Bauer Willi
Kommentare 42

Warum es bald keine Kühe mehr braucht

Haben Sie schon mal was von Präzisionsfermentation (PF) gehört? Ich nicht. Es geht um die Technologie, mit der man u.a. Milch ohne Kühe herstellen kann.

https://f3.de/future/die-disruption-der-kuh-1479.html

Die Autorin ist nicht irgendwer, sondern hat, wenn man die Vita liest, Expertise: https://www.hs-osnabrueck.de/prof-dr-karin-schnitker/

Neben dem Haferdrink gibt es jetzt also auch Konkurrenz aus dem Labor, bzw. der Fabrik. Oder doch nicht?

Meine Frage: hat die Präzisionsfermentation das Zeug zur disruptiven Technologie?

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42 Kommentare

  1. evo.... sagt

    Ich denke es wird laufen wie bei der Margarine. Da wurde eine Studie falsch ausgelegt so dass sie zu einem Werbeargument der Lebensmittelindustrie wurde.
    Jetzt erlebt die Butter ein Comeback.

    Es wäre für die Bauern gut wenn der Vorgang beschleunigt werden würde. Wer macht das?

  2. Reinhard Seevers sagt

    Bremer Klimaschutzprogramm wurde gestern von der Enquet-Kommission verabschiedet.
    U.a. wird die Zielerreichung durch den Verzicht auf Fleisch und ein verringerter Verbrauch tierischer Lebensmittel von jedem Bürger gewünscht. …..von Kreuzfahrten oder Flugreisen steht nix drin, so weit ich lesen konnte.
    Die Umerziehung schreitet voran.

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    • Viele Verbraucher lieben aber natürliche Produkte.
      Milch ist eine Emulsion, die kann man nicht nachmachen mit vielen Vitamin- und Vitalstoffe darin.

      Die sind dann mal so gefragt, dass die Leute dafür gerne auf Kreuzfahrten und Flugreisen verzichten werden, oder?

  3. Als noch praktizierender Milchbauer mit 30 Kühen gehe ich davon aus, dass ein gewisser Teil der Menschheit weiterhin genügend Hirn, Weitblick und Verantwortungsbewusstsein hat um zu erkennen, dass Milch- und Rinderhaltung einen hohen Stellenwert hat. Nicht nur für eine hochwertige menschliche Ernährung sondern auch fürs Ökosystem und die Kulturlandschaft.
    Sollte ein Grossteil der Milch- und Fleischersatzproduktion wirklich ins Labor und in grosse Fabriken verlagert werden, können sie dort in einem Nebenraum gleich auch die Insekten groß ziehen, die verschwinden werden, wenn die Rinderhaltung nicht mehr da ist.
    Man braucht doch nur mit offenen Augen über eine Weide laufen um zu sehen, wie viele Insektenarten und Vögel sich um die Rinder scharen.
    Für uns Milchviehhalter wird die kommende Zeit nicht einfach werden. Wie in vielen Bereichen der Landwirtschaft haben wir mit enorm steigenden Einkaufspreisen zu kämpfen und einem fest zementierten Bio-Milchpreis. Dazu der ständige Druck von neuen Auflagen und Vorschriften.
    Wie der Wind weht, das macht z.B. eine grosse Molkerei aus meiner Nähe deutlich, an die ich früher selber geliefert hatte: Seit neuestem produziert sie vegane Milchersatzprodukte.
    Ein Molkereikonzern, der seine Größe durch den Fleiß seiner Milchbauern erreicht hat. Dieser Konzern fällt diesen Bauern nun in den Rücken, macht ihnen Konkurrenz und verdrängt Marktanteile. Das muss man sich mal geben.
    So wie es aussieht mache ich in diesem Spiel noch eine Weile mit, und dann ist es auch dunkel in der Milchkammer, wie bei vielen meiner Kollegen. Ich finde diese Entwicklung, diese Frustration, dieses leise Sterben des ländlichen Raumes, mehr als schade.
    Und zur Frage von Willi: Ja, ich glaube, dass sich Ersatzprodukte etablieren werden. Die Firmen werden ihre Werbetrommeln so oft rühren, bis sich genügend Kunden finden, die sich diese “angesagten” Produkte reinziehen, und damit im Freundeskreis prahlen.
    Ihr braucht doch nur im Fernsehen mitverfolgen, wie oft die Rügenwalder Mühle oder im ARD Morgenmagazin die Hafermilch von Berif läuft…..

