Bauer Willi
Kommentare 44

Die Grüne: rote Linie überschritten

Wieder mal ein Artikel über die Schweiz und die Initiativen, die im Juni zur Abstimmung anstehen. Der Ton wird härter.

Hier einige Auszüge aus nachfolgendem Artikel:

Eine solch martialische Sprache und solche Unterstellungen und Verleumdungen, wie sie die Öko-Krieger gegen ihre Feinde richteten, das hat die Schweizer Politik noch nicht erlebt. Trinkwasser-Initiative, Pestizid-Initiative und die «Agrarlobby stoppen»-Kampagne kennt nur Freund oder Feind.

Sie haben richtig gelesen: Feinde. Für diese Propagandisten gibt es im Abstimmungskampf nur Freund oder Feind. Der Feind  ist «die Agrarlobby» mit dem Schweizer Bauernverband und SBV-Präsident Markus Ritter, mit Syngenta und Fenaco.

Der Feind, das sind auch die konventionellen Landwirte und das Nationale Forschungsinstitut Agroscope. Der Feind, das sind auch die Agrarjournalisten und sogar Bio Suisse, der Dachverband von 32 Organisationen der Bio-Landwirtschaft in der Schweiz.

Wer die faktenfreien, aber meinungsstarken Medienmitteilungen der Initianten nicht abnickt, wird zum Feind und Agrarlobbyisten. Und das in einer Kampagne, die wohl mehrere Millionen Franken gekostet hat.“

https://www.diegruene.ch/artikel/initiativen-und-umweltverbaende-haben-die-rote-linie-ueberschritten-editorial-von-juerg-vollmer?fbclid=IwAR1aO2jYVcn274PTIvIzM8dQ1BqV1GLBZUdBEmA5PdUmto4ERkSFj24eYjA

Wie weit es in der Auseinandersetzung geht und wie militant beide Seiten vorgehen, ist im folgenden Artikel zu lesen:

Pestizid-Initiative: Befürworter und Gegner klagen über Plakat-Vandalen (blick.ch)

Bei solch kriegerischen Worten ist jetzt wohl Abrüstung gefragt. Von allen Seiten. Ob das aber noch gelingen kann?

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44 Kommentare

  1. oberländer sagt

    Was haben die Unterstützer der Grühnen aus der deutschen
    Geschichte gelernt ?

    NICHTS aber auch GARNICHTS.

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    • Inga sagt

      Leider, ich dachte früher sie wären mal näher die Landwirtschaft wie jede andere Partei.
      aber die haben sich früher entwickelt, wo man so gerne die Nächte durch diskutiert hat, vielleicht auch über Demokratie und Soziales,
      also durfte jeder mitreden und auch in die Partei eintreten, egal mit welchen Absichten.
      Also mußten die reichen Unternehmer eins auf die Mütze bekommen und schon mußten die Filter in ihre Abgasschlote bauen und Kläranlagen in ihre Abwässer.
      Das war ja auch sinnvoll.
      Die Bauern sind auch Unternehmer, also unsozial und reich mit ihren dicken Traktoren!
      Auch wenn die billiger waren, als der dicke Brummi den deren ihr Vater über die Autobahnen lenkte.
      Anstatt sie sich mit den Bauern zusammentaten, um die Natur zu beobachten und daraus zu lernen und wie man sie retten könnte, wurden sie ihr Feind und es wurde alles unterstrichen, was die für Umweltsünden machten.
      Manche örtlichen Bürgerinitiativen haben ja dies Aufgaben übernommen.

      Ich denke auch, weil man dachte die Grünen wären gebildet besonders in der Ökologie, was der allgemeine Städter ja nicht mehr war, gegenüber seinen Großeltern,
      Deswegen sind sie so elitär geworden.

      Dabei haben sie sich so einfach und alternativ gegeben mit Poloshirt, Jeans anstatt mit Schlips und Kragen in den Landes- und Bundestag.

      Sonnenblumen und Strickzeugs hatten sie auch dabei!

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    • brouss sagt

      Warum sollen die Grünen elitär sein? Ich kenne einige der alten Demeter- Bauern hier und wenn man dann weiß, dass Demeter die LW der Nazis und KZ`s war, dann vermute ich Parallelen.

      Die jungen Leute laufen in ihrer Zukunftsangst mal wieder Rattenfängern hinterher.
      Wir hatten mal über Silvester eine Leiter-so 200 m vom Biohof entfernt- im Wald liegenlassen. Am 2. Januar war die Leiter angesägt.
      Diese Leute hätten vor ca. 90 Jahren mal Juden vergast. Sind wir froh, dass sie nicht mehr so agieren können wie damals. Europa wäre schon längst Monsanto-Frei.

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  2. Ludwig sagt

    Diese Lage haben wir doch hier in Deutschland auch. Wenn ich mir die für die Schweinebauern ständig und kurzfristig neuen Verordnungen anschaue , dann kann man ja auf den Gedanken kommen , daß wir einen Staatsstreich von „Oben“ gerade erleben. Mit dem Schutz durch das Grundgesetz hat das nicht mehr viel zu tun. Das wird gerade an allen Ecken von den obersten Stellen ausgehebelt. Wir , die Schweigsamen und gesetzestreuen Bürger werden immer mehr von einer kleinen Ökoelite in die Ökodiktatur getrieben und wir lassen uns das „noch“ gefallen. Ich frage mich , wie lange noch ? Mein Maaß ist jedenfalls schon voll und werde bei der Bundestagswahl diese Leute nicht mehr wählen. Überall höre ich inzwischen , daß die Schweinehalter ihre Ställe leeren und aufhören. Diesen Quatsch an Vorgaben und politisch kleingemachten Preisen will sich doch keiner mehr antun. Ein Freund aus der Bankenbranche berichtete von sehr vielen Insolvenzen in der Landwirtschaft. Seit dem ersten Mai endete die Insolvenzrechtaussetzung. Allein in dieser Woche haben in den ersten Tagen über 17.000 Betriebe aus allen Bereichen der Volkswirtschaft die Insolvenz angemeldet und das ist nur der Anfang. Die Creditreform geht von mehreren Hundertausend Betriebspleiten aus. Das ist das Ergebnis unserer Ökodiktatureliten. Wirtschaftsvernichtung, Währungsverfall und Energieausfall ist deren Ergebnis. Kann nur allen Bauern empfehlen bei Eigenkapitalverlusten die verlustreichsten Betriebszweige erst einmal auslaufen zu lassen und die Lage beobachten.
    Nur wenn wir Systemrelevanten in den Streik treten , erst dann wird sich was ändern.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Ich empfehle Grün zu wählen. Dann bricht das Kartenhaus in sich zusammen. Der Bürger wird es am eigen Leib spüren, was es heißt, die Welt von Deutschland aus retten zu wollen, derweil sich chinesische Touristen in Heidelberg und Rothenburg o.T. auf die Füße treten.

      Die Schmerzen, die die Transformation für alle bedeutet, wird eben nicht von allen mitgetragen. Schon heute wollen alle Urlaub machen, weil sie es nicht mehr aushalten. Dabei haben sie noch gar nichts auszuhalten gehabt….jedenfalls die Mehrheit nicht.
      Niemand hat eine Antwort auf die Alternative zur materiellen Befriedigungskultur.

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      • Christoph aus der Stadt sagt

        Von diesem – hoffentlich nicht ernst gemeinten – Vorschlag kann ich aus mehreren Gründen nur abraten. Jede Pleite und jeder Misserfolg, der sich unter einer grünen Regierung einstellen sollte, würde von den Medien, insbesondere den Öffentlich-Rechtlichen, als Erfolg umgemünzt. Das „propagandistische“ Geschick, wie das gelingt, lässt sich am Umgang mit der Energiewende ablesen, die in den Medien zuverlässig als voller Erfolg, sowohl in technischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht, dargestellt wird. Für einen weiteren Punkt kann ebenfalls die Energiewende als Vorbild dienen. In einer Zeit, in der die Regierung Geld praktisch kostenlos beschaffen kann, können misslungene und defizitäre Projekte ohne Reue mit Geld zugeschüttet und aufrechterhalten werden. Dieses Prinzip funktioniert mit fast jedem Projekt, solange es von einer willfährigen Medienberichterstattung begleitet wird. Und darauf – so meine Vorahnung – könnten sich die Grünen verlassen.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Das ist für mich eher eine Verschwörungsthese. Medien bringen das, was ihnen Einschaltquoten oder Klicks bringt. Bisher ist noch immer alles ans Licht gekommen….

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          • Christoph aus der Stadt sagt

            Dass die Medienmacher in Deutschland mehrheitlich grün wählen, wurde durch repräsentative Umfragen bestätigt, bis hin zur neuerlichen ARD-Umfrage, bei der 92% der Volontäre angeben grün zu wählen. Wer Redakteuren der Öffentlich-Rechtlichen interessehalber auch noch auf Twitter folgt, kann zusehen, wie dort, befreit von der lästigen Pflicht zur zumindest scheinbar objektiven Präsentation, nach Kräften für Rot und Grün gekämpft wird.

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            • Reinhard Seevers sagt

              Wenn du am Sonntag den Presseclub gesehen haben solltest, wirst du gemerkt haben, dass man nie verallgemeinern sollte. In den Printmedien gibt es eine Menge kompetenter, nicht ausschließlich grün gefärbter Journalisten….

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    • Inga sagt

      Ja, Bauern sind auch Unternehmer,

      und die haben ja so viel eigenes Land, muß man ihnen doch wegnehmen können.
      Die Banken machen das schon, besonders wo die Maschinen ja so teuer sind!

      Dann ist die Gerechtigkeit im Sinne des Sozialismus wieder hergestellt, auch eine Antwort auf die Alternative zur materiellen Befriedigungskultur.
      „Nur wenn wir Systemrelevanten in den Streik treten , erst dann wird sich was ändern.“
      Dann ist die Landwirtschaft nicht systemrelevant genug, denn was haben die Grünen Kreuze und Schlepperdemos gebracht?
      Oder sollten alle ihre Ställe auf einmal leer stehen lassen, so dass keine tierischen Produkte mehr auf den Markt kommen und weiterverarbeitende Betriebe wie Tönnies und Co. nichts mehr zu tun haben?
      Wie will man das mit lebenden Kreaturen aus den Ställen machen?

      Ja Reinhard,
      wenn noch keiner etwas aushalten mußte gegenüber unseren Eltern und Großeltern, dann wird das eben gespielt.
      In den 80igern war es mal Mode: Gestresst sein zu spielen oder vorzugaukeln.

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  3. Verbales Abrüsten hier und überall wäre in der Tag angebracht, ich sammle mal ein paar Beispiele an Vorhaltungen, Folgen etc.:

    „Massentierhaltung“
    „NGOpoly“
    „Giftspritzer“
    „Verbraucher entscheidet an der Kasse“/selbst Schuld
    „grüne“ Kreuze
    „Verbotspartei“
    „Tierquäler“
    „bewußt einkaufen“ (viel und billig oder nachhaltig und fair, was darf’s sein?)
    Essen hat einen Preis verdient, den billigsten
    „Wir haben keine Ware, weil die Bauern unsere Lager blockieren“
    „bestimmt haben Tierschützer den Stall abgebrannt“ (ganz ohne Beweise)
    Mobbing von Bauernkindern
    „Ökofaschisten“
    „Bauern sind eh alle rechts“
    „Bauernmilliarde“
    „Subventionen“ (statt Ausgleichszahlungen)
    „noch reden wir (aber wir können auch anders)“ (Drohkulisse von LsV-Vertretern)
    Futtermittel vor NABU-Geschäftsstelle, weil jemand in ihrem Namen Tiere vernachlässigt hat (von wegen Ätsch)
    usw.

    Das geht noch weiter, aber es zeigt ein ziemlich einfaches System:
    Aufgrund des Strukturwandels/Höfesterbens ist der Anteil der in der Landwirtschaft beschäftigten Einwohner so niedrig, daß in diesem gegenseitigen Anfeinden vor allem die Bäuerinnen und Bauern verlieren. Durch verbale Retourkutschen etc. bekräftigen manche das Image eines „weiter so, nach uns die Sintflut“-Bauern. Was wiederum Wasser auf die Mühlen mancher Verbraucher ist, vor allem aus der ökologischen/Umwelt-Ecke. Gleichzeitig auch Wasser auf die Mühlen von konservativen bis rechten Parteien, denn so ein sich allein gelassen fühlender Bauer, den kann man genau so einfach einfangen wie Scientology junge unsichere Erwachsene zu ködern versucht. Napper, Schlepper, Bauernfänger.

    Es gibt positive Ausnahmen, von der AbL über manche Vertreter*innen bei Landvolk/Bauernverband und einzelnen regional sehr aktiven Bäuerinnen und Bauern. Aber in diesem Konflikt gewinnen bisher nur Verarbeiter, Handel und Politik. Und Letztere macht zur Wahl hin wieder einen auf Bauernfänger von wegen Mercosur dufte finden, aber von Respekt für die Landwirtschaft faseln. Usw. Hauptsache schönes Photo vor Bauernhofidyll.

    Unsere Gesellschaft ist gut darin, auf Minderheiten mit Füßen zu trampeln und diese so zu radikalisieren. Nur solidarisch kommt man aus der Nummer raus, selbst wenn man da anfangs eher vorwärts kommt nach dem Motto „zwei Schritte vor, einen Schritt zurück“. Und ja, Kompromisse haben die Angewohnheit, daß beide Seite ein wenig Bauchschmerzen behalten, siehe Niedersächsischer Weg, womit jedoch ein Volksbegehren initiiert von NABU und GRÜNEN ausgehebelt werden konnte.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Herr Suhr, Sie beschreiben immer die Symptome, nie die Ursachen. Die liegen tiefer, in der Seele, der Verfassung und den Träumen der Menschen. In den Ängsten Verantwortung an andere abzugeben, denen man ja offizielle nicht mehr vertrauen kann. Der Fluggast muss dem Piloten vertrauen, sonst muss er ein anderes Verkehrsmittel nehmen.
      Komischerweise tun es Milliarden von Menschen, obwohl das Verkehrsmittel auch nachhaltig die Umwelt schädigt.
      Umgekehrt misstraut man den Menschen zunehmend, die einen mit Nahrung versorgen.
      Je weiter sich die Menschheit besonders die moderne arbeitsteilige Gesellschaft von der Urproduktion entfernt, umso größer die Angst, es ist viel Unwissenheit und Rückwärtsdenken an frühere romantische Zeiten enthalten. Insofern ist das Festhalten am „weiter so“ eher auf der anderen Seite zu suchen. Komischerweise ist der hype zu Laborfleisch das genaue Gegenteil von dem, was man von Bauern verlangt…es bleibt schizophren.

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    • Thomas Apfel sagt

      Nicht ganz zu vergessen, Herr Suhr, ich kann mich nicht erinnern, dass Bauern irgendwelche Volks- und sonstige Initiativen gegen Veganer und grüne Stadteliten und NGO´s losgetreten haben. Das ging immer von Ihrer Seite aus. Ansonsten gilt : Wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus !
      Denn: „Wir leben herzlich gern in Frieden, den stets über alles lieben, doch wer mit Krieg uns überfällt, dem wird der Krieg mit Krieg vergällt …… (aus einem serbischen Märchen).

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      „Durch verbale Retourkutschen etc. bekräftigen manche das Image eines „weiter so, nach uns die Sintflut“-Bauern.“

      Herr Suhr,
      der größte Fehler war meines Erachtens, dass man immer das Büßerhemd angezogen hat, als sich zu verteitigen, wie so und warum dies und jenes getan wird.

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      • firedragon sagt

        Ehemaliger Landwirt,
        die Lokalpresse wollte wegen unhaltbarer Anschuldigungen und Vorwürfe Dritter gegen uns, eine Stellungnahme von uns. Ich hatte der Zeitungsperson nach längerer Zeit einen erklärenden Kurzbrief geschrieben, mit der Auflage, kein Wort davon ist zu verwenden. Die Zeitungsperson hat um ein Gespräch gebeten, haben wir gewährt.
        War ein gutes Gespräch, aber auch über diesen Inhalt hätte die Person nichts schreiben dürfen.
        Die Zeitungsperson war darüber enttäuscht, weil sie zu unseren Gunsten hätte schreiben können. Wollten wir nicht, ich habe es dann erklärt:
        Ich werde durch falsche Anschuldigungen in die Situation gezwungen, mich verteigen zu müssen, das mache ich aus Prinzip nicht.
        Die Zeitungsperson hat sich dazu entschlossen, keinen Bericht zu schreiben.

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      • Inga sagt

        So ist es ehemaliger Bauer
        Und so Leute wie Herr Suhr machen sich nur lustig darüber, weil er ja sonst nichts zu tun haben.
        Der kann bestimmt noch nicht mal Traktor und Mähdrescher fahren und schon gar nicht mit der Mistgabel umgehen, der sucht bestimmt den Ansteller daran.

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  4. Werner Locher sagt

    Ich war vor zwei Tagen auf einem Podium und vertrat dort die 2 mal Nein Parole. Ich stelle folgendes fest: Der Graben „Freund oder Feind“ hat folgende Ursachen: Der Text der Initiativen ist so unklar abgefasst, dass jeder interpretieren kann was er will. Jeder legt das Wort „Pestizid“ nach seinem Geschmack aus, obwohl die Regierung ganz klar definiert hat, was unter Pestizide zu verstehen ist: Herbizide, Insektizide, Fungizide und Biozide(=Desinfektionsmittel!!!). Nun krebsen die Initianten zurück und verlangen, dass das Parlament dann in der Umsetzung des Verfassungsartikels Vernunft walten lasse. Es ist dies das erste Mal in der 173 jährigen Geschichte des Schweizerischen Bundesstaates, dass noch währen der Abstimmungsphase die Initianten fordern, dass der Text nicht so umgesetzt wird, wie er geschrieben worden ist. In welcher Zeit sind wir gelandet?

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  5. Christian Bothe sagt

    Eben Schweizer Käse…Welchen Beitrag bringt die Schweizer LW zur Lösung des Welthungers überhaupt? Da tun mir die Schweizer Bauern nur leid!

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  6. Ehemaliger Landwirt sagt

    Ernst Flückiger, Ingenieur Agronom ETH:

    m Coaching teilen mir vermehrt Bäuerinnen und Bauern mit, dass sie diesen Druck und vor allem die ungerechtfertigten Vorwürfe fast nicht mehr aushalten könnten. Eine Bäuerin hat mir gesagt: «Ich traue mich fast nicht mehr ins Dorf zu gehen. Täglich hören wir in den Medien, dass wir Bauern die Gewässer und die Luft verschmutzen und die Natur zerstören. Dabei pflegen wir unsere Böden, die Kulturen und unsere Tiere mit grosser Sorgfalt und Liebe». Ein Landwirt hat mir kürzlich berichtet, dass er mit Traktor und Güllefass auf seinem eigenen Feldweg unterwegs gewesen sei. Eine Gruppe von entgegenkommenden Bikern habe angehalten und bei der Vorbeifahrt demonstrativ mit beiden Händen die Nase zugedrückt. Mist und Gülle gehören nun einfach zur Tierhaltung. Vor allem Bäuerinnen berichten mir, dass sie seitens Konsumentinnen, aber vor allem auch von den Medien jegliche Wertschätzung vermissen würden. Dass es die Bauernfamilien sind, die die Natur pflegen und erhalten und dadurch den Mitmenschen aus der Stadt einen wunderbaren Naherholungsraum bieten, ist vielen nicht mehr bewusst. Die mit viel Liebe gepflegten Gärten vor vielen Bauernhäusern werden zwar gerne fotografiert, aber Lob und Anerkennung für die dahintersteckende Arbeit hört man immer weniger. Dass das Wiesland und die mit Sorgfalt gepflegten Ackerkulturen, Obstbäume und Beerenanlagen die Rohprodukte für unser tägliches Essen darstellen, ist vielen Leuten nicht mehr bewusst.

    https://www.lid.ch/medien/mediendienst/detail/artikel/landwirte-sehen-schwarz-bauerncoach-vermisst-sachkompetenz/

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    • Elisabeth Ertl sagt

      Bei uns ist der Begriff „Kulturlandschaft“ mittlerweile grundsätzlich negativ besetzt. Es zählt nur noch „Wildnis“ Nur 25% der Agrarfläche sei nötig, um die Menschheit biovegan zu ernähren, der Rest könne der „Natur zurückgegeben“ werden. Diese Überzeugung ist weit verbreitet, vor allem unter den Alm-Outdoor-Urlaubern. Als Fake-News über Corona grassierten, war die Regierung bemüht, dem mit regelmäßigen Info-Kampagnen entgegen zu treten. Warum werden Landwirtschafts-Fake-News so freundlich geduldet?
      Geht es darum, beispielsweise die Schweizer Agrarflächen an La-Roche gehen zu lassen, damit der Konzern dort mit patentierten Gentechnik-Pflanzen das Volk zu ernährt? Wer will das? Der WWF? Dem ist es zuzutrauen.

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      • Reinhard Seevers sagt

        Ich habe zunehmend das Gefühl, dass die Landwirtschaft als Sündenbock für alle gesellschaftlichen Fehlleistungen herhalten muss. Der Grund scheint vielschichtig, hat seinen Ursprung aber in den linken Bewegungen der frühen 70er Jahren. Als erkannt wurde, dass Sozialismus und Kommunismus, einschließlich der chinesischen Ausformung eben keine Lösung der Probleme der Welt waren, stürzte man sich auf den Kapitalismus ,Natur, Umwelt, Feminismus, …..
        Landwirtschaft ist ein guter Angriffspunkt, weil alle Bereiche des Individuums betroffen sind: Nahrung, Natur, Lebensfreude, Kultur, Gesundheit, ……
        Die Landwirtschaft selbst kann sich dem Angriff nicht erwehren, dafür ist die Branche auch nicht aufgestellt. Es ist eine soziokulturelle Aufgabe, die Politik und Gesellschaft zu leisten haben, tun sie aber beide nicht, im Gegenteil, sie nehmen fleißig Teil am Ablasshandel mit ihrem Wohlstandserhalt.

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      • Thomas Apfel sagt

        Richtig ist, dass bei 100 % Selbstversorgung bei pflanzlichen Grundnahrungsmitteln nur 25 bis 30 % der Ackerfläche benötigt werden. Der Rest wird derzeit mit Futter und Agrarrohstoffen bebaut. Bei Bio-Anbau (vegan oder nicht) würden sich die Erträge halbieren. Da wären dann schon mal 50 – 60 % der Ackerfläche erforderlich.

        Das ist aber nur die halbe Wahrheit, weil derzeit rund 40 % der Nahrungkalorien aus tierischen Produkten kommen. Es würde bei stabil 50 % Bio-Ertrag gegenüber klassischer Landwirtschaft somit die gesamte verfügbare Ackerfläche für die menschliche Ernährung benötigt. Für „Transfermulch“ und Kompost bliebe nur das Grünland.

        Hierbei muss noch berücksichtigt werden, dass die realen Erträge Bio derzeit nur bei rund 33 % gegenüber klassischer Landwirtschaft liegen.

        Der Kohlenstoff des dann kompostierten Grases geht bei Bio-veganer Kompostierung zu 75 % als CO2 in die Atmosphäre. Da haben die Viecher auf der Weide aber eine weit bessere Bilanz !!

        +8
        • Elisabeth Ertl sagt

          Das war mir schon klar, wie die rechnen. Die würden halt die Fleischesser dann hungern lassen. Danke trotzdem für die Details!

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Bei dem Artikel ist ja die Schweiz gemeint.
        Habe schon mal geschrieben, dass ständig mehr Natur gefordert wird, im Raum Baden-Baden holt die Natur die Rebgrundstücke zurück. Jetzt haben die ihre Natur vor Augen und sind auch nicht damit zufrieden.
        Inzwieschen meint man, die ungepflegten Grundstücke kann man weder der heimischen Bevölkerung, noch den Urlaubern zumuten.
        Was euch in Österreich offensichtlich fehlt, sind aufgelassne Grundstücke.

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  7. Reinhard Seevers sagt

    Klarer Beweis von Dekadenz-Demenz!
    Das zweitreichste Land der Welt nach Luxemburg hat ein Problem mit seinen wenigen Bauern. Und der Finanzier der Initiativen ist eine Umweltsau…..die Heuchelei ist kaum zu toppen.

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    • Stadtmensch sagt

      Hm, „Naturschutz“ in Zeiten des Neofeudalismus würde ich es nennen.
      Nüscht ist mehr wahr und echt.
      Heute hatten sie wieder von Fake-Kommentaren in den sozialen Medien erzählt.
      Wie soll man denn da nicht zum Zyniker werden?
      Naja -hilft nur noch Gartenarbeit…

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      • Reinhard Seevers sagt

        Eben. Und wenn man sich vorstellt, dass es vorwiegend die „Zukunftsgeneration“ ist, die sich im sozialen Raum aufhält, weiterbildet, framt und positioniert, dann muss einem Angst und Bange werden.
        Unsere Junge Antifa hat sich über twitter beschwert, dass die Schergen der Faschisten (Bullenschweine!) sich einen Millitanten aus ihren Reihen gegriffen hatte, nachdem sie die Polizei vorher vor den Nazis beschützt hatte…..haben irgendwie alle einen an der Waffel.

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          • Reinhard Seevers sagt

            Beides Gesocks brauchen wir gleich wenig….
            Für mich machen die keinen Unterschied.

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            • Stadtmensch sagt

              Oje die Sprache! Aber interessant wie der Mensch sich wandelt, vom strickenden Kommunen-Mitglied zum arrivierten Besserleber.
              Steht mir auch noch bevor. Ich hab aber nur zwei Mützen gehäkelt vor meiner WG-Zeit. Mal sehen…

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              • Reinhard Seevers sagt

                Ich hab ja nie gestrickt, ich musste mich dafür lediglich Fremdschämen…..und Gesocks bleibt nunmal Gesocks rechts wie links.
                Warum soll man da mit Nachsicht und pseudotolerant argumentieren? Klare Kante wird doch immer gewünscht.

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                • Ehemaliger Landwirt sagt

                  Zu meiner Zeit, hat man noch gewusst, wer fürs Stricken und Häckeln zuständig ist?😉

                  Unsere Söhne mussten Häckeln, aber wie man einen Knopf annäht, haben die nicht gelernt.

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                • Inga sagt

                  Ich denke die sind so intelligent, dass die das alleine können.
                  Die modernen Mähmaschinen haben auch ein Programm für Knöpfe annähen!
                  Das können die sogar programmieren.
                  Oder hätte man in deiner Zeit gesagt
                  dazu ist die Mutter da?
                  Und der Vater hat ihnen bestimmt gelernt, wie man einen Nagel in die Wand schlägt, ich meinte die handwerkliche Geschicklichkeit gefördert.

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      • Ehemaliger Landwirt sagt

        Den Inhalt vom Plumpsklo schon aufgebracht? 🤷‍♂️

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        • Stadtmensch sagt

          Nein. Wir haben doch beste Beziehungen zu den KanTe Leutchen. Die haben hier auch schon gepostet. Das hier z.B.: https://kante.info/din-spec-kante-forscht/
          Die „feste Phase“ ist erstmal nur für Hecken und das Flüssige muss erst ewig in Holzkohle eingeweicht werden und kommt dann in die normale Rotte.

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