Bauer Willi
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Zukunft – Kommission – Landwirtschaft

Am 20.10 2020 tagt wieder die Zukunftskommission Landwirtschaft.

Nur kurz zur Erinnerung: Anfang September 2019 wurde das Agrarpaket der Bundesregierung vorgestellt. Wenige Tage später tauchten die ersten grünen Kreuze auf, als stiller Protest. Diese Welle der Solidarität führte zu der Bewegung von „Land schafft Verbindung“, die diverse Demonstrationen organisierte. Ein lauter Protest. Dieser führte schließlich zu einer Einladung ins Bundeskanzleramt. Dort wurde die „Zukunftskommission Landwirtschaft“ aus der Taufe gehoben.

  • Warum es die Kommission gibt

Was hat die Landwirte dazu gebracht, aus eigenem Antrieb und ohne die etablierten Organisationen Kreuze aufzustellen und auf die Trecker zu steigen? Es war die blanke Angst. Angst um die Zukunft ihrer Betriebe und ihrer Familien. Und es ist immer noch die Angst, bei den immer neuen Pakten, Deals und Strategien nicht mehr mitzukommen, abgehängt zu werden, und schließlich den Betrieb aufgeben zu müssen. Zahlreiche Maßnahmen die nicht mehr leistbar sind, im Falle des Insektenprogramm einer Enteignung gleichkommen und jegliche kooperative Ansätze vermissen lassen, die Düngeverordnung, die aufgrund zweifelhafter Daten verabschiedet wurde, die EU-Strategie Farm to Fork mit weiteren Forderungen und Verboten und vieles mehr frustrieren jeden noch so wohl gesonnenen Berufskollegen. Das ist die Stimmung im Land. Und die ist mit ASP und Corona nicht besser geworden.

  • Für wen die Kommission arbeitet

Um es noch einmal klarzustellen: Die Kommission heißt Zukunftskommission Landwirtschaft. Sie heißt nicht Kommission Naturschutz, sie heißt nicht Kommission Tierschutz, sie heißt nicht Kommission Ernährungsindustrie. Sie heißt Zukunftskommission Landwirtschaft. Deshalb sind nicht nur BUND, NABU und Tierschutzbund, Verbraucherschutzorganisationen und Kirchen sondern alle herzlich eingeladen, an den Antworten, die die Landwirte aus diesem Kreis erwarten, mitzuarbeiten. Sie bestimmen aber nicht die Agenda dieser Veranstaltung.  Die Agenda bestimmen die Landwirte draußen auf den Feldern, in den Ställen, im Wald, im Wein-(Wingert)  oder Obstgarten. Eben die, wegen derer die Kommission installiert wurde. Wenn dies nicht bei der nächsten Sitzung unmißverständlich von denjenigen, die die Landwirte vertreten, (wer immer das ist) klar gesagt und eingefordert wird, machen weitere Treffen keinen Sinn.

  • Was in der Präambel steht

„Es geht darum, ein übergreifendes gemeinsames Verständnis zu entwickeln, wie mehr Tierwohl, Biodiversität, Klima- und Umweltschutz mit den fundamentalen Aufgaben der Erntesicherung und der ökonomischen Tragfähigkeit – gerade auch für die vielen Familienbetriebe – zusammengebracht werden können.“

https://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2020/120-einsetzung-zukunftskommission-landwirtschaft.html

Ich möchte diesen Satz an einer Stelle um zwei Worte ergänzen: „…ein gemeinsames Verständnis dafür zu entwickeln ob und wie mehr…“ Denn es kann ja sein, dass es an manchen Stellen eben nicht zusammengebracht werden kann. Und dann muss die ökonomische Tragfähigkeit für die Landwirte Vorrang vor anderen Wünschen haben.

  •  Die richtige Agrarwende

Besonders die große Trecker-Demo in Berlin, organisiert von LsV,  war ein unübersehbares Zeichen dafür, dass es einen neuen Aufbruch bedarf. Wir brauchen im wahren Sinne des Wortes eine Agrarwende! Eine Agrarwende hin zu einer Politik der Realitäten, weg von den theoretischen Phantasien urbaner Eliten. Was wir nicht brauchen ist ein Gesellschaftsvertrag! Im unserem Grundgesetz steht: „Alle Macht geht vom Volke aus“. Da steht nicht „von der Gesellschaft“. Es gibt einige Gruppierungen, die sich für etwas Besseres halten und ihre Meinung gerne zur gesellschaftlichen Meinung erklären möchten. Dafür haben sie aber keine Legitimation. Wer wissen will, was das Volk denkt, muss das Volk befragen.  Und wird dabei feststellen, dass das Volk mit der Arbeit der Bauern im Großen und Ganzen zufrieden ist.  Und wenn Studien von Greenpeace, WWF, BUND, NABU oder Foodwatch zu anderen Ergebnissen kommen, ist das logisch: Lobby eben.

Eines ist mir wichtig beim übergreifenden gemeinsamen Verständnis: Die Erzeugung von Nahrungsmittel und Rohstoffen war, ist und wird immer ein Eingriff in die Natur sein. Das gilt für alle Formen der Landwirtschaft, egal ob konventionell oder bio. Dieser Grundsatz gilt seit 11.000 Jahren. Die Landwirte weltweit haben es ermöglicht, dass heute 7,5 Mrd. Menschen satt werden. Unser Globus könnte lediglich 22 Millionen als Jäger und Sammler satt machen. Die Differenz ist Landwirtschaft.

  • Bauern können alles

Ein Grundprinzip, dass uns Landwirte leitet: Wir können alles. Wir können Nahrungsmittel, wir können Naturschutz, wir können Artenschutz, wir können Klimaschutz. Wir können Tierwohl, wir können Weideschweine, wir können Hühner-Mobilställe und Ziegenkäse. Wir können auch 100% Bio. Wir können alles: wenn ihr es wollt und wenn ihr es bezahlt. Und es gibt auch schon differenzierte Ausarbeitungen dazu, so dass man nicht „bei Adam und Eva“ anfangen muss. Einfach das übernehmen, was Experten schon miteinander ausgefochten haben. Hier zum Beispiel: https://www.bfn.de/fileadmin/BfN/ina/Dokumente/Tagungsdoku/2018/2018-Vilm_11Punkte_final_clean.pdf

Eine ganz einfache und eingängige Formel: Macht Naturschutz zum Betriebszweig. Formuliert eure konkreten Ziele und macht uns ein Angebot. Wollte ihr Feldhamster? Könnt ihr haben. Wollt ihr Feldlerchen oder Kiebitze? Kein Problem. Können wir auch. Ihr wollt Weißkopfseeadler? Müssen wir schauen, ob wir das hinbekommen, kostet aber extra.

Wir wollen keine Entschädigung für irgendwas, sondern wir wollen eine Entlohnung für eine erbrachte Leistung. So wie jeder Handwerker eine Rechnung für seine Leistung schreibt, so stellen wir auch eine Rechnung für unsere Leistung. Und das ist mehr als nur eine Aufwandsentschädigung. Schließlich sind wir Unternehmer.

In der Zukunftskommission geht es um die Zukunft der Landwirtschaft. Es geht um die Zukunft der Ernährung, es geht um unsere Leistungen, es geht um unsere Aufgaben. Die können gerne auch Naturschutz, Umweltschutz und Klimaschutz heißen, wobei wir die Erzeugung von Lebensmittel bisher als unsere Hauptaufgabe verstanden haben und immer noch verstehen. Aber bitte: in der Reihenfolge richten wir uns nach eurem Bedarf. Und wer bestellt, zahlt.

Wir wollen nichts geschenkt haben, wollen aber auch nichts verschenken. Wir können öffentliche Leistungen erbringen, wollen aber dafür fair entlohnt werden. Wir Landwirte wollen keine Subventionsempfänger sein, sondern Steuerzahler.

  • Diese Zielkonflikte müssen gelöst werden

Ich erwarte von dieser Veranstaltung, dass die zahlreichen Zielkonflikte öffentlich gemacht, benannt und gelöst werden. Hier eine kleine Auswahl, die bei weitem nicht vollständig ist:

  • Wollt ihr Aussenklimaställe für noch tiergerechtere Haltungsformen? Dann brauchen wir zeitnah die Baugenehmigungen und das Verständnis der Bevölkerung, wenn es dann stinkt.
  • Wollt ihr keine Anbindehaltung mehr? Dann erklärt den vielen kleinen Betrieben im Alpenvorland und den Mittelgebirgen was dann aus ihnen wird. Sie erwarten Antworten.
  • Ihr wollt möglichst alle Prozess-Schritte der Schweinehaltung in Deutschland haben, lasst aber zu, dass Ferkel zu Haltungsbedingungen importiert werden, die nicht den deutschen Normen (z.B. QS) entsprechen. Wie schizophren ist das denn?
  • Das Kükentöten hier verbieten, verlagert das Problem nur ins Ausland. Hier werden Brütereien geschlossen, anderswo aufgestockt. Es ist wie bei der Käfighaltung, die jetzt woanders stattfindet. Und die so gelegten Eier dürfen auch noch auf dem deutschen Markt verkauft werden! Geht es noch absurder?
  • Ihr wollt Weidehaltung und gleichzeitig eine ungehemmte Wolfsausbreitung? Dann ertragt gefälligst die Folgen selbst und erklärt den Tierhaltern, wie sie nachts noch ruhig schlafen sollen. Ihr könnt das nicht? Dann ist es unredlich, dies zu fordern.
  • Wer mehr Hasen, Fasanen, Feldhühner und Bodenbrüter haben will, muss wissen, dass Greifvögel, Füchse und andere Prädatoren diesen den Garaus machen. Was wollt ihr? Beides gleichzeitig geht nicht.
  • Die Wanderschäfer sterben still und leise aus. Sie sind nicht nur für den Naturschutz enorm wichtig. Übernehmen BUND, NABU oder WWF deren Aufgabe? Hier gäbe es gemeinsame Ziele.
  • Ihr wollt eine vielfältige Fruchtfolge, verbietet aber am laufenden Band Wirkstoffe. Wie sollen dann kleinere Kulturen noch angebaut werden? So wird die Ackerbaustrategie zur Farce.
  • Ihr wollt weniger Pflanzenschutz („Pestizide“) aber die Lebensmittel sollen weiterhin schön aussehen und auch noch billig bleiben. Merkt ihr was?
  • Wollt ihr Klimaschutz und konservierende Bodenbearbeitung? Speicherung von CO2 in den Böden? Dann brauchen wir Glyphosat. Auch wenn euch das nicht gefällt.
  • Das „Insektenschutzprogramm“ des BMU stellt deutliche Eingriffe in die landwirtschaftliche Praxis dar, ohne das klar ist, wie diese Verluste ausgeglichen werden. Ohne die Motivation und Zusammenarbeit mit den Landwirten wird es aber nicht funktionieren.
  • „Mehr Bio“ ist die neue Formel. Doch der Markt nimmt mehr Bio nicht auf und so fallen dort auch die Erzeuger-Erlöse. Soll diese Nische jetzt auch noch kaputtreguliert werden?
  • „Mehr Bio“ bedeutet geringere Erträge und damit mehr Import. Da wird das mit „regional“ schnell schwierig. Und wir nehmen anderen Ländern deren Flächen und deren Ressourcen, allem voran  das Wasser, weg. Habt ihr das bedacht?

