Medien, Video
Kommentare 13

Wurst – die Zigarette der Zukunft?

“Wurst ist die Zigarette der Zukunft”, meint der Chef der Rügenwalder Wurst. Wenn er Recht hat, dann geht es aber richtig  um die “Wurst” bei den deutschen Tierhaltern. Oder vielleicht tangiert das sogar auch die Bürger.

Was meint Ihr?

Wurst ist die Zigarette der Zukunft

"Wurst ist die Zigarette der Zukunft", so sagte es der Chef des Rügenwalder Wurst-Imperiums Christian Rauffus. Für die Zukunft heißt das: "Ihre Wurst müssen Sie leider draußen essen".

Gepostet von quer am Freitag, 4. November 2016

(Aufrufe 522 gesamt, 1 heute)

13 Kommentare

  1. Anwalt der Tiere sagt

    Veggietrend und Genuss qualitiv hochwertigen Fleischs im Sinne besserer Haltungsbedingungen (seltener Fleisch, dafür faireres Fleisch) sind zwei Seiten einer Medaille. Veggie nimmt zu, unaufhaltsam, denn es ist eine schlüssige zukunftsfähige, leckere Ernährungsform. Die Inlandsnachfrage nach Fleisch wird mit zunehmendem Tempo abnehmen.

    Um als Ausgleich die Wertschöpfung von Fleisch zu erhöhen, muss die Fleischbranche höherpreisiges Fleisch mit dem Versprechen besserer Haltungsbedingungen etablieren. Bislang zögert die Fleischbranche mit der Vermarktung solcher Art von Fleisch. Denn die Vorteile davon hervorzuheben, lenkt unweigerlich den Blick auf die Nachteile der herkömmlichen Produkte. Wird “faires Fleisch” erst einmal stark beworben, im Fernsehen, machen sich erst viel mehr Menschen über die Tier- und Fleischproduktion Gedanken. Ein großer Teil wird sich entscheiden, komplett auf vegetarisch oder vegan umzustellen, vor allem wenn sie durch “seltener Fleisch, dafür faireres Fleisch” merken, dass sie auch ganz auf Fleisch verzichten können. Das wird den Trend zu vegetarisch/vegan weiter beschleunigen. Fleischessen ist nur eine Gewohnheitssache. Diese Gewohnheiten möchte die Fleischbranche auf keinen Fall kaputt machen. Die Fleischbranche ist aber gezwungen zu reagieren, weil andere, NGOs, Schauspieler und Sportler, daran arbeiten, diese Gewohnheiten kaputtzumachen.

    Die ökologischen Vorteile des Vegetarismus werden zusammen mit den gesundheitlichen Vorteilen hervorgehoben, um auch die eigennützigen Motive der Menschen anzusprechen. Die fettige Wurst ist dann nur noch eine Skurrilität auf Brauchtumsveranstaltungen – neben veganen Optionen.

    • bauerhans sagt

      interessante theorie!
      das grosse problem der bauern ist,dass sie als austauschbare einzelanbieter unflexible güter(fleisch,getreide,milch,zucker) produzieren,dafür sehr langfristige investitionen getätigt haben und die kaufkräftigen märkte weltweit gesättigt sind.
      mit anderen worten,die können nicht einfach so ihre produktion ändern.
      auch sind die familienarbeitskräfte i.d.r. dermassen eingespannt,dass neue geschäftsfelder nur selten in angriff genommen werden können.
      hochwertiges fleisch,wie sie es nennen,ist nur ein nischenprodukt,tierwohl ist freiwilliger zwang,dessen finanzierung nicht gesichert ist,aber man hofft,dass alle mitmachen.

    • fred huber sagt

      “Veggie nimmt zu, unaufhaltsam, denn es ist eine schlüssige zukunftsfähige, leckere Ernährungsform.”

      wenn das so ist, verstehe ich den veitztanz nicht, den hier so mancher aufführt. dann löst sich das “problem” der tierhaltung ja von allein, wenn keine nachfrage mehr da sein sollte. diverse vereine kann, man dann ja getrost in die tonne kloppen. staatliche eingriffe überflüssig! prima!

      • Alois Wohlfahrt sagt

        Ja, meine volle Zustimmung. Dann wird ja alle von alleine gut und wir brauchen uns nicht ständig kloppen.

      • Anwalt der Tiere sagt

        Es muss schon an der Senkung der Nachfrage gearbeitet werden. Gewohnheiten sind zäh. Fleischessen ist wie so ein Glaubenssystem. Das einzig “rationale” Argument ist der Geschmack (was jetzt nicht heißt, das vegan nicht schmeckt, es schmeckt nur anders, und da sind wir wieder bei den Gewohnheiten). Vegan ist Vernunft. Leider hat es die Vernunft und das sachliche Argumentieren mit Fakten heute schwer. Aber selbst in den USA werden die Trumpisten den dortigen Vegantrend nicht aufhalten, jedenfalls nicht in den großen Städten.

        • fred huber sagt

          bevor man nicht so weit ist, dass man auch die menschlichen hinterlassenschaften für die nahrungsmittelerzeugung, in form von dünger, nutzen kann, ist nachhaltige vegane ernährung nicht möglich.
          auch die frage was man mit den ernteanteilen macht, für die sich die menschen zu fein sind, müsste geklärt werden. große teile der ernteflächen (grünland) nicht nutzen, da nicht für den menschen direkt verwertbar?

          bis diese unklarheiten nicht beseitigt sind, können wir über großflächige vegane ernährung nicht ernsthaft nachdenken. bis dahin müssen die paar großstadthippster eben von den anderen mit durchgefüttert werden. 😉

          • Anwalt der Tiere sagt

            Da würde ich Sie ernsthaft bitten, mir das genauer zu erklären.

            Die Masttiere schöpfen ihren Mist ja nicht aus der Luft, sondern aus den Pflanzen, mit denen sie gemästet werden. Kann man daher Pflanzen (z.B. u.a. die von Ihnen angesprochenen für menschlichen Verzehr nicht geeigneten Ernteanteile) nicht direkt statt durch den Darm des Schweins zu Dünger umwandeln (Kompost)?

            Was die Gründlandnutzung betrifft, ist es doch so, dass es bei pflanzlicher Ernährung keine Nährstoffverluste durch “Veredelung” gibt. Das heißt, dass bei weniger Tierhaltung mehr Menschen von den Äckern ernährt werden können. Das Problem ist doch vielmehr, dass Gründland zur Intensivierung der Pflanzen- und Tierproduktion umgebrochen wird. Das Wachstum der Tierbestände beschleunigt also den Prozess, dass Grünland zu Acker umgewandelt wird.

            • fred huber sagt

              wir bestellen also unsere felder und was wir nicht selber verwerten können/wollen wandert wieder ungenutzt auf dem acker als düngung. nochmals: wir bestellen also mit einem relativ hohem aufwand unsere felder, nur um freiwillig x % wieder auf den acker zu schmeißen, obwohl durchaus zum verzehr durch tiere geeignet. macht das sinn?
              wobei ich ihnen bei schweinen sogar fast recht geben muß, da die eine gewisse nahrungskonkurenz dem menschen gegenüber darstellen. speisereste darf man ja, soweit ich weiß, nicht mehr verfüttern. die werden ja lieber verbrand oder zu gas….
              zum grünland:
              soweit ich weiß schrumpfen die tierbestände in deutschland eher. ihrer logik nach müsste also mehr acker in grünland umgewandelt werden. das dem nicht so ist, hat vor allem politische gründe. stichwort grünlandschutz. 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert