Alois, Bauer Willi
Kommentare 42

AVA‐Tierärzte sind sich einig…

Die Selektion auf Milchleistung darf so nicht weitergehen…

Mit diesen Worten beginnt die “Göttinger Erklärung zur Milchproduktion für mehr Tiergesundheit und Tierwohl”. Dr. Ernst‐Günther Hellwig, Agrarwissenschaftler und Fachtierarzt (er schrieb bereits bei uns den Artikel “Der Tierarzt in der Verantwortung”) und weitere Tierärzte der Agrar- und Veterinär-Akademie (AVA) im münsterländischen Horstmar, mahnen damit in sehr deutlichen Worten eine Korrektur der Hochleistungszucht auf Milchleistung an.

Wir drucken hier den Wortlaut der Erklärung ab. In der angehängten PDF-Datei werden weitere Ausführungen gemacht.

AVA Tagung Göttingen 2016: Priorität für Gesundheit der Milchkühe

Der seit der Abschaffung der Milchquote im Frühjahr 2015 verringerte Milchpreis gefährdet die ökonomische Stellung der etwa 74.500 Milchviehhalter/innen in Deutschland mit ca. 4.3 Mio. Kühen, die die Versorgung mit Milch und Milchprodukten sicherstellen. Die produzierte Milchmenge von ca. 31,5 Mio. t trägt mit ca. 48 % des Produktionswertes aus der tierischen Erzeugung maßgeblich zum Einkommen bei. Diese wird jedoch nicht nur durch den Milchpreis, sondern auch durch die Kosten der Milchproduktion bestimmt.

Wissenschaftler/innen und Praktiker/innen haben anlässlich der 16. AVA Haupttagung die wirtschaftliche Belastung der Milch erzeugenden Betriebe durch hohe Erkrankungsraten und vorzeitige Abgänge der Milchkühe ausführlich diskutiert.

Es besteht kein Zweifel, dass die erfolgte Steigerung der Milchleistung mit hohen leistungsbedingten Erkrankungsraten (≥ 60 % aller Kühe pro Laktation) und daraus resultierenden frühen Abgängen verbunden ist. Die zurzeit sich ergebende Nutzungsdauer von < 3 Laktationen erfolgt vor dem Leistungsoptimum der Kühe in der 4. – 6. Laktation und vor der ökonomisch optimalen Laktationszahl von 6 – 7 Laktationen.

Die vorzeitigen Abgänge erfolgen überwiegend zu Beginn der Laktation aufgrund von Erkrankungen, deren Ursache(n) nicht immer klar sind: Es mehren sich die Inzidenzen, dass die durch die einseitige Selektion auf Milchleistung entstandene Stoffwechselsituation mit chronischen entzündlichen Prozessen einhergeht. Die Ursachen der entzündlichen Belastung der Milchkuh könnten in der prä- und postnatalen Entwicklung der jungen Milchkuh zu suchen sein. Intrauterine Fehlprägung und postnatale, durch die Fütterung forcierte Aufzucht, könnten zu gewebs- und organspezifischen Entwicklungsstörungen führen, die zellulär pro-inflammatorische Prozesse stimulieren. Die daraus resultierende chronische Entzündungssituation macht die Milchkuh anfälliger für Produktionskrankheiten aller Art.

Die aus Untersuchungen der Tierzucht bekannten ungünstigen genetischen Korrelationen zwischen Milchleistung und Erkrankungen wie Fettleber/Ketose, Mastitis, Klauen-erkrankungen und Fruchtbarkeitstörungen sowie Belastung durch eine allgemeine Entzündungsreaktion lassen sich in zunehmendem Maße kausal durch die frühen, nicht der Entwicklung des Wiederkäuers angepassten Anforderungen an  hohe Stoffwechselbelastungen der Kühe begründen.

Es ist eine  Folge der über Jahrzehnte primären Selektion auf Milchleistung, insbesondere der genetisch-züchterischen Erhöhung der Leistungsveranlagung speziell im ersten Laktationsdrittel.

