Bauer Willi
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Ziemlich tödlich…

Wenn die Rede von Landwirtschaft ist, dauert es nicht lange, bis von “Giften” die Rede ist. Doch wie mißt man die Giftigkeit? Allgemein gebräuchliches Maß ist die LD 50. Damit gemeint ist die Letale Dosis (=LD) bei der 50% der Versuchstiere nach einmaliger Dosis sterben. Für den Menschen wird der Wert in ng (Nanogramm) oder mg (Milligramm) pro kg Körpergewicht angegeben. Im weiteren Verlauf werde ich nur noch die Dosis ohne den Zusatz verwenden. Als Quelle verwende ich immer das gleiche Portal.

Ich habe mir das mal für ein paar Stoffe angesehen. Weil Cannabis ja legalisiert werden soll, hat mich hier die LD 50 besonders interessiert. Der Wirkstoff in der Pflanze heißt Cannabidiol und die LD 50 liegt bei 980 mg (pro kg Körpergewicht)

https://www.aatbio.com/resources/toxicity-lethality-median-dose-td50-ld50/cannabidiol

Ist das nun besonders giftig? Sie kennen alle Chili als Lebensmittel. Es ist ein scharfes Gewürz dank des Wirkstoffes Capsaicin. Hier liegt die LD 50 bei 47,2 mg/kg. So gesehen ist es 20mal giftiger als Cannabidiol.

https://www.aatbio.com/resources/toxicity-lethality-median-dose-td50-ld50/capsaicin

Doch es geht noch giftiger. Das Gift, das der Schimmelpilz Aspergillus flavus produziert ist nach ihm benannt. Es ist das A-fla-Toxin. Es gibt mehrere Arten davon, oft werden sie im Zusammenhang mit verdorbenen Lebensmittel (z.B. Nüssen) genannt. Das giftigste Aflatoxin B 1 hat eine LD 50 von 0,48 mg/kg.

https://www.aatbio.com/resources/toxicity-lethality-median-dose-td50-ld50/aflatoxin-b1

So weit zu den Stoffen, die wir bewusst oder unbewußt zu uns nehmen. Doch wie ist es mit Medikamenten? Als Herzinfarktpatient soll ich laut ärztlicher Anweisung ASS zur Blutverdünnung nehmen. Die LD 50 von Aspirin liegt bei 200 mg/kg, die von Bisoprolol (Beta-Blocker) bei 100 mg/kg. Gesund klingt anders.

https://www.aatbio.com/resources/toxicity-lethality-median-dose-td50-ld50/aspirin

Wer Schmerzen hat, greift gerne zu Paracetamol. Die LD 50 liegt bei lediglich 1.944 mg/kg, die von Ibuprofen immerhin bei 636 mg/kg.

https://www.aatbio.com/resources/toxicity-lethality-median-dose-td50-ld50/paracetamol

Kommen wir zu den gesunden Sachen. Auch von Vitaminen sollte man nicht zu viel zu sich nehmen denn ab einer gewissen Dosierung sind auch diese tödlich. So liegt die LD 50 bei Vitamin C bei 11.900 mg/kg Körpergewicht.

https://www.aatbio.com/resources/toxicity-lethality-median-dose-td50-ld50/vitamin-c

Eine ähnlich hohe Konzentration, nämlich 10.537 mg/kg gilt für Glyphosat.  Die wenigsten Menschen kommen jedoch mit dem Wirkstoff direkt in Verbindung. Und noch mal zur Verdeutlichung. Aflatoxin ist 20.000 mal giftiger als Glyphosat oder Vitamin C.

https://www.aatbio.com/resources/toxicity-lethality-median-dose-td50-ld50/glyphosate

 

 

 

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54 Kommentare

  1. Der Brandenburgbauer sagt

    Moin, ich halte mich heute mit einem Kommentar zurück. Willi denke an deine Gesundheit.
    Du reagierst mir heute zu unausgelichen,etwas zu panisch.

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  2. Hubert Daubmeier sagt

    Wenn sich mal wieder einer beschwert die Bauern vergiften alle, dann mag ja der Hinweis helfen, würde der Bauer Schnaps oder Kaffee spritzen, wäre es giftiger. Dass es vermutlich nichts helfen würde ist davon unbenommen.

    Tabelle von Bauer Willi leicht ergänzt

    Nikotin: 0,8 mg
    Chili (Capsaicin): 47,2 mg
    Koffein: 192 mg
    Cannabidiol (Cannabis) 980 mg
    Ethanol (Alkohol): 7.060 mg
    Glyphosat (in Reinform): 10.537 mg
    Vitamin C: 11.900 mg

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  3. Thorens sagt

    Jeder Vergleich hinkt irgendwo, so auch dieser. Der wesentliche Unterschied dürfte sein, dass der Konsum von Cannabis, Alkohol, Zigaretten etc. bewusst und aus freiem Willen geschieht, soweit es nicht einer Suchtbefriedigung dient. Das ist bei etwaigen PS-Rückständen in Lebensmitteln nicht so. Nicht die schiere Giftigkeit der jeweiligen Substanz ist entscheidend für deren nicht Akzeptieren im Lebensmittel, sondern schlicht deren Vorhandensein. Den Hinweis auf sich bildende und teilweise starke Giftstoffe (z.B. Aflatoxine) bei unsachgemäß gelagerten oder konservierten oder einfach verwesenden Lebensmitteln in diesem Zusammenhang halte ich für gerechtfertigt.

    Zur möglichen Legalisierung von Cannabis: Man hat einfach erkannt, dass das Zeug so oder so konsumiert wird. Da derzeit nicht legal, erfolgt der Bezug über dunkle, nicht regulierte Wege im eher kriminellen Milieu und fördert so auch die dahinter stehenden Organisationen, die damit steuerfrei viel Geld verdienen. Andererseits beschäftigen Bagatelldelikte in Zusammenhang mit dem illegalen Besitz von Cannabis Polizei und Justiz in hohem Maße. Die gesundheitliche Gefahr beim Konsum ist zwar wohl gegeben, aber wohl insgesamt deutlich geringer einzustufen als beim Rauchen oder als die von Alkohol.

    Was spricht also dagegen, die genannten Aspekte so miteinander zu verknüpfen, dass etwas weniger Negatives dabei herauskommt als der Status Quo? Und vielleicht lässt sich durch eine Legalisierung von Cannabis und dessen Vertrieb über Handel u./o. Apotheken ja sogar eine neue Steuereinnahmequelle finden.

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    • Thomas Apfel sagt

      Die Rückstände in Lebensmitteln sind auf die Analytik von vor 20 Jahren bezogen quasi nicht da.
      Heute kann man jedes Molekül nachweisen. Ob davon eine Gefahr ausgeht ist die Frage. Der ständig steigende Altersdurchschnitt (oder die Lebenserwartung) zeugen eher vom Gegenteil.
      Sie werden Dinge, die angewendet werden immer wiederfinden, die werden ja schließlich nicht ins All ausgeflogen. Bei Medikamenten und Konservierungsstoffen (im Baubereich oft “Altfungizide”, die in der LW längst verboten sind) haben wir damit mental und medial kein Problem. Jegliche Medikamente verbieten würde die “Umwelt” auch ordentlich entlasten ! Vorndran gleich mal die Antibabypille, die Blutdrucksenker und alle Hormonpräparate verbieten !
      Es ist sinnvoll, nach allen Wegen zu suchen, Gefährlichkeit und Nebenwirkungen (auch Rückstände) aller Produkte, die wir in Gebrauch haben, zu mindern. Es ist nicht sinnvoll sie gegen in der Vergangenheit allgegenwärtigen “Naturgifte” einzutauschen ! Von Kupfer- und Bleiarsenat über Lindan, DDT und “Schwiegermuttergift” bis zu heutigen Mensch- und nützligsschonenden Neonic´s ist auch ein langer Weg der Entwicklung nötig gewesen.
      Gifte sind notwendiger Teil unseres Lebens und unserer Produktionsprozesse. Sie müssen nur möglichst wieder “eingefangen” werden, durch Kreisläufe (cradle to cradle) oder Umwandlung – Abbau. Sowenig, wie es sinnvoll und möglich ist die “Natur” von vor hundert oder zweihundert Jahren zurückzuholen, so wenig ist es sinnvoll die Chemie, die zur Sicherung unserer Gesundheit und Ernährung und Hygiene notwendig ist, einfach pauschal zu verteufeln und zu verbieten. Entwicklung und Anpassung ist der Weg, und nicht Verbot und Rückholung der “guten alten Zeiten”.

