Bauer Willi
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Wer verdient eigentlich an den hohen Lebensmittelpreisen?

Dass die Lebensmittelpreise enorm gestiegen sind, hat mittlerweile jeder mitbekommen. Wie nicht anders zu erwarten, geht jetzt die Suche los, wer denn an der enormen Preissteigerung verdient. Schon ist die Rede von Inflationsgewinnern, zu denen die Landwirtschaft gehören soll:

https://www.ifo.de/publikationen/2022/aufsatz-zeitschrift/gewinninflation-und-inflationsgewinner

Was in der Publikation nur ganz am Rande und sehr versteckt erklärt wird: für die  allermeisten Agrarprodukte macht nicht der Landwirt den Preis, sondern der bildet sich an der Börse, unterliegt also dem Welthandel. In dem obigen Artikel und in den Medien wird aber der Eindruck der “Kriegsgewinnler” erweckt, so als würden “die Bauern die Gunst der Stunde nutzen, um sich ein paar Euro extra in die Tasche zu stecken.”

Klar ist, dass in unserem Betrieb die Erlössituation im Wirtschaftsjahr sehr gut sein wird, weil die Kosten für die Produktion noch relativ günstig waren, weil noch nicht vom Krieg beeinflusst. Diesel hatten wir noch zu Preisen von rund 1 €/l im Tank und Dünger hatten wir ebenfalls zu Vorkriegspreisen eingekauft. Verkauft haben wir zu hohen Preisen. Das ändert sich nun gewaltig! Wir haben teuren Diesel und teuren Dünger gekauft, die Preise für unsere Produkte fallen aber zur Zeit. Daher kann ich den Gewinn aus 2022 nicht ausgeben, sondern benötige ihn zur Deckung der deutlich gestiegenen Kosten. Das wird von den Medien aber nicht erwähnt!

Es gibt aber auch Wissenschaftler, die ganz andere Ursachen für die stark gestiegenen Lebensmittelpreise sehen. Es sind die Global Player wie Unilever, ADM oder Nestle, die unter dem Vorwand gestiegener Rohstoffpreise ihre Marge deutlich erhöht haben. Und zwar deutlich mehr als den Einkaufspreis. Und auch die Supermarktketten machen da keine Ausnahme.

https://www.wsi.de/de/blog-17857-inflation-oder-trittbrettfahrer-preissteigerung-nur-wegen-der-energiekrise-45465.htm

In diesem Zusammenhang noch eine wichtige Bemerkung: Die Erlöse, die Ackerbauer oder Milchproduzenten erzielen, können die gestiegenen Kosten derzeit abfangen. Wo die Rechnung seit langem nicht mehr aufgeht ist bei den Schweinebauern. Hier sind die Preise bei weitem nicht in dem Maße gestiegen, wie es zur Deckung der Kosten nötig wäre. Wer für die Produktion von Schweinefleisch bei einem Preis von 1,40 €/kg wie im Jahr 2021 zur Deckung der Kosten 1,80 €/kg benötigte, dem ist nicht geholfen, wenn er jetzt 2,00 €/kg bekommt, aber 2,50 €/kg zur Kostendeckung benötigt.

Die Folge wird sein, dass immer noch mehr Schweinehalter in Deutschland aufhören müssen. Die seit langem versprochenen Gelder für einen Stallumbau auf mehr Tierwohl kommen (falls sie denn kommen) für viele zu spät. Es wird keine Tiere mehr für den Stall geben.

Das Schweinefleisch wird zukünftig vermehrt aus dem Ausland kommen. Wir scheinen aus der Energiekrise nicht gelernt zu haben. Wir begeben uns sehenden Auges in die nächste Abhängigkeit.

 

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83 Kommentare

  1. Bauer Fritz sagt

    Für die Feiertage:
    Ich darf euch 2 Vorträge/Gespräche empfehlen mit dem Chef der österreichischen Bundesanstalt für Agrarwirtschaft, wo es vor allem um die Einkommen in der LW und deren Entwicklung geht. Diese BA ermittelt dies aus den Daten der freiwillig buchführenden Betriebe, es sind also höchstoffizielle Daten. Wenn auch nur für Österreich, ist doch anzunehmen, daß dies für Deutschland sich ähnlich verhält.
    1) https://www.youtube.com/watch?v=TQw4fOxYkVU (1°12 Std)
    2) https://www.youtube.com/watch?v=F0-hDjKTa_U (DI Thomas Resl ab 2°08’44”)
    Hinweis: Vortragsfolien extrem informativ

    Einige Aussagen:
    *) Der Stundenlohn für die Bauern liegt meist unter 10 Euro
    *) Die Einkommensentwicklung ist (in Ö seit EU-Beitritt) bestenfalls seitwärts
    *) Der Einkommensabstand der lw. Tätigen zu unselbstständig Erwerbstätigen liegt ist keinem EU-and größer als in Österreich und liegt bei 1 zu 3.

    Wie andere Einkommen der LW vermuten, zeigt ja in Deutschland das ifo (wobei der frühere Chef des ifo, Prof. Hans- Werner Sinn, für solche Schlagzeilen-Meldungen dem Schreiber vermutlich die akademischen Titel entzogen hätte) oder in Österreich die Arbeiterkammer (https://www.nachrichten.at/wirtschaft/hohe-gewinne-auf-verbraucherkosten-ak-kritisiert-agrarfoerderungen;art15,3762352#kommentarArt__outer)

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  2. Rudolf Weishaupt sagt

    Erst mal danke für den sehr sachlichen und informativen Beitrag! Diese Klarstellungen sind wirklich nötig. Ich bin überhaupt kein Fachmann, habe aber mittlerweile begriffen, dass Landwirte und Landwirtinnen nicht nur etwas von den Produkten verstehen müssen, die sie erzeugen, sondern auch Geräte reparieren, Bürokratie bewältigen und wirtschaftlich planen können müssen. Die hohen laufenden und jeweils anstehenden Investitionskosten sind schließlich sehr kapitalintensiv.

    Als, wie ich hoffe, einigermaßen bewusster Verbraucher versuche ich, mein Geld für Lebensmittel so auszugeben, dass es vor allem der heimischen Landwirtschaft zugute kommt. Ich kaufe zum Beispiel beim „größten deutschen Bio-Handelsunternehmen“ nicht automatisch alles, wo „Bio“ draufsteht.

    Zur Situation der Schweinebauern. Ich habe darüber viel von Dirk aus dem YouTube-Kanal „Bocholter Landschwein“ gelernt. Leider veröffentlicht er in letzter Zeit nur noch kurze Nachrichten auf Facebook. Er ist dabei, seinen Betrieb umzustellen, und hat deshalb nur noch wenig Zeit für die etwas aufwändigeren Videos. Verstehe ich.

    Die spanische Landwirtschaft beliefert uns – grob gesagt – mit zwei Arten von Schweinefleisch:
    1. dem billigsten Schweinefleisch (jedenfalls aus den westlichen EU-Ländern)
    2. dem teuersten Schweinefleisch (Iberico)
    In welche Richtung (!) soll es denn gehen, wenn Schweinehaltungsbetriebe sich in Deutschland umorientieren? Ich meine, die Antwort müsste klar sein.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Es gibt gar nicht so viel richtiges Iberico, wie derzeit sogar im Discounter angeboten….hier wird mit der Herkunftsbezeichnung viel Schindluder betrieben. Gab dazu unlängst einen Beitrag im DLF.

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    • Ferkelhebamme sagt

      Spanien hat es gar nicht nötig nach D zu liefern. Da müssen sie den Blick schon weiter schweifen lassen.
      Wir waren bei einem rechnerischen Selbstversorgungsgrad von 120% (trotzdem Import-Weltmeister von Edelteilen!), die Tierzahlen von November zeigen einen Rückgang von 20 %(!!) in 2 Jahren, der auch noch nicht gebrochen ist. D.h. wir sind jetzt schon unter Selbstversorgung. Özdemir hat soeben sein Förderkonzept vorgestellt: nur oberste Haltungsstufen, gebunden an Fläche, gedeckelt auf 1 Mrd über 4 Jahre, gedeckelt auf 200 Sauen o. 3000 MS, gedeckelt auf 600.000 EUR pro Betrieb. Sprich: an jeglicher Realität vorbei.
      Sie möchten zukünftig kein chilenisches Schweinefleisch? Dann müssen SIE jetzt auf die Barrikaden gehen, wir sind zu wenige und werden nicht mehr gehört. Und schauen uns schon mal nach alternativen Einkommensquellen um.
      Bitte fragen Sie beim Einkauf/im Restaurant nach, woher es kommt. Achtnung! Das Tier, nicht wo es geschlachtet/verarbeitet wurde. Sie werden staunen.

