Bauer Willi
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Warte nicht auf andere, mach Dich selbst auf den Weg

Interview mit Dr. Andreas von Felde, den ich seit langem kenne und der, gemeinsam mit anderen Landwirten, eine interessante und zukunftsweise Initiative im Bereich Naturschutz gestartet hat.

Hallo Andreas, Du bist Landwirt und hast mit anderen Landwirten einen Verein für Naturschutz gegründet. Gibt es nicht schon genug Naturschutzvereine? Und warum von Landwirten?

Hallo Willi – das ist ja genau der Punkt. Es gibt viele Akteure im Naturschutz, aber nicht einen einzigen anerkannten Naturschutzverband von Landwirten. Das ist aber unser Ziel, um nicht den ‚Löffel‘ auch noch dort abgeben zu müssen. Am Ende müssen wir von Greening bis zu Ersatz und Ausgleich selbst mitwirken, da das niemand für uns übernimmt. Auch werden NABU und Co. nicht die landwirtschaftlichen Interessen vertreten, denke ich. Im vergangenen Winter sind bei mir in der Nähe 4 Höfe an den Naturschutz verkauft worden. Die sind nun still und in den Dörfern dort läuft nichts mehr. Das wäre vielleicht nicht nötig gewesen, wenn die Betriebe selbst Naturschutzmaßnahmen angeboten hätten, die dort jetzt laufen.

Was seht ihr als eure Hauptaufgabe?

Wir sind derzeit 120 konventionell wirtschaftende Betriebe und unsere wichtigste Aufgabe ist es, Naturschutz zum Betriebszweig zu machen mit Aufgaben UND Einkommen. Derzeit bereiten wir z.B. einen Ersatz- und Ausgleichspool von ca. 50 ha vor, der produktionsintegriert gestaltet werden soll. Zudem versuchen wir Licht ins Dunkel für Waldbesitzer in Sachen Erschwernisausgleich zu bringen. Wir begleiten gerade Betriebe, die in FFH-Gebietsausweisung liegen. Wir haben auch einen Agrarantrag für Naturschutzflächen von Mitgliedern gestellt, die allein nicht durchkamen. Deshalb besitzen wir z.B. gerade eine Schnuckenherde (Projekt ‚flotte Schnucke‘).

Wie kooperiert ihr mit anderen Organisationen wie zum Beispiel BUND und NABU?  Oder ist das eher Konkurrenz?

Wir suchen den Austausch, wollen aber unabhängig bleiben. Wir sehen uns auch nicht als Berufsvertretung.

Ich denke, dass uns Landwirten bewusst sein muss, dass wir die ‚Hardware‘ Fläche ja selbst besitzen und nicht durch Flächensicherung erst zum Naturschutz kommen. Unser Geschäftsmodell ist also gewissermaßen entgegengesetzt zu den anderen Playern. Wir sehen das als großen Vorteil. Ansonsten haben wir keine Berührungsängste.

Auffällig ist nur, dass noch viel zu wenig Landwirte hier Stellung beziehen und auf Veranstaltungen, bei denen es um Umweltschutz, Gebietskulissen etc. geht dann meist 200 Leute aus den Verwaltungen und Naturschutzorganisationen teilnehmen plus 5 Landwirte. Das geht so einfach nicht. Da bekommst Du dann auch nichts ab.

Naturschutz kostet Geld. Wie sieht das bei euch aus? Wie wird eure Arbeit finanziert? Wo gibt es Hürden?

Hürden gibt es jede Menge, da Naturschutz fast nie transparent läuft. Vor Ort entscheidet die untere Naturschutzbehörde, die es auch zeitlich nicht schaffen kann, alle Landbesitzer einzubeziehen in Verfahren. Darüber kommt gleich das Ministerium bzw. deren angegliederte Dienststellen, die sich vor Ort nicht auskennen und mit Landwirten irgendwie auch nicht.