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      • Thorens sagt

        Da bin ich völlig bei Ihnen, Herr Apfel und spreche mich ausdrücklich nicht gegen Glyphosat aus. Dies nur, falls dieser Eindruck entstanden sein sollte. Die Diskussion darüber dürfte aber bereits zu weit fortgeschritten sein, als dass sich durch ein Darlegen der eher geringen Giftigkeit im Vergleich mit anderen Substanzen eine höhere Akzeptanz für den Einsatz erreichen ließe.

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        • Sollten wir sie wieder auffachen lassen?

          Vielleicht ist das dann ein Aufreger für die Massenemdien und man kommt zu einem anderen, einem entgegengetzten Vorurteil?

          Weil früher (1970) der Rauschgiftkonsum Überhand genommen hat,

          hat man auch Haschisch verboten und den Anbau von Hanf dann auch!

          Dank der Vorurteine der Medien!
          Sie sind ja die 4. Macht im Lande!

          • Thorens sagt

            Na, es war wohl ein wenig anders.
            Weil ich es auch nicht wusste, habe ich kurz recherchiert und als Erstes dies gefunden: https://www.businessinsider.de/wissenschaft/warum-wurde-cannabis-verboten-der-echte-grund-ist-viel-schlimmer-2018-3/

            Hierzulande ist es bereits seit 1929 verboten.

            Andere Quellen behaupten, dass die US-Pharmaindustrie in den 1920er Jahren die Prohibition in den USA vorantrieb. Bis dahin waren Cannabisprodukte dort frei käuflich zu erwerben und erfreuten sich einiger Beliebtheit als rezeptfreies und natürliches Schmerzmittel.

            • Limes sagt

              in Deutschland ist der medizinische Einsatz von Cannabis möglich.
              Cannabis kann bei schweren Krankheiten verordnet werden. Voraussetzung ist, dass andere Behandlungen nicht zur Verfügung stehen oder nicht möglich sind. Mehr als jeder Dritte bricht eine Behandlung mit Cannabis wegen Nebenwirkungen wieder ab.
              https://www.patienten-information.de/kurzinformationen/cannabis
              bei der Cannabis Freigabe Diskussion geht es wohl nicht um einen medizinischen Einsatz (Schmerzlinderung..) sondern eher um Glücksgefühle.

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              • Thorens sagt

                Ich glaube, es geht vor allem darum, dass der Aufwand des Staatsapparats gegen den (illegalen) Cannabiskonsum in keinem guten Verhältnis steht zu dem daraus gewonnenen Nutzen und das erkannt wurde.

                Noch glaube ich nicht, dass uns die Politik auf diese Weise eine legale Möglichkeit für das Erlangen von Glücksgefühlen verschaffen möchte. Hoffen wir lieber mal, dass das nicht nötig sein wird.

                • Limes sagt

                  Freigabe ist ein win/win auf jeden Fall für die Ampel Parteien dann da ist die Freigabe wahrscheinlich.
                  Viele Gewinner mit Glücksgefühlen:
                  1. Konsumenten, kurzfristige Glücksgefühle man kann dem langweiligen oder fordernden Alltag entrinnen.
                  2. glückliche Volksvertreter der Ampel Parteien sie setzen eine Forderung einer wachsenden Wählergruppe um und hoffen auf ihre Stimmen bei den nächsten Wahlen (Land, Bund, Kommunalwahl).
                  3. Neue Stellen in Bundesbehörden für Cannabis Experten, neue Forschungsaufträge….
                  4. Abhängig vom Abgabealter können Oberstufenschüler oder Abiturienten legal ihre jüngeren Mitschüler einladen und glücklich machen
                  “gegen illegalen Cannabiskonsum”: Welcher Monopolist gibt seinen Markt freiwillig auf. Die Drogenbosse wohl nicht denn um mit “legaler” Staatsware zu konkurrieren werden sie in der Lieferkette erstmal die Kosten senken d.h der Anbauer in Afghanistan, Zwischenhändler, Kleindealer erhalten noch weniger, das sind die Marktgesetze. Die Ldw kennen das Spiel.

