Bauer Willi
Kommentare 17

Asiatische Hornisse, Japankäfer, Tigermücke…

Wenn vom Insektensterben berichtet wird, werden oft die Landwirte als Verursacher genannt. Was dabei vergessen wird: es gibt eine Reihe von „neuen“ Insekten in unserer Region, die nicht ganz ungefährlich sind.

In einem Amtsblatt für unsere Gemeinde war zu lesen, dass die Asiatische Hornisse in unserer Gemeinde gesichtet wurde. Sie ist für den Menschen nur gefährlich, wenn sie sich bedroht fühlt. Schaden macht sie dadurch, dass sie Honigbienen frißt. Deshalb findet man sie oft in der Nähe von Bienenstöcken.

Hier ein Zitat aus Wikipedia:

Bekannt ist die Art aber vor allem als effektiver Prädator von Honigbienen. Diese können, je nach Region, ein Drittel bis zwei Drittel der tierischen Nahrung ausmachen.[15][69] Ein einziges Volk der Hornissenart ernährt sich pro Jahr von etwa 11 Kilogramm an Biomasse aus Insekten.[2] Häufig lauern jagende Hornissen in der Nähe von Bienenstöcken, um gezielt an- und abfliegende Bienen zu erbeuten, die als konzentrierte Nahrungsquelle gegenüber vielen anderen bevorzugt werden.

Invasive und unerwünschte Arten tragen folglich auch zum Insektensterben bei.

Im Regionalfernsehen WDR wurde vor der Asiatischen Tigermücke gewarnt, die im Rheinland angekommen ist. Sie ist deshalb für den Menschen gefährlich, weil sie Überträger diverser Viren wie Dengue- und Zika-Virus  ist.

Das schreibt Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Asiatische_Tigerm%C3%BCcke

Der Japankäfer stellt eine große Bedrohung für unsere heimische Pflanzenwelt dar, weil er über 400 Pflanzenarten befallen kann. Bisher sind nur einzelne Funde in Deutschland nachgewiesen. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, hat die Stadt Freiburg Verbote erlassen:

https://www.welt.de/wissenschaft/article688b971d74590e27a46a215a/Japankaefer-Invasion-Erste-deutsche-Grossstadt-erlaesst-Verbot-fuer-Buerger.html

Die Badische Zeitung empfiehlt: Fotografieren und einfrieren. Die ZEIT titelt, dass der Japankäfer das gefährlichste invasive Insekt in Europa ist. Eventuell kann ein Pilz ihn stoppen. Wer einen Japankäfer entdeckt, muss ihn den Behörden melden.

https://www.zeit.de/2025/32/bekaempfung-japankaefer-invasion-europa-pilz-metarhizium-brunneum

Das BMLEH bittet alle – also nicht nur Landwirte – um Mithilfe, dass sich dieser Schädling nicht ausbreiten kann:

https://www.bmleh.de/DE/themen/landwirtschaft/pflanzenbau/pflanzengesundheit/japankaefer.html

Über die Schilf-Glasflügelzikade hatte ich schon berichtet. Können Sie jetzt verstehen, warum wir froh sind, dass es Insektizide gibt?

Klimawandel: Kleines Insekt mit fataler Wirkung

 

 

 

 

(Aufrufe 3.847 gesamt, 1 heute)

17 Kommentare

  1. Kemetbauer sagt

    Der Kampf gegen Neozoen und Neophyten hat für mich etwas von der Art des Sisyphos. Da heißt es z.B. dass Bayern jetzt frei vom asiatischen Laubholzbockkäfer sei und ein Kollege berichtete von einem angeblichen neuen Fund in BW. Wir können die Invasion evtl. bremsen aber nicht komplett aufhalten. Wie viel tausend Bäume hat man abgeholzt wegen des ALBs? Und was ist mit dem Kirschlorbeer, dem Pampasgras, vielen verschiedenen Varianten des Plattwurms und der Ameisen, der chinesischen Wollhandkrabbe und dem Axishirsch? Hier werden einige wenige Arten aufs Tableau gehoben um zu zeigen, dass man etwas macht und hinten herum werden wir von neuen Arten überrannt. Da wo die Arten ihre Heimat haben, haben sie auch Antagonisten. Es wird einige Zeit dauern und dann sind die auch hier. Leider werden heimische Arten darunter zu leiden haben. Die müssen dann wohl gehen. Das System ist dynamisch. Die Arten kommen und gehen. Wir auch!