Als nächstes brauchst du Zahlungsansprüche aus der nationalen Reserve, um deine Naturschutzflächen aktivieren zu können. Darüber müssen wir uns z.B. gerade streiten.

Versuche mal einen Landschaftspflegeverband zu gründen und du wirst feststellen, dass die Grundlagen zur Förderung von solchen guten Zusammenschlüssen nicht als Verordnung geschaffen wurden. Dann sitzt du da ‚mit kurzer Hose und Holzgewehr‘. In Süddeutschland ist das alles vorhanden, aber nicht in Norddeutschland.

Wenn du Projektmittel beantragst, sind die Verfahren viel zu aufwändig für einen Verein und falls es doch gelingt kannst du dann alle 2 bis 3 Jahre wieder starten, damit eine halbe Stelle gesichert werden kann. Da ist keine Kontinuität möglich. Innerhalb der Legislaturperiode haben die Ministerien zudem eigentlich keinen Förderspielraum – da sind die Gelder bereits verteilt an die üblichen Mitspieler.

Wie kann es aber trotzdem gehen?

Wir ziehen einen Jahresbeitrag von lediglich 30 €uro ein, bekommen Spenden und haben schon einmal von der Bingo-Umweltstiftung in Hannover eine Förderung erhalten. Ansonsten vermitteln wir Anfragen zu Pflegearbeiten und setzen uns für erfolgreiche Ausgleichsmaßnahmen ein. Ist also alles eine Sache des Engagements, das wir derzeit ehrenamtlich leisten. Zudem werden wir gern in bestehende Projekte eingeladen, wo es an Testbetrieben mangelt. Das kann auch schon einmal interessant sein für die teilnehmenden Landwirte.

Wie soll es für die ‚vereinigten Heidehöfe für Naturschutz‘ weitergehen?

Wir erwarten im kommenden Jahr noch einmal deutlich mehr Mitglieder auch aus anderen Regionen, da wir gerade erst öffentlich werden. Das haben wir bisher vermieden, um uns erst einmal um konkrete Projekte vor Ort kümmern zu können.

Unter diesen Mitgliedern finden sich immer mehr Spezialisten, die gute Geschäftsmodelle bis hin zu Crowd Funding möglich machen. Am Ende wird die nächste Agrarreform, Ackerbaustrategie etc. unser Thema noch weiter befeuern und du musst als Landwirt nach alternativen Einkommensquellen suchen. Ich denke, da wird es bei uns nicht langweilig.

Wir sind also schon mitten im Thema obwohl wir uns erst 2017 gegründet haben…

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39 Kommentare

  1. Obstbäuerin sagt

    »…Produziert wird, was nachgefragt wird und bezahlt wird, was man dafür zu bezahlen bereit ist….«
    Reinhard, bei meinen Einkäufen ist das total anders. Da gibt´s feste Preise und oft finde ich Produkte nicht mehr, die ich gern gekauft hätte.

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    • Reinhard Seevers sagt

      Du musst es allgemeiner sehen….der Kunde entscheidet sich mehrheitlich für billige Nahrungsmittel und leistet sich für dafür lieber eine Kreuzfahrt. Wenn er die Möglichkeit zur Wahl hat, dann tut er es…
      Wer zu wenig Geld hat, der muss Schwerpunkte setzen. In einer Wohlstandsgesellschaft wie der unseren, unter den Bedingungen der Demokratie, kann er sich entscheiden.
      Warum sollte er nun ohne Mit mehr Geld für Nahrung ausgeben? Er kann seine Wertschätzung gegenüber der Landwirtschaft ja auch mit Worten ausdrücken.