Das ist nur eine kleine Aufzählung von Zielkonflikten, auf die ich von der Zukunftskommission konkrete Antworten erwarte und keine blumigen Umschreibungen oder vage Andeutungen. Was ich auch erwarte ist eine Folgenabschätzung, was mögliche Maßnahmen angeht. Damit es später keine bösen Überraschungen gibt und Ziele, die man sich jetzt setzt, später nicht erreicht werden. Beispiele dafür gibt es ja genug. Übrigens: Gesetze sind sinnlos, wenn sie hier keine Anwendung mehr finden, weil die Produktion „aus dem Lande reguliert wurde“.

Unsere Gesellschaft und unsere Politik ist geprägt von Abwarten, Hinhalten und Aussitzen. Damit muss jetzt Schluss sein. Wegducken geht nicht mehr. Ich hoffe, ich habe mich klar genug ausgedrückt. Ansonsten nachfragen.

Und ein Letztes: Bevor die Kommission wieder zusammenkommt, sollte klar sein, was mit den Ergebnissen, die für Sommer 2021 angekündigt wurden, geschehen soll. Wie werden die Beschlüsse bzw. Empfehlungen politisch umgesetzt? Oder wird wieder ein Papier für die Tonne produziert? Diese Kommission muss Folgen haben! Ansonsten machen weitere Treffen keinen Sinn.

Im Sommer 2021 muss für jeden klar sein, wie die Zukunft der Landwirtschaft in Deutschland aussieht. Und für wen es überhaupt noch eine Zukunft gibt.

Ich muss das wissen…nicht mehr für mich, sondern für unsere Jugend!

Euer Bauer Willi

 

 

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48 Kommentare

  1. Christian Bothe sagt

    „Zukunftskommission Landwirtschaft?“ Brauchen wir das? Erinnert mich stark an die Perspektivplanung der ehemaligen DDR! Wenn ja, warum nur in der LW? Wie sieht es in anderen Volkswirtschaftszweigen aus, gerade jetzt in Coronazeiten? Ist für mich nichts weiter wie eine Alibiofferte gegenüber dem LsV und dessen Engagement! Wahlen gibt’s auch noch 2021… Bauer Willi hat sich ja bemüht einiges an Widersprüchen und Fakten aufzuzeigen. Ob die deutsche „Zukunftskommision“ was bringt, werden wir sehen. Viel mehr treibt mich da die Frage um wie es mit der EU weitergeht und deren Einfluß auf unsere LW. Von der Leyen hat ja mit Green Deal, Farm to Fork, Umschichtung GAP einige landwirtschaftszerstörende Vorlagen präsentiert. Ich hoffe nur, das die 27 Mitgliedsstaaten das nicht alles mittragen und sich nicht von den Grünen und ihren Phantastereien treiben lassen.

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    • Thomas Apfel sagt

      Ich vermute, dass 5 % Dauerstilllegung, und ansonsten viel Handlungsspielraum für die einzelnen Mitgliedsstaaten herauskommen wird. Bei den Pespektivplanungen zu DDR-Zeiten stand zu mindestens die Hauptaufgabe der Landwirtschaft, die Versorgung mit Nahrungsmitteln im Mittelpunkt und eine relativ unabhängiger Agrarwissenschaft im Hintergrund. Wobei das sicher in den 80-iger Jahren in den alten Bundesländern auch nicht anders war. Mit dem Punkteplan, wie man sich das auf Vilm (BfN – Tagung) vorgestellt hat, wird das in den intensiven Gebieten mit begrenzter Fläche je Betrieb äußerst schwierig, einfach weil sich abzeichnet, dass die bisherigen Möglichkeiten über Zwischenfrüchte und kurzfristige Blühstreifen nicht als wirksam angesehen werden.
      So sind in Brandenburg ab neuer KULAP Antragstellung nur noch Blühstreifen mit mind. 5 Jahren ohne Veränderung möglich. Aber Morgen wissen wir wahrscheinlich mehr. Schön übrigens, wie TA Bioland kurz vor der „Nacht der langen Messer“ nochmal ausführlich Gelegenheit gibt gegen den Pflanzenschutz Stellung zu beziehen.

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  2. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    In dieser Zukunfts-Kommission „LANDWIRTSCHAFT“ sitzen vornehmlich Kieselsteine – aalglatt u. nahezu schon perfekt rund, ganz ohne Ecken und Kanten, zu geschliffen mithin, um sich gegenseitig in einer solchen Diskussion weh tun zu wollen! Hypnotisierende Scheindebatten in fraglichen Absichtserklärungen.

    Man redet über die Landwirtschaft, streitet mit DIESER(!) direkt aber nicht über die Missstände, die genau dort sektoren- und grandios raumübergreifend mittlerweile vollkommen überhand nehmen. Erwartet ihr alle von unseren Verbandsgranden tatsächlich eine göttliche Eingebung, wo nunmehr der Bauern Stimmen in deren Hirnwindungen realiter vorgedrungen sein könnten.!? Viele bestens dotierte Aufsichtsratsmandate in ersterer Reihen lassen solche „illusionäre Wahrnehmungen“ doch überhaupt nicht erst einmal zu. – Anschafft, wer mehr bezahlt!

    Glaubt also wirklich jemand/die Bauern in Mehrzahl selbst, dass hier spektakuläre Ergebnisse im Sinne der Urproduktion erwartbar sind!?

