„Farmer Billy“, (gelernter Journalist) hat sich über weitere Themen rund um die Landwirtschaft geäußert. Hier die Fortsetzung der Buchbesprechung mit den nächsten 10 Kapiteln. Und wie schon im 1. Teil nur selten eine eigene Bewertung sondern Zitate aus dem Buch, die ich dann in Anführungszeichen setze. Los geht´s:
10. Kein Dünger ins Trinkwasser und ins Meer
„Unser Trinkwasser wird mit Nitrat verseucht, das besonders für Säuglinge gefährlich ist“.
„Wieviel Dünger in die Umwelt gelangt, statt auf dem Acker zu bleiben, ist je nach Region unterschiedlich. In Niedersachsen kommen teilweise hunderte von Großvieheinheiten auf den Hektar.“
„Landwirtschaft geht nicht ohne Nährstoffverluste“.
„Wer Schweinefleisch oder Hähnchen aus den konventionellen deutschen Mastfabriken auf dem Teller hat, verschlingt Regenwald und Artenvielfalt“.
„Der optimale Weg wäre die Rückkehr zu einer Landwirtschaft, in der die Tierhaltung und die Pflanzenproduktion wieder flächendeckend miteinander gekoppelt sind.“
11. Klimaneutral mit Tierhaltung – wie denn das?
Berichtet wird über Ergebnis einer Studie, die von BMLEH mit 1,5 Mio. Euro gefördert wird. Beteiligt sind die Uni Gießen, TU München und der Forschungsring in Darmstadt.
Der Forschungsring beschreibt sich selbst so: Der Forschungsring wurde 1946 als Nachfolger des Versuchsrings anthroposophischer Landwirte gegründet. Er war in den Anfangsjahren Dachorganisation der biologisch-dynamischen Bewegung. Heute ist er das zentrale Forschungsinstitut für biologisch-dynamische und allgemein ökologische Fragestellungen im Zentrum einer weltweiten und wachsenden bio-dynamischen Bewegung.
In diesem Kapitel werden ganz überwiegend die Vorteile einer Fruchtfolge mit einer Klee-Gras-Mischung erläutert. So soll die Verfütterung die Methan-Emissionen der Wiederkäuer deutlich senken.
Und: “ Man müsse darauf schauen, dass die Gülle gesund ist, das sie behandelt ist. Wir machen das mit Gesteinsmehl und Pflanzenkohle erzählt Bauer Käsweber.“
12. Wiesenkalb oder Mastfabrikkalb?
„In diesen Sammelstellen oder Verteilzentren wird dann oft auch Antibiotika gegeben, weil da ja sehr viele Kälber aus unterschiedlichen Betrieben zusammenkommen und deren Immunsystem noch gar nicht richtig entwickelt ist, erklärt Tierschützerin Müller Arnke. Deshalb wird den Kälber prophylaktisch Antibiotika gegeben.“ (Frau Müller Arnke arbeitet bei „Vier Pfoten“) .
„Auch die Rindermast in Europa ist in den meisten Fällen tierquälerisch, schadet dem Erdklima und der Artenvielfalt“.
„Kutteln und NIerchen müssen ja nicht alle mögen“
13. Zwei Märchen über die Kuh
In diesem Kapitel räumt der Autor mit dem Märchen über die klimaschädliche Kuh auf und erläutert, warum es grober Unfug ist, dass für ein Kilo Rindfleisch 15.00 Liter Wasser verbraucht wird. Und es wird klar, dass Greenpeace, Foodwatch, BUND; NABU und Peta diese falschen Aussagen trotzdem weiter verbreiten werden. Übrigens hat der Autor viele Zitate von Florian Schwinn, dessen Buch ich hier schon besprochen habe.
