Bauer Willi
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Zu trocken? Zu nass? Die Fakten

Unsere Erinnerung trügt oft. In diesem Artikel sind zahlreiche Auswertungen zum Niederschlag der vergangenen Jahrzehnte gemacht worden. Nach Jahreszeiten, nach Bundesländer etc. Eine interessante Datenquelle.

Ob da ein Trend erkennbar ist? Urteilt selbst.

P.S.:Bei uns hat es wieder nicht geregnet. Es ist zum Verzweifeln  🙁

Niederschlagsentwicklung in Deutschland seit 1881

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27 Kommentare

  1. Sabine sagt

    Der Niederschlagsmenge alleine ist es nicht. Die Frage, die sich stellt ist, wo geht das Wasser hin. Wenn es einfach verdunstet, kann es 1000 l/qm im Jahr regnen und man hockt trotzdem in ner Wüste.

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  2. Paulus sagt

    Niederschlagsmengen hin oder her. Es scheint, dass auch noch andere Einflussgrößen eine Rolle spielen. Wenn ich früher, in meiner Studentenzeit im Mai oder Juni/Juli zur Bockjagd ging, brauchte ich beim Morgenansitz immer Gummistiefel; nicht nur in den Wiesentälern sondern auch an den Hanglagen. Das Gras war aufgrund des Morgentaus immer klatschnass auch wenn es tagelang nicht geregnet hatte. Heute käme ich nicht mehr auf Idee mir an den gleichen Standorten Gummistiefel anzuziehen. Ist zwar nicht unbedingt relevant aber es fällt mir jetzt gerade so zu dem Thema Trockenheit ein.
    Ist ungefähr genau so wie mit den Nebelleuchten am Auto. Außer im hohen Venn in Belgien habe ich die seit Jahren noch nie gebraucht.

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    • firedragon sagt

      Paulus, das Vorhandensein von Tau ist relevant.
      Genauso, wie es relevant ist, wenn nur ein trockener Wind weht. Ersteres bietet dem Boden etwas Feuchte, Zweiteres trocknet ihn aus.

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  3. Moin!

    In Kürze vor ab: Herr Kachelmann bestreitet nicht die Temperaturanstiege als solches, daß das Klima sich gerade massiv verändert (hat). Diese Temperaturanstiege führten zu einer massiven Schwächung des so genannten Jetstreams. Der Polarwirbel.

    Den kann man sich vorstellen wie einen Mixer, der alle Hoch- und Tiefdruckgebiete in unseren Graden um den Globus bewegt.

    Wenn dieser Mixer ausfällt oder deutlich langsamer läuft, wandern Hoch- und Tiefdruckgebiete deutlich langsamer. So kam es hier in der Region im Februar zu rund vier Wochen durchgehenden Niederschlag, in mehreren anderen Intervalen zu wochenlanger Trockenheit.

    Es ist richtig, daß ein Sommergewitter in kürzester Zeit viel Niederschlag bringen kann, es bilanziell dann paßt. Biologisch/physikalisch ist das jedoch nicht ausreichend betrachtet. Ein Boden, der wochenlang durchtrocknet, dessen Oberfläche quasi wie Beton ist, wird einen Großteil dieses Niederschlages oberflächlich ablaufen lassen.

    Spannend wäre also die Frage: Wie trocken waren die Böden in der Vergangenheit?

    Ich wage mal eine Hypothese: Wo man früher auf (an)moorigem Grund Probleme mit zu feuchtem Boden hatte, kann man aktuell gut fahren und hat schöne Erträge, da dieser Boden aufgrund des hohen Kohlenstoffanteils allein (SOC bzw. TOC) gut Wasser speichert, aber dank der langen Trockenphasen auch nicht übernäßt..

    Wie sich zu lange Trockenheit dauerhaft auf Humus aufwirkt, nun ja …

    Anders gesagt: Lieber jeden Tag ’ne kleine Mahlzeit als am Wochenende ein 10-Gänge-Menü, bei dem es nach 3 Gängen schon genug ist. Egal, ob das 10-Gänge-Menü gleich viel oder mehr wert wäre.

    Ein weiterer Aspekt ist auch die Frage der Wassernutzung. Das so genannte virtuelle Wasser, also wieviel Wasser braucht es, damit man zum Ertrag kommt, ist ein Indikator, wo wir (als Menschheit) in der Produktion viel verlieren (Stichwort Avocados). Leider auch eine der zahlreichen Aufgaben, die zunehmend die Landwirtschaft in die Verantwortung nehmen und letztlich auch mal politisch begleitet werden müßten.

    Bisher wurden Erträge immer ins Verhältnis zu den Kosten gesetzt, also wieviel bleibt am Ende im Portemonnaie. Doch letztlich muß man auch folgende Fragen beantworten:
    Wie geht man am wassersparendsten ans Werk, welche Früchte?
    Baut man Humus objektiv betrachtet ab oder auf? Ist künstliche Bewässerung überhaupt rentabel und eine Option? Wie steht man zu CocaCola, Nestle und all denen, die das Wasser abgraben? Usw.

    Ich teile die Überzeugung, daß mit der Landwirtschaft alles steht und fällt. In der Bewertung seitens der EU mit Blick auf die Finanzierung als größter Posten mag das auch noch formal so sein, doch inhaltlich scheinen alle nur noch daran zu arbeiten, daß der LEH die Felder bewirtschaftet oder ähnliches; Landwirtschaft soll nur noch eine gute Rendite bringen (wenn auch kaum für die Landwirte selbst).