    Unsere Bundesagrarministerin Julia Klöckner übertrifft im Rahmen der heute gestarteten GAP-Reform-Diskussionsrunde in Maximalforderungen sogar noch das überaus ambitionierte Anforderungsprofil der EU-Kommission selbst und rühmt sich dafür auch noch höchstpersönlich. – Noch Fragen – wirklich!?

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  3. Thomas Apfel sagt

    Interessant, wie im Hintergrund der Kampf um die Pfründe aus Brüssel weiterläuft.
    Gerade bei TA: Greenpeace hat eine Studie zum Bedarf an Fördermitteln für das Ziel 25 % Bio in allen landwirtschaftlichen Sparten vorgestellt (Irgend ein Landschafts- entwicklungsinstitut aus Kassel,- sicher Witzenhausen nah).
    Was aufhorchen lässt, ist die Tatsache, dass man sich jetzt bei den Forderungen nach der Förderhöhe je Hektar an den aktuellen Gegebenheiten anlehnt. Offensichtlich ist denen nach den derzeitigen Diskussionen in der EU, klar geworden, dass die Maximalforderungen aus Dr. Lakners GAP Studie (NABU 2016) nicht durchsetzbar sind. Die hätten bedeutet, dass rund 45 % der Fördermittel direkt in die 20 % Öko-Landbau geflossen wären (rund 3,4 Mrd. €). Nach dem aktuellen, von Greenpeace vorgebrachten Gutachten sind das rund 1 Mrd für die reine Öko-Förderung, dazu kommt aber noch die Flächenprämie nach derzeitigem Muster, so dass auch hier 35 % der Fördermittel für 25 % der Fläche ausgegeben würden.

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  4. Thomas Apfel sagt

    Das was Bauer Willi jetzt zur Diskussion stellt, ist so umfassend, dass es schwierig wird etwas zu schreiben was nicht entweder zu allgemein, oder schon gesagt wäre. Aus meiner Sicht haben wir (die Verbände und Vertreter der Landwirtschaft) versäumt klare rote Linien in die Diskussion einzubauen. Rote Linie heisst: „Bis hierhin sind wir zu Kompromissen bereit, ab hier voll kontra und es sind nur (aus unserer Sicht unsinnige) Veränderungen über gesetzlichen Zwang, gegen uns durchsetzbar..
    Da sich aber für jede populäre Angst generierende Behauptung irgendeine „wissenschaftliche“ Hure findet, die das auch bestätigt, sind viele Annahmen, die durch die NGO´s gesetzt sind, nicht zu widerlegen, jedenfalls nicht in der Kürze der Zeit, in der momentan politische Weichenstellungen stattfinden.
    Daher sehe ich momentan nur noch 3 Rote Linien, die möglicherweise zu verteidigen sind.:
    1. Trennung von Naturschutz und Extensivierung von den reinen Produktionsflächen. Im Klartext ein vehementes Eintreten für ( optimierte, mit möglichst wenig Nebenwirkungen versehene) Intensivierung. Natur- und Artenschutz auf separaten Flächenanteilen unter Einbeziehung der natürlich vorhandenen Landschaftsstruktur und der zu erwartenden, für die jeweilige Landschaft typischen, Artenzusammensetzung. Kein „Breitwand-Bunt, sondern begründete Förderung landschaftstypischer gefährdeter Arten. Nur über Intensivierung können knapper werdende Ressourcen (z.B. Wasser) nachhaltig genutzt werden.
    Einer der größten Fehler war auf die diversen Volksbegehren (teils auch noch in vorauseilendem Gehorsam) in einer Weise einzugehen, als könne man da tatsächlich Kompromisse finden und vor allem mitgestalten.

    2. Bewahrung des Erfolgsprinzips der modernen Landwirtschaft: Begrenzung der Biodiversität in den reinen Produktionsflächen, so lange nicht mit Zahlen und konkreten Beispielen, und nicht irgendwelchen internationalen Metastudien ohne Bezug zu unseren Gegebenheiten, das Gegenteil belegt ist.
    Hierbei geht es vor allem um die behaupteten Auswirkungen der konkreten Insektizid-, Herbizid- , Fungizidanwendungen in den reinen Produktionsflächen auf die Artenvielfalt in weiter Entfernung zu den konkreten Behandlungen.
    Wir haben hier ein ausgesprochen enges Nebeneinander von extensivierten Flächenanteilen und intensivem Gartenbau/Ackerbau in gut strukturierter Landschaft nebeneinander und können diese obigen Behauptungen widerlegen. Die Mittel für eine wissenschaftliche Begleitung sind uns durch Einflußnahme der Öko-Oberstrukturen (FÖL) nicht gewährt worden – irgendwie auch symptomatisch für die derzeitige Diskussionskultur.

    3. Die Flächenbindung in der Tierhaltung ist eine Maßnahme an allen internationalen Entwicklungen der Konzentration und Spezialisierung vorbei und würde die Fleischproduktion zu 70 % ins Ausland verlagern.
    Diese Forderung läuft letztlich vor allem auf einen extremen Rückbau bei den Monogastrier´n (Schweine und Geflügel) hinaus. Der Verbrauch an Schweinefleisch sinkt tatsächlich, der an Geflügelfleisch steigt (bei insgesamt sinkendem Fleischverbrauch). Die Entwicklung geht also auch über den Markt in die gewünschte Richtung.
    Durch strikte Umsetzung der Flächenbindung kehrt die Viehhaltung nicht wieder in die Ackerbaugebiete zurück, sondern wird dort wo sie ist abgewickelt. Die Forderung nützt nur der Bio-Schiene, aber auch das nur kurzfristig, weil die Fleischpreise nicht bei uns bestimmt werden und der Handel frei im internationalen Einkauf agieren kann.