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      • Rudolf Weishaupt sagt

        Selbstversorgungsgrad von 120 % bedeutet Überproduktion, also Export. Wenn dieser Selbstversorgungsgrad um 20 % zurückgeht, hätten wir 100 %, also volle Selbstversorgung hier in Deutschland. Oder rechne ich falsch? Muss ich 20 % von 120 rechnen, das wären dann 96 %. Bitte helfen Sie mir!

        • Reinhard Seevers sagt

          Der SVG ist ein Gradmesser für gar nichts…..deswegen auch unwichtig in der Argumentation.

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          • Thorens sagt

            Was Kollege Seevers meint ist, dass der SVG nichts aussagt dazu, wie wir versorgt sind. Rein zahlenmäßig haben wir bei SVG 120 % mehr produziert als verspeist. Dennoch haben wir auch bei diesem Satz Schweinefleisch importiert. Das hängt mit dem Verbraucherverhalten zusammen. Während weniger hochwertige Teile des Schlachtkörpers vom deutschen Verbraucher überwiegend verschmäht werden, kauft der mehr Schnitzel, Schinken, Lende usw. Sogar mehr als ein SVG von 120 % an diesen Teilen hergibt. Daher der Import einerseits und andererseits Export der weniger edlen Teile. Es gibt nicht mehr sehr viele Fans von z.B. Blutwurst oder auch anderen Würsten, in die weniger hochwertiges Fleisch hineinkommt. Auch Schweinekopf oder -füße sind nicht besonders beliebt hierzulande.

            Daher: Sinkender SVG – auch von 120 % aus – bringt immer höhere Importmengen mit sich, wenn der Konsum gleich bleibt (!). Import aus Saaten, die sich oft einen feuchten Kehrricht um unsere Tierhaltungsvorschriften scheren, wie bei z.B. Tierwohl, Medikation – wie steht es dort z.B. mit dem Antibiotikaeinsatz in der Nutzviehhaltung? – und schon deswegen billiger produzieren können. Vermutlich auch, weil die Sozialstandards und -kosten im jeweiligen Land auf einem deutlich niedrigeren Niveau liegen als bei uns. Da spielt dann auch eine Reise des Produkts um die halbe Welt keine Rolle mehr. Für’s Klima anscheinend auch nicht.

            Womöglich werden wir eine Zeit erleben, in der nur der Gutbetuchte sich Fleisch aus Deutschen Landen noch leisten kann. Für den Pöbel, der nicht vom Fleische lassen kann, obwohl man ihm doch eindringlich dazu geraten hatte, muss es dann das Schweinefleisch aus Chile, China oder sonstwoher sein. Aber wir müssen ja das Klima retten…

            Viele, mich eingeschlossen, empfinden das, was da gerade geschieht, als himmelschreienden Irrsinn, der uns noch richtig gefährlich werden kann.

            Wir sind auf dem besten Weg, bei der Ernährung den gleichen Bockmist zu bauen, wie er uns jetzt so nach und nach aus anderen Bereichen auf die Füße fällt (Energie, Medikamente, Elektrochips, Solarpaneels…). Und jetzt machen wir das beim Fundamentalsten in der Versorgung ganz genauso. Irgendwann muss es doch mal funktionieren?

            Mich macht das fassungslos.

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            • Reinhard Seevers sagt

              “Was Kollege Seevers meint ist, dass der SVG nichts aussagt dazu, wie wir versorgt sind. ”

              Nein, der Seevers meint, dass der SVG für den Bauernverband immer ein Argument für die Produktion, und von den Gegnern ein Argument gegen die Produktion ist und war.
              In keiner anderen Branche wird ein SVG als Maßstab für Erfolg oder Misserfolg benutzt. DAS wäre auch Unsinn.

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            • Rudolf Weishaupt sagt

              Danke für die guten Erklärungen! Bis auf die letzten drei Abschnitte (Klimaschutz, Energie, Medikamente, Elektrochips, Solarpaneels…) bin ich ganz Ihrer Meinung. Ich finde, wir sollten hier nicht zu viel miteinander vermischen.

              Die Kulinariker, die ich verfolge, vertreten alle das Prinzip „Nose to tail“ und betonen auch, was einem entgeht, wenn man zum Beispiel keine Innereien isst. Das glaube ich. Aber leider ist dieser Zug für mich schon sehr früh abgefahren. In den ersten 18 Lebensjahren habe ich überhaupt kein Fleisch gegessen, nicht etwa aus „Überzeugung“, sondern weil ich als kleines Kind Hofschlachtungen erlebt habe (Schweine, Hühner) und das für mich Sensibelchen ein wenig zu viel war. Später habe ich mich dann in die hinterste Ecke des Speichers geflüchtet und mir die Ohren zugehalten, wenn ich wusste, dass wieder ein Schwein geschlachtet wurde. – Interessant: Fleisch zu essen habe ich erst als Student in der Mensa gelernt. Dort war das angebotene Fleisch (Sauerbraten, Gulasch, Schnitzel …) so „anonym“, die Saucen so nichtssagend, dass ich lernen konnte, es zu essen.

              Bis heute esse ich keine Innereien, kein Geflügelfleisch und auch sonst – außer filetiertem Fisch, also ohne Kopf und Flossen – nichts, was kleiner ist als Schwein. Ich finde das heute zwar schade, glaube aber nicht, dass ich mich noch umgewöhnen kann. Ich finde es wichtig, wenn Eltern, die nicht selbst Vegetarier oder Veganer sind, ihren Kindern schrittweise und behutsam zeigen, wie lecker auch Leber, Niere, Pansen, Herz oder Hirn sein können. Leberwurst esse ich übrigens sehr gern, so inkonsequent und irrational ist das! Habe gestern noch beim Metzger hier vor Ort eine sehr, sehr leckere Weihnachtsleberwurst gekauft.

              • Thorens sagt

                “Ich finde, wir sollten hier nicht zu viel miteinander vermischen.”

                Hmmm.. – auch in der Schweinefleischproduktion hängt Vieles mit Vielem zusammen. Da lässt dann die isolierte Betrachtung von lediglich einem Segment kein vollständige Bild entstehen. Leider wird das aber oft so gemacht, was dem Empfänger der Nachricht eben kein vollständiges Bild vermittelt. Aber solch einfache Wahrheiten, die dann unter Umständen ihren Namen nicht verdienen, eignen sich gut dazu, die zu lenken, deren Aufmerksamkeitsvermögen mehr als das Einfache nicht zulässt. Das Tatsächliche ist etwas Anderes.

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        • Arnold Krämer sagt

          Nicht die “Überproduktion” (SVG 120 %) ist das Problem, sondern die Tatsache, dass der Aufbau der Produktionskapazitäten in D nicht besonders “klug” vom Staat gesteuert und begleitet wurde. Jetzt “korrigiert” der Staat dieses mit massiven Kostenbelastungen, so dass die Schweinbauern nicht mehr wettbewerbsfähig sind. Das Problem der Exportsperren wegen der Afrikanischen Schweinpest kommt erschwerend hinzu. Und Schweinefleisch ist medial einfach über viele Jahre “kaputtgeredet” worden. Außerdem vermehren sich die Schweinefleischesser nicht mehr besonders gut und werden immer älter. Die nationale Nachfrage geht anders als bei Geflügel- und Rindfleisch spürbar zurück. Und alles zusammen ist in der Wirkung desaströs. Die Schweinehalter (insbesondere die Ferkelerzeuger) klagen zurecht.

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          • Ferkelhebamme sagt

            „Die nationale Nachfrage geht anders als bei Geflügel- und Rindfleisch spürbar zurück.“
            Ein Hauptgrund ist, dass in Kitas und Schulen Schweinefleisch von den Karten gestrichen wurde, weil Kinder dabei sind, die es aus religiösen Gründen nicht essen dürfen. Wenn ich meine Meinung dazu kundtue, werde ich in die rechte Ecke gestellt, das bin ich nicht, deshalb halte ich lieber den Mund.