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    • Smarti sagt

      Sali Franz, auch wir haben Kühe, von mal 110 auf noch etwa 45 reduziert. Aufhören möchten wir nicht ganz, mit unserer Molkerei sind wir zufrieden, die “machen” den Milchpreis ja nicht.
      Auch unsere Molkerei produziert vegane Milch, das gab ( gibt ? ) auch mächtig Ärger unter den Kollegen. Schlussendlich ist es doch so: wenn die Molkerei mit einem Wareneisatz von 2 Cent ( Hafermilch ) ein Produkt von 1.50 herstellen kann – dann hilft das doch allen Milcherzeugern ! Nur wenn die Molkerei genug Geld erwirtschaftet, wird sie weiter existieren. Vegan ist meistens nur eine Phase im Leben eines Menschen.
      Es gibt jetzt im Moment viel zuwenig Milch – das sieht man am Spotmarktpreis, der noch nie so hoch war – und der geht ja noch weiter hoch. Trotzdem gibt der LEH keinen Millimeter nach. Bei Schweinefleisch noch viel krasser, auch bei Früchten, Gemüse und Eiern dasselbe.
      Der Einkäufer des Handels und der Werbetexter “wir lieben Lebensmittel” leben nicht mal auf demselben Kontinent, soweit sind deren Inseln voneinander entfernt.
      Da läuft gerade in real ein Experiment, das nicht gut ist… normal baut man sich erst ein modernes neues Haus und zieht dann um. Doch im so wichtigen Lebensmittelbereich kommt es mir so vor: es liegen unzählige glänzende Prospekte und Bilder vom neuen Haus aus, mehr nicht – trotzdem wird das alte Haus von allen Seiten gnadenlos zerstört. Ja, die Abbrucharbeiten werden von allen Seiten vergoldet, es rentiert sich – wenn man genug skrupellos ist und die Konsequenzen ausblendet.

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      • Smarti, das Weiterexistieren der Molkerei bringt den Bauern nur was, wenn es sich um eine Genossenschaftsmolkerei handelt. Bei Privatmolkereien, davon gibt es viele, bereichert sich der Firmeneigentümer weiter und drängt die milcherzeugenden Bauern noch weiter vom Markt. Jetzt wäre eigentlich der Zeitpunkt, wo wir Bauern unseren Milchhahn weiter zudrehen sollten. Als sinnvollste Massnahme sehe ich hier den Kälbern auf allen Betrieben sofort Vollmilch statt Milchaustauscher anzubieten. Da reduziert sich sofort das Milchaufkommen auf dem Markt und es entsteht niemand ein Schaden.

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        • Smarti sagt

          Sali Franz, ja, die Schwarzwaldmilch ist eine Genossenschaftsmolkerei, da haben wir Glück gehabt, die letzten Jahre. Wäre es eine private Molkerei, wir hätten längst aufgehört. Unsere Milchviehherde ist jetzt wieder so gross wie der Schwiegervater sie vor 50 Jahren von seinem Vater übernehmen durfte. Mein Mann und ich haben jahrelang das vierfache an Milch gemolken – der Umsatz war gut…wir haben tüchtig draufbezahlt.
          Jetzt wird ja gerade Milch sehr sehr knapp, Lust die Herde aufzustocken haben wir nicht. Ja, ich bin auch Deiner Meinung, nicht ganz aufhören, aber verknappen wo es nur geht. Bei allen Gütern, die in der Landwirtschaft hergestellt werden.

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    • Smarti sagt

      Franz, ist das die Molkerei, die 200 Milchbauern gekündigt hat, weil sie an diesem Standort jetzt vegane Milch produzieren wollen ? Ja, das ist eine Riesenschweinerei !
      Nur gut, dass die “freie Milch” so gut bezahlt wird.

