Bauer Willi
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Wer baut denn heute noch einen Stall?

Wer investiert heute denn noch in einen Stall. Wo doch die Tierhaltung in Deutschland abgeschafft werden soll…(Ironie?)

Ich habe Reinhard Seevers, der einigen hier im Blog sicher bekannt ist, gefragt. Er ist Architekt für Stallbauten und muss es wissen.

  • In welche Tierarten wird bevorzugt  investiert?

Aus meiner Sicht, die ja nur begrenzte Aussagekraft haben kann, ist die Planungstätigkeit im Agrarbau in den Jahren 2025 und 2026 eine der höchsten der letzten 25 Jahre. Die Zahl der Umsetzungen ist aber dennoch geringer, als 1993ff, da die baulichen Anlagen größer und die Planung extrem komplexer geworden sind. Ich beurteile dies aus der Sicht eines freischaffenden Planers, der sich in den 7 nördlichen Bundesländern ausschließlich mit Rind, Schwein, Pferd und Legehenne befasst. Für Mastgeflügel und für Biogas kann ich keine Aussage treffen, diese Bereiche haben sich derart vertikal organisiert und spezialisiert, dass es für einen Einzelkämpfer nicht oder nur sehr schwer umsetzbar ist. Meine Aufgaben teilen sich in 50:50 Schwein und Rind auf, zus. kommen noch Bio-Legehennen und Pferdebetriebe sowie diverse Kleinigkeiten wie Nachgenehmigungen oder
Kompostierungsanlagen etc. dazu. Die Größenordnungen variieren zwischen 60 Bio-Sauen in Mecklenburg und 3000 Sauen in Sachsen-Anhalt. Die Anpassung an Tierwohl mit der Aussicht auf bis zu 50% Förderung sind u.a. Auslöser solcher Entscheidungen.

Im Rinderbereich reichen die Spannweiten ebenfalls von 40 Kühen auf Tiefstreu bis hin zu 700 Kühen mit Melkroboter. Bei der Milchviehhaltung sind der zuletzt gute Milchpreis und die Standortsicherung, sowie die zunehmende Technisierung und Arbeitskräftereduzierung Indikatoren für eine Investition. Ganz oben stehen ebenso Aufgaben wie die ausreichende und umweltkonforme Gülle- und Silagelagerung.

  • Wie würden Sie den Typ Landwirt beschreiben, der jetzt noch einen Stall plant?

Die Frage nach dem „wer investiert“ beinhaltet sowohl regionale, produktionsspezifische als auch soziale Belange. Investiert wird von den Betriebsleitern oder den Betrieben, die über eine adäquate Nachfolge verfügen. Die Motivation ist eine zukunftsfähige, bestmöglich zu technisierende, Tierwohlkonforme und arbeitsextensive Form des Wirtschaftens. Regional spaltet sich die Mittelgebirgsregion zunehmend ab. Intensivregionen suchen händeringend nach noch nutzbaren Standorten, haben aber in der Regel durch die vorhandenen regionalen Vorbilder auch eine soziale „Nachahm-Motivation“. Sollte ich es auf einen Nenner bringen, würde ich sagen: Es sind die Betriebe mit einem gesicherten oder in der Zukunft absehbaren gut ausgebildeten und motivierten Nachfolger.

  • Wie lange braucht es von der ersten Idee bis zum ersten Spatenstich?

Die Frage kann man nicht allgemein beantworten, da hier viele Bedingungen reinspielen. Der Zeitpunkt der Entscheidung liegt häufig schon weit in der Vergangenheit. Häufig ist der Ausbildungs-Abschluss der Nachfolger sowie politische Ankündigungen ein plötzlicher Auslöser, um Planungen anzuschieben. Vom ersten Gespräch bis zum ersten Spatenstich vergehen aber in der Regel mind. 2 Jahre. Alternativvorschläge, selektive neue Wahrnehmungen bei Kollegen, Messebesuche, landw. Informations-Veranstaltungen, Firmenaussagen etc. beeinflussen den Entscheidungsprozess immer wieder von Neuem.

  • Was ist für Sie als Architekt das größte Problem in der Planung?

Es gibt nicht das eine Problem. Die Planung, und ich beziehe jetzt die Bauantragstellung mit ein, ist grundsätzlich komplexer geworden. Die Planungsarbeit mit dem Antragsteller ist trotz vermeintlicher Gleichförmigkeit der Systeme extrem individueller geworden. Die individuellen betrieblichen Anforderungen und die fachlich verbesserte Ausbildung der jungen Betriebsleiter führen zu einer intensiven Beschäftigung mit der Aufgabe. In den Boomjahren der 1990er wurde häufig nur gesagt: „Wir wollen den gleichen Stall wie Kollege X, nur größer….“

Heute richtet sich die Planung zunehmend an der grundsätzlichen Möglichkeit aus, an dem gewünschten Standort in der gewünschten Größenordnung, überhaupt eine Planung umsetzen zu können. Ich fasse keine Planung an, die nicht gesichert den Immissionsschutzrechtlichen Anforderungen entspricht und damit den Standort erlaubt. Die Klärung des Standortes steht ganz oben. Es ist, wie allgemein häufig geraunt wird nicht so, dass das Baurecht die Umsetzung der baulichen Maßnahme so stark beeinflussen würde. Dies trifft im Baurecht eigentlich nur auf den Brandschutz zu, ansonsten ist es das Baunebenrecht, wie der Naturschutz, das Wasserrecht, der Immissionsschutz, das Tierschutzgesetz und der Denkmalschutz mit den Anforderungen der Archäologie, welche uns das Leben extrem erschweren und die Zeitschiene verlängern. Je nach Bundesland wird die Antragstellung noch mit dem Nachweis gem. Düngerecht verknüpft, was die unterschiedlichsten Umfänge annehmen und für viele Betriebe ein Ausstiegkriterium werden kann, wenn z.B. die notwendigen Flächen nicht mit der notwendigen Pachtdauer nachgewiesen werden können, oder überhaupt keine Flächen zu bekommen sind.

Neben der grundsätzlichen umfangreichen Unterlagenvorlage beeinflusst die persönliche Einstellung der Behördenmitarbeiter jedes Objekt individuell. Man glaubt ja nicht, wie abhängig man in einer überregulierten Gesellschaft immer noch von Menschen sein kann, die sich motiviert sehen, ihre persönliche Sicht auf den Antragstellenden zu haben. Wenn man dann noch die unterschiedlichen
Antragsverfahren der digitalisierten oder noch nicht digitalisierten Behörden und die daraus abgeleiteten formalen Anforderungen diskutieren muss, dann ist man häufig dabei sich zu sagen: warum tust du dir das eigentlich noch an?

