Bauer Willi
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Zielkonflikte…

Landwirtschaft ist immer ein Eingriff in die Natur. Den größten Zielkonflikt stellt die Frage dar, ob wir Nahrungsmittel erzeugen sollen, so wie wir es bisher getan haben, oder ob wir andere Ziele verfolgen sollen, wie Naturschutz, Artenschutz und Klimaschutz. Das können wir auch machen, wenn die Richtlinien klar festgelegt werden und uns der entsprechende Deckungsbeitrag gezahlt wird. Diese Frage möchte ich von der Gesellschaft beantwortet haben. Weitere Beispiele wären der Konflikt Weidehaltung – Wolf,  bäuerliche Landwirtschaft – Anbindehaltung, Verbot Glyphosat – Humusaufbau oder auch Wohnungsbau – Artenvielfalt. Ganz grundsätzlich ist jedoch der Zielkonflikt Ertrag – Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Dünger, ein Konflikt, der oft diskutiert wird und zu vielen Mißverständnisse führt.

Aus meiner Sicht sind diese Zielkonflikte nicht zu lösen, weil das eine Ziel dem anderen diametral widerspricht. Wenn ich Weidehaltung in einer Region mit Wölfen haben möchte, dann geht das nur, wenn ich 1,80 Meter hohe Zäune errichte und diese möglicherweise noch unter Strom setze. Dann sind zwar die Weidetiere geschützt, aber die Wildtiere können das Gebiet natürlich nicht mehr passieren. Wenn ich die Anbindehaltung verbiete, werden viele Betriebe aufhören, Kühe zu halten. Und wo Wohnhäuser stehen, fliegen keine Insekten. Wenn ich das heutige Ertragsniveau halten möchte (was für die Welternährung wichtig wäre) komme ich am Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Dünger nicht vorbei.

Wenn man diese Zielkonflikte nicht löst, fragt man sich, wie dann die Zukunft der Landwirtschaft in Deutschland aussieht. Die sehe ich ähnlich wie die DZ-Bank, die in einer Studie aus 2017 prognostizierte, dass im Jahr 2040 noch etwa 100.000 landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland existieren. Das sind zwei Drittel weniger als heute. Ich bin mir fast sicher, dass diese Zahl noch zu hoch gegriffen ist und es noch viel schneller gehen wird. Mir fehlt die Phantasie, wie der Trend der Monopolisierung, der im vor- und nachgelagerten Bereich stattfindet, aufzuhalten ist. Auch der Trend zur vertikalen Integration wird weiter zunehmen. Daher ist es für mich denkbar, dass die Urproduktion zukünftig zum Teil vom Lebensmitteleinzelhandel selbst übernommen wird. Die Landwirte werden dann lediglich Dienstleister sein.

Fallen euch noch mehr Zielkonflikte ein? Dann bitte in die Kommentare schreiben.

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41 Kommentare

  1. promberger konrad sagt

    Abends hörte ich einen Vortrag auf Radio horeb zum Thema Nächsten/Selbstliebe.In aller
    Kürze:“ Wer nicht „Nein“ sagen kann, oder dabei in schlechtes Gewissen bekommt läuft
    Gefahr krank zu werden oder ist es schon. Am nächsten Tag las ich den Beitrag von Bauer
    Willi, was wir wegen der Zielkonfikte noch Tun oder Lassen dürfen. Da ist doch was aus dem
    Lot, bei uns. Es gibt Zahlen das der Durchschnittsverdiener in den 70gern noch 60% seines
    Einkommens für Lebensmittel ausgeben musste. Jetzt frisst das die Miete weg, die Nahrung
    liegt bei unter 20%. Nicht Spekulanten oder der Handel der in der Zeit zu Milliardär geworden ist wird angegangen sonder Wir.

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    • Kemetbauer sagt

      @PK
      Ich weiß nicht, auf welche Region Sie Ihre Daten beziehen.
      In D. gab der durchschnittliche Haushalt 1850 ca. 60% seines Einkommens für Lebensmittel aus. In den 70er Jahren waren es nur noch ca. 25% und seit 2000 sind es nur noch ca. 14%.

