Es ist trocken. Sehr trocken. Bei uns (20 km westlich von Köln) hat es zuletzt am 19. Juni geregnet. Seitdem kein Tropfen mehr, wohl aber Temperaturen nahe 40 Grad. Und als würde das noch nicht reichen, wehte in den letzten Tage ein stürmischer Wind, der den Boden noch weiter ausgetrocknet hat.
Alle weiteren Aussagen gelten nur für unsere Region. Weiter nördlich soll es etwas besser aussehen.
- Stand der Ernte
Die Wintergerste ist hier in der Region geerntet. Die Erträge lagen im langjährigen Schnitt, hier hat Hitze und Trockenheit nichts mehr bewirken können . Gestern habe ich zwei Mähdrescher im Hafer gesehen.
Mit der Weizenernte hat man hier nur auf den sandigen Böden in der Rheinniederung begonnen. Auf unseren Lößböden sind aber auch einige Parzellen, in denen in Kürze der Mähdrescher in den Weizen fahren wird. Ich habe an zwei Tagen eine Handprobe gemacht (von Hand gedroschen) und die Feuchte bestimmen lassen. Innerhalb von zwei Tagen ist die Kornfeuchte von ca. 19% auf 16% gefallen. Zur Anlieferung muss der Weizen 15% Feuchte haben, ansonsten gibt es Abzüge. Auf den Wert der Handprobe muss man erfahrungsgemäß noch 1% Feuchte aufschlagen, um den Effekt des Mähdrescher mit zu erfassen. Der Mähdrescher erfasst ja auch noch etwas unreiferes Getreide in Fahrgassen oder am Vorgewende. Das bedeutet: Handprobe plus Zuschlag = 17% nach dem Mähdrescher. Wenn nichts unvorhergesehenes mehr passiert, werden wir am 10.7. mit der Weizenernte beginnen und damit rund 10 Tage früher als in den letzten Jahren. Zu Erträgen und Qualitäten lässt sich derzeit noch nichts sagen. Ich persönlich erwarte eine unterdurchschnittliche Menge.
Sorgen machen mir die Kulturen, die wir Landwirte im Herbst ernten wollen. Das sind Zuckerrüben, Kartoffeln und Mais. Auf unseren Lößböden beginnen alle drei Kulturen mit ersten Welkeerscheinungen. Ich bin allerdings auch erstaunt, wie lange diese Pflanzen bisher durchgehalten haben. Die Wettervorhersage sagt für die Köln-Aachener Bucht für die nächsten 14 Tage weiterhin kein Regen. Die Temperaturen sollen um die 30 Grad C betragen. Was das bedeutet, kann sich jeder selbst ausmalen.
Hier unten die Verteilung der Bodenfeuchte am Standort Bergheim. Da sind keine Vorräte mehr und für die gängigen Ackerkulturen ist die wenige Bodenfeuchte unterhalb von 100 cm nicht mehr erreichbar.
Übrigens: von den Medien wird über Folgen der Trockenheit wenig bis gar nicht berichtet….



bei uns schon:
https://oesterreich.orf.at/stories/3352934/
https://ooe.orf.at/stories/3356023/
https://orf.at/stories/3434933/
https://kaernten.orf.at/stories/3310337/
https://on.orf.at/video/14329150/16113338/extreme-hitze-belastet-die-landwirtschaft-studio-2-vom-29062026
https://on.orf.at/video/14329645/16115792/trockenheit-erhoeht-bedarf-an-bewaesserung
Es ist aber schon so, dass es als eher als spezielles Problem der Bauern rüberkommt und noicht als Bedrohung der Ernährungssicherheit aller.
Moin ,kleiner Bericht aus dem Nordwestlichen Stadtrand Hamburgs.War gestern beim Landhandel dort bereitet man sich auf die erste Gerste Ende der Woche vor.Grünland sieht gut aus .Drei Schnitte waren mit guten Erträgen möglich.Regen ist reichlich gefallen ,esgab nur die Hitze Periode mitte Juni.Der Mais sieht topp aus.Weizen reift ab.
#BW, zum letzten Satz. Das liegt womöglich unter anderem auch den Folgen durch den Ausbau von den Luftmühlen.
Grenzen des Wissens:
https://youtu.be/vt8j9ZDON3Y?is=YH4ZEY7gXgslNgah
Der Weltklimarat denkt ja so wie ich seit 25 Jahren :
Durch die Erwärmung müsste die Welt feuchter werden.