      • Smarti, das kann ich dir leider nicht sagen, da ich keinen weiteren Einblick in die Vorgehensweise dieser Molkerei habe.
        Ich habe allen Respekt vor eurer Entscheidung, mit nur noch knapp der Hälfte der Tiere weiterzumachen. Das war sicher ein schwerer Entschluss.
        Mir sagte mal ein Steuerberater: Die Bauern mit bis zu 70 Kühen, die verdienen was. Die zwischen 70 und ca. 200 Kühen, die zahlen drauf. Und darüber, da wird wieder was verdient. War mir eigentlich schon klar, denn bis 70 Kühe schafft das eine Familie, wenn sie zusammenhält. Darüber wird eine Fremdarbeitskraft benötigt, die über die Einnahme aus dem Milchgeld nicht finanzieren lässt. Und ab einer gewissen Größe sinken die Stückkosten, um die Arbeitskräfte zu bezahlen.
        Ich wünsch euch allen schöne Weihnachten. Servus, der Franz

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      • Smarti sagt

        Ja, klar – man muss produzieren was nachgefragt wird. Warum den Chemiefirmen das Geschäft überlassen – wär doch blöd.
        Ich sehe vegane Alternativen nicht als Gegner, das kostet nur Nerven und nützen täte es mir nichts. Margarine ist schon lange auf dem Markt – “die” wollte die Butter rauskicken mit allen Tricks ( Butter sei ungesund etc. ). Jetzt liegen die Beiden nebeneinander im Regal und die Butter ist nicht ausgestorben.
        Nun rennt die ganze Welt den “veganem Milchprodukten” hinterher, wittern das grosse Geld. Jeder Kunde probiert sich durch und merkt, dass es doch nicht so gut schmeckt. Einige sind leidenfähiger, andere brauchen nicht ganz so lange um zu merken dass Hafermilch eigentlich echt widerwärtig (oder nur mit vieeel Zucher) schmeckt :).
        Und wenn dann das Geschäft einbricht, war Corona daran Schuld.

  4. “Meine Frage: hat die Präzisionsfermentation das Zeug zur disruptiven Technologie? ”
    Gegenfrage: geht es um eine Aufbesserung der Rente, um ein neues Geschäftsfeld oder just for fun? 😀
    Impossible Foods ist nach meinem Wissen noch nicht an der Börse, sollte aber nicht mehr lange dauern…
    Da mir die Gabe des Hellsehens nicht gegeben ist, kann ich die eigentliche Frage nicht beantworten. Ausschließen würde ich es allerdings nicht.
    Und ich finde es sehr beruhigend – auch im Hinblick auf andere Themen wie etwa Klima- , dass die Menschen/ die Wirtschaft funktioniert. Seit Jahren wird in den wohlhabenden Ländern davon geredet, dass die Landwirtschaft lieber Insekten als Kühe hüten sollte. Und dass die Tierhaltung drastisch reduziert werden muss. Und wenn da niemand reagieren würde, niemand Alternativen anbieten würden, dann wäre das ein Desaster.
    Ob sie mir gefallen oder nicht.
    Wo ist das Start up dazu aus Deutschland? Oder ist unser Gegenmodell der bäuerliche Familienbetrieb? Wir könnte ja mal bei Cem nachfragen…

    • Karl Timme sagt

      Lady, “ein neues Geschäftsfeld oder just for fun?”
      Ich würde sagen es ist beides.
      1. Die immerwärende Suche nach neuen zukunftsträchtigen Geschäftsfelder.
      2. Die Schaffung eines neuen Hippe.
      3. Die Hoffnung zum Aufstieg als Life Stile und damit Manifestation.

    • Smarti sagt

      Andreas, da steht auch, dass Wackerchemie in den Niederlanden jährlich hunderte Millionen Dosen Coronaimpfstoff herstellen wird. Schon krass, wenn dein Hamburgerproduzent auch dein Impfstoff macht :).
      Aber dann UNBEDINGT die chemischen Spritzmittel auf dem Acker verbieten, die sind nämlicht total gefährlich für Menschen und die Umwelt.

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      • Karl Timme sagt

        Smarti, das ist doch die Problemlösung für die letzten 28% nicht geimpften:
        Schluckimpfung mit Hamburger 🍔 😷 😜

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        • Smarti sagt

          Herr Timme, Sie trauen sich was 🙂 .
          Aber das ist schon “normal” in diesen Zeiten: Menschen, die Angst haben vor Medikamentenrückständen in der Milch lassen sich “das weisse Gold” gleich in der ChemFabrik herstellen 🙂 . Ist nur konsequent.
          Oder anders ausgedrückt, seit weniger künstliches Schweinezusatzfutter verwendet wird, braucht es neue Geschäftsfelder – guten Appetit.