Wichtig zu erwähnen ist, dass sich Anforderungen aus den unterschiedlichsten Rechtsbereichen häufig gegenseitig im Wege stehen und sich widersprechen. Diese Problemlage zu entwirren liegt dann beim Antragstellenden und seinen Unterstützern. Die Verwaltung ist in der Regel keine Hilfe, sondern eher ein Hindernis, weil jede Fachbehörde auf ihrer Forderung besteht. Hinzu kommt aus meiner Sicht auch eine Ungerechtigkeit bei der Umsetzung von Naturschutzrechtlichen Auflagen zur Kompensation von Flächenversiegelungen. Im Gegensatz zum Einfamilienhausbesitzer oder Gewerbetreibenden im Gewerbebetrieb, muss der Landwirt Gutachten und Flächenaufwertung aus eigener Tasche und eigenem Besitz bereitstellen und finanzieren. Bei der Sondierung zu Archäologischen Zwecken muss der Antragsteller den Gutachter bezahlen, die Bauverzögerung in Kauf nehmen und im Fall eines Fundes die gesamte Untersuchung bezahlen. Das ergibt dann schnell eine Summe von bis zu 50000,-€ …der Fund gehört natürlich dem Staat.

Wenn man als erstes Schreiben nach Antragstellung vom Bauamt zu lesen bekommt: „Ich weise Sie darauf hin, dass am 11.5.2026 die gesetzliche Rücknahmefiktion nach §69 Abs. 2, S 3 NBauO eintritt, wenn mir bis dahin nicht die nachgeforderten Unterlagen vollständig vorliegen sollten“  ….dann könnte man schreien, denn der Umfang der Nachforderung liegt im Ermessen der Behörde und die Erstellung von Gutachten innerhalb der Abgabefrist ist schlicht nicht möglich. Egal, die Behörde beruft sich auf das Gesetz. Das nennt sich dann „Bauturbo“….der Ball liegt aber erstaunlicher Weise im Spielfeld des Antragstellers

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70 Kommentare

  1. Promberger Konrad sagt

    Ich frage nach, Bauer Willi
    Ich habe mit meinem Kommentar als letztes mich selber gemeint, sondern was ich im positivem
    Sinne in einzelnen Fällen im weiteren Umfeld erlebe. Manche sind oder haben einen starken
    „Stamm“ Alle drei Jahre steht ein Baukran auf dem Hof,auch ohne Reinvestion von Bauland
    usw. Und sei es zwischendrin für eine schmucke Hofkappele ,damit der „da Oben“ oder der
    Namenspatron weis was er zu tun hat. Nicht selten sind es Frauen oder die Altenteiler zu-
    sammen die anschieben bis sie mit den Füßen voraus aus dem Haus getragen werden.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Die individuelle betriebliche Entscheidung muss ja niemand gutieren oder in Frage stellen. Sie bleibt eine individuelle. Genauso verhält es sich doch auch beim Wohnhausbau, wo häufig auch über die Grenze der Verdienstmöglichkeit oder ausschließlich mit der Notwendigkeit zweier Gehälter ein Wunsch erfüllt wird. Nur wird bei Wohneigentum meistens keine ökonomische Notwendigkeit zur Existenzsicherung oder Wohlstandssicherung umgesetzt. Auffällig ist, dass viele Landgasthöfe dicht machen, aber einige in neue Bettenhäuser investieren, weil sie ein Invest in Fremdenzimmer sehen…..so hat jeder sein persönliches Betätigungsfeld, das er beackert.

  2. Promberger Konrad sagt

    Die Familien die körperlich, geistig und finanziell gesund sind können Bauen.
    Trotzdem bleiben die allseits bekannten Risiken. Beruf und Hobby müssen sich decken.
    Bei den einen sind es Tiere bei den anderen die Technik.

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    • Jürgen Donhauser sagt

      Naja, diese Antwort könnte jetzt eher von einem staatlichen Berater oder Verkäufer der Industrie stammen. Wenn jemand geregelte Arbeitszeit und Einkommen hat, ohne persönlich mit seiner Existenz für seine Entscheidungen zu haften, der mag das so sehen.

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    • Bauer Willi sagt

      @Promberger
      Der Umkehrschluss Ihres Kommentares ist:

      Wer krank, debil und arm ist, sollte nicht bauen…

      Merken Sie was??? Wenn nicht, einfach nachfragen, ich helfe Ihnen gerne

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  3. Es war nicht alles schlecht was früher einmal gut war! sagt

    Ich würde auf keinen Fall im großen Stil in die Schweinehaltung investieren um dann für die großen Handelsketten zu produzieren. Ich warne auch davor große Abferkelställe mit Bewegungsbuchten zu bauen , das wird sicherlich kein dauerhaft anerkanntes Haltungsverfahren. Eine Lösung erkenne ich allerdings auch nicht da alle optisch ansprechender en Verfahren arbeitsmäßig nicht zu bewältigen sind. Und dann haben wir noch das Problem durch die Migration:
    https://www.instagram.com/reel/DYIP53jgX7g/?igsh=MTlmNmJ2Y2h3OWQwOQ==

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    • Arnold Krämer sagt

      Hier im Nordwesten investiert man in Geflügel oder besser gesagt, man versucht es. Nur in der Sauenhaltung stehen Umbaulösungen wegen der gesetzlichen Vorgaben an. Aber selbst wenn man garnicht aufstocken will, ist genehmigungsrechtlich Sand im Getriebe. Es ist zum Ko….
      Investitionen in der Schweinemast sind nicht nötig. Man kann Ställe kaufen oder pachten. Mittlerweile steht auch einiges leer.

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  4. Jürgen Donhauser sagt

    Nein Herr Seevers, es liegt daran dass wir Sauenhalter leider naiv gedacht hatten, wenn wir in neue Ställe mit neuen Haltungsanforderung investieren, zumindest diese Geld in der Abschreibungsdauer auch wieder erwirtschaften können. Jetzt sind wir in der Schuldenfalle und die Bank gibt uns kein Geld für ein weiteres „Abenteuer“! Es hat also weniger mit emotionaler Bindung zu Schweinen oder mangelnder Veränderungsbereitschaft zu tun, sondern schlichtweg mit finanziellen Zwängen.

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    • Arnold Krämer sagt

      Herr Donhauser, hier liegt ein Missverständnis vor. Herr Seevers fragt sich, warum sich die Politik und die Gesellschaft derart intensiv an der Sauenhaltung abarbeiten.

      Meine Gedanken dazu über den von Herrn Seevers genannten Grund hinaus:
      1. Die erste große öffentliche Kritik an Fehlentwicklungen in der nordwestdeutschen Viehhaltung hatte bezeichnenderweise den (Buch-) Titel “ Wer hat das Schwein zur Sau gemacht?“ ( Nina Kleinschmidt“)
      2. Die früher wenigen Studenten der Tierproduktion mit Schwerpunkt Geflügelhaltung gingen nach Studienende in die gut bezahlende Privatwirtschaft, die Studenten mit Schwerpunkt Schwein auch in den öffentlichen Dienst
      3. Betriebe mit Schweinehaltung waren typische landw. Ausbildungsbetriebe und damit offen für junge (auch weibliche) Menschen, die nicht aus der Landwirtschaft stammten. Das ist wichtig zu wissen, weil der Protest gegen die Nutztierhaltung überwiegend „weiblich“ und „städtisch“ ist.
      4. Die Sektor Schweinehaltung und hier insbesondere die Sauenhaltung hat mangels Finanzkraft keine wirksame Lobbyarbeit leisten können. Die integrierte Geflügelhaltung hat und hatte da ganz andere Möglichkeiten.
      5. Die Milchviehhaltung war aus wiederum besonderen Gründen sehr lange kein Angriffspunkt, also könnte sich auch deshalb der Tierschutz auf die Schweine konzentrieren.