        • Bauer Willi sagt

          Nein, nur weil die Diskussion in eine bestimmte Richtung zu weit fortgeschritten ist, bleibt sie ja weiterhin falsch!

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      • “Entwicklung und Anpassung ist der Weg, und nicht Verbot und Rückholung der “guten alten Zeiten”.”

        Also ein Beweis dafür, dass die Meinung der Leute, die keine Sachkenntnisse davon haben, politisch genau so ins Gewicht fallen, wie die der Fachleute!

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    • das glaube ich,
      dann ist das hier ja auch so, bei Leuten mit gut pigmentierter Haut (dunkle Hautfarbe), die die Sonnenstrahlen, die ja auf der nördlichen Erdhalbkugel weniger sind, auch noch weniger durchlassen!

      Sehr wichitg für Vit. A und D

      Im Süden schütz die dunke Hautfarbe dagegen vor zu viel Sonne!

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  4. Obstbäuerin sagt

    Ich bin wirklich froh, dass Cannabis legalisiert wird. Da bleibt man unter den unsäglichen Verwerfungen in der Landwirtschaftspolitik und der gesellschaftlichen Gegenwart entspannt und muss bei Verschärfung nur die Dosis erhöhen.

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    • evo.... sagt

      Da ist er wieder der Extremismus der Bio-Bauern.

      Ein realistischer Vergleich wäre Glyphosat in der Konzentration in den Lebensmitteln zu trinken.

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    • Thomas Apfel sagt

      Ein Glas Roundup (0,2 l) sind zwischen 72 und 120 Gramm Glyhosat (je nach Mittel und Hersteller). Ein Joint enthält 2 – 3 Gramm “Gras”, der tatsächliche Marihuana-Gehalt liegt bei 0,32 g im Durchschnitt (Rigdeway u.A. Pennsylvania University). Die Wirkstoffgehalte Marihuana liegen heute bei rund 13 %, das sind also rund 40 mg THC.
      Das sind bei einem Glas Roundup rund 1000 % des LD 50 (10 – fache Menge) und beim THC in einem Joint
      4 % vom LD 50 (1/24 der Menge). Was soll so ein dämlicher Vergleich !
      Um “Absurdistan” zu vollenden: vergleichbar mit einem Joint wären 1 Gramm Roundup auf 200 ml Wasser. Ich würde mir beides nicht reinpfeiffen – obwohl die Zeiten Cannabisgebrauch geradezu fordern, damit man mal wieder über Alles lachen kann.

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    • Hallo Andreas, um annähernd Chancengleichheit herzustellen, sollten sie doch mindestens bereit sein, die im Ökolandbau sehr beliebte Kupferbrühe zu trinken.

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          • Thomas Apfel sagt

            Das dürfte dann tatsächlich “Glaubenskupfer” sein. Das schafft auch die feinste Analytik nicht mehr. Aber, meine Tochter nimmt sowas auch und irgendwie hilft es gegen alle möglichen Zipperlein. So lange man damit nicht Krebs bekämpfen will, ist das ja kein Problem. Die Wirkungsweise wird schon in der Bibel beschrieben.

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          • evo.... sagt

            Ich habe für meine Ex mal von Schüssler Arsenum-Jodatum gekauft. Die hat Lupus und da soll das helfen.
            Wollte sie aber nicht nehmen und so hab ich sie später selber geschluckt.

            Und Du Armer hattest Covid? Warst wohl geschwächt vom Bio-Essen.

    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Laugengebäck wird vor dem Backen in Natronlauge eingetaucht.

      Wenn sie ein Glas Natronlauge trinken, dann trinke ich auch ein Glas vom verdünnten Glyphosat, so wie es ausgebracht wird.

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  5. Hans Gresshöner,Landwirt sagt

    Gestern 18.15 Servicezeit im WDR.