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    • @Thomas
      Sehe ich absolut genauso. Allerdings scheinen mir die drei roten Linen bereits überschritten, die Diskussion in der ZK fängt ja oberhalb der roten Linien an! Wenn es in dieser ZK nicht möglich ist, die Themen, für die die Bauern auf die Strasse gegangen sind und die im Grunde in den 3 roten Linien thematisiert sind, grundlegend und ergebnisoffen zu diskutieren, müssen die landwirtschaftlichen Vertreter meiner Meinung nach Konsequenzen ziehen.

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  5. Obstbäuerin sagt

    An den Beispielen, die bisher als Maßnahmen oder Verbote (Neonicotinoide) über uns gekommen sind, gehe ich davon aus, dass die Alternativen entweder gar nicht vorhanden sind oder später oder gar nicht beschlossen werden. Die Zustimmung zu einzelnen Punkten wäre auch bei den Bauern höher, wenn erst die Ausgleichsmaßnahmen (z.B. höhere Preise) greifen würden und im Nachgang die Maßnahmen umzusetzen wären. Das scheitert aber oft einfach am Wirtschaftssystem, dessen Gesetzmäßigkeiten wir, wie alle anderen Unternehmen, unterliegen. Z.B. Punkt 5. von Alexander Borchert – eine Voraussetzung für alles andere aber im höchsten Maße anzuzweifeln, dass es kommt.

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  6. Albert Wagner sagt

    Albert

    Genauso wie Bauer Willi sehr detailliert aufgezeichnet hat ist es!
    Für mich sehr interessant, es ist alles beinhaltet was die freie Marktwirtschaft liefert.
    In der Landwirtschaft werden Lebensmittel produziert, aber auch Naturschutz usw. alles was zu einem nachhaltigen miteinander gehört geliefert. Aber das kann nicht umsonst gehen! Das muss dem Verbraucher mal klar gemacht werden.
    Der Bericht von Bauer Willi beinhaltet alles realistisch, ich hoffe die Beteiligten der Kommision nehmen sich zu Herzen die Inhalte umzusetzen.

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    • Wenn der Verbraucher seid den 50igern des letzten Jahrhunderts eine bessere Wohnqualität hat, soll er auch diese für (bessere Stalleinrichtung (Wohnqualität) bei den Nutztieren im Stall gönnen und dafür bei den Produkten von ihnen mit bezahlen, denn davon finanzieren sich die Nutztierunterkünfte.

      Um wie viel sind diese Produkte seid den 50igern im Preis gestiegen?

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  7. Friedrich sagt

    Wenn ich die Vielzahl der Teilnehmer sehe , dann wird das nichts mit Sommer 2021. Das wird über die Bundestagswahl geschoben und dann war es das. Wie sollte das auch gehen , wenn wir wieder einen europäischen Sonderweg machen. Entweder wir haben einen EU-Markt , oder wir müssen die EU verlassen , was ja auch keiner will. Das unangenehme wird von dieser Regierung immer wieder in die Zukunft verschoben. Genauso verhält es sich mit dem EEG und Energieerzeugung. Die Stromerzeugung unserer vorhandenen Kraftwerke ist auf einem so niedrigen Produktionsniveau angekommen , daß wir die Atomkraftwerke , wenn wir nicht einen Blackout riskieren wollen, nicht abschalten dürfen. Auch mit den E-Autos wird das so kommen, denn die will keiner haben. Ganz zu schweigen von der wahnsinnigen Vernichtung von Arbeitsplätzen. Habe auch den Eindruck , daß viele unserer Regierenden immer noch nicht kapiert haben , daß wir ein Industrieland sind und da sind andere Schwerpunkte zu setzen. Hier ist nicht nur eine hochtechnisierte Landwirtschaft wichtig , sondern auch die hochentwickelte Industrie. Dafür braucht man Ernergie. Als Beispiel sei hier der Stromverbrauch genannt. Die BASF in Ludwigshafen verbraucht genauso viel Energie wie ganz Dänemark. Daran kann man sehen , daß mit PV und Windrädern das Energieproblem nicht zu lösen ist. Auch unsere Bürokratie stranguliert hier die ganze Wirtschaft. Das Bürokratie keine Wertschöpfung schafft , scheint in Berlin und Brüssel aber noch nicht angekommen zu sein, sonst würde es ganz andere Entscheidungen geben.

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  8. Alexander Borchert sagt

    Diskussionsgrundlage zu einer langfristigen Neuausrichtung der GAP

    Ziele:
    Massive Reduzierung der ldw. Erzeugungsmengen innerhalb der EU
    Anstieg der ldw. Erzeugerpreise
    Reduzierung des Pflanzenschutz- und Düngemitteleinsatz
    Abschwächung des Wachstumsdrucks auf den Einzelbetrieb
    Extensivierung der Produktion
    Erhöhung der Artenvielfalt
    Massive CO2-Bindung durch Humusaufbau

    EU-weite Maßnahmen
    1. 20-30 %-ige Zwangsstilllegung aller Ackerflächen (keine Ausnahme möglich (auch
    Bio- und Kleinbetriebe), keine Düngung, keine Pflanzenschutz, kein NaWaRo-
    Anbau,…..)
    Entschädigung 800-1000 €/ha

    2. 1/3 der Wiesen dürfen max. 1-2 mal pro Jahr gemäht werden
    Keinerlei Düngung, kein Pflanzenschutz
    Entschädigung 600 €/ha

    3. Auf den übrigen Flächen weitere Reduzierung der N-bedarfswerte um 20 %.
    Max .140 kg aus org. Herkunft
    Keine Entschädigung

    4. Stichtag für die Prämienrechte auf Stilllegung/Extensivierung ist der 15.05.2020
    Bei Neuverpachtung muss zukünftig ohne Prämienanspruch stillgelegt/extensiviert
    werden. Prämienansprüche für Stilllegung hat nur der Bewirtschafter vom 15.05.
    2020. Zur Aktivierung dieser Rechte müssen die restlichen 70% der Fläche
    bewirtschaftet werden. (Sofa-Stillleger gibt es nicht)
    Dadurch sinkt das Pachtniveau gewaltig

    5. Schutz der EU-Außengrenzen durch Produktstandards für alle ldw. Importartikel

    National:
    6. Auslaufen des EEG für Biogasanlagen ab 2024.
    Stopp der einseitigen Quersubventionierung über überhöhte Einspeisetarife und
    Stopp der intensivsten Form der Landbewirtschaftung (NaWaRo-Anbau).

