Bauer Willi
Kommentare 94

Zukunftskommission 7. September 2020

„Die Zukunftskommission arbeitet politisch unabhängig“.

„Die Konfliktlinien sind klar“

„Es gilt, erkennbare Zielkonflikte aufzulösen“

„‚Wir wollen die großen Linien festlegen und uns nicht im klein-klein des Tagesgeschäftes verlieren“

Hier ein Video (Ton ist nicht optimal) mit Statements von:

  • Julia Klöckner, BMEL
  • Werner Schwarz, DBV
  • Christian von Bötticher, Ernährungsindustrie

Bitte bei den Kommentaren nicht nur meckern, sondern auch Vorschläge machen. Ich bin zur Zeit noch optimistisch, dass etwas Vernünftiges für alle dabei herauskommen kann.

 

Hier die Teilnehmer der Zukunftskommission:

https://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2020/120-einsetzung-zukunftskommission-landwirtschaft.html

 

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94 Kommentare

  1. firedragon sagt

    Also ich bin ja immer noch der Meinung, dass es die LW eigentlich selbst in der Hand hat.
    Soweit aus der Produktion raus, wie es für den einzelnen Betrieb machbar ist.
    Wenn irgend möglich alle landw. Betriebe der EU.
    Dann hätte man mal einen Vorgeschmack, wie es sein könnte, weil anders glaubt ja niemand das, was LW die ganze Zeit sagt.
    Ihr braucht mich jetzt nicht „steinigen“, weiß ich selber, macht keiner und trotzdem ist eine solche Vorführung schon lange überfällig, eigentlich … kann ja trotzdem mal jeder drüber nachdenken oder auch nicht.

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    • Smarti sagt

      Wir haben uns getraut, die Milchmenge zu halbieren. Von 120 auf 70 Kühe innert 4 Jahren. Das werden wir beibehalten, solange der Milchpreis nicht kostendeckend ist. Unsere Molkerei nimmt wieder neue Biomilchbauern an und wir stellen ebenfalls auf Bio um.
      Für uns war die Reduzierung der Herde die richtige Entscheidung. Die ganze Familie ist entspannter, es ist deutlicher weniger Arbeit, Stress und Verantwortung zu schultern.
      Die Liquidität war bei 120 Kühen im Schnitt der letzten 15 Jahre katastrophal und ist jetzt zwar noch nicht gut, aber manchmal tatsächlich schon besser. Wir haben noch weitere Standbeine.
      Es könnte doch fast jeder Landwirt ein paar Prozent der Flächen aus der Produktion nehmen oder ein paar Prozent der Erzeugnisse direkt als Tierfutter verkaufen statt Brotgetreide…
      Ich empfinde dieser Vorschlag nicht als Vorführung sondern als „ein Weckruf“, denn wie anders kann man der Bevölkerung erklären was da bei den Landwirten gerade passiert ?
      Lebensmittel wegwerfen ist das absolut falsche Signal – aber einfach weniger anbauen – die Zwischenfrucht mal ein Jahr länger drauf lassen ? Kostet doch fast nix.

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      • bauerhans sagt

        nicht jeder,der für 120 kühe investiert hatte,kann einfach so aufhören.
        einer hier hatte damals für 60 kühe jemanden fest eingestellt und jetzt die kühe abgeschafft und zum glück ne neue stelle für seinen mitarbeiter gefunden.

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        • Smarti sagt

          Das war alles Andere als einfach so. Es war ein langer, schmerzhafter Prozess mit anfangs ungewissem Ausgang. Wir wollten nie aufhören ( haben wir ja auch nicht gemacht ) sondern einfach nur für unsere Arbeit eine faire Bezahlung. Wenn zuwenig bezahlt wird, stellen wir weniger her. Jeder Angestellte sucht sich irgendwann einen neuen Job, wenn der Lohn nicht stimmt… Oder jede Firma senkt die Produktion von weniger rentablen Schienen zugunsten der besser rentierenden Produkte.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Zitat:“Die Liquidität war bei 120 Kühen im Schnitt der letzten 15 Jahre katastrophal und ist jetzt zwar noch nicht gut, aber manchmal tatsächlich schon besser. Wir haben noch weitere Standbeine.“

        Da kommen wohl zwei Dinge zusammen, die den Ausschlag für die Entscheidung gegeben haben….schlechte Produktionstechnik und alternative Einnahmen, richtig?

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        • Smarti sagt

          Der Architekt war Sch…:) Der „Berg“ kam ins Rutschen, die Stützmauer wurde riesig und der Kuhstall dahinter plötzlich doppelt so gross ( und teuer ) wie geplant. Unsere Kennzahlen Milchproduktion und Grundfutterleistung waren lange Zeit im oberen Drittel – der Umsatz mega :). Nützte nur nichts. Opa hatte vor 40 Jahren mit 15 Kühen mehr verdient als wir mit 110. Erst als wir die Kuhherde abgestockt haben ( und somit die anderen Standbeine etwas grösser aufgebaut haben ) war die Milchmenge für uns nicht mehr massgeblich. Jetzt ohne Angestellte ( der Ehemann ist seit zwei Monaten in Rente, die Ehefrau unsere Haushaltshilfe, sie wohnen weiterhin auf dem Hof ) ist für uns Weidehaltung – braucht weniger Arbeitsstunden – wichtiger als Milchleistung.
          Alternative Einnahmen ? Ja. Trotzdem keine Lust, alles in „die Kühe zu stecken“. Ist halt manchmal schädlich für die Liquidität, wenn man nebenher noch Pferdeställe und Ferienwohnung baut… in ein paar Jahren sind wir schlauer – ich denke aber die Richtung stimmt.

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          • Reinhard Seevers sagt

            Deswegen ist es aber doppelt schwer aus einer individuellen Lage eine allgemeingültige politische Richtung ableiten zu wollen.
            Am Ende kann man jegliche Diskussion mit Einzelfällen adabsurdum führen.
            Ich habe letze Woche einen Betrieb besucht: 180 Kuhplätze, Neubau 2017, 3 Roboter, Mutti und Sohn machen die Kühe, Vati geht auf Arbeit…alle sind zufrieden. Was kann ich daraus nun für die Milchviehalter ableiten?

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            • Arnold Krämer sagt

              Unternehmen sind „selbstgebastelte Abenteuerspielplätze“, auch in der Landwirtschaft.

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              • Nur die Landwirtschaftsunternehmer können die gestiegenen Produktionskosten nicht weitergeben, wie andere!

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                • Arnold Krämer sagt

                  Auch Andere können nicht immer gestiegene Kosten überwälzen. ( z. B. Zulieferfirmen der Automobilindustrie). Das hängt von den jeweiligen Marktbedingungen ab.

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                • Ja Arnold Krämer,

                  aber bei den anderen Betrieben ist es nicht so häufig, dass sie ihren Betreib für das Familieneinkommen vergrößern müssen.
                  Deswegen doch die Endlosschleife mit dem Zuviel auf dem Markt!

                  Andere bekommen Lohnerhöhung ohne jegliches Zutun!

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              Es heißt doch immer, man soll mehrere Standbeine haben. Vieleicht geht Vati zur Arbeit, dass der Kapitaldienst bedient werden kann?

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        • Arnold Krämer sagt

          Es ist immer schwer, die wirtschaftliche Situation eines Betriebes von außen zu beurteilen. Das liegt vor allem auch daran, dass zu den Produktionskosten eines Betriebes, die über die Erlöse abzudecken sind, die Kosten für Boden, Kapital und Arbeit gehören. Diese Kosten sind Einkommen entweder für die Familie und/oder für Dritte. Wenn Betriebe wachsen, geht das fast immer nur über fremden Boden, fremdes Kapital und zusätzliche fremde Arbeitskräfte. Die daraus resultierenden Kostern sind pagatorischer Art, müssen also „fließen“. Bei überhöhten Pachtpreisen, hohen Personalkosten, unbefriedigender Produktionseffizienz kann solchen Betrieben schnell mal die „Puste ausgehen“, weil die notwendige Vollkostendeckung in der Milchviehhaltung nur von 10 bis 20 % auch der größeren Betriebe erreicht wird. Da helfen auch Kostendegressionseffekte nicht weiter. Weniger kann deshalb, wie von smarti geschildert, durchaus „mehr“ sein.

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    • Ja richtig, aber alle in der EU.
      Wie war es denn 1968 in D? Haben da alle Bauern ihre Milch on den Kanal gegossen? Und was hat das dann gebracht?

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  2. Arnold Krämer sagt

    Die augenblickliche Situation ist in gewisser Weise vergleichbar mit der Situation Ende der 1960er Jahre, als die damalige EWG den Mansholt-Plan veröffentlichte:

    Wikipedia: „Der Mansholt-Plan war ein Konzept für die Gemeinsame Agrarpolitik der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, das der damalige Agrarkommissar und Vizepräsident der Kommission Sicco Mansholt (NL) im Jahr 1968 präsentierte. Der Plan sah umfassende Rationalisierungsmaßnahmen in der europäischen Landwirtschaft, die Bildung größerer Wirtschaftseinheiten und die schrittweise Einstellung sämtlicher Subventionen vor. Heftige Widerstände seitens der europäischen Regierungen und der Bauernverbände führten dazu, dass der Mansholt-Plan in seiner ursprünglichen Form nicht umgesetzt wurde“.

    Bis auf die Einstellung sämtlicher Subventionen ist später alles eingetreten, wie geplant.

    Heute sagt man statt „Plan“, „Strategie“, hat teilweise die Unterstützung einzelner Nationalstaaten und verfährt genauso wie es das Juncker- Zitat in dem Spiegel-Artikel von 1999 beschreibt.
    https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-15317086.html

    An der Ökologisierung der Landwirtschaft geht kein Weg vorbei. Die außerlandwirtschaftlichen gesellschaftlichen Kräfte sind zu einfach zu breit aufgestellt und im Zusammenwirken zu stark. Und der landw. Sektor macht in Teilen im vorauseilenden Gehorsam mit.

    Neu gegenüber den 1970er Jahren ist nur das Tempo infolge der Digitalisierung. Die Unsicherheit ist, ob die Osteuropäer den Weg mitgehen oder der „Laden“ nach GB noch größere „Verluste“ zu verkraften hat oder die wirtschaftlichen Verwerfungen der Nach-Corona-Zeit doch größer sind als aktuell angenommen und die Finanzkraft der Vor-Corona-Zeit nicht so schnell wieder erreicht werden kann. Denn die Ökologisierung kostet viel Geld und bringt Wohlstandsverluste. Aber dafür wird ja durch unser gutes Beispiel die Welt gerettet.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Zitat Krämer: “ Und der landw. Sektor macht in Teilen im vorauseilenden Gehorsam mit.“

      DAS ist immer das Gleiche….wer sich in unserer Gesellschaft tolerant und anpassungsfähig zeigt, die Kräfte des Marktes und die Seele des Deutschen versteht, der ist der erste Gewinner des Wandels. Am Ende müssen alle mitziehen und das Ende vom Lied ist, dass ein neues niedriges Niveau erreicht wurde, von dem aus wieder neu gestartet werden muss.

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    • Christian Bothe sagt

      @A.Krämer,“…an der Ökologisierung geht kein Weg vorbei“.Ziemlich daneben, weil so etwas braucht kein Mensch.Und wer sind die ausserlandwirtschaftlichen Kräfte, außer Dummschwätzer von NGOs,Grünen u.a.,die sich profilieren wollen auf Basis unser hoch entwickelten LW,H.Krämer. Die wachsende Weltbevölkerung wird den ökologischen Spuk rasch beenden, nur Deutschland ist dann auf der Insel der Glückseligen oder auch nicht.Wir sollten realistisch bleiben,9 Milliarden Menschen sind nur mit konventioneller LW und ökologischer LW als Nischenproduktion zu ernähren.Alles andere funktioniert nicht (Bsp.50% Erträge Öko zu Konv usw.).

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      • Arnold Krämer sagt

        Was wir brauchen oder nicht brauchen, ist das eine, wie die gesellschaftlichen und politischen Kräfteverhältnisse sind, ist das andere. Sie kommen bei dem Wahlverhalten der Menschen in D und in Westeuropa an den Grünen und deren Ideen zur Landwirtschaft, zur Mobilität, zu ……… auf absehbare Zeit nicht vorbei. Wie das in 5 oder 10 oder 20 Jahren Jahren aussieht, weiß ich auch nicht. Die Grünen sind aktuell in D an 11 von 16 Landesregierungen beteiligt oder führen sie sogar an. Punkt! Ob ich das gut finde, ist eine ganz andere Frage.

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        • Christian Bothe sagt

          @Krämer,übertreiben Sie da nicht ein bisschen, was die Grünen betrifft auch wenn diese in einigen BL mit regieren wollen oder müssen? Nächstes Jahr gibt‘s Wahlen, mal sehen wie sich unser Land danach darstellt.Ich baue übrigens auf Merz als BK, falls es Sie interessiert und „Wasserträger“ werden ja auch gebraucht…

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          • Ostbauer sagt

            Selbst wenn Friedrich BK werden sollte, der nächste LM wird garantiert ein Grüner und auf dieser“ Spielwiese“ lässt er sie sich richtig austoben.
            Ich für meinen Teil will endlich wissen woran ich bin. Seid 2 Jahren schieben wir hier bauliche Investitionen in Größenordnungen vor uns her weil dir keiner sagen kann,ob die sich noch armortisieren und was denn nun eigendlich Phase ist. Mit der Weile ist es mir fast egal wer das Ruder übernimmt; Hauptsache es gibt Planungssicherheit!!! In die Eine oder Andere Richtung. So kann man jedenfalls nicht weiter wurschteln.

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          • Arnold Krämer sagt

            Nein, ich übertreibe nicht, ich weiß wie schwierig nationale Agrarpolitik ist, weil praktisch alles, was der Bund vorhat oder aufgrund von EU-Vorgaben umsetzen muss, im Bundesrat zustimmungspflichtig ist. Deshalb kommen ja auch so fürchterliche (für die Landwirte, die Grünen sehen das oft immer noch als unzureichend an) Verordnungen wie die Dünge-VO oder die Tierschutz-Nutztierhaltungs-VO zustande.

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          • @C.B.
            Ich denke, die Grünen haben den Zenit überschritten und würden auch deutlich verlieren bei der nächsten Wahl. Wenn ich mich mit Mitbürgen verschiedenster Couleur unterhalte wird mir immer deutlicher, dass diese das Grüne Getue mehr und mehr anwidert. Das Problem ist, wo sind die Alternativen? Die anderen Parteien einschl. der AfD hecheln den Grünen hinterher ohne zu merken, dass sie damit die Grünen stärken. Besonders die CDU schafft es nicht, bei Ökothemen Wahrheit und Vernunft zu setzen! Merz hat mich masslos entäuscht, als er sich neulich bei Markus Lanz von der Klimagöre Luisa Neubauer vorführen lies und keine Argumente fand um diese in die Schranken zu weisen. So wird das nichts. Das selbe Problem wie die Parteien haben wir auch im Agrarbereich. Der Berufstand und mittlerweile sogar Pflanzenschutzfirmen hecheln den G(g)rünen ideologiegeschwängerten Forderungen hinterher anstatt endlich faktenbasierte Standpunkte konsequent zu vertreten. Dass die Bauern bei diesem Ökowettlauf“ zwangsläufig auf der Strecke bleiben kapiert anscheindend niemand.

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            • Reinhard Seevers sagt

              So sieht es aus Mark. Die DLG ist sofort aufgesprungen auf den Zug des „Wir haben verstanden“, bloß keinen Widerspruch, nicht als Ewiggestriger dastehen, aus Angst vor der „Gesellschaft“, nicht mehr teilhaben zu dürfen an der Diskussion. Dann lieber anbiedern und kuschen und so den mainstream anfachen und befeuern.
              Wenn die geamte Branche sich widerspruchslos ergibt, dann kann die Bevölkerung nicht anders und muss den „Gegnern“ Glauben schenken.
              Dazu kommen dann Fernsehbeiträge von Betrieben, die im vorauseilenden Gehorsam, ökonomisch erfolgreich das umgesetzt haben, was nun Pflicht werden wird = siehste geht, doch ist die Botschaft!