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  2. Jürgen Donhauser sagt

    Beispiel Zielkonflikt beim Thema Tierschutz:
    Die Hausratte auf der Schulter eines Berliner Zeitgenossen wird vom Tierschutzgesetz abgedeckt. Die Kanalratte, die routinemäßig von den Kommunen regelmäßig getötet wird, nicht.
    Ein und die selbe Spezies, nur der Aufenthaltsort entscheidet dabei über das Lebensrecht und Tierschutz!
    Wenn wir Nutztierhalter uns also mit Haustierbesitzer über ethischen Umgang mit Tieren unterhalten müssen, ist es ebenso schwierig. Vollkommen andere Perspektive und Ziele.

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    • Kemetbauer sagt

      Sobald ich etwas von „geschlossenen Kreisläufen“ lese, beende ich das Lesen. Das Leben ist zu kurz für Zeitverschwendung.

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  3. Klaus Horn sagt

    Peter Heller: „Es gibt keinen Planeten A … Heute sind wir nicht mehr auf gesammelte Wildfrüchte angewiesen, die sich mit allerlei toxischen Stoffen vor dem Verzehr schützen. Heute trinken wir nicht mehr keimverseuchtes Wasser aus Bächen und Brunnen. Heute müssen wir unserem Körper nicht mehr mühsam erjagtes, parasitenbefallenes Fleisch zumuten. Heute sterben wir deswegen nicht mehr mit dreißig Jahren, ausgezehrt und geschwächt von einem Leben voller Entbehrungen. Stattdessen päppeln wir rein artifizielle, in Jahrtausenden genetisch nach unseren Wünschen geformte Nutztiere und Nutzpflanzen in Refugien, deren Gestaltung wir weitgehend kontrollieren.“ Nutzen wir „die neuen Instrumente und Verfahren der Informations-, Gen-, Mikro- und Nanotechnologien, mit denen wir unsere Lebensumstände immer effektiver gestalten können. Es gilt, dem Klima auch die letzten verbliebenen Mitspracherechte noch zu entziehen.“

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    • Reinhard Seevers sagt

      „Es gilt, dem Klima auch die letzten verbliebenen Mitspracherechte noch zu entziehen.“
      Bis zu der anthopromorph überformten Sicht auf die Natur war alle logisch….🥴

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    • Bauer Willi sagt

      @Klaus Horn
      Mein Doktorvater hat uns Studenten in der ersten Stunde der Pflanzenbau-Vorlesung mit dem Satz erschreckt „Landwirtschaft ist der ständige Kampf des Menschen gegen die Natur“. Heute muss ich sagen, dass er völlig recht hatte. Und nicht nur die Landwirtschaft, auch die Jäger und Sammler haben in die Natur eingegriffen und sie verändert.

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      • zmp_nachfahre sagt

        Richtig!
        Und das ging kontinuierlich so weiter: bevor die Römer haben befestigte Straßen durch ganz Süd- und Westeuropa gebaut, im Mittelalter wurde der Wald im großen Stil gerodet, um Siedlungs-, Weide- und Ackerflächen zu gewinnen. Die Lüneburger Heide wäre heute wieder Wald, wenn sie nicht mit Schafen bewirtschaftet würde.

        Und eine Überreizung der vorhandenen Ressourcen gab es schon ganz ohne Industrie: Griechenland ist deswegen bis heute so kahl, weil vor etwa 2500 Jahren die Bäume für die Flotten gefällt worden sind. Der Humus wurde weggeschwemmt und hat sich bis heute nicht wieder erholt. (Trotzdem haben es die Spanier dann etwa 1000 Jahre später nachgemacht…)

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  4. Limes sagt

    „Diese Absonderlichkeit ist ja auch in Bayern üblich, so weit ich weiß.“ Manchmal liegen die Absonderlichkeiten näher als gedacht.
    Amtszeit Bürgermeister in BW sowie auch in Niedersachsen jeweils 8 Jahre.
    Amtszeit in Bayern 6 Jahre, z.B auch in Hessen
    Amtszeit in NRW max 5 Jahre
    „Vielleicht ist im Süden mal eine Kommunalreform nötig?“
    Na dann mal ran an die Absonderlichkeiten unabhängig von der Himmelsrichtung sondern dort wo sie vorkommen.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Es geht doch nicht um die Dauer der Wahlperiode, sondern um Verantwortungsebenen. Ich höre aus dem Süden immer, dass der Bürgermeister als alleiniger Entscheider auftritt. Mag ja auch sein, dass die deutsche Sprache hier etwas verwirrt, und mit der „Bürgermeister“ eben die Kommunalverwaltung gemeint ist….klär mich auf Limes!