14. Mit Haferdrink zur Kuhmilch
„Die CO“-Bilanz von Hafermilch und Kuhmilch ist in etwa gleich gut. Die Umwelbilanz und die Klimabilanz auch. (Urs Niggli)
„Nur etwa 30% der erntereifen Pflanze ist überhaupt Haferkorn. Das wird verarbeitet. Und von dieser Biomasse des Hafers landet nur ein Drittel im Haferdrink. Das bedeutet, dass zwei Drittel vom Korn nicht genutzt werden. In der Praxis werden diese Rückstände zum großen Teil (an Tiere) verfüttert.“ (Wilhem Windisch)
„Ein Liter Haferdrink hat eineinhalb Liter Kuhmilch im Gepäck. Das ist die vollständige Verwertung des Ausgangsproduktes“. (Soll heißen: kein Haferdrink ohne Verwertung der nicht direkt genutzten Teile des Hafers durch das Vieh)
„Der Haferdrink ist kein Beitrag zum Schutz der Artenvielfalt. Die Kuhmilch ist genau das dagegen schon.“
15. Befreit die Kühe – aber bedachtsam
Der Autor hat mit Lasse van Aken (Sohn von Jan van Aken) von Greenpeace und mit Landwirten über die Anbindehaltung von Milchkühen im Voralpengebiet gesprochen. Er plädiert für einen sanften Übergang zur anbindefreien Haltung. Folgendes Zitat finde ich bemerkenswert:
„Wenn es allein darum ginge, dass nichts von unserem eigenen Geld bei einem Anbindehalter ankommt, dann wäre die Lösung ganz einfach: Soja- und Haferdrink statt Kuhmilch kaufen und fertig. Das ist aber auch nur eine Lösung dafür, dass es irgendwann überhaupt keine Kühe mehr gibt“.
16. Vegan mit Katze oder Hund? Passt nicht!
„Vegane Ernährung mit einem Fleischfresser (Hund, Katze) im Haushalt, das ist wie mit einem Zwölf-Zylinder-Porsche zur KLimaschutz-Demo fahren“
17. Wir dürfen keine Tiere essen! Ach nein?
In diesem Kapitel diskutiert der Autor mit einer Vertreterin von PETA über die Nutzung von Tieren. „Wir von PETA sprechen uns ganz klar dafür aus, dass Tiere generell nicht zu unseren Nahrungszwecken dienen dürfen. Ganz gleich, ob sie zu den Wirbeltieren oder den Wirbellosen (Anmerkung: z.B. Insekten) gehören“
Desweiteren behauptet PETA, dass die Biodiversität von Wald höher ist als die von Grünland. Diese Behauptung ist nicht belegt.
„Die vegane Welternährung bleibt jedoch ein theoretischen Rechenmodell und ist weit weg von der Realität dessen, was sich Menschen in unterschiedlichen Teilen der Welt leisten könne und wozu sie auch Zugang haben“. (Matin Qaim)
Der Autor zieht dennoch folgendes Fazit:
Zitat: „Hier bei uns in Europa, in allen wohlhabenden Ländern, ist die vegane Ernährung eine Lebenshaltung, die hilft, das Klima zu schützen und der tierquälerischen industrielle Tierhaltung etwas entgegenzusetzen – also eine gute Sache“
18. Rettet uns Novel Food?
„Effektiver als ein lebender Wiederkäuer könne ein Laborfleisch-Reaktor auf keinen Fall sein. Den Biorreaktoren fehlen ganz elementare biologische Funktionen, die nur in einem intakten Lebewesen vorhanden sind“. (Wilhelm Windisch)
„Die Muskelzellen im Bioreaktor werden heute noch ganz überwiegend mit fetalem Kälberserum ernährt. Dafür werden ungeborene Kälber abgetrieben und getötet“.
„Es werden zwar pflanzliche Alternativen in Aussicht gestellt. Dass da auch einmal völlig tierfrei funktionieren sollte, davon habe ich noch nicht gehört“ (Verbraucherzentrale SH)
„Nach 50-60 Teilungen sterben die Stammzellen ab und müssen ersetzt werden. Die Lösung dieses Probleme lautet: unsterbliche Zellen. Das sind Krebszellen“
„Ein anderes Problem bei der Laborfleisch Produktion: die Zellkulturen müssen mit großen Mengen an Antibiotika geschützt werden. Der Stählerne Organismus verfügt ja nicht über eigene Abwehrkräfte“.
„Zwar gebe es Studien zur Treibhausgasfrage. Manche dieser Studien besagten, dass es wirklich weniger Treibhausgase sein werden, andere sagen das Gegenteil“.
Es folgen noch zwei kurze Ausführungen zu essbaren Insekten und Indoor-Farming.
19. Green Deal? Das war gestern!
Ein Gespräch mit Häusling, (Die Grünen, Europaparlament). Hier ein Zitat aus dem Gespräch: „Im Moment fühlt sich die Situation in Brüssel so an: Wir machen es den Bauern recht, wir schaffen Umweltauflagen ab. Wir geben allen die Freiheit, dass sie selber entscheiden können, was sie machen wollen“. Zitatende.
