Bauer Willi
Kommentare 109

„Wenn am nächsten Sonntag…“

Sie kennen die Fortsetzung dieses Satzes. Und Sie kennen eventuell auch die Umfragen der diversen Institute. Ich habe einmal die Prognosen der letzten Jahre miteinander verglichen.

Können Sie den Aufstieg der Grünen und den Absturz der Schwarzen erklären? Nach diesem Umfrage-Ergebnis würde aktuell jeder Vierte dafür stimmen, dass Annalena Baerbock Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland würde.

Das darf doch nicht wahr sein

So wie ich die Stamm-Leser dieses Blogs einschätze, können viele das nicht glauben. Sie kennen möglicherweise auch nicht viele Menschen in ihrem direkten Umfeld, die tatsächlich die Grünen wählen. Sie werden jetzt vielleicht auch schimpfen, den Untergang des Abendlandes herbeireden, sich -zumindest verbal- mit dem Gedanken der Auswanderung beschäftigen: Es bringt nichts. Besser wäre es, herauszufinden, welches Viertel der Bevölkerung die Grünen wählt und warum. Und vor allem warum jetzt, wo als Kanzlerkandidatin Annelena Baerbock gekürt wurde, und nicht, wie viele noch vor einigen Monaten erwartet haben, Robert Habeck.

Warum die Grünen gewählt werden

Die Grünen sind eine Partei der guten Gefühle. Im Gegensatz zu vielen anderen Parteien vertreten sie nicht die Interessen einer gewissen Schicht (Arbeiter, Mittelstand, Wirtschaft). Sie versprechen nicht bestimmte Ziele („Wohlstand für alle“) sondern „kämpfen für das Gute“ (Klima, Bio, Bienen).

Wer Grün wählt, dem geht es gut. Er hat meist ein Eigenheim oder wohnt in einem „guten“ Stadtviertel, hat eine gute Bildung, fährt möglicherweise SUV, fliegt viel und konsumiert wie jeder andere. Möglicherweise etwas teurer und häufiger. Da ist es gut, wenn man eine Partei wählen kann, die all diese ökologischen Sünden aufdeckt, anprangert und beseitigen will. Grün wählen hat was von einer Beichte: Man hat ein schlechtes Gewissen, man bereut die eigenen Sünden (zumindest verbal), muss sich aber dafür selbst nicht geißeln. Ein grüner Staat, der Verbote und Einschränkungen verordnet ist angenehmer als sich selbst einzuschränken. So fordert dann auch die Fridays for Future-Jugend von der Politik „Verbietet uns was, damit wir das Klima retten“.

Corona hat gezeigt, dass Dinge möglich wurden, die wir vorher nicht für möglich gehalten hätten. Alles zum Wohle des Gemeinwesens, also von uns allen. Wir haben es akzeptiert. Mit dieser Erklärung „zum Wohle des Gemeinwesens“ werden jetzt aber Diskussionen geführt, die eindeutig in eine andere Richtung führen. Der Begriff „Enteignung“ taucht immer häufiger auf. Immer deutlicher wird auch zum Ausdruck gebracht, dass das Steuersystem so umgebaut werden soll, wie es Gregor Gysi immer haben wollte. „Nehmt es den Reichen und gebt es den Armen“. Auch den Linken und der SPD haben die Grünen Wähler abgenommen. Umverteilung klingt gut, solange man persönlich nicht oberhalb der Einkommens- und Vermögensgrenze liegt, die die Grünen für unanständig halten.

Still halten und nicht auffallen, andere die Fehler machen lassen

Auffallend war übrigens, dass sich die Grünen in Zeiten von Corona sehr bedeckt gehalten haben, weil sie schnell gemerkt haben, dass man mit Krisenmanagement mehr verlieren als gewinnen kann. Fehler, die logischerweise in einer solchen Ausnahmesituation gemacht werden, bleiben nun an den Regierungsparteien „kleben“. Dies ist ein Grund, warum CDU und SPD so schlecht aussehen und so schnell auch nicht mehr aus dem Umfrage-Tief herauskommen. Die SPD hat sogar endgültig verloren, weil sie keinerlei eigenes Profil mehr erkennen lässt.

Konkrete Aussagen, was man wie und in welchem Zeitraum verändern will, konnte man, ausser in Klimafragen, der Partei und der Kanzlerkandidatin bisher nicht entlocken. Das wird sich bis zur Wahl hoffentlich ändern. Sicher ist es nicht. Je unkonkreter man bleibt, umso größer die Wahlchance. Vorschläge wie die von Herrn Scheuer, den Kauf von E-Bikes staatlich zu fördern, sind zwar konkret, taugen aber nur um sich der Lächerlichkeit preiszugeben.

Wie reagiert die Wirtschaft?

Erstaunlich gelassen. Im Gegenteil, man sucht schon die Nähe zu den Grünen, weil man erkannt hat, dass an denen kein Weg vorbeigeht. Branchen, denen die Politik der Grünen Vorteile bringen, arrangieren sich nicht nur, sondern unterstützen deren Bestrebungen, da sie ihnen zusätzliche Umsätze in die Kasse spülen könnten.

Die Frage wird sein, ob die Grünen in Regierungsverantwortung noch so konsequent ihr Programm umsetzen werden, wie sie es jetzt geschrieben haben.

Die Frage wird sein, ob Annalena Baerbock geistig der enormen Aufgabe, ein Land wie die Bundesrepublik Deutschland zu führen, gewachsen ist. Es ist ein Vorteil, lernfähig zu sein. Es ist aber ein Nachteil, keine Ahnung zu haben. Man darf sich einmal irren, auch zweimal, aber wer in Interviews unbeschwert von Kobold in Batterien, vom Stromspeicher im Netz oder von der Anhebung der Steuer für Gutverdiener auf 45 € (Euro)! spricht, ist zumindest unkonzentriert und wirkt auf den Zuhöher oberflächlich.

Die Frage wird sein, ob sie von Putin, Erdogan, Xi Jinping oder Biden als gleichwertiger Gesprächspartner ernst genommen wird. Man mag ihre Unbeschwertheit im ersten Moment gut finden, aber Politik ist kein Ponyhof.

Die Liebe der Medien zu Annalena Baerbock erscheint im Augenblick noch grenzenlos. Man darf gespannt sein, wie die heutigen Wähler, die Wirtschaft und die Medien reagieren, wenn tatsächlich das Steuersystem umgebaut, Wohnungsbau-Unternehmen enteignet, die wirtschaftlichen Beziehungen zu China nicht mehr rund laufen oder Deutschland seinen ersten längeren Stromausfall erlebt.

 

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109 Kommentare

  1. Gerhard sagt

    Ist es wirklich entscheidend wer an den Hebeln der macht sitzt? Die Diskussion jetzt wieder um die Bepreisung des CO2 Ausstoßes ist für mich wieder ein Beispiel für die Unaufrichtigkeit, um nicht Verlogenheit zu schreiben, der Politik.
    Der jetzt von den meisten Parteien geforderten höheren CO2 Preis kann man elegant mit dem Klimaschutz begründen, den hat ja jetzt, nach Meinung aller, schließlich sogar das BVG indirekt gefordert. Das Urteil bezog ,sich aber erst auf den Zeitraum ab 2030.
    Wusste gar nicht das es schon 2029 ist. Höchste Zeit mein Rente zu beantragen 😉
    Letztlich ist es aber nichts anderes als ein saftige Steuererhöhung. Wenn die alternativen Energie inzwischen angeblich so kostengünstig sind, warum muss man dann das CO2 im Preis so massiv anheben? Würde mich mal Interessieren.
    Oder wird die Dekarbonisierung doch um Welten teuerer, wie immer behauptet wird. Jürgen Trittin lag mit seiner Kugel Eis jedenfalls schon mal gewaltig daneben.
    Das die Politik jetzt so schnell handeln will beim Klimaschutz hat für mich 2 Gründe.
    Man will vermutlich im Wahlkampf damit Punkten, und indirekt Corona. So eine Gelegenheit kommt für die Politik vermutlich nicht wieder, die Schulden durch Corona so zu refinanzieren. Ist ja schließlich für das Klima, und sogar das BVG hat gesagt wir müssen jetzt sofort handeln.
    Ich bin mal gespannt wie der deutsche Michel reagiert, wenn das ganze richtig in seinem Geldbeutel ankommt. Geht er auf die Straße, oder bleibt er weiter brässig und faul zu Hause sitzen. Ich vermutet letzteres. Hauptsache das Bier ist kalt und mein Fußballverein gewinnt. Das kannte man schon im alten Rom. Panem et circenses.
    Nicht das man mich hier falsch versteht. Der Klimawandel wird kommen. Aber wenn wir den noch irgendwie für uns in Richtung nicht ganz so schlimm ändern wollen, dann müssten wir anders handeln. Dazu muss!! man das ganze Global angehen. Auch wir müssen hier vom Carbon Zeitalter weg kommen, nicht nur wegen dem Klima, auch weil das ganze endlich ist. Dazu müssen vor allem auch die großen Staaten wie China und Indien mit ins Boot geholt werden. Ob China seine Klimaziele so ganz ernst nimmt bezweifle ich etwas, nach dem die immer noch im großen Stil Kohlekraftwerke bauen.
    Und den Schwellenländern müsste von den Industriestaaten Technik zu Verfügung gestellt werden, so das diese erst gar nicht groß in den Energieträger Carbon einsteigen. Dazu hört man auch von der Politik und vor allem den Grünen nichts.
    Den Leuten hier die Bratwurst zu verbieten und sie auf das Fahrrad zu zwingen, um es mal Überspitzt aus zu drücken, bringt uns nicht weiter. Das ist nur Schaufensterpolitik, um sich selbst ein gutes Zeugnis aus zu stellen.

