Im meinem Berufsleben habe ich mich – unter anderem – mit Agrarrohstoffen aller Art befasst. Dazu gehörten auch Haselnüsse, die einen wesentlichen Anteil von Nuss-Nougat-Creme ausmachen, aber auch beim Backen verwendet werden. Weihnachten ist ja nicht mehr fern… 🙂
Schon damals (2014/15) hatte es Spätfröste an der Nordküste der Türkei am Schwarzen Meer gegeben. In dieser Region produzieren rund 150.000 Kleinbauern etwa 75% der Haselnüsse, die weltweit wachsen. Es sind meist kleine Familienbetriebe, die auf Flächen von wenigen Hektar recht extensiv wirtschaften, oft auch im Nebenerwerb. Weitere Erzeugerländer sind Italien (vorwiegend Norditalien) und Oregon in den USA.
In diesem Frühjahr kam es wieder zu Spätfrösten Ende April, so dass man derzeit davon ausgeht, dass es zu Ertragseinbußen von etwa 36% kommen könnte. Damit fehlt ein wesentlicher Teil der weltweiten Produktion und wie immer, wenn etwas knapp ist, steigt der Preis. Zu den Spätfrösten kommen aber auch noch zunehmende Probleme mit der Stinkwanze, die die Haselnüsse befällt.
Zuletzt haben wir dies bei Kakao gesehen, der in nennenswerten Mengen an der Elfenbeinküste (ca. 40%) wächst. Ghana produziert etwa 20%, gefolgt von Indonesien und Ecuador, Kamerun und Nigeria. Die überwiegende Produktion liegt also in einer klimatisch ähnlichen Region. Hier haben ungünstiges Wetter und Pflanzenkrankheiten (CSSV) die Erträge reduziert. Bedeutsam sind aber auch mangelnde Investitionen, weil der Kakaopreis über Jahrzehnte so niedrig war, dass die Bauern kein Geld mehr für Neuanpflanzungen oder Infrastruktur ausgeben konnten. Dies zeigt, dass langfristige Entwicklungen schwerwiegende Folgen haben, die kurzfristig nicht gelöst werden können. Ähnliche Entwicklungen haben wir auch in Deutschland. Kuh- oder Schweineställe, die einmal lerrgemacht worden sind, werden auch bei höheren Erlösen nicht wieder in Betrieb genommen.
Hier ein paar Links zum Thema
https://www.zdfheute.de/wirtschaft/haselnuesse-preis-steigerung-100.html
Und wie nicht anders zu erwarten, wird auch der Klimawandel als Begründung herangezogen:
Dabei sind Spätfröste auch im deutschen Obstbau ein ständiges Thema, weshalb man mit Frostberegnung erfolgreich Gegenmaßnahmen treffen kann.
Wer nicht Gefahr laufen will, zu Weihnachten keine Haselnüsse mehr zu bekommen (wie es 2014 durchaus vorgekommen ist) sollte bald reagieren.


In Deutschland sind es nur die Hauptberuflichen Eichhörnchen die sich die Mühe mit Haselnüssen machen.
Äpfel gibt es dieses Jahr und Gelbe Rüben
Meine Frau verträgt keine Nüsse. Die bekommt Schwindel & Blutdruckabfall von denen.
Ich muss micht also nicht bevorraten.
Bei Nussunverträglichkeit kann man ja auf Steinfrüchte wie Pistazien, Erdnüsse, Cashewkerne, Mandeln, Kokosnüsse, Pekannüsse und Paranüsse ausweichen.
Nicht alles hat seine Ursache im Klimawandel.
Spätfröste hat es früher auch gegeben und auch trockene und feuchte Jahre. In den Aufzeichnungen des deutschen Wetterdienstes seit 1881 ist als niederschlagsreichstes Jahr das Jahr 2002 und als niederschlagsärmstes 1959 verzeichnet.
Dennoch, der Klimawandel ist da, dass es wärmer wird ist ausreichend und zuverlässig dokumentiert, denn Thermometer sind sehr zuverlässige Messinstrumente. Und dass wir weniger Schneelagen haben, dass die Gletscher schmelzen, dass wir andere Vegetationsverläufe haben und v.a. mehr, stellt man auch ohne Messungen fest, wenn man mit offenen Augen durch die Welt geht.