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            • Brötchen sagt

              Ja Hebamme ist so. In den großen Städten sind über 50 % der Kinder, die kein Schweinefleisch essen.
              Den Stress mit dem Wahlessen tun sich die Betreiber nicht an, also gibt es Geflügel und den Kindern ist das egal, was da für Fleisch drin ist.
              Haben sie weniger Aufwand mit Organisation und fertig die Laube.
              Ist eben in dem Land so, was total auseinander fällt.
              Aber langsam dämmert den Herrschenden ja, das ihre Leistungsträger sich verkrümmeln…..nicht umsonst ist das Rententhema wieder dicke da.
              Um das Spielfeld stehen nur noch Zuschauer und Schiedsrichter, gibt nur noch zwei Spieler! Und die Zuschauer prügeln sich auch noch.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Die 50% sind von einer NGO ermittelt worden….Studie ist bei der TAZ nachzulesen.☝
                  Und wenn nicht, dann ist es dennoch so, weil es so ist. So wie Methan von Rindern die Welt untergehen lässt.

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                • Brötchen sagt

                  Peter einfach die Statistik Bevölkerung ansehen..
                  Bevölkerungspyramide….ist alles veröffentlicht.
                  Ob es nun 40, oder 50 oder 60 sind muss man gucken….

                  Es sind bestimmte Klassen nach Alter veröffentlicht, müßte man dann noch zusammenrechnen.

                • Peter sagt

                  Ich mache am besten auch mal eine Studie: 100 Kinder an`s Buffet …es gibt kuspriges Schweineschnitzel mit Pommes; Ketschup und Majo; Rosenkohl, Erbsen…Cola / Am Nebentisch gibt es die liebevollsten Biogerichte, Salate, Vollkornbrot, planzliche Aufstriche, Kräutertee, Säfte Ergebnis: dass Buffet war nahezu leer, hin und wieder Streit beim Zugreifen, weil das Personal nicht mit dem Nachlegen nachgekommen ist…gibt nun erhöhten Aufwand bei der Reinigung. (an der Salat-Theke haben sich dann später ein paar auffällig schlanke “Muddi`s” bedient)

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            • Arnold Krämer sagt

              Das sind Fakten. Wenn man die nicht mehr benennen darf, ist man weit hin. Ich erlaube mir die Freiheit, es zu tun und habe es auch getan, als ich noch in Amt und Würden war. Mit rechts hat das nichts zu tun. Also nur Mut.

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              • Brötchen sagt

                Herr Krämer, wer noch geschäftlich tätig ist, der hat schon einiges zu verlieren.
                Es kommt heute nicht darauf an, was man sagt, sondern wer es sagt!

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                • Arnold Krämer sagt

                  Man muss die Dinge benennen, weil man den Landwirten erklären muss, warum der Markt für Schweinefleisch ein schrumpfender Markt ist und zwar schon seit vielen Jahren. Wer da investiert, muss wirtschaftlich sehr stark sein. Auch darum geht es und ging es.
                  Gut, ich hatte leicht reden, weil in meiner Region vor rund 15 Jahren ein neuer Geflügelschlachthof aus dem Boden gestampft wurde. Die demografische Entwicklung begünstigt u. a. diese Produktionsrichtung.

                • Brötchen sagt

                  Herr Krämer, hier wissen die Kollegen das selber!
                  Jedenfalls mein Eindruck.
                  Es wird genau abgewogen.

                  Ich denke auch, Geflügel hat die größte Zukunft! Alles einfacher, Umschlag schneller usw.

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        • Ferkelhebamme sagt

          Der SVG ist Statistik (wo wir wieder beim Thema wären) und gaukelt eine Überproduktion vor. Um den Hunger der Deutschen auf Filet, Lachs und Nacken zu stillen, reichten diese Schweine aber bei 120% schon nicht aus, wie Thorens auch schon sehr gut erklärt. Was der Deutsche verschmähte (knorpelige Teilen, Innereien, Bäuche) wurde wertschöpfend nach Asien exportiert. Dank ASP kaum noch möglich, so dass diese Wertschöpfung wegfällt und auch dieser Umstand das Fleisch schon teurer macht.
          Es geht hier auch jetzt nicht um Algebra, sondern um das Bewusstsein, wie rasant die Schweinehaltung hier gerade verschwindet. Das ist erst der Anfang. Wenn man liest, dass in Niedersachsen im letzten Jahr 16 % der Sauenbestände abgebaut wurde, sollte einem bewusst sein, dass das die ungeborenen Schweine des nächsten Jahres sind. Und die Statistik gibt nicht wieder, dass die Novemberbestände noch viele Sauen enthalten, deren Halter die Haltung gerade aufgeben. Ein Sauenstall wird nicht von heute auf morgen leer geräumt, sondern langwierig gruppenweise. Und wenn die weg sind, sind die weg, Sauenställe kann man nicht mal eben wieder voll machen, wie einen Maststall (wenn man denn Ferkel bekäme, nicht wahr liebe Mäster?)

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          • Reinhard Seevers sagt

            Man kann den SVG ruhigen Gewissens ignorieren, es hilft niemanden, ihn für oder gegen die Versorgung des Volkes, zu nutzen.
            Lasst ihn einfach aus allen Diskussionen raus, er heizt lediglich den Disput an.

          • Hans Gresshöner,Landwirt sagt

            “(wenn man denn Ferkel bekäme, nicht wahr liebe Mäster?)”

            Ferkel sind zu bekommen,aber teuer.
            Der Händler hat ne “grosse Klappe”,er fürchtet,es nicht mehr bis zur Rente zu schaffen.

            • Ferkelhebamme sagt

              Teuer ist relativ.
              Kollegen müssen gerade Wartezeiten hinnehmen, was sie sonst nicht kannten, und nehmen, was angeboten wird, z.T. mehrere Herkünfte gemischt

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        • Aber an Schweinen wird es knapp.

          Wer von Selbstversorgung träumt,
          Der soll auch jetzt regionale oft teurere weil besser in der Qualität Früchte kaufen,

          Denn wenn der Bauer ganze Schläge mit Salat umpflügen muss, weil nicht nachgefragt oder anderes billiger war,
          dann braucht er diesen auch nicht mehr anzupflanzen, wenn die Leute vermehrt danach fragen, wegen Verknappung.
          Dann ist anderes auch knapp

    • Hans Gresshöner,Landwirt sagt

      “In welche Richtung (!) soll es denn gehen, wenn Schweinehaltungsbetriebe sich in Deutschland umorientieren?”

      Den Verbraucher interessiert “gut und günstig” und Malle als Urlaubsinsel.
      Er kauft keinen höheren Mehrwert,was immer das auch ist.Punkt!

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      • Rudolf Weishaupt sagt

        Mich interessiert der höhere Mehrwert, also die Produktqualität, schon, muss aber nicht gleich Iberico sein! Übrigens schauen Sie sich mal an, wie das Thema in der Spitzengastronomie diskutiert wird. Es gibt jetzt sogar eine deutsche Schweinehaltung mit Iberico-Tieren. Es gibt auch gute, teilweise alte deutsche Schweinerassen, die nicht so sehr auf „mager“ und „schnell“ gezüchtet sind. – Also, noch mal: In welche Richtung soll es denn gehen? Billig oder qualitativ hochwertig?

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        • Reinhard Seevers sagt

          Man muss es aus der Sicht des Durchschnittsbürgers betrachten, nicht wie unsere Politiker es auch tun, aus dem Blickwinkel einer gut verdienenden elitär fühlenden Schicht. Einfach die Blase verlassen und in die andere Welt eintauchen.

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        • Arnold Krämer sagt

          Die deutschen Schweinehalter können und machen beides, denn beides ist gut und wird nachgefragt. Mit dem erzieherischen Ansatz in alle möglichen Richtungen wird nationales Einkommen und nationaler Wohlstand politisch zerstört. Die Bürger haben es aber noch nicht gemerkt. Jedenfalls schlägt es sich bisher nicht im Wahlverhalten nieder.

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        • Rolf Sieling sagt

          Das ist wohl ein Witz. Deutsche Iberico? Die Sorte ist halb verhungert, komplett schlechte Zunahme. Wie argumentieren sie dann bezüglich Futterverwertung und Schadgase? Schweinegülle wäre sicher doppelt soviel vorhanden, pro kg Schlachtgewicht. Das ist gerade vorteilhaft.

        • Brötchen sagt

          Herr Weishaupt, über das Thema was sie ansprechen, herrscht sehr viel Verwirrung und Unkenntnis!
          Ich habe mich damit intensiv beschäftigt und mache das auch noch Hobbymäßig.
          Die Gastronomie habe ich alles durch:

          die haben das Problem, weil die immer schnell nach einer Neuigkeit sind…..die meisten interessiert die Qualität nur am Rande! Nehme die mit, aber es gibt ja wieder ne Schwiegermutter, die eine schöne Tochter hat.
          Weil dieses Geschäftsmodell in der Gastronomie auch nur bedingt funktioniert!
          Gucken Sie in die großen Städte wer das was angefangen hat und wieder weg ist!
          Selbst Schubeck mit seinen Gewürzen hat nicht funktioniert.
          Ich als Erzeuger habe das Problem, ich müßte eine Standardqualität auf hohem Niveau erzeugen, die ich aber ehrlicherweise nicht erzeugen kann!
          Deshalb bräuchte ich Kunden, die den Weg mitgehen und Einschränkungen in Kauf nehmen.
          Das Problem ist aber die wollen und Können! das aber nicht leisten! Also beisst sich die Katze immer wieder in den Schwanz!

          Weil die Standardquali ist auch nicht so schlecht.

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      • Ja, wenn er in Guten Zeiten nicht nachfragt, dann hat er später eine Verknappung
        Oder weniger Auswahl.

    • Rudolf Weishaupt sagt

      In welche Richtung denn jetzt mit der Schweinehaltung? Billig oder qualitativ hochwertig?

      Vor geschätzt zehn oder 15 Jahren las ich von der evangelischen Akademie Tutzing, dass sie das Essen für ihre Gäste auf hochwertige und regionale Produkte umstellen. Wurde damals als Erfolg gefeiert. Und heute? Ich zitiere aus einer Eigendarstellung vom 28. Februar 2022:

      „Die Schlossküche der Evangelischen Akademie Tutzing ist bekannt für ihre hohe Qualität. Die Küche setzt vor allem auf Zutaten aus ökologischem und regionalem Anbau – und alles wird frisch zubereitet. Zuletzt hat das Team um Küchenleiterin Barbara Polhuis die Zeit der Ruhe genutzt, um neue vegetarische Gerichte auszuprobieren und die Bandbreite an Rezepten zu erweitern. Fisch und Fleisch kommen nach wie vor auf die Teller der Tagungs- und Veranstaltungsgäste, allerdings nicht zu jeder Mahlzeit an jedem Tag. Wir folgen auch hier einen verantwortungsvollen und nachhaltigen Credo im Umgang mit Natur und Klima“

      Das Konzept ist wohl auch heute erfolgreich. Also, noch mal meine Frage, ich bleibe hartnäckig: Billig oder qualitativ hochwertig? In welche Richtung soll es gehen mit der Schweinehaltung in Deutschland?

      • Arnold Krämer sagt

        Die Bildungshäuser bedienen in ihren Küchen doch nur eine besondere Sorte Verbraucher. Vergessen Sie nicht die Besucher der Fussballstadien und der Weihnachtsmärkte.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Irgendwie scheint eine ganz bestimmte Gruppe innerhalb der Gesellschaft den Kontakt zum Michel komplett verloren zu haben….🤔🥴

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      • firedragon sagt

        Herr Weishaupt,
        der Tod ist nie billig. Fleisch ist nicht billig.
        Fleisch ist ein Grundnahrungsmittel, welches sich jeder leisten können sollte.
        Selbst das günstigste Stück Fleisch ist in Deutschland von guter Qualität.
        Wenn Sie von Qualität oder billig sprechen, meinen Sie wahrscheinlich, dass diese Frage nach Qualität, gleichbedeutend ist mit teuer.
        Natürlich kann Fleisch teurer werden, wird es auch. Die Schicht, die sich teures Fleisch leisten kann, ist allerdings dünn.
        An anderer Stelle hatte ich das mal erklärt, das mit der teuren Qualität und dem Verbraucher, der für Qualität mehr zahlt und das die nicht mehr werden.

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      • Ferkelhebamme sagt

        “Billig oder qualitativ hochwertig?” Ich verstehe die Frage nicht 😉 In Deutschland produzieren wir qualitativ Hochwertiges billig. Wir vwollen es künstlich durch eine andere, tiergerechtere Haltung verteuern. Zusätzlich zu zu Inflation, verdoppelten Gestehungskosten und eintretender Knappheit.
        Ein Schnitzel ist ein Schnitzel, ob konventionell oder aus Offenstallhaltung, Qualitätsunterschiede sind rassebedingt.
        Ich würde gerne ein anderes Haltungskonzept fahren, Pläne liegen in der Schublade.
        Um die selbe Tierzahl zu halten brauchen wir etwa das dreifache an Fläche, für die Neu- und Umbauten bei derzeitigen Baukosten ein Investitionsvolumen von 7 Mio EUR ! Und ich halte kein einziges Tier mehr als jetzt. Plus der Mehraufwand, der durch die neue Haltung entsteht. Der ist immens, für Einstreu ( lfd. Kosten plus Lager-,u. Mistplatz) und Arbeitskraft. Scheisse wird ganz schön teuer, wenn sie zu Mindestlohn gekratzt werden muss.
        Wieviel sind SIE bereit, für ein Schnitzel zu bezahlen? Wieviel kann Otto-Normalverbraucher für ein Schnitzel bezahlen?
        Der Bio-Anteil beim Schweinefleisch beträgt seit Jahren ziemlich konstant 1%. Und der Markt ist gesättigt.
        Was ich damit sagen will: es liegt nicht in unserer Hand, wie das Schwein zukünftig gehalten wird, sondern in Ihrer und Ihrer Mitmenschen. Oder es muss massiv subventioniert werden, wie Ötzi es andeutet, aber mal wieder total realitätsfern versemmelt. Derweil verschwinden die, die es umsetzen könnten, immer mehr von der Bildfläche. Und das ist gewollt.

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    • Christoph aus der Stadt sagt

      @ Weishaupt
      Ich lese hier schon ein paar Jahre mit. Und da ist mein Eindruck, dass die Landwirte hier eher etwas empfindlich reagieren, wenn man ihnen mit dem Thema Produktqualität kommt. Das mag daran liegen, dass Medien und Politelite in verzerrender Weise bevorzugt idyllische Bauernhöfe anpreisen, die edle Fleischprodukte wie in der guten alten Zeit herstellen, womöglich noch mit alten, langsam wachsenden Rassen. Topqualität zu Preisen, die sich eben nur Gutverdiener leisten können oder wollen. Die Landwirte dort werden dann als die edlen ehrlichen Bauern dargestellt, die es besser machen als die ordinären und überkommenen Schweinezüchter, die 5000 Schweine in der Halle haben und die bestenfalls mal im Skandalreport auftauchen. Tatsächlich ist das in den Medien gezeichnete Bild der Landwirtschaft ungerecht, da es Letztere sind, die das Gros der Ernährung sichern, denn Lebensmittelhandel und -industrie kauft nicht bei Ersteren, weil dort weder ausreichende Mengen zur Verfügung stehen, noch zu Preisen produziert wird, die der Durchschnittsbürger zu zahlen bereit ist.
      Dass ein französisches Label Rouge Huhn, das langsam wachsend 120 Tage alt wird und 10,-/kg kostet, aromatischer ist als ein deutsches Standardhähnchen für 3 Euro, weiß auch ein deutscher Landwirt.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Wer nicht merkt, dass die Werbung eine Weltsicht formt, Träume produziert, Gefühle erzeugt…..um zu VERKAUFEN, dem ist nicht zu helfen.
        Die Lindt-Maitre-Chocolatiers schöpfen doch auch keine Lindt- Pralinen mit der Hand und dennoch wird damit etwas transportiert und VERKAUFT.
        Agrarerzeugnisse müssen ganz viele Botschaften transportieren und die Werbung schafft es, alle Register zu ziehen…..und die Gegner rufen ganz laut: Das ist alles Betrug!
        Dann fordern sie gleichzeitig, dass Landwirtschaft so werden muss, wie es die Werbung suggeriert, dass sie sei. Voll Gaga….aber so ist es nunmal. Der Mensch will beschissen werden.

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      • Ferkelhebamme sagt

        Jetzt weiß ich schon wieder nicht, in welche Schublade ich gehöre, wir machen beides. Zu 99% das Standardschwein und als Liebhaberei reinrassige Durocs. Das Fleisch ist schön marmoriert, was es zart, saftig und schmackhaft macht. Einige wenige, für die gutes Essen ein Stück Lebensqualität ist, wissen das zu schätzen und schauen nicht auf den Preis. Leben kann man davon nicht. Der Großteil der Deutschen möchte mager (Fett ist bäh) und günstig. Das ist einfach so.
        Auch hier Augen auf beim Duroc-Kauf: die Spitzenqualität liefern nur reinrassige Tiere, was in den Märkten so günstig als Duroc angeboten wird, hatte vllt irgendwann mal einen Duroc zum Vater, mehr aber auch nicht.

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  3. Hans Gresshöner,Landwirt sagt

    Immerhin wurde die Prämie für die Kiebitzschutzfläche NRW ab 2023 um ca. 33% erhöht!
    Jetzt muss ich die Viecher nur überzeugen,mehr zu werden.

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  4. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Übrigens: Es gibt hierzulande aktuell lt. Statistik knapp 1,4 Mio. staatlich alimentierte Pensionäre. Diese erhalten demgemäß ca. 3.200,00 € Altersversorgung im Schnitt pro Monat.

    Dabei müssen wir uns Bauern nicht wirklich wundern, warum gerade wohl auch diese Personengruppe uns Bauern ständig in die Suppe spuckt, wenn Rukwied marktschreierisch die Gewinn auf unseren Höfen bei fast 100.000,00 Euronen im Durchschnitt angesiedelt sieht.

    Neid ist das Gift in unserer Suppe, das wir alle lieber nicht essen sollten. – Warum also spuckte Rukwied soviel „Gift“, das uns Bauern nachweislich schwer schädigt…!?

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  5. unkomplizierter Wurzelwicht sagt

    Ja nun, irgendwo sind wir Bauern ein Stück weit selbst schuld, dass wir als gesellschaftliches Schutzschild für die Mächtigen unserer Agrar- und Ernährungsindustrie herhalten müssen. Rukwied hat uns tumbe Tore allesamt schließlich für Aussenstehnde medial überzeugend rechtzeitig zum Start in die im eigentlichen entschleunigend besinnliche Weihnachtszeit zu den SUPERREICHEN innerhalb unserer Wohlstandsgesellschaft aufsteigen lassen. Das schafft natürlich Unmut u. Wut, grenzenlosen Neid in Reihen derer, die an der Ladentheke jetzt überteuert latzen müssen. Unseren Rohstoffpreisen in Summe ist das jedenfalls in Ausschließlichkeit wohl kaum geschuldet. – Schaut euch die Erzeugerpreiskurven an.

    Unsere hochgelobte rote Svenja hat in Zeiten einer bevorstehenden Völlerei gestern und heute audiovisuell gefordert, wir Bundesbürger müssen uns in Summe gesünder ernähren, Ökoprodukte müssen(!) in den Kantinen- u. Schulenspeisungen auf die Teller. Dabei stellt diese wilde Kämpferin der sozialdemokratischen Partei Deutschlands(!) eindeutig und unmissverständlich klar, dass ein solches „Rotstift-Programm“ noch sehr viel mehr Bauernblut kosten wird, weil eben dasselbe rot-grüne Ernährungsmodell in erster Linie billig vonstatten gehen muss. – Was das für uns Bauern bedeutet, kann sich jeder Einzelne an seinen fünf Fingern abzählen!!! Eine solche Partei argumentiert mit dem „Schlachtruf“, dass händische Arbeit nicht mehr gerecht entlohnt wird!? Was läuft falsch in unserem System, das zunehmend unsere demokratisch freiheitlichen Grundpfeiler enorm ins Wanken bringt!?

    Ja, und wenn ich nun dein Statement, lieber Willi, hierzu geistig verinnerliche, so tust auch du genau das, was alle anderen Kolleginnen und Kollegen, ausgestattet mit einem nachweislich durchaus gesunden Gewissen bei wachem Verstand, aktuell zwar zähneknirschend, aber unbeirrt dennoch aus eigenen finanziellen Mitteln schultern u. mit unruhigem Baugefühl vorfinanzieren: Exorbitant verteuerte Produktionsmittel einkaufen, denn ohne diese funktioniert schlussendlich die Produktion in erster Linie nicht nach Vorstellung genau jener selbsternannten Gralsritter, welche nach wie vor tagtäglich unbeirrt blutrünstig auf ihren Raub- und Beutezügen unterwegs sind. Jedes kleine Bäuerlein, das sich hier kampfeslustig in den Weg stellt, wird eliminiert; Finger weg vom „heiligen Manna“, das eben selbige Feudalherren bis zum heutigen Tage aus dem Nichts für sich selbst zu generieren wissen.

    Solange wir Bauern forthin untätig dabei zuschauen, dass das Abfallprodukt Sägemehl derzeit für bis zu 1.000,00 €/t, unser hochqualitativer Weizen hingegen für heute kaum mehr 300,00 €/t, das schwarze und weiße Gold vom Acker vergleichsweise zu Erzeugerpreisen gehandelt werden, die infolge des extremsten Dürrejahres seit Menschengedenken, wo die Erträge in vielen Regionen entsprechend eingebrochen sind, betriebswirtschaftlich keine allzu großen Sprünge zulassen, denn nach der Ernte ist bei den Bauern bekanntlich schon immer vor der Ernte…!!! Als konventioneller Ackerbauer gestehe ich hierzu unumwunden klipp und klar ein, ich fahre auf die Fläche, um Geld zu verdienen und nicht um mein hart erarbeitetes gutes Geld schlechtem sofort hinterherzuwerfen. Das ist absolut legitim, ansonsten hätte unser Familienbetrieb nicht bis heute überlebt!!! Gerade unsere rote Svenja sollte erkennen wollen, dass eine Ökologie auf unseren Höfen nur im Einklang mit einer gelingenden Ökonomie vollzogen werden kann.

    In der Ukraine (er)frieren die Menschen derzeit, dennoch müssen sie ihr Getreide verschiffen lassen, um die Erzeugerpreise an den Börsen brutalst ruinieren zu lassen. Das USDA nutzt genau eine solche Perfidität extrem dreist aus. Hier wie da, zum Schaden der Menschen, die hiervon betroffen sind – eine generelle Feststellung; wobei natürlich die Ukrainer alle infolge des barbarischen Überfallskrieges heute in einer noch ganz anderen Dimension gerade um‘s eigene Leben bangen und kämpfen müssen. Umso unerträglicher für einen gesunden wachen Geist, dass selbst an einer moralisch und ethisch überhaupt noch irgendwie vertretbaren Deadline unsere „Edelmänner“ sich selbst angesichts eines solchen in sämtlichen Bereichen bedrohlichsten Schreckgespenstes on top noch weitaus effizienter gnadenlos zu bereichern wissen.

    In Bälde werden die Jahresbilanzen unserer mächtigen Konzerne im Nahrungsmittelsektor veröffentlich. Nackte Zahlen, die eben genau vorgenannte Effekte in ihrer Faktizität ganz unmissverständlich ins grelle Licht der Öffentlichkeit zerren werden. …Und DIESE werden gefeiert, euphorisch gefeiert!? – Wahnsinn!

    Man lässt sich beklatschen für WAS!? – Profitgier, Charakterlosigkeit, Menschenverachtung, die Macht des Geldes!?

    Jaaaa, das wird wohl so sein, denn noch sterben viele Bauernhöfe sehr einsam, still und leise!!!

    Unsere Stiftungen und Superreichen, die sich wohl in Bälde jeden Acker zu krallen wissen, um dort die Krumenrenditen einstreichen zu können, werden aber weitaus beißwütiger ihre Zähne zeigen. Dann müssen sich genau diejenigen sehr warm anziehen, die gegenwärtig die treudoof ackernden Lemminge auf den heute noch verbliebenen Höfen gewaltsam ausziehen…!!! – Das Geld muss arbeiten – solche Menschen nicht.

