Das Thema Dünge- und Lebensmittel wird mittlerweile in den Medien breit diskutiert. Hier ein paar Bemerkungen zu Aussagen, die ich so oder ähnlich dort in den Kommentaren gefunden habe
- Die Bauern sollen jetzt mehr Gülle und Stallmist einsetzen
Bereits heute wird sämtliche Gülle und ihre „Derivate“ (Gärrest) in der Landwirtschaft verwertet. Wurde er in manchen Jahren kostenlos abgegeben, ist er aktuell deutlich im Preis angezogen. Wenn er vom Lohnunternehmer ausgebracht wird, muss ein Aufschlag für den höheren Dieselpreis gezahlt werden. Wer „Alt-Kunde“ ist, bekommt die Ware, wer jetzt erstmalig bestellt, muss warten, ob noch was übrig bleibt.
Noch etwas gebe ich zu bedenken: Wenn wir mehr Gülle und Stallmist haben wollen, müssen wir mehr Tiere halten. Das geschieht aber nur, wenn sich damit Geld verdienen lässt und das ist im Augenblick sehr schwierig.
Stallmist fällt heute nur noch in wenigen Betrieben an und wird selten über weite Strecken gehandelt. Ausnahme: Champost. Das ist Pferdemist, der in einer Mischung mit anderen Substraten zur Anzucht von Champignons verwendet wird. Dieser Markt besteht aber schon seit langem und hat feste Abnehmer. Neukunden haben kaum Chancen.
- Jetzt zeigt sich der Vorteil von Bio-Landwirtschaft
Richtig ist, dass Biobauern keinen chemisch-synthetischen Dünger einsetzen. Wer neben Ackerbau auch Viehzucht betreibt, kann auf den betriebseigenen Wirtschaftsdünger zugreifen. Bio-Ackerbauern müssen – wie übrigens jeder Landwirt – die Nährstoffe, die durch die Ernte exportiert werden, wieder ersetzen. Da die Erträge im Bio-Landbau geringer sind, ist auch die zu ersetzende Menge geringer. Global gesehen reichen die Mengen aus der Bio-Landwirtschaft nicht aus, um 8 Milliarden Menschen zu ernähren.
- Die Bauern müssen wieder mehr Reststoffe aus der Industrie einsetzen
Gemeint sind damit Produkte wie Biertreber aus der Brauerei, Weizenschlempe aus der Kornbrennerei oder Trester aus der Weinproduktion. Diese Produkte werden überwiegend in der Tierhaltung verfüttert und selten bis nie direkt auf den Acker ausgebracht. Sie werden aber nahezu alle verwertet und kommen so letztendlich doch wieder auf den Acker. Dieser Vorschlag ist also weder neu noch sonderlich kreativ. Aber gut gemeint. 🙂
- Die menschlichen Fäkalien müssen wieder zurück auf den Acker
Das ist ein sehr guter Rat doch leider so nicht umsetzbar. Eines der Probleme: sie kommen mit vielen anderen Stoffen gemeinsam in der Kläranlage an. Selbst in dezentralen Drei-Kammer-Systemen kommen neben den Fäkalien (Kot und Urin) auch Waschmittel mit in das System. Mit den Fakälien kommen auch Medikamente aus den menschlichen Ausscheidungen in die Kläranlage. Diese Stoffe sind dann auch im Klärschlamm enthalten. Dies ist ein Grund , warum heute kaum noch mit Klärschlamm gedüngt wird. Hier ein früherer Beitrag zu diesem Thema mit vielen konkreten Zahlen.
- Die Nachbarn sollen den Bauern Kaffeesatz, Eierschalen, Obst- und Gemüseabfälle bringen
Vom Gedanken her ist das nicht falsch, weil ein Teil der Nährstoffe zurückfließt, von den Mengen her ist es aber vernachlässigbar. Eine Alternative zu diesem Vorschlag ist die Düngung mit Kompost, der aus der brauen Tonne und somit von den „Nachbarn“ stammt. Leider ist dieser Kompost mit Stoffen durchsetzt, die nicht in die braune Tonne gehören, aber immer noch dort landen. Und wer will schon Plastik auf dem Acker? Irgendwann landet es dann auch in den Lebensmitteln.
Die oben angeführten „Rohstoffe“ werden übrigens in größeren Mengen – vor allem Reste von Obst und Gemüse – in Biogasanlagen thermisch verwertet. Was danach übrig bleibt, wird wieder als Gärrest als Dünger auf den Acker gefahren.
- Es muss doch auch ohne Chemie gehen
So kann man es sehen, wenn man es vom Sofa aus diskutiert. Mit „Chemie“ ist der sogenannte „Kunstdünger“ gemeint, der mittels des Haber-Bosch-Verfahrens hergestellt wird. Es gibt diverse Schätzungen und Berechnungen, aber der Entdeckung durch die Herren Haber und Bosch zur Herstellung von Stickstoffdünger verdanken zwischen 3 und 5 Milliarden ihre Existenz.
https://ourworldindata.org/grapher/world-population-with-and-without-fertilizer
https://ourworldindata.org/how-many-people-does-synthetic-fertilizer-feed
Ohne diesen Kunstdünger wäre die heutige Weltbevölkerung laut Studien wohl kaum auf über 8 Milliarden Menschen angewachsen, und viele Menschen könnten nicht ernährt werden. Diese Zahlen machen deutlich: ein wirkliches Fehlen des Düngers könnte zu weltweiten Katastrophen führen.
Hier noch ein Link, in dem die aktuelle Situation auf dem Weltmarkt für Dünger eingegangen wird:
https://www.agrarticker.de/maerkte/alle-maerkte/detail/mais-und-weizen-am-meisten-betroffen/


Ein irisches Startup setzt das Willi angesprochene Gelbe Gold schon um:
https://www.bild.de/leben-wissen/start-up-ueberrascht-mit-bahnbrechender-idee-fuer-festival-urin-69d63eb7463e9a2d40d1679c?dicbo=v2-eiGir4U&cid=kooperation.article.outbrain.desktop.AR_4.bild
„Leider ist dieser Kompost mit Stoffen durchsetzt, die nicht in die braune Tonne gehören“.
Ja, da kann schon einiges landen.
Aber ist passiert auch viel Positives. Wir arbeiten mit den Lübecker Entsorgungsbetrieb eng zusammen. Dort ist die Verunreinigung im Bioabfall jetzt unter 1 Prozent. Dann wird noch gereinigt. Vor der Kompostierung und nochmal danach. Der Kompost ist wirklich sehr sauber.
Und in einem Versuch mit 500 Haushalten könnten wir Kuechenabfall einsammeln, wo wir nur noch unter 0,1 Prozent Stoerstoff hatten.
Was beim Thema um die „ausgelaugten“ Böden auch immer vergessen wird:
Durch die Mineralfutter in der Tierhaltung werden die Böden mit Spurenelementen angereichert.
Was mir heute früh gefallen hat:
https://www.ingenieur.de/technik/fachbereiche/umwelt/windkraft-veraendert-die-kueste-folgen-fuer-wattenmeer-und-schifffahrt/
Das ist mal wieder eine Bestätigung für meine Theorie der Veränderung von Luftströmungen durch Windräder. Luft hat ja wesentlich weniger Masse als der Sand.
Was mir heute früh nicht gefallen hat:
Im MoMa haben sie die BSE-Geschichte wieder aufgewärmt. Wie gesagt, nach Aussage von Udo Pollmer war das eine Pharmapanne. Medizin aus Rinderhirn!
So reimt sich alles viel besser. In Bayern hat man z. B. zu der Zeit den Bauern 5 Pfg. pro Kilo SG Prämie bezahlt, wenn sie alle Anwendungen von Medikamenten dokumentieren.
Nach der Krise wurde die Dokumentation allgemeine Pflicht.
@e
Sie meinen, so wie die Ökos die Pflanzen über den Boden füttern, füttern die Tierhalter die Böden über die Tiere? Steile These. Ich hatte immer gedacht, dass die Tiere einen wesentlichen Teil des Mineralfutters für den Aufbau der Körpermasse bzw. für die Funktionen ihres Körpers benötigen. Aber anscheinend geht alles in den Mist. So kann man sich irren.
Sind Sie wirklich Bauer ?
@P
Wenn Sie Probleme damit haben meine Argumentation nachzuvollziehen, hier zwei Quellen. Prof. M. Kirchgeßner, „Tierernährung“ und Prof. E. Klapp , „Wiesen und Weiden“ / Nährstoffdynamik beweideter Grünlandflächen.
Spanien ist pragmatisch:
https://www.topagrar.com/betriebsleitung/news/nach-preisexplosion-spanien-unterstutzt-bauern-mit-500-mio-eur-beim-dungerkauf-20024350.html
Yeah,
da siehst du, sieht man mal was pragmatismus so alles kann. Vielleicht haben die in Espania nicht so viele Bedenkenträger und Volljuristen im Parlament sitzen…
„Das Thema Dünge- und Lebensmittel wird mittlerweile in den Medien breit diskutiert.“
Seit Jahren werden Düngemittel mehr mit Umwelt/Klima als mit Lebensmitteln assoziiert. Daher ist das prinzipiell schon mal ein guter Anfang, finde ich.
Mistus ist Christus. Die Größe des Misthaufens stellt den reichsten Bauern im Dorf dar. Solche Sprüche gab es in grauer Vorzeit. Heute gilt das nicht mehr, denn die Nutztiere will man weg haben. Erst hat man die Rinderhalter , dann die Schweinehalter , die Biogasbetreiber und Ackerbauern sind jetzt dran feriggemacht zu werden. Alles ohne Sinn und Verstand aus reiner religiöser Sicht heraus. Ebenso die AKWs , die Kohlekraftwerke , aber auch die Industrie wird abgefertigt. Das die Mitmenschen sich von den Ideologen so sehr auf die Fichte führen lassen können wir an den Wahlergebnissen in den Großstädten ablesen.Dort wird weiter nach Ideologie verfahren und die Welt da „Draußen“ sind die Dummen und Ahnungslosen. Dabei ist die Realität anders als sich unsere Weltenretter das vorstellen. Erste Tankstellen melden schon den Dieselvorrat als Null vorhanden . Auch die für unsere Ernährung unbedingt nötigen Düngemittel können kaum mehr eingesetzt werden , da zwischen Einkaufspreis und Produktpreis des Getreides eine nicht mehr zu schließende Wirtschaftlichkeitslücke zu sehen ist. Das Ergebnis wird dann eine niedrige Ernte aller Ackerkulturen sein und das natürlich weltweit ! Gefährlich wird es dann erst im nächsten Jahr , denn dann machen sich die Defizite der Produkte aus den nicht mehr gelieferten Energien bemerkbar , da dann keine Vorräte aus der Vorkriegszeit mehr vorhanden sind. Glücklich kann sein , der Diesel, Düngemittel , Adblue, Pflanzenschutzmittel,usw. schon vor dem Krieg gelagert oder kontrahiert hatte. Leider liefert unsere Politik in Brüssel und Berlin keine Antworten und läst den Karren an die Wand laufen. Jetzt rächt sich die Abschaltung der AKWs, Kohlekraftwerke und das Nichtnutzen der eigenen Erdgasvorräte. Auch die hohe Staatsquote läst hier vieles kaputtgehen. Wenn man meint die Bürger noch mehr mit Abgaben ausquetschen zu können , dann ist das Maß voll !
Vorgestern waren wir um 22 Uhr kurz vor dem Blackout , weil die Netzfrquenz plötzlich stark abfiel, ebenso gestern auch um 22 Uhr. Mal sehen , was heute um 22 Uhr passiert ?
moin so richtig clever sind viele na Ratschläge nicht. man müsste eigentlich wissen, dass man gewisse Dünger für die Pflanze benötigt. sogar die Blumen auf dem Balkon brauchen drüber und der Mensch braucht auch Dünger, dieser ist dann das Essen. ohne geht es nicht und leider muss der Mensch auch Medikamente zu sich nehmen, um gesund zu bleiben, sonst erbringt er keine Leistung und genauso ist es bei den Pflanzen und Tieren! schönen Tag
@Inga, ja.
Mann/Frau muß sich nur zurückdenken an die Nahrungsmittelversorgung noch vor Hundert Jahren und zuvor als es noch jede Menge Hungersnöte gab. Erst nach dem Entdecken der Kartoffel wurde es besser. Dann das Haber/Bosch-Verfahren und das Wissen den „Kunstdünger“ richtig einzusetzen, wobei die Herren der „Beratung“(auch die Staatliche) bis in die 70er des letzten Jahrhunderts viel zu hohe Mengen empfohlen haben.
Wir sind alle schlauer geworden(also in diesem Punkt) doch die Folgen, 1. Nitratbelastung, 2. Phosphatproblematik, 3. Schwefelversorgung der Böden wird uns noch ´ne ganze Weile beschäftigen.
Naja, Phosphatproblematik und S-Versorgung haben aber doch nichts mit Beratungsfehlern der Vergangenheit zu tun. P, falls zu viel gedüngt, wird nicht ausgewaschen, im Lauf der Zeit aber mehr und mehr festgelegt im Boden. S ist erst ein wirkliches Düngethema seit es Rauchgasentschwefelung gibt.
Aber doch, denn die hohen Mengen und damit der züchterische Erfolg(auch Selektion genannt) gründen doch auf überversorgten Böden eine Versorgung für die Pflanzen und deren Weiterbestehen. z.B. der Raps, in jener Zeit zur absoluten Höchstleistung gebracht, muß jetzt mit Schwefel gedüngt werden um die Leistung zu Halten. Somit ist er als negativer „Züchtungserfolg“ zu betrachten. Und wenn 800 kg/ha Phosphatdünger empfohlen wird(in den 70 ern) dann ist das der Grund für völlig überdüngte Böden mit denen wir heute ein Problem haben.
„Und wenn 800 kg/ha Phosphatdünger empfohlen wird(in den 70 ern) dann ist das der Grund für völlig überdüngte Böden mit denen wir heute ein Problem haben.“
Das „Wir“ bezieht sich jetzt auf wen? Derjenige, der sich nicht an die „Empfehlungen“ gehalten hat, oder sie gar nicht kannte, ist davon nicht betroffen….und das sind ganz viele andere „wir“.
Ich fürchte, ich kann nicht ganz folgen, wenn ich da lese, dass der züchterische Erfolg bei Raps auf einer Überversorgung der Böden beruhen soll (mit P, denn darum ging es) und heute S gedüngt werden muss, um das so erzielte Ertragsniveau halten zu können. Was es nicht alles gibt…
Ich bin kein praktischer Landwirt, nur theoretischer. Doch von derlei habe ich noch nie gehört.
Und 800 kg Phosphatdünger pro Hektar, wie dargestellt, sagt erstmal ziemlich wenig aus, so lange man nicht weiß, um welchen Phosphatdünger es dabei geht. In den 70ern, davon war ja die Rede, wurde in meiner Heimat in erster Linie Thomasphosphat für die P-Versorgung ausgebracht. Bei 800 kg/ha Th-Phosphat (15%) wurden so 120 kg/ha P2O5 ausgebracht. Nicht ungewöhnlich hoch, meine ich.
Wie schon gesagt, wurde die S-Düngung erst ab den 1990ern notwendig, nachdem die Rauchgasreinigung eingeführt wurde und damit kaum mehr S über die Luft eingetragen wurde.
800 kg P/ ha hat ja wohl niemand gedüngt. 13 / 13 / 21 gab es mal. Das hieße dann 104 kg P/ha.
…knapp vorbei ist auch daneben.
Bei 800 kg/ha 13-13-21 werden 104 kg/ha P2O5 gedüngt, was etwa 45 kg P entspricht.
Ich denke an ca. 1950,
die Grüne Revolutions
als in Westdeutschland 12 Millionen Ostflüchlinge zusätzlich satt werden wollten.
Jetzt zeigt sich der Vorteil von Bio-Landwirtschaft
Richtig ist, dass Biobauern keinen chemisch-synthetischen Dünger einsetzen. Wer neben Ackerbau auch Viehzucht betreibt, kann auf den betriebseigenen Wirtschaftsdünger zugreifen. Bio-Ackerbauern müssen – wie übrigens jeder Landwirt – die Nährstoffe, die durch die Ernte exportiert werden, wieder ersetzen.
Dazu sollte man erwähnen, dass der Bio-Landbau von der Ausbeutung konventioneller Felder lebt. Wenn alle Nährstoffe, die Bio-Bauern aus konventioneller Landwirtschaft abziehen, wegfallen würden, könnte Bio kaum eine Milliarde Menschen ernähren.
Im Prinzip wirtschaftet Bio genauso wie Massentierhalter. Bloß der Ursprung der Nährstoffe unterscheidet sich. Massentierhalter beuten durch Importfuttermittel die Böden anderswo aus, Bio-Bauern beuten dann die konventionellen Böden aus.
Wenn wir eine große Krise bekommen würden, hätten die Massentierhalter von heute die fruchtbarsten Böden , den deren Böden wurde durch Gülle aufgewertet. Bio würde versacken, denn es könnten weniger Nährstoffe aus der Massentierhaltung abgezweigt werden.
@evonik
„Wenn wir eine große Krise bekommen würden, hätten die Massentierhalter von heute die fruchtbarsten Böden , den deren Böden wurde durch Gülle aufgewertet.“
Die Böden in den viehstarken Regionen konnten bereits in der Vergangenheit erheblich aufgewertet werden. Man muss kein Massentierhalter sein und wir brauchen auch keine große Krise.
Wir brauchen nur eine gute Niederschlagsverteilung, wobei die Ansprüche bei Getreide, Mais und Kartoffeln jeweils unterschiedlich sind, so dass relative Mißernten (bei Getreide 2025) mit Rekordernten (bei Kartoffeln 2025) einher gehen können.
Zur Info, das Emslandmuseum Lingen veröffentlicht gerade ein Buch „1000 Jahre Plaggenwirtschaft“. Schon krass, wie man aus dem fast Nichts eine „blühende“ Region gemacht hat.
@e
Sie meinen, dass Biobauern auf die konv. Felder gehen um dort z.B. das Stroh zu stehlen? Wenn die konv. Kollegen es nötig haben auch noch das Stroh zu verkaufen, warum sollten die Ökos es dann nicht kaufen? Erlaubt ist das. In der kommenden Ernte wird wohl noch mehr konv. Stroh angeboten werden. Alles was an Kohlenstoff auf dem Acker verbleibt, bedingt eine Ausgleichsdüngung wenn man verhindern will, dass der restliche N festgelegt wird. Keine schönen Aussichten. @e, ich hoffe Sie konnten mir folgen.
@Kemetbauer nur damit ich es verstehe sie oder andere Landwirte die eine spezielle zertifizierte Produktion betreiben dürfen bei den von ihnen als Konvi Bauern titulierten Betrieben Stroh kaufen welches mit chemisch synthetisch PSM, Düngern oder anderen Produkten behandelt wurde. Interessant das ist legal und somit Teil der beworbenen Kreislaufwirtschaft! War mir bisher nicht bekannt aber gut zu wissen. Wissen und kommunizieren das auch die Siegel Ersteller?
@L
Wissen tun sie es in jedem Fall. Kommunizieren………..?
Was das Stroh anbelangt, so darf das Getreide nicht mit z.B. CCC kurzgespritzt sein. Außerdem aber das gilt ja mittlerweile allgemein, obwohl einige es offensichtlich noch nicht gehört zu haben scheinen, darf das Getreide nicht totgespritzt worden sein.
@Kemetbauer „Wissen tun sie es in jedem Fall. Kommunizieren………..?“
Na Ja wissentlich verschweigen ist ja auch nicht die feine Art. Aber ich kann es natürlich verstehen denn wenn man es tut fällt beim Verbraucher eine Welt zusammen denn der glaubt das diese so hoch gelobten, hochwertigen und teils hochpreisigen Lebensmittel ohne Nutzung „chemisch synthetischer Stoffe“ so zu sagen „biologisch rein“, umweltfreundlich und in „Kreislaufwirtschaft“ erzeugt wurden.
Ich finde wer sich mit so weit mit seinen Werbeaussagen, Siegeln etc aus dem Fenster lehnt sollte auch klar kommunizieren sowie kennzeichnen damit der Kunde weiss was er kauft und nicht nur glaubt wie diese produziert wurden. Wir haben ja mittlerweile eine Flut von Siegeln und * auf den Verpackungen, sei es vegan, vegetarisch, glutenfrei, genfrei…. dann hat doch noch ein weiterer Hinweis Platz zumindest auf den extra ausgelobten „besonderen Produkten.
Aber offensichtlich haben die Siegel Industrie und auch die Medien die ja gerne über „besondere Produkte“ berichten kein Interesse den Verbrauher über die Fakten zu informieren. Von der Politik wird da nichts kommen denn die haben auch kein Interresse und lassen den Verbraucher lieber in seinem Glauben, ja sie unterstützen das ganze noch mit grosszügigen Regelungen und Förderung mit Steuergeldern. Nennt man follow the Lobby.
Bezug zum Thema: Es geht ja heute um Düngen und den Eindruck es wird in speziellen Anbauverfahren kein „Kunstdünger“ und „keine chemisch synthetischen Stoffe“. Nun wissen wir auch Dank ihrer Rückmeldungen es ist ein Glauben und entspricht nicht der Realität oder anders ausgedrückt eine Zeitungsente und Verbrauchertäuschung.
Die Bio-Statuten sind so ausgelegt, dass dem -was eigentlich Lug und Betrug ist- Tür und Tor geöffnet sind.
Wir haben mit einem Biogaser zusammen gearbeitet. Der hat dann auf Bio umgestellt und darf angeblich 20 % konventionelle Waren mit vergasen. Wer kann die 20 % kontrollieren? Und dann gibt es da noch die Ausnahme-Regelung :
Wenn der Bio-Bauer die anderen 80 % Bio nicht zusammen bekommt, dann kann er bis zu 100 % konventionelle Ware nehmen. Das Substrat geht dann als Dünger in die bio-Landwirtschaft.
@L
Vielleicht sind die Bio-Kunden einfach näher an der Realität als so mancher konv. Bauer, der die Richtlinien für den Ökolandbau neu definieren möchte. Wir Ökolandwirte handeln nach dem Gesetz und nicht nach den Wünschen unserer konv. Berufgskollegen.
Na Ja offensichtlich biegen sie sich nach Pipi Langstrumpf Motto ihre eigene Welt mit Geschichtenerzählungen zusammen.
Mehr Schein als Sein
Wenn Verbraucher die Geschichten glauben und dafür zahlen ist das ein gelunges Wirtschaftsmodell
@Kemetbauer:
Ich kenne den theoretischen Ansatz schon. Wär ja schlimm, wenn ich dem Verstand eines Bio-Bauern nicht folgen könnte.
Ich muss mal nachdenken, warum das bei mir ohne N-Düngung zu Stroh funktioniert.
Mein erster Gedanke ist, dass ja 40…60 kg N pro ha und Jahr aus der Luft in den Boden eingetragen werden.
Ich geb auch zur Zwischenfrucht/Winterbegrünung öfters Leguminosen. Luzerne kann man im Frühjahr bis zur Maissaat wachsen lassen, dann Glyho, Scheibenegge,Saat und Maisherbizid. Hat bisher immer funktioniert.
@Kemetbauer, wenn man das Stroh auf dem Acker beläßt ist nicht automatisch eine N-Düngung fällig. Wir machen das seit vielen Jahren ohne N zu streuen. Funktioniert blendend.
@A
Es kommt natürlich immer auf die N-Bilanz des Standortes an. Wenn in diesem Jahr wirklich weniger N gedüngt wird als der Bestand mindestens benötigt, werden die Pflanzen einen erheblichen Teil des im Boden vorhandenen N-Potenzials aufnehmen. Dann bleibt den Mikroorganismen nicht mehr genügend N, um ihre Arbeit zu erledigen. D.h., dass organ. Masse mit einem sehr weiten C/N-Verhältnis nicht abgebaut wird, bzw. das Bodenleben eingeschränkt wird. Wenn im nächsten Jahr wieder recht wenig N gedüngt wird, schlägt das stärker durch als in diesem Jahr. Insofern kann es günstiger sein, in diesem Jahr Stroh abzufahren.
Ja,
dann existieren viele nur Dank des
Haber-Bosch-Verfahrens?
korrekt
Wir waren doch schon immer bestrebt alles zu verwerten .
Manchmal haben Kriminelle zwar Dreck drunter gemischt ,
aber im Großen Ganzen ist es in der Landwirtschaft schon
immer ein Kreislauf . Das ist nur nicht jedermann bewusst.
@WK
Man muss das System nur groß genug fassen. Letztendlich ist auch dieser Planet ein geschlossenes System und alles bewegt sich im ewigen Kreislauf. Es kommt nichts weg und es kommt nichts hinzu. Lediglich die stofflichen Konfigurationen können sich ändern. Und genau da ergeben sich evtl. die Probleme.
Kemetbauer, wieder Zustimmung. Bis auf den letzten Satz. Probleme „identifizieren“ wir Menschen – vermeintlich. Diese gibt es aber aus „Sicht“ der Erde nicht (4-5 Mrd Jahre). „Transformationen“ der Erde haben schon immer dazugehört – mit massiven Umweltproblemen, die die Flora und Fauna unter großem Leid der einzelnen Tier- und Pflanzengattungen aber über Evolution lösen konnten. Nur der Mensch stört. Durch die schiere Masse, durch die ausufernden Eingriffe in die Umwelt (Infrastruktur, Kriege, Verkehr…), durch menschliche Transformationen, die vermeintlich alles besser machen sollen. Ein ruhiger Blick auf die Veränderungen und eine Folgenabschätzung, die nicht vom „Kapital“ intiiert wurde, wäre ein wichtiger und richtiger Schritt. Mir persönlich sind bei „menschlichen“ Transformationen, wie auch immer diese aussehen sollen, zu viele Wirtschaftinteressen dahinter. Egal aus welcher Richtung. Ein Beispiel: Jetzt sollen noch einmal 2000 Windräder subventioniert werden, aber wo bleiben die Stromspeicher – so funktioniert das nicht.
„Lediglich die stofflichen Konfigurationen können sich ändern.“
Und dafür bedarf es ausschließlich Energie, in welcher Form auch immer. Und je weiter die stoffliche Konfiguration aufgespalten wird in Kleinst- und Kleinteile, umso höher die Entropie.
Sehe ich nicht so! Die Erde strahlt zur Zeit zu wenig von der Sonnenenergie zurück, sonst hätten wir keinen Klimawandel.
Es gehen auch keine Kometen von der Erde raus, es kommen nur welche runter.
@e
Woran scheitert denn die Rückstrahlung?
Ozonschicht?
Nein, am CO2 in der Atmosphäre. Die Ozonschicht verhindert zuviel UV-Strahlung.