Der aktuell zur Zuchttierbewertung (KB-Bullen, weibliche Rinder) bei Deutschen Holsteins genutzte Gesamtzuchtwert (RZG; relativer Gesamtzuchtwert, Stand: April 2015) räumt der Milchleistung mit fast 50% gegenüber den übrigen Merkmalen (Nutzungsdauer, Exterieur, Fruchtbarkeit etc.) nach wie vor den höchsten Anteil an der Gesamtbewertung aller berücksichtigten Merkmale ein.

Im Vergleich auch zu anderen europäischen Staaten mit bedeutenden Holsteinpopulationen (Frankreich, Skandinavien, Niederlande) wird damit in der Deutschen Holsteinzucht der Milchleistung immer noch eine deutliche höhere Gewichtung als in vergleichbaren anderen europäischen Zuchtprogrammen eingeräumt. Hier bedarf es dringend einer Änderung der Zuchtzielformulierung auf Basis des RZG mit kurzfristig weiterer deutlicher Zunahme der Gewichtsanteile für Nutzungsdauer und Gesundheit.

Da eine Selektion auf Futteraufnahmevermögen – aufgrund einer fehlenden Leistungs-prüfung in praxi – (noch) nicht populationsweit realisiert werden kann, empfiehlt sich vor dem Hintergrund der negativen Energiebilanz (NEB) und der daraus resultierenden Stoffwechselbelastung in der Frühlaktation der Holstein-Rinder kurzfristig die Erfassung der Körpermasse- bzw. Körperkondition.

Generell setzen sehr hohe Herdenleistungen (≥ 10.500 kg Milch/Kuh/Jahr)  ein hoch-qualifiziertes Herdenmanagement voraus. Dies ist nicht in allen Herden regelmäßig sicherzustellen und es nicht primäre Aufgabe des Managements, Fehlentwicklungen in der Tierzucht zu kompensieren. Höchstveranlagte Tiere empfehlen sich deshalb generell nicht für alle Umwelten.

Auch ist die Akzeptanz einer Zuchtzielsetzung nach Höchstleistungen in weiten Teilen unserer Gesellschaft und damit beim Verbraucher längst nicht mehr gegeben.

Diese Problematik hat die allgemeine Öffentlichkeit erreicht und beeinträchtigt die Stellung der Landwirte/innen und der Landwirtschaft  und damit auch der Tierärzte insgesamt.

Aus der Sicht der Diskussionsteilnehmer ist ein Umdenken dringend erforderlich und beinhaltet neben einer Prüfung der relativen Zuchtwerte mit der Priorität auf robuste Gesundheit und längere Nutzungsdauer auch eine Neubewertung des Aufzuchtregimes der jungen Milchkuh. Die gestiegenen Ansprüche an Haltung und Management sollten immer begleitend definiert und mit bedacht werden.

 
Prof. Dr. Wilfried Brade
Institut für Tierzucht und Vererbungsforschung
Bünteweg 17p
30559 Hannover
Prof. Dr. Korinna Huber
Institut für Nutztierwissenschaften
Fakultät für Agrarwissenschaften
Universität Hohenheim
70593 Stuttgart
Prof. Dr. Holger Martens (a. D.)
Institut für Veterinär-Physiologie
Freie Universität Berlin
Oertzenweg 19b
14163 Berlin

Ernst-Günther Hellwig, Fachtierarzt und Agrarwissenschaftler
Agrar- und Veterinär- Akademie (AVA)
Dorfstraße 5
48612 Horstmar-Leer

Tierärztinnen und Tierärzte in der Milchviehherdenbetreuung, Teilnehmer der 16. AVA-Haupttagung im März 2016 in Göttingen.