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Es ist mir schleierhaft, wasrum um eine hohe CO2 Steuer gebettelt wird, es wird Bevölkerungsgruppen geben, die sich keine warme Wohnung mehr leisten können, genau so wenig ein eigenes Auto.
      Die urbane Bevölkerung kann sich noch in die hochsubventionierte S- Bahn setzen, die auf dem Land bezahlen die Zeche. In der Stadt hat jeder einen Gasanschluss, auf dem Land ist man auf die Ölheizung angewiesen.
      Bei uns bauen sie Radwege wie die Irren, damit auch die Kinder umweltfreundlich zur Schule fahren können. Auf halber Strecke fährt an denen der halbleere Linienbus vorbei. Dass bei diesem Unsinn Grund und Boden wasserunduchlässig Befestigt wird, interessiert niemanden, von einer höheren Hochwassergefahr ganz zu schweigen.

      Dann kommen wir zu den umweltbewussten Radfahrer, die schallen ihr Elektro Vehikel auf das Auto, fahren 100 Km um dort mit dem Rad zu fahren. Mit vor Stolz geschwellter Brust kommen die Abens nach Hause in der festen Überzeugung, dass sie was gutes für die Umwelt getan haben.

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      • Claphi sagt

        Halbleer? Bei uns ist er meistens komplett leer. Zum Glück fährt er ja nur dreimal am Tag. 😉

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  2. Lieschen Müller sagt

    Ich habe kein Auto, kein Eigenheim und kann mir keine Flugreise leisten. Ich wähle die Grünen. Was ich vielleicht dieses Jahr nicht machen werde, da ich keine Aufrüstung möchte, und auch nicht dieses Aufbauschen gegenüber Russland.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Ich habe kein E-bike, keinen SUV, keine Motoryacht, keinen Rasenroboter, kein Eigenheim, keine Espressomaschine, keinen Wäschetrockner, keinen Webergrill, ….ich wähle nicht Grün.

      aber, ich esse Fleisch….😎

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      • Lieschen Müller sagt

        Ich weiß, gibt sogar Menschen, die Insekten beobachten, gerne Rad fahren und trotzdem die CDU wählen. Man kann die Menschen nicht über einen Kamm scheren. Und man sollte nicht so ein Feindbild pflegen. Man muss miteinander reden, Ansichten austauschen.

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        • Stadtmensch sagt

          Hab auch schon viele Radiorunden mit Fachleuten gehört, die ein CDU-Parteibuch haben. Kann ich oft gut mitgehen. Es kommt immer auf die Person an. Ist sie gewillt das eigene Weltbild der Realität anzugleichen oder presst sie die Realität bis zur totalen Schizophrenie ins eigene Weltbild.

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          • Reinhard Seevers sagt

            Leider geht der Streit häufig darüber, dass die Person sein Weltbild und seine Realität als Maßstab und Wahrheit ansieht.
            Dann wird es schwierig mit diskutieren.

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            • Inga sagt

              “ Es ist ein Vorteil, lernfähig zu sein. Es ist aber ein Nachteil, keine Ahnung zu haben.“

              Und wer den Parteifreund als Kühestreichler und Hühnerfühler bezeichnet
              und stolz ist, davon keine Ahnung zu haben?

              Was soll man von so jemanden halten.

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  3. Kleinbauer sagt

    Ich fahre keinen SUV, fliege nicht, lebe auf und von meinem Land. Und ich wähle grün, schon immer.
    Das erste EEG wurde übrigens unter grüner Regierungsbeteiligung beschlossen. Nicht nur ich bin neben Land- auch Energiewirt geworden.

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    • Obstbäuerin sagt

      Ohne Zweifel bringen die Vorhaben der Grünen für einen kleinen Teil der Bauern (vielleicht 10-15%) große Vorteile. Für den Rest aber enorme Nachteile – bis zum Zwang, die Landwirtschaft aufgeben zu müssen. Wenn jeder nur seine Vorteile sieht, so wie die ABL, ist schon mal ein ordentlicher Keil in den Berufsstand getrieben. Wer keine Pflanzenschutzmittel braucht, kann natürlich problemlos den Grünen huldigen aber ich finde solch eine Haltung egoistisch und kurzsichtig.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Herwig Scholz schreib am 08.03.2019 in diesem Block folgendes:

        Der Ökolandbau gerät auch heute schon immer mehr in den Fokus des weitgehend kommerzorientierten Lebensmitteleinzelhandels (LEH). Geiz scheint in Deutschland nun mal eben geil zu bleiben. Der konzentrierte LEH ruft wie immer nach einheitlichen großen Chargen makelloser Ware möglichst mit Ökosiegel. Das kann der ökologische Landbau auch nur mit immer größer werdenden Betriebsstrukturen leisten. Der Weg ist vorgezeichnet. Kleinere Betriebe stören da nur und würden langfristig gnadenlos über den Weg der Reklamationen wegen Kleinigkeiten oder nicht mehr Kosten deckenden Preisen an den Existenzrand gedrückt und zur Aufgabe gezwungen, es sei denn es finden sich regional/lokal an bisherigen Strukturen vorbei andere solidarische Wege.

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  4. jimbob sagt

    Wenn grün rot rot kommt und es dann mir letztenendes hier zu „bunt“ in der Regierung wird, verkaufe ich alles zu bestmöglichen Preis und bin weg. Verwandtschaft in F,Ö und Dänemark
    Aus Protest säge ich dann meine Streuobstwiese die auf Bauland steht, bis auf den Walnussbaum(geschützt) ab, damit meine Nachbar auch neue bunte Nachbarn bekommen.
    Geliefert wie bestellt.

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    • Kleinbauer sagt

      Dänemark und Österreich sind ja führend was den Ökolandbau angeht…

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        • Brötchen sagt

          Thomas er meint, der Flüchtling, würde dann genau ins ökoparadies flüchten….also quasi in seine Hölle😀

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  5. Schorsch Summerer sagt

    Eine Entzauberung der Grünen ist nur möglich wenn sie die Regierung stellen. Ich kann es mir nicht vorstellen dass sie dann so ohne weiteres ihre teil doch sehr kruden Ideen durchsetzen können. Es kracht und knirscht doch schon an allen Ecken und Enden unserer Wirtschaft.
    Schon erwähnt wurden die Baustoffe. Vor zwei Tagen unterhielt ich mich mit einem Angestellten eines Zementwerks. Diese Werke sollen durch die CO2 Abgabe geschröpft werden und die Zementherstellung stark reduziert werden. Jetzt ist denen gestern eine Mühle ausgefallen. Ab heute steht der Drehofen und in ca 10 Tagen können die nicht mehr liefern! Mein Kommentar: sollen doch die Schwesterwerke liefern. Geht aber nicht, die arbeiten voll auf Anschlag an der Kapazitätsgrenze. Wir reden von stinknormalem Zement als Mangelware!
    Gleiches in der Computerbranche.
    In Indien, und darauf will ich eigentlich hinaus, leben 1,2 Milliarden Menschen. Die können wegen der Pandemie kaum mehr aufs Feld hinaus. Gleiches in Teilen Afrikas.
    Müssen erst Menschen verhungern oder noch mehr Menschen vor unserer Grenze stehen damit unsere urbane Elite kapiert was sie in unserer Lebensmittelversorgung gerade anrichtet? Schauen wir doch mal zu Joe Biden. Der verheizt gerade seine vielgepriesene Kamala Harris an der mexikanischen Grenze weil es halt doch einen Unterschied macht von Zuwanderungsproblemen nur zu reden oder die auch zu lösen.
    Frau Baerbock behauptet ja von sich sehr schnell zu lernen. Dann soll sie das doch auch mal beweisen müssen und nicht nur reden.

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    • Arnold Krämer sagt

      „Dann soll sie das doch auch mal beweisen müssen……“
      Davon träumt so mancher CDU-Agrarpolitiker, aber nicht alptraumhaft.