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  2. Reinhard Seevers sagt

    @Obstbäuerin
    Die Landwirtschaft steht stellvertretend für die Grenzen des Kapitalismus. Sie muss als erstes dafür bluten, dass die Mechanismen der Globalisierung, des Finanzkapitalismus und des unendlich scheinenden Wohlstands an seine Grenzen gekommen sind. Landwirtschaft passt nicht ins System, wird aber hinein gezwungen. Das, was sich jetzt und hier abspielt sind die ersten Anzeichen einer langfristigen Änderung, wie auch immer sie aussehen wird. Die einzelnen Schlachtfelder, wie Bürokratie, Naturschutz, Artenschutz, Wasserschutz, betriebliche Entwicklung etc. kann man auch einzeln betrachten und beackern, sie wirken aber für die gesamte Landwirtschaft gleichzeitig.
    Konkret: 1 € kann nur einmal ausgegeben werden, wofür der Einzelne ihn ausgibt, das ist in einer Demokratie ihm überlassen. Wenn nun gefordert wird, dass mehr Geld für Lebensmittel ausgegeben und auch noch beim Urproduzenten ankommen soll, dann muss man sagen, wo denn Geld eingespart werden soll. Produziert wird, was nachgefragt wird und bezahlt wird, was man dafür zu bezahlen bereit ist.
    Zuerst wird derjenige satt gemacht, der es sich leisten kann. Und wer nicht zahlen kann, der verhungert vor prall gefüllten Marktständen. Eine Überproduktion gibt es daher auch nicht, lediglich keine gleichmäßige Verfügbarkeit. Ist wie mit dem Wohnraum, eigentlich gibt es im Land genug davon, nur nicht dort, wo die Menschen wohnen wollen….Berliner könnten doch auch nach Cottbus ziehen….( Scherz)

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    • Ehemaliger Landwirt sagt

      Neben den höheren Mietkosten sorgt die Politik mit der CO2 Steuer dafür,
      dass dem Geringverdiener noch weniger Geld im Säckel bleibt.

      höhere Heizkosten,
      höhere Benzinkosten für Menschen ohne einen vernünftigen ÖPNV,
      die Hersteller für Hygieneartikel für Frauen haben eine Preiserhöhung von 12 % angekündigt, wie hoch ist jetzt der mindere Steuersatz für diese Artikel?
      Viele sind auf billige Lebensmittel angewiesen, andere verzichten nicht auf die Kurzurlaube nach Malle an den Brückentagen und was werden die für Lebensmittel kaufen, richtig, billige.

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    • Lady sagt

      „Die Landwirtschaft steht stellvertretend für die Grenzen des Kapitalismus. Sie muss als erstes dafür bluten, dass die Mechanismen der Globalisierung, des Finanzkapitalismus und des unendlich scheinenden Wohlstands an seine Grenzen gekommen sind. “
      Leider verstehe ich den Sinn nicht. Was sind Grenzen des Kapitalismus? Das Thema Verteilung des Bodens ist nun schon arg „alt“ . War also “ immer“ schon ein Thema. In USA ging die Subventionspolitik für die Landwirtschaft in größerem Stil nach dem 1. Weltkrieg los.

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  3. Ostbauer sagt

    Ich fang mal neu an, weil es weiter unten ewas abgleitet (obwohl auch sehr wichtig).
    Vernetzen ist wichtig. Für mich steht jedoch an erster Stelle das Eigenengagement . Wenn es meinem Betrieb nutzt und auch die Nachbarbevölkerung noch was von hat, ist es doch eine win-win Situation. Derjenige, der sich immer Äpfel aus der Plantage oder Allee holen kann, wird mir auch wohlgesonnen sein. Wir sind auch seit 20 jahren Mitglied im Landschaftspflegeverband und es ist eine gute Zusammanarbeit. Wie gesagt, geben und nehmen. Wichtig ist, mit der Nachbarschaft auszukommen. Meine Erfahrung ist, je größer das Ding wird,desto mehr zusätzliche Arbeit bindet man sich ans Bein. Der Tag hat aber nur 24 Stunden!