    Mit 5 Pestiziden belastete Kräuter und die hässliche Wissenschaftlerin Marike äusserte höchste Bedenken wegen des potenzierten Zusammenwirkens der einzelnen Wirkstoffe.
    Nur Bio ist natürlich sauber,die eingangs erwähnten Kichererbsen vom Veganrestaurant wurden nicht untersucht.
    Alle Wirkstoffe waren unter den gesetzlichen Grenzwerten.

    Könnte man hier juristisch wegen Übler Nachrede etwas erreichen??

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    • Bauer Willi sagt

      Ich habe die Sendung auch gesehen. Die Berichterstattung wird mittlerweile immer unerträglicher.
      Juristisch wird man da vermutlich nichts erreichen, weil es ja “freie Meinungsäußerung” ist. Ja, aber es wird immer tendenziöser, wer seine Meinung frei äußern darf.

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  6. Bauherr sagt

    Eine so primitive Herangehensweise ist sicher nicht hilfreich. Kein Mensch möchte vergiftet werden. Medikamente haben natürlich Nebenwirkungen sonst hätten sie keine Wirkung.

    Hilfreich ist das Portal „Lebensmittel Warnung“ . Dort sieht man, das Bio Kunden mehr Gifte zu sich nehmen.

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      • Bauherr sagt

        So schürt man die Ängste nur noch.

        Glyphosat wird nicht wegen Giftigkeit verboten sondern wegen Kampagnen.

        Die Irreführung ist der Hebel. Sinnvoll wäre die Gegenüberstellung der Anwendungen in Deutschland gegen Amerika. Den Amerikanern würde ein Verbot gut tun. Hier nicht, weil man vernünftig mit dem Wirkstoff umgeht

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        • Bauer Willi sagt

          Ich teile Ihre Ansicht nicht. In keinem der von Ihnen angesprochenen Punkte.

          Was ich darüber hinaus interessant finde: Ich habe lediglich Zahlen dargestellt und miteinander verglichen. Was daraus für Rückschlüsse gezogen werden, passiert in den Köpfen der Lesenden.
          Ich habe an keiner Stelle gewertet oder interpretiert.

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        • Hans Gresshöner,Landwirt sagt

          “Glyphosat wird nicht wegen Giftigkeit verboten sondern wegen Kampagnen”

          vielleicht wegen des Preises.
          Von 4€ pro L kann keiner Gewinne machen.
          In USA werden auch Einschränkungen diskutiert,wie mir ein farmer aus md schrieb.

  7. Reinhard Seevers sagt

    Diese Form der Diskussion nennen einige “whataboutism’.
    Eigentlich soll doch gefragt werden:” Warum verbietet die Politik Glyphosat, und will gleichzeitig Cannabis erlauben? —–oder?
    Ich glaube nicht, dass die Frage mit der Giftigkeit verknüpft werden kann, und dann zu einer Antwort führt.

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    • Bauer Willi sagt

      Ja, hätte ich fragen können, aber was wäre dann passiert?
      Die meisten Leute, die ich kenne, meinen, dass Glyphosat giftig ist. Deshalb der Artikel. Aber vielleicht kenne ich ja auch die falschen Leute…. 😉

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      • Thorens sagt

        Natürlich ist Glyphosat giftig. Zumindest ist es das für die Pflanzen, die damit bekämpft werden. Inwiefern sich das auf die menschliche Gesundheit auswirkt, ist ein ganz anderes Thema.

        Gestern in Arte eine Doku über die europaweite Hungersnot Mitte des 19. Jahrhunderts vor allem in Irland. Ausgelöst wurde diese durch die Kraut- und Knollenfäule der Kartoffel mit dem Ergebnis von hunderttausenden an Toten. Damals gab es keine Agrarchemie, mit deren Einsatz die Ernten vielleicht zu retten gewesen wären. Hätte man die Menschen damals gefragt, ob sie lieber verhungern oder Früchte genießen wollen, die möglicherweise nicht lebensverlängernde Rückstände enthalten, dürfte die Antwort nicht schwer zu erraten sein.

        Über solche Dinge wird mir in Bezug auf Landwirtschaft viel zu wenig gesprochen. Aber die angesprochene Katastrophe von damals ist ja auch schon 170 Jahre her und Sattwerden hierzulande heute selbstverständlich. Wen schert da noch, was Agrarchemie in den letzten über hundert Jahren wahrscheinlich verhindert hat?