Download der Göttinger Erklärung als PDF

Homepage der Agrar- und Veterinär Akademie http://www.ava1.de/

(Aufrufe 1.232 gesamt, 1 heute)

42 Kommentare

  1. Friedrich sagt

    Habe mir mal alle Kommentare durchgelesen. Wie kommen denn die 10.000 ltr bei einer
    Kuh zusammen ? Vor rd. 20 Jahren hatten die Milchviehbetriebe auch schon 7.000 ltr.. Die
    Genetik für 10. 000 ltr. war auch schon da, aber man wußte noch zu wenig über die Abläufe
    mit der Fütterung. Die Kühe waren überwiegend noch in Warmstellen untergebracht. Heute
    in den offenen, luftdurchfluteten Ställen bringen die Kühe schon deshalb 1000 ltr. mehr.
    Auch die Grünlandpflege , ohne Maulwurfshaufen und Unkraut, sowie die Silagebereitung
    ohne Erdanteile bringen noch einmal 1000 ltr. . Dann kommt da noch der Mischwagen, die
    soziale Errungenschaft für die Landwirte, bringt durch das Mischen des Futters noch einmal
    bis zu 2000 ltr/Jahr. Also ist die Leistungssteigerung weniger durch Genetik als durch den “Technisch -biologischen Fortschritt” entstanden !

    • Martin Grube sagt

      Kann ich nur bestätigen. Nach dem Umzug von Anbindestall mit Weidehaltung in den Boxenlaufstall mit TMR und etwas Weidehaltung von 7300kg auf 9000…
      Danke Friedrich da brauche ich garnichts schreiben.

      Gruß Martin

        • Martin Grube sagt

          Moin Alois.
          Natürlich positiv. Bessere Fruchtbarkeit, deutlich weniger kranke Kühe und vieleTiere wo wir dachten die machen nur noch eine Laktation nach dem Umzug, blieben noch viel länger!
          Wir sind 2002 mit 40 Kühen umgezogen. Jetzt haben wir 115 Kühe und nie Tiere zugekauft sondern eigentlich jedes Jahr noch Färsen verkaufen können. Die Remontierungsrate liegt zwischen 18 und 22%. Gleitender Schnitt liegt jetzt bei 10040kg/Kuh, durchschnittlich hat eine Kuh bei uns 43000kg Milch produziert bis sie zum Schlachter geht.
          Gruß Martin

          • fred huber sagt

            holla die waldfee, martin! respekt! 🙂

            ganz so “geil” sind wir nicht unterwegs, aber im grunde kann ich die tendenz, das die tiere trotz höherer leistung gesünder und langlebiger sind als früher nur bestätitgen..
            deswegen ist es auch so mühsam auf so einen artikel wie oben zu antworten. letztendlich ist dieser eher eine meinung, statt einer wissenschaftlichen ausarbeitung. (wie hoch war der protzentsatz nicht erfasster kühe vor, zb., 50 jahren). und diese meinung teile ich nicht.

            das fällt eher in die kategorie “früher war alles besser”.

            ich muß dazu noch sagen, daß ich persönlich nicht unbedingt ein freund extrem hoher leistungen bin. je höher die leistung der kühe ist, desto weniger fehlertolerant werden sie.

            aber wieviele betriebe haben denn eine herdenleistung von mehr als 10500 liter? das dürfte sich wohl im einstelligen prozentbereich bewegen. und das sind die fachleute, die ihre arbeit durchaus im griff ahben (müssen).
            der durchschnitt liegt bei moderaten 8500 – 9000 litern.
            also, wo liegt das problem?