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    • Lady sagt

      „Ich fang mal neu an, “

      Es klappt leider nicht, Ostbauer.
      Hier in MV gibt es das Projekt Stiftung Mecklenburger Parkland. Hervorgegangen aus dem Verein Mecklenburger Agrarkultur. Und ja die Initiatoren hatte auch ein starkes Eigeninteresse. Die Erhaltung von Gutshäusern, Alleen , historischen Haustierrassen, Leben und Kultur auf dem Land diente auch dem Zweck, Einnahmen aus dem Tourismus zu generieren. Aber dagegen ist ja auch nichts zu sagen. Denn der Naturschutz hat davon in hohem Maße profitiert. Wir haben zum Beispiel bei Geburtstagen dann für dieses Projekt gespendet, damit unzählige Hecken angelegt werden konnten. Und die fehlen hier
      https://www.plmv.de/stiftung/
      Klar auch das nur ein kleiner Baustein.

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      • Ostbauer sagt

        Hallo Lady,
        das ist es ja was ich meine. Die Leute vor Ort müssen die Sachen gut finden und unterstützen. Der positive gesellschaftliche Effekt ist für mich erst mal zweitrangig.
        Das unmittelbare Umfeld muss sich wohlfühlen.
        Und entgegen dem Spruch“Tue Gutes und rede darüber“, möchte ich auch nicht laufend in der Zeitung stehen.
        Ja; ich weiß,mancher hält sowas für einen Fehler. Ist wohl ein Generationsproblem.

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  4. Reinhard Seevers sagt

    Änderung von Politik, Wirtschaft, Finanzen etc…..weg vom Konsumismus. Da eben das nicht passieren wird, wird sich auch global nichts ändern.

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    • Obstbäuerin sagt

      Die Landwirtschaft ist wohl eine der wenigen Branchen, die mehr produzieren muss, um z.B. die Weltbevölkerung zu ernähren und da ist es belanglos, ob jetzt der eine etwas zu viel kauft oder nicht. Die Änderung der drei genannten Sachverhalte können wir nur geringfügig beeinflussen und deshalb konzentrieren wir uns auf die Felder, wo noch was zu bewegen ist. Das Verhalten der Menschen auf weniger Konsum zu orientieren, ist zweifelsohne eine erstrebenswerte Angelegenheit, hat aber mit Landwirtschaft und unseren aktuellen Problemen nur marginal zu tun. Mir ist immer noch nicht klar, mit welchem Anliegen Sie hier im Blog unterwegs sind.

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      • firedragon sagt

        Obstbäuerin,

        wer sagt, dass die Landwirtschaft MEHR produzieren MUSS ?

        Jetzt mal ganz ehrlich – KEIN Unternehmen produziert über Bedaf UND unter Kostendeckung !
        Das wäre, nein, dass ist das wirtschaftliche Aus für jedes Unernehmen und zudem marktschädigend für eine ganze Branche.

        Kann jetzt jeder Einzelne für sich ableiten, wie er will…

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        • Obstbäuerin sagt

          Firedragon, das war ja auch global gemeint, nicht auf den Betrieb bezogen. Wenn die Erdbevölkerung wächst und der Bedarf steigt, wird auch angepasst produziert werden. Und wenn ich so zurückblicke, haben wir schon manches Jahr unter Kostendeckung produziert. Der tatsächlich realisierte Preis ereilt uns erst, wenn die nächsten Äpfel kurz vor der Ernte stehen. Da kannst Du nicht mehr viel dran drehen.

