Bauer Willi
Kommentare 42

Das alles ist Geschichte…

In der vergangenen Woche war ich mit meiner Frau in Bonn. Es gab einen besonderen Anlass, der aber privat bleibt. Unter anderem waren wir auch im „Haus der Geschichte“, das neu gestaltet wurde. Man beginnt im zweiten Stock mit der Nachkriegszeit und wandert dann von oben nach unten bis zu den aktuellen Ereignissen. Was mich ein wenig stolz macht: Dort sind auch die Grünen Kreuze zu sehen, die wir Landwirte 2019 auf den Feldern aufgestellt haben. Ich war derjenige, der diese Aktion „losgetreten“ hat und im Dezember 2019 als „Initiator Grüne Kreuze“ von Angela Merkel ins Bundeskanzleramt zum Agrargipfel eingeladen wurde.

https://de.wikipedia.org/wiki/Aktion_Gr%C3%BCne_Kreuze

Angefügt habe ich noch weitere Bilder, die mir aufgefallen sind und heute Geschichte sind…

Die Beschriftung  in der Vitrine.

Fundsachen aus dem Ahr-Hochwasser

Von ihr hört man nichts mehr. Und von Fridays for Future auch nicht.

Und auch das fiel mir auf. Ohne Kommentar

 

Was mögen die Leute unter dem Transparent (1989/90) wohl heute denken?

 

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42 Kommentare

  1. Es war nicht alles schlecht was früher einmal gut war! sagt

    Ich habe durchaus Verständnis für ihren Stolz, Herr Kremer-Schillings. Doch so gut die Aktion auch war kann man das mit dem Museum differenziert sehen. Das Haus der Geschichte in Bonn wird finanziert über eine Stiftung von der Bundesrepublik Deutschland. Die Regierung (und damit auch deren Wähler) ist selbstverständlich mit verantwortlich an den desaströsen Umständen unter denen die Landwirtschaft leidet. Letztendlich gilt das allerdings für die gesamte Wirtschaft. Jetzt muss man sich das mal vorstellen, da kommt bei besagter Aktion letztendlich nichts heraus, die Politik reagiert symbolisch und mit warmen Worten, verschlechtert weiterhin die Rahmenbedingungen und packt dann bei noch desaströserer Lage die Aktion in ihr eigenes Museum was wir mit Steuergeld finanzieren müssen. Ich höre jetzt auf zu schreiben sonst muss zensiert werden!

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    • Inga sagt

      hat die Erhaltung der Geschichte der Landwirtschaft nichts mit dem Staat, bzw. dessen Steuergelder zu tun?

      Wie ist sie in unsere Volkswirtschaft intergiert,?

  2. Limes sagt

    Die im Haus der Geschichte dargestellte Beschreibung ist aus meiner Sicht eine extrem kurzgefasste Beschreibung der Proteste gegen die Agrarwende und fokusiert sich ausschliesslich auf ein Thema. Dies wird deutlich im letzten Satz: „Die Aktionen stellen die Vereinbarkeit von Umweltschutz und Landwirtschaft in Frage“. Dies ist eine Meinung von wem? Ist das alles was dem Besucher vermittelt werden soll? Dürftig finde ich und ausgesprochen tendenziös und einseitig diese Bewertung vom Haus der Geschichte.
    Eine gute Beschreibung der Grünen Kreuze als Mahnung an Politik und Gesellschaft findet sich z.B in dem Papier des bayrischen Bauernverbandes.
    Grüne Kreuze mahnen gegen:
    Steigende Auflagenflut
    Überzogene Bürokratie
    Dumpingpreise für Essen
    Ungebremsten Flächenverbrauch
    Unfaire Handelspolitik

    https://www.bayerischerbauernverband.de/Gr%C3%BCnesKreuz

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    • Inga sagt

      es gehr mehr als um
      Umweltschutz und Landwirtschaft.

      Sich auf die beiden Themen zu beschränken wollen,
      bedeutet, dass man das alles nicht erfasst hat oder erfassen will.

      oder gehört die billige Ausnutzung eines Tieres, damit dessen Produkte billig für den Verbraucher auf den Markt geschmissen werden auch zu den Belangen des Umweltschutz?

  3. Thomas Bröcker sagt

    Von meinen Grünen Kreuzen (ehemals 14) stehen noch 5 da wo ich sie hingestellt habe. Da kann ich jetzt das Paar Stiefel gleich dazu hängen.
    Eines stand auch vor meinem Hoftor … auf dem Grundstücksteil, auf dem meine Lager- und Sortierhalle stand, dort entstehen gerade 8 Wohneinheiten. Ich hatte das Grundstück mit Halle an Jemanden verkauft, der eigentlich Bio-Gemüse- und Obstbau machen wollte… jetzt nach 5 Jahren hat er sein Projekt aufgegeben und das Grundstück verkauft. Die massive Betonhalle war in 2 Wochen komplett planiert. Ist schon ein seltsames Gefühl nach 46 Jahren Obstbau Vieles so den Bach heruntergehen zu sehen. Gerade hat uns der Handel bei den Süßkirschen mittels Südeuropäischen Ware an die Wand gespielt … davor mit Äpfeln zu Dumpingpreisen.
    Es wird in den nächsten Jahren wohl noch Einiges über die Wupper gehen … bei fast 90 % Marktanteil der 4 Großen.
    Trotzdem war es schön, auch bei den Demo´s in Berlin und bei den Grünen Kreuzen dabei gewesen zu sein. Aber Aufgabe und Rückzug sind durchaus eine Option, mit der man sich arrangieren kann und muss. Ich werde die nächsten Jahre meiner zweiten Liebe, der Musik, widmen. Ich hoffe nur dass es mir gelingt mein Leben, bei der Summe an politischen Selbstmördern in Europa, noch ohne Krieg bis an ein „seeliges Ende “ bringen.

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    • Georg Model sagt

      Thomas ich glaube Du hast allaes richtig gemacht.
      ich habe heute morgen von einen Obstbaukollegen erfahren das unser Händler bzw. die gesamte Vermarkterorganisation diese Erzeugerpreise für Äpfel für die Ernte 2026
      um ca. 20 Cent pro Kilo senken will. Derzeit bekommen Swir 40 .bis 45 Cent pro Kilo Äpfel ausbezahlt.
      Für eine Kostendeckende Produktion bräuchten wir mindesten 50 Cent.
      Derzeit ist es hier am Bodensee sehr Trocken und es muss vieles schon bewässsert werden sofern möglich, was die Kosten ebenfalls erhöht. Viele Kollegen hoffen auf einen guten Mostobstpreis. Sonnenbrand und vorzeitige Färbung (Notreife ) gibt es auch schon bei ersten Sorten. Die Wasserentnahme aus eigenen wird auch erschwert und beschränkt, ebenso das Betanken der stationären Pumpen an Tiefbrunnen.
      Es ist einfach politisch nicht gewollt, das wir noch irgendetwas produzieren ernten und
      Ernten dürfen. Gutachten alle 3 jahre ect. Alles Investitionen ins blaue !
      Wir werden nur noch von allen Seiten beraubt !
      Die Zeiten auf denen unser Geld auf den Bäumen wuchs sind leider endgültig vorbei.
      Ich hoffe das noch mehr Kollegen in ähnlicher Lage die Reißleine ziehen bevor sie von der Marktmacht der Großen oder den Banken erdrosselt werden und womöglich noch
      ausgestopft in einem Museum landen.Auf so einen politische Darstellung unserer Geschichte möchte ich gerne verzichten.