Alle Leute die vor Dürre gewarnt haben müssten als dumm dargestellt werden.
Ich habe mir letzte Woche die ‚ Jüdische Allgemeine‘ gekauft. Da will ich mir einen Eindruck von jüdischer Denke verschaffen.
Ich lese von:
Gelehrsamkeit
Die Gelehrsamkeit hatte auch auf die Christen abgefarbt. Mit dem Auftauchen der Nachfolger der Bücherverbrenner wurde sie dann abgebaut.
Wettertechnisch haben wir hier im Münsterland bis jetzt Glück. Die Gerstenernte ist fast durch mit guten bis sehr guten Erträgen. Ins Stroh hat es uns jetzt zweimal reingeregnet, obwohl kein Regen gemeldet war. Weizen wird jetzt starten, mal sehen, wie sich die Extremhitze ausgewirkt hat.
Was uns extrem Sorgen macht, sind die niedrigen Erlöse bei den hohen Kosten. Dazu historisch tiefe Schweinepreise mitten in der Hauptsaison, während bei den Schlachtern „die Marge nicht passt“, sind die Bauern inzwischen bei 60,- Verlust (!!!) pro Schwein.
Da ist das Wetter die kleinste Sorge…
Würde mich nicht wundern , wenn die Schweinepreise die Futtergetreidepreise zum Herbst weiter mit in den Keller ziehen.
Da bleiben irgendwann Schweineställe leer.
Vielen Dank für die fachlich ausgezeichneten Informationen. Es ist sehr hilfreich den Stand der eigenen Kulturen im Gäuboden mit denen in anderen Regionen Deutschlands vergleichen zu können. Bei uns ist es ebenfalls sehr, sehr trocken und dazu bald wieder heiß, so dass die Weizenernte auch um den 10. Juli viel zu früh beginnen wird.
Ich freue mich schon auf den nächsten Beitrag!
@Biobauer
Haben gestern, 8.7. mit der Weizenernte begonnen. Damit so früh wie noch nie. Ertrag und Qualität von der ersten Parzelle sind o.k., was mich (ehrlich gesagt) wundert. Ich hatte mit deutlichen Einbußen gerechnet.
Hier ist seit Tagen Wind aus Nordwesten und das passt auch zu dem Bild, denn nordlich der Gebirge war LUV- Seite und dort hat es wohl geregnet. Bei mir gab es keinen Regen
Wenn man die Bilder von tieferen Bodenschichten anschaut sieht es ganz anders aus. Da ist der Süden und Südosten Bayerns ausgetrocknet.
Das passt aber sehr gut zu meiner Theorie :
Der Regen aus Nordwesten wird durch die Windrader ausgebremst und erreicht Bayern gar nimmer.
Bei Regen aus Südwesten liegt der Süden Bayerns auf der LEE- Seite der Alpen bzw der Wind kommt gar nicht über die Berge.
Auffällig war doch, dass die höchsten Temperaturen, – die je in D gemessen wurden- in Sachsen – Anhalt und in Brandenburg gemessen wurden.
Mir fällt dazu die Studie aus den USA ein, wo die Lufttemperatur nach dem Windpark um 0, 61 Grad höher war.
EnBW fordert jetzt die geplanten Windparks in Nord und Ostsee zu verschieben.
HaHa die Ackerbauern😀😉
Zwei oder nur einen guten Schnitt hat es in den Trockengebieten gegeben. Ich erinnere auch an die Meldung, dass in Amerika zum Teil auch Mastvieh vorzeitig geschlachtet wurde. Der dritte Schnitt vertrocknet auf dem Halm.
Auch hat bei uns der Eichenprozessionsspinner ganze Arbeit geleistet. Mal sehen wie die Eichen mit der Trockenheit dann zurechtkommen. In Frankreich gibt es jetzt schon seit längerer Zeit eine Langzeitstudie über die Entwicklung des Waldes in verschiedenen Klimaregionen. Es stellt sich heraus, dass die Langzeitverhältnisse passen müssen. Es nützt nichts, wenn das Frühjahr feucht ist, wenn die übrigen Jahreszeiten nicht klimatisch passen.
Die Langzeitprognose sagt ja auch nichts Gutes voraus bis Mitte 2027. Die Meere sind zu warm. der El Nino Effekt soll noch mal richtig zuschlagen.