Und der Klimawandel führt zu einem veränderten Wettergeschehen und dieses führt zu anderen und höheren Herausforderungen. Auf diese muss sich auch die Landwirtschaft einstellen und die Landwirtschaft muss – wie auch die anderen Sektoren – ihren Beitrag leisten zur Reduzierung der Emissionen.
Und es gibt auch noch einen anderen Grund.
Die fossilen Energieträger gehen zwar nicht so schnell zu Ende wie man mal glaubte, aber sie werden zu Ende gehen. Zuerst Öl, dann Gas, Kohle wird am längsten reichen ist aber auch am „schmutzigsten“.
Die Menschheit tut also gut daran sich auf dieses Ende vorzubereiten und alternative Lösungen für die Energieversorgung zu entwickeln.
Von einer Lösung sind wir noch sehr weit entfernt. PV und Windstrom decken bisher noch nicht mal 10% unseres Energiebedarfes.
Das unterstreicht, dass wir uns breiter aufstellen müssen um den Lösungen näher zu kommen.
Und da wird auch die Landwirtschft gebraucht werden – mehr noch als bisher.
Die ältesten Aufzeichnungen über das Wetter liegen schon Jahrhunderte zurück – sie begannen in der sog. „kleinen Eiszeit“. Es ist daher logisch, dass sämtliche Messungen seither wärmer sind als die Temperaturen in der kleinen Eiszeit.
Es ist also normal, dass es wärmer wird – seriöse Wissenschaftler (nicht die, die sog.Klimamodelle verbreiten) erwarten wieder mehr Kälte.
Manche Wetterpropheten in unserer Zeit wollen die ganze Welt retten, dabei gelingt es ihnen nicht einmal, die nächsten 3 Tage korrekt vorher zu sagen. Aber vorsorglich zeigt man die Wetterkarte knallrot.
Wir haben ja wahrlich andere Probleme im Land – und ich bedanke mich bei allen Landwirten, die mit diesen Wetter-Widrigkeitenn leben und arbeiten. Und das schon so viele Jahrhunderte.
„Die Menschheit tut also gut daran sich auf dieses Ende vorzubereiten und alternative Lösungen für die Energieversorgung zu entwickeln.“
EIN Beitrag ist verändertes generatives Verhalten der Menschen in Europa, Asien, Amerika. Überall nachzulesen. Deshalb erspare ich mir die Links.
„Schrumpfende Bevölkerung. Derzeitige Prognosen verkünden, dass die Zahl der Japaner bis 2065 von 126 Millionen im Jahr 2018 auf 88 Millionen sinken wird.“
Die Folgen sind dramatisch….
In Südkorea besteht wohl noch mehr Problemdruck.
https://www.nzz.ch/international/jedes-baby-zaehlt-suedkoreas-kampf-gegen-das-aussterben-ld.1889531
Man soll die Hoffnung auf nicht aufgeben!
PV und Wind sind prinzipiell nicht in der Lage, verläßlich Strom zu liefern und die „noch und nöcher“-Speicher existieren nicht. Sie zu bauen, würde exorbitante Kosten verursachen und vermutlich mehr Rohstoffe verbrauchen als absehbar vorhanden.
Also ist es zwingend, diesen grotesken Irrweg zu verlassen und die Mittel sinnvoll einzusetzen.
Eine Anpassung an die auf Erde seit jeher gegebenen Klimaschwankungen ist wesentlich einfacher zu haben (zumal sie im Moment im Vergleich sehr moderat sind) und gehört zu den traditionellen Fähigkeiten der Menschheit. Wie wäre es sonst möglich, daß der allergrößte Teil des Festlandes besiedelt ist? Wirklich ernste Probleme machen nur die Kälteund extreme Dürre.