    Zusammenfassung:
    Der Erhalt von Bauern, Boden und Umwelt ist nur durch einen massiven Eingriff in die globale Produktionsweise der Landwirtschaft möglich. Die momentane Richtung der Landwirtschaft vernichtet mittelfristig die Lebensgrundlagen der Bauern und der gesamten Menschheit.

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      • Thomas Apfel sagt

        Guten Morgen @ Mark,
        das sind zusammengefasst eigentlich genau die (nicht umsetzbare) Auffassungen vom wissenschaftlichen Beirat und den NGO´s und Bio Verbänden und der dazu gehörenden agrarwissenschaftlichen Klientel um Taube und Co..
        Besonders irrig ist die Annahme, die Pachtpreise würden durch die genannten Maßnahmen sinken. Wenn mehr Geld ins System kommt, erhöhen sich die Pachtpreise für gewöhnlich, schon deshalb, weil es nach wie vor einen direkten Zusammenhang zwischen Fläche und dem Bezug von Fördermitteln gibt (wie sonst will man das auch sinnvoll bemessen). Schließlich steht auch in den heutigen Pachtverträgen nicht geschrieben : „Ich (der Verpächter) kriege deine Betriebsprämie“ … , trotzdem ist das faktisch so und wird so bleiben, egal wie ich es nenne.

        7+
        • Arnold Krämer sagt

          Seitdem die EU-Förderung durch die Entkopplung von der speziellen Produktion (Bullen, Mutterkühe, Stärkekartoffeln usw.) ausschließlich an der Fläche festgemacht wird, beginnend ab 2007/2008, wurden die Subventionen seitens der EU auch für Außenstehende (z.B. Altverpächter) transparent und seitdem sind die Pachtpreise (zusätztlich ausgelöst durch den massiven Getreidepreisanstieg ab 2008 ( ist aber längst Geschichte) überall in D um mind. rund 300 €/ha angestiegen. Regional gibt es natürlich weitere Einflussfaktoren, die den Pachtpreisanstieg noch höher haben ausfallen lassen (z.B in Veredelungsregionen mit zusätzlich viel Biogas). Die Brüsseler Gelder sind eine Subvention des Produktionsfaktors Boden und kommen dem Landeigentümer zugute, sind in gewisser Weise also eine allgemeine Stützung des ländlichen Raums. Hinzu kommen die Arbeitsplatzeffekte im Verwaltungssektor rund um Bewilligung und Kontrolle.

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          • Die Pachtpreisproblematik sehe ich in erster Linie als eine internes Problem der Landwirtschaft (der Bauern) unabhängig davon, ob zusätzliches „Geld“ als Prämie oder als Preissteigerung in den Sektor kommt. Hauptursache dafür ist die irrationale Gier nach Boden, die leider weit verbreitet ist. Bei uns konnten die Bauern den Pachtpreisanstieg bisher noch weitgehend begrenzen (200€/ha Acker, 100€/ha Grünland), da bisher Einigkeit bestand.

            2+
            • Arnold Krämer sagt

              Die Regionen in D, ihre Landwirtschaft und ihre Menschen (Mentalitäten) sind sehr unterschiedlich, so dass sich Entwicklung(en) auf dem Bodenmarkt (Kauf und/oder Pacht) nicht vorrangig über Gier o. ä. erklären lassen.
              Mit der Frage, wohin mit dem (erwirtschafteten) Geld, gehen die betroffenen Landwirte nach meiner Beobachtung schon sehr rational um, wenn es um Kauf geht.
              Bei Pacht ist es nicht die Gier, sondern ökonomische Notwendigkeit (z.B. Steuerrecht), Sinnhaftigkeit, nicht selten auch Unkenntnis über das, was man einzelbetrieblich verantworten kann oder nicht und die weit verbreitete Unfähigkeit, „Nein“ zu sagen.

              2+
              • Reinhard Seevers sagt

                So sieht es aus…..es gibt Regionen mit Betrieben, die zu 100%Pachtflächen besitzen, oder in Stadtrandlagen, oder in Konkurrenz mit großen Spezialkulturbetrieben…..oder oder….

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              • @Arnold Krämer
                Ich glaube, die Realität sieht anders aus. Wenn ich mich mit Landwirten 15 km westlich oder 30 km östlich oder 150 km südlich oder 400 km nördlich von uns unterhalte, so wird mir unisono berichtet, dass dort das 3-5 fache an Pacht gezahlt wird. Da fallen dann Begriffe wie Pachthaie oder Pachtkrieg etc.pp. Die ökonomische Notwendigkeit oder Sinnhaftigkeit spielt da eine untergeordnete Rolle.