Bin neulich von Salzburg kommend in den Norden über Frankfurt gefahren. Bis Nordhessen kaum Regen sehr lange Zeit. Die Gerste war ab und Raps und Weizen werden in den nächsten zehn Tagen zur Ernte kommen. Das sieht nicht gut aus . Auch in Österreich ist es schon sehr lange trocken. Ab Südniedersachsen wird wohl in den nächsten Tagen die Gerste gemäht. Bei Raps und Weizen , die sind ja noch grünlich , wird die Ernte erst zum Ende des Monats wohl erst beginnen. Bei uns hier in Südhannover gab es immer wieder Regen.Im Mai 110 mm , Juni 52 mm und bis heute im Juli 8mm Regen .Nur in der letzten Woche hat es hier nicht geregnet. In diesem Jahr hatten wir bisher insgesamt rd. 300 mm Regen , also rd. 10% weniger gegenüber normal. Inwieweit die Hitze der letzten Woche hier geschadet hat , werden wir erst mit der Ernte erfahren , denn Bodenwasservorräte waren ja da. Kann ganicht verstehen , daß die Getreidemärkte nicht anziehen, denn die Marktberichte sagen für EU, Rußland , Australien und USA rd. 70 Mill. Tonnen weniger Getreide voraus. In den USA steht seit 1877 die kleinste Weizenfläche. Die Blackbox ist Südamerika , Kanada, usw. . Die Fachleute sagen auch für Afrika eine große Hungersnot voraus, weil keiner weis ob dort Dünger vom Golf dorthin gekommen ist oder bezahlt werden konnte. Einlagern ist wohl erst einmal die sichere Variante um dann im September/Oktober nachdem sich der Mengennebel gelichtet hat zu entscheiden ob man verkauft, oder noch wartet. Es bleibt spannend.
2018 hatten wir im ganzen Jahr so viel Niederschlag wie in diesem Jahr bis dato…..die Gerste ist zu 50% gedroschen, der Mais geht auf die 2m zu, Rüben und Kartoffeln stehen blendend.
Wo ist das?
moin dann bin ich mal sehr gespannt wie gut die Ernte wird! ganz gespannt bin ich was der Preis macht und welchen Einfluss darauf die russische Landwirtschaft oder die ukrainische Landwirtschaft hat! sehr gespannt bin ich was in der Presse darüber geschrieben wird oder was nicht weil man es nicht weiß. schönen Tag
Bei uns sind die Weizenfelder so gut wie alle abgemäht (Wetter, Kreis Marburg-Biedenkopf), alles war schon sehr braun. Ich habe von Jahr zu Jahr das Gefühl, aufgrund der Trockenheit
wird immer früher gemäht. Dabei hatten wir hier ein paar Tage, wo ordentlich Regen vom Himmel kam.
Bei meinem Patenkind im Sauerland/Märkischer Kreis wurde schon Mitte/Ende Juni angefangen zu dreschen wegen Trockenheit, da notreif …
Ich erinnere an folgenden Artikel:
https://www.bauerwilli.com/das-wetter-in-nrw/
Doch, doch, der Klimawandel lässt immer mal ein, zwei normale Jahre zu. Die Schwierigkeit der Anpassung besteht in der schlechteren Vorhersagbarkeit. Aber die wird in 15 Jahren vielleicht besser sein.
„Übrigens: von den Medien wird über Folgen der Trockenheit wenig bis gar nicht berichtet….“
Also doch Klimakatastrophe? Sind doch genug Panikmeldungen unterwegs, verstehe ich jetzt nicht.
Vielleicht war das anders gemeint. Früher, so kann ich micht zumindest erinnern, wurde in den Nachrichten bei anhaltenden besonderen Wetterlagen explizit erwähnt, wie diese sich auf die Landwirtschaft auswirken und wie sich das in der zu erwaretenden Ernte niederschlagen wird. Damals war das offensichtlich noch für die Allgemeinheit von Interesse.
@Bergamasca
Genau so war es gemeint.
@RS
„wird wenig über die Folgen der Trockenheit berichtet“. Ja, die Medien sind voll mit Meldungen über Hitze, Tote und Waldbränden. Und dass man nachts schlecht schlafen kann.
Ich habe aber bisher Meldungen vermisst, in der über die Folgen (!) auf Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion berichtet wird.
Jetzt klarer?
https://www.orf.at/#/