    „Wenn du wissen willst, was Gott über Geld denkt, dann sieh dir die Menschen an, denen er es gibt.“ (Irisches Sprichwort)

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    • Stadtmensch sagt

      “das eben selbige Feudalherren bis zum heutigen Tage aus dem Nichts für sich selbst zu generieren wissen”

      Verachtfacht seit 2008:
      https://www.federalreserve.gov/monetarypolicy/bst_recenttrends.htm

      Muss nur noch jemand in der Schuldenfalle die Zinsen erwirtschaften. Solange das möglich ist, wird niemand an diesem “Kettenbrief-Finanzsystem” etwas ändern. Ein Zeichen für dessen Stabilität ist die Möglichkeit, Zinsen zu erhöhen. Aber da hat @Lady sicher eine ganz andere Erklärung.

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      • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

        Da sollten Sie blitzschnell gnadenlos zuschlagen, man wird Ihnen das “Zeug” förmlichst aus den Händen reissen.

        Haben manche Sägewerker im Osten solche Begehrlichkeiten tatsächlich noch nicht realisiert!?

        Ich mag das kaum glauben…

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      • Hans Gresshöner,Landwirt sagt

        Der Jungunternehmer,der sich bei Horst Lüning beschwerte,berichtete von 300€ pro to Sägemehl und deshalb wäre sein Biokraftwerk nicht mehr wirtschaftlich.

    • Rolf Sieling sagt

      Falsch im System läuft zum einen die Verschwendung von Lebensmitteln, vorrangig durch die Konkurrenz der Supermärkte. Es muss eine riesige Auswahl geben und nur ein Teil erzielt die nötigen Preise. Der Teil für die Tafeln erzielt garnichts, obwohl ich es den Leuten gönne.
      In jedem Fall bezahlt der Erzeuger diese Mischkalkulation. Ohne jeden Zweifel wird die Kaufkraft der Menschen in den kommenden Jahren woanders als in den Lebensmitteln gebunden sein. Wie kann man damit umgehen?
      Zum Anderen sind tatsächlich im Energiesektor hohe Renditen zu erwirtschaften, auch wenn die Moral den Landwirten im Wege steht. Wir müssen Wege finden alles miteinander ortsgebunden zu verbinden. Ich bin eigentlich Optimist. Planwirtschaft hat noch nie lange funktioniert, beim Klimawandel sind wir noch nicht am Schlechtesten dran, andere Teile der Welt können auch nicht mehr nur billig exportieren und es wird sich zeigen, das die Lebensmittelindustrie niemals die Vielfalt, den Geschmack, natürliche Inhaltsstoffe kopieren kann.

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  6. firedragon sagt

    “… Wer verdient eigentlich an den hohen Lebensmittelpreisen? …” war ja die eigentliche Frage.
    Antwor – der Staat.
    Durch die MwSt verdient der Staat an jeder Preissteigerung.

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    • Stadtmensch sagt

      Also das funktioniert so: der Staat leiht sich Geld an den Kapitalmärkten, das er verzinst zurück zahlen muss. Damit macht er dann “Wummse” für Corona-Lockdown-Beihilfen, Corona-Medikament-Profite, Spritpreisbremsen und sonstige Markteingriffe.

      Das Geld kommt nett verzinst wieder bei den Kapitalgebern an. Aktuell sehr glücklich ist, wer Großaktionär bei Fossilenergie-Lieferanten oder Rüstungsbuden oder internationalen Lebensmittelhändlern ist:

      https://www.washingtonpost.com/world/2022/08/08/oil-companies-profits-inflation/
      “Put together, these five major companies made $55 billion this past quarter, as hundreds of millions of people around the world bore the brunt of surging prices at the pump.”

      Das viele Geld können die dann wieder in NGO stecken, die den Markt bereiten für Anlagen zur Nutzung regenerativer Energie. Oder in lukrative Militärsatellitensysteme, bis es in ein paar Jahren auch im Orbit nuklear rummst und das Kessler-Syndrom jede weitere Nutzung von Satelliten verhindert. Aber ich schweife ab…

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      • Arnold Krämer sagt

        Frage, wer oder was bremst oder verhindert diesen Wahnsinn, der Wähler ist vermutlich zu beschränkt?
        Die Eingriffe führen zu immer mehr Verzerrungen und Ungerechtigkeiten. Das kann ich zumindest für den kleinen, von mir halbwegs überschaubaren Bereich der emsländischen Landwirtschaft behaupten und in Einzelfällen auch beweisen.
        Und die Kaste der politischen “Wohltäter” bedient sich bei alledem auch noch selbst.

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        • Stadtmensch sagt

          Herr Krämer, es gibt einen chinesischen Fluch:
          “Mögest Du in interessanten Zeiten leben!”

          Leider sind die Zeiten momentan sehr interessant bzw. voll ausgeprägter Wahnsinn.

          Als Einzelner ist man auch immer Gefangener der Matrix, in die man hinein sozialisiert wurde (so wie es Michael Schmidt-Salomon) immer sagt. Da können dann viele Wahrnehmungen und mögliche Deutungen durchs Raster fallen. Mal abgesehen von der Verfügbarkeit ausreichender Informationen.

          Da ich wegen des Totalausfalls der Grünen und der Linken politisch heimatlos geworden bin, kann ich mir hier noch etwas den Frust wegschreiben und anderen die Lebenszeit klauen.

          Unser Politisches System ist für mich eine sehr interessante “Scheindemokratie”, die in ihrer tatsächlichen Funktionsweise in einer Fülle von Literatur beschrieben wird. Wenn es wenigstens eine Meritokratie wäre, bliebe ja noch etwas Hoffnung aber so….

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          • Reinhard Seevers sagt

            Hab gestern mit dem Chef einer Straßenbaufirma telefoniert. Hoher Krankenstand von 30%, eine Woche Dauerfrost mit bis zu -8°C und nachfolgend jede Menge Regen….da bekommt er gestern eine mail vom Straßenbauamt, dass er bitte noch vor Weihnachten die 300m Radweg fertigstellen solle. Am Ende des Schreibens der Hinweis: Bin vom 20.12. bis zum 6.1.23 in Urlaub!
            😎
            Manche haben anscheinend das Gespür für die arbeitende Bevölkerung komplett verloren.

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            • unkomplizierter Wurzelwicht sagt

              Tja, lieber Reinhard, ein solches Beispiel könnte ich Dir auch liefern.

              Nur noch Verrückte…!? – Wer soll dann bald noch arbeiten!?

              Jeder der kann, schmeißt da den Bettel doch hin.

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            • sonnenblume sagt

              Sklaverei ist das. Sie merken es nur nicht, weil sie schon so weit vom einfachen Arbeitsleben entfernt sind.

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          • firedragon sagt

            “… Da ich … politisch heimatlos geworden bin, …”
            🙂 Stadtmensch, Kopf hoch, das wird wieder. Die lassen Dich nicht auf der Straße stehen.

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          • Arnold Krämer sagt

            “Gefangener der Matrix”….. Da ist sehr viel dran. Aber das ist ja kein Hochsicherheitstrakt in dem wir leben und genug zu “essen” (anders als für Boris Becker in englischer Haft) gibt es ja auch. Man muss nur in den Großstädten in Buchhandlungen gehen und stöbern. Hab das gerade mal wieder (bei Dussman in Berlin, Friedrichstr.) praktiziert und das Pamphlet “Gegenangriff” von Nadja Niemeyer erworben.

            “Auf der Rückseite des Buchdeckels heißt es: Die Gemeinschaft der Tiere kam zum Schluss, dass Homo sapiens als Schädling zu betrachten sei. Der Beschluss, die Welt von den Menschen zu befreien, wurde ausschließlich im Interesse des Naturschutzes gefasst.”

            Anderes Beispiel der “Befreiung”:
            “Eine kurze Geschichte der Trunkenheit” des Engländers Mark Forsyth.
            Dort heißt es in Kapitel 3: “Städte entstehen dadurch, dass Landwirte zu viel arbeiten. Im Grunde basiert die ganze Menschheitsgeschichte darauf, dass Landwirte zuviel arbeiten………….Ein unfehlbares Anzeichen für landwirtschaftlichen Überschuss ist der Umstand, dass es bewohnte Orte gibt, an denen keine Lebensmittel produziert werden. Solche Orte nennt man Städte.”

            Abends habe ich dann Dieter Nuhr beim Jahresrückblick 2022 (ARD morgen 21.45 Uhr) genossen. Soviel zu den Wirkungen meiner Sozialisation.

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            • Dass Dieter Nuhr noch von den ÖR gesendet wird, ist ein kleines Wunder. Allerdings wurde er zeitweise massiv zurechtgestutzt.