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  5. Smarti sagt

    Dazu passt irgendwie auch die Einstellung des lange geplanten Baues “unserer” Käsemanufaktur im Schwarzwald.
    Gestern wurden wir Erzeuger als Erstes informiert, heute Morgen die Architekten und Planer und die Stadt. Jetzt geht die Mitteilung an die Presse: die Schwarzwaldmilch streicht den Bau des geplanten Käsewerkes in Titisee, einstimmig. Als Grund angegeben werden die stark angestiegenen Baukosten und damit die Tatsache, dass die Käsemanufaktur sehr lange keinen Beitrag zum Milchauszahlungspreis der Landwirte leisten könnte- im Gegenteil.
    “Witzigerweise” geraten jetzt gerade die Molkereien unter Druck, welche die Milch weit veredeln zu Butter und Käse etc. – denn Maschine, Energie und Material frisst Kapital. Die fast “reinen Milchhändler” haben mit 50 Cent pro Liter verkaufter Milch ( Einkauf etwa 40 Cent ) gerade gut lachen. Also auch hier alles unwahrscheinlich Komplex – kann man nur darauf reagieren indem man “die Sachen zusammenhält und abwartet.”

    Obwohl der Milchpreis der “freien Handelsmilch” so hoch ist wie noch nie will keiner der LEH vorangehen, keiner zeigt Bereitschaft als Erster auch nur einen einzigen Cent zu erhöhen. Ein Cent pro Verpackung wären viele Mio Euro im Laufe eines Jahres….
    Jeder – und vor allem auch der, der Lebensmittel liebt, kommt der Molkerei wegen den gestiegenen Kosten auch nur ein klein wenig entgegen. Die Verhandlungen werden am Montag weiter geführt. Zur Not kann die Molkerei auch ein paar Produkte aus dem Regal nehmen und die Milch auf dem Spotmarkt unterbringen – der Erlös ist dabei viel höher !
    Und Edeka kann sich damit rühmen, dass sie so supernett zum Kunden sind und als Inflationsbremse die Lebensmittelpreise nicht erhöhen.

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    • Ferkelhebamme sagt

      „Und Edeka kann sich damit rühmen, dass sie so supernett zum Kunden sind und als Inflationsbremse die Lebensmittelpreise nicht erhöhen.“
      Dafür scheint es jetzt ein paar Lücken im Regal zu geben, wo sie sich mit den Lieferanten nicht einig wurden.

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      • Smarti sagt

        Es sollen sich jetzt sogar schon Lieferanten ( keine Molkerei ) und LEH vor Gericht streiten. Egal wer gewinnt, dieser Lieferant ist tot, so oder so.
        Aldi bedrängt unsere Molkerei seit gut drei Monaten, Milch zu bringen. Regional läuft – ich hoffe und denke, die SWM knickt nicht ein.

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        • Ferkelhebamme sagt

          Ich glaube damit tut Edeka sich keinen Gefallen: der Edeka-Kunde erwartet eine große Auswahl und Markenware. Wenn es nur wenig Auswahl, billig und Eigenmarken gibt, kann man auch gleich zu Aldi.

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          • Viele Verbraucher lieben aber natürliche Produkte.
            Milch ist eine Emulsion, die kann man nicht nachmachen
            mit vielen Vitamin- und Vitalstoffe darin.

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  6. Günter sagt

    Das mag alles so kommen oder auch nicht,
    Im Moment ist die Menschheit nicht einmal in der Lage eine Pandemie wirkungsvoll zu bekämpfen.

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    • Smarti sagt

      Und weil die einzelnen Länder egoistisch agieren, wird es die Menschheit auch niemals schaffen. Selbst eine solche Pandemie und “der Schutz der Umwelt” gleichzeitig schaffen es nicht, Flugreisen auch nur für kurze Zeit zu verbieten.

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  7. Reinhard Seevers sagt

    “Das honorieren Risikokapitalgeber weltweit durch die stark ansteigende Zusage von Venture Capital. Allein im ersten Halbjahr 2020 war es mehr als eine halbe Milliarde US$, mehr als doppelt so viel wie 2019 und ein Vielfaches ggü. 2018.”