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      • Arnold Krämer sagt

        Die noch vorhandenen Entscheidungsspielräume der Behörden vor Ort werden durch die verantwortlichen Menschen unterschiedlich genutzt. Das hat mit der politischen Ausrichtung der Häuser bzw. auch mit dem „Gleichklang“ und der Kontinuität auf kommunaler und auf Landesebene zu tun. Das Land Bayern z.B. war immer von der CSU geführt, der Landkreis Emsland (Niedersachsen) hatte immer starke CDU-Mehrheiten bei wechselnden Landesregierungen in Hannover. Das gibt u.a. auch Sicherheit für die Entscheidungsträger vor Ort.

        Es hat auch mit dem Klagerisiko , mit der Existenz von Bürgerinitiativen zu tun, das hat mit dem Eifer der Verwaltungsleute zu tun. usw.

        Die Entscheidungsspielräume vor Ort werden jedoch durch immer detailliertere Vorgaben seitens der EU, des Bundes und der Länder eingeschränkt.
        Zwei aktuelle Beispiele:
        Industrie-Immissionsrichtlinie der EU
        neue geplante Brandschutz-Richtlinie des Landes Niedersachsen für Tierställe

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      • Limes sagt

        @RS da ihr Kommentar faktenbefreit ist habe ich aufgrund von nachvollziehbaren Kriterien in diesem Fall Anzahl Dienstjahre in den Bundesländern aufgezeigt das es definitiv Unterschiede zwischen den Bundesländern gibt.
        Der Wähler muß z.B in Niedersachsen und BW länger warten (8 Jahre) um einen Bürgermeister mit dem er unzufrieden ist ab zu wählen.
        In den Gemeindeordnungen steht soweit ich es überblicke das ein Bürgermeister nicht alleine entscheiden kann er benötigt die Zustimmung des Gemeinderates aber vielleicht haben sie da andere Informationen

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        • Reinhard Seevers sagt

          „Leider gibt es bei uns in Baden-Württemberg ein sehr hohes Machtmonopol bei den Bürgermeistern. Sie besitzen die meisten alleinige Befugnisse gegenüber den anderen Bundesländern im Vergleich.“

          Die Faktenfreiheit kannste ja dem Herrn Model zuschreiben, ich habe nur eine mir seit Jahren zugetragene ähnliche „Faktenlage“ hinterfragt und du laberst mich an?
          Ich kenne eben solche Zuschreibungen bei uns nicht…und da ist die Länge der Wahlperiode doch auch völlig irrelevant. Der Bürgermeisterposten ist bei uns auch eher ein Grüßaugust, so dass es den Bürgern eigentlich mehrheitlich egal ist, wer es ist…wichtig ist Vielen nur, dass es keiner von der AFD ist.😁

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          • Arnold Krämer sagt

            Die Bürgermeister sind in Niedersachsen Hauptamtliche und damit keine „Grüßauguste“. Sie werden für 8 Jahre gewählt und sind als Wahlbeamte Vorgesetzte der gesamten Verwaltungsmitarbeiter und haben Stimmrecht im Stadtrat/Gemeinderat. Es sind zunehmend keine Parteimitglieder, werden aber oft von einzelnen Parteien oder Gruppierungen gestützt.

            Die erste Grüne, die vor 7 Jahren zur Landrätin im relativ großen Kreis Osnabrück (Niedersachsen) in ein solches Amt gewählt wurde (Frau Kebschull), tritt mit guten Chancen im Herbst wieder an, aber diesmal als parteilose Kandidatin Sie passt auch nicht in das übliche Schema, ist sie doch als aktive Jägerin bekannt.

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            • Reinhard Seevers sagt

              Bis in die 90er ist man in Niedersachsen häufig noch zweigleisig gefahren und Städte hatten oft noch Stadtfirektoren, die für die Verwaltung zuständig waren, wohingehen der Bürgermeister die Repräsentanz übernahm. Heute soll der Bürgermeister beides übernehmen und dadurch werden ganz andere Qualitäten gefordert. Aber kann nun mal irgendjemand die Aussage von Herrn Model bestätigen, einordnen oder widerlegen? Ist der Bürgermeister auf der Alb eine andere Autorität mit mehr Befugnissen als anderswo, oder ist das nur eine Mär?

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          • Limes sagt

            Oma sagte in solchen Situationen immer: „Ruhig Brauner“
            Den Bezug zu Bayern und dem Süden haben sie bezeichnet als „Absonderlichkeiten“ hergestellt darauf habe ich mit Fakten geantwortet.
            „Vielen nur, dass es keiner von der AFD ist.😁“
            Mag für sie oder andere tragisch sein aber in einer Demokratie zählt nun mal die Anzahl der Stimmen und zum Glück kann jeder mit seiner Stimme bei geheimen und freien Wahlen Einfluss nehmen.

            • Reinhard Seevers sagt

              Limes, wo sind denn die Fakten, wenn es um die Frage der Verantwortlichkeiten, der Autorität etc. geht? Die alleinige Faktenbasierte Antwort ist ja wohl nicht die nach der Wahlperiode.
              Und mein Einwurf zur AFD war ironisch gemeint…..aber wohl nicht erkannt, wie es aussieht.🤔

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    • Jürgen Donhauser sagt

      Ich finde die 6 Jahre in Bayern ganz gut – länger wäre schlecht, denn manche Bürgermeister erweisen sich schon nach 2 Jahren als Fehlbesetzung, da sind 6 Jahre schon manchmal eine Zumutung…..

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  5. Peter Vogel sagt

    „Aufgrund effizienter Anbaumethoden (haben) die meisten Bauern keine Zukunft“ Mansholt, 1971, Credo EU. Das war vor einem halben Jahrhundert. Wer heute noch LandWIRTSCHAFT betreibt, Mansholts ‚Bauern‘, sieht sich neben dem Effizienzgebot mit fast unlösbaren Prob-lemen konfrontiert. Dem Wertewandel, den Ansprüchen sich widerstreitener Inteessen, Ziel-vorstellegen duldend, erfüllend,existenzgefährdend. Hinter dem Effizienten stehen Mensch-en mit langer Vergangenheit übernommener Familienhöfe, Familien, die diesem besonde-ren Leben, Land und Landwirtschaft fest verbunden sind. Der ihnen gebührende Dank für ihren Beitrag zur Ernährung, zum Erhalt fachlich genutzter, geordneter, sorgfältig geprägter Kulturlandschaft, wird abgestritten, infrage gestellt, als unökonomisch abgelehnt. Die folgen-den 55 Jahre werden zeigen, was Gültigkeit hat, für Leben und Familien der Landwirtschaft.

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  6. Jek sagt

    Guten Morgen
    Wenn die Gesellschaft sich diese Dienstleistung leisten kann.
    Allerdings habe ich da meine bedenken.
    Ein Lohnunternehmer hat mir mal erzählt: Kontrolle der Zollbehörde wegen Mindestlohn Einhaltung. Auf die Bemerkung da hat er ein Problem, er selbst hat keinen Mindestlohn. Zöllner er als Chef zählt nicht, Mindestlohn gilt nur für Angestellte Arbeiter.
    Allen einen schönen Tag.

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  7. Elisabeth Ertl sagt

    Es kommt davon, dass der Verzicht, der in früheren religiöseren Zeiten als Tugend galt, heute als empörende Zumutung wahrgenommen wird. Aber wenn man nicht freiwillig verzichtet, dann wird der Lauf der Zeit halt die Ent“scheidung“ treffen über die Köpfe der Menschen hinweg. Was mich besonders beunruhigt: dass der unaufhaltsame Zug Richtung integrierter Konzerne in der Medienöffentlichkeit überhaupt kein Thema ist.

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    • Arnold Krämer sagt

      Wenn der Übergang zur Integration weit fortgeschritten ist (das dauert aber noch eine Weile, weil er auch mit wirtschaftlichen Nachteilen für die Konzerne verbunden ist), kann man die dann entstandenen großen Einheiten leicht verstaatlichen und Staatsmonopolkapitalismus betreiben. Dann gehen manche (feuchten) politischen Träume in Erfüllung. Aber alles nach uns, Frau Ertl.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Smal is beautiful, wie man so schön sagt. Alles Große hat seine Grenzen. So ist es bei der Größe eines Staates, der einen immer höheren Aufwand zur Sicherung seiner Grenzen schaffen muss (siehe Russland, China, etc.). so ist es mit Unternehmen, deren Wasserkopf die Übersicht verlieren lässt und die Korruption steigen lässt, so ist es mit eigentlich fast allem. Es gibt eine Grenze, einen break-even-point, wenn dieser überschritten wird, kippt alles wieder zurück auf Anfang. Auch die EU wird zu groß, zu unübersichtlich, nicht mehr demokratisch regierbar. Politik und Wirtschaft müssen zurück auf kleinere Einheiten (wie klein?- keine Ahnung, nur kleiner) Staaten lassen sich angeblich am Besten zwischen Größenordnungen von 4-8 Millionen organisieren und stabil halten.
        ( Schweiz, Norwegen, Finnland als Beispiele). In der Landwirtschaft gilt das ähnlich. Großbetriebe können gut laufen, sie erfordern aber einen erheblichen Organisationsaufwand und haben in Krisenfällen ein Resilienz-Problem….so kann man alle Bereiche des Lebens durchdeklinieren, ….wenn man sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigen wollte.

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        • zmp_nachfahre sagt

          Typisch ist auch, daß neue Ideen eher in kleinen Unternehmen umgesetzt werden, wo man doch meinen könnte, die großen hätten mehr Reserven, um etwas auszuprobieren. Bei denen verhindert der Wasserkopf aber nicht nur die Übersicht – er kostet auch Geld und lähmt Initiative; im Extremfall ist er nur noch mit sich selbst beschäftigt.
          (Das ist übrigens auch in der Technik so: mehr Prozessoren in einem Computer erhöhen erst einmal die Leistung – aber auch dort kommt der Punkt, wo einer noch mehr wegen der Verwaltung der Teilaufgaben mehr Aufwand bringt als Nutzen.)

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          • Arnold Krämer sagt

            In den besonders großen Unternehmen wird eher Dienst nach Vorschrift gemacht. Manche sagen es sei dort schlimmer als in Behörden.

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            • Elisabeth Ertl sagt

              Ernst Friedrich Schumacher war studierter Ökonom. Die Alternativwirtschaft der 1970er und 1980er Jahre, die sich auf ihn berief, griff seine These auf, wonach Privatwirtschaft der Staatswirtschaft in dem Maß überlegen ist, je kleiner die Betriebe sind. Und Schumacher propagierte eine „mittlere Technik“, die sinnstiftende Tätigkeiten erleichtert und effizienter macht, aber nicht ersetzt. Genau das fordert jetzt auch der Papst in seiner Enzyklika.

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              • Arnold Krämer sagt

                …. „je kleiner die Betriebe sind“.
                Das ist grundsätzlich richtig, hat aber auch seine eindeutigen Grenzen nach unten.
                Die Arbeitskräfte müssen bei „normaler“ Technisierung immer produktiv beschäftigt sein. Das ist bei vielen landw. Familienbetrieben insbesondere in Süddeutschland leider eben nicht der Fall. Dadurch werden grundsätzlich berechtigte Einkommensansprüche durch Lohn (Boden- und sonstige Kapitalverzinsung unberücksichtigt) auf zuwenig Produkteinheiten verteilt. Die hohen Stückkosten können unter den Konkurrenzbedingungen auch innerhalb Deutschlands (vom Drittland müssen wir garnicht reden) über die Stückerlöse nicht gedeckt werden.

                Bei einheitlichen, austauschbaren Produkten ist das Beschriebene ein k.o.-Kriterium.
                Das gilt umso mehr, wenn man die kostentreibenden nationalen Vorschriften zusätzlich mit ins Spiel bringt und das Lohnniveau im Ausland.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Man könnte ja darüber streiten, ob der Import von Erzeugnissen, die bei uns aufgrund des Klimas, des Bodens, der betrieblichen Strukturen etc. von Handelsabkommen ausgenommen werden sollten/müssen/können.
                  Kartoffeln aus Ägypten würde ich als König von Deutschland nicht erlauben….z.B.☝️😎

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  8. Rathje Clasen sagt

    Diese ganzen politischen Entscheidungen der letzten Jahrzehnte zur Landwirtschaft in D. sind mit vollem Magen gemacht worden.