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            • Stadtmensch sagt

              “Der Beschluss, die Welt von den Menschen zu befreien”

              Da müssen sich die paar verblieben Wildtiere keine Mühe geben. Das erledigen die Menschen schon selbst.

              Hab mal irgendwo aufgeschnappt, dass die Biomasse der Ameisen größer ist als die der Menschen. Jede Ameise kann ihr hundertfaches Körpergewicht tragen. Diese Winzlinge betreiben Tierhaltung und Sozialstaaten und sie produzieren keinen Müll. Nur am Rande…

              Achso, statt kurzweiliger “Geschichte der Trunkenheit” leg ich mir “Geschichte der Prignitzer Landwirtschaft” unter den Tannenbaum. Schwere Kost…

              😉

            • Elisabeth Ertl sagt

              “Der Beschluss, die Welt von den Menschen zu befreien, wurde ausschließlich im Interesse des Naturschutzes gefasst.”
              Das wird bei uns in den Alpen gerade in die Tat umgesetzt. Fies nur, dass hinter diesen “Tieren” in Wahrheit ein urbaner wildnisgeiler Mob steht.
              Klaus Hackländer attestiert den Almbauern, die aus einem für Außenstehende kaum noch nachvollziehbaren Idealismus (aus einer spirituellen, “indigenen” Kraft heraus, wie Stadtmensch kürzlich gemeint hat) auf Flächen weitab jeder Zufahrt Unkraut mit der Sense mähen, Gehölz schwenden etc., um dort weiterhin ihre Tiere weiden zu lassen; er attestiert ihnen, sie lebten seit 150 Jahren schon in einer Komfortzone: “Das tut natürlich weh, wenn ich das sage, aber de facto ist es doch so …
              Das ist kein unnatürliches Verhalten, wenn ein Wolf mehrere Schafe reißt, sondern ein unerwünschtes Verhalten … Almen, wo ich nicht mit dem Fahrzeug hinkomme, die wird es einfach in Zukunft nicht mehr geben, weil ich kann dort keinen Herdenschutz machen … Und es gibt auch genügend Almen in Österreich, wo wir den Herdenschutz nicht so durchführen können … dann werden wir frustriert feststellen: Dafür brauch ich Geld, Menschen, Technik, und das ist natürlich etwas, das limitiert ist, wo es nicht so viel gibt von, an gut ausgebildeten Hirten, an vorhandenen gut funktionierenden Herdenschutzhunden, und das wird dazu führen, dass wir dann in der Diskussion darauf hinkommen, dass wir sagen: So wie wir ja heute Almwirtschaft betreiben in Österreich, wird das nicht weitergehen; (es) wird einfach klar kommuniziert werden müssen: wir haben Almen, die sind mit den aktuellen Rahmenbedingungen nicht mehr zu bewirtschaften. Diese Herdenschutzhunde sind mit Vorsicht zu genießen. Ich kann die nicht einfach mit Wanderern konfrontieren … Wenn ich mir vorstelle, dass wir nun tatsächlich überall im Alpenraum Herdenschutz betreiben mit Zaun und Herdenschutzhunden, bedeutet das natürlich auch Einschränkungen für den Wanderer, aber natürlich auch Einschränkungen für die Wildtiere …
              Der Wolf ist ein echter Game Changer. Der ändert nicht nur, wie viele Nutztiere wir auf der Alm stehen haben werden in 10 Jahren, sondern wie unsere Landschaft aussehen wird, und wie auch der Tourismus diese Landschaft entdecken wird …
              Die Bevölkerung wird mehr in Richtung vegetarisch/vegan, langsam, aber sie wird es, bewusster beim Fleischkonsum … Brauchen wir 460.000 Nutztiere auf unseren Almflächen? Ist das nicht sogar zu viel für die Ökosysteme draußen – oder provoziere ich durch diese vielen Almtiere draußen, dass der Wolf kommt? Der Wolf nimmt dir (Bauer) dieses Nutzungsrecht, weil er da ist … Das ist die neue Realität …
              Und da ist es wichtig, dass man ehrlich miteinander umgeht, dass man nicht sagt: Ja, das kriegen wir schon alles hin mit Herdenschutz.
              Theoretisch müsste man ja wirklich diese Landwirte dann betreuen und mit ihnen auch reden …
              Dazu bräuchtest du viel mehr Personal … die nachher Entschädigungszahlungen abwickeln, die Landwirte betreuen, beraten, trösten … “

                • Reinhard Seevers sagt

                  Am Ende ist es eine Frage des Geldes Elisabeth. Gab ja auch Zeiten in denen die Bergbauern ihre Kinder verkauften oder sie in die Ferne schickten, um zu arbeiten. Subventionen, Anteilsscheine Solawi….alles Formen zur Aufrechterhaltung einer gewünschten Form der Nahrungserzeugung. Wenn der Volksouverän nun eine Landschaft zum Wandern lieber unterstützen möchte, dann wird einfach Geld umgeschichtet und Bauern werden eleminiert.
                  Das Steak kommt kostengünstiger aus Argentinien und in den Alpen wandert der Bürger neben dem Wolf in heiler Natur….es ist vollbracht.

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                • Elisabeth Ertl sagt

                  Hackländer unterstellt den Bauern gar nicht, dass sie für ihre Arbeit Geld nehmen. Am Ende schränkt er nämlich ein: “Was schade wäre, und das ist die Aufgabe der Politik, das zu verhindern, wenn zu viele Landwirte aufgeben würden mit der Almbewirtschaftung, wegen dieser wunderschönen Kulturlandschaft, die die Bauern GRATIS für uns Stadtbürger gestalten und pflegen … ”
                  Nein, nicht der Wolf nimmt den Bauern das Nutzungsrecht, sondern jene, die sich als neue Herren dieser Landschaft sehen, und die den keineswegs vom Aussterben bedrohten Wolf nur als Werkzeug nutzen für ihre Zwecke. Man will diese Landwirtschaft nicht mehr, nur dort und da soll noch eine Kulturlandschaft von diesen Dodln gratis gepflegt werden als Kulisse für die Touristen, mit denen in Zukunft nämlich nicht die Bewohner, sondern die Herren in der Stadt ihre Geschäfte machen werden.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Elisabeth, man braucht ja auch noch ein wenig Kulisse und Komparsen für die ganzen Bergrettungsfilme oder andere Schmonzetten.🤗

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                • Elisabeth Ertl sagt

                  Übrigens: Warum haben die ihre Kinder fortgeschickt? Weil die Industrie ihnen den handwerklichen Nebenerwerb genommen hat. Von Landwirtschaft allein konnte man dort nämlich noch nie leben.

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              • Brötchen sagt

                Der Wolf nimmt an sich nicht das Nutzungsrecht.
                Es erhöht den Aufwand zur Zeit exorbitant! Bei der Weidehaltung ist ja der Clou oder der entscheidende Vorteil, das man theoretisch sehr geringen Aufwand hat.
                Ich hätte ja ne Idee, wie man technische Lösungen erarbeiten könnte zum Herdenschutz.
                Zur Zeit gibt es keinen! sicheren Herdenschutz.
                Was mich erstaunt, da ich in BB viel Kontakt zu Landwirten habe.
                Es gibt hier erstaunlich viele Schafhalter (noch), es sind weniger, aber es gibt sie noch.
                Ich denke das Problem beim techn. Herdenschutz sind die Invest, die man brauchte.
                Zur Zeit sind bei uns in BB die Wildbestände stark abnehmend.
                Selbst in B. schreibt man…..wo sind die Wildschweine hin.
                Der Wolf wird da extrem aufräumen…Mufflon, Damwild, Rothirsch, Reh…….selbst Rehbestände sind abnehmend.
                Dann wird er sich verstärkt an Haustierbeständen zu wenden.
                Wenn die denn auch entsprechend reduziert sind, denke ich doch die überzähligen Tiere werden abwandern.
                Was die ASP Zäune betrifft, bin letztens einiges im Oderbruch abgefahren, da ist teilweise weiträumig abgezäunt, mit sehr stabilen Wildzäunen(höchste Quali nicht die einfachen) und auch mit Toren, die auch zu sind.
                Die Höhe ist vom Wolf, denke, zu überwinden. Kann aber sein, das die das aus Vorsicht meiden.
                es gibt aber mehrere Zaunlinien. War überrascht über die Qualität, die wirklich gut ist.