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  5. Mark sagt

    Gute Ideen und Projekte gibt es zuhauf, im Grunde muss nichts mehr neues erfunden werden, sondern Bestehendes muss, wie Thomas Apfel geschrieben hat vernetzt
    und zum Laufen gebracht werden. Und das Allerwichtigste, es muss am Laufen gehalten und ausgebaut werden. Das ist mühsam, aber notwendig. Diese Erkenntnis muss auch in der berufständischen Interessenvertretung mehr Beachtung finden. Ein Beispiel: es nützt überhaupt nichts, über die Landwirtschaftliche Rentenbank moderne Ställe zu finanzieren, wenn die landwirtschaftliche Nutzierhaltung in der Bevölkerung keine Akzeptanz mehr hat. Also müssen wir bei der Akzeptanz anfangen. Wie dies aussehen könnte vom Verein Mensch.Natur.Landwirtschaft. sehr gut formuliert:
    „Der Zweck des Vereins ist die Förderung der Erziehung, Volks- und Berufsbildung, das Wissen über die Landwirtschaft in der Jugend und Erwachsenenbildung zu fördern und vor allem Kindern und Jugendlichen unterschiedlicher Altersgruppen die Möglichkeit zu geben, Landwirtschaft theoretisch und vor Ort zu erleben und zu begreifen, die Öffentlichkeit über die Bedeutung der Landwirtschaft für die Pflege der Kulturlandschaft und des Umweltschutzes zu informieren und für einen gemeinsames Handeln zu gewinnen, ein wertschätzendes und realistisches Bild der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit zu verbreiten und Einsichten über die ökologischen und ökonomischen Zusammenhänge zu geben, die Verbraucher über die umweltrelevante Produktion von gesunden Lebensmitteln aufzuklären.

    Dies wird verwirklicht durch konkrete Programme in der Kinder- und Jugendbildung, in Zusammenarbeit mit den Bildungsträgern, das Initiieren und Verknüpfen von Umweltschutzprojekten zwischen der Landwirtschaft und der Bevölkerung, das Erstellen von Wissensdatenbanken und Informationskampagnen, das Verbreiten von Kenntnissen über die Lebensmittelproduktion und den Umweltschutz mittels eigener Veröffentlichungen, Vorträge, Führungen und Mitmachaktionen, das Bearbeiten des Themas Wertschätzung mit verschiedenen, gesellschaftlichen Gruppen, die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Institutionen, Unternehmen und Persönlichkeiten im Sinne des Vereinszwecks.“

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    • Reinhard Seevers sagt

      Kann man alles machen. Ich bezweifle aber, dass das irgendetwas nachhaltig ändern wird.
      Die Gesellschaft ist auf einem ganz anderen Weg unterwegs. Die Zukunft ist digital. Influenzer, Blogger, blockchain, bitcoins, Digitalisierung, ……Die Bildung hat schon so viele Aufgaben, die Erziehung sollte eigentlich in der Familie stattfinden und nicht delegiert werden. Wenn nicht jemand monetäre Interessen an einer Verbesserung hat, fehlt sowohl die Motivation, als auch das Geld, um langfristig und nachhaltig etwas bewirken zu können.
      Das „System“ lässt es auch nur bedingt zu, weil jemand Geld verdienen können muss, um alles umzusetzen. Wie von Lucke in seinem Beitrag sagte, wenn es eine Co-2 – Steuer geben würde, würde es automatisch eine Änderung in der Wertigkeit von Sachen und Handlungen geben und die Wertigkeit von Grundnahrungsmitteln aus unserem Land stehen dem Luxus von Kreuzfahrten etc. entgegen. Fragt sich nur, was der Bürger als Spaßersatz bekommt.

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      • Thomas Apfel sagt

        Hallo Reinhard,
        irgendwie finde ich es schon lustig, wie Du immer Aktivitäten für die Image- Verbesserung einforderst und andererseits jede Aktivität defätistisch abbügelst.
        Wie genau sollten denn nach Deiner Meinung Aktivitäten mit Aussicht auf Erfolg aussehen?

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        • Reinhard Seevers sagt

          Ich hab geschrieben, dass man es machen kann, es aber nichts nachhaltig verändern wird…..eine kontinuierliche Kampagne ist auch nur ein Baustein. Politische Richtungsvorgaben eine weitere. Am Ende steht und fällt alles mit der Aufrechterhaltung oder Änderung des gesamten gesellschaftlichen Handelns. In Politik und Wirtschaft. So lange das nicht geschieht, bleibt es wie es ist….mit minimalen Nuancen.