„Im Sommer 2014 übernahm Ferrero den größten türkischen Haselnussverarbeiter Oltan zu einem ungenannten Preis, um die Versorgung mit der in vielen seiner Produkte enthaltenen Zutat langfristig abzusichern. Die EU-Kommission genehmigte die Übernahme im September 2014 mit der Begründung, dass Ferrero damit keine marktbeherrschende Stellung einnehme. Interessenvertreter türkischer Bauern und industrieller Weiterverarbeiter bestreiten dies. Ferrero kaufte 2019 etwa ein Drittel der gesamten türkischen Haselnussproduktion.“ (Quelle: Wikipedia)
Mit dem Segen der EU hat sich Ferrero hat ein weltweites haselnusskoloniales Imperium geschaffen: https://www.ferrerohazelnutcompany.com/int/en/
Im Übrigen waren Haselnüsse im deutschen LEH bislang ja überaus günstig. Ich bin vor 27 Jahren nach Italien gekommen. Damals habe ich gleich meine Rezepte für Kuchen und Plätzchen auf Haselnuss-Basis ins Archiv befördert, denn die Preise für Haselnüsse in hiesigen Supermärkten waren etwa doppelt so hoch wie in Deutschland. Ferrero hat hier schon immer alles „weggefressen“.
„Zu den Spätfrösten kommen aber auch noch zunehmende Probleme mit der Stinkwanze, die die Haselnüsse befällt.“
Es gab mal ein interessanter Artikel im LW,- Wochenblatt vor ca.2 Jahren, wo ein Jungbauer auf Haselnussproduktion setzte.
1. Problem der Absatz Haselnüsse, seine Lösung war, die eigene Herstellung und Vermarktung einer Nuss Creme.
2. Problem Pflanzenschutzmittel bzw Insektizide, es ist kein einziges Insektizid zugelassen in Deutschland gegen den Hauptschaderreger.
3. Problem, die Rentabilität selbst bei voller Mechanisierung im Anbau, sind die Energiepreise zur Trocknung der Nüsse ausschlaggebend und die wiederum sind in Dt. zu Hoch!
Die Haselnuss wird wohl eher ein deutsches Nischenprodukt bleiben. Dies gilt auch für die (Dt.) Walnuss.
kein Problem: https://www.rhein-aromen.de/shop/Aromen/Nuss/Aroma-Haselnuss-30-50-100-ml-Made-in-Germany::620.html
geht mir bei den Kartoffeln Spargeln genauso 3 ha 1 ha keine möglichkeit für Investionen .Gestern Regen 50 Lieter wohl Vollkatastrophe für die Trauben so kurtz vor der Ernte.
Ich kippe noch etwas Wasser in den Wein dazu:
https://www.srf.ch/sendungen/kassensturz-espresso/kassensturz/haselnuesse-aus-der-tuerkei-prekaere-zustaende-fuer-wanderarbeiter-kinder-arbeiten-mit
Warum kann man hierzulande vom Haselnussanbau nicht leben/existieren!?
Unter einem Prozent ist die Inlandsversorgung anzusiedeln. Aktuell haben wir ein „Bubenjahr“, was eben dieses Ertragspotential anbelangt. – Dennoch bleibt ein solches fast vollkommen ungenutzt. Warum!?
Zu verorten ist das in einem perfiden System, das uns der Nahrungsmittelsektor in schönster Kontinuität aufoktroyiert: AN der Landwirtschaft wird bestens verdient, IN der Landwirtschaft geht man ökonomisch am Krückstock. Unserer berufsständischen Vertretung kann man in der Thematik ein Totalversagen attestieren und muss dabei kein schlechtes Gewissen entwickeln.
Diejenigen Protagonisten sind jetzt in heller Aufruhr, wenn vom letzten Glied der Wertschöpfungskette nicht die erwartete Billigware zu streng definierten Qualitäten und Mengen in die Pipeline fließt; schlussendlich will diese zuverlässige Gelddruckmaschine ja nicht ins Stottern geraten dürfen… 😉
Solange die Bauern ausschließlich Lebensmittel produzieren, bleiben wir die Fußabstreifer und Brunnenvergifter der Nation. Es interessiert die Allgemeinheit schlussendlich nicht, wie jeder gemeine Bauer gegenwärtig mit den desaströsen Preiskonstellationen übergreifend zurecht kommen will/MUSS! Das Geschrei wird wohl erst lauter weithin hörbar werden, wenn sehr viele dieser tumben Lemminge ihre Segeln streichen werden.