                Das als Wasserstandsmeldung zum Wolf.

                In den Alpen ist natürlich der Aufwand noch höher und eigentlich nicht machbar.
                Im Endeffekt käme es auf eine clevere Strategie an, weil es ja die Täler gibt und wenn man die Eingänge von unten abriegelt, hungert man den oben aus.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Im angefügten link ist die Anhörung aus einer Ausschusssitzung des Bundestages zu sehen. LKW- Fahrer und deren Arbeitsbedingungen….sehr interessant anzuhören und sehr schöne Parallelen zur LW. Die LKW- Fahrer müssen an den Rampen der Logistiker selber ausladen, die großen Player drücken ihnen die Zeit und die Kosten für die Entladung auf…..usw.
      Es brodelt überall…
      https://www.youtube.com/watch?v=CaepicHuvdA

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  7. Die Preise für Agrarrohstoffe (das was die LW größtenteils produziert) sind nur zu einem Bruchteil an den Lebensmittelpreisen beteiligt. Jahrzehnte lang waren die Agrarrohstoffpreise derart niedrig, dass kein Landwirt weltweit zu diesen Preisen kostendeckend produzieren konnte. Möglich war dies dadurch, dass die Nachfrage niedriger war als das Angebot. Profitiert von dieser Situation haben vorallem der Handel, die Verarbeiter und eben auch der Verbraucher. Poltiker aller Farben (allen voran Özi) haben in scheinheiligen Sonntagsreden die niedrigen Preise “beklagt” und eine höhere “Wertschätzung” der Lebensmittel gefordert. Jetzt, wo die meisten Preise für Agrarrohstoffe (ausser Schweinefleisch, Obst, Gemüse) dort angekommen sind, wo sie längst hätten sein sollen, ist die Empörung riesig, und die Politik tut alles, um die alte Situation wiederherzustellen. Da werden in Windeseile Handelsbakommen mit allen möglichen Regionen der Welt geschlossen und sogar die Exporte aus der Ukraine in die EU geleitet , um die hiesigen Märkte mit Agrarrohstoffen zu fluten, und es wird sogar über einen Agrarpreisdeckel dikutiert. Die Scheinheiligkeit und Verlogenheit der Politik wird immer deutlicher, es schwindet jeglicher Respekt vor dieser Kaste und man muss wirklich aufpassen dass man nicht radikalisiert.

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  8. firedragon sagt

    Landwirtschaft ist kein ‘Inflationsgewinner’.

    Die Getreidepreise der Ernte 2022 waren/sind endlich auf einem Niveau, auf dem sie seit mindestens zehn Jahren hätten sein sollen, um die stetig steigenden Kosten (Versicherungen, Löhne, Maschinenkosten u.a.) decken zu können und noch Investitutionskapital bilden zu können.

    Da ich mit ‘dem Endverbraucher’ zu tun habe, kann ich folgendes Beispiel geben, warum zbspl im Flaschenweinbereich die Preise angehoben werden müssen.
    Vorweg, in jedem Produktionsschritt steckt Energie!
    Die Verpackungskosten (Weißblech = Schraubverschluss und Kartonage = Kartonumverpackung) wurden bereits im November 2021 angehoben. Der Mindestlohn wurde angehoben, das bedeutet, es entstehen im vorgelagerten und nachgelagerten Bereich, rund um die Traube, Mehrkosten. Wein (ich weiß, “unnötiges” Luxusgut), wird in Flaschen abgefüllt. Vor 1,5 Jahren lag der Flaschenpreis im Schnitt bei 22cent. Ab Januar 2023 wird der Durchschnittspreis bei etwas 50cent liegen/pro Flasche.
    Und das ist jetzt nur eine Preissteigerung, die mir, als Betrieb, aufgedrückt wird und die ich nicht beeinflussen kann, ich aber an den Kunden weitergegeben muss, um nicht draufzulegen.

    Ähnlich gilt das für alle Lebensmittel, die eingedost/eingeglast werden.

    Und noch was, für den Laien – Umsatz ist nicht Gewinn!

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  9. Elisabeth Ertl sagt

    Artenschutzkonferenz: “Für weniger Kontroverse sorgte der Beschluss, Förderungen zu beenden, die die Umwelt zerstören. Dazu erklärten die Staaten, umweltschädliche Anreize und Subventionen bis 2025 zu identifizieren und auslaufen zu lassen.

    Dabei geht es vor allem um Gelder für die Landwirtschaft und die Fischerei, aber auch für fossile Brennstoffe. Ab 2030 sollen solche Subventionen jährlich um 500 Milliarden US-Dollar sinken, so das neue Abkommen.” https://www.derstandard.at/story/2000141938541/staaten-einigen-sich-auf-globales-abkommen-fuer-den-artenschutz

    • Bauer Willi sagt

      @Elisabeth, das Beste wäre es doch, alle Subventionen zu streichen! Ich will die nicht, sie sorgen aber dafür, dass Lebensmittel billig bleiben. Sollen sie doch ruhig teuer werden. Ich habe nur Mitleid mit den Menschen auf diesem Globus, die sich dann kein Essen mehr leisten können…

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      • Elisabeth Ertl sagt

        Ich finde ja auch den Generalverdacht gegen die Landwirtschaft falsch. Es gibt Formen von LW, welche Biodiversität zerstören, und andere, die sie überhaupt erst schaffen.
        Was die Leistbarkeit von Lebensmitteln betrifft: wo ist denn das Geld, das diesen Menschen fehlt? Ich behaupte, bei Elon Musk, Jeff Bezos & Co.

  10. Smarti sagt

    Sind denn die Preise überhaupt schon hoch ? Die sind doch nun endlich ihren Preis wert. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern sind die Preise wohl immer noch unterdurchschnittlich.
    Die Mindestlöhne wurden angehoben, deshalb musste ja auch der Durchschnittslohn steigen, um überhaupt noch Personal zu kriegen, was in der Landwirtschaft und den Lebensmittelverarbeitern sehr schwierig ist.
    Viel Geld bleibt auch auf der Straße liegen, die ganzen Transporte haben sich immens verteuert ( Diesel und Fahrermangel, Stau).
    Die Energiepreise sind bekanntlich auf Jahre unberechenbar, auch bisher gut laufende Unternehmen können nur hoffen, irgendwie durch die Zeit zu kommen.
    Die sehr niedrigen Lebensmittelpreise bisher waren eine sehr wirksame Inflationsbremse, welche der Bevölkerung den Kauf von Dingen und Reisen ermöglichte.
    Jetzt der Landwirtschaft Preistreiberei zu unterstellen ist eine Frechheit.
    Außerdem habe ich meinen plötzlichen Reichtum noch nicht gefunden ?!

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  11. Brötchen sagt

    Guten Morgen Willi!

    Viele Menschen haben keine Vorstellung, welche Umsätze so ein Landwirtschaftsbetrieb überhaupt erwirtschaftet.
    Nur so kann ich mir erklären, das manche unrealistische Forderungen überhaupt zustande kommen.

    Das Geld für den Stallumbau nutzt einem doch nix, wenn man hinsichtlich der Perspektive kaum Klarheit hat:
    – EU Marktregelungen
    – Haltungsstufen sind längst beim LEH etabliert, für die neuen Haltungsstufen müßte erst ein Markt aufgebaut werden
    – Bewirtschaftungskosten sind wesentlich höher und die Effektivität der Produktion sinkt und auch die Verluste steigen
    – die Regelungen sind viel zu kompliziert und für den Laien nicht zu durchschauen.

    Ich erkläre das immer so…..jeder qm Beton als Fläche kostet richtig Geld, wenn die dann noch schlecht ausgelastet ist, dann erhöhen sich die Kosten exorbitant.

    – zudem sind die sich anbahnenden Umweltauflagen gigantisch……roten Gebiete, “Hofabwässer” usw…
    darüber gibt es überhaupt keine finanziellen Folgeabschätzungen.

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  12. Frikadellen piet 44 sagt

    moin ich vermute es wird ein ganz schöner Umbruch in der Landwirtschaft stattfinden schongunsten der Schweinehalter wie du auch geschrieben hast ich bin sehr gespannt wie sie das Ganze entwickelt der Handel der Produkte verursacht wesentlich mehr Kosten aufgrund der Produkt des Transports und deshalb sind die Produkte so teuer aber es ist genau wie du sagtest schwer zu erklären wieso so viel

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