    Apropos Wasser, vielleicht auch so lapidare Fragen: Lieber Batterie oder Wasserstoff-Brennstoffzelle, also noch mehr Konkurrenz ums Wasser? (Lithium ist bei Batterien auch ein Problem, was Wasser angeht, siehe Südamerika; neue Forschungen zeigen aber schon jetzt Potential, auch was Ressourcensparsamkeit angeht, siehe Schwefel-Lithium-Batterie).

    Auch das Thema Wasser könnte ein guter Ansatz sein, um Landwirtschaft ins Gespräch zu bringen und Druck zu machen: Essen, Trinken und Grün oder Wasserstoff, Softdrinks und Autowaschen?

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    • Christian Suhr sagt

      Filmtip an dieser Stelle:
      „Idiocracy“, wenn die Menschheit merkt, daß man einen Acker lieber mit Wasser als mit Softdrinks bewässern sollte.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Zitat Suhr: „Anders gesagt: Lieber jeden Tag ’ne kleine Mahlzeit als am Wochenende ein 10-Gänge-Menü, bei dem es nach 3 Gängen schon genug ist. Egal, ob das 10-Gänge-Menü gleich viel oder mehr wert wäre.“

      Auch bei täglich 2mm (730mm Jahrsdeurchschnitt) würde alles vertrocknen, weil die Verdunstungsrate höher ist…..es muss einfach zurm richtigen Zeitpunkt die richtige Menge für den richtigen Standort regnen…und das ist in der Marsch anders, als auf der Geest oder im Moor. Deshalb gibt es auch an jedem Standort die angepassten Kulturen. Da muss man nicht drüber nachdenken, das haben andere schon vor uns getan.

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      • Obstbäuerin sagt

        Stimmt, wir hatten Ende August an 2 Tagen mehr als 40 mm Regen und das war ein Segen für unsere Apfelbäume. So, wie die kalten Nächte, die Farbe bringen.

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          • Obstbäuerin sagt

            Je kühler die Nächte desto größer ist der Temperaturunterschied und dann bilden sich Anthocyane, die für die Rotfärbung zuständig sind. Soll auch bei Blättern im Herbst so sein.

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    • Zu aller erst Nestle und seinen Wasserrechten auf die Finger klopfen.
      Dann Wasser einteilen üben, z.B. auf versiegelten Flächen Regenwasser sammeln und von saubersten Abwasser kommunal etwas für die Bewässerung der Ackerfrüchte bereitstellen?!?

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  4. Ow… ich dachte wirklich, es würde ab 2014 trockener werden in Deutschland… da habe ich mich wohl geirrt! Nun gut. Ein Probkem weniger… 🙂

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  5. Reinhard Seevers sagt

    …Ok, der Sturm Quimburga war bereits 72….man wird alt.
    Auf jeden Fall waren die 70er ziemlich heftige Jahre im Norden (Schneekatastrophe 78/79 kam auch noch hinzu) Heute wäre das Jahrzehnt bereits das des Weltuntergangs…wir haben es überlebt!

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  6. Elisabeth Ertl sagt

    Die absoluten Zahlen sagen sowieso wenig. Nicht nur müssen sie zur Temperatur in Bezug gesetzt werden. Es geht auch um die Verteilung oder um das Tempo der Schneeschmelze:

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  7. Reinhard Seevers sagt

    Ich habe das Jahr 1976 noch gut in Erinnerung….das war sehr trocken, wie die Tabelle nachweist. Dennoch bestehen Unterschiede zu den früheren Jahren. Nämlich die Abfolge trockener Winter, Frühjahre und Sommer ….und das dreimal nacheinander.
    Dabei müssen es ja nicht gleich Höchstwerte sein, die sich addieren, es reichen auch hohe Werte….aber eben in der Addition. Ich halte nichts von Kachelmanns-Wetterdeutungen.

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    • Obstbäuerin sagt

      Bei den nassesten Jahren findest Du doch auch eine Abfolge von 3 Jahren, Reinhard. Und ganz oft sowohl trocken als auch nass zwei Jahre hintereinander. Ich finde solche statistischen Auswertungen sehr hilfreich, weil sie einen Überblick geben und gleichzeitig liefert er ja auch die Basisdaten. Und in meiner Erinnerung sind trockene Jahre präsenter als nasse.

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    • War das 1975 oder 1976?
      Das war doch da, als in der Heide oder sonst wo in Norddeutschland Grösse Waldbrände waren.
      Ich schau nochmal nach!

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      • Reinhard Seevers sagt

        Inga, der Waldbrand war 75, der trockene Sommer 76….und weil es 73 den Sturm gegeben hatte, war sehr viel Sturmholz die Ursache für den verheerenden Brand….

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        • Christian Bothe sagt

          Genau 1976 war ein trockenes Jahr. Habe als VEG Chef für meine 1500 GV Silage im Bezirk Potsdam gekauft und nach Ostthüringen gekarrt(fast täglich…).Färsen in Pension ins Erzgebirge gebracht! Herbst/Winterfütterung dann Markstammkohl, Rübenblattsilage für die 400 MK…War extrem und teuer!Zur Info Milchleistung/Kuh u.a ~4500-5000kg mit SMR Tieren.

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