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      • Stadtmensch sagt

        Ich hab da auch keine Alpträume. Gibt ja „richtige“ Baustellen („Verkehrswende“, „Wärmewende“), wo die Politik fest im Griff der Lobbyisten 30 Jahre verschlafen hat.
        Schaut euch die klugen Schweizer an. Dort hat der Bürger was zu melden und schon ist alle viel besser organisiert und jeder hat was davon:
        ab Minute 1:25:00:
        https://www.ardmediathek.de/video/mdr-dok/wahnsinn-lkw-wie-der-globale-schwerverkehr-uns-alle-kaputt-macht/mdr-fernsehen/Y3JpZDovL21kci5kZS9iZWl0cmFnL2Ntcy9iMTZhNjMyOC0yYjZlLTRlNTQtYjAwMy01NmU2NGIzZmFjYTU/

        Die Deutschen sind eben Untertanen und Befehlsempfänger. Wenigstens Heulsusen: Ich wandere aus – alles so schlimm hier!“

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        • Arnold Krämer sagt

          Der Schwerlastverkehr ist mittlerweile wirklich eine Katastrophe. Ich weiß nicht, was da alles hin- und her transportiert werden muss. Ich wohne in Meppen in der Nähe der Europastr. E 233, die als B 402 und B213 die Niederlande mit der A 1 kurz vor Bremen verbindet. Gestern habe ich auf rund 40 km dieser Strecke LKW’s aus Portugal, aus Irland, aus Russland, aus Polen, aus Dänemark, aus den Niederlanden überholt. (möglich nur weil Samstag war, sonst hat man kaum Chancen zum Überholen). Alle Nationen sind vertreten, von Skandinavien, dem Baltikum über die Britischen Inseln bis auf die Iberische Halbinsel, in Kolonnen von oft 10 oder 15 LKW’s je nach Tageszeit, Wochentag. Auch die Skandinavier und Osteuropäer wollen offensichtlich irische Butter, spanische Südfrüchte , französichen Wein, niederländische Blumen haben. Der längst fällige Ausbau (3-streifig oder als Autobahn) kommt planerisch nur schleppend voran und stößt auf Widerstände.

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          • firedragon sagt

            Zum Schwerlastverkehr hatte ich mich schonmal geäußert – Kinderspiel …
            Dazu gab es unlängst vor einigen Tagen in unserer Lokalpresse eine revolutionäre Überschrift: Schienentransport spart CO2
            Was eine Erkenntnis !!

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          • Stadtmensch sagt

            Der längst fällige Ausbau (3-streifig oder als Autobahn)

            Falscher Ansatz! Mehr Staßen schaffen mehr Verkehr! 36% der LKW fahren leer herum. Weils so billig ist. Also nicht etwa durchschnittliche Ladung, nein, leer! Verschmutzungsrechte sind hier das Mittel der Wahl. Erst wenn die Irische Butter 6 Euro kostet oder eine Lieferung auch mal länger dauern darf, hört der Wahnsinn auf. Naja, was red ich. Hier im schwarzen-Block wird man dafür kaum Verständnis haben. Machen wir halt weiter mit Wohlstand…

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            • Reinhard Seevers sagt

              Stadtmensch, mein Sohn ist Disponent in einer Spedition. Jeder LKW, der leer zurückfährt, fährt Minus ein. Deshalb ist es die Aufgabe des Disponenten, Rückfracht zu bekommen.
              Es gibt aber auch Firmen, die haben eigene Flotten, die es sich leisten, aufgrund ihrer Produktportfolios, dass sie durch die halbe Republik leer zurückfahren. Diese Leerfahrt bezahlt der Kunde des Edelproduktes.
              So lange deutsche Mülleverbrennungsanlagen Hausmüll aus Irland oder Griechenland in Bremerhaven anlanden lassen und mit dem LKW nach Hamburg oder Rostock fahren lassen, weil es billiger ist, als mit dem Schiff bis in die Häfen direkt, so lange verdienen sogar Speditionen.
              Marktwirtschaft produziert auch Leerfahrten und unsinnige Fahrten, weil der Billigste genommen wird. Da macht der Bürger gerne mit, wenn er im Internet bestellt.
              Ich war vor 35 Jahren mal in Marseille, da trafen wir einen LKW- Fahrer aus Papenburg, der brachte Blumentorf nach Nizza….zurück hatte er nix. Damals war das noch erheblich häufiger der Fall, als heute.
              Kennen Sie noch die Serie „Auf Achse“….viele Leerfahrten, sehr viele…😎

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            • Arnold Krämer sagt

              Es geht nicht um mehr Straßen. Es geht darum, sinnvoll Straßen zu planen und zu bauen. Schauen Sie bitte mal auf Google Maps auch im großräumigen Masstab. Dann werden Sie sehen, worum es bei der E 233 geht. Der Druck ist tatsächlich aufgebaut worden, durch mehr Straße, und zwar in den Niederlanden, die die dortige E 233 bis zur Grenze ausgebaut haben, ohne dass von deutscher Seite ein ergänzendes Konzept entwickelt worden wäre. Wenn man anfängt Straßen zu bauen, muss man sie auch zuende bauen, sonst wird der Druck für Anwohner der Reststrecken einfach zu groß. Typische Beispiele ( jetzt aber behoben) A30 Bad Oeynhausen, A33 Halle/Bielefeld.

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              • Reinhard Seevers sagt

                So lange Mineralwasser in Flaschen quer durch Europa geschaukelt wird, so lange werde ich keine ökologische Verantwortung für irgendwas übernehmen…..🙈🙉🙊

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                • Stadtmensch sagt

                  Alles eine Frage des Preises. Geprüftes Trinkwasser gibts an jedem Wasserhahn. Der Rest ist Verblendung durch Werbung.

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                • Arnold Krämer sagt

                  Ich habe es schon mal geschrieben:
                  Minralwasser (vegan lt. Werbung) aus Südtirol im emsländischen Biosupermarkt, umgekehrt Biojoghurt aus dem Münsterland im Meraner Biosupermarkt

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Merkst slber oder? Werbung = Story-telling als Triebfeder für Konsumismus wirkt. Wirkt zunehmend bei allen Weltrettungsversuchen!

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              • Stadtmensch sagt

                „muss man sie auch zuende bauen“

                Genau. Wir entscheiden uns weiter für breite Straßen. Und andere entschieden sich vor 30 Jahren für Schiene, weil sie geahnt hatten wo das hingeht.
                Bahnübergänge für Fracht an Grenzen sind bewusst nicht entsprechend entwickelt worden. Alles im Beitrag oben. Viele Beispiele.

                Dafür darf die Industrie das Autobahnnetz als Lager nutzen. Externalisierung von Kosten. Aber das ist ja wieder so ein „Verbildungssprech“. Geht gar nicht…

                Amazon betreibt ein Logistikzentrum direkt hinter der polnischen Grenze. Nur um den hiesigen Gewerkschaften den Wind aus den Segeln zu nehmen. Unzählige Fast-Leer Fahrten sind die Folge, weil der Markt in D ist aber nicht seine Drehscheibe. Kann man nichts machen – ist Markt.

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                • Arnold Krämer sagt

                  Man muss sie zuende bauen, weil der Schaden schon angerichtet ist. Es geht oft nur noch um Schadensbegrenzung. Die Deutschen sind keine klugen Verkehrsplaner. Ich sehe, dass das in den Niederlande sehr viel besser funktioniert.

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                • Paulus sagt

                  @ Stadtmensch, die Industrie nutzt das Autobahnnetz mitnichten als Lager. Die absolute Menge der zu transportierenden Güter bleibt gleich. Statt gigantische Flächen und Kapital für eine Lagerhaltung zu verbrennen gibt es „Just in Time“. Ist das denn so schwer zu verstehen?

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  @ Paulus

                  Dies ist für die meisten nicht zu verstehen, irgendeiner hat dies in die Welt gesetzt und die meisten plappern es nach.

                  Wenn ich mit zb. einen Fernseher kaufe, dann fahre 6 Km. in ein Fachgeschäft. Hat das Geschäft zufällig mein Wunsch im Geschäft stehen, nehm ich den mit. Ist mein Wunsch ein anderer, dann lassen die ihn kommen, vielleicht bringt der DPD noch ein zweites Gerät mit, und ich fahre weider in das Geschäft.
                  Kaufe ich im Onlinehandel, dann bringt mir der DPD den Fernseher in das Haus, viel leicht ist der 500 Meter zu meiner Hütte gefahren, zum Fachgeschäft wären es 24 Km.

                  Höherwertige elektronische Geräte kaufe ich immer im Fachgeschäft.

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              • Inga sagt

                Das mit der Strassenbelastung wegen Wasser ist doch dem Handel egal, Arnold Krämer,
                Hauptsache man verdient ,
                weiter konnen die Kauffleute nicht denken!
                Das hat man doch auch schon in landw. Bereichen zum Handel gesehen.

                Ich finde das gewissenlos!

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    • Christoph aus der Stadt sagt

      Dass nach einer Wahlperiode mit den Grünen an der Spitze eine Entzauberung einkehrt, mit der Folge, dass das ein einmaliges Zwischenspiel bleibt und anschließend wieder eine vernünftige Regierung ans Ruder kommt, halte ich für eine gefährliche Illusion. Ich habe versucht das im vorigen Beitrag (Die Grüne: Rote Linie überschritten) zu begründen. Es gibt aber noch einen weiteren Aspekt, der Landwirte betrifft. Wer das grüne Wahlprogramm studiert hat, wird dort finden, dass die Grünen beabsichtigen NGOs, die sich mit landwirtschaftlichen Themen beschäftigen, mit bisher nicht vorhandenen Klagerechten auszustatten. Diese Klagerechte bleiben erhalten, auch dann wenn die CDU oder die FDP wieder ans Ruder kommen.