„Es wäre sinnvoll, die gesamten Mittel für die Honorierung von gesellschaftlich erwünschten Leistungen auszugeben, einfach weil es sonst keine Rechtfertigung für diesen Einsazt öffentlicher Mittel gibt“. (Harald Grethe)
Ich habe ein ganzes Wochenende für das Lesen des Buches und das Verfassen der beiden Artikel verfasst. Ich hoffe, Sie als Leser wissen das zu schätzen.
Ob Sie das Buch jetzt kaufen wollen, können Sie nun selbst entscheiden.
https://www.metropolis-verlag.de/Zukuft-saeen/1624/book.do


wenn wir die Landwirtschaft so naturnah wie 1950 betreiben,
dann werden viele nicht satt.
warum verstehen das so wenig?
Weil alles schon geerntet und verarbeitet im Discouter im Regal steht?
Die Rohstoffe der Sachen kommen aus der freien Natur und nicht aus der Fabrik.
Bauer Willi, vielen Dank für die Besprechung meines Buches! Als ich es Ihnen schickte, war mir ja schon klar, dass Sie die meisten Aussagen nicht bejubeln werden, und die meisten Ihrer Leser wohl auch nicht. Aber nun wird darüber einmal mehr diskutiert und gestritten, und das ist gut so. Es gab ja mal einen ganz breiten Konsens, Abschlussbericht der Zukunftskommission Landwirtschaft, unterschrieben auch von Herrn Rukwied, erinnert sich noch jemand?
Ihr „Farmer Billy“ – nehmen Sie das Pseudonym doch einfach als Hommeage!
Den breiten Konsens zur ZKL hat es im Berufsstand nie gegeben. Das hat mehrere Gründe. Der Wichtigste: Der Berufsstand will sich mehrheitlich nicht in die Abhängigkeit von „unberechenbaren“ und Steuergeld bzw. Schulden verteilenden Politikern begeben.
@AK
Das sind sie doch schon längst. Der „unabhängige“ Teil kann auf unter 3% aller Betriebe taxiert werden.
@Kemetbauer. Das ist völlig falsch!
Ich weiß aus meiner Beratungsarbeit mit vollständigem Einblick in die Buchabschlüsse aktiver konventioneller Unternehmen im Nordwesten, dass die meisten hier nicht abhängig sind von der „Staatsknete“. Dass ein Teil die Einkommenspotentiale nicht ausschöpft, steht auf einem anderen „individuellen Blatt“. Das gilt auch für die hiesigen Ökobetriebe, die sich ohne die „richtige Gesinnung“ im Bereich Geflügel wirtschaftlich engagieren.
@AK
Welchem Berater bietet der Auftraggeber schon einen vollumfänglichen Einblick in die Unterlagen? Professionelle Unternehmen stellen die beratungsrelevanten Daten zur Verfügung und nicht mehr. Es sei denn, der Berater soll den ganzen Laden auf den Kopf stellen. Ob dann allerdings eine Beratung noch Sinn macht, sei mal dahingestellt.
Wer als Betriebsleiter auf finanzielle Förderung, die nicht mit erheblichen Eingriffen in die Betriebsabläufe verbunden ist, verzichtet, bringt sich selbst in einen Wettbewerbsnachteil. Wozu soll das gut sein?
Wenn es so viele Betriebe gibt, die der finanziellen Förderung nicht bedürfen, warum gab es dann so einen Aufruhr, als die Dieselrückerstattung abgesetzt werden sollte?
1. Meine Beratungsarbeit erfordert volle Transparenz, die Landwirtschaft betreffend. Nur dann kann ich Transparenz für den Landwirt herstellen. Wo wird Geld verdient, wo wird kein Geld verdient. Wo besteht Handlungsbedarf? Für meine Arbeit benötige ich einen Vertrauensvorschuss von Landwirten, die mich nicht kennen, Die meisten in meiner Region kennen mich, weil ich hier rund 30 Jahre gearbeitet habe.
2. Öffentliche Förderung nimmt man mit, wenn es passt. Dazu gehört auch die Dieselbeihilfe.
3. Unternehmerische/steuerliche/organisatorische Gestaltungen, NUR mit dem Ziel an Fördermittel zu gelangen, sind mit großer Vorsicht zu genießen.
4. Wir müssen uns hier nicht weiter über unsere jeweils unterschiedlichen Beratungserfahrungen und Beratungslandwirte austauschen.
was sind Dieselbeihilfen, Herr Krämer?
Gasölbetriebsbeihilfe
@all
Ich finde die Diskussion um die Inanspruchnahme von Fördermitteln ziemlich aberwitzig. Hat schon mal jemand aus der Industrie, die ja mit ganz anderen Summen gepampert wird, ähnliches gehört? Die EU, der Staat und die Bundesländer stellen finanzielle Mittel zur Verfügung um wirtschaftlich/ökologisch negative Auswirkungen abzufedern. Somit ist eigentlich hinreichend Grund gegeben, diese Hilfen auch in Anspruch zu nehmen. Dass dann von einigen Berufskollegen „ethisch-moralische“ Gründe, evtl. noch zusätzlich angereichert mit der Unterstellung einer sonst nicht ausreichenden Einkommenserzielung ins Feld geführt werden, ist einfach dumm. Wir sollten zusehen, dass wir so viel wie möglich von unseren Steuerzahlungen zurückbekommen. Das ist völlig legal und für viele auch hilfreich bei der Absicherung ihrer Existenz.
Ist es nicht weitaus besser dem Akteur frei walten zu lassen, ohne Fesseln und Gängelband?
Was ist es für ein Irrsinn, wenn man über Steuerrückzahlungsstreitigkeiten versucht, die falschen Entscheidungen zu heilen.
Die falschen Anreize, Auflagen und Vorgaben führen nunmal zu entsprechenden Reaktionen.
@RS
Als Betriebsleiter hat man sich mit den Gegebenheiten zu arrangieren und nicht irgendwelchen Träumereien nachzuhängen.
Man kann ja beides tun Kemet. Sich immer darauf zurückzuziehen, dass das Tagesgeschäft wichtiger ist, als das Grundsätzliche, das hat ja wohl zu wenig Lösungen geführt. Worüber nicht gesprochen wird, das ist auch nicht in der Welt. Außerdem ist Nachdenken auch nach Feierabend noch möglich. Reden ist noch kein Handeln, aber nicht reden, ist verdrängen, oder Angst vor Neuem, oder anstrengend oder oder..,
@RS
Ich bin da sehr rational eingestellt. Und da meine grundsätzliche Einstellung zur Landwirtschaft relativ nah an den Vorstellungen der Politik, bzw. an den Vorstellungen der Verbraucher ist, habe ich auch kein großes Problem mit der derzeitigen Situation. Wäre ich ein konv. Landwirt, würde das sicher ganz anders aussehen.
„Und da meine grundsätzliche Einstellung zur Landwirtschaft relativ nah an den Vorstellungen der Politik, bzw. an den Vorstellungen der Verbraucher ist, habe ich auch kein großes Problem mit der derzeitigen Situation.“
Was bedeutet, dass Ihnen die vom Staat und seinen Steuerzahlern gegebenen „Überlebensmittelzahlungen“ ausreichen? Schön, dass Sie bereits in der alimentierten Form der deutschen Landwirtschaft angekommen sind und sich wohlfühlen. So ist wenigstens einem geholfen.
@RS
Ich habe jedenfalls keine Probleme mit der Inanspruchnahme von Fördermitteln. Wenn andere da ethisch-moralische Bedenken haben, umso besser für mich. Denn dann bleibt mehr für die, die Anträge stellen. Ein konkretes Beispiel dafür ist die „Blümchenprämie“. Viele Berufskollegen hatten Vorbehalte und sie hatten deshalb keinen Antrag gestellt. Für die Antragsteller gab es also einen Zuschlag; die Kohle muss ja weg. Im diesem Jahr waren die Bedenken schon nicht mehr so groß und die Prämien werden wohl abgeschmolzen.
@kemetbauer: Sehe ich ähnlich. Wenn der Staat jemanden pampert, ob Hof, Handwerk oder Industrie, dann muss es dafür klar nachvollziehbare Kriterien geben, dass die Windel dem Gemeinwohl dient. Steuergeld mit der Gießkanne zu verteilen, das können wir uns nicht mehr leisten, weder fianziell noch ökologisch.