            • Martin Grube sagt

              Danke für die Blumen. Ist aber gleitender Schnitt. Letztes Jahr hatten wir 9600kg am Jahresende und auch mal 36000 durchschnittliche Lebensleistung.
              Es ist auch nicht Volkstrauertag wenn man unter 10000kg ist. Alt sollen die Kühe werden.
              Das kriegt man hin mit Arbeitsroutinen und einem Strohstall für die Kühe nach dem Kalben. Und natürlich bestem Grundfutter…

          • Alois Wohlfahrt sagt

            Hallo Martin, das ist doch schön. Ich hatte vor 30 Jahren auch noch Milchkühe im Anbindestall. Danach hatte ich im Kalt-Laufstall Mutterkühe mit ihren Kälbern. Ein gigantischer Unterschied. Ich würde heute nie mehr auf die Idee kommen ein Stück Vieh anzubinden. Natürlich fühlen sich die Tiere im Laufstall wesentlich wohler. Ich behaupte mal, die Menschen auch. Und darum ist es nicht nur ein wirtschaftlicher Fortschritt sondern auch ein ethischer Fortschritt für Mensch und für das Tier.
            Alois

            • Stadtmensch sagt

              “Ich behaupte mal, die Menschen auch. ”

              Also ich werde im Büro den ganzen Tag in “Sitzhaltung” gehalten. Ich empfinde das nicht als Fortschritt – aber was will ich machen 🙁

          • bauerhans sagt

            “Also ich werde im Büro den ganzen Tag in „Sitzhaltung“ gehalten.”

            siehste,ich bin selber chef!
            bisschen am pc sitzen,dann schweine versorgen,dann treckerfahren,von allem etwas.

            • Stadtmensch sagt

              “von allem etwas”
              Deswegen sach ich ja von Anfang an: Hört auf zu jamm äh seid doch einfach froh und gönnt uns unsere Illusion, wir hätten irgend eine Wahl oder irgend ein Recht auf irgendwas. Ich könnte übrigens auch mein eigener Chef sein, dann müsste ich mich allerdings selbst in den Sessel zwingen. Obendrein hätte ich dann noch Kundenkontakt (Graus).

            • Andreas Schmid sagt

              @ Stadtmensch: In der unbequemen Sitzhaltung verdienst Du halt mehr. Bei den Kühen ist das anders: Wenn es denen gut geht, geben die viel Leistung.

    • Ludger Gerding sagt

      Um die Diskussion einmal zu versachlichen,
      ich lese in dem Artikel nicht, dass die Kühe nicht mehr 10000 Liter Milch geben dürfen, sondern die Forderung das das Hauptzuchtziel nicht allein auf eine möglichst hohe Milchleistung gelegt werden sollte sondern das Zuchtziele wie Robustheit und Langlebigkeit eine wieder größere Bedeutung haben sollten und diese Forderung geht besonders an die Zuchtverbände. Ich glaube dass es auch grade die größere Milchviehbetriebe mit Mitarbeitern sind, von denen die Forderung kommt, dass die Kühe, die bei einer guten Milchleistung wieder langlebiger und einfacher zu betreuende sind.

  2. Friedrich sagt

    Aha , jetzt gehen die Herren Tierärzte in den Mainstream. Sich reinwaschen und nicht in den Sog der Milchviehhalter kommen. Jahrelang mit den Kühen Geld verdienen und jetzt
    abseilen. Die heutige Situation mit der hohen Leistung hatten wir auch bei 6000 oder
    7000 ltr.Milch/Kuh/Jahr. Immer dieselben Aussagen. Durch bessere Ställe , Fütterung usw.
    sind die Milchleistungen gestiegen. Auch die Landwirte sind eben besser geworden , die
    brauchen bei 10.000 ltr Milchleistung keinen Sachkundenachweis. Das sind heute Profis.
    Da müßen wohl eher die Berater einen Sachkundenachweis machen, oder auch die
    Besserwisser. Genauso ist die Leistung in der Sauenhaltung gestiegen, oder im Getreidebau
    usw. . Wenn man eben nicht mehr für Rohstoffe bezahlen will, muß eben kostengünstiger
    produziert werden. Der Politik in Brüssel und Berlin ist das nur recht. Auch die Verbraucher freuen sich darüber , weil dann mehr für Autos, Urlaub usw. übrig bleibt.