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            • Ein Privatier sagt

              @Obstbäuerin

              Sehr geehrte Frau Obstbäuerin,

              ich habe mir das Video, welches von Hr. Seevers mehrfach vorgeschlagen wurde, fast ganz angeschaut.
              Dieser Rote Herr von Lucke bläst auch ins Grüne Horn und arbeitet mit den typischen Ängsten und Drohungen, die seit Jahrzehnten von den Massenmedien verbreitet werden. (Z.B. „Globale Zerstörung“, an der Menschen schuld sind etc.)
              https://de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_von_Lucke

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              • Reinhard Seevers sagt

                Also, entweder haben Sie einen anderen Beitrag gesehen, oder Sie haben eine eingeschränkte Wahrnehmung. Sogar die applaudierende Mehrzahl anwesender Bauern hat es verstanden und honoriert….ich weiß nicht, wie man das nicht verstehen kann.

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                • Ein Privatier sagt

                  Zitat Seevers:“(…) Sogar die applaudierende Mehrzahl anwesender Bauern hat es verstanden …(…)“.

                  Was halten Sie eigentlich so von „Bauern“?

                  Hier Ihr Link:

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  6. Sabine sagt

    Nur so, vllt. sollte man den massiven Landhunger mancher NGOs auch mal öffentlicher diskutieren. Dass die inzwischen riesige Flächen besitzen, dazu sagt niemand was. Gleichzeitig versuchen LsV als stimme der Agraindustrie darzustellen, wie einzelne Sprechern von LsV an relativ großen Betrieben beteiligt sind.

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    • Die NGOs sind nicht das Problem!

      Schonmal von KTG Agrar gehört, nahezu vollständig an Munich RE (Allianzgruppe) gefallen?
      Oder von den Flächen eines gewissen Herrn Kliem in Thüringen, die dieser an ALDI veräußert hat?
      Oder wie kommt ein Günther Fielmann in Lütjensee mit seinem Hof auf über 600.000 € Ausgleichszahlungen?

      Und fragen Sie sich mal, welche politischen Akteure was dagegen tun wollen und welche nicht, Sie wären überrascht!

      https://www.tlz.de/politik/gruene-und-linke-wollen-gesetz-gegen-landraub-bauernverband-sieht-das-kritisch-id227210699.html

      https://www.agrarheute.com/politik/koalition-lehnt-linken-antrag-bodenmarkt-transparenz-ab-550257

      Sie rennen in die falsche Richtung, fürchte ich!

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      • Thomas Apfel sagt

        Weder Großgrundbesitz, noch Groß-Grund Bewirtschaftung sind für das Anliegen des Naturschutzes und das im Beitrag dargestellte Beispiel von Bedeutung. Man kann sich über die Politik bezüglich des Bodenmarktes sicher streiten, nur macht es wenig Sinn, Dinge die man nicht ändern kann in jede Diskussion klatschen zu lassen. Und diese dauerdämliche Argument, dass sich „Große“ die Betriebsprämie einfach nehmen und in die Tasche stecken ist auch nur sinnfreie Propaganda. Richtig ist, dass gerade der Zusammenbruch der Tierproduktion im Osten dazu geführt hat, dass die teilweise eine Wertschöpfung nur durch die Betriebsprämien gesichert werden kann. Der derzeitige Trend Anti Tierhaltung wird dazu führen, dass sich da wenig ändert. Daher, um wieder zum Thema des Beitrags zurück zukehren, werden die großen Betriebe die Anforderungen nach Stilllegung, Teil-Extensivierung viel schneller umsetzen können und das auch tun.
        Die Wertschöpfung je Arbeitskraft ist übrigens eher geeignet die Wirkung der Agrarzahlungen und die soziale Komponente von „Groß“ oder „Klein“ darzustellen.
        Ergänzend noch: Ich bin mit derzeit 48 ha eher ein kleiner Betrieb, also Lobbyismus