@Stefan Michel
Ich habe die ZKL von Beginn an kritisch gesehen und nach etwa einem halben Jahr einige Mitglieder gebeten, die ZKL zu verlassen. Von Seiten der Landwirtschaft hat es viele Zugeständnisse gegeben und auch einige „Ergebnisse“, die nicht der Wahrheit entsprechen. Beispiel: die Boston Consulting Group hat behauptet, dass die Landwirtschaft 90 Milliarden € Schaden verursacht. Jedes Jahr. Dies ist unwidersprochen im Protokoll stehen geblieben. Die Ergebnisse der ZKL wurden und werden nie umgesetzt! Warum? Weil es nicht finanziert wird, werden kann. Es sei denn, der Gesellschaft ist wirklich an mehr Tierschutz und Naturschutz gelegen. Und das ist sie nicht! Zweimal im Jahr in den Urlaub fliegen hat eine höhere Priorität.
@Bauer Willi: Womit ich Dir recht gebe: Ohne eine grundlegende Verhaltens- und Einstellungs-Änderung der Verbraucher wird es keine Agrarwende geben. Bei den Umfragen sagen satte Mehrheiten immer: unbedingt mehr Tierwohl und mehr Bio. Aber beim Einkauf wählen sie das Billigste vom Billigsten. Und ja, bevor sie wesentlich mehr Geld fürs Essen ausgeben, muss es eher die Flugreise oder die neue Spielekonsole sein.
BW Vielen Dank für die Rezension.
Die wenigen Auszüge enthalten nichts wirklich Neues sondern offensichtlich ist das Buch ein Konvolut bekannter Positionen von ausgewählten Instituten, NGO`s, Verbänden und Parteien.
Der Titel „Zukunft säen – Wie eine andere Landwirtschaft unser Überleben sichert“ macht zwar neugierig, die Auszüge repräsentieren jedoch eher Nostalgie, es geht überwiegend um die Vergangenheit, die gute alte Zeit als die Welt noch vermeintlich in Ordnung war, das soll unsere Zukunft sein. Ob flächendeckend die Wiedererschaffung von Mooren, Agroforst Nutzungen oder Gesteinsmehl Stories das Überleben für sehr viel mehr Menschen als „in der guten alten Zeit“ auch in D sichern da habe ich starke Zweifel.
Mein Fazit steht nicht auf der Wunschliste für Weihnachten da nichts Neues.
https://open.spotify.com/show/6u74iReMoKJWzrE0mW7liK?si=CmWqVQ7mRnizrpC1OXUPNw
Bevor man Geld für das Buch ausgibt, kann man vielleicht hier reinhören.
@ Kemetbauer
„Das Buch hat Echauffierungspotenzial und wäre deshalb sowieso hier gelandet.“
Das glaube ich nicht!
So aber ist es jetzt den Blognutzern bekannt gemacht worden und wird den einen oder anderen Käufer finden, den es ohne die Thematisierung hier nicht gegeben hätte.
Es gibt in der Tat aber wichtigere Bücher zu lesen, da hat Herr Seevers mal wieder völlig recht. 😎
Hier mal 4 Vorschläge von mir:
1. Patrick Bernau: Bürokratische Republik Deutschland
2. Katharina Zweig: Weiß die KI, dass sie nichts weiß?
3. JevgeniJ Samjatin: WIR
4. Götz Aly: Wie konnte das geschehen? Deutschland 1933 bis 1945
Oder:
Rainer Mausfeld: Hegemonie und Untergang
Philip Manow: Die Politische Ökonomie des Populismus
Marco Bülow: Korrumpiert
Jonas Tögel: Kriegsspiele
Lübbe-Wolff: Demophobie
Oder:
Jonathan Swift: Gullivers Reisen (die vollständige Version!)
Ich lese gerade „Das andere Klimabuch“ unter anderem mit drei Autoren, die ich schon zu Wort gekommen sind. Axel Bojanowski, Ludger Wess und Timo Küntzle. Untertitel: Rationale Alternativen zur Klima-Angst.
Die oben genannten Titel sind mir zu anspruchsvoll. Ausnahme: Gullivers Reisen… 🙂
Nicht so voreilig Meister. …“Auf Munodis Vorschlag besucht Gulliver diese große Akademie und findet zuerst einen Mann, der versucht, Sonnenlicht aus Gurken zu extrahieren; ein zweiter Forscher will menschlichen Kot in Nahrung zurückverwandeln, ein Architekt ein Haus vom Dach her nach unten bauen, ein Arzt Patienten heilen, indem er Luft durch sie hindurchbläst. In einem anderen Teil der Akademie wird ein Sprachprojekt betrieben, das den Zweck verfolgt, Verben und Partizipien zu beseitigen; Ziel eines anderen Projekts ist sogar, alle Wörter abzuschaffen.“ …es geht mir nicht um das stark verkürzte Kinderbuch, sondern um das Original.
Klimaangst? Die gibt es doch gar nicht mehr! Seit Corona und Ukraine-Krieg interessiert die Zukunft des Planeten doch praktisch kein Schwein mehr.
@Habe einige Ausschnitte von der Bundesdelegierten-Konferenz von B90/Grüne gesehen. Diese Partei setzt voll auf das Klima-Thema. In der Sonntagsfrage liegt diese Partei bei 10%.
die müssen doch Sprüche machen,
damit sie sich gesehrn fühlen.
Gestern bei der Demo wegen die Gründung der Jugendorganisation der AFD in Giessen haben die sich auch aufgeführt.
konnte mit Klimaangst bisher nichts anfangen, wer will wem, mit was konkret und warum Angst machen. Natürlich ändert sich das Klima kann auch als Klimawandel bezeichnet werden aber warum sollte ich Angst haben?
Dann habe ich folgende Studie gefunden: Klimaangst – angebracht oder dysfunktional?
„Schlussfolgerung: Es zeigt sich eine mögliche Verbindung von Depressivität/Ängstlichkeit mit Klimaangst. Deren Adaptivität zeigt sich allerdings im Fördern umweltfreundlichen Verhaltens. Die Differenzierung zwischen dysfunktionaler Ängstlichkeit und adaptiver Reaktion ist komplex. Zukünftig sind klare Definitionen von Klimaangst und Längsschnittstudien nötig.“
https://econtent.hogrefe.com/doi/10.1026/1616-3443/a000754
Klimaangst scheint ein gutes Geschäftsmodell zu sein läuft doch prima ähnlich wie der ehemalige Ablasshandel im Mittelalter. Die Ablasshandel Industrie bietet diverse Möglichkeiten wie Logo, Spenden, Mitgliedschaften in Verbänden oder Parteien an. Alles für ein gutes Gewissen, alles für gute Zwecke und ein angstfreies Leben. Gingen die Ängstlichen früher in die richtige Kirche wurde Absolution erteilt, heute geht es auf die Strasse und bei Familienfeiern wird irgendein Produkte mit Siegeln z.B mit süssen Tierbildchen, Bäume, Bio, Öko…. am besten eine Kombination mehrerer Bildchen auf den Tisch gestellt.
Ohne alles gelesen zu haben, scheint vom Autor das ausgebreitet zu werden, was mir oft begegnet, eine allgemeine und unsachliche Kritik am sog. „System Landwirtschaft“.
Dabei werden die positiven Leistungen der Landwirtschaft meist vollständig ausgeblendet.
Es wird ignoriert, dass es dieses „System Landwirtschaft“ immerhin geschafft, dass wir heute in Deutschland 84 Mio. Menschen besser und sicherer ernähren als vor 100 Jahren, obwohl pro Kopf nur noch etwa 2000 qm LN zur Verfügung stehen, während es damals noch mehr als 6000 waren.
Noch 1950 hat ein Bauer weniger als 10 Menschen ernährt, heute sind es rd. 150. Und 1950 mussten die Verbraucher noch fast die Hälfte des Einkommens für den Erwerb von Nahrungsmitteln aufwenden, heute sind es nur noch etwas über 10 %.
Grundlage dieser Erfolge waren Ertragssteigerungen, z. B. beim Weizen von rd. 2 auf 8 to./ha. Nach einer Studie von Friedt (Uni Giessen) sind rd. 60 % davon auf Züchtungsfortschritte zurückzuführen.
Ertragssteigerungen werden in Zukunft weiterhin benötigt, denn die Fläche nimmt weiter ab (allg. Flächenverbrauch, Vernässung der Moorböden, Energieflächen usw.). Rechnet man alles zusammen summiert kann sich der jährliche Flächenverlust in den nächsten 20 Jahren auf 150 Tsd. ha pro Jahr. Auch wenn wir es schaffen sollten, den Flächenverlust auf die Hälfte zu beschränken, wäre in 10 Jahren eine Ertragssteigerung von 5% erforderlich, um die Ernten stabil zu halten.