                2+
                • Arnold Krämer sagt

                  Die Motive, auf dem Pachtmarkt hohe Preise zu zahlen, die sich aus der Bodenproduktion allein nicht erwirtschaften lassen, sind sehr unterschiedlich. Das kann auch mal damit zu tun haben, dass man dem „bösen“ Nachbarn eins auswischen will, bzw. ihn „wegbeißen“ will. Ob dass immer wirtschaftlich „gesund“ ist, ist eine ganz andere Frage. Unternehmen sind eben „selbstgebastelte Abenteuerspielplätze“ und für den einen oder anderen ist das Verhalten auf dem Pachtmarkt der erste Sargnagel für den eigenen Betrieb.

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            • Reinhard Seevers sagt

              Ich finde es ein wenig fachfremd, wenn man nicht weiß, dass heutige Stallbaumaßnahmen bei Pachtbetrieben einen Nachweis der Pachtdauer von 50% der Abscheibungszeit des Vorhabens nachweisen müssen. Das bedeutet, je nach Verfahrensaufwand mind. 15 – 17 Jahre Pachtdauer. Wie sich da wohl der Peis entwickelt, da der Verpächter nun der Existenzsicherer des Pächters ist.

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        • @Thomas
          Ich habe deshalb gefragt, weil ich Punkt 5 der Diskussionsgrundlage bisher so noch nirgends gelesen habe.

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          • Thomas Apfel sagt

            Entschuldige Mark, das war eher als Ergänzung bezüglich der Borchert Thesen gedacht.

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    • bauerhans sagt

      „Massive Reduzierung der ldw. Erzeugungsmengen innerhalb der EU“

      das wird sich so nie umsetzen lassen!

      die Bundesregierung wird das aber gern aufnehmen,um den export zu fördern und gleichzeitig die bevölkerung zu beruhigen,

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  9. firedragon sagt

    Willi, ’ne Frage: wie willst Du Verständnis der Bevölkerung zur Toleranz von landwirtschaftlichen Gerüchen, gerne als Gestank wahrgenommen, gesetzlich festlegen oder vorschreiben?
    Zumal die Wahrnehmung von Geruch mit Tierzahl rein gar nichts zu tun hat.

    1+
    • Reinhard Seevers sagt

      Doch Feuerdrache, die Geruchsintensitäten setzten sich aus den Tierspezifischen Gerüchen und der Anzahl der Tiere zusammen.
      Nachzulesen in der GIRL.

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      • firedragon sagt

        Herr Seevers, ja es gibt Richtlinien. Landwirtschaft ist verpflichtet sich daran zu halten.
        Die Geruchsempfindlichkeit der Bevölkerung hält sich allerdings nicht an Richtlinien.

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          • Ferkelhebamme sagt

            Oh ja, Geruchsgutachten war schnell durch, aber beim Ammoniak mussten wir die Emissionen der zu erwartende Zahl LKWs, die den Stall anfahren und mit Add-Blue fahren könnten, nachreichen!
            Und Frau Klöckner wünscht sich Außenställe…

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            • Arnold Krämer sagt

              Das Bundes-Immissionsschutzgesetz wird seit etwa 10 bis 15 Jahren von den Verwaltungen genutzt, um in den Ballungszentren der Veredelungswirtschaft den weiteren Zubau von Stallanlagen massiv zu erschweren und wenn möglich ganz zu verhindern, weil man andere rechtliche Instrumente zur sinnvollen Steuerung einer wie auch immer gearteten Flächenbindung der Tierhaltung über Jahrzehnte nicht entwickelt hat. Den Preis zahlen jetzt alle die Landwirte, die spät (zu spät) dran sind und ihre Betriebe noch nicht „rund“ haben.
              Die Umgestaltung bestehender Anlagen für mehr Tierwohl wird ebenfalls erschwert bzw. „verunmöglicht.

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              • Reinhard Seevers sagt

                Hat ja nicht mit bewusster Steuerung zu tun. Vorrangig ist der Schutz von schützenswerten Biotopen. Zu dem Zweck hat man critical loads fixiert. Und wenn in Niedersachsen per Waldgesetz 1000qm als Wald und damit als schützenswertes Biotop definiert werden, dann betrifft es plötzlich ganz viele.
                Es betrifft dann plötzlich auch Betriebe, die vor 20Jahren ausgesiedelt wurden = Ende Gelände

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                • Ferkelhebamme sagt

                  „Hat ja nicht mit bewusster Steuerung zu tun“
                  Nicht offiziell, inoffiziell gibt es aber von ganz oben die Weisung, dass das Münsterland „voll“ ist.

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                • Arnold Krämer sagt

                  Statt genutzt hätte ich missbraucht schreiben müssen

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    • Bauer Willi sagt

      @Seevers
      Will nur zum Ausdruck bringen, dass aus einem Offenklimastall „Gerüche“ austreten. Aus einem „Massentierstall“ mit Luftfilter eher nicht.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Willi, das ist aber doch seit Jahrzehnten gängige Praxis. Bei Beschwerden wird am Ende aus einem Offenstall ein geschlossener und im Genehmigungsverfahren wird beides vorab berechnet. Ist das Maß der Unzumutbarkeit erreicht geht es eben nicht, oder nur mit Filter.

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  10. fingerphilosoph sagt

    Spätestens am 24. Oktober, dem letzten möglichen Termin für die Bundestagswahl 2021 wirst du mehr wissen. Vorher werden keine wichtigen Entscheidungen mehr getroffen. Angela M. wird sich bis dahin durchwursteln, aber weder Kastanien ins Feuer legen noch welche rausholen. Das hat sie in ihrer ganzen Regierungszeit nie gemacht, dann wird sie im letzten Regierungsjahr auch nicht damit anfangen.