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      • Inga sagt

        Also
        ist es den weiblichen Wesen vorbehalten sich um die Züchtung und Kleintierhaltung zu kümmern.
        Könnnn das die männlichen weniger fut?

      • Reinhard Seevers sagt

        Danke Herr Krämer, so hatte ich es gemeint.
        Es wäre wirklich interessant zu „erforschen“ warum gerade die Schweinehaltung derart emotionalisierend wirkt.
        Die Basis der Nutztierhaltungsverordnung lag bei den schlechten Haltungsbedingungen in der Kälbermast. Das ist heute eigentlich gar kein Thema mehr. Bei der Schweinehaltung haben Medien und NGOs mit ihren militanten Stalleinbrüchen immer wieder für Nachschub im Aufmerksamkeitsbereich gesorgt. Parallel haben einige Betreiber derart schlechte Vorbilder geschaffen, siehe z.B. Straathoff, dass sich bis heute Gerichte damit beschäftigen.

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        • Bauer Willi sagt

          Was sagt die KI? (Gemini)

          „Dass die Kritik an der Schweinehaltung oft lauter ausfällt als bei Rindern oder Geflügel, liegt an einer Mischung aus biologischen Faktoren, Haltungsformen und psychologischen Wahrnehmungen. Es ist ein komplexes Thema, bei dem Emotionen und Fakten oft aufeinanderprallen.

          Hier sind die wesentlichen Gründe für dieses Ungleichgewicht in der öffentlichen Wahrnehmung:
          1. Die „Intelligenz-Falle“ und Empathie

          Schweine gelten wissenschaftlich als kognitiv hoch entwickelte Tiere – oft werden sie in puncto Problemlösung und Sozialverhalten mit Hunden oder sogar Primaten verglichen.

          Wahrnehmung: In der Gesellschaft herrscht ein gewisser moralischer Konflikt: Je intelligenter wir ein Tier einschätzen, desto schwerer fällt uns die Akzeptanz einer reinen Nutzhaltung auf engem Raum.

          Vergleich: Rinder wirken auf viele Menschen eher stoisch und „gemütlich“, während Geflügel (vielleicht zu Unrecht) oft eine geringere kognitive Komplexität zugeschrieben wird.

          2. Haltungsbedingungen und „Naturferne“

          Die Schweinehaltung findet in Deutschland fast ausschließlich in geschlossenen Ställen statt, oft auf Vollspaltenböden ohne Einstreu.

          Mangelnder Auslauf: Während man Rinder (zumindest in der Milchviehhaltung oder Mutterkuhhaltung) noch häufig auf der Weide sieht, bleibt das Schwein für die Öffentlichkeit im Verborgenen.

          Fixierung: Kritische Praktiken wie der Kastenstand (bei Sauen) sind Symbole für die Einschränkung der Bewegungsfreiheit geworden, die es in dieser Form bei Rindern seltener gibt.

          3. Geruch und Umweltbelastung

          Die Schweinehaltung ist oft mit einer hohen lokalen Emissionsbelastung verbunden.

          Gülle-Problematik: In Regionen mit hoher Schweinedichte (z.B. Nordwestdeutschland) ist die Nitratbelastung des Grundwassers durch Gülle ein Dauerthema. Der typische, sehr intensive Geruch von Schweineställen sorgt zudem für eine geringere Akzeptanz in der Nachbarschaft als der eher als „ländlich“ empfundene Geruch von Kuhdung.

          4. Das Image der anderen Tierarten

          Es gibt eine Art „Romantisierung“ der Rinderhaltung und eine „Anonymisierung“ der Geflügelhaltung:

          Rinder: Die Kuh ist das Werbegesicht für Naturidylle und Alpenmilch. Auch wenn die Realität oft anders aussieht (Anbindehaltung ist teils noch erlaubt), ist das Image positiver.

          Geflügel: Hier ist die Kritik zwar vorhanden (besonders bei der Mast), aber die Tiere sind so klein und die Zyklen so kurz, dass die individuelle Bindung oder das Mitleid der breiten Masse oft geringer ausfällt als beim „Säugetier Schwein“.“

          Zusammenfassend läßt sich sagen: Die Möglichkeiten zur Skandalisierung sind in der Schweinehaltung höher als bei anderen Tierarten.

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          • Reinhard Seevers sagt

            „Wahrnehmung: In der Gesellschaft herrscht ein gewisser moralischer Konflikt: Je intelligenter wir ein Tier einschätzen, desto schwerer fällt uns die Akzeptanz einer reinen Nutzhaltung auf engem Raum.“

            Die Wahrnehmung ist bei vielen Bürgern derart ausgeprägt, dass sie postulieren zu wissen, was Timmy wollte, fühlte und sagte. Dieser Anthropomorphismus hat sich wie ein „Virus“ über dieses Volk gelegt. Die gesamte Werbebranche ist voll davon….Delfine sitzen im Sonnenstuhl und schlürfen einen Cocktail, Pinguine watscheln durch den Garten, Hunde und Katzen sprechen….
            Solche Verdrehungen von Natur und Realität in Verbindung mit „Verbildung“ scheinen mir ein Hauptgrund für unsere heutige Sicht auf Tierhaltung zu sein.

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  5. Ferkelhebamme sagt

    Über Bauanträge, Behörden und Behördenmitarbeiter könnte ich Bücher schreiben, mit Schleudertraumagarantie durch Kopfschütteln. Herr Seevers übertreibt nicht, ich kann jeden einzelnen Satz unterstreichen.
    Behörden-Irrsinn haben wir auch gerade wieder direkt vor der Haustür: in der Nachbar-Bauernschaft werden Windräder gebaut. Es braucht eine Bauzufahrt-Straße, die im Naturschutzgebiet liegt. Deshalb darf sie lt Unterer Naturschutzbehörde nur einen gewissen Radius haben! (Windwurffläche mit Gestrüpp). Deshalb muss jetzt bei uns vor der Haustür ein Umladeplatz geschaffen werden, auf dem die Bauteile auf ein kleineres Fahrzeug geladen werden, das diesen Radius schafft. Hunderte Quadratmeter fruchtbarer Acker, auf dem sonst auch Kiebitze brüteten, zugeschottert. Das steht in keinem Verhältnis mehr.
    Und während für das neue Windrad Natur und Acker zerstört und für die Förderung Steuergelder verbrannt werden, stellt die 20 Jahre alte, vorhandene, funktionierende, stabil Strom produzierende Biogasanlage ihren Betrieb ein, weil die Regierung Folgekonzepte vergessen hat. Ach ja, wir sind jetzt heizungslos.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Stadtmensch haste gestern Precht geschaut. Julie Zeh war zu Gast. Langsam kommt Bewegung in die Köpfe. Nach Ken Jepsen und Björn Höcke bei Ben Berndt u.a. wird immer sichtbarer, wo des Pudels Kern dieser Gesellschaft liegt. Viele sind aber noch nicht so weit, es zu sehen und streiten sich lieber bei Tilo Jung über Völkermorde anderer Staaten.