    • Stadtmensch sagt

      “Immer dieselben Aussagen. Durch bessere Ställe , Fütterung usw.
      sind die Milchleistungen gestiegen. ”

      Nein, durch Überzüchtung sind die Milchleistungen gestiegen. Steht im Text.
      Hat man eben jetzt erst gemerkt, dass es nichts bringt außer frühen Abgang und negative Energiebilanz.

      Dafür hat man seit Jahrzehnten Grünland in Acker verwandelt und auf dem verbliebenen Grünland die Nutzung intensiviert. Folgen sind Artenschwund und schlechte Preise für Milch wegen Überproduktion.

    • Gepard sagt

      Immer dieses Schwarz-Weiß-Denken. Menschen dürfen Fehler erkennen und korrigieren. Wem ist damit gedient, das ganze als “abseilen” abzukanzeln?

  3. Schweinebauer Piet sagt

    Mh, ich bin ja kein Kuhbetrieb, nur bei schnellerem Wachstum werden die Mastschweine auch nicht mehr so alt.

  4. Sabine sagt

    Schön, dass die Tierärzte jetzt mal was merken.
    Vor einigen Jahren merkten die Kleintierärzte was. Gerade auch die, die sonst gerne die von Rassezuchtverbänden geforderten Gesundheitsbescheinigungen ausstellten, die bestätigten, dass eben keine und schon gar keine schwerwiegenden Anomalien vorlagen.

    Wie jeder Züchter, egal welches Tier, wohl bestätigen kann, bekommt man genau das, was man selektiert und einen Rattenschwanz an Problemen, wenn man aufhört das Tier als Gesamtkunstwerk der Natur zu sehen. Trotzdem finde ich, sollte man die Profizucht nicht zu sehr schelten.

    Hobby-Züchter sind in Defektzucht viel, viel besser und schneller. Viele ehemalig robuste
    Arbeitshunde sind in geradezu atemberaubener Geschwindigkeit zu niedlichen, medizinischen Notfällen “weiter entwickelt” worden. Auf dem Rassekatzenmarkt gibt es teilweise recht bemittleidenswerte und hochpreisige Züchtungen, die trotz Qualzuchtparagraphen weiter ausgestellt, vermehrt und verkauft werden.
    Auch die Ewig-Diskussion um die Züchtung traditioneller Rassen mit autosomal unvollständig dominanen Letalfaktoren in der Rassegeflügelzucht ist ja noch nicht zur Zufriedenheit aller abgeschlossen.
    Züchterisch kann man eigentlich aus jeder Sackgasse raus, solange man Rassen einkreuzen kann, die diese Defekte nicht haben.

    Zweitnutzung ist wohl auch keine Lösung, solange die Rindfleischpreise nicht steigen.

    Vielleicht kommt ja doch die Gen-Kuh, die industrielle verwertbare Bio-Kunststoffe oder pharmazeutische Produkte statt Milch gibt.

    • Alois Wohlfahrt sagt

      Hallo Stadtmensch, danke für den obigen Link: “Mit Genügsamkeit beginnt das neue Denken”
      Vor mehr als 30 Jahren gab es Wissenschaftler, die dem genügsamen Leben und Arbeiten auf dem Land DIE große Zukunft in der kommenden Informationsgesellschaft vorhersagten. Die Informationsgesellschaft kam wie vorhergesagt. Aber die Genügsamkeit setzte sich nicht durch. Und ich fürchte, das wird auch nicht so schnell passieren. Aber danke für den schönen Traum.
      Alois

  5. Gast sagt

    Holsteinzucht hat sich selbst in eine Sackgasse gebracht.

    Heute stellt es sich so dar, daß man die Haltung von HF Kühen verbieten müsste. Das notwendige Gesetz : Verbot von Qualzucht im Tierschutzgesetz existiert ja, nur traut es sich keiner, es anzuwenden.