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              • Ich leite davon ab, dass man das Geld ausserlandwirtschaftlich verdienen muss, damit Frau und Sohn beschäftigt bleiben?
                Damit man sich einen Kuhstall leisten kann?
                Damit die Milch als Rohstoff für unsere Volkswirtschaft so billig bleibt?

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            • Christian Bothe sagt

              @Mark,so ist es.Sehe die grünen „Heilsbringer“auch auf dem absteigenden Ast(hoffentlich).Wer ist die Neubauer eigentlich?Ist das die „abgebrochene“Studentin? Sollte erst einmal einen Beruf erlernen und ihren Beitrag für die Gesellschaft leisten!!Die kann man doch nicht für voll nehmen genau wie FFF.Bin trotzdem für CDU-Merz mangels Alternativen, obwohl ich eigentlich FDP-Wähler bin…

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            • fingerphilosoph sagt

              Wenn alle Parteien den Grünen hinterherhecheln, kann man ja kaum davon reden, dass die Grünen den Zenit überschritten hätten. Da ist ja dann wohl eher der Wunsch der Vater des Gedankens.
              Es ist doch vielmehr so, dass grün gerade zur Normalität wird.

              Nicht grün sind heute nur noch die Altbackenen, Abgewrackten, die letzten Vertreter eines untergehenden Industriezeitalters, dessen herausragender Vertreter Donald Trump ist. Nicht grün zu sein, kann sich kein Politiker mehr leisten, deshalb wird Trump auch nicht wiedergewählt.

              An der grünen Ausrichtung wird sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten auch nichts ändern, denn in den Schulen werden Klimawandel, Landwirtschaft und das Anthropozän immer wieder von Neuem in allen Fächern durchgehechelt. Aus den Schulen kommen die Leute, die die Zukunft gestalten und nicht aus dem Altersheim. Selbst junge Außenseiter, die eher auf Wirtschaft setzen, wie Kurz und Macron, sind grün geworden.
              An grün kommt heute niemand mehr vorbei, der die Welt mitgestalten will, da hat Arnold Krämer Recht. Egal, ob einem das nun gefällt oder nicht, es hilft auf jeden Fall nichts, den Kopf in den Sand zu stecken und sich einzureden, die grüne Phase wäre überwunden,

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              • “ die Altbackenen, Abgewrackten, die letzten Vertreter eines untergehenden Industriezeitalters, “ Danke für die Blumen….

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                • fingerphilosoph sagt

                  Nimm’s nicht persönlich, sogar ich gehöre zu der beschriebenen Gruppe. 🙂

                  Es geht bei diesem Konflikt nicht um Industrie/Landwirtschaft gegen Naturfreunde und Weltretter, sondern Großtechnologien gegen smarte Technologien. Es spricht viel dafür, dass die smarten Technologien sich durchsetzen werden, weil sich mit ihnen die Natur weit umfangreicher umgestalten und ausbeuten lässt als als mit den Großtechnologien. War der göttliche Wille einst die Ausrede für die Einführung von Großtechnologien, so ist eben die Naturbewahrung und Nachhaltigkeit die Ausrede der smarten Technologien.

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                • Natürlich nehm ich das perönlich,k wenn sogar Du zu der beschriebenen Gruppe gehörst 🙁
                  Ich glaube nicht, dass es um Großtechnologie gegen smarte Technologie geht, sondern darum, dass die smarte Technologie die Großtechnoliogie ergänzen soll. Ein Beispiel: derzeit wird wahnsinnig viel Energie in die Entwicklung des autonomen Fahrens gesetzt. Was bring aber aine perfekte Software fürs autonome Fahren samt vollendeter Sensortechnik, wenn es kein dafürFahrzeug gibt (mal abgesehen davon das autonomes Fahren niemand braucht und will).
                  Dass alle Parteien den Grünen hinterher laufen ist Kein Beweis dafür, dass sie ihren Zenit noch nicht überschritten hätten (kennen wir ja aus der Geschichte). Das Problem ist, dass keine Partei die Sachkompetenz hat, grüne Lügenmärchen zu entzaubern und schon gar nicht den Mut dazu. Wohin das führt kennen wir ebenfalls aus der Geschichte. Die fehlende Sachkompetenz der Parteien kommt übrigens daher, dass es im Politkbetrieb schon seit Jahren und Jahrzehnten nicht mehr um die Sache geht, sondern lediglich um politisches Taktieren. Und dies hat mitteleweile, wie man sieht verheerende Auswirkungen!!

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                • fingerphilosoph sagt

                  Großtechnologien sind „ehrliche“ Technologien, weil sie nicht verbergen, dass Wohlstand auch seine Schattenseiten hat. Dem warmen Plätzchen am Ofen stehen die Abraumhalden gegenüber und wir können abwägen, ob uns das warme Plätzchen diese Verwüstung wert ist. Atomkraftwerke sind weithin sichtbare Anlagen, die messbar Flüsse aufheizen und radioaktiven Abfall hinterlassen. Mit AKWs setzen wir das Zeichen, dass die Verfügbarkeit von immer mehr Strom uns das wert ist. Dem Überfluss an Nahrungsmitteln in Supermärkten steht die industrielle LW gegenüber, die der Landschaft ein weithin sichtbares, mancherorts durchaus monotones Gepräge gibt.

                  „Smart“ heißt nichts anderes, als dass die Vorteile unseres bequemen Lebensstils beibehalten werden sollen, während die Nachteile schamhaft hinter Naturkulisse und kleinbäuerlichen Familienbetrieben versteckt werden sollen. Dieses Verstecken ist jedoch nur möglich, wenn die Großtechnologien fragmentiert und dezentralisiert werden. Das geschieht gerade, und für mich hat das etwas Unwürdiges und Heuchlerisches, und im Endeffekt werden die „smarten“ Technologien die Naturzerstörung potenzieren statt reduzieren. Ein Sack voller Plastikmüll ist weitaus weniger schädlich als dieselbe Menge Mikroplastik im Wasser oder auf dem Acker verteilt.

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              • firedragon sagt

                „Grün“ zu sein, „Grün“ zu handeln, sich „Grün“ zu verhalten ist nicht schlimm. Es ist gut, wenn auf Natur geachtet wird, Lebensräume erhalten werden, Ozeane eben nicht als Müllhalde herhalten müssen u.s.w.
                Das verlogene „Grün“ und vordergründige „Grün“ stößt mir auf.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Genau Feuerdrache….Tourismus ist die Lebensader vieler Länder dieser Erde. Unser Geld und unser Müll, die Sünden dieser Welt werden an unserer Landwirtschaft als Ablass gehandelt.
                  https://www.phoenix.de/sendungen/dokumentationen/malediven-a-1760890.html
                  (Jährlich besuchen über 100.000 Touristinnen und Touristen aus Deutschland die Malediven und stellen damit über 7% der gesamten Touristen. Der Tourismus ist mit Abstand der wichtigste Wirtschaftszweig der Malediven (rund 29 Prozent des BIP). Aufgrund der Corona-Krise erlitt dieser im März 2020 einen massiven Einbruch.)
                  …jeder Urlauber verursacht 6 mal mehr Müll, als der Einheimische….

                  Zu Hause wird dann Müll getrennt und Bio gekauft.