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        • Reinhard Seevers sagt

          Die damalige Katastrophe war ja zum großen Teil vom Empire ausgelöst bzw. nicht unterbunden worden. Wie im Film dargelegt waren in Kontinentaleuropa aufgrund der diversifizierten Ernährung und der klugen Politik nur 10% der Opferzahl Irlands zu beklagen. Die Krautfäule war lediglich ein (1) Grund für die 1 Million Toten.
          Das Beispiel ist nur fast gut.

          • Thorens sagt

            Ja, natürlich hat die Unwilligkeit der Politik in UK das Problem in Irland extrem verschärft.

            Aber ist nicht jeder Tod, der durch geeignete Maßnahmen zu verhindern wäre, einer zu viel? Spielt es eine Rolle, ob 10, 100 oder 100.00 nicht überlebt haben, weil man kein Mittel kannte? Das würde mich befremden.

            • Thorens sagt

              Es ist diese Denkweise gewesen, die den britischen Kolonialismus hervorgebracht und das Empire zur ersten Weltmacht gemacht hat. Man war nur aus auf Beute machen und Einfluss gewinnen.

        • Ehemaliger Landwirt sagt

          Nicht nur in Irland, auch in Deutschland.
          Meine Gemeinde hat Auswandern die überfahrt nach Amerika bezahlt, damit die nicht mehr mit dem Gemeindesäckel durchgefüttert werden mussten.

          • Reinhard Seevers sagt

            Entscheidend war und ist damals wie heute die Kaufkraft der Menschen.
            Niemand muss und musste hungern. Es starben und sterben nur die Armen.
            Die Krautfäule wurde nur für die Armen ohne Geld zum Verhängnis, die anderen konnten sich Alternativen leisten.

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            • Bauer Willi sagt

              Ich erlaube mir das anders zu sehen. Wer die Welt-Getreidebilanzen und die von Ölfrüchten lesen kann, weiß, dass die Vorräte “auf Kante genäht” sind. Und wenn jetzt Australien eine Super-Ernte einfährt, interessiert das nur am Rande. Ich kann mich an eine Gelbrost-Epidemie erinnern, die noch keine 10 Jahre her ist: innerhalb von wenigen Tagen waren ganze Regionen gelb, weil der Pilz eine Resistenz entwickelt hatte und nur noch wenige Fungizide wirkten. Das hat in ganz Westeuropa zugeschlagen.

              Wenn etwas ähnliches (auch das “falsche” Wetter) in 2022 auf den Nordhalbkugel eintritt, werden nicht nur die Preise noch weiter steigen, es wird auch physisch Ware fehlen. Und Geld kann man nicht essen.

              Übrigens: Dünger ist knapp und ohne Nährstoffe wächst nichts.

              Klar ist auch: es wird wieder die Armen treffen, aber die könnten ja auch in Schlauchboote steigen…

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              • Reinhard Seevers sagt

                Natürlich ist eine globale Verknappung durch Missernten ein Problem. So lange es aber Alternativen gibt, z.B. Milch und Fleisch, Gemüse und Früchte, so lange ist es immer eine Preisfrage und eine Verteilungsfrage. Wenn natürlich die Klimakrise alles gleichzeitig betrifft, dann ist wirklich Ende.

  8. Thomas Apfel sagt

    Das Gift, an dem die meisten Menschen vorzeitig das Zeitliche segnen, ist in Deutschland der Alkohol. Es sind jährlich rund 70.000 Todesfälle mit und durch Alkohol. Die letale Dosis oral je kg Ratte liegt bei rund 7.000 mg. Für ungeübte Trinker können schon 3,0 – 4,0 Promille tödlich sein. Es wurden aber schon Werte über 7,0 Promille gemessen.
    Also: man kann sich an Gift gewöhnen – durch Training mit subletalen Dosen. Und dann gilt, die Dose (Dosis) macht die Wirkung. Also Leute, trinkt kein Bier aus Dosen, sondern Schnaps oder Wein aus Flaschen.
    Die “unser täglich Gift” Diskussion ist ähnlich absurd, wie die Nitratdiskussion, jeder bastelt sich aus seinen Zahlen das Bild, das zu seiner Filterblase passt.