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  4. Jek sagt

    Guten Abend
    Zu Greta und der Schlagzeile “ wir verändern die Welt“ das haben sie bewirkt.
    Zum Leidwesen der Menschen haben sie nichts zum guten bewirkt, das wird auch der Grund dafür sein, dass man von Greta nicht mehr viel hört. Oder hat sie so viel Geld verdient das sie nicht mehr in der Öffentlichkeit präsent sein muss.
    Allen eine schöne Woche, Laut Wetterapp werde ich die nächsten zwei Wochen keinen Regen bekommen.

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  5. Ludwig sagt

    Hallo Willi , gerne erinnere ich mich über deine Überlegung mit den Grünen Kreuzen. Ich war begeistert und kann sagen , daß ich nach dem Telefonat sofort 8 Kreuze aus Dachlatten mit grüner Farbe bepinselt habe und sofort an einer gut befahrenen Straße aufgestellt habe. Das mache ich heute immer noch und zwei haben Gummistiefel und eine gelbe Weste an. Noch immer gibt es hier von den Neubürgern Fragen dazu. Ich kann sagen , daß es die ersten Kreuze in Niedersachsen waren und die vorbeifahrenden Berufskollegen das auch nachgemacht haben. Viele meinten aber auch , daß das sowieso nichts bringt. Später waren wir mit dem Schlepper mehrmals in Hannover zur Demo und auch zweimal haben wir die über 300 km mit dem Schlepper nach Berlin durchgeführt. Mit den Grünen Kreuzen haben wir eine Diskussion zu den Nahrungsmitteln, Selbstversorgung, Katastrophenschutz, Kultur , usw. in Gang gesetzt. Das hält auch heute noch an. Selbst die Generalität der Bundeswehr warnt inzwischen wegen der regionalen Versorgung vor dem Bauernsterben. Unsere Politik in Berlin und Brüssel macht aber weiter wie bisher und ist dabei nicht nur uns Bauern wirtschaftlich zu vernichten , sondern auch die gesamte Wirtschaft. Das kann aber nicht mehr lange gut gehen , denn mit der CO2-Politik ist keine Wirtschaft zukunftsträchtig . Auch die Energie ist mehrfach so hoch wie bei anderen Industrieländern. Aber in allen Ländern investieren die Bauern so wenig , daß auch die Zulieferindustrie so langsam in die Knie geht. In den nächsten 12 Monaten wird sich diese Politik rächen , denn mit dem Irankrieg zeigen sich die Probleme. Europa hat sich isoliert und wird nicht mehr „Ernst“ genommen.
    Auch die Sätze „Putin ist Schuld“ glaubt doch keiner mehr . Unsere EU-Probleme sind hausgemacht und außerhalb lacht man über unseren Ideologieweg. Wir Bauern müßen jetzt durchhalten wie damals in den 1920er Jahren. Mit den kommenden Wahlen wird der Wähler den Regierenden einen Schlag versetzen und zur Realität zwingen oder die Altparteien werden untergehen . Bestes Beispiel ist in Italien zu besichtigen. Hier sind die Altparteien
    vom Wähler wegen Unfähigkeit „in die Wüste “ geschickt worden , denn wer zu spät kommt , den bestraft das Leben.

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  6. Jürgen Donhauser sagt

    Willi, mich würde interessieren was Du fühlst wenn Du siehst, welch „historisches“ Ereignis Du mit deinen „Grünen Kreuzen“ und daraus resultierenden Demos angestoßen hast. So wichtig, dass es sogar Einzug in das Haus der Geschichte nahm – aber man diese Dynamik dann politisch klug ins Leere laufen ließ. Waren wir zu naiv und leichtgläubig? Hatten wir zu wenig Durchhaltevermögen? Waren wir innerhalb der Bauernschaft zu zerstritten? Und, lässt sich so etwas nochmals wiederholen?

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    • schmeckt gut sagt

      Die obersten Zampanos vom DBV haben mit uns vorm Brandenburger Tor große Töne gespuckt – tatsächlich mal ne deutliche Ansprache von Ruckwied u.a. Aber bei der darauf folgenden Schacherei im Hinterzimmer haben sie sich über den Tisch ziehen lassen – und die deutschen Bauern im Stich gelassen. Ich bin diese „Diplomatie“ des DBV so leid.

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    • Bauer Willi sagt

      @Jürgen
      Was ich „fühle“? Erst einmal war ich überrascht, die Grünen Kreuze im „Haus der Geschichte“ zu finden. Das bedeutet doch, dass wir wahrgenommen wurden.
      Haben wir nichts erreicht? Vordergründig gesehen ist das so. Trotzdem meine ich, dass sich in der Denke unserer Mitmenschen Landwirtschaft mehr Aufmerksamkeit bekommen hat.
      Ob sich das wiederholen lässt? Sicher nein. Damals war die Zeit dafür reif, der Frust in allen Teilen der Landwirtschaft (und der Gesellschaft) groß und damit auch die Bereitschaft, sich zu engagieren.
      Meiner Meinung nach fehlt das derzeit. Jeder versucht, sich und seinen Betrieb zu retten. Die Solidarität ist weg und ohne die läuft jedes Engagement ins Leere.

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      • Reinhard Seevers sagt

        „Jeder versucht, sich und seinen Betrieb zu retten. Die Solidarität ist weg und ohne die läuft jedes Engagement ins Leere.“

        Ist es nicht sogar so, dass diese Einstellung fast alle Bereiche der Wirtschaft betreffen? Es ist gerade eine große Unruhe zu verspüren, die sich überall durch Betriebsaufgaben, Insolvenzen, leere Geschäfte etc. darstellt.
        Viele halten den Kopf noch unten, bereiten sich aber auf den Abschied vor. Baufirmen, Einzelhändler, Freiberufler u.vm. bereiten den Ausstieg vor. Ich will mir gar nicht ausmalen, was die kommenden Jahre vor uns liegt.🙃

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        • Inga sagt

          aber die Bauern müssen ihr Feld bestellen, oder der Staat muss es tun.

          oder Aldi und Co.?

  7. Rolf Sieling sagt

    Vielen Dank Willi für die gute Idee, immer noch. An den realen Unterschieden zwischen osteuropäischen und westeuropäischen Ländern 1990 ändert sich prinzipiell langsam etwas. Selbst heute, 30 Jahre später, hat z.B. Polen real weniger Lohnkosten. Die Länder im Osten haben eine positive Entwicklung und im Westen geht es etwas zurück. Das führt natürlich zu Unzufriedenheit, ohne Wachstum kein Gewinn.
    Ändert aber wenig an der Arroganz oder Dekadenz mit der wohlversorgte Mitbürger die Landwirte erfreuen. Im Prinzip betrifft es den gesamten Mittelstand, der ortsgebunden ist und an der Globalisierung nicht teilnehmen kann.

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  8. Kemetbauer sagt

    „Was mögen die Leute…………..“?
    Die Verbundenheit mit der Heimat spüre ich hier sehr stark. Das ist geblieben.
    Deutschland mein Vaterland? Nein, das würde heute lauten: Ostdeutschland mein Vaterland.
    Europa meine Zukunft? Nein, das würde heute lauten: Europa unser Grab.

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    • Limes sagt

      „Ostdeutschland mein Vaterland.“
      Interessante Aussage jeder 4te Ostdeutsche lebt in Berlin gegen die wird doch auch regelmässig geschimpft.

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  9. Elisabeth Ertl sagt

    „Von ihr hört man nichts mehr. Und von Fridays for Future auch nicht.“
    Von Klimaschutz aber schon!

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    • Ursula Fischer sagt

      Es wäre besser, wir würden von Klima ANPASSUNG reden und vor allem im eigenen Land tun und nicht nur Klimaschutz für die ganze Welt fordern/fördern

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      • Frikadellen piet sagt

        moin schön dass es die Grünen Kreuze gab und versucht wurde die Tätigkeit der Landwirte zuführigen. weiß nur nicht genau ob das richtig gut geklappt hat.? und keine Ahnung was Kreta genau bewirken wollte? genau das gleiche finde ich aber auch bei vielen Politikern. die Bilder die du auf der Homepage hast sind sehr schön und die Arbeit von dir sehr gut! schönen Tag

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      • Klaus Horn sagt

        Wie lange arbeiten wir am Klimaschutz? Wir bauen Unmengen Batterien, PV-Anlagen, Windräder und verursachen einen riesigen CO2-Ausstoß. 15 % bis 40 % der Emissionen verbleiben für 1.000 bis zu mehreren hunderttausend Jahren in der Atmosphäre. Macht es Sinn, das CO2, das wir zukünftig sparen wollen jetzt schon massenhaft zu produzieren und die Erde massiv aufzuheizen?

  10. Arnold Krämer sagt

    Die Grünen Kreuze waren Teil einer zaghaft beginnenden Gegenbewegung zur einlullenden Politik der Merkel-Regierungen. Langsam wachen die Menschen auf. Die mediale links-grüne Medienmacht ist nach Jahrzehnten ihres Erstarkens aber immer noch groß. Wer die Zusammenhänge besser verstehen will, sollte das Buch Bückbürgertum von U. Poschardt lesen.

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  11. Christian Bothe sagt

    Toll mit dem Erwähnen der Grünen Kreuze! War eine gute Aktion!
    Was das Schlussbild betrifft 89/90 hatten sich viele die Zukunft( Demokratie) anders vorgestellt…Das Ergebnis sieht man hier im Osten, wenn man sich das Entstehen von Parteien wie AfD und BSW anschaut…

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    • Elisabeth Ertl sagt

      Die Demokratie war bis dahin bei uns auch eine andere gewesen. Von dort weg entwickelte sie sich unaufhaltsam in eine Plutokratie, unter der auch die Menschen im Westen jetzt leiden. Bis 1989 war der Kommunismus im Osten, den sich bei uns aus gutem Grund kein Vernünftiger gewünscht hätte, immerhin ein sehr wirkungsvolles Korrektiv gewesen. Man musste hier Antworten auf die sozialen Fragen finden, um ein Liebäugeln von gewissen Bevölkerungskreisen mit dem System im Osten zu vermeiden hintan zu halten. So herrschte eine soziale Marktwirtschaft, die diese Bezeichnung im Unterschied zu heute auch verdiente.
      Jetzt kippt es eh wieder in die andere Richtung. Die zweitgrößte Stadt Österreichs ist jetzt kommunistisch. Ich hoffe, die Demokratie ist stark genug, die Fehlentwicklungen Richtung Staatswirtschaft wieder aufzufangen. Aber Frau Kahr treibt jetzt die SPÖ vor sich her und zwingt sie, gegen die Reichen vorzugehen.

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      • Christian Bothe sagt

        Ertl: Von welcher Demokratie reden wir eigentlich? Ich denke so wie wir sie praktizieren mit Auswüchsen in jeglichen Richtungen ist so sie nicht zukunftsfähig! Koll. von mir sprachen mal von einer verbrauchten Demokratie hier und in Europa! Was sagen wir zu 250 Jahren in den USA und deren Demokratie heute? Von Israel, Türkei usw.ganz zu schweigen! Warum haben wir unter 50% demokratische Staatsformen auf der Welt? Viele Fragen, die auf der Welt zu beantworten sind, denke ich. Wohin geht die Reise unter dem aktuellen Weltgeschehen…

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        • Elisabeth Ertl sagt

          Was man als Politiker von der Grazer Bürgermeisterin wieder lernen kann (wenn man von ihren Staatswirtschaftsideen absieht): Wenn sie spricht, ist sie authentisch, man hört nirgendwo einen Spindoktor heraus. Sie spendet von ihren 9.000 Euro Politikergehalt das meiste in einen Sozialfonds und behält nur 2.300 Euro für sich, weil sie das Gespür für ein normales Bürgerleben nicht verlieren will. Sie hält täglich Sprechstunden ab, wo sie Bürger in Not persönlich empfängt und ihnen weiterhilft.
          Damit setzt sie wieder bessere Maßstäbe, die andere Politiker in Zugzwang bringen.

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            • Reinhard Seevers sagt

              Im Kommunalen Bereich ist die politische Ausrichtung zweitrangig, es gilt das, was umgesetzt wird und die Glaubwürdigkeit der Person ….das kann sogar ein Rechter sein.😎
              Insofern ist es nichts Wundersames, denke ich.

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              • Elisabeth Ertl sagt

                Eigentlich sollte auf allen Ebenen die Glaubwürdigkeit der Person und das, was umgesetzt wird, gelten.

              • Elisabeth Ertl sagt

                Josef Riegler beschreibt den Beginn des Demokratieverfalls sehr genau:
                Bis 1986 war der parlamentarische Umgang miteinander sachorientiert. Man hat bei noch so gegensätzlicher ideologischer Ausrichtung auf der Basis von Fakten Lösungen angestrebt. Außerdem galt unverbrüchliche Handschlagqualität. Respekt vor der Person des Gegners war selbstverständlich.
                Als 1986 Jörg Haider Parteiobmann der FPÖ wurde, änderte sich der Politikstil radikal: Haider arbeitete mit persönlicher Diffamierung, Bloßstellung, machte seine Gegner verdächtig etc. Das hat das politische Klima schwer geschädigt, indem die anderen Parteien in entsprechenden Zugzwang gerieten.
                https://www.youtube.com/watch?v=Pcjo0cRijk4 (Minute 1:45)
                Der nächste Sündenfall passierte 1994: Die rein profitgetriebene Globalisierung hat die Strukturen der ökosozialen Marktwirtschaft zerstört mit dem Druck zu großen Wirtschaftsstrukturen, der Seuche der neuen Einkaufszentren rund um die Ortskerne; von den USA kam der Pendelschlag: die Marktradikalen haben sich durchgesetzt, hat uns die WTO und die Freizügigkeit der Finanzmärkte aufs Auge gedrückt. Der amerikanische Kapitalismus hat über den Kommunismus gesiegt. Das europäische Modell war aber immer das der sozialen Marktwirtschaft. Es wurde einerseits überrollt, andererseits haben sich allzu viel europäische Akteure freiwillig daran angehängt. Die Ökosozialen waren als Exoten abgestempelt.
                (Minute 2:00)
                Und jetzt gibt es mit Elke Kahr eine Politikerin, die wieder Druck in eine andere Richtung ausübt: Sie hat jetzt jahrelang mit der SPÖ und den Grünen konstruktiv und mit Respekt zusammen gearbeitet, sie will Politik, die sich an den wirklichen Bedürfnissen orientiert und nicht am Geld.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  …..“sie will Politik, die sich an den wirklichen Bedürfnissen orientiert und nicht am Geld.“

                  Und dafür braucht es wiederum Geld……es bleibt eine Frage der Prioritätensetzung und der Umverteilung.
                  Die von dir gepriesenen guten Jahre basieren auf der Prosperität der damaligen Wirtschaft. Jetzt wird das Fell des toten Pferdes verteilt und darüber wird es erbitterten Streit geben.

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    • Inga sagt

      Liegt es daran, dass sich die Politiker verändert haben und/ oder nicht mehr zu ihren Parteiprofil treu bleiben?