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    • Zgnflüstrr sagt

      Mit knurrendem Magen sind die Entscheidungen aber noch schlechter. Das ist wissenschaftlich erwiesen! Stand neulich sogar im Spiegel.

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  9. Sonja Dengler sagt

    Politisch gewollt ist doch: Die Bauernhöfe auflösen zugunsten von Gates-Riesenbauernhöfen unter Glas mit billigen Hilfskräften. Die kennen keinen Zielkonflikt und das nennen die dann „Klimaschutz“. Dänemark hat jetzt das Gesetz erlassen, um das Klima zu schützen, normalerweise sind doch die Deutschen mit der Nase voraus, während sich die Bauern abschuften und versuchen, einen guten Kompromiss zu finden, um uns alle satt zu m machen, werden längst politische Fakten geschaffen und zwar um angeblich :das Klima zu schützen: Dänemark besteuert
    Ausstoß von Kühen, Rindern und Schweinen || ?utm_source=ref_share
    Die spinnen.

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  10. Reinhard Seevers sagt

    Grundsätzlich setze ich Zielkonflikte gleich mit Widerspruch und kognitiver Dissonanz aller Bürger. Die Zielkonflikte ziehen sich durch alle Bereiche des gesellschaftlichen Handelns. Es wird Zeit, dass wir uns langsam daran machen wirkliche Ziele für uns und unser Land zu formulieren. Der jetzige Zustand ist für die meisten Menschen nicht mehr verständlich und wird deshalb auch nicht mehr mitgetragen.

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    • Zgnflüstrr sagt

      @RS: „Es wird Zeit, dass wir uns langsam daran machen wirkliche Ziele für uns und unser Land zu formulieren.“

      Ja genau, vier alle von unz!

      Aber das sind ja schon ganz schön nationalistische Töne. Mit so was muss man Ungarn, Slowakien, Merkel, Leyen oder dem sudanesischen Kopfabschneider von Belfast gar nicht kommen.

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  11. Smarti sagt

    Der grösste Zielkonflikt in der Landwirtschaft ist meines Erachtens:
    – die Arbeit der Landwirte mit Tieren gegen Tierschützer oder Tierrechtler, die Tierhaltung in Menschenhand grundsätzlich abschaffen wollen. Die DNA der Veganer !
    – die Arbeit der Landwirte mit Pflanzen gegen Naturschützer, die gegen Ackern sind (Bodenbrüter) und gegen Gras mähen sind (böser Bauer nimmt Kitzen den Schlafplatz – die hohe Wiese daneben ist nicht im Bild).
    – die Arbeit der Weidetierhalter gegen Hobbytierschützer ( füttern von Gartenabfällen, Hunde auf Rinderweiden unterwegs, Kinder auf Rinder setzen, Pferderipper, Wolfsfreunde, die in jedem Riss Hundegene finden, damit der Wolf nicht geschossen werden kann…).
    – Die Arbeit von Waldbesitzern gegen Baumumarmer, die gegen Nutzung von Wald ist.
    – Die Arbeit von allen Landwirten gegen Rewilder / Städter / NGOS, die gegen eine Bewirtschaftung und den privaten Besitz von Grund und Boden sind. Ziel das Rewilding, das heiss das umwandeln von produktivem Landwirtschaftsland in Urwald. Durchaus auch in Deutschland.
    – Die Arbeit von Landwirten, die „nur“ gelernt haben Pflanzen und Tiere zu züchten und als Lebensmittel zu verkaufen gegen „Alle“ anderen. Staatsangestellte, die davon leben, Landwirte zu kontrollieren und zu sanktionieren.
    NGOs, die davon leben, die Arbeit der Landwirte zu verunglimpfen, teils Landwirte direkt zu bekämpfen (Stalleinbrüche) und ihnen Angst einzujagen (Brände, Weidezäune zerstören, Kinder von Landwirten in der Schule ängstigen/ausschliessen, Demonstrationen vor Molkereien und Schlachtereien).
    Lebensmittelhandel und Staat, die erst mit den Landwirten zusammen arbeiten gegen Geld und dann „plötzlich“ die Einkaufsstrategie ändern (billiger lacht) oder Gesetze und Steuern ändern und Betriebszweige zerstören (Biodiesel vom Acker, Zuckersteuer, Schädlingbekämpfung…).
    Die DZ-Bank, die mit den 100000 Zukunftsbetrieben allen kleinen Betrieben den Todesstoss in Sachen Kredite gegeben hat. Eine Bank, die „weiss“, dass es den unter 100 ha Betrieb in 16 Jahren nicht mehr gibt, vergibt vermutlich auch sehr schwer bzw. ungünstige Kredite.
    Boahh, ich wünsche trotzdem Allen Landwirten und deren Freunden einen wunderschönen Tag !