Global hat die AF zwar zugenommen, um rd. 200 Mio. ha seit 1960, durch das Bevölkerungswachstum ist sie pro Kopf in dieser Zeit aber von fast 5000 qm auf ebenfalls unter 2000 qm pro Kopf gesunken.
Sowohl in D als auch global gesehen muss man die Erträge daher nicht nur halten, man muss sie weiter steigern, wenn Hunger vermieden werden soll.
Gleichzeitig muss die Landwirtschaft aber auch noch klimaneutral werden.
Flächenexpansion wäre da kontraproduktiv, denn Flächenexpansion ist der größte Treiber des Klimawandels und auch des Artenschwunds.
Klimaneutralität geht nur durch Effizienz in der Faktorverwertung, insbesondere durch hohe Flächeneffizienz. Je geringer der Flächenbedarf je kcal, je geringer der Einsatz an Maschinen, Dünger, Pflanzenschutz desto besser ist die Klimabilanz.
Noch verlieren wir z. b. einen großen Teil des eingesetzten Düngers (Lachgas, Nitrat) und der PS-Mittel (mangelnde Zielgenauigkeit). Das muss verbessert werden, z. B. durch Steigerung des Nährstoffaneignungsvermögens der Pflanzen und durch zielgenauere Ausbringung.
Ein wichtiger „Hebel“ ist die Züchtung. Und das betrifft auch „neue“ Arten, wie z. B. die Rispenhirse, die noch Anpassungen brauchen.
Der Öko Anbau ist keine Lösung, denn er kann zwar die Emissionen je Hektar reduzieren, je erzeugter Einheit bringt er dagegen keinen Vorteil, er steigert die Emissionen sogar. Der Vorschlag von Urs Niggli, dass sich der Öko-Anbau für die NGT öffnen sollte war daher folgerichtig.
Und keine Lösung ist auch die weitere Extensivierung, denn diese wäre verbunden mit sinkenden Erträgen je Einheit, würde Flächenexpansion weiter antreiben und die „Hand anlegen“ an die besonders „sensiblen“ Regionen der Welt, an den großen CO2 Speicher Regenwald und an die äquatornahen Arten-HotSpots.
Alles richtig, bis auf „klimaneutral“.
Da muß die Landwirtschaft gar nichts, weil das nur ein Popanz ist, der zur Bereicherung einer kleinen Clique aufgeblasen worden ist.
Oder positiver formuliert: die Landwirtschaft ist ohnehin bereits klimaneutral, weil die „bösen Treibhausgasemissionen“ für das Klima irrelevant sind.
Mehr CO2 ist übrigens ausgesprochen förderlich für das Pflanzenwachstum.
Die Kritiker ignorieren nicht nur den aktuellen Leistungsstand der (konventionellen) deutschen Landwirtschaft. Sie wollen auch nicht wahrhaben, welche Entwicklungen stattgefunden haben, Manche Kritikpunkte, die aus gewissen (teilweise unvermeidbaren) Fehlern resultierten, sind (schon lange) kein Thema mehr. Daran haben der Gesetzgeber, die Landtechnikindustrie, die Züchter, die Berater und nicht zuletzt die Landwirte selbst mitgewirkt. Was jetzt immer noch medial und teilweise politisch eingefordert wird, läuft auf einen nationalen Sonderweg mit volkswirtschaftlicher „Selbstverstümmelung“ hinaus.
Aber da ist die Landwirtschaft nicht ganz allein.
Moin vom Fjord
@zmp_nachfahre
Warum überlassen wir es nicht dem LEH, über die Landwirtschaft aufzuklären?
Ein Schweinebauer hat ein typisches Bild:
Pisspottschnitt, dümmliches Grinsen, kariertes Hemd und Forke in der Hand.
Warum daran etwas ändern?
Kühe sind Lila.
Die Maid mit den dicken Brüsten bringt den Frischkäse im Holzeimer von der Alm.
Grüße
Nicolai
Filmtipp mit Schweinebauer (allerdings nur als Nebenfigur); „Lang lebe Ned Devine“
Teilweise skurril und schräg (typisch irisch / britischer Humor), aber außerordentlich charmant!
Hi @Bauer Willi
„Wieviel Dünger in die Umwelt gelangt, statt auf dem Acker zu bleiben, ist je nach Region unterschiedlich. In Niedersachsen kommen teilweise hunderte von Großvieheinheiten auf den Hektar.“
Deshalb hat Cem Özdemir auch die flächengebundene Tierhaltung erfunden.