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    • Bauer Willi sagt

      Dann muss doch die Sinnhaftigkeit dieser Veranstaltung hinterfragt werden. Es ist dann doch nicht mehr als ein Gesprächskreis, den man auch ohne Politik hätte einberufen können. So bleibt alles Besprochene unverbindlich.

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      • fingerphilosoph sagt

        Es ist hier in den Kommentaren an anderer Stelle doch schon mehrfach gesagt worden, dass es sich lediglich um eine Beruhigungspille für die aufgebrachten Landwirte handelt.

        5+
        • Die Zukunftskommission (schon der Name ist Schwachsinn) wurde ins Leben gerufen, um den Bauernprotesten (LSV) den Wind aus den Segeln zu nehmen. Die Proteste des LSV richteten sich im Wesentlichen zurecht gegen die völlig überzogenen, auf falschen Tatsache fussenden Vorhaben der Politik (getrieben durch die NGO´s) im Bereich (Grund)-Wasser (Nitrat), Pflanzenschutz (Glyphosat) und Biodiversität (Insektenschutz). Die Ziele der Proteste, nämlich in diesen Bereichen zur Realität (Wahrheit) zurückzukehren wurden schon in der Präambel der ZK auf den Kopfgestellt indem alles was kritisiert wurde quasi als nicht mehr zu diskutierende, unumstössliche Wahrheit postuliert wurde. Damit ist eine Mitarbeit in diesem Laberkreis aus Sicht der Landwirtschaft obsolet! Die dortigen Bauernvertreter können mit gutem Gewissen ihrer bäuerlichen Mitglieder gegenüber eigentlich nur eines tun, nämlich aufstehen und gehen! Das bloße Aushandeln von „Vergütungen“ für irgendwelche (…) Leistungen kann überhaupt kein Ziel sein und auch kein Grund, in diesem Laberkreis zu bleiben. Die Erfahrungen der Vergangenheit zeigen nämlich, dass solche „Vergütungen“ alles andere als nachhaltig sind.

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      • Brötchen sagt

        Jupp richtig erkannt, das ist nur Taktik sich hinstellen zu können und zu sagen, was habt ihr denn, wir haben doch drüber diskutiert. Die Umsetzung folgt dann der obstbäuerinschen Verwirrungstaktik, wo hinterher keiner so richtig weiss, wie die einzelnen Schritte erfolgt sind und wer was zu verantworten hatte.

        „Nun sind sie eben da “ schulterzuck.

        Es wird sogar so sein, das die Bauern die Schuld in die Schuhe geschoben bekommen werden.

        Deshalb müsste eigentlich Klipp und klar, knallhart der Standpunkt formuliert werden, was ja auch teilweise erfolgt, von einzelnen Akteuren.

        Z.b. Punkt 1

        Das alles schon gesetzlich geregelt, wenn eben der Stickstoffeintrag über die Luft gedeckelt ist, dann entscheidet die Behörde das eben so.

        Es kann ja nun auch nicht sein, das das nach Nase geht? Oder doch, wie bei Tesla?
        Sind wir eben doch nur eine Bananenrepublik.

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  11. Manfred Hitzler sagt

    Manfred Hitzler
    Bin gespannt was unter Mitwirkung von 40 Verbänden für ein Konsens gefunden wird, wie die Landwirtschaft in Deutschland in Zukunft noch möglich sein soll!
    Hoffe wie Bauer Willi das nicht wieder nur Papier bedruckt wird und keine praxisfähigen Lösungen diskutiert und schließlich vorangebracht werden. Wie wird sich der DBV mit seinem neuen/alten Präsident Ruckwied in Stellung bringen. Kommen hier neue Ansätze vom DBV, weg von der Erzeugung von Agrarrohstoffen für den Export? Wir brauchen Lösungen wie der Verbraucher (wir Alle) die Mehrleistungen, die er fordert, auch bei den Landwirten bezahlt. Das Geld muß bei uns Landwirten ankommen!

    3+
  12. Walter Böß sagt

    Hallo Bauer Willi,
    danke für alle Mühe und Arbeit, die in Ihren Beiträgen steckt, in diesem besonders.
    Ich bin kein Pessimist, eher Realist, aber ich fürchte trotzdem, dass all Ihre Mühe und Arbeit in dieser Sache umsonst ist.
    Schade.
    Aber ich lasse mich in 2021 gerne eines Besseren belehren.

    4+
    • Reinhard Seevers sagt

      👍👍👍
      Man sollte die Politik auch auf die Nachhaltigkeit der geplanten Forderungen aufmerksam machen, nur wenn der Umbau langfristig gesichert wird, wird es eine Nachfolge auf den Betrieben geben.

      5+
    • Bauer Willi sagt

      @Walter Böß
      Das heißt ja nicht, das man es nicht versucht. Der ein oder andere Teilnehmer der Kommission wird es lesen und davon etwas mit in die Runde nehmen. Bei 36 Teilnehmern ist mir ohnehin schleierhaft, was als belastbares Ergebnis herauskommen kann. Eher so Sätze wie

      „Die Kommission war sich weitestgehend darin einig, dass man …müsste. Daher sollte… damit …möglichst erreicht wird. Es ist anzustreben, dass bis 2050…“

      Ich bin diese Phrasen so was von leid!! Zumal diejenigen, von denen sie stammen, genau wissen, dass es hohle Phrasen sind.

      6+
    • Bauer Willi sagt

      Nachtrag: Bei Twitter haben sich schon sehr interessante Leute zu Wort gemeldet. Welche mit Rang und Namen.
      Soll natürlich die Kommentatoren hier auf dem Blog nicht herabsetzen… 😉 🙂

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      • Ferkelhebamme sagt

        Dein Video scheint gerade viral zu gehen 😊
        Ich bekomme allerdings eine Fehlermeldung 😕

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