    1
  2. Limes sagt
  3. Topfheiler sagt

    Immer neu Sargnägel plus Düngerpreise keine Arbeitskräfte Bürokratie kein Geld für Ersatzinvestionen .PS .danke für die Mehrfläche bei Kartoffeln in Niedersachsen u.Bayern.

    1
  4. Thomas Bröcker sagt

    Die japanischen Hornissen sind auf Bienenbrut spezialisiert. Asiatische Biene können damit ganz gut umgehen. Die haben eine angepasste Abwehrstrategie. Die Hornissen schicken erstmal Kundschafter aus, die nach Bienenstöcken suchen. Die asiatischen Bienen lassen den Kundschafter gewähren und lassen ihn im Stock herumlaufen. Die Kundschafter setzen „Duftmarken“ an und im Bienenstock um effektiver und gezielter angreifen zu können.
    In dem Moment, wenn die Hornisse den Stock verlassen will, stürzen sich schlagartig ein große Anzahl von Arbeiterinnen auf dieselbe und bringen sie durch festhalten und Überhitzung um. Die Bienen direkt bei der Hornisse gehen dabei auch drauf (Kamikaze halt). Wenn die Kundschafterin tot ist, wird sie entsorgt und alle Markierungen werden abgeschabt. So kann sie (sofern die Abwehr gelingt) ihre Kameraden nicht holen.
    Allerdings werden auch in Asien gern Europäische Bienenrassen verwendet, weil sie sanfter sind und höhere Sammelleistung haben.
    Diese Rassen haben eine andere Abwehrtaktik. Sie greifen die anfliegenden Kundschafter frontal an, haben aber im Luftkampf gegen die Viecher keine Chance. Der Kundschafter kehrt mit seiner ganzen Sippe zurück und dann gibt es eine Luftschlacht vor dem Bienenstock bei der der Sieger klar ist. Ich habe mal eine Dokumentarfilm dazu gesehen. Sensationelle Aufnahmen, wie die Hornissen die Bienen in der Luft zerfetzen. Letztlich haben die es (lt. diesem Film) auf das leicht verdauliche und hochwertige Eiweiß der Larven im Stock abgesehen.

    7
  5. Frikadellen piet 46 sagt

    moin dann bin ich ja mal gespannt, wann bei wissen vor acht eine Lösung präsentiert wird, wie man davon befreit wird

    3
  6. Alfons Nünning sagt

    Wie werden diese gefährlichen Insekten denn in ihren Heimatländern bekämpft?

    2
    • Inga sagt

      Die Heimatländer sind eventuell nicht so dicht besiedelt, dass die auch viel Freiraum haben, wo sie nicht bekämpft werden.

    • Ludger Weß sagt

      In Asien gibt es Vogelarten, die diese Hornisse jagen. Und weitere Hornissenarten, die die Asiatische Hornisse fressen. Der Japankäfer wird in Japsn durch natürliche Feinde wie spezialisierte Schlupfwespen und bestimmte Nematoden in Schach gehalten.

      4
      • Thorens sagt

        Ja, so ist das wohl.
        Zur biologischen Bekämpfung importieren wir dann also diese Schlupfwespenart und Nematoden und lassen sie auf die heimische Fauna los. Ob die aber dann auch die hiesigen Nützlinge verschonen oder diese etwa auch befallen, muss ich wohl herausstellen. Klappt’s nicht, liegts vermutlich am Klimawandel.

        10
        • Merkur sagt

          Der asiatische Marienkäfer (Harlekin Käfer) wurde damals auch zur biologischen Schädlingsbekämpfung eingeführt, praktisch also der lebende Beweis das biologische Landwirtschaft die Artenvielfalt fördert. (Ironie Off)

          2
        • Manuela sagt

          Die Freilassung von nicht heimischen Gegenspielern ist nicht so einfach. Das muss genehmigt werden. Am Beispiel Marmorierte Baumwanze/Samurai-Wespe kann man das mal schön erörtern (ein Fall für Bauer Willi?). Letztere wurden in Südtirol und der Schweiz erfolgreich mit wissenschaftlicher Begleitung freigesetzt. Recht erfolgreich wohl, aber die Details weiss ich auch nicht. In Deutschland geht so was aber schon mal nicht. Muss von selber einwandern.

          • Thorens sagt

            Na, wenn das erst genehmigt werden muss, dann können wir uns doch entspannt zurücklehnen. Die zuständigen Behörden verfügen bestimmt über die entsprechend ausgewiesenen Experten oder den Kontakt zur Wissenschaft, die sicherlich mit wegweisenden konsensualen Studienergebnissen aufwarten kann.

            2

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert