Bauer Willi
Kommentare 27

Zulassung der Hackmaschine

Johann Kohl ist der Leiter der Abteilung Pflanzenschutzmittelzulassung beim Institut für Pflanzenschutzmittel im Geschäftsfeld Ernährungssicherung. Diese gehört zur
AGES – Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH. Wir haben uns auch schon persönlich kennengelernt und ich schätze ihn als neutralen Berichterstatter. Er hat einen sehr interesannten Vortrag gehalten.

Im Titelbild, das aus diesem Vortrag stammt, sind die Faktoren benannt, die zu einem Verbot der Maßnahmen führen würden, wenn diese wie Pflanzenschutzmittel zugelassen werden müssten. So hatte ich das bisher noch nicht gesehen.

In seinem Vortrag (siehe Link) sind noch viele weitere Details und Fakten genannt, die in der Diskussion um Pflanzenschutzmittel hilfreich sind.

https://ooe.lko.at/media.php?filename=download%3D%2F2023.02.10%2F167602073061636.pdf&rn=Kohl_Pflanzenschutz%20und%20Biodiversit%C3%A4t.pdf

Übrigens bin ich vom 27. – 30.4. in Österreich. Erst Vortrag, dann Urlaub. Ich freue mich schon.

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27 Kommentare

  1. Wolf sagt

    An all die hier wieder mal Bio und konventionell gegeneinander hetzen:
    Wir Bios legen uns oft genau mit unsrern Verbänden wegen ihrer unsäglichen Rethorik gegenüber konventionell an.
    Und diejenigen die übers Striegeln und Hacken wettern. In Eurer Pflanzenschutzweiterbildung habt Ihr sicherlich gelernt, dass Ihr, bevor Ihr Chemie einsetzt, erst alle biologischen, mechanischen und sonstigen zur Verfügung stehenden Maßnahmen ergreifen müsst.
    Gruß

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    • Bauer Willi sagt

      @Wolf

      Ich kann jetzt nicht erkennen, dass jemand gegeneinander hetzt. Fakt ist allerdings, dass die Bio-Verbands-Funktionäre relativ militant sind. Ich nenne nur zwei Namen: Andres und Plagge.

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    • Andreas Gerner sagt

      Fakten benennen ist also hetzen?
      Gut, dann muss ich wohl ein Hetzer sein.

      Frage:
      Und wenn ich die Augen verschließe und behaupte, Striegeln, Hacken, Abflammen, Schwarzbrache usw. töte keine Insekten, schade dem Klima nicht und Bio schmälere nicht die Erntemenge, führe also nicht zu mehr Flächenbedarf und somit nicht zu Regenwaldrodung zwecks Anbauflächengewinnung, was wäre ich dann?

      Ich sag´s Ihnen: ein Lügner.

      Kann man mit den Fakten denn nicht offen und ehrlich umgehen?
      Die Bio Verbände können es bislang nicht.

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  2. Ludwig sagt

    @R.Seevers. Mit den Elt.maschinen auf dem Acker wird wohl in den nächsten Jahren nichts , denn die Stromversorgung gibt das doch nicht her. Da werden wir bis zur Erstellung der Backupkraftwerke noch warten müssen. Die Windräder , die wir brauchen , können wir in Deutschland auf dem Land und zur See garnicht unterbekommen. Fachleute sprechen schon beim Istzustand von mind. 150.000 Windrädern. Dazu müßten für Industrie , Gebäudeheizung und E-PKWs noch mehr kommen. Also in Richtung 300.000 Windräder.
    Das kann garnicht klappen. Auch jetzt haben wir durch die Windräder eine Klimaerwärmung von 0,25 Grad in Deutschland. Entsprechend des Zubaues würden die Temperaturen noch erheblich weiter ansteigen. Die Experten warnen heute schon vor einer ökologischen Katastrophe bei erheblichem Zubau. Reduzierung des Windes und Austrocknung der Böden sind dann die Folge.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Ach komm Ludwig, nicht so destruktiv….wie fragte Frau Göring -Eckert neulich wiederholt in der Talkrunde: “Wollen Sie jetzt Klimaschutz oder nicht?”
      Wer ja sagt, der muss sich langmachen, wer nein sagt ist eh raus.😌…der ist schuld am Weltuntergang….ich will nicht schuld sein, ich dusche nur noch einmal die Woche! Mein Beitrag zur Weltrettung.😎