@Wurzelwicht
Ich habe nicht gewusst, dass in Deutschland überhaupt Haselnüsse kultiviert werden. Tatsächlich ist die Anbaufläche äußerst gering. https://www.eichhoernchen-bio.de/haselnuss-anbau/
Da wir auch Haselnuss am Hof haben, weiß ich, dass wir da nichts bis wenig ernten. Die Türkei scheint da bevorzugt zu sein. Immerhin werden dort 75% der Welternte produziert.
Guten Morgen Willi
Vielleicht sollten wir bei den Haselnüssen auch etwas Pflanzenschutz betreiben, dann steigt möglicherweise auch der Ertrag .
Wünsche einen schönen Tag.
Naja mit Ferrero bist du schon abhängig vom Aufkäufer, jetzt willst du dich auch noch abhängig machen vom Lieferanten.
Es sei denn, du meinst mit Pflanzenschutz das Geflügel oder Kleingetier was mancher Biobetrieb erfolgreich bei Reben und Obst einsetzt.
Aber sind Sie sich dessen sicher? Wenn es so wäre, wie Sie sagen, würde jeder Hühner halten, weil er dann sowohl die Hühner als auch das Obst verkaufen könnte, auf derselben Fläche das Doppelte verdienen und Pestizide sparen würde. Ich glaube, Sie haben die Ernte vom dreißigsten Stock eines Wolkenkratzers aus beobachtet!
Man kann in Deutschland Haselnüsse anbauen. Wir haben am Thüringer Landesamt (TLLLR) in Erfurt Versuchsflächen dazu.
(https://ojs.openagrar.de/volltexte/Kulturpflanzenjournal/2022/Heft05-06/16567_jfk_2022_05-06_penzel_und_moehler/16567_jfk_2022_05-06_penzel_und_moehler.html)
Im Vergleich zur Türkei wo es einen Durchschnittsertrag von 0.9 t/ha gibt, können wir auch Erträge etwas über 2 t/ha erzielen. In den USA werden Erträge von 2.8 t/ha erreicht. Damit der Anbau in D wirtschaftlich ist, sollte man >8 €/kg für ungeknacke Nüsse verlangen. In anderen Ländern bekommen Produzenten in manchen Jahren nur 2,5 €/kg. Somit bleibt der Anbau in D eine Nische für die Direktvermarktung. Ungeknackte Nüsse machen in D ca. 1% der konsumierten Haselnüsse aus. Daher müssen die Betriebe zusätzlich Produkte, z.B. geröstete Nusskerne, anbieten. Die unterscheiden sich vom Aroma her sehr von den Produkten aus dem Supermarkt.
Am Mittwoch haben wir am TLLLR in Erfurt einen Haselnussfeldtag veranstaltet, an dem ca. 80 Personen teilnahmen. Die Teilnehmer kamen aus allen Teilen Deutschlands, ebenfalls Österreich und auch aus der Schweiz. Wenige Teilnehmer aus der Verwaltung. Das Interesse an der Kultur wächst in den letzten Jahren.
Ich bereite gerade eine neue Veröffentlichung zum Haselnussanbau in Deutschland, Österreich und Schweiz gemeinsam mit den Kollegen aus den beiden Ländern vor. Dafür habe ich gestern in unserem Netzwerk eine Umfrage geteilt, mit der erfasst werden soll welche Flächen es in den verschiedenen Bundesländern/Kantonen gibt. Die offizielle Statistik für D scheint die wirkliche Fläche nicht korrekt abzubilden.
https://de.surveymonkey.com/r/WCQCW7Y
Wer hier im Forum Haselnüsse anbaut kann gerne daran teilnehmen. Wird bei einer der nächsten Veranstaltungen dazu präsentiert.
Lieber Herr Penzel, vielen Dank für diese ausführlichen Daten aus erster Hand!
„Das Interesse an der Kultur wächst in den letzten Jahren. “
Ich vermute, dass das weniger mit den Haselnüssen selbst als mit dem zunehmenden Trüffelanbau hierzulande zu tun hat. Dafür ist die Haselnuss als Symbiont ein guter, frohwüchsiger Partner und Lieferant einer „Zweitfrucht“ von derselben Fläche.
Das wäre dann eine Nutzungskonkurrenz. Entweder optimiere ich das System für Haselnussproduktion oder für Trüffel. Für letzteres gibt es wohl auch bessere Baumarten. Für Trüffelanbau gibt es anscheinend noch weniger Expertise als für Haselnüsse. Auch fehlen seriöse Zahlen zum Trüffelertrag der sich in D erzielen lässt. Nach Aussage von Baumschulen die die mit Trüffelpilz beimpften Bäume herstellen, braucht man die Nüsse beim Trüffel nicht, weil der Umsatz durch die Trüffel ein vielfaches von dem der Nüsse betragen kann. Bei den Haselnussveranstaltungen der letzten Jahre lag das Interesse bei Anbau, Lagerung, Verarbeitung der Nüsse, nicht vom Trüffel.
„Für letzteres gibt es wohl auch bessere Baumarten.“
Kommt drauf an, um welche Trüffel es geht.
Und bis rel. schnell wachsender Hasel das erforderliche Wurzelgeflecht gebildet hat, dürfte um einiges schneller gehen als bei Eiche, Buche etc., womit Hasel-Trüffel etliche Jahre vorher beerntet werden können als andere Trüffel bei anderen Baumarten. Ansonsten habe ich vom Haselanbau allerdings überhaupt keine Ahnung.
Sehr interessant!
Wir haben jetzt mehrfach ungeknackte Haselnüsse von „Bayern-Haselnuss“ in Neumarkt-St.Veit gekauft (tatsächlich etwa 8€ / kg).
Die verkaufen auch ohne Schale, geraspelt, grün, gebrannt, geröstet, Schalen, Mehl, Öl, kleine als Tierfutter und Pflanzen – Vollsortimenter… 😉
Die einzigen Haselnuss-Produkte, die mich interessieren sind Nutella, Nuss-Nougat-Schokolade und….
https://www.laux-deli.de/p/alter-laux-delikate-haselnuss-haselnusslikoer-500-ml-flasche
mmmhhhhmmmm…legger.🙋♂️
Für alle, die sich für die Produktion von Nuss-Nougat interessieren empfehle ich ein Besuch in einer der schönsten Fachwerkstädte des Landes und der mit ihr verbundenen Traditionsfirma VIBA.
https://viba-schmalkalden.de/
Man kann in Deutschland Haselnüsse anbauen. Wir haben am Thüringer Landesamt (TLLLR) in Erfurt Versuchsflächen dazu.
(https://ojs.openagrar.de/volltexte/Kulturpflanzenjournal/2022/Heft05-06/16567_jfk_2022_05-06_penzel_und_moehler/16567_jfk_2022_05-06_penzel_und_moehler.html)
Im Vergleich zur Türkei wo es einen Durchschnittsertrag von 0.9 t/ha gibt, können wir auch Erträge etwas über 2 t/ha erzielen. In den USA werden Erträge von 2.8 t/ha erreicht. Damit der Anbau in D wirtschaftlich ist, sollte man >8 €/kg für ungeknacke Nüsse verlangen. In anderen Ländern bekommen Produzenten in manchen Jahren nur 2,5 €/kg. Somit bleibt der Anbau in D eine Nische für die Direktvermarktung. Ungeknackte Nüsse machen in D ca. 1% der konsumierten Haselnüsse aus. Daher müssen die Betriebe zusätzlich Produkte, z.B. geröstete Nusskerne, anbieten. Die unterscheiden sich vom Aroma her sehr von den Produkten aus dem Supermarkt.
Am Mittwoch haben wir am TLLLR in Erfurt einen Haselnussfeldtag veranstaltet, an dem ca. 80 Personen teilnahmen. Die Teilnehmer kamen aus allen Teilen Deutschlands, ebenfalls Österreich und auch aus der Schweiz. Wenige Teilnehmer aus der Verwaltung. Das Interesse an der Kultur wächst in den letzten Jahren.
Ich bereite gerade eine neue Veröffentlichung zum Haselnussanbau in Deutschland vor. Dafür habe ich gestern in unserem Netzwerk eine Umfrage geteilt, mit der erfasst werden soll welche Flächen es gibt. Die offizielle Statistik von 520 ha in D scheint die wirkliche Fläche nicht korrekt abzubilden.
https://de.surveymonkey.com/r/WCQCW7Y
Wer hier im Forum Haselnüsse anbaut kann gerne daran teilnehmen. Wird bei einer der nächsten Veranstaltungen dazu präsentiert.