    Kapitalismus ist der Motor und die Steuerung, die big 5 wissen schon, wie sie ihr Kapital, dass sie von 5G-Gläubigen eingesammelt haben ein zweites mal einsetzen können, um es erneut zu vermehren.
    Wenn irgendwann das Bargeld abgeschafft und eine Generation Z am Ruder ist, dann haben sie weder Geld, noch Nahrung, weil man es nicht bezahlen kann.
    Viel Spaß!

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    • Smarti sagt

      Was ist dann ? Sklaverei ( natürlich mit einem netteren Namen ) ? Denn ohne eigenes Geld und eigene Auswahl der Nahrungsmittel ist Schluss mit “freiem Willen” !

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      • Hans Gresshöner,Landwirt sagt

        “Was ist dann ? Sklaverei ”

        Die Chinesen werden uns übernehmen,falls nicht vorher andere Auseinandersetzungen stattfinden.
        Russland—USA.

  8. Thomas Bröcker sagt

    Erstaunlich finde ich die “Unbekümmertheit” gegenüber solchen Verfahren, die ja Gentechnik in Reinkultur sind. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das bislang so gegen Gentechnik vorkonditionierte Bio-Publikum zu solchen Produkten greift. Das dürfte aber nur eine geringe Rolle spielen, da entgegen den Beteuerungen die “verteuerte” Bio-Ware weniger gekauft wird, als die Beteuerungen vermuten lassen. Für mich als Landwirt ist das eine seltsame Vorstellung, mein Essen in Hochsicherheitstrakten von KI und genmanipulierten Mikroorganismen hergestellt zu sehen. Da es aber praktisch für die ökonomisch effektive Versorgung von Menschenansammlungen auf kleiner Fläche (Städte) ist, dem Zeitgeist entspricht und ein gewaltiger Sprung in der Monopolisierung der Ernährungsindustrie ist, wird das so kommen. Für mich ist das Teil des “Krieges reich gegen arm” ( – “und wir (die Reichen) werden gewinnen” – sagt Warren Buffett).
    Was wir hier sehen, ist der Griff der “Großen Geldes” nach dem Grundbedürfnis Ernährung.
    Und wenn damit tatsächlich Geld verdient werden kann, kommt das so sicher, wie das Amen in der Kirche

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    • fingerphilosoph sagt

      “Krieg reich gegen arm” beschreibt nur ein Symptom, nicht den Kern des Problems. Der Kern des Problems ist der technologische Fortschritt, der – man kann es drehen und wenden, wie man will -, einzig und allein den Zweck hat, den Menschen aus der Natur (i.S. von sich selbst organisierenden Ökosystemen) herauszulösen.

      Der technologische Fortschritt wird mit Reichtum belohnt. Arm ist, wer diesen Fortschritt nicht weiter vorantreibt oder hinterher hinkt. Bill Gates, Jeff Bezos und Konsorten sind reich, weil sie neuen Technologien zum Durchbruch verholfen haben.

      Auch die Landwirtschaft ist Teil dieses Prozesses der Abkehr von der Natur. Da muss man sich nichts vormachen. Landwirtschaft hat sich weltweit durchgesetzt, weil deren Technologien denen der Jäger und Sammler in Bezug auf Nahrungsbeschaffung überlegen waren. Neue Technologien wie Gentechnik lösen den Menschen noch weiter aus der Natur heraus, deshalb werden sie sich selbstverständlich auch durchsetzen. Vielleicht mit diversen Rückschlägen und selbsterzeugten Katastrophen, aber dennoch wird der Mensch diesen Weg gehen und sich von der Natur befreien. Auch um den Preis, dass er nicht seine Technologien beherrscht, sondern von ihnen beherrscht und versklavt wird. Das macht den Menschen letztendlich zu einer tragischen Gestalt im Welttheater.

      Dieses scheinbare “Zurück zur Natur” entspringt nur der Angst, die wir als Menschen vor uns selber haben. Aber diese Angst begleitet uns schon lange, und die neuen Technologien haben sich trotz aller Ängste und Regredierungen stets durchgesetzt. Auch Atomkraft und Gentechnik werden sich durchsetzen.

      Falls es die Menschen in 500 Jahren noch gibt, wird es ihnen grauenhaft vorkommen, dass ihre Vorfahren etwas “aus der Natur” gegessen haben, egal ob das nun Fleisch von lebenden Tieren oder oder Gemüse aus bakterien, würmer- und virenverseuchtem Humusboden war.

