „gute und schlechte Insekten“ in Nützlinge und Schädlinge…
        Und ja, mein Vater ist noch Hopfen zupfen gegangen, meine Mutter hat Kartoffeln geklaubt, nach dem Krieg gings zum „hamstern“ aufs Dorf, zu Bauern, die es nur noch in Bilderbüchern gibt.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Meine Eltern haben 1949 ein WC gebaut, nach Angaben des Architekten (damalige Berufsbezeichnung Planfertiker) das erste im Ort. Sie haben sicherlich Recht, die Planung ging nicht von meinen Eltern aus, sondern vom Planfertiker.
          Ob der sich in Sachen WC in einer Stadt umgeschaut hat, ist nicht überliefert.

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          • Inga sagt

            Wo wurde das WC hingebaut? War das auch so eins mit Wasserspülung und das außerhalb des Wohnhauses?

            Mir fällt zu Biologischen Waffen noch ein, dass mein Mann mir erklärt hat, dass man auf den Dommerbalken immer Kalk, zwecks Desinfektion gestreut hat, auch eine gute Idee!

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              WC steht als Abkürzung für:

              Water Closet, eine Toilette

              Da man 1949 bereits wusste, dass Wasser im Winter gefrieren kann, wurde das WC in die Wohnung integriert.

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        • Inga sagt

          Also früher hatten ja die Leute das Häuschen mit Herzchen in der Türe auf der Jauchegrube stehen, also neben oder vor dem Misthaufen oder eng am Stall!

          Meien Großeltern bauten das Bauernhaus 1948. Oben kamen Mieter rein. Das WC für die Mieter hatte einen Wasserkasten mit Kette.
          Geanu darunter war unsere Toilette, ein Blumsklo, wie andere im Häuschen mit dem Herzchen in der Türe hatten. Aber es war so ein braunes Klobecken, die Mieter hatten ein weißes.
          Diese Toiletten waren an der Wand, wo das Stallgebäude angrenzt, Der Inhalt der beiden Toiletten viel also in die Jauchegrube. Die Jauche wurde von den Mieern bestimmt ganz shcön verdünnt.
          In den 60igern wurde das braune Blumsklo unten gegen ein weißes WC umgetauscht.Also kam noch mehr Wasser in die Grube!
          Na ja, in dieser Zeit wurde aber der Schweinstall dahinter oder -neben auf Schwemmentmistung (Gülle) umgebaut! Der Kuhstall danach!

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  4. Lieschen Müller sagt

    Bis wann wurden denn die Kartoffelkäfer manuell abgesammelt? Man liest das ja immer mal wieder in alten Büchern.

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    • bauerhans sagt

      bis nach dem krieg wurden die abgesammelt,weil noch keine spritzmittel zur verfügung standen.
      schulkinder wurden dazu abkommandiert,allerdings wurden kartoffeln nicht grossflächig angebaut.

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        • Bauer Fritz sagt

          Das weiß man erst, wenn man eine „große Fläche“ ALLEINE mal HÄNDISCH gehackt, gejätet oder sonst wie bearbeitet hat.
          Es beginnt aber weit jenseits einer 200 m² Gemüse- oder Blumengartenfläche – meinetwegen von 20.000 m² aufwärts.

          Ausprobieren schafft Erfahrungen. Der Bauer in ihrer Nähe freut sich sicher. https://www.bauerwilli.com/stellenangebot/

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          • Lieschen Müller sagt

            Nicht hochnäsig werden. Mir ist klar, dass ein Mensch in einer Stunde nur 4 km laufen kann. 2 ha finde ich auch groß. Ein Kleingarten ist meist 300-400 m² groß.

            1+
            • Bauer Fritz sagt

              Nur um die Begriffe gegenseitig zu klären:
              a) Bei uns im Dorf sind Bauparzellen für Einfamilienhäuser zumeist 700 m² groß, die größeren 1000 m². Ziehen sie davon Gebäude, Zufahrtswege udgl. ab, bleiben meist an Garten(grün)fläche etwa 300-500 m² übrig. Wenn sie nun dort Gemüsebeete oder Blumenbeete anlegen wollen, sind 200 m² eher schon die größeren „Selbstversorger“.

              b) Ebenso meine ich, daß sie mit 4 km/h die normale Schrittgeschwindigkeit meinen und kein Lauftempo.

              Deutsch-Österreichische Sprachdifferenzen sind immer wieder möglich, haben aber nichts mit Hochnäsigkeit zu tun – zumindest nicht von meiner Seite. 🙂

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            • Paulus sagt

              Schnellen Schrittes schaffe ich deutlich mehr als 4 km/Std. Mit der Hacke in der Hand bin ich allerdings langsamer. Ca. 800 m² Kartoffeln und Gemüse, einschl. Pflege der Tomaten = ca. 40 Reihen x ca. 40 m = ca. 1,6 km. Alles durchaus biokonform, allerdings nicht zertifiziert und ohne Demeteresoterik.
              Ich verrate jetzt nicht wie lange ich gebraucht habe bis alles an einem einzigen Wochenende zu meiner Zufriedenheit war, sonst trifft mich das Gespött der Landwirte zu sehr. Die Verwandtschaft und Freunde denen wir unsere Produkte zur Verfügung stellen, sind leider zu oft verhindert um mal mitzuhelfen.
              Fazit: im nächsten Jahr wird alles eingesät und wir kaufen bei Feinkost Aldi oder bei Rewe oder sonst wo.

              2+
            • Bauer Willi sagt

              Habe heute morgen 36 Reihen (rund 16 m Breite) in einer Stunde geschafft. Schlaglänge rund 300 m = 5.000 qm.
              Habe noch 125.000 qm vor mir. Ab Montag hilft der Junior mit…
              Bauer Willi

              3+
            • Paulus sagt

              Hallo Willi, ich ahnte es schon und komme jetzt auch nicht mit einem „ja aber“.

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              @ Paulus
              >>Ich verrate jetzt nicht wie lange ich gebraucht habe bis alles an einem einzigen Wochenende zu meiner Zufriedenheit war, sonst trifft mich das Gespött der Landwirte zu sehr. Die Verwandtschaft und Freunde denen wir unsere Produkte zur Verfügung stellen, sind leider zu oft verhindert um mal mitzuhelfen.<<

              Ich will den Beschenkten die schwere Arbeit nicht zumuten, deshalb habe ich die Anbaufläche von Tomaten, Bohnen usw. halbiert und setze mich in der gewonnenen Freizeit auch in den Garten bei einen kühlen Weinschorle. 🙂

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          • Andreas Müller sagt

            da gibt es nur Sonnencreme und die Erfahrung als Entlohnung – gilt der Mindestlohn auch in der LWS?

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