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  12. Werner Knödler sagt

    Es ist schon beängstigend mit welcher Leichtigkeit von uns Bauern die Quadratur des Kreises verlangt wird.
    Die Bürgermeister wollen Bauland für Wohnungen ( innerörtliche Verdichtung ist zu unbequem Aktivierung
    von Leerstand ebenfalls ) Industrie , Radwege und Straßen am liebsten geschenkt bekommen.
    Geldgeile NGO´s nutzen Bauerhetze zum Spenden generieren .
    Irgend wann hat der letzte Bauer keine Lust mehr . Dann fehlt :
    -Billiges Futter für alle ( braucht keiner jammern das wissen alle schon lange )
    -Kostenlos gepflegte Landschaft ( die Tourismusbranche muß die Landschaft eben selber erhalten wegen derer
    ihre Gäste kommen )
    Einsicht bei Politikern erwarte ich eigentlich nicht mehr , dazu habe ich in den letzten 45 Jahren zu viel Erfahrung
    sammeln dürfen .

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  13. Georg Model sagt

    Neben den Zielkonflikten gibt es leider auch viele Zielabweichungen von bereits gelösten Konflikten. In der Vergangenheit hat der Gesetzgeber versucht bestimmte Bereiche für die Landwirtschaft zu sichern indem er in den Regionalplänen Vorranggebiete für Landwirtschaft auswies , heute leider nur noch regionale Grünzüge.Manche Landsschaftsschutzgebiete schützen sogar die jeweilige Kultur die angebaut wird. Wie z.b. Wein. Sstreuobst, teilweise auch Tafelobst.
    Leider gibt es bei uns in Baden-Württemberg ein sehr hohes Machtmonopol bei den Bürgermeistern. Sie besitzen die meisten alleinige Befugnisse gegenüber den anderen Bundesländern im Vergleich.
    Mit diesem Machtmonopol und weiterer Vetternwirtschaft in den Landkreisen und Regionalverbänden wurden im Regionalplan der Schutzstatus für die Landwirtschaft deutlich abgeschwächt bzw. ist teilweise sogar ganz entfallen.
    Ich habe es zuvor schon am eigenen Leib und Betrieb erfahren dürfen, wie hier Geld die Welt regiert. Heute noch meht als vor paar Jahren brauchen die Komunen Geld und
    jede andere Nutzung als Landwirtschaft ist für die Bürgermeister und Landräte somit wichtiger.
    Das Paradoxe daran ist ja das die kleinen und unrentablen Komunen oder wenn diese von Unfähigen regiert werden, welche mit Geld nicht umgehen können dann noch von der
    Grün-schwarzen Landesregierung mit solchen Zielabweichungen noch belohnt werden,
    und wir „unwichtigen“ Landwirte zum wohl der Allgemeinheit weichen müssen.
    Das System mit seinen Netzwerken ist so verstrickt das hier wir Herr Krämer vorgestern beschrieben hat nur noch die Kettensäge hilft oder die Stiefel umgekehrt ans Rathaus zu nageln und das Land zu verlassen und anderswo auf einen Kontinent es erneut zu versuchen für den wer noch jung und unbelastet ist.

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    • Reinhard Seevers sagt

      „Leider gibt es bei uns in Baden-Württemberg ein sehr hohes Machtmonopol bei den Bürgermeistern. Sie besitzen die meisten alleinige Befugnisse gegenüber den anderen Bundesländern im Vergleich.“

      Diese Absonderlichkeit ist ja auch in Bayern üblich, so weit ich weiß. Woher kommt diese merkwürdige politische Ausrichtung. Ich kenne den Bürgermeister vorwiegend als Repräsentant und evtl. noch Verwaltungschef. Alle Entscheidungen bezgl. baulicher Belange gehen ansonsten über den Bauausschuss und der Sachbearbeitung. Vielleicht ist im Süden mal eine Kommunalreform nötig?

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