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  6. Der Brandenburgbauer sagt

    Moin, wir beteiligen uns ja hier alle an Spekulationen. Am Wahltag 18 Uhr sind wir schlauer.
    Absehbar ist, sollte sich die jetzige Situatio nicht ändern, werden die Grünen diese Wahl gewinnen. Begründen möchte ich das auch mit dem Wahlalter von 16 Jahren. Du darfst im Herbst mit 16 Jahren wählen bist aber im Gegensatz mit 24 Jahren strafmündig, geht nicht. Letzten Freitag habe ich mir die Debatte zum Antrag der Grünen für ein verschärftes Klimaschutzgesetz angesehen. Ich war enttäuscht auf der ganzen Linie. Den Antrag hat begründet die hoffendlich nicht “ Neue Mutti“ A. Baerbock.
    Mit Ausnahme der AFD auf die ich hier nicht eingehen möchte sind sich alle anderen mit Einschränkungen die FDP einig. Das bestehende Gesetz ist erst seit dem 1.1.2021 in Kraft getreten und schon versucht man mit Lichtgeschwindigkeit ein viel verschärfteres als zur Zeit güldig den Menschen als Muss für die Klimarettung zu verkaufen. Die Bepreisung spielt da eine wichtige Rolle. Trettin fordet in seinem Beitrag sogar jetzt schon 50.00 Euro pro Tonne CO 2 Steuern. Alle bieten sich in der Debatte den Grünen an um dann auch in der neuen Koalitionberücksichtigt zu werden.
    Praktisch ist ein Sieg durch Grünen nur noch mit überzeugenden Steuergeschenken an die Bevölkerung zu verhindern. “ Unser aller Kanzler“ hat es vor vielen Jahren doch mal vorgemacht.

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    • Christian Bothe sagt

      Ja,ha.Sieg der Grünen???? Bei euch in BB,obwohl ihr einen Diplomlandwirt als MP habt…und die Baerbock dort wohnt?

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      • Inga sagt

        Da wird die Bearbock den Diplomlandwirt als MP aber dringend brauchen!

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      • Ostbauer sagt

        Wir haben sogar einen grünen Landwirtschafts- und Umweltminister.
        Der ist mit der Weile auch in den Niederungen der Realpolitik angekommen.

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  7. Mark sagt

    Den Grünen droht eine Verhausschweinung (laut Spiegel):
    „….auf eine Entwicklung hin, die den Grünen, falls ihr Umfragehoch anhält, nicht erspart bleiben wird – ihre Verhausschweinung. Je stärker der Trend weg von einer Themen- und hin zu einer Volkspartei, desto größer die Not, sich bei delikaten internen Streitpunkten ins Ungefähre flüchten zu müssen. Immer öfter werden wir daher aus grünem Mund die Versicherung hören, es gebe mehrere Strömungen in der Partei, die sich alle „unter einem Dach“ versammelten, „zum Wohle des Ganzen“ und im „gemeinsamen Willen, Politik zu gestalten“. Wer geglaubt hatte, Angela Merkel sei in der Tugend rhetorischer Umarmungen und Vagheiten unschlagbar gewesen, könnte durch eine Kanzlerin Annalena Baerbock eines Besseren belehrt werden.“
    Wusst ichs doch, die Lösung des Grünen-Problems liegt in der Hauschlachtung….

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  8. Christian Bothe sagt

    Wenn ich die Grünen agieren höre und sehe,kann ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen.Baerbock als Kanzlerkandidatin,unser “Gretel” hat sich ja schon vor den “Hänsel “gedrängelt. Wer so etwas wählt und diesen die Verantwortung für die BRD überlässt,verabschiedet sich von einer stabilen Volkswirtschaft und versündigt sich an unserer LW und den Bauern.Baerbock im Disput mit Xi,Putin,Biden,Erdogan.Ob die diese für voll nehmen,ist auch zu bezweifeln. Bevor wir uns weiter mit dem Hype Klima befassen( trotz “kompetenter”BVG Entscheidung)sollten zukünftige Regierungen erst einmal die Volkswirtschaft weiter entwickeln,Corona Schulden abbauen und sich Deutschland nicht immer als Musterländle präsentieren wollen.Ich staune auch,das die Wirtschaft so gelassen reagiert…Von unserer Journaille ist ja nichts anderes zu erwarten,immer dem Mainstream folgend.Das merken wir in der LW ja ständig! Kenne wenige im Osten in meiner Altersgruppe die Grün wählen werden…Mal sehen wie’s weitergeht nach Corona.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Gerade im Presseclub, erhellende Erkenntnisse. Es ist nichts klar, die Wähler können sich immer noch so verhalten, wie beim Einkauf im LEH…..jetzt müsste offen die Folgen der Klimadiskussion diskutiert werden, dann würde offen gelegt, dass die Elite dieser Gesellschaft die geringsten Probleme hat, „gut zu sein“.
      Und völlig unsicher ist die gesellschaftliche Akzeptanz der Folgen.
      Ich sehe alles als sehr spannend, aber auch als sehr offen an.

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      • Brötchen sagt

        Reinhard ich sehe noch eine Chance wenn laschet klug agiert.
        Das mit Merz scheint eine gute Strategie.
        Auch vom Timing her wird er erst kurz vorher zum Angriff übergehen.

        Er hat ja schon einige Siege davon getragen, würde ihn nicht anschreiben, weil auch der Unmut in der Bevölkerung wächst.
        Er hat gegen Kraft gewonnen, hat sich gegenüber Söder durchgesetzt….

        +1
        • Paulus sagt

          Brötchen, gegen Frau Kraft gab es nichts zu gewinnen. Da hätte man, anstatt diesen Karnevalspräsiden auch eine Tante Änne aufstellen können.

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    • Christian Bothe sagt

      Ergänzend noch von mir: bin ein FDP Wähler ohne wenn und Aber! Diese sollte mit der CDU unter F.Merz als Kanzler die Regierungsverantwortung übernehmen. Falls die Grünen mitmischen dann stets unter Führung der Regierungskoalition und des Kanzlers.Alle anderen Parteien sind nicht wählbar! Zu populistische Inhalte und unqualifizierte Repräsentanten…

      +3
  9. Der Brandenburgbauer sagt

    Moin, das Thema was Willi heute in seinen Blog gestellt hat, finde ich persönlich Spitze, denn es betrifft uns alle. Alle ca. 83 Millionen Menschen in Deutschland. Willi dafür ersteinmal, Danke.

    +8
  10. Ostbauer sagt

    Wahlen werden in der Stadt gewonnen und auf dem Land verloren.
    Die spannende Frage wird sein;“wer wird die stärkste Kraft“?
    Stellt die Union noch einmal den Kanzler, werden wir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein grün besetztes Landwirtschaftsministerium bekommen; da lassen sie sich die „Grünen“ austoben.
    Allerdings weisen sämtliche Prognosen der Institute eine Mehrheit für GRR aus und da die Grünen schon mal eine Koalition mit den Linken vorsorglich nicht für ausgeschlossen halten, wird es dann; wenn die Prognosen so eintreffen;auch so kommen!
    Jedenfalls wird jeder enttäuscht werden, der von den Grünen noch vor der Wahl konkrete Aussagen haben möchte; den Fehler machen die nicht zweimal. Viele der Grünenwähler sind ja der Meinung, die Auswirkungen betreffen ja nur die Anderen.
    Das böse Erwachen kommt dann höchstwahrscheinlich hinterher.

    +3
    • firedragon sagt

      Bin noch im Sendegebiet WDR unterwegs … WDR5 viele Gespräche, auch zum Thema, bzw zur Frage, warum Grün so viel Zuspruch erfährt.

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      • Inga sagt

        Wegen Greta und den Bienen!

        Und das soll sich auch die Baerbock hinter die Ohren schreiben.
        Soziale Themen sind ja auch gerechtfertigt.

        Es war gut von den Grünen in Berlin, als es um den Wohnungsbau ging,
        die wollen Ackerland erhalten und lieber in der Innenstand bestehende Bausubstanz erhalten. Da gibt es auch alte Fabrikgebäude und Büros, die man zu Wohnungen umbauen kann.

        +1
    • Bauer Willi sagt

      In BW ging das Ministerium an die CDU, in RP an die FDP.
      Warum soll das im Bund nicht auch so kommen? Falls die CDU überhaupt an der Regierung beteiligt ist….

      0
      • Arnold Krämer sagt

        Dann machen die GRÜNEN sich die Finger auch nicht „schmutzig“, abgesehen von der Tatsache, dass man als Landeslandwirtschaftsminister ohnehin im Wesentlichen nur Politik erklären muss, die in Berlin und Brüssel gemacht wird. Die Gestaltungsspielräume der Länder sind gering, und im Bundesrat bestimmen die Ministerpräsidenten, die nicht von der CDU sind, das Abstimmungsverhalten.

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      • Ostbauer sagt

        Das sind“ nur“ Landtagswahlen. Die Partei von König „Winfried“ hat ganz andere Möglichkeiten, braucht man sich nur das letzte Kabinett angucken. Die haben es nicht nötig, sich am Thema Landwirtschaft die Finger zu verbrennen.
        Meine These eines landwirtschaftlichen „Superministerium“beruht ja auch nur auf der Annahme, das es zu „Schwarz-Grün“ kommt.
        Aber vielleicht muss ich meine „Glaskugel“ mal wieder putzen. 🙂

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  11. Arnold Krämer sagt

    Die Grünen treiben die Altparteien CDU und SPD mit massiver medialer Unterstützung mit verschiedenen (Mode-, Angst-) Themen vor sich her. Über den Bundesrat üben sie darüberhinaus seit vielen Jahren echten parlamentarischen Druck aus. Sie waren ja auch schon Teil einer Bundesregierung, hatten aber die Apparate vor rund 20 Jahren noch nicht so mit Menschen ihrer Gesinnung „unterwandert“.
    Die Altparteien meinen sich thematisch auch entsprechend ausrichten zu müssen, ohne dass sie die Chance haben, speziell dafür eine breite Wählerunterstützung zu finden. Die SPD hat bereits ihren Preis dafür gezahlt. Der klassische SPD-Wähler in den ehemaligen Hochburgen (z. B. Ruhrgebiet, Ostfriesland) ist wertkonservativ und kann mit den vielen „neuen “ Themen eher nichts anfangen. Er wählt AFD oder geht in die Wahlenthaltung, wählt viuelleicht auch das „grüne Original“. Die CDU ist aus denselben Gründen auch auf dem Weg in das 15-20 % Ghetto, dort geht alles nur etwas langsamer. Söder hat mit seiner CSU bereits auch bei der letzten LT-Wahl massive Verluste eingefahren und nur mit Hilfe der Freien Wähler seinen Stuhl retten können. Angela Merkel ist es den letzten BT-Wahlen genauso gegangen. Regieren um des Regieren willens geht auf Dauer nicht gut.
    Was danach kommt, weiß ich auch nicht. An der Kaffeesatzleserei will ich mich nur insofern beteiligen, dass ich befürchte, dass die Deutschen mit ihrer besonderen „Gründlichkeit“ („Deutschsein heißt eine Sache um ihrer Selbst willen tun“) wieder einen sehr radikalen Weg einschlagen und ein Stück weit mitgehen werden. Wie weit, wird man sehen, da die Inhomogenität des Staatsvolkes beschleunigt zunimmt.

    +2
    • Edakteur sagt

      @Arnold Krämer: Prima Erkenntnis zu den Auswirkungen! Was sind aber die Ursachen?
      1. 16 Jahre Hinhaltetaktik der CDU bei vielen Gesetzvorlagen. Keine Fortschritte in Bildung, Digitalisierung oder Umwelt, wie Corona deutlich macht.
      2. Schwache SPD, die ihre Urwähler seit Harz 4 (Agenda 2010) verloren hat.
      3. Eine FDP, die nicht bereit ist, in Regierungsverantwortung zu gehen (2017)
      4. Eine AfD, die als Protestpartei immerhin zweistellig wurde.
      Muß man sich da wundern?

      +1
      • Arnold Krämer sagt

        zu 1)
        a) Das Bildungssystem in D ist immer leistungsschwächer geworden. Die betriebene Kuschelpädagogik als Hauptursache ist aber Sache der Länder.
        b) zu Digitalisierung kann ich nur soviel sagen: Im Bereich der Agrartechnik ist sie bereits stark verbreitet und eingesetzt. Ihr Nutzen wird für den Agrarbereich jedoch überschätzt. Nur der Staat möchte automatisiert immer mehr Daten haben, um sie in seinem Sinne interpretieren und nutzen zu können.
        c) Da ich ungefähr 50 bis 60 Jahre der Agrarproduktion in D (West) als Landwirtssohn, Agrarberater und -lehrer überblicken kann, erlaube ich mir folgende pauschale Aussage: In Sachen Umweltbelastung durch die Landwirtschaft ist nach dem Krieg vor allem in den 60er bis 80er Jahren zunächst vieles, fast alles schlechter geworden. Die Situation bessert sich seit 20 bis 30 Jahren massiv durch schärfere Gesetze, durch bessere Technik, durch bessere Dünge- und Pflanzenschutzmittel, durch besseres Wissen, durch Einsicht, durch….
        zu 2) Es ist nicht nur Harz4; davon sind und waren die meisten SPD-Wähler garnicht betroffen, Es sind auch die ewigen Minderheiten-Themen, die den konservativen SPD-Anhängern zum Hals raus hängen. Zur vertiefenden Lektüre empfehle ich das neue Buch von S. Wagenknecht.
        zu 3) Mir fehlen die Einblicke in das Innenleben der FDP
        zu 4) Das Entstehen hatte andere Ursachen als das Erstarken der AFD. Immer ist es aber das Räumen konservativer Positionen seitens der Merkel-CDU. Je reflexartiger und undifferenzierter man seitens der Lifestyle-Linken konservative Bedenken zu Migration, zu Klimapolitik, zu „Wenden“ jeglicher Art als „Rechts“, als „Nazi“ abtut, umso mehr wird sich der Protest verfestigen. (siehe auch hier S. Wagenknecht)

        +4
        • Reinhard Seevers sagt

          Seh ich genauso Herr Krämer!
          Landwirtschaft hat sich auch immer parallel zur gesamten Gesellschaft entwickelt, so wie heute auch.
          Ein großes Problem sehe ich z.B. in Niedersachsen in der Bildungspolitik darin, dass man u.a. den Elternwillen bei der Schulzweigwahl eingeführt hat. Das hat zu einem exorbitanten Verlust von Akzeptanz der Pädagogen und deren Kompetenz geführt.
          Der Sinn, subjektiv handelnde Autoritäten einzufangen ging komplett in die entgegengesetzte Richtung. Ein weiterer von mir wahrgenommenen Punkte ist der, dass nicht Inhalte wichtig wurden, sondern die Präsentation von diesen. Heute ist die Folge gut sichtbar durch die ewige Selbstdarstellung und die nun plötzlich aufkeimende Forderung nach mehr sozialer Verantwortung. Das hat man damals alles sehen können, aber „Wertkonservativ“ galt als NOGO und als Fortführung negativer Seiten unserer Geschichte.
          Wir scheinen dauerhaft in unserer Schuld gefangen zu sein. Die immer noch andauernde Minderheiten-Diskussion verdeutlicht das. Wer es nur wagt, eine andere Sicht zu haben, wird in eine bestimmte Richtung gedrückt. Die gefühlte Bevormundung ist ein Problem, dass sich politisch auswirkt, das muss Politik erkennen und darf es nicht den Rändern überlassen.

          +1
          • Arnold Krämer sagt

            Ich habe rund 30 Jahre in der Fortbildung zum Landwirtschaftsmeister die Bildungsergebnisse der allgemein bildenden Schulen in Niedersachsen sehen und erleben können. Da ist im Prinzip alles schlechter geworden, angefangen beim Schriftbild über die Zahl der Rechtschreibfehler bis hin zum Textverständnis, also der Fähigkeit die wesentlichen Aussagen eines Fachtextes von ein oder zwei Seiten zu erfassen. Dabei hatte ich es nur mit jungen Menschen zu tun, die in den Landgemeinden WestNiedersachsens ihre Schullaufbahn absolviert haben. Um wie viel schlimmer muss es dann in den Großstädten aussehen.

            0
              • Arnold Krämer sagt

                Nein, stimmt nicht! Die jungen Leute treten heute selbstbewusster auf. Die Selbstdarstellung bzw. „Selbstvermarktung“ ist besser geworden.
                Die Frage ist doch mit welchem Wissen und welchen Fähigkeiten eine Land, eine Gesellschaft „bestehen“ (Bestand haben) bzw. sich positiv entwicklen kann.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Für mich gilt der Grundsatz: ALLES hat IMMER zwei Seiten.
                  Die „Selbstvermarktung“ führt eben auch zu sozialen und psychologischen Problemen, die die negative Seite darlegen….Gestern kam eine schöne Doku zum Thema „Die Macht der sozialen Medien“. War schon erhellend, wie sich junge Menschen Selbstdarstellen, Selbstausbeuten, Selbst zerstören…..und nach der Jugend keine Zukunft haben, weil keine Basis geschaffen wurde für eine Bodenständige Existenz…alles nur Schein und Selbstdarstellung.
                  Und es geht, wie immer und ewig auch hier um: GELD, die Triebfeder allen Handelns.

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                • Stadtmensch sagt

                  Schon der Begriff „Selbstvermarktung“ zeigt doch, wie sehr unser Denken von Ökonomie durchsetzt ist. Manche nennen es „Verhausschweinung“. Gibt viele Beispiele, wie die konsequente „Verhausschweinung“ des Lebens in eine Dystopie mündet.
                  Hätte ja nichts dagegen, wenn Verhausscheinung wenigstens zu Entropievermeidung führen würde – aber das Gegenteil ist der Fall!

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                • Reinhard Seevers sagt

                  „Hätte ja nichts dagegen, wenn Verhausscheinung wenigstens zu Entropievermeidung führen würde – aber das Gegenteil ist der Fall!“

                  Da kommen wir dem Kern schon etwas näher. Es bleibt immer die Kernfrage: Was wird die Alternative zur materiellen Befriedigungskultur, und gibt es eine?
                  Wer die Frage beantworten kann, hat die Probleme der Zukunft gelöst.
                  Aber bitte für die gesamte Menschheit, nicht nur für den deutschen Teil, das reicht nicht, um die Welt zu retten.

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                • Stadtmensch sagt

                  Wer die Frage beantworten kann…

                  „Plimsoll Marken“ festlegen und versuchen einzuhalten.
                  UNO als supranationale wirkmächtige Institution zur Durchsetzung stärken.

                  Geht ja schon in die richtige Richtung mit der CO2 Bepreisung. Also Umverteilung relative materielle Armut für alle. Kann mache zum Ausgleich prima mit ideellem Reichtum kombinieren. Also ab ins Kloster und Gebetsmühle drehen.

                  0
                • Arnold Krämer sagt

                  „Mehr Schein als Sein“ hat es bezüglich der „Blender“ schon immer geheißen. Sie sind aber wesentlich zahlreicher geworden, weil Selbstdarstellung auch Teil der schulischen Bildung geworden ist. Und das ist ein gesellschaftliches Problem.

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                • fingerphilosoph sagt

                  Habe mal einen Trip nach Bhutan gemacht und dort einige Einsichten in das Klosterleben und das Drehen von Gebetsmühlen bekommen. Fazit: In Bhutan sind alle Leute bis auf die Mönche und Novizzen fröhlich, vor allem die, die am Straßenrand sitzen, Waren feilbieten und „shopping! shopping!“ rufen. Die Mönche und Novizzen waren überwiegend griesgrämig, also auffallend anders als der Dalai Lama, obwohl es dieselbe Religion ist. Der Dalai Lama lacht ja gern, leider oft auch an Stellen, wo es nicht unbedingt passt. Seit diesem Trip schätze ich den materiellen Reichtum doch deutlich höher ein als den ideellen.

                  +2
                • Stadtmensch sagt

                  „shopping! shopping!“

                  Dazu fällt mir nur der Spruch von @Brötchen ein: „Wer f…..erkaufen will muss nett sein“.

                  Kriege ich ja immer mit, was mein leidgeprüfter Direktvermarkter alles aushalten muss: „500g Bio-Schabefleisch für die Katze“, oder „warum es ein Problem wäre, irgendwelches Leergut anzunehmen anstatt von Pfandflaschen.“

                  Habe einen Kollegen, der ist wegen Sinnverlust mal eine zeitlang zur „Kur“ im Kloster gewesen. Ist jetzt wieder einsatzbereit der Mensch.

                  Gebetsmühlen habe ich auch schon gedreht und Klöster hab ich auch schon von innen gesehen, aber in Nepal. Ist ewig her.

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                • Reinhard Seevers sagt

                  Nordkorea wäre doch ein Beispiel für die Umsetzung von „Weniger ist Mehr“.
                  Die passen auch auf, dass es nicht zu Auswüchsen des Konsums kommt:
                  https://www.handelsblatt.com/video/archiv/videos-scheuer-in-nordkorea/scheuer-in-nordkorea-folge-33-shopping-fuer-ausgesuchte-kunden-wie-nordkoreaner-den-konsum-entdecken/22604994.html?ticket=ST-1519006-aEBO03EiQJzejblxajmY-ap2

                  Also, was ist die Alternative zur entropiereduzierten, nachhaltigen und glücklichen Lebensform? 🙂

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                • Stadtmensch sagt

                  Ja, der Hinweis auf Pol Pot fehlt auch noch. Dann können wir die Diskussion endlich beenden

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                • Brötchen sagt

                  @FP die Mönche sind doch aber nicht freiwillig im Kloster.

                  Die müssen doch meist dahin, weil die Familie sie nicht ernähren kann und das sie dort noch Unterricht haben.

                  Dächte das ist auch nur zeitweilig, das die dort sind.

                  zitat“Die Mönche und Novizzen waren überwiegend griesgrämig,“

                  Vielleicht eine Erklärung, aber wirst Du ja sicher wissen, wenn Du da warst.

                  Ich kenne die nur aus ARTE.

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                • Paulus sagt

                  Ihr erzählt hier alle was von irgendwelchen Klöstern in Bhutan oder Nepal. Ist ja schön, dass ihr mal einen Trip dorthin gemacht habt. Ich habe klösterliches Leben als Gymnasiast hautnah erlebt, als Insasse eines Konvikts. Das war etwas länger als ein kurzer Trip nach irgendwo. Ich sag ja nicht das alles Scheiße war, aber ich wünsche es keinem jungen Menschen.
                  Im Übrigen sind Ordensgemeinschaften nichts anderes als schnöde Wirtschaftsunternehmen. Ich kenne Klöster in denen halten sich mehr gestresste und angebliche Manager auf als Mönche. Das sind sozusagen Hotelbetriebe, die zwar kein Spa aber Enthaltsamkeit und am Rande noch so etwas Spiritualität verkaufen.

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                • Lady sagt

                  „Ihr erzählt hier alle was von irgendwelchen Klöstern in Bhutan oder Nepal. “

                  Nu übertreib mal nicht so maßlos. lieber Paulus. Ich kenne bestenfalls Klöstergärten, die allerdings finde ich sehr charmant.
                  Eins allerdings ist sicher nicht verkehrt: Wer noch nicht mal sein eigenes Leben geregelt bekommt, sollte besser nicht anderen irgendwelche Vorschriften machen.
                  Mich gruselt es, wenn ich hier so manchen Spruch lese. der Gipfel ist die „relative materielle Armut für alle“.
                  Die meisten von uns sind nun nicht mehr so ganz jung und wünschen eher der nächsten Generation, dass sie ihren Weg finden kann. Dass die entsprechenden Möglichkeiten und Freiheiten da sein werden. Ich habe da meine Zweifel.
                  Und daher wundert es mich auch nicht, dass sich bei vielen der Ehrgeiz in Grenzen hält.

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            • Edakteur sagt

              @Arnold Krämer: Ergänzung zum Bildungssystem – natürlich ist Bildung Ländersache. Ich habe u.a. als Dozent an einer Hochschule mit angehenden Master-Anwärtern der Chemie aber das „Vergnügen“, bei den Semesterarbeiten schreiend davon zu laufen, was Interpunktion, Schreibe oder Argumentation betrifft. Das sind aber Studenten aus ganz Deutschland, also keine Landesgeschädigten…

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              • Arnold Krämer sagt

                Offensichtlich sind allen Ländern die Maßstäbe abhanden gekommen. Wir werden – so behaupten viele- ja auch längst von eine ganz großen Koalition CDUSPDFDPGRÜNELINKE regiert, was auch nicht ganz von der Hand zu weisen ist, so wie D verfasst ist.

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  12. Ludwig sagt

    Aus meinem bäuerlichen Umfeld höre ich zwei verschiedene Ansichten. 1. Die Grünen stellen den Kanzlerkandidaten und fahren voll mit Wirtschaftsvernichtung, Währungsverfall,
    Energieknappheit an die Wand. Also dieselbige Spur wie Merkel die jetzt fährt , aber mit hoher Arbeitslosigkeit, hohen Steuern und Abgaben ,vernichtung der konv. Tierhaltung, starker Abfall des Wohlstandes uvm.– 2. Die CDU stellt den Kanzlerkandidaten und versucht alledem entgegenzuwirken. Das setzt aber ein strammes und aussagefähiges Wahlkontrastprogramm gegen die Grünen voraus. Heist mehr Freiheit, mehr „Soziale Marktwirtschaft“, weniger Staat , mehr Eigenverantwortung, Fokussierung auf die Kernaufgaben des Staates , statt Rundumversorgung usw. . Nur so können wir den Wohlstand erhalten oder noch verbessern. — Wir haben also die Wahl zwischen Kommunismus und der „Sozialen Marktwirtschaft“ , aber auch nur wenn die CDU zum liberalkonservativen Kurs zurückfindet. Wenn nicht , dann war es das mit der CDU.Gut 130 Tage hat sie noch ein Gegenmodell zu den Grünen zu erstellen. Ansonsten hat ja jeder noch drei jetzige Oppositionsparteien zur Auswahl. Wählen kann man eh immer nur das kleinere Übel. Wenn die Grünen drankommen werden wir viele gut ausgebildete Auswanderer erleben , die jetzt nur noch warten , wie die Wahl ausgeht. Auch wird sicherlich die anlaufende Pleitewelle mit entsprechender Arbeitslosigkeit einen Einfluß auf die Wahlentscheidung haben. Ein Blackout an ein/zwei Tagen würde auch die Grüne Ideologie offenlegen und zur Umkehr führen. Es bleibt also spannend .

    +4
  13. BerndK sagt

    Tja, wo kommen sie denn nun her die grünen Wähler aus was für Gesellschaftsschichen und warum wählen die denn grün? Der „rechte“ Grüne Kretschmann hat in Baden Würtenberg immerhin 19% der Landwirte überzeugt, bzw den Schwarzen ihre Stammwähler geklaut. Was sind denn die Alternativen? Testosteron geschwängertes Getue bei Söder und Laschet. Eine SPD, die seit 20 Jahren nicht mehr weis für was sie steht? FDP??? Bei allem Anderen kann man ja nicht mehr in den Spiegel schauen, wenn man sie wählen würde.
    Vermögenssteuer ist wie Mietpreisdeckelung, Gentechnikverbote, Verbote bei Pflanzenschutzmassnahmen (auch wenn unabhängige Wissenschaftler sie nicht begründen können) eine ideologische Altlast der Grünen und der Linken, welche aber durch pragmatische Politik wegradiert werden kann. Gerade bei den Grünen gibt es Menschen, die durch ihr Fachwissen (zB bei der Gentechnik) die Politik verändern wollen und auch im Gegensatz zu schwarz/rot viel technikaffiener sind.
    Baerbock und Harbeck haben bewiesen, dass sie ideologische Mauern durchbrechen wollen und das sie es auch in einem gewissen Mass auch innerparteilich geschafft haben, ideologischen Schrott über Bord zu werfen. Die andren Kanzlerkandidaten sind im Vergleich ganz schöne Jammerlappen.

    +2
    • Reinhard Seevers sagt

      „Gerade bei den Grünen gibt es Menschen, die durch ihr Fachwissen (zB bei der Gentechnik) die Politik verändern wollen und auch im Gegensatz zu schwarz/rot viel technikaffiener sind.“

      Echt jetzt? 😁

      +4
  14. Wilhelm Harms sagt

    @ Willi
    Vielen Dank für die recht nüchterne nahezu objektive Betrachtung.
    Wer seine „Feinde“ kennt kann ihnen auf Augenhöhe begegnen.

    @ Thomas Apfel
    Seh ich ähnlich.
    Baerbock wird (als Kanzlerin) verheizt und dann kommt Habeck nach vorn.
    Er macht die graue Eminenz, den Kardinal Rechileu und hat Sie als Marionette zum Stimmenfang.
    Gleichzeitig hat er während Baerbocks Zeit abgecheckt was machbar ist und sich durchsetzen lässt.
    Insgesamt ein gut durchdachter gerissenen Plan der ihn am Ende noch als gute und Retter der Macht der Grünen dastehen lässt.
    Die Wirkung geht soweit das gestern zu 18 Uhr ein Radiopastor (Kirche in der Politik ?????) auf Welle Nord ihn wegen seiner Selbstlosigkeit (Baerbock den Vortritt gelassen !) deutlich hervorgehoben hat.
    Habeck habe sich zurückgenommen für das Allgemeinwohl, für die Geneinschaft – beides blanker Hohn:
    Sowohl der Pastor in der politischen Abendpredigt als auch Habeck mit seiner Pseudoselbstlosigkeit !

    Baerbock macht das Licht aus wenn Habeck ihr zeigt wie man den Schalter bedient.

    +2
  15. Obstbäuerin sagt

    Auch wenn das grüne Männchen fehlt,
    wird jetzt von vielen grün gewählt.
    Proportional zur steigenden Gruppe der jungen Veganer und Vegetarier wird auch die Gruppe der grünen Jungwähler steigen. Es sind eine Unmenge an Internetportalen unterwegs, die über Mitleidsstrategien (sogar noch mit den Haustierbienen) junge gutgläubige und unwissende Teile unsere Gesellschaft für eine grüne Politik begeistern. Bei Campact geschieht das so unverhohlen, dass man einen gemeinsamen Wahlkampf mit der Partei vermuten könnte.

    +4
  16. Christoph aus der Stadt sagt

    Bitte berichtigt mich falls ich falsch liege, aber nach meiner Vorstellung dürfte sich die von den Grünen geforderte Vermögenssteuer doch besonders katastrophal für Landwirte auswirken.

    Um ein Beispiel zu nennen: Wer ein Appartementhaus in der Stadt besitzt, das er womöglich schon vor Jahrzehnten erworben hat, kann die Vermögensteuer noch einigermaßen problemlos aufbringen. Kann das auch ein Landwirt, der einen Hof besitzt, der mit Ackerflächen, Wiesen und Maschinen einen Schätzwert von mehreren Millionen darstellt?

    Was ich schon mehrfach gelesen habe ist, dass Ackerflächen, Wiesen und Wald zunehmend in den Focus von landwirtschaftsfernen Anlegern geraten sind, mit der Folge, dass der Bodenwert (der zur Bemessung der Vermögenssteuer herangeszogen wird) gestiegen ist. Der mögliche Gewinn, der mit diesen Flächen von den Bauern erwirtschaftet werden kann, bleibt unverändert. Das könnte dazu führen, dass das Verhältnis Hofwert zu Rendite zunehmend bescheidener wird. Oder anders ausgedrückt, die Vermögenssteuer steigt, die Einnahmen stagnieren.

    Eine weiter mögliche Folge der Vermögenssteuer könnte – nach meiner Vorstellung – auch der durch die Steuer erzeugte Zwang sein, das landwirtschaftliche Flächen nun erst so richtig ausgemostet werden müssen, da für brach liegende oder extensiv genutze Flächen stets derselbe Vermögenssteuersatz gezahlt werden muss. Kollidiert diese Wirkung nicht mit dem Wunsch nach mehr Ökolandwirtschaft oder rechnen die Bauern damit, dass dieses Handicap durch Subventionen ausgeglichen wird?

    Oder wird es in Sachen Vermögenssteuer ein Sonderregelung für Landwirte geben?

    +2
    • Schorsch Summerer sagt

      Gerade bei uns entsteht ein derartiges Problem bei Betrieben die aufgegeben haben. Die nachrückenden Eigentümer können im Zuge der Eigentumsübertragung die fälligen Steuern nicht mehr aufbringen. Auch die weichenden Erben wollen etwas von dem Kuchen. Somit bleibt eine Veräusserung der Flächen unausweichlich.

      0
  17. Reinhard Seevers sagt

    „Wenn ich die Wahl habe zwischen dem Nichts und dem Schmerz, dann wähle ich den Schmerz.“ — William Faulkner US-amerikanischer Schriftsteller 1897 – 1962

    +3
  18. Reinhard Seevers sagt

    Es scheint wirklich ein „Schlechtes Gewissen“ als Motiv für Entscheidungen zu sein, was Zeile der Gesellschaft treibt, Jugend machen lassen zu wollen.
    Die Ev. Kirche hat gestern eine 25 jährige Frau zum Präsis gewählt.
    Hannes Jaennicke hatte sich bereits als Teil der Generation der Schuldigen bezeichnet, und unsere Kultur der Sünde tut ihr Übriges.
    Meta culpa…..🙋

    0
    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Das Vermögen von Jaennicke wird auf 3 Millionen geschätzt, da muss man sich schon Fragen, ob es ihm Zusteht, andere Schuldig zu sprechen.

      Na ja, gehöre nicht der ev. Kirche an, ich Frage mich, ist der Schwund schonso groß, dass man zu einer 25 Jährigen greifen muss.

      +6
    • Brötchen sagt

      Der fliegt ja auch ständig hin und her. Glaube der lebt halb in den USA.

      Ich war da noch nie.

      +1
      • Christian Bothe sagt

        Jeannecke? Ist der nicht Schauspieler?Das sagt doch alles.Der positioniert sich doch auch meistens gegen alles(mit Ausnahmen).Passt zu diesen alten Teenagern von FFF wie Gebauer, die Greta oder anderen Weltverbesserern…

        0
    • Stadtmensch sagt

      Manchmal hab ich das Gefühl, dass Frauen in der Politik meinen, sie müssten wie Männer sein. Und wenn ich dann Frau Adler oder Frau Dornblüth im Dlf hören muss, wenn sie uns einhämmern, was wir von den Russen zu halten haben. Nenee, so wird das nix.
      Sollten sich alle mal hinsetzen und in die Geschichtsbücher gucken und sich zurück nehmen.

      Hier wieder Frau von der Leyen: „die Sprache der Macht lernen“:

      „Mit der Kreuzfahrt der „Bayern“ gen Osten sendet die Bundesregierung allerdings ein äußerst problematisches Signal – und das gleich in mehrfacher Hinsicht: Sie beteiligt sich nicht nur an der aggressiven Eindämmungsstrategie der USA, sondern unterstützt zugleich Bestrebungen von Frankreich und Großbritannien, an hegemoniale Ambitionen aus ihrer kolonialen Vergangenheit anzuknüpfen.“

      https://www.blaetter.de/ausgabe/2021/mai/deutschland-im-indopazifik-die-logik-der-eskalation

      0
    • Günter sagt

      @brötchen
      Was hat bitte der Materialmangel mit Frau Baerbock zu tun?
      Fakt ist doch wohl, dass die Grünen deshalb so stark sind, weil die
      Etablierten so schwach sind. Entscheidend in der Nachkriegszeit waren
      bis auf wenige Ausnahmen die Schwarzen.
      Wenn ich mir das letzte halbe Jahr anschaue, wie sich diese Testosterongesteuerten
      sogenannten Spitzenleute der Schwarzen selber zerlegt haben, ist es nur eine
      logische Folge dass sich die Leute was anderes suchen.
      Und wenn Leute die sich den Mittelstand zurechnen, mit den Privatflieger die
      Umwelt zerstören, zeigt auf, wie abgehoben diese Typen sind.
      Nein ich bin kein Grüner, war immer schwarz, bleibt auch meine Einstellung ,
      aber diese Typen setzten den Niedergang der Etablierten fort den Schröder begonnen hat.

      +3
  19. DaggiK sagt

    Hallo Willi, Du hast es wieder gut getroffen am Sonntagmorgen – „grün“ ist der allgemeine Mainstream, der besser verdienenden, der gut situierten und auch z.T. der nicht in der harten Realität lebenden. Grün ist DIE Lösung! Auch die etablierten Parteien holen jetzt im Frühling ihre grünen Jäckchen aus dem Schrank. Aus einer guten Versorgungslage, aus Wohlstand wird plötzlich eine Tugend mit grünem – ja einzig gutem – Anstrich und dargestellt als einziger Weg, die Welt doch noch retten zu können. Nun will ich es gleich sagen, JA wir brauchen auch grüne Ansätze, um Landwirtschaft, Natur, Kreisläufe und auch Wirtschaft zu gestalten! Und JA – hier hat es in der Vergangenheit auch Fehlentwicklungen gegeben. In der öffentlichen Diskussion wird komplett vergessen, darüber zu sprechen, wie es konkret gehen kann, wer sind die Menschen, die uns unser „Versorgungsglück“ erarbeitet haben? Eine grüne Partei übernimmt mehr Verantwortung für eine funktionierende Wirtschaft am Standort Deutschland, für landwirtschaftliche Produktion an unserem Gunststandort, um den uns viele Menschen, denen es nicht gut geht, beneiden. Die Darstellung der Grünen Ideen ist nebulös unkonkret und die Partei wird sich hart messen lassen müssen, ob und wie sie die Probleme der Zukunft meistern werden und es wird eine Herausforderung die wirklich hart arbeitende Bevölkerung mitzunehmen. Dazu gehört für uns Landwirte ganz nach vorne gestellt, die Produktionszukunft der Landwirtschaft – wir produzieren Mittel zu Leben. Momentan sieht es eher so aus, als ob wir Landwirtschaft „bullerbühmäßig“ ökologisieren werden, zurück zu den Wurzeln – kleine Betriebe – mit schwieriger, unzureichenden Einkommensmöglichkeit – werden uns als Zukunftsmodell präsentiert. An dieser Stelle bedarf es keines Propheten, genau die von den Grüne und der SPD favorisierten kleinen Familienbetriebe werden es nicht schaffen können. Das zeigt nicht nur der Strukturwandel der letzten Jahre, nein das sagen auch die Befragungen, die in die Zukunft deuten. Die harte wirtschaftliche Realität wird uns ganz schnell (noch schneller) einholen. Unternehmen werden sich zunehmend mit Ordnungsrecht auseinandersetzen müssen und da frage ich mich, wo führt das hin? Wer bezahlt das? Und wer hat noch Lust auch wirtschaftliche Verantwortung zu übernehmen? Um die Versorgungslage müssen wir uns sicherlich erstmal keine Sorge machen, es gibt Europa, es gibt die Welt – wir importieren alles was wir brauchen und füllen die Regale: Ist es das wirklich, was das Wahlvolk will? Warum macht sich die Gesellschaft nicht auf den Weg und verteidigt das, was wir haben und bringt neue Ansätze für Weiterentwicklung, aber auch und gerade unter wirtschaftlichen Aspekten ein. Und das heißt für mich nicht, dass wir unendlich gut verdienen wollen, aber wir müssen wirtschaftlich arbeiten können, wir müssen unsere Rechnungen bezahlen können. Und wir müssen abends zufrieden auf unser Tagwerk blicken können. Wir Landwirte benötigen ganz dringend den Zuspruch von Politik, der Gesellschaft, unserer Mitmenschen.
    Und ja – auch wir sind und machen Grün!

    +4
    • Stadtmensch sagt

      „Und wir müssen abends zufrieden auf unser Tagwerk blicken können. Wir Landwirte benötigen ganz dringend den Zuspruch von Politik, der Gesellschaft, unserer Mitmenschen.“

      Da kommt aber niemand und und kümmert sich um unagenehmen Begleiterscheinungen der permanenten Transformation. Das müsst ihr selber organisieren! Oder euer administrativer Wasserkopf. Niemand will, dass wir hier „wettbewerbsfähig“ im Sinne von unauskömmlichen Arbeitbedingungen oder einer Schleifung der Kulturlandschaft werden. Wir haben hier kleinteilige sehr produktive, auf hohem wissenschaflichen und technischen Niveau betriebene Landwirtschaft. Die kann man auch nicht isoliert betrachten. Selbst wenn Landwirtschaft bzw. Urproduktion effektiv nur noch mit Zuschüssen und Umverteilung betrieben werden kann, ist sie volkswirtschaftlich unerlässlich. Die Alternative wäre, komplett auf Pferde- und Ponnyhöfe, Urlaubsressorts, Rollrasen und EFH-Siedlungen, Geldsack-Domänen und damit komplett auf Außenhandel zu setzen. Na dann gute Nacht und keen Bette wie man bei uns sagt.

      +4
      • Reinhard Seever sagt

        „https://www.t-online.de/leben/familie/id_89874568/tid_amp/was-bedeutet-die-gelbe-schleife-bei-hunden-.html

        Solch gute Ideen bringen uns weiter. Ich binde mir auch eine gelbe Schleife um, dann lässt man mich evtl. in Ruhe, denn mein Gegenüber sieht das Signal und erkennt: Der will nicht verarscht werden! 😎 Der ist ansteckend, der ist evtl. läufig….Hilft einfach für alle Lebensfragen.☝️

        0
      • brötchen sagt

        Stadtmensch die Interessenslage der Landwirtschaft ist durch die vielfältige Struktur und die Ausrichtung der Betriebe so unterschiedlich.

        Dagegen kommt jede noch so schlechte Gegenstrategie spielend gegen an.

        Es kommt z.B. da kaum Kritik an, wo das nicht so ist.

        Ganze Geflügelsektor.

        Es braucht ganz einfach mehr Unterstützung durch die politik.

        Mir ist das letztens erst aufgefallen was geht, wenn die Politik will.

        Klimaurteil…..innerhalb von Wochen werden Gesetze ausgearbeitet und auch fast verabschiedet.

        Ich konnte es immer nicht glauben, dass wir in Wirklichkeit ein Königinnereich sind.

        Aber allein an dem Bsp. kann man das ganz deutlich sehen.

        Die Grünen wirken frisch und unverbraucht.
        Sind das Orginal, verlieren sich bisher nicht in Grabenkämpfen.
        Werden extrem von allen Medien unterstützt.
        Sind aber eine reine Schönwetterpartei. bis jetzt.

        Erinnere mich an einen Ausspruch unserer grünen Gesundheitsministerin…die genervt äußerte …..die Leute haben immer nur was zu meckern nicht ist ihnen recht(sinngemäß)…….da wollte ich ihr entgegenrufen: so agiert ihr Grünen nur!

        +2
      • Bauer Willi sagt

        Vielen Dank für das Aufzeigen der Alternativen. Genau in diese Richtung gehen viele Überlegungen. Lebensmittel war gestern.

        +2
  20. Thomas Apfel sagt

    Ich versuch mich mal als Glaskugel
    Die neue Allianz von scharz und Grün wird versuchen sich langfristig zu etablieren. Darauf müssen wir uns einrichten. Annalena wird in der ersten Legislaturperiode verheizt werden (oder ich unterschätze sie gewaltig). Die Verbindung zu den aussenpolitischen „Falken“ der CDU um Röttgen und die Atlantiker, wird im Endeffekt viele Stimmen aus dem linken Lager kosten. Da sich die Linken und die SPD ja schon jetzt derart grün eingefärbt haben, dass man sie nur noch als Carmouflage wahrnimmt, wird diese Klientel auch dort keine Heimat finden und weiter zur Zersplitterung des linken Lagers beitragen.
    Der Plan, das Wahlalter auf 16 herunterzusetzen nützt zwar vorrangig den Grünen, stabilisiert letztlich aber schwarz – grün, und wird daher durchgehen.

    Bei rund 60 mio Wahlberechtigten bislang, sind das fast 2 mio mehr Wahlberechtigte. Geht man von der üblichen Wahlbeteiligung bei Bundestagswahlen von 75 % aus, und 2/3 Grünwählern in dieser Altersgruppe, sind das 900.000 bis 1 mio neue Stimmen für die Grünen. Das verhilft ltztlich auch der CDU zu stabilen Mehrheitsverhältnissen. Die Landwirtschaft ist dabei nur noch als Propaganda-Buhmann wichtig. Es wird sich Einiges durchändern und dann halt mit weniger Betrieben in der bekannetn Mischung aus klassisch und Bio weitergehen. Die LW wird einfach aus den Fokus in den Hintergrund rücken weil es viele dringendere Probleme zu lösen gibt.

    +2
  21. oberländer sagt

    Guten Morgen Willi

    Für das Bärbock Problem weis ich keine Lösung.

    Folgt der Wähler den Medialen Propheten wie vor
    rd. 90 Jahren ?

    Oder gilt der aus meiner Sicht dumme Spruch :

    „Nur die dümmsten Kälber
    wählen ihre Schlachter selber.“

    Das Resultat ist vermutlich das selbe.

    All dem zum Trotz werde ich heute Nachmittag mit
    meiner 84 jährigen Mutter einen Ausflug Richtung
    Bodensee machen.

    +5
    • Inga sagt

      Ja,
      über das Ereignis vor rd. 90 Jahren

      müsste man mit Baerbock mal diskutieren, was sie dazu meint.

      0
      • oberländer sagt

        verlorene Lebenszeit , das BB hat gelernt sein Fähnchen
        in den Wind zu hängen der es an die Macht bringt.
        Fakten und Tatsachen haben keine Gültigkeit .

        es war ein sehr schöner Nachmittag , unbezahlbar , und
        von keiner Bärböckin ersetzbar

        0
        • Inga sagt

          Solche Leute brauchen wir nicht, die das Fähnchen nach dem Wind hängen.

          Das muß unbedingt ausdiskutiert werden.

          0

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