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  12. Reinhard Seevers sagt

    Geschichte macht immer rückblickend nachdenklich. Hinterher meinen Viele, Fehler erkennen zu können. Was ist mit Gegenwart und
    Zukunft? Auch diese werden Geschichte werden. Wer heute meint Recht zu haben, läuft genauso Gefahr im Panoptikum zu landen, und von der Folgegeneration Besserwissen zu erfahren. Das Leben läuft, wie es lâuft.

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  13. Kemetbauer sagt

    @BW
    Was haben, ganz nüchtern betrachtet, all die Aktionen, wenn man mal von der Aufregung die sie vorübergehend entfacht hatten, gebracht? Wo sind all die Organisationen wie z.B. der/die LSV(s) und einige andere geblieben? Einen nachhaltigen Effekt haben auch die „grüne Kreuze“, aufgehängte Stiefel, Schlepperdemonstrationen u.a.m. leider nicht gebracht. Rückblickende muss man sich die Frage stellen, ob heute nicht die Politik mitleidig auf den ldw. Berufsstand blickt, weil der seine Interessen eben nicht mit Nachdruck vertreten kann.

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    • Heidrun sagt

      Ich weiß nicht, wie viele Bürger wie ich sich nun mit Landwirtschaft beschäftigen, die das vorher nicht getan haben… Das Buch von Willi habe ich bisher nicht wieder bekommen, hoffentlich hat es keiner in die Tonne sondern alle weitergegeben.
      Vielleicht ist es der unbekannte Opa mit Landwirtschaft im Warthebruch, der mich motiviert, vielleicht aber auch nicht. Gespräche mit meiner Schwester (Nabu Mitglied) gleiten schneller ab, mein Sohn erlebt gerade als Lehramtsstudent, wie Bauern bei bestimmten Telefonnummern gar nicht erst drangehen und jetzt das persönliche Gespräch wenigstens eine Tür geöffnet hat. Meine Nichte studiert Biologie in Bonn, freue mich schon auf Fachgespräche im Garten, denn nur mit Kompost funktioniert der nicht und Hornspäne sind nicht vegan…

      Es sind kleine Erfolge, aber in Bonn spüren die Radvertreter gerade Gegenwind, der Rhein-Sieg-Kreis will E-Busse statt synthetischen Diesel zu nutzen und das Volk jubelt – hinterfragt aber nicht, wie die nachts, ausserhalb der Betriebszeiten geladen werden sollen. Das wird noch sehr spannend werden – wenn die Industrien abwandern und nicht alle Nutznießer mitziehen, weil man dort nicht so doof ist wie hier.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Die Maßnahmen haben zumindest dazu geführt, dass die Stadtbevölkerung erkannt hat, dass die Bauern die Lebensmittel produzieren, nicht ALDI und Co.
      Inzwischen konnte man auch sehen, dass es im Fernsehen Berichte gibt, welche die Realität auf den Bauernhöfen widerspiegeln. Nicht nur Sepp Holzer, der sein Geld mit seinen Büchern verdient, nicht mit seiner Permakultur.
      Landwirtschaft wird die Wähler und somit die Politik nicht begeistern, solange der Bauer brav und fleißig billige Lebensmittel produziert.

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      • Nicolai Asmussen sagt

        Moin @Ehemaliger Landwirt
        „Die Maßnahmen haben zumindest dazu geführt, dass die Stadtbevölkerung erkannt hat, dass die Bauern die Lebensmittel produzieren, nicht ALDI und Co.“

        Das ist eine hübsche Wunschvorstellung.
        Was hat sich wo geändert?
        Ein paar Treckergeile Fans und Fanninen hören sich ein paar dicke Bauern in tiefstem Bayrisch zu, wie sie die Anbindehaltung benötigen, damit Omma mit 80 noch melken kann.

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        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Wenn ein paar Menschen zumindest erkannt haben, dass es noch Menschen gibt, die für das tägliche Essen sorgen, ist schon viel gewonnen, auch wenn diese Erkenntnis den Geldbeutel der Bauern noch nicht erreicht hat.

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