      Geld ist in dieser Entwicklung nur ein Symptom, nicht die primäre Ursache.

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        • Thomas Bröcker sagt

          Das erinnert tatsächlich an alte Science Fiktion Filme. Man ist 1973 (Soylent Green) noch davon ausgegangen, dass “Menschenfleisch” zu undifferenzierter Nahrung verarbeitet wird und dafür über eine Religions-ähnliche Gesellschaftsstruktur die Lebenszeit jedes Einzelnen verkürzt wird. Der Film spielt witzigerweise im Jahr 2022, also 1973 “irrsinnig weit weg” – 50 Jahre sind nix – wie man sieht.
          Eine lustiges Gedankenspiel zu dem Thema kommt in dem neueren Film “Jacky im Königreich der Frauen” (2014) vor. Da kommt die Nahrung als bräunlicher Brei aus dem Wasserhahn. Im Laufe der Handlung kommt heraus, dass der Brei in einer zentralen Fabrik hauptsächlich aus Fäkalien hergestellt wird. Ist in dem Film aber nicht das zentrale Thema – es geht mehr um Religions- und Rollenverteilungkritik
          im Stil von Monty Python – aber deutlich platter.

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          • fingerphilosoph sagt

            Was ist dieser NEXAT mit seinen 1100 PS anderes als Wirklichkeit gewordene Science Fiction? Gut, in den alten Sciene Fiction-Filmen haben so die Kampfmaschinen der Außerirdischen ausgesehen, aber das zeigt doch, dass Landwirtschaft nichts anderes als Kampf ist, nicht im Weltall, sondern gegen die Natur, und nicht geführt von Außerirdischen, sondern von Landwirten.

            Und in diesem Kampf werden die Landwirte trotz NEXAT abgelöst von Leuten, die stattdessen Mikroorganismen manipulieren. Der Krieg aus der Makrowelt wird in die Mikrowelt verlegt, so kann der Mensch sein Selbstbild vom guten, liebevollen, versöhnlichen, mitfühlenden Lebewesen weiter aufrecht erhalten, auch wenn es noch so erstunken und erlogen ist.

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      • Smarti sagt

        Fingerphilosoph, aus ganz weiter Ferne betrachtet und wohlwollend die grosse Menge an diversen Zweiflern ausgeklammert ( wie auch immer überzeugt oder unterdrückt ) – wird es so laufen.
        Der menschliche Körper wird aber auch Probleme machen. Anders als Masttiere, die ja nur sehr kurz leben, wird ein künstlich ernährter Körper – und vor allem die Masse der lebensnotwendigen Bakterien auf und im Menschen heikel auf Mangel an frischer/”dreckiger” Nahrung reagieren. Allergien und Autoimmunkrankheiten von Reizdarm über MS bis Glutenunverträglichkeit ) nehmen schon jetzt rasant zu, weil dem Organismus Mensch langweilig ist und er halt mal gegen sich selbst trainiert. Medikamente heilen oder unterdrücken zwar das eine Problem, dafür ploppt an einer anderen Stelle die nächste Krankheit auf.
        Wird sich der Mensch trotzdem auf diese Reise machen ? Ich befürchte ja, Geld ist wichtiger als.. Alles.

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        • Reinhard Seevers sagt

          Firedragon: “Wird sich der Mensch trotzdem auf diese Reise machen ? Ich befürchte ja, Geld ist wichtiger als.. Alles.”

          Fingerfilosoph:” Geld ist in dieser Entwicklung nur ein Symptom, nicht die primäre Ursache.”

          Ich kann eher Firedragon folgen, weil der Mensch des aufgeklärten, christlich -abendländischen Kulturkreises sich über den Materialismus definiert.
          Menschen können sich anderen Kulturen zuwenden, anderen Religionen oder Weltanschauungen. Der Orient hat sich in den letzten 500Jahren anders entwickelt, als wir und unser Kulturkreis versucht seit 500Jahren ihnen unsere Kultur aufzuzwingen…mit mäßigem Erfolg, wie die ganzen Auseinandersetzungen zeigen.
          Ich würde mal in Frage stellen, ob nicht eines Tages der sog. “Fortschritt” eine andere Richtung einschlägt, wenn man keine Alternativen zur materiellen Befriedigungskultur mehr hat, weil Ressourcen fehlen oder falsch verteilt sind….schaun mer mal.