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              • Christian Bothe sagt

                @fingerphilosoph,irgendwie daneben, was Sie da publizieren. Trump wird nicht wieder gewählt…Das glauben Sie doch nicht wirklich.Könnte fast wetten, das dem nicht so ist.Sie dürfen nicht nur den deutschen Medien folgen.Unterhalten Sie sich mit Amis vor Ort, da werden Sie staunen. Falls die Grünen mal Verantwortung(was Gott verhindern möge) tragen sollten, wird sie die reale Welt schnell überholen…

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              • Paulus sagt

                Fi-phil, von wegen die letzten Vertreter eines Industriezeitalters. Ich hatte hier schon mal geschrieben, dass ich ein Gremium berufen wurde welches sich mit Fragen der Zukunft zu beschäftigen hat. Alles alte Knacker und bis auf Ausnahmen ehem. Industriestrategen. Es ist erstaunlich was dabei herauskommt wenn die mal offen und ganz ohne Zwänge reden. Könnte fast als ein Parteitag der Grünen durchgehen. Im Gegensatz zu den Unbedarften, egal ob Jugend oder sonstige, die nur herum plärren, stellen wir uns allerdings Fragen der Machbarkeit und den möglichen Folgen der Ökologisierung. Sowohl in wirtschaftlicher als auch in sozialer Hinsicht. Was folgt denn deiner Meinung nach auf das Industriezeitalter? Eine Dienstleistungsgesellschaft kann es doch wohl nicht sein. Den Traum hatten einst die Sozialdemokraten in NRW, mit gleichzeitig vielen Pöstchen im öffentlichen Bereich. Hat sich nur leider ausgeträumt.
                Was die LW betrifft bin ich mir sicher, dass die weitere Ökologisierung ebenso daneben geht. Um es noch trivialer darzustellen: Was nützt mir eine Obstbäuerin die lieber Schmetterlingsführungen veranstaltet, statt Äpfel zu produzieren. Sorry, das war jetzt gehässig.

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            • Stadtmensch sagt

              „Merz hat mich masslos entäuscht, als er sich neulich bei Markus Lanz von der Klimagöre Luisa Neubauer vorführen lies und keine Argumente fand“

              Oh Mist, da hab ich was verpasst. Autoritäre Strukturen funktionieren nicht in einer Überflussgesellschaft. Übrigens können wir unseren „Wohlstand basierend auf Braunkohle und Individualverkehr mit Parkzeugen“ nicht retten.

              Neue Arbeits- und Mobilitätskonzepte müssen her. Zu viel Verschwendung überall.

              Das wäre schon eher was (Alternative zu Haber Bosch, S. 52), kann man aber mit Geld nicht erzwingen: https://www.rwth-aachen.de/global/show_document.asp?id=aaaaaaaaaanlyjn

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              • Paulus sagt

                Stadtmensch, es freut mich sehr wenn du die Publikationen der RWTH nicht nur liest sondern sie hier gleichzeitig als Link einstellst. Es gibt da nur ein kleines Problem, es versteht nicht jeder. Genau so wenig wie wir Ings die Publikationen einer medizinischen Fakultät verstehen.

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                • Stadtmensch sagt

                  Ja, ich verdränge immer, dass das hier ein LW Blog ist. Trotzdem – eine Zukunftskommission muss das große Ganze im Blick haben und dabei eben auch Alternativen zur klassischen Ammoniak-Synthese. WinWinWin wenn hier was zu Stande käme (Energiespeicher für regenerative Energien und Ausgangsstoff für Dünger).
                  Außerdem hatte sich @Lady gewundert, was es ständig am Mineraldünger rumzumäkeln gäbe (pro Tonne Ammoniak zwei Tonnen CO2).

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                • Stadtmensch meint:
                  „Außerdem hatte sich @Lady gewundert, was es ständig am Mineraldünger rumzumäkeln gäbe (pro Tonne Ammoniak zwei Tonnen CO2). “

                  Na ein bisschen anders war der Zusammenhang. Es ging um die externen Kosten von mineralischem Stickstoff im Vergleich zu der organischen Variante. Wobei es hier schon ungenau war: Es wurde konventioneller Anbau vs Bio untersucht von unserem Herrn Dr. Gaugler. Und das ist natürlich nicht identisch.
                  Es ist vermutlich richtig, dass Haber/Bosch die von dir genannte Relation hat. Aber das gilt ja nicht für alle Ewigkeiten, hier sind vielfältige Änderungen im Prozess denk- und machbar. Passiert ja auch bereits.
                  Und auch organischer Stickstoff hat sicher einen Klimagas-Abdruck. Welcher Wert wäre denn da zutreffend? Kannst du das was liefern, Stadtmensch?
                  Und vielleicht habe ich als KonviBauer ja meine eigene Gülle oder Gärreste verwendet. Gärreste aus rein organischem Material und der Biokollege hat die Gülle seiner Tiere verwendet, und nu??
                  Die Profis hier könnten sicher noch mehr beitragen. So auf den ersten Blick erscheint mir das alles nicht eindeutig.
                  Ohne Stickstoff jedenfalls wird es auch nichts. Und wenn man sich anschaut wie wenig eigentlich an Klimagasen bei der Erzeugung von Lebensmittel entstehen, dann ist es sogar fraglich, ob hier überhaupt externe negative Effekte auftreten .
                  Insbesondere auch im Vergleich zu früheren Zeiten. Ich komme ja aus der Lüneburger Heide, die sah mal anders aus…Und damit meine ich den Waldbrand, der hier vor kurzem erwähnt wurde.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Stickstofferzeugung ist Energieaufwändig, organischer Dünger ist mit Viehhaltung und Tötung verbunden….tja, da muss man dann wohl irgendeinen Tod sterben wollen, evtl. den Hungertod?
                  Aber Hauptsache die Kreuzfahrten bleiben erhalten, und die Formel 1 und das Feste feiern….Essen kann man ja bestellen, bei Lieferando, hab ich gehört….:-)

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            • Ehemaliger Landwirt sagt

              “ Merz hat mich masslos entäuscht, als er sich neulich bei Markus Lanz von der Klimagöre Luisa Neubauer vorführen lies und keine Argumente fand um diese in die Schranken zu weisen.“

              Merz hat sich zurückgehalten, warum auch immer, vorführen hat es sich nicht lassen.

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      • Obstbäuerin sagt

        Vor allem dann nicht, wenn diese 9 Mrd. sich vorwiegend vegetarisch (Obst und Gemüse) ernähren sollen. So viel Land für „biologische“ Pflanzenschutzmittel (konventioneller Chrysanthemenanbau) kann Afrika dann auch nicht mehr zur Verfügung stellen. Davon muss die eigene Bevölkerung mit Nahrungsmitteln versorgt werden. Oder die Anbaugebiete verschwinden im Plastefolienzelt.

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    • Paulus sagt

      1. Den Verlust der Osteuropäer werden wir, solange sie Empfänger sind nicht zu beklagen haben.
      2. Der Verlust von GB ist auch kein Drama, obwohl uns ein Nettozahler verloren geht. Die wirtschaftlichen Verflechtungen sind derart intensiv, dass auch die Briten gezwungen sind ihre starre Haltung aufzugeben.
      3. Geht an der Ökologisierung kein Weg mehr vorbei. Bedauerlicherweise geht damit für einen Teil der Bevölkerung ein Wohlstandsverlust einher.
      4. Ist das Entscheidende nicht die Ökologisierung der LW, das ist ein Thema am Rande.
      Entscheidend ist die von Vernunft gesteuerte Ökologisierung und die Innovationskraft des Mittelstandes und der Industrie um damit technologisch führend zu sein. Darüber könnte ich jetzt eine längere Abhandlung schreiben, ist aber in diesem Forum deplatziert.

      Und zu guter letzt zitiere ich noch „sinngemäß“ einen gewissen Entomologen namens Martin Sorg. Der war maßgeblich an dieser komischen Krefeld-Studie beteiligt. „Der Rückgang der Fluginsekten hat natürlich auch Auswirkungen auf die ganze Welt.“
      Na denn, wenn wir keine anderen Probleme haben …

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  3. Reinhard Seevers sagt

    Gaaanz einfach Wurzelwicht:

    1. Verpflichtung des Staates, die Forderungen auf mind. 20 Jahre fest zu schreiben und nicht zu ändern.
    2. Förderung von Apassungsmaßnahmen mit einem verlorenen Zuschuss von 80% bei einer Zweckbindung von mind. 10 Jahren, sonst gestaffelte Rückzahlung.
    3. Außenschutz durch Zölle für gleiche Produkte aus dem Außereuropäischen-Ausland.
    4. Umsetzung der staatlichen Forderungen entsprechend der technologischen und finanziellen Möglichkeiten des Einzelbetriebes; Evaluation durch vorh. Institutionen
    Benchmark 5 Jahre

    ….tja, wer da wohl mitspielen wird?:-)

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    • Brötchen sagt

      „schnell wird hier mal eine Mio. Investitionssumme fällig- beim Rating ihrer Hausbank grandios durchfallen, “

      Das sollte mit der „höheren Tierwohlfleischsteuer“ o.ä. finanziert werden.