    Auf jeden Fall brauchen wir mir Sachkunde in der Milcherzeugung und eine strenge Haltungsverordnung für Milchkühe, darunter Verbot von Anbindung und langfristig sollte man über Weidepflicht nachdenken.

        • Gast sagt

          Grünenkritiker haben oft mangelnde Bildung: es heisst esoterisch und nicht esotherisch und ist inhaltlich auch Quatsch, denn esoterisch bedeutet “geheimes Wissen”. Aber was ist geheim an einer Kritik von Qualzucht, wie sie auch prinzipiell in dem AVA Beitrag anklingt?
          Aber Hauptsache dumm dahergeredet, da wäre schweigen manchmal besser.

          • Rebecca sagt

            Lustig, wenn sich ein Grüner oder Anhänger der Grünen über mangelnde Bildung der Grünenkritiker auslässt und anschließend den Beweis antritt, dass er eine Dumpfbacke ist.

            Esoterisch kommt aus dem Griechischen und bedeutet innerlich. Früher mal Begriff für eine philosophische Lehre, die nur einen inneren Kreis zugänglich ist. Heute gibts allerdings keine anerkannte Definition von Esoterik mehr.

            Ansonsten sollten auch verblendete Grüne irgendwann begreifen das die Versorgung der breiten Bevölkerung nicht durch Ziegenhirten mit handgestreichelten Tieren, sondern durch durch moderne zeitgemäße Landwirtschaft erfolgen muss. Das Irrwege erkannt und behoben werden ist richtig. Aber dazu werden die verschrobenen fanatischen Grünen nicht gebraucht.

    • Egbert Mast sagt

      Ca 70%der milch wird von HF kühen produziert da sie die milch preiswerter produzieren wie andere rassen der ewig stat findende Preisdruck der Verbrauchermärkte zwingt zu rationalen denken der Milchviehhaltung ohne kosten nutzen Rechnung macht das halten von kühe keinen sinn . auf der einen seite der wunsch nach verbesserten Bedingungen auf der andere seite der nicht aus zu haltende Preisdruck ..

    • Andreas Schmid sagt

      “Auf jeden Fall brauchen wir mir Sachkunde in der Milcherzeugung und eine strenge Haltungsverordnung für Milchkühe, darunter Verbot von Anbindung und langfristig sollte man über Weidepflicht nachdenken.”

      Wieder die Forderung nach 3 neuen Paragraphen. Diese Bearbeitung dieser Paragraphen inklusive der Folgeverordnungen erfordert viel Zeit des Bauern. Das wird nicht auf 2 Seiten Papier gehen. Diese Zeit muss er bei der Betreuung der Tiere sparen. Ob dies im Sinne des Tierschutzes ist muss stark angezweifelt werden.

      Die andere Möglichkeit wäre, wenn Tierschutzfreunde einfach Spenden sammeln gehen würden und sagen würden: Wenn Du einen Sachkundekurs, Weidehaltung ….. machst, finanzieren wir Dir das.

      Dies ist der Unterschied zu echten Tierschützern. Nicht fordern, sondern fördern. Wer nur fordert, sollte eigentlich die “Klappe halten”.

      • Gast sagt

        Förderung geschieht ja bereits durch Steuergelder. Wir hier im grünen Ländle haben über FAKT Förderung für Weidegang, für Silageverzicht, für alte Rassen und natürlich für Bio.

        Leider nehmen diese zu wenige Landwirte an und jammern stattdessen mit Milchpreisen < 30 ct pleite zu gehen.

        Längst lässt sich mit robusten langlebigen Zweinutzungsrassen unter Biobedingungen mehr Geld verdienen im Vergleich zu TMR Ganzjahres 10.000 kg HF´s.

        Nur wenn die Milchbauern das nicht verstehen, nicht auf mich (das erwarte ich nicht), aber auch nicht auf ihre Tierärzte hören dann ist ihnen und den Tieren mit Freiwilligkeit nicht zu helfen.