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        • Stadtmensch sagt

          Ich werde nie verstehen, wie ein Ostdeutscher mit Resthirn Leuten wie Höcke, von Storch, Gauland, Weidel seine Stimme geben kann. Aber von mir aus: drehen wir nochmal ne Runde…

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        • Bauer Willi sagt

          Wer ist Ken Jepsen und Ben Berndt? Muss man die kennen?
          Und was ist des Pudels Kern? Weißer Mann spricht in Rätseln.
          „Viele sind noch nicht so weit“ ….???

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          • Reinhard Seevers sagt

            Die Auseinandersetzung im Gesellschaftsdiskurs scheint auf dem Weg zu sein. Wer gestern Precht gesehen hat, wird den Kern des Pudels evtl. erkennen. Das alles hier aufzudröseln wäre unpassend, denke ich. Man muss sich schon längerfristig mit deep-state, debanking, cancel-culture, Meinungsfreiheit, Wertewandel, Kulturverlust usw. befasst haben, um die genannten Personen einzuordnen.

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            • Stadtmensch sagt

              Danke für den Tipp: „Gesellschaft ohne Visionen“ Julie Zeh bei Richard David Precht. Ging aber nicht um das, was du in deinem letzen Satz erwähnt hast, sondern um die Neuerfindung einer Vision, auf die man gesellschaftlich gerne orientieren würde. Wachstumsversprechen war nur kurz ein gemeinsamer Nenner im Nachkriegsdeutschland. Nun funktioniert das nicht mehr. Ökonomen werden das leider als Letzte akzeptieren.
              Stelle mir gerade vor, Bauer Willi sitzt mit in der Runde und bringt seinen „Kommunistenwitz“ wenn Frau Zeh über die Mühen der letzten 3000 Jahre schwadroniert, Gesellschaften über einen Gemeinsinn stabil zu halten, zu bilden. Schwamm drüber…

              • Arnold Krämer sagt

                Was kann der Gemeinsinn einer Gesellschaft sein, die immer inhomogener wird und materiell ärmer? Es dürfte schwierig werden.

                • Stadtmensch sagt

                  Tja, das fragt man sich. Das hier habe ich mal aufgeschnappt und für die spätere Verwendung abgelegt:

                  „Wenn die Deutschen ihren Heine, ihren Brecht nicht mehr kennen und die Menschen, die kommen, nichts aus ihren Herkunftsländern mitbringen, das sie ebenso schätzen, dann ist das Ergebnis keine Integration mit wechselseitiger Bereicherung, sondern schlicht ein unsortierter Haufen
                  ausgelieferter Menschen, die sich gegen nichts zur Wehr setzen können, weil sie nicht einmal miteinander kommunizieren können.“

                  Klingt nach einem sehr zynischen Plan.

        • Kemetbauer sagt

          @RS
          Julie Zeh ist eine kluge Frau. Schade nur, dass ich mir Precht nicht reinziehen kann.

      • Thorens sagt

        „Aber mit CO2 freiem Zement: https://www.timberjacks.com/post/timberjacks-bannewitz-weltneuheit-im-bausektor

        Das halte ich für eine ähnliche Mogelpackung, wie den CO2-freien Autoverkehr mit E-Mobilen beim aktuellen Strommix.

        Wenn der Hersteller einerseits anführt, natürliche Lagerstätten (Steinbrüche) zu verschonen und andererseits berichtet, zugekaufte Filterstäube (vermutlich Steinmehle, REA-Gipse aus der Rauchgasentschwefelung, wobei letztere bei der Abnahme fossiler Feuerungen immer weniger werden) einzusetzen, dann fußt das Ganze eben darauf, dass Andere ihre Lagerstätten nutzen zwecks Produktion, wobei Filterstäube anfallen. Diese jedoch sind schon bisher kein Abfall, sondern werden anderweitig, meist im Bausektor, genutzt. Nun kriegt sie der, der am meisten zahlt. Aber die Story passt in die Zeit.

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    • zmp_nachfahre sagt

      Windrad im Naturschutzgebiet – na prima!
      Wir behaupten, die Welt in 50 oder 100 Jahren zu retten, machen sie damit aber schon heute kaputt.
      Aber da stimmt wenigstens die Rendite, da staatlich garantiert….

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  6. Jürgen Donhauser sagt

    Ich hatte es hier im Blog ja schon mehrmals thematisiert, warum meine beiden Söhne trotz Meisterbrief in der Landwirtschaft an der Wankelmütigkeit der Politik verzweifelten. Hauptgrund – mangelnde Planungssicherheit!
    Wir bewegen uns bei Haupterwerbsbetrieben bei Stallbauten in Rahmen von mehreren Millionen Euro. Dabei haben wir Finanzierungszeiträume von mind. 20 Jahren. Wenn aber die Politik in immer kürzeren Zeitabständen die Haltungsrichtlinien verändert, ist eine Rückzahlung in dieser Zeit schichtweg unmöglich. Wie soll man also den jungen Hofnachfolgern noch raten dieses existenzielle Wagnis einzugehen? Wir brauchen bei Stallinvestitionen mindestens einen Bestandschutz für die gesamte Finanzierungsdauer!

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  7. Ludwig sagt

    @Kemetbauer.. Die Masse der Gesetze und Vorschriften kann man doch garnicht alle wissen und so kommt man ohne sich falsch meinen zu verhalten in diese Problematik. Die Politik will keine Tierhaltung und erschwert es entsprechend. Wenn dann noch „unwissende Studierte“ als Kontrolleure kommen , die noch nie z.B. in einem Stall gearbeitet haben , dann wird es sehr schwierig , weil die nur ihr Gesetzbuch vor sich hertragen und keine Abwägung treffen können. Die meinen Bilderbuchtiere vorfinden zu können, wissen aber nicht was Rangkämpfe o.ä. ist. Wegen dieser Spezialisten habe ich 50% meiner Totalverluste im Stall produziert um nicht in deren Fänge zu geraten. Ein Tier was sich gerade vertreten hat können sie heute nicht mehr zum Verkauf auf den Viehtransporter treiben. Also ????

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    • Arnold Krämer sagt

      So ist es, Ludwig.
      Ich behaupte einmal aus meiner Berufserfahrung heraus, dass kein Haupterwerbslandwirt mit Nutzviehhaltung alle für seinen Betrieb bestehenden Vorschriften kennt und dann auch zu 100% beachtet bzw. beachten kann.
      Gründe: Unwissenheit, Dickfelligkeit, Zeitmangel, Witterung u.a.m.
      Meist sind es nur die berühmten „Peanuts“, was die Bedeutung für und die Wirksamkeit auf die Produktion angeht. Viele Vorschriften sind Ergebnis überflüssiger/unsinniger Kompromisse im Politikgeschäft.
      Auch die Computerisierung (Stichwort 0 oder 1, richtig oder falsch) zwingt die Landwirtschaft in oft „unnatürliche“ Situationen.
      Kemetbauer sollte den Ball flach halten. Er provoziert aber gern.