      War in der Diskussion. So ist meines Erachtens der Stand.

      Übrig bleibt dann noch die Deckung des höheren Arbeitsaufwandes u.a.

      Ich vermute vor der Bundestagswahl im nächsten Jahr wird sich da nichts drehen, das heben die sich für den Wahlkampf als Karte auf.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Brötchen, hier ein Kollege, der alles geschafft hat, 1,5 Millionen investiert, Tierwohl-konform, ohne Soja, ohne „Gen-Zeugs“…..heiteitei und alle sind zufrieden…solche Besipiele werden dann wohl den Vertretern auf der Konferenz um die Ohren gehauen und gefragt, warum sie das nicht alle können würden/wollen, ohne Ausgleich natürlich!

        https://www.youtube.com/watch?v=irDt68IywmQ

        Die Branche hebelt sich ständig selbst aus, weil eben der Markt die Sahne zuerst abschöpft und die Schnellen die Ersten sind…

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        • sonnenblume sagt

          Der Film zeigt doch ganz am Anfang schon den Vorteil, den dieser Betrieb anderen Kollegen gegenüber hat. Alleinlage, keine anderen Betriebe in nächster Nähe, keine Wohnbebauung in direkter Nachbarschaft. Nur dann Bestandsschutz wenn alles so bleibt wie gehabt. Wer einen Neuanfang auf der grünen Wiese starten müsste, sofern diese Möglichkeit überhaupt besteht, wird sich das heute zweimal überlegen. Da helfen auch keine Weitsicht und gutes Wirtschaften.

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        • Ferkelhebamme sagt

          „längere Zeit vertraglich abgesichert“ – da wären konkrete Zahlen doch mal interessant

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    • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

      ….tja, wer da wohl mitspielen wird?:-)

      Antwort kurz und knackig: NIEMAND.

      Schauen Sie sich doch einmal neutral Ställe an, die vor 15-20 Jahren erstellt wurden. – Kommen selbige den Normen des heutigen Tierwohlansinnens nach oder verstoßen diese mittlerweile nicht sogar weit eher gegen den Tierschutz (Anbindeställe sowohl im Kuh- u. Sauenbereich, Käfighaltung etc. pp.).

      Wer meint, bei z.B. einem Invest von 1 Mio. Euro der Allgemeinheit 800.000 Euro abpressend aufbürden zu können, dabei 200.000 Euro Restsumme in einer Nullzinspolitik obendrein fördern zu wollen, muss sich nicht wundern, wenn Banken heute keine Bereitschaft zeigen, ein solches Projekt zu finanzieren. Wie kann man unseren Youngstern in Reihen der Bauern so eine Forderung überhaupt zumuten!? Die sodann folgenden 20 Jahre in eben diesem Stall buchten unsere „jungen Wilden“ dort ein; kaum Luft zum Atmen, extrem bewegungsunfähig – quasi „Knastverhältnisse“, wo die physische u. psychische Belastung sicherlich menschliche Grenzen überschreitet.

      Wer der Allgemeinheit solche Konzepte zumutet, denkt und handelt erheblich unsozial!

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  4. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Vielleicht erklärt mir jemand die Quadratur des Kreises:

    – Erst dieser Tage hat DBV-Präsident Rukwied in einem Interview mit der Agrarzeitung sich dahingehend positioniert, dass jene Tierhalter, die ihre notwendigen Stallumbauten für das gesellschaftlich eingeforderte Tierwohl proaktiv angehen möchten -schnell wird hier mal eine Mio. Investitionssumme fällig- beim Rating ihrer Hausbank grandios durchfallen, da sich ein solcher gigantischer Kostenblock mit den verbuchten Einnahmen rechnerisch nicht darstellen und somit niemals amortisieren lässt. Nun soll also wiederum alles über Subventionen geglättet werden, obgleich in gesicherter Erwartung steht, dass auch bei diesem Staatstopf bald Schmalhans Küchenmeister den Kochlöffel schwingen muss. Welches Lichtermeer wird damit für uns Bauern in Bälde einfach ausgeknipst? Raubt ihr ungeniert unserer Jugend nicht vollends die Luft zum Atmen!? – Wir alle wissen und sind zumindest so schlau: Geld kann man schließlich nur einmal ausgeben -das verspürt jeder um so härter, so es sich um das eigene, hart erarbeitete handelt! Seid bitte so ehrlich im Vorhinein: Es stehen noch anderweitige kolossale Herausforderungen im Haushaltsplan der EU und selbst hier im reichen Deutschland auf der TO-DO-Liste. Sehr viele halten die Hände begehrlich auf!

    -Des Weiteren hat Umstellerware gegenüber den konventionellen Erzeugnissen nahezu schon eine Preisparität erreicht. Für „Massen-Bioprodukte“ wird man auch keine astronomischen Preise im Bio-Bereich erzielen können auf Dauer. Der Bio-Landbau rechnet sich demnach allenfalls über unverhältnismäßig hohe Prämienzuwendungen, die sicherlich kurz- bis mittelfristig auch auf den Prüfstand kommen werden, je mehr umstellungswillige Betriebe es gibt. WER(!) soll das schließlich also dauerhaft auf einem solchen überirdischen Niveau finanzieren!? Kann man diese Auskunft unumstößlich für einen gesicherten Zeitraum erteilen, sollten ALLE BAUERN auf BIO umstellen!

    …etc. pp., die Liste ist sehr lang und sprengte hier en détail den Rahmen!

    Greendeal, Farm to Fork, DüV-Novelle, PSM-Reduzierungsstrategien – klingt alles erst einmal hypermodern, zukunftsorientiert absolut„ökologisch“ wünschenswert, vergessen wird dabei von sämtlichen Parteien, Verbänden, Institutionen -wo auch immer diese zu verorten sind-, den wirklich alles besser wissenden NGOs, und dabei schlichtweg einfach vollkommen unterschlagen:

    Keiner kümmert sich um die GROSSE PREISFRAGE(!!!) – Warum kann heute kein Bauernfamilienbetrieb von seiner Hände Arbeit die Existenz des eigenen Betriebes sichern!?
    Ohne den alljährlich intensivmedizinischen Staatstropf können diese Sklaven der Neuzeit nicht überleben. Wer also beteiligt sich demnach wissentlich und wollentlich an diesem äußerst perfiden „Lustspiel“ als tatsächlich unbestrittene Totengräber unserer heimischen Landwirtschaft!?

    Diese mit hoch intellektuell befähigten Koryphäen besetzte „Zukunftskommission Landwirtschaft“ muss in erster Linie den ganz einfachen Grundsatz nie aus den Augen verlieren: OHNE MOOS NIX LOS! Sonst sind wir deutschen Bauern -ob jung oder alt, Bio oder konventionell- ganz schnell außen vor in diesem gnadenlos zermahlenden Weltmarktgefüge. – Idealerweise also sachlich nüchtern die Interessen des/r Bauern/Bäuerin als FREIE UNTERNEHMER fokussieren in entsprechender Weitsicht, unter angemessenen Zeiträumen über die aktuelle Legislaturperiode hinaus!!!

    Schaffen SIE das!? – Ich habe da, ganz ehrlich zugegeben, so meine berechtigten Zweifel.

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    • Einfacher Bürger sagt

      Mal eine richtig dumme Frage. Wenn nur mal für kurze Zeit der Bio Preis an die konventionellen Preise angeglichen würde. Was bedeutet dies für die ganzen Betriebe oder wird der ganze Hokuspokus nur wegen des Geldes und Image gemacht

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      • Reinhard Seevers sagt

        Dazu vielleicht ein Auszug aus der Veröffentlichung des VTI aus 2012:

        Wirtschaftlichkeit des
        ökologischen Landbaus in
        Deutschland unter veränderten
        agrarpolitischen
        Rahmenbedingungen
        Jürn Sanders, Frank Offermann und
        Hiltrud Nieberg

        ….Fazit:……“
        Mittels der Modellrechnungen wurde weiterhin deutlich, wie entscheidend das realisierbare Preisniveau für Ökoprodukte für die Wirtschaftlichkeit und damit die Einkommenssituation ökologisch wirtschaftender Betriebe ist. Letztlich ist ein zu niedriges Preisniveau im Ökomarkt nicht durch Fördermittel kompensierbar. Zur Weiterentwicklung der heimischen Ökoproduktion ist der Ausbau von Wertschöpfungsketten unverzichtbar, die allen Beteiligten vom Erzeuger bis zum Handel langfristig eine wirtschaftlich tragfähige Basis ermöglichen.
        Erschwerend für die Ausweitung des ökologischen Landbaus wirkt sich eine langfristig steigende Wettbewerbsfähigkeit des konventionellen Landbaus aus. Sie wird getragen von globalen Trends wie der steigenden Lebensmittelnachfrage aufgrund einer wachsenden Bevölkerung, veränderten Konsumgewohnheiten und daraus resultierend erhöhten Lebensmittelpreisen. Hinzu kommt der allgemeine technische Fortschritt in der pflanzlichen und tierischen Erzeugung, der in einigen Produktionsbereichen zu wachsenden Ertragsunterschieden zwischen ökologisch und konventionell wirtschaftenden Betrieben führt.
        Für die Wettbewerbsfähigkeit des ökologischen Landbaus wird aber auch entscheidend sein, ob und in welchem Umfang die politischen Rahmenbedingungen stärker in Richtung einer nachhaltigen Lebensmittelwirtschaft justiert werden. Politische Maßnahmen, die auf eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von Produktionsweisen abzielen, die in besonderem Maße den gesellschaftlichen Belangen in den Bereichen Ökologie, Tierschutz und
        ländliche Entwicklung Rechnung tragen, kommen dem Ökolandbau besonders zugute.“

        Übrigens, die Hiltrud Nieberg ist Teilnehmer an der Zukunftskonferenz!

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        • Christian Bothe sagt

          @R.S.bei agrarfakten.de gibt‘s dazu(neben anderen Fakten) auch eine interessante Untersuchung und ein Vortragspapier vom letzten Jahr.

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          • Reinhard Seevers sagt

            @Christian, ist mir klar, dass es weitere Fakten gibt…mir war aber der letzte Satz wichtig:
            „Politische Maßnahmen, die auf eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von Produktionsweisen abzielen, die in besonderem Maße den gesellschaftlichen Belangen in den Bereichen Ökologie, Tierschutz und
            ländliche Entwicklung Rechnung tragen, kommen dem Ökolandbau besonders zugute.“
            Da steht doch, wissenschaftlich untermauert, dass die Politik es in der Hand hat den Ökolandbau in besonderem Maße zu unterstützen. Das ist doch eindeutig, dass hier der Politik die wissenschaftliche Legitimation fürs Handel gegeben wird, obwohl es ökonomisch fragwürdig ist.
            Überall ist die Ökonomie der Maßstab für politische Handlungen, hier aber nicht.

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            • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

              Gerade die „öko“industriellen Agrarbetriebe machen die regionalen Pachtmärkte unbehelligt kaputt, im Gemüseanbau fordert man in Zeiten der Wasserknappheit Bewässerungssysteme für deren Felder, während das verfügbare Grundwasser zum absoluten Mangel mutiert. Öko-Kartoffeln werden in landesweit anhaltenden Trockenphasen mit wertvollem Wasser geflutet, um diese Felder überhaupt beernten zu können; verstehe den Sinn hinter solchen Maßnahmen.

              Vielerorten schießen die Pachtpreise derart in die Höhe, dass jeder clevere überlebenswillige Bauer hier nicht in Konkurrenz treten kann und will.

              Obendrein geschuldet einem Gülletourismus, schließlich muss die Brühe auch aus den mit Staatsgeldern gefütterten Tierwohl-Großställen auf der Fläche verklappt werden; man braucht demzufolge also einen noch besser ausgestatteten Staatstropf, um diesen überaus „seriösen Wettbewerb“ weit mehr befeuern zu können; selbstredend gefördert wird das ganze, wie bereits gesagt, aus der noch gut gefüllten Staatskasse von allen Steuerzahlern.

              Blindwütige Scheuklappen-Ökologie ganz ohne Ökonomie. Da bleibt die Wissenschaftlerehre aber gehörig auf der Strecke!

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        • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

          Aus dem Jahre 2012!!! – Wie viele landwirtschaftliche Betriebe sind seither nicht mehr am Markt; vor allen Dingen welchem Umstand ist das geschuldet?

          Die Gruppierung derer, die herausragend AN DER LW verdienen, führen ganz offensichtlich glasklar erkennbar mal wieder das Wort, mithin wird an der vorhandenen Überschussstrategie, in welcher Zukunftskommission auch immer, überhaupt nicht gerüttelt.

          Verfolgt man aufmerksam den gestrigen Autogipfel, so darf man erfreut zur Kenntnis nehmen, dass sogar diese mächtigste Autoindustrie, die sich selbst als DIE gekrönt wichtigste Industrie bezeichnet, mittlerweile vom Agrarsektor kupfert, die Agrarpolitik als zukunftsweisend nachahmenswert erkennt und für sich selbst entdeckt hat. Die Forderungen gehen genau in die gleiche Richtung: OHNE STAATLICHES MOOS NIX LOS!

          Beispiel: Wer sich heute einen erschwinglichen E-Kleinwagen kauft, erhält sage und schreibe aktuell 9.000 € vom Staat geschenkt, etwa die Hälfte des Wertes.

          Ehrlicherweise muss man sich in beiden Industriezweigen -Auto- und Nahrungsmittelindustrie- fragen: Wer kan sich einen solchen Geldregen dauerhaft erlauben!? – Wir haben so viele Brennpunkte, die nicht hintanstehen wollen und können.

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          • Reinhard Seevers sagt

            Wurzelwicht, was willst du persönlich daran ändern? Auf dem Marktplatz wutschnaubend mit dem Fuß aufstampfen?
            Gestern wurde der HartzIV- Satz erhöht und gleichzeitig verkündet, dass 75% der Hotel- und Gastronomiebetriebe vor dem Aus stehen….frag nicht wo das Geld für all die Segnungen herkommt…:-)

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            • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

              Sie sind doch schlau, werter Herr Seevers – vielleicht schauen Sie einfach mal über den alles begrenzenden Tellerrand hinaus!?

              Wenn Sie das ganze wutschnaubend stampfenden Fußes der Allgemeinheit auf dem Marktplatz bitterernst verkaufen können, ich jedenfalls werde Sie nicht aufhalten. 😉

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      • firedragon sagt

        Einfacher Bürger,
        warum jemand Bio arbeitet hat wohl verschiedene Gründe, ich würde da niemanden im Vorhinein irgendetwas unterstellen.
        Zu Deiner „dummen Frage“ – unter gleichen Voraussetzungen (konvi vs. bio), sprich identische Ausgleichzahlungshöhe und identischen Einnahmen, wird ein biologisch betriebener Betrieb schnell Schnappatmung bekommen.

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      • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

        Diese Frage ist alles andere als dumm!

        Die Gleichstellung von Bio-Landbau und konventioneller Bewirtschaftung könnte sofort erreicht werden, wenn man den alljährlichen Staatstropf für beide Betriebsformen rigoros abschaffte.

        Die derzeitige Verschwendungssucht im Nahrungsmittelbereich würde damit jedenfalls schlagartig beendet.

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  5. Obstbäuerin sagt

    Wenn es bei strittigen Fragen um Mehrheiten oder Kompromisse geht, sehe ich eine ungünstige Konstellation durch die Zusammensetzung der „Zukunftskommission“. Neben all den „Funktionären“, Wissenschaftlern und Spendensammlern hätten auch richtige Bauern aus jedem Bereich (1 Biobauer – 10% und 9 konventionelle Bauern – 90%) dabei sein sollen. Denn wer kennt die Probleme aus der Praxis besser als derjenige, der sich jeden Tag damit rumschlagen muss.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Naja, bei einem Ärztekongress sind in der Regel auch keine Patienten dabei, oder? Dafür sind die Vertreter und Fachleute ja da! Zwinker…

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      • Obstbäuerin sagt

        Irgendwie hinkt der Vergleich – weil unsere Patienten eigentlich die Kunden sind oder?

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        • firedragon sagt

          Nö, eigentlich nicht. Weil ich Dir geantwortet hätte, dass der Kunde eben auch mit am Tisch sitzen müsste. Ich finde Herrn Seevers‘ Kommentar dann doch besser, so als Vergleich 😉

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          • Obstbäuerin sagt

            Neben Susanne Dehmel (Mitglied Sachverständigenrat für Verbraucherfragen) sitzen noch 31 Verbraucher (Kunden) mit am Tisch, firedragon. Die sind bestens vertreten oder?

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            • firedragon sagt

              Sind sie wohl, hat jemand was anderes erwartet.
              Hör mal Obstbäuerin, ich habe keine Ahnung, was schlussendlich bei dem Ergebnis der Zukunftskommission rauskommen kann.
              Es wird so werden, wie Brötchen es schreibt. Wünschenswert wäre allerdings, wenn die LW schon gestern bewusst hätte, woran sie ist. Die Betriebe hängen mit ihren Planungen für die Zukunft derzeit in der Luft. Und dieser Zustand sollte nicht länger anhalten. Die Forderung von Herrn Seevers ist nicht schlecht gedacht.

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    • bauerhans sagt

      Obstbäuerin,die wollen doch nicht probleme der landw. praxis diskutieren,die wollen sich öffentlichkeitswirksam darstellen.
      seht her,wir kümmern uns!

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      • Obstbäuerin sagt

        So ist es, bauerhans. Sie werden uns so lange streicheln, bis wir uns nicht mehr wehren. 😥

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    • Obstbäuerin sagt

      Bei agrar heute zur Zukunftskommission:
      „…Die Landwirtschaft war hingegen deutlich weniger einig. Manche Vertreter waren sehr aktiv, andere wussten kaum etwas zu sagen. Das sollte der Berufsstand als Warnung sehen. Wenn er nicht bald in den großen Punkten mit einer Stimme spricht – wie bei den Umwelt- und Tierschutzorganisationen – dann droht die Gefahr, dass die Bauern zu den Statisten der Zukunftskommission werden. Erstere werden sich einzelne landwirtschaftliche Partner herauspicken, mit ihnen einen Deal machen und die restlichen Agrarier an den Rand drücken. Im Kleinen würde dann passieren, was in unserer Gesellschaft in den letzten Jahren im Großen passiert ist….“ Wer könnte das wohl sein? Da stehen mehrere von Vornherein auf der Agenda – das war doch bei dieser Zusammensetzung klar und vielleicht sogar gewollt.

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      • Stadtmensch sagt

        „Im Kleinen würde dann passieren, was in unserer Gesellschaft in den letzten Jahren im Großen passiert ist….“

        Was ist denn mit der Gesellschaft im Großen passiert? Viele arbeiten in staatlichen Institutionen und sorgen für ein erträgliches Leben bei denen, deren Produktivität und Kreativität (jeder kann was) sich unter martwirtschaftlichen Vorgaben nicht anzapfen lässt.
        Ein weiterer großer Teil arbeitet für Konzerne mit internen Forder- und Förderinstrumenten. Da müssen keine Kamingespräche durch bestimmte Personen geführt werden, wenn Problemlösungen gefragt sind. Da können alle was beitragen und zum Schluss wird bewertet.
        Agrarier müssen sich zusammen tun, wenn sie selbstbestimmt bleiben wollen. In Sachsen will eine Genossenschaft jetzt angeblich wieder einen Schlachthof betreiben. So in etwa…

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        • Obstbäuerin sagt

          Stadtmensch, hier geht es um die Futtertröge der EU (Geldverteilung). Habeck hat es in dem Interview bei topagrar schön formuliert: „Drittens sollten die Agrargelder so qualifiziert werden, dass sie Umstellungen ermöglichen.“ Das heißt auf deutsch, es soll möglichst viel Geld in Richtung Öko fließen, was natürlich allen Natur- und Umweltschützern sehr entgegenkommt, weil sie von diesem Kuchen auch ein großes Stück abhaben wollen. Und es wird immer zu Lasten der modernen Landwirtschaft gehen, denen man zusätzlich noch die notwendigen Produktionsmittel entziehen will.

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          • Stadtmensch sagt

            Obstbäuerin, wir leben in Zeiten, wo einfach zu viel produziert wird. Mittlerweile werden Ablösesummen gezahlt, damit Mäster ihre Betriebe stilllegen, wenn ich das hier richtig verstanden habe. Zeiten, wo die Speckgürtelbewohner nicht von Landwirtschaft behelligt werden wollen.

            Jetzt wäre doch mal Zeit, Geld für Leguminosen- oder Bakterienzucht zu spendieren, statt weiter Rohrreiniger in die Landschaft zu kippen?!

            Die Politik schießt sich ständig selbst ins Knie, indem sie „“Demokratie und Menschenrechte“ mit Embargos erzwingen will. Den selben Effekt könnte man erreichen, indem man Enzelpersonen das schöne Leben hier in der schönen heilen Welt schwer machte. Aber nein, das träfe ja dann die Richtigen….

            Zu Habeck sag ich nix. Da reicht mir die letzte Extra-3 Sendung…

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              • Stadtmensch sagt

                Den Markt gäbe es eventuell, wenn die „Selbstoptimierer“ nicht Hühnerbrust und Mandelmilch einwerfen würden, sondern ein köstliches Dal Bhat.
                Du merkst, immer wenn der Markt ins Spiel kommt muss ich passen…

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  6. Ulfrid sagt

    Ich denke, dass viele Themen in der Politik angekommen sind.
    Ich befürchte aber, dass es nur zu geringen Erfolgen für unsere Landwirtschaftsbetriebe kommen wird. Kommissionen ermitteln, tragen zusammen und verhandeln. Dann sind 2021 Wahlen, und ein neues Spiel beginnt.
    Aussagen, dass der Agrarhaushalt so groß wie nie ist, kann ich nicht verstehen.
    Seit Jahren werden uns Beihilfen gekürzt und immer mehr Mittel der EU-Agrargelder von der ersten in die zweite Säule verschoben. Aus dieser erhalten die Landwirte nur einen geringen Teil. Der Rest läuft angeblich in Projekte zur Förderung des ländlichen Raums.
    Zum Beispiel wird hieraus u.a. auch der der Internetausbau mitfinanziert. Mit Geldern des Agrarhaushalts gesellschaftliche Aufgaben übernehmen? Das sollten wir bewerben! Wir finanzieren mit unseren gekürzten EU-Mitteln den Ländlichen Raum mit!?
    Nicht nur die Landwirtschaft ist in den letzten Jahrzehnten immer abhängiger von Fördermitteln geworden. Fach-Unkundige entscheinden über Existenzen.
    Dies hat zu dem Zustand geführt, den wir heute haben. Zahlungsunfähige Kommunen, ein aussterbender ländlicher Raum und landwirtschaftliche Bertriebsaufgaben.
    Parallel dazu eine „reiche“ Gesellschaft, bei der propagieren und handeln meist zwei unterschiedliche Einstellungen zeigen.
    Leider kommt aus diesen nicht betroffenen Kreisen auch die Entscheidungshoheit über den Einsatz zu fördernden Maßnahmen.
    Also, bei allen Bekenntnissen aus der Politik, bleibt mein Optimismus doch eher verhalten. Doch ich lasse mich sehr gern eines Besseren belehren.