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          • fingerphilosoph sagt

            Sich über Technologien zu definieren, ist Materialismus, weit mehr als die Definition über Geld. Seit sich das Geldsystem vom Goldstandard und von der Realwirtschaft abgekoppelt hat, ist es noch mehr als in der Vergangenheit zu einer Art Erzählung geworden, an die alle glauben (müssen). Geld ist Religion.

            Die Städte im Orient sehen nicht viel anders aus als die Städte im Okzident: dieselbe Infrastruktur mit Flughafen, Straßen, Eisenbahn, Taxis, Hotels, Banken, Einkaufszentren, Wohnsiedlungen, sprich die Realisierung derselben Technologien. Diese wirken vereinheitlichend, und das ist es, was den Menschen zutiefst prägt. Ein Smartphone hat jeder. Ob er nun Jesus, Buddha oder Propheten verehrt, ist unwesentlich.

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            • Reinhard Seevers sagt

              Die Nutzung von Technologie ist die eine Seite. Der Orient hat so gut wie nichts zur Industrialisierung und zum Technologiezeitalter beigetragen. Der Buchdruck hielt erst fast 400 Jahre später dort Einzug. Es gibt kein Arabisches Auto, kein Flugzeug, keinen Schlepper, kein AKW, keine WKA….
              Die Nutzung ist Eines, Herstellung und Erfindung etwas ganz anderes.
              Ähnliches galt auch für Japan. Sie wurden erst von Amerika zum Fortschritt gezwungen. Sie haben daraus einen Vorteil gemacht, aber der Initiator kam aus unserem Kulturkreis. Wir sollten darauf achten, unseren Wertekanon nicht über zu strapazieren.

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              • Stadtmensch sagt

                Hochmut kommt vor dem Fall:
                https://de.scribd.com/doc/111968968/Sigrid-Hunke-Allah-s-Sonne-uber-dem-Abendland

                Auf diesen unseren “Geist” kann ich locker verzichten:

                “»Wir erklären, daß sich die Herrlichkeit der Welt um eine neue Schönheit bereichert hat: die Schönheit der Geschwindigkeit. Ein Rennwagen, dessen Karosserie große Rohre schmücken, die Schlangen mit explosivem Atem gleichen […] ein aufheulendes Auto, das auf Kartätschen zu laufen scheint, ist schöner als die Nike von Samothrake. Wir wollen den Mann besingen, der das Steuer
                hält, dessen Idealachse die Erde durchquert, die selbst auf ihrer Bahn dahinjagt […] Wir wollen den Krieg verherrlichen – diese einzige Hygiene der Welt – den Militarismus, den Patriotismus, die Vernichtungstat der Anarchisten, die schönen Ideen, für die man stirbt, und die Verachtung des Weibes. Wir wollen die Museen, die Bibliotheken und die Akademien jeder Art zerstören und gegen den Moralismus, den Feminismus und gegen jede Feigheit kämpfen, die auf Zweckmäßigkeit und Eigennutz beruht”

  9. Brötchen sagt

    “durch den Körper nicht selbst herstellbare Aminosäuren, können maßgeschneidert durch dieses Verfahren erzeugt werden. ”

    Alle Aminosäuren bzw. viele die heute zur Ergänzung für Tierfutter hergestellt werden, macht man schon über 10 Jahre mit dem Verfahren.
    Ohne diese gibt es heute keine Ration mehr für Monogastriden.

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  10. Brötchen sagt

    Das ist ein! Molekül!

    Fettgewebe besteht aus zig Fettsäuren, ich schätze mal aus 30….dazu Vitamine, Hormone und hormonähnliche Stoffe.
    Phospholipide sind wichtig für die Zellwände.
    Ich habe mich mal intensiv mit Fetten beschäftigt, das ist hochkomplex!
    Das wichtige bei der Milch ist ja das Milchfett und das ist sehr wichtig für gute Butter und Käseherstellung.
    Das Eiweiß ist eigentlich nur “Abfall”.

    Zur Zeit dreht sich die Meinung über das verpönte Fett etwas.
    Man hat auch rausbekommen, das der Mensch einen “Rezeptor” für Fett hat und man den nicht austricksen kann.

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