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  8. Christina sagt

    Eigentlich hatte ich drum gebeten, IHRE Sicht darzustellen… Ist ja mit ChatGPD auch gut gelungen!

  9. Ludwig sagt

    Ich würde heute keinen Stall mehr bauen. Die Gesetze sind heute so , daß man fast jedem Betrieb eine unrechtmäßige Tätigkeit in diesem oder jenem Bereich nachweisen kann. Das nenne ich Staatswillkür , denn man will keine Tierhaltung mehr . Es sei denn man hat einen Streichelzoo. Auch auf Sicht der Verzinsung des Kapitals , des Arbeitsplatzes kann man in vielen anderen Wirtschaftsbereichen mehr erreichen. Meine Schweine habe ich 2020 abgeschafft , weil mir die Wirtschaftlichkeit und Behördenwillkür nicht mehr passte . Mit dem neuen Geschäftsmodell habe ich wenig Arbeit , aber monatlich feste Einnahmen. Meine Lebensqualität hat sich erheblich nach vorher 3000 Std. Jahresarbeitszeit erheblich verbessert und ich bin nicht mehr der Staatswillkür ausgesetzt. Da ich zu nahe der Stadt wohne sind die Kontrolleure in 14 Jahren 56 Mal bei mir aufgeschlagen , während meine Arbeitskreiskollegen in abgelegenen Gebieten fast keine Kontrollen hatten. Jeder Kontrolleur muß immer 20% der Betriebe besuchen und da ist es natürlich einfacher in 30 Minuten vor Ort zu sein , als erst einmal 2 Std. Anfahrt zu haben , denn danach ist Freizeit. Bei uns haben die Kreisbehörden die Brandschutzregeln dermaßen verschärft , daß ein Bau unwirtschaftlich ist.Mit dieser Politik haben 45% der Schweinebetriebe die Produktion eingestellt, aber die Schweine in der EU sind nur gering zurück gegangen , weil gleichzeitig in Spanien mehr Schweine produziert werden. Wir sind hier auf besten Wege in allen Bereichen keine Selbstversorgung mehr zu haben. Auch die Lebensmittelvorratslage ist nur noch „Just in Time“. Eine Versorgungskrise durch Stromausfall oder andere Katastrophen über mehrere Tage würde zu Verteilungskämpfen führen , da auch in den Haushalten nur für 1 – 3 Tage Vorräte im Kühlschraank sind. Die Bauern können jetzt nicht mehr helfen , da bald nur noch in jedem dritten Ort ein Hof vorhanden ist. Überall soll es der Markt lösen , aber das kann nicht funktionieren. Aus meiner Sicht ist „Just in Time“ vorbei , aber das muß unser Gemeinwesen in Zukunft erst noch erleben wie wichtig das mit der Vorratshaltung und Katastrophenvorsorge ist , denn lt. Fachleuten sind 95% der Mitbürger nicht vorbereitet mehr als drei Tage durchzuhalten.

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    • Kemetbauer sagt

      @L
      Was bitte meinen Sie mit „unrechtmäßige Tätigkeit“? Ist der Vorwurf, wonach die Landwirte kontrolliert werden müssen, weil sie gegen Vorschriften verstoßen doch berechtigt? Wenn solche Vermutungen jetzt schon aus dem Berufsstand heraus kommen, dürften sich wohl nicht wenige unserer Permanentkritiker bestätigt fühlen. Ein Eigentor!

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      • Bauer Willi sagt

        @Kemetbauer
        Kennen Sie alle Vorschriften? Wenn ja (was ich für höchst unwahrscheinlich halte) halten Sie auch alle ein?
        Ich bin mir sicher, dass ich während meines Berufslebens mehrfach „unrechtmäßige Tätigkeiten“ ausgeführt habe. Oft ohne Absicht, einfach aus Unkenntnis.

        Ich bin mir sicher, dass ein Kontrolleur auch dem Kemetbauer „unrechtmäßiges Verhalten“ nachweisen kann. 🙂

        (War jetzt ein Scherz auf Ihre Kosten)

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        • Kemetbauer sagt

          @BW
          Ich bin gerade dabei, mich auf eine der regelmäßig wiederkehrenden Kontrollen vorzubereiten. Es steht die Ökokontrolle an. Ja, es werden immer mehr Vorgaben aber da ich mich auch als Berater damit auseinandersetzen muss, kann man sich entsprechend organisieren. Meine Berufsausbildung im Verwaltungswesen ist mir da sehr hilfreich. Man muss sich strukturiert mit Vorgaben auseinandersetzen. Wer natürlich schon mit einem entsprechenden Widerwillen an diese Arbeit geht, der hat kaum eine Chance die Dinge für sich begreiflich zu machen.
          In der übernächsten Woche beginnen die Bauarbeiten an meinem letzten Projekt. Es wird ein zusätzlicher Rinderstall für Jungvieh und Trockensteher gebaut werden. Es ist, mit nur 650m² Grundfläche, ein eher kleines Vorhaben. Notwendig wurde die Maßnahme weil die Politik ja schon angekündigt hatte, sich mit „Tierwohl“ auch im Baubereich auseinandersetzen zu wollen. Da durch eine solche Maßnahme der Tierbestand gedeckelt wird und andere Maßnahmen ohne „Tierwohl“ zukünftig wohl kaum noch eine Chance auf Realisierung haben werden, musste ich diese Baumaßnahme vorziehen. Mit diesem neuen Stall wird die Entwicklung im Tierbereich für die nächsten 10 Jahre unterbringungsmäßig abgedeckt sein. Die Flächenvergrößerung geht natürlich weiter.

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      • Inga sagt

        Unsere Kritiker
        haben bestimmt sonst nichts zu tun und wollen von ihren eigenen Problemen ablenken.

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  10. Frikadellen piet sagt

    moin sehr interessanter Beitrag. auf der einen Seite wird sehr viel auf das Baurecht geachtet, leider wird das Bauen verdammt schwer bis unmöglich! es wird immer versucht eine saubere Luft zu gewähren rund um den Stall, der vielleicht gebaut wird. dieses wird oft bei anderen Sachen nicht zu intensiv verfolgt und eine weitere Schwierigkeit ist es dem Tierwohl wie es so schön heißt
    nachzukommen. leider weiß keiner genau, was das Tier will! bin sehr gespannt wann sich etwas ändert. eins steht aber fest das Fleisch kommt häufig aus dem Ausland und wird nicht so gut gehalten, wie wir wollen! schönen Tag und lebenslang Grün-Weiß

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  11. Arnold Krämer sagt

    Das Thema ist vielseitig und vielschichtig. Insofern kann Herr Seevers auch nur einen Teil der Aspekte ansprechen. Das macht er aber aus meiner Sicht völlig richtig und mit der richtigen Gewichtung.