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  7. Wenn ich mich richtig erinnere, ist die Bildung einer Zukunftskommision (schon das Wort ist Schwachsinn) aufgrund der Proteste der LSV entstanden. Die LSV ist auf die Strasse gegangen, um gegen die unberechtigten Vorwürfe gegen die Landwirtschaft (Nitrat, Glyphosat, Artensterben etc.) und daraus resultierenden Auflagen (DüngeVO etc.) zu protestieren. Die „Zukunftskommission“ ist nun angetreten, die Landwirtschaft so umzubauen, dass sie den unberechtigten Vorwürfen gerecht wird! Welch ein Schwachsinn! Wenn die politischen Akteure ehrlich wären, dann hätte die Kommission unnötige und kontraproduktive Auflagen und Vorschriften aufdecken und abbauen müssen. Dies steht aber gar nicht auf der Agenda. Wenn man so vor geht, braucht man sich über eine, zwar bisher noch nicht vorhandene, aber dann kommende Radikalisierung nicht zu wundern!

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    • Christian Bothe sagt

      @Mark,eine sehr gute realistische Interpretation dieses „Monstrums“ von s.g.Z u k u n f t s Kommission…Dem habe ich nichts hinzuzufügen und ein typisches Wahlkampfmanöver zur Beruhigung der Bauern als Wähler! LsV hat‘s in die Wege geleitet…

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      • Arnold Krämer sagt

        Vielleicht ist es in der augenblicklichen Situation (Corona, Versorgungssicherheit, wirtschaftliche Probleme….) ganz gut, dass geredet wird. Dann wird wenigstens nicht aufgrund von Papieren und Forderungen aus der Vor-Corona-Zeit zu Lasten der Landwirtschaft entschieden. Das ist zumindest eine vage Hoffnung. Ansonsten sind aber alle Befürchtungen berechtigt. Der Agrarsektor eignet sich grundsätzlich nicht für die ansonsten eingeleitete „Große Transformation“, die zur Deindustralisierung Deutschlands führt.

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        • Thomas Apfel sagt

          Die Luftfahrtindustrie hatte im August nur 1/4 ihrer normalen Fahrgastzahlen und 1/3 der Zahl der Starts und Landungen wie vor Corona. Der gesamte Kultur Reise- und Bespaßungsbetrieb ist am Zusammenbrechen. Da kommen wirklich Probleme auf die Politik zu. Die LW steht nur dank der Spendensammler im Focus, (der NABU hat in den letzten 7 Jahren sein Budget durch Spenden und Beiträge immerhin um rund 7 mio € erhöhen können) und das auch nur bis zur Entscheidung über die Mitttelverteilung der GAP.
          Die wollen die Beratungsgelder der obligaten Biodiversitätsberatung, die in Planung ist, aquirieren
          Übrigens seilt sich die Pflanzenschutzmittelindustrie auch schon in Richtung Grün ab. Heute in TopAgrar. „Wir unterstützen die Farm to Fork Strategie mit einem 3-Punkte Plan“. Besonders interessant der dritte Punkt: wir werden verstärkt Trainingsprogramme zur richtigen Ausbringung von Pflanzenschutzmittel auflegen und beraten. Wie bitte, reichen Sachkunde und bisherige Kontrollen nicht aus ? Alle, auch die Pflanzenschutzindustrie, stürzen sich auf den Begriff „Präzisionslandwirtschaft“, letztlich um immer teurere Technik zu verkaufen. Da wirds wohl nichts mit der Erhaltung der kleineren Betriebe.

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  8. bauerhans sagt

    die macht der grossen im LEH müsste reguliert werden,was nur die politik realisieren könnte.
    ich glaube nicht daran.
    die politik wird weitere maßnahmen und programme auflegen „zuckerbrot und peitsche°.
    das tägliche essen soll weiterhin gut und günstig sein!

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    • Christian Bothe sagt

      @bauerhans,wer soll das regulieren? Gefällt mir zwar im Sinne unserer Bauern, aber das Politbüro gibt‘s nicht mehr und wir haben eine freie Marktwirtschaft…Sie wissen doch ein voller Bauch rebelliert nicht gern!Auch das weiß man in Berlin…

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      • Thomas Apfel sagt

        Ich denke schon, dass die Politik da eingreifen könnte. Schließlich wird bei Benzin und Diesel an der Tanksäule auch über 50 % erhöht in Form von steuerlicher Abschöpfung.
        Das „verzerrt den Markt“ letztlich auch nicht, weil es alle Staaten in Europa ähnlich machen. Damit finanziert der Staat auch Wohltaten für Volk und Wirtschaft (auch die Mineralölindustrie). Die entscheidende Frage ist doch, ob wir eine solche Erweiterung der Subventionierung wollen. Die Marktpreise bewegen sich schon auch (wie ich in der Diskussion zum vorherigen Beitrag versucht habe darzustellen) entsprechend der realen Mehrkosten, (wenns Keiner billiger kann und anbietet). Das Problem für die Landwirtschaft ist die Einpreisung der Subventionen durch den Handel, also real die Subventionierung des Handels. Also eigentlich MUSS es das Hauptziel sein, die Subventionen mittelfristig abzuschaffen. Das ist sicherlich schmerzhaft aber in der Wirkung nicht schlimmer als der derzeitige Salat, wenn es Europaweit umgesetzt wird.

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        • Brötchen sagt

          Thomas das Problem, bei Energie ist das recht einfach zu kontrollieren, weil Du hast ja sehr regulierte „Übergabestellen“.
          Du könntest jetzt nicht schnell mal Sprithändler werden, der Sprithändler Apfelhändler eher.

          Bei Massenprodukten, zumal wenn die extrem grenzübergreifend zwischen Nachbarländern gehandelt werden aufwändiger und schwieriger.

          Deshalb denke ich, das wird sich niemand antun wollen.

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    • Schorsch Summerer sagt

      Ja bauerhans, die Macht des LEH müsste beschränkt werden.
      Klammheimlich haben sich aus zwei ALDIs ein ALDI gebildet, sprich die kaufen jetzt miteinander ein. Für Lieferanten eine Katastrophe für die Wirtschaftspolitik ein Armutszeugnis. EDEKA will sich mit REAL den nächsten einverleiben. Auch das bedeutet nichts gutes.
      Warum wird den Politikern nicht klar dass sie mit ihrer Wirtschaftspolitik zugunsten des LEH diesem die Taschen vollstopfen und damit dem Haushalt des Staates Schaden zufügen? Warum sticht hier niemand aus der Presse rein? Sind die alle vom LEH abhängig? Haben die alle die Hosen voll? Für mich steht ausser Frage, der LEH in der derzeitigen Struktur hat zuviel Marktmacht und gehört zerschlagen. Er schadet dem Staat weil er ihm direkt und indirekt Steuergeld entzieht. Das sind schon fast Mafiastrukturen.

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  9. Thomas Apfel sagt

    Eigentlich wäre jetzt so eine Aktion Grüne Kreuze oder Bunte Gabeln die nötige Begleitmusik, wenn da nicht die strittige „Agressivitäts- Assoziation“ des Teufels- oder Gladiatorendreizacks wäre. Zumal die Strategie ja Farm to Fork und nicht Fork to Fork heißt.
    Im Mittelalter galt der Spruch: „Gegen den rüden Stallknecht mit der Mistgabel kann der beste Florettfechter nichts ausrichten“., das könnte Einem ja richtig Hoffnung machen.
    Aber Spaß beiseite, ich finde die Aktion in der Sache gut vorbereitet, man müsste am Leitsymbol (mir gefällt ja die Forke mit Regenbogen und Friedenstauben ganz unten in Willis Beitrag) und den Lösungsvorschlägen noch ein wenig arbeiten. Das müsste aber noch vor WHS 2021 auf den Weg gebracht sein.

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    • Bauer Willi sagt

      Ich denke, ich starte im Oktober noch mal einen Versuch mit den bunten Gabeln. Dann haben sich diverse Gemüter wieder etwas beruhigt.

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  10. Reinhard Seevers sagt

    ……schön, ………Das war der Start, der Ertrag kommt erst nach der Ernte heraus….also frühestens im Sommer 2021. Bis dahin spekulieren wir und hoffen und bangen.

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