Das gibt’s seit Jahren.
Aber wer hat’s erfunden?
Ja, der Cem.
Und David Hasselhoff hat die Mauer niedergesungen.
Grüße
Nicolai
@Herr Asmussen
Ihre Kommentare sind nicht sehr erquicklich. Ich wiederhole mich ungern: sie sind auch schwer verständlich. Bitte schreiben Sie in ganzen Sätzen, damit die Leser wissen, was Sie meinen.
Er ist ein kleiner Zyniker, ich kann es gut nachvollziehen.😉
Ich tippe auf Eigenbedarfsgärtner. 😁 https://www.gesunde.sachsen.de/cannabis-aktuelle-regeln.html
Willi, schön, dass Sie sich und das Wochenende geopfert haben, um ein Buch zu rezensieren, dass ich nach der ersten Seite bereits weggelegt hätte. Grenzt ein wenig an Masochismus….müssen wir uns Sorgen machen? 🤔
Nicht, dass nächste Woche das neue Buch von Robert Habeck hier rezensiert wird.🥳
Willis Buch habe ich hier allerdings auch noch ungelesen rumstehen.
„Farmer Billy“ ist der Podcast-Name des Journalisten Stefan Michel. Er hat in München Journalistik studiert, war Stipendiat der Heinz-Kühn-Stiftung in Bolivien und ist Autor des Buches „Fleisch fürs Klima“. Um Natur, Umwelt und Verbraucherfragen drehen sich die meisten seiner Berichte und Reportagen in Zeitungen, Zeitschriften und vor allem im öffentlich-rechtlichen Radio und Internet. Seit einigen Jahren beschäftigt er sich vor allem mit der Zukunft der Landwirtschaft.
https://www.amazon.de/Zukunft-s%C3%A4en-Landwirtschaft-%C3%9Cberleben-sichert/dp/3731616246/ref=sr_1_3?dib=eyJ2IjoiMSJ9.CFnieUVBXtzmhjVhMq2o7zy30nzo_VY5bSNE7A6x8RXWn_ou1637yKBNCopy8-pw.LGeYbflKXoNivPwZKT48tu35WVPEG3NK1aE-_jyiHTk&dib_tag=se&qid=1764141389&refinements=p_27%3AFarmer+Billy&s=books&sr=1-3&text=Farmer+Billy
Sind Sie denn zu dessen Rezension aufgefordert? Wenn ja, dann müssten Sie es schon auch gelesen haben. Ansonsten ist der Hinweis lediglich ein rethorischer Versuch durch Nichtwissen eine Analogie herzustellen…ziemlich billig oder?
Brav! Bring! (Ach nee, bringen Sie!) Brav. Guter Reinhold.
Dann besser das hier:
https://www.amazon.de/GR%C3%9CN-DUMM-Natur-Narren-halten/dp/B08B38YJY3
Sorry sollen ja nicht nur Links geschickt werden. Es handelt sich um das Buch „Grün und Dumm“ von Hans Hofmann- Reineke.
Dazu muss unbedingt ein Buch erscheinen.
@R.S.: Ich finde die Kapitel über die Notwendigkeit der Nutztierhaltung durchaus lesenswert. Auch für Architekten von Ställen…😉
Oder haben Sie die etwa noch nicht gelesen?
Ich glaube, nein ich weiß, dass da nichts drin stehen kann, was nicht bekannt oder bereits umgesetzt wurde. Und Wolkenkuckucksheim muss ich mir nicht mehr antun. Ich werde den Schmarrn auch nicht lesen, es gibt wirklich Wichtigeres zu lesen in diesen Tagen, finde ich.
Si tacuisses…
5,-€ ins Phrasenschwein bitte! 😎
@RS
Es hätte mit Sicherheit keiner Aufforderung zur Rezension bedurft. Das Buch hat Echauffierungspotenzial und wäre deshalb sowieso hier gelandet. Das kann man sich doch nicht entgehen lassen.
moin und danke Willi dass du es gelesen hast! ich würde sagen das Buch gehört nach dem was ich hier im Beitrag gelesen habe zu den Büchern die man nicht lesen sollte wenn man einmal ein guter Landwirt werden möchte! was ich jetzt nicht genau weiß wo man sowas am besten einordnen soll, da es nur Unfug über die Landwirtschaft verbreitet! schönen Tag