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    • evo.... sagt

      Also:man kann sich an Gift gewöhnen….

      Sehe ich auch so. Wenn man nie Kaffee trinkt, dann putscht eine Tasse merklich auf. Die meisten Leute bei uns brauchen aber mittlerweile den Kaffee morgens schon um munter zu werden.
      Es ist kompliziert. Hier hat ein biochemisches Institut (auch Doping-Experten) die Coffein- Konzentration im Blut nach Koffein-Tabletten gemessen. Ich habe dann aus den Kurven heraus gelesen, dass es mindestens 3 unterschiedliche Gene für Kaffee geben muss.
      Die Tasse Kaffee am Morgen wird also ganz unterschiedlich wirken. Dann kommt noch hinzu was man sich sonst reinzieht.

      Auch auf die unterschiedlichen Ernährungslehren (Vegan, Vegetarismus, Fructarier,…..) wird sich der Körper einstellen. Aber irgendwann gibt es dann doch Wirkungen. Je nach Intensität, Genen, sonstigem Essen..!
      Es ist kompliziert.

      4
      • Kaffee ist das auf der Welt am meisten
        getrunkene Getränk. Die gerösteten
        Bohnen haben eine beeindruckende
        Karriere hinter sich: Von einem ver-
        meintlich entwässernden Suchtstoff
        zu einem Genussmittel mit erstaun-
        lichen gesundheitlichen Wirkungen.
        Dabei ist der wichtigste Inhaltsstoff,
        das Koffein, ein potentes Pestizid
        (Nathanson 1984). Deshalb eignet
        sich Kaffeesatz auch zur Behand-
        lung verlauster Zimmerpflanzen. Die
        meisten Freunde der Bohne trinken
        von diesem Insektenvernichtungsmit-
        tel Tag für Tag stolze 200 Milligramm,
        viele bis zu einem halben Gramm.
        Es wirkt aber nicht nur gegen Schäd-
        linge, sondern auch gegen Viren wie
        den Erreger der Hepatitis – vermut-
        lich in Kombination mit anderen Kaf-
        feeinhaltsstoffen (Batista 2015, Kha-
        laf 2015). Kaffee schützt nachweislich
        vor Leber- und Gallenleiden (Wadha-
        wan 2016).
        Zum Glück ist der «Insektentod» für
        die meisten Menschen gut verträg-
        lich. Koffein macht nicht nur munter,
        sondern wirkt auch stimmungsaufhel-
        lend wie Tageslicht. Deshalb wird im
        Norden Europas mehr Kaffee als im
        Süden getrunken. Kaffee entspannt,
        die Cortisolproduktion sinkt – mit all
        den erfreulichen Folgen für die Ge-
        sundheit. Bei Koffeinentzug leiden
        manche Menschen ein bis zwei Tage
        unter Kopfweh. Deshalb enthalten
        Kopfschmerztabletten oft Coffein.
        Kopfschmerzen sind eine normale
        Folge, wenn ein gesundheitsbewuss-
        ter Partner am Wochenende entkof-
        feinierten Kaffee kredenzt. Am Mon-
        tagmorgen im Geschäft sind nach
        der ersten Tasse die Schmerzen wie
        weggeblasen. (Wer da zum Paarthe-
        rapeuten rennt, dessen Beziehung
        dürfte verpfuscht sein …)
        Selbst Kaffeetrinker mit acht Tassen
        pro Tag leben laut einer großen briti-
        schen Studie länger (Loftfield 2018).
        Regelmäßiger Konsum vermindert
        das Risiko für Diabetes Typ 2, Le-
        ber-, Nieren- und Herzerkrankungen
        (Nordestgaard 2015, Youngyo 2019,
        Brown 2016, Carlström 2018). Aller-
        dings gilt wie bei allen Nahrungs- und
        Genußmitteln: Niemand sollte sich
        mit dem Hinweis auf „Gesundes“
        zwingen, Dinge zu konsumieren, die
        er/sie nicht mag oder nicht verträgt.
        Beim Kaffee merkt zum Glück jeder
        schnell, wo die persönliche Grenze ist.
        Quelle: Pollmer 2021

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