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  3. Ludwig sagt

    Das ganze Bio- und Klimagelaber für die Landwirtschaft beist sich doch von vorne bis hinten. Die mechanische Bearbeitung kostet eben Kleinlebewesen das Leben , verbraucht
    Diesel und damit entsteht CO2. Der chemische Pflanzenschutz selektiert stärker , verbraucht nahezu keinen Diesel und ist für das Klima besser , da nahezu kein CO2 produziert wird. Hier gilt es abzuwägen was okonomisch und ökologisch besser ist. Während der Striegel, Rollhacke ,usw. alle auf dem Boden abgelegten Gelege , Junghasen , usw. keine Überlebenschance läst , ist das beim Pflanzenschutz ungefährlich. Habe vor einiger Zeit mit der Ldw.-Kammer eine betriebliche Klimabilanz erstellt . Die Verbessererung lag bei über 50%. Jeder Liter Diesel wiegt hier schwer , während Pflanzenschutzmittel nahezu keine Auswirkung haben. Wenn ich hier meine Biobauern ackern sehe , dann kann ich klar sagen , daß die kaum eine Verbesserung der Klimabilanz erreichen können, weil dort alles geackere mit Diesel stattfindet. Allein der Vorlauf für die Bestellung erfordert bei denen schon soviel Diesel wie wir als konv. Betriebe im Jahr verbrauchen.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Ludwig, demnächst summen auf den Bioäckern neben den Bienen auch noch die E-Traktoren, die über die zus. Prämienausstattung nur für Biobetriebe gefördert werden…inkl. Kabeltrommel bis 1km.😎
      Alles wird gut werden!

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    • Hannah sagt

      Ja, kostet Kleinleben bei der Bearbeitung. Aber 3jährig Kleegras in der FF und über 50 Verschiedene Arten in vielfältigen FF bringen auch viel mehr verschiedene Kleinleben hervor. Unterm Strich sieht man den Effekt. Es summt und brummt auch in der Anzahl verschiedener Arten die Heimat finden sehr vielfältig und auch mehr, auch wenn zwischendurch mal etwas reduziert wird. So ist zumindest mein tägliches Erleben im Feld.

      • Andreas Gerner sagt

        Zu Ende rechnen:
        3 Jahre Kleegras bedeutet: 3 Jahre keine Ernte für die direkte menschliche Ernährung.

        Extensivierung darf sich nicht mit normalem Ackerbau messen, sondern muss sich mit Blühflächen, und Biotopen messen, die stattdessen auf der Fläche entstehen könnten. Oder mit Regenwald. Denn den verdrängt Bio. Bio führt zu weniger Ernte, damit mehr Importbedarf, damit zur Notwendigkeit, irgendwo auf der Weld Äcker zu generieren. Resultat: trotz Lula roden die Brasilianer schneller als je zuvor.
        Dummerweise ist Regenwald der artenreichste Lebensraum überhaupt.

        Im vergleich zu Blühflächen, Biotopen und Regenwald sind die Effekte von 3 Jahren Kleegras lächerlich.

        Unterm Strich sieht man den Effekt von Bio. Man muss halt auch hinsehen, also die Folgen berücksichtigen, statt naiv die Augen zu verschließen und sich nur von Eindrücken im Feld selbst blenden lassen.

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  4. firedragon sagt

    ” … Im Titelbild, das aus diesem Vortrag stammt, sind die Faktoren benannt, die zu einem Verbot der Maßnahmen führen würden, wenn diese wie Pflanzenschutzmittel zugelassen werden müssten. So hatte ich das bisher noch nicht gesehen. …”

    Die Punkte 2,3 und 4 sollen als “Alternative”/”Ersatz” zu PSM genutzt werden. Und töten, zerstören mehr, als PSM, die auf Zielorganismen ausgelegt sind.
    ” … So hatte ich das bisher noch nicht gesehen …”, echt nicht? Ist allerdings bekannt.
    Im Weinberg kommt noch die mechanische Unterstockbearbeitung (zb Rollhacke) dazu.

    Wir arbeiten betrieblich mit Striegel und Rollhacke, als Herbizidmaßnahme – ich weiß, dass ich in dem Moment nicht nur Unkraut vernichte. Ich Vernichte Bodenlebewesen und deren Behausungen, Gelege und wenn es ganz dumm läuft könnten auch Hasenjunge dabei sein.

    Ich verschweige dies nicht vor meinen Kunden, ich erkläre Vor- und Nachteile der jeweiligen Maßnahme. Der Kunde darf seine eigenen Schlüsse daraus ziehen.

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  5. Arnold Krämer sagt

    Zielkonflikte in der Landwirtschaft, wo man auch hinschaut. Der Mensch, insbesondere der agrarisch ungebildete oder bestenfalls halbgebildete kommt damit nicht zurecht. Aber er hat die Macht.

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    • Thorens sagt

      Die Parallelen zur Energiewende liegen auf der Hand. Weg vom Atomstrom, auch wenn so ziemlich alle anderen Nationen das anders sehen und teilweise wieder dahin zurückkehren. Kein Gas, das zu unseren Füßen liegt, stattdessen wird es lieber um die halbe Welt hierher transportiert. Wenn ich es recht behalten habe, 19 (!) Braunkohlekraftwerke wieder in Betrieb genommen. Dafür düfen wir allerdings einen Strom nutzen, der welweit zu den teuersten gehört und man bereitet die Bevölkerung schon darauf vor, dass es künftig keineswegs selbstverständlich ist, zu jeder Jahres-, Tages- oder Nachtzeit darauf zurückgreifen zu können.

      In der Landwirtschaft weg von “Pestiziden” und hin zu aufwändigeren, teureren und in Summe schädlicheren Verfahren. Auch hier nur aus dem Grund, irgendeiner schwachsinnigen Ideologie gerecht werden zu wollen. Ich bin gespannt darauf, wie lange es dauert, bis Deutschland wegen Nichteinhaltung der Klimaschutzziele vor dem EU-Gerichtshof verklagt wird.

      Ich denke dabei immer wieder an die Aussage von Herrn Edenhofer, dass es bei all den Maßnahmen nicht um Klimaschutz gehe, sondern um die weltweite Vermögensumverteilung. Klar: wo das Vermögen schwindet, geht der Konsum zurück. Inflation hilft auch dabei.

      Mein persönlicher Reim darauf: Nicht mehr fürs Alter vorsorgen, so früh wie möglich aus der Arbeit ins Private und sich jetzt noch etwas leisten, so lange es noch bezahlbar ist. Und später? – Wir leben in einem Sozialstaat, da muss schließlich niemand darben. Vielen Dank fürs Augenöffnen, liebe Politik. Man kann also auch als alter weißer Mann noch etwas lernen.

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  6. Smarti sagt

    Also doch nur noch Weidetierhaltung ?
    Nein, das ginge dann auch nicht:
    Schweine keine Zulassung möglich wegen sicheren schädlichen Effekte auf Grasnarbe, Würmer, Mäuse, Hasen, Insekten und Brutvögeln.
    Kühe keine Zulassung möglich wegen schädlichen Effekte auf´s Klima uvm.
    Schafe keine Zulassung möglich wegen schädlichen Effekten auf Wildpflanzen ( = Insektennahrung ) durch Verbiss und Kleinsäugern (Schafe treten Maulwurfshügel platt).
    Pferde siehe alle anderen Tiergattungen vorher….
    Also gut, dann wenigstens Wildtiere:
    geht auch nicht… Verbiss der Jungbäume oder ausbuddeln der Bäumchen durch Wildschweine. Rindenfressen durch Wildrinder und Wildpferde im Winter, bis zum Totalschaden ganzer Wälder…
    Der (Büro)-Mensch ist schon ein “Tolles Tier” ! Nur er weiss wie´s geht und macht auch zum Glück nichts kaputt.
    Die Natur, wie sie heute in Deutschland besteht, wird zu Tode geschützt, der Bauer auch, da nennt man es “transformiert” und der Rest ist egal.

    Beim Gemeinsamen Antrag gibt es neu eine sehr gut bezahlte FAKT-Massnahme: da kann man auf seinen Wiesen 6 Kennarten ( geschützte Pflanzen ) suchen: wenn man diese Fleissarbeit macht auf seinen extensiven Weiden, dann bekommt man pro ha und Jahr 240.- Euro. Das wurde durch Nabu, Bioland und Konsorten gefordert, die sind ganz stolz darauf und geben auch Kurse wie man da mitmachen kann. Die Politik wurde darauf eingeschworen mit “fehlender Biodiversität” ( also die bösen Bauern die Alles zu Tode spritzen/pflügen/weiden….
    Ich bin mir sicher, etwa 30 ha unseren Weiden wären prämienberechtigt. Aber auf dieses Sterbegeld verzichten wir ganz bewusst. So wie es bisher gelaufen ist, könnten nämlich dann die Weiden “über Nacht” zu einem “Biotop mit Bewirtschaftungsverbot” umgewandelt werden, denn es sind ja erwiesenermassen geschützte Pflanzenarten zu finden.

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    • Rubbert sagt

      Mein Nachbar ist da schon ganz heiß drauf. Ich werde beobachten wieviele Stunden er nun damit verbringt Pflanzen für NGOs zu suchen, um für 3 ? Jahre sinkende Prämien zu bekommen.
      Ich könnte versuchen auf meinen mickrigen 3,7 ha auch die gesuchten Pflanzen zu finden, aber meine Schweine haben im Winter fast alles abgeweidet, zertrampelt, verschlammt, da müßte ich noch ein paar Wochen warten um überhaupt etwas bestimmen zu können und die Schweine derweil von der Fläche nehmen. Und nach kurzer Zeit würden die Pflanzen bei der Satellitenüberwachung gar nicht mehr gefunden, weil meine Schweinis die vermutlich verputzen. Was dann ? Persönlicher Besuch bezahlter Kontrolleure ? Prämienaberkennung ?
      Ich habe leicht reden, weil ich mit meiner kleinen Fläche natürlich auch nicht viel Prämien einfahren kann.
      ABER Es ist doch irre was für eine Überwachung, Kontrolle, Dokumentation und Beeinflussung mit der GAP einhergehen. Jeder der sich daran beteiliegt stützt doch dieses System. Am Ende kann sich Brüssel hinstellen und sagen so und so viel % der Landwirte nehmen daran teil, die wollen und brauchen das.
      Ich bräuchte das Geld auch, vermutlich betriebswirtschaftlich gesehen mehr als alle anderen, aber es geht mir pauschal so gegen den Strich, daß ich nichts davon beantrage.
      Es gibt übrigens eine Studie aus 1997? zur Beweidung von Grünland mit Schweinen, die in manchen Bereichen tatsächlich ökologisch sinnvoll sein kann.
      Es gibt in meiner Nähe Flächen im Vogelschutzgebiet, die dermaßen vom Gänsefraß betroffen sind, daß da nicht einmal mehr Schafhaltung lohnt.
      Da ich mit der Schweinehaltung kleinparzellig arbeite wären die Flächen für die Tiere nicht mehr interessant. Alein, der Aufwand für ASP-gerechtes Zäunen ist finanziell einfach nicht zu wuppen auf Pachtflächen. Ich weiß nichteinmal, ob ich dort eine Genehmigung erhielte, weil Schweine im Bereich der Förderung von Grunlandnutzung völlig unter den Tisch fallen, die hat keiner auf dem Schirm. Wir werden wohl demnächst als Wolfsgebiet anerkannt. Wenn ich beispielsweise Förderung für Zaunbau haben wollte, müßte ich ein paar Schafe zu den Schweinen stellen…

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    • Ostbauer sagt

      @ smarti,
      machs Dir nicht so kompliziert.
      Freudenberger Saaten bieten für jedes Bundesland die richtige Mischung.
      Einmal diagonal langgedrillt und ab geht die Luzie. (-:

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      • Smarti sagt

        Ostbauer, danke für den Tipp :). Wir haben recht viel Land noch von sehr alten ehemaligen Landwirten gepachtet. Wenn die sterben, dann werden die Erben kurzen Prozess machen und das Wiesland meistbietend verpachten oder verkaufen. Da sind wir raus, denn Heu zu kaufen ist günstiger als ( noch teurer ) pachten mit Arbeit und Maschineneinsatz. Vielleicht tu ich mir nächstes Jahr das Blümchen zählen mal an bei solchen eh bald weg – Flächen.

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