    Investiert wird grundsätzlich in allen Bereichen der Nutztierhaltung, Die Anlässe/Gründe/Motive sind jedoch unterschiedlich.
    Da sind es gesetzliche Anforderungen wie z. B. in der Sauenhaltung, die aktuell in nächster Zeit erfüllt werden müssen.
    Da sind es Anforderungen des Marktes z. B. nach Tierwohl-Fleisch, denen man nachkommen möchte, weil man Chancen für sich sieht.
    Da ist es die Freude am Geldverdienen, was man aus den eigenen Betriebszweigen schon kennt.
    Da sind vielleicht auch zwei oder drei Kinder, die Interesse an der Landwirtschaft haben, für die man einen produktiven Arbeitsplatz schaffen möchte.

    Betriebsindividuelle Gründe gibt es reichlich. In vielen Bereichen kann man auch gut Geld verdienen und – anders als vom „Ehemaligen Forenteilnehmer“ behauptet- das investierte Geld in vergleichsweise kurzer Zeit amortisieren. In den letzten 20-25 Jahren gab es Abschnitte, in denen z. B. neue Hähnchenmastställe innerhalb von 2 bis 5 Jahren bezahlt waren.
    Perspektivisch sind heute aber alle Investitionen mit größeren Unsicherheiten behaftet, weil u.a.
    1. die Baukosten speziell mit der Corona-Krise massiv angestiegen sind
    2. manche Märkte wie der Ferkel- und Schlachtschweinemarkt aufgrund der Demographie schrumpfende Märkte sind
    3. Drittlandsmärkte wegen der nationalen staatlichen Kostentreiberei unerreichbar bzw. national nicht marktentlastend sind
    4. Die Verbraucher in D ärmer werden und beim Essen sparen werden.

    Die Bereitschaft in die Nutztierhaltung zu investieren ist in den Regionen mit nennenswerter Nutztierhaltung auf jeden Fall vorhanden. Auch Eigenkapital ist kein Problem. Es sind die Kosten und Hürden, die der Staat und seine Verwaltung auftürmt.
    Mit dem Bau- und Baunebenrecht wird in den Ländern (unterschiedlich) und in den Landkreisen (als Genehmigungsbehörde auch unterschiedlich. Zitat Seevers: “Man glaubt ja nicht, wie abhängig man in einer überregulierten Gesellschaft immer noch von Menschen sein kann, die sich motiviert sehen, ihre persönliche Sicht auf den Antragstellenden zu haben“.) „große“ Politik gemacht. „Die“ Wissenschaft hat jetzt über viele Jahre die Botschaft verbreitet, dass der Beitrag der Landwirtschaft zu Klimarettung im Wesentlichen in der Wiedervernässung ehemaliger Moorgebiete und in der Halbierung der Tierhaltung liegt. Also ist man behördlich „kreativ“, aktuell in Niedersachsen mit dem Thema Brandschutz unterwegs.
    Das Ergebnis einer solchen Politik ist, dass die Vorhaben immer größer werden, weil man die hohen Vorlaufkosten (einmalig anfallend) zur Kostendegression auf möglichst viele Stallplätze verteilen muss. Entgegen politischer Sonntagsreden werden nicht die angeblich gewünschten kleineren Betriebe unterstützt, sondern immer schneller immer weniger.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Wir kommen aus dem Dilemma nicht heraus, solange die bestehenden Anforderungen nicht angepasst werden.
      Aktuell habe ich einen Fall, wo ein Milchviehbetrieb einen Strohstall für 40 Kühe an seinen vorh. Stall anbauen möchte. Es wird kein zus. Tierplatz geschaffen, sondern lediglich umstrukturiert. Gem. TA-Luft (Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft) muss aber ein Gutachten vorgelegt werden, dass darstellt, wie dich die Ammoniakemissionen des Betriebes auf ein Biotop (gem. Paragraph 30 NatschG) auswirkt. Das sog. Biotop ist ein Wasserloch von ca. 2000qm in 500m Entfernung. Der „Tümpel“ war schon immer da, der Betrieb auch (immer heißt in diesem Fall mind. 200 Jahre) Bisher war das Gewässer nur nicht klassifiziert als Biotop. Es werden übrigens alle betroffenen Biotope und Wâlder (In Niedersachsen ist alles über 1000qm als Wald zu betrachten) in die Prüfung einbezogen.

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      • Arnold Krämer sagt

        @R.S. „Wir kommen aus dem Dilemma nicht heraus, solange die bestehenden Anforderungen nicht angepasst werden“.

        Wenn es keine „Entfesselung“ der Landwirtschaft gibt, wird es ebenso wie auch in der übrigen Wirtschaft kein Wirtschaftswachstum, keine Produktivitätssteigerung mehr geben. Für die Verteilung politischer Wohltaten für wen und was auch immer, wird in diesem Land dann immer weniger Geld zur Verfügung stehen abgesehen von weiteren Schulden, euphemistisch „Sondervermögen“ genannt.

        Volkswirtschaftlich ist das alles klar und eindeutig. Wer Zeit und Lust hat, kann sich das ja einmal durch die KI bestätigen lassen. Wichtig ist dabei aber, so wie generell immer bei der KI, eine genaue „Zielvorgabe“, auch Prompt genannt.

        Nur unsere Volksvertrteter kapieren das nicht oder haben keinen Mut zur Entfesselung, abgesehen von leichten kosmetischen Einschnitten. Im Gegenteil: In Teilbereichen machen Sie einfach weiter wie bisher.
        Ich nenne als Beispiele für den Agrarbereich nur die neue Industrie-Immissions-Richtlinie der EU mit weitgehenden neuen Vorschriften für die Nutztierhaltung oder die Tierschutz- Nutztierhaltungs-Verordnung des Bundes.

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        • Heinrich Steggemann sagt

          @ Arnold Krämer

          „Nur unsere Volksvertrteter kapieren das nicht oder haben keinen Mut zur Entfesselung, abgesehen von leichten kosmetischen Einschnitten. Im Gegenteil: In Teilbereichen machen Sie einfach weiter wie bisher.
          Ich nenne als Beispiele für den Agrarbereich nur die neue Industrie-Immissions-Richtlinie der EU mit weitgehenden neuen Vorschriften für die Nutztierhaltung oder die Tierschutz- Nutztierhaltungs-Verordnung des Bundes.“

          „Schon witzig“ Mit einer Industrienorm versucht man die negativen Auswirkungen eines Fäulnisprozesses ( übermässige Ammoniakproduktion) für die Natur zu mindern. Mit viel Technik, Energie, Chemie und Bürokratie versucht man einen biologischen Prozess zu bändigen.
          Warum ist man nicht gewillt Verfahren zu fördern, die mit dem Zusatz passender Biologie etc. die Fäulnis in Gülle und Mist zu verhindern? Es scheint wirklich nur darum zu gehen Nutztierhaltung zu verhindern.
          Tierschutz wird mit dem Zollstock definiert. Dabei wird aus meiner Sicht komplett der Zuchterfolg in Richtung gelassener sozialer z.B. Schweine ausser Acht gelassen.

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          • Stadtmensch sagt

            Die KI (Perplexity Sonar Pro) nennt als einen der Gründe:

            „Skepsis der Landwirte: „Zu esoterisch“ (EM, Komposttee, Holzkohle) vs. bewährte Technik (Belüftung, Separation).“

            ..und naja, wirtschaftliche Hürden:

            „Methode Kosten (pro 1.000 l Gülle) Effekt (nach Studien) ROI (Return on Investment)
            Milchsäuregärung (Melasse + Sauerkrautsaft) 2-5 € (0,2-1% Zusatz) Geruch ↓ 70-90%, N-Verlust ↓ 20% 3-5 Jahre (bei 100 m³ Gülle/Jahr)
            Pflanzenkohle 10-20 € (1-2 kg/m³) Ammoniakbindung 50-80% 5-10 Jahre (teure Produktion)
            EM + Zeolith 5-15 € (1-2 l EM/m³) Geruch ↓ 60%, Fäulnis ↓ Unklar (keine Langzeitdaten)“

            Kann man nix machen.

        • Stadtmensch sagt

          „Entfesselung, Wirtschaftswachstum“

          Nachdem der systemimanente Wachstumszwang nun schon seit einigen Jahrzehnten nicht mehr geeignet ist die Lebensqualität des durchschnittlichen Erstweltbewohners zu heben; nachdem also im Gegenteil fast alle „Marktteilnehmenden“ zu algorithmisch leicht steuerbaren Konsumzombies herab gesunken sind, deren Körper durch Industriefutter, Rauschmittel und Bewegungsmangel degenerieren, da nun holen wir zum finalen Schlag aus: https://www.telepolis.de/article/KI-in-der-Bildung-Warum-das-Denken-ueberfluessig-wird-11166565.html

          Zitat:
          „Das Gehirn ist ein Organ, das nach demselben Prinzip funktioniert wie etwa die Muskeln auch: Use it or lose it!“

          Naja, Wachstum der Geldmenge ist ja eigentlich Zweck der Übung. Rendite…wissenschon…

          • Bauer Willi sagt

            @Stadtmensch
            Waren Sie einer der Drei?

            „Drei Kommunisten betreten eine Bar. Einer bestellt einen Cocktail für 15 Dollar, einer einen Martini für 10 Dollar und der dritte ein Bier für 6 Dollar. Als die Rechnung kommt, sind sie gemäß ihrer Überzeugung gezwungen, diese gleichmäßig zu teilen.

            Nächste Woche kehren die drei wieder in die Bar zurück, doch diesmal bitten sie alle um getrennte Rechnungen. Der Barkeeper fragt sie daraufhin, warum sie die Rechnung nicht gerecht teilen, da im Kommunismus doch jeder den gleichen Anteil zahlt. Die drei Kommunisten willigen widerwillig ein und teilen die Rechnung erneut zu dritt.

            In der darauffolgenden Woche kehren die drei Kommunisten zurück, diesmal jedoch in Begleitung einer Schar ergebener Anhänger, und protestieren gegen den Barkeeper, damit dieser die Preise aller ihrer Getränke auf das billigste Getränk auf der Speisekarte ändert.

            Aus Angst, sein Geschäft könnte beschädigt oder niedergebrannt werden, willigt der Barkeeper ein. So kommen in der folgenden Woche alle Kommunisten herein, genießen ihre Getränke zum gleichen Preis von 6 Dollar und feiern die Erfolge des Kommunismus.

            Die Kommunisten setzen dies mehrere Wochen lang fort, bis sie eines Freitags zur Bar zurückkehren und feststellen, dass diese geschlossen ist. Draußen hängt ein Schild mit der Aufschrift, dass die Bar wegen Insolvenz geschlossen wurde.

            So funktioniert der Kommunismus.

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            • Stadtmensch sagt

              Ja so wars! Barkeeper, ich und meine zwei Spezies sind alle aus der gleichen Kolchose nebenan. Die Bude mit den hochgeistigen Getränken sollte eh umgewidmet werden in ein Lager für Spargelkisten. Das hatten wir alles gemeinsam beschlossen und für gut befunden. Gab ja keinen Kapitalisten, der mit einem Spezialwissen über Angebots- und Nachfrageunterschiede unseren erbrachten Mehrwert absaugt.

              Wir wussten selbst viel besser was uns die Dinge wert sind und wo wir sie herkriegen. Alles geplant, abgesprochen beschlossen beim großen Delegiertenkonkress.

            • Reinhard Seevers sagt

              Die reine Lehre aller Politiken oder Ideologien, Ökonomien und Religionen führen ins Verderben. Es muss immer eine angepasste bzw. weiterentwickelte Form, eine Evolution sozusagen geben.
              Wir befinden uns im Moment in einer Übergangszeit, in der Neues noch nicht fertig gedacht, und Altes nicht losgelassen werden kann.
              Herrmann Hesse: “ Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!“

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              • Arnold Krämer sagt

                @ R.S.
                Vielleicht hat man Altes aber auch über Bord geworfen, weil man zuviel Gerechtigkeit und zuviel Sicherheit bei möglichst wenig Eigenverantwortung wollte. Den Politikern in D fiel es lange Jahre bzw. Jahrzehnte leicht, den Wünschen der Menschen mit viel umverteiltem Geld und immer kleinteiligeren Gesetzesvorschriften nachzukommen. Man wurde mit Wiederwahl belohnt.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Wir reden von unterschiedlichen „Alten“. Im Grunde ist Ihre Sicht die, die gestern auch Julie Zeh vertrat. Der Individualismus hat die Gemeinschaft, das gemeinsame Wertekorsett ersetzt. Jeder hat seine individuellen Ansprüche und Rechte eingefordert und bekommen. Man könnte es sich leisten Individualität zu ermöglichen und hat den Kitt aus der Gesellschaft gekratzt.
                  Mein „Altes“ meint das grundsätzliche Denken.
                  Das Nachdenken über den wahren Kern des Seins innerhalb einer Gruppe, eines Volkes.

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          • Arnold Krämer sagt

            @ Stadtmensch
            „Das Gehirn ist ein Organ, das nach demselben Prinzip funktioniert wie etwa die Muskeln auch: Use it or lose it!“

            volle Zustimmung!

            Auf der einen Seite wird das Denken „eingestellt“.
            Auf der anderen Seite wird KI unter EU-Bedingungen auch noch „ausgebremst“, weil hier der Datenschutz dafür sorgt, dass bereits vorhandenes Wissen teilweise nicht ins System fließt und damit der Wissenstand zumindest aus der EU nicht mit aktuellen Informationen versorgt und verbessert wird, was ja die Grundlage der KI ist.

            KI ist in Teilen schön und gut, läuft aber Gefahr zum Selbstzweck zu werden und dann irgendwann (kann auch noch dauern) als Blase zu platzen.

            Informationen und Wissen sind in welchem Bereich und auf welcher Ebene auch immer „nur“ Mittel zum Zweck. Das vergessen viele oder wissen es vielleicht nicht einmal.

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  12. Ferkelhebamme sagt

    Als Bauherr braucht man Nerven wie Stahlseile und die Bissigkeit und Beharrlichkeit eines Terriers, zumindest in unserem Landkreis.
    Wobei Zukunftsplanung derzeit durch anhaltendes Krisenmanagement zur reinen Existenzsicherung ersetzt wird.

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  13. Christina sagt

    Herr Seevers, ich schweife etwas ab vom Stallbau… erklären Sie mir bitte aus Ihrer Sicht und als Planer von Industriebauten, warum der Wohnungsbau so am Boden liegt?! Mein Mann ist Bauingenieur, hat auch schon Industriehallen geplant, leider noch keinen Stallbau 😙, ist Fachplaner für Energie und Brandschutz (mache jetzt mal Werbung – sei‘s mir erlaubt ☺️) macht Planung, Statik und Bauleitung … und wir verdienen unser Geld seit Monaten hauptsächlich mit Sanierungen. Gerade planen wir zudem eine neue Bushalle…
    Ihre Sicht der Planung für einen Architekten stimme ich Ihnen voll zu! Alles ist komplexer, diffuser; das Bauamt legt nur noch Steine in den Weg, Anforderungen widersprechen sich tatsächlich und Beziehungen zu haben, scheint immer mehr nötig zu sein!
    Für einen Landwirt wahrscheinlich schwer genug bei all den Auflagen und Forderungen!

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    • Reinhard Seevers sagt

      ….“erklären Sie mir bitte aus Ihrer Sicht und als Planer von Industriebauten, warum der Wohnungsbau so am Boden liegt?! “

      „Der Wohnungsbau in Deutschland kommt 2026 nicht voran, da eine Kombination aus extrem hohen Bau- und Finanzierungskosten, bürokratischen Hürden und strengen energetischen Auflagen den Neubau bremst. Trotz hoher Nachfrage fehlen bezahlbare Wohnungen, und die Branche steckt durch ausbleibende Förderungen in einer tiefen Krise.Hauptursachen für den stockenden Wohnungsbau:Finanzierung & Kosten: Stark gestiegene Zinsen und Baukosten machen Projekte unrentabel, sodass viele Bauherren Projekte verschieben oder abbrechen.Bürokratie & Auflagen: Langwierige Genehmigungsverfahren und hohe regulatorische Anforderungen, besonders im energetischen Bereich, verzögern den Baubeginn.Fehlende Förderungen: Unzureichende staatliche Förderung für den sozialen Wohnungsbau führt zu einem Mangel an bezahlbarem Wohnraum.Fachkräftemangel & Rohstoffpreise: Hohe Materialkosten und ein Mangel an Arbeitskräften in der Baubranche verteuern den Bau zusätzlich.“……..sagt chatgtp

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      • Arnold Krämer sagt

        ChatGPT ist (teilweise) ganz schön schlau!

        Das Problem wird sein, dass die Menschen das Denken einstellen, denkfaul und (noch) arbeitsscheuer werden.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Ich gebe zu, ich war faul….zu faul die Realität mit eigenen Worten zu äußern. Ich finde chatgtp hat das aber gut gemacht, besser hätte ich es auch nicht gekonnt.🤗

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  14. Christian Bothe sagt

    Auf jeden Fall eine interessante Analyse von RS zum Thema. In unserer Region wurde sehr viel durch und mit der Fa. Wolf System Bau realisiert, insbesondere Milchviehstaelle und neuerdings in einer Nachbargenossenschaft in eine große Technikhalle!

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  15. Ehemaliger Forenteilnehmer sagt

    Ich würde nie mein Geld in einen Stallbau stecken. Da setzen Sie Millionen Euros dafür ein, 25 Jahre in diesem Stall zu arbeiten und froh zu sein, nach dieser Zeit das investierte Geld wieder zurückzubekommen. Wenn Sie es zurückbekommen haben Sie ja Glück gehabt. Nach diesen langen Jahren ist der Stall meist abbruchsreif bzw. erfordert wieder einen Patzen Geld für eine Weiterführung. Sie haben dann eine Generation lang nur gearbeitet um den Einsatz wieder zurückzubekommen. Hätten Sie diese Millionen in Wohnungen gesteckt, hätten Sie einiges Geld an den Mieten verdient. Der Wert der Wohnungen wäre nach diesen 25 Jahren eher höher geworden und Sie hätten keine Arbeit gehabt.

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    • Ehemaliger Forenteilnehmer sagt

      Ich weiss, dass ich einige Kritik bekommen werde, sage aber auch, dass es gut ist,dass es noch Idealisten gibt, die um jeden Preis Landwirtschaft betreiben wollen und sich von primitiven Postern als dumme Bauern anpöbeln lassen zu müssen. Wäre dem nicht so hätten wir vielleicht sogar eine Hungersnot.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Wenn die Investition in Wohnungsbau so rentabel sein soll, warum liegt der Wohnungsbau danieder? Können auch Großkonzerne nicht rechnen?

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      • Ehemaliger Forenteilnehmer sagt

        Der Wohnungsbau liegt nur deswegen darnieder weil zu wenig Geld vorhanden ist. Der Ertrag ist sicher weniger als früher aber immer noch unvergleichlich besser als ein Stallbau, den Sie nach 25 Jahren abschreiben müssen. Von der vielen Arbeit will ich gar nicht sprechen. Es gibt auch ein gewisses Produktionsrisiko.

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      • zmp_nachfahre sagt

        Einmal der Vorschriftenwahnsinn wie beim Stall auch, dann aber das zusätzliche Risiko, per „Mietpreisbremse“ oder drohende Enteignungsphantasien keine Chance zu haben, eine Rendite zu erzielen.
        In Berlin z.B. haben sich schon Wohnungsbaugesellschaften deswegen komplett zurückgezogen.

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        • Thorens sagt

          …plus das Risiko, an Mietnomaden zu geraten oder am Wochenende wegen einer Lappalie den Mieter am Telefon zu haben und sich dann kümmern zu müssen, da das Geschäft zu klein ist, um auch noch einen Hausverwalter für derlei zu beschäftigen. Ich stand tatsächlich auch vor der Überlegung, evtl. in eine Mietimmobilie zu investieren. Ich habe mich dann für PV entschieden, da 20 Jahre garantierte Vergütung und deutlich überschaubareres Risiko. Wenn man als Kapitalanlage nicht mind. 5 % an jährlicher Rendite erzielen kann mit einem Mietobjekt, dann lässt man besser die Finger davon. Bei den aktuellen Immobilienpreisen plus Grunderwerbssteuer (6 % in Hessen) dürfte das kaum noch gelingen.

    • Hinterwälder sagt

      Traurig aber wahr,als Vermieter bist du nur ein böser „Kapitalist“ als Viehhalter bist du nach
      neuer Lesart ein tierausbeutender, profitgieriger Tierquäler, Klimavergifter und so weiter….

      Die meisten Behördenmitarbeiter hält man sich sowieso besser vom Halse, die leben in
      ihrer eigenen Blase, die verstehen nur die Behördenmitarbeiter selber, wenn überhaupt.

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      • Inga sagt

        die sollten lieber mal etwas mehr in die Praxis schauen.
        denn

        die Theorie ist der Leitstern der Praxis.

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