        Daher HF Verbot (Hochleistungslinien), man kann z.B. die Abgabe von Sperma von Topbullen mit +Milch nur an Höfe erlauben, die besonders hohe Kennzahlen bei Tierwohl (d.h. Lebensalter, Erkrankungsraten, Kälbersterblichkeit etc.) aufweisen.

        Usw. Fazit: bewegt sich der Bauer nicht von allein, dann müssen ihn eben Gesetze und Auflagen dazu bringen. Wohin das blinde Hinterherdackeln der Bauern dem DBV führte, erleben wir heute in der Milchkrise. Der DBV behauptet bis heute: alles gut! Weiter Vollgas! Wie machen Export! Da sind die Tierärzte (und die AVA sind eher die Konventionellen unter den Tierärzten) schon deutlich weiter, wenn sie sagen: so kann es nicht weiter gehen.

        • Sabine sagt

          Und bei der Bio-Kuh wird dann Globoli bei Lungenentzündung verabreicht und wenn das dann nicht hilft, sieht man ihr beim Sterben zu, statt einmal böse Medikamente zu erlauben, oder was? Da wird die Nutzungsdauer der Tiere ja sprunghaft steigen.
          Ich persönlich bekomme das Kotzen, wenn ich meine Tiere wegen Krankheiten verliere, die bei Sittichen, Meersäuen oder Hunden gar kein Thema mehr sind, weil sie von Anfang an mit vernünftigen Medikamenten behandelt werden können.

          • Gast sagt

            Wieder einmal blödsinnig alles durcheinander gebracht. Was hat Hochleistungsqualzucht mit Globuli zu tun? Gar nichts!

            Mal abgesehen davon, dass ich mich strafbar machen würden, wenn ich Globuli für Menschen einfach meinen Tieren geben würde, den da sind es nicht zugelassene Medikamente.

            Mein Hoftierarzt ist der Ansprechpartner für kranke Tiere und schon oft hat er mich auch kompetent naturheilkundlich beraten.

            ich persönlich bekomme das Kotzen, wenn jemand so simple plumpe Vorurteile über Bio-Kühe hat, zumal es in meinem Beitrag primär um Zucht ging, mit Bio war nur am Rande um zu erklären, dass es ja schon Fördermöglichkeiten für Bauern gibt, die sich für Verzicht auf Höchstleistungen entscheiden.

            • Sabine sagt

              Ja so ein Dreck, jetzt glauben die doofen Konsumenten noch, was wir ihnen jahrelang suggeriert haben.

              Und, btw, Globuli sind als Futterzusatz frei verkäuflich. Gibt für so ziemlich jede Tierart und von so ziemlich jeder homöopathischen Schule. Da Globuli, es sei denn man teilt das Weltbild der jeweiligen homöopathischen Schule, nichts anderes als teurer Zucker ist, glaube ich kaum, dass Du dich da irgendwie strafbar machen kannst.

              Züchterisch in die falsche Richtung rennen, das kann jedem passieren.
              Noch ein Verbot zu fordern, ist reine Augenwischerei. Was hat denn das Qualzuchtgesetz jetzt eigentlich gebracht, außer den Streit um des Propheten Bart? Welche Rasse ist ganz konkret verboten worden? Welche Zuchtvereine wurden aufgelöst? Welche Farben, Fell/Federtypen fehlen nun auf den Ausstellungen?
              Siehste, nix hat es gebracht. Null. Oh, obwohl man verpaart keine Eltern mehr die beide autosomal unvollständig dominane Letalfaktoren tragen…. als hätte das jemals geklappt.

        • Andreas Schmid sagt

          “Förderung geschieht ja bereits durch Steuergelder. Wir hier im grünen Ländle haben über FAKT Förderung für Weidegang, für Silageverzicht, für alte Rassen und natürlich für Bio.”

          Welche Partei hat im Ländle die Förderung der Abschaffung der Anbindehaltung ersatzlos gestrichen????

          –> Die Partei der Bio- und Tierschutzfreunde!!!!!!!!!

          • Gast sagt

            ein Verbot der Anbindung war bei den Grünen nie Diskussion und auch bei keiner anderen Partei im Programm. Also das Thema untauglich für Grünenbashing. Ein Anbindeverbot verhindert die mächtige Lobby des Bauernverbandes. Bei Bio ist ganzjährige Anbindung ja bereits verboten.

            • Andreas Schmid sagt

              Es geht nicht darum, was im Parteiprogramm steht, es geht darum, als was sie landläufig gesehen wird. An eine grüne Partei habe ich eine andere Erwartungshaltung als an eine schwarze oder sonstige Partei. Deshalb verstehe ich es nicht, dass eine Partei, die den Tierschutz fordert, ein Förderprogramm für mehr Tierschutz, das eine Partei die nicht für Tierwohl steht aufgelegt hat, ersatzlos streicht.
              “Ein Anbindeverbot verhindert die mächtige Lobby des Bauernverbandes.” Das Anbindeverbot macht nur Sinn, wenn die Tierschutzvereine den kleinen Bauern, die ja in jeder Umfrage gewollt sind, die Umbaumaßnahmen zahlt. Ansonsten sind die Kleinen schneller weg, als es von den meisten gewollt ist.

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      “Auf jeden Fall brauchen wir mir Sachkunde in der Milcherzeugung und eine strenge Haltungsverordnung für Milchkühe, darunter Verbot von Anbindung und langfristig sollte man über Weidepflicht nachdenken. ”

      1. Allen Viehaltern fehlt die Sachkunde, außer dem Bio-Bauern vom Hochschwarzwald. Woher haben sie die Sachkunde um so etwas beurteilen zu können?

      2. Weidepflicht für alle Milchkühe, das ist in unserem Land eine Illusion, es sei denn man verbietet die reine Stallhaltung und kauft die Milch im Ausland.

      3. Die Anbindehaltung kann schneller vorbei sein, als es uns wegen der Landschaftserhaltung lieb ist.
      Welcher auf Effizienz getrimmter Landwirt tut sich ein Anbindestall heute noch an? Das Aussterben ohne Milchquote geht jetzt noch schneller. Mit oder ohne Verbot stehen in 10 Jahren keine 0,001% der Tiere in einem Anbindestall! Kann man da noch ein oder 2 Nullen hinzufügen?

  6. fred huber sagt

    “Intrauterine Fehlprägung und postnatale, durch die Fütterung forcierte Aufzucht…”

    ich frage mich welche art von “intrauterine” (tolles wort) fehlprägungen gemeint sind.

    und ist es nicht gut, das die aufzucht durch die fütterung forciert wird…?

  7. bauerhans sagt

    wie sagte der milchviehhalter mit 800! kühen aus der eifel in der swr sendung von gestern(6.4.16):
    wenn die kuh soweit ist,dass sie milch geben kann,hat sie mich ja schon 2000€ gekostet!
    da muss sie viele jahre funktionieren,damit ich auch geld verdiene!

    • Gepard sagt

      Und dann wundert man sich, dass die Menschen ein schlechtes Bild von konventionellen Bauern haben? Aber es ist wohl vermessen in einer Gesellschaft, in der auch Angestellte oft nur als austauschbare Maschine angesehen werden, zu erwarten, dass Unternehmensführer respektvoll mit Lebewesen umgehen.

      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Soweit mir bekannt, ist es bis jetzt nicht Verboten, seinen Lebensmittelunterhalt mit Landwirtschaft zu verdienen.

        Wenn unsere Gesellschaft das in Frage stellt, dann muss man auch die Frage stellen, warum die für ihre Arbeit einen Lohn erwarten.

        Übrigens, auch beim Biolandwirt ist es so, dass eine Kuh zuerst Geld kostet, bis sie mal Milch gibt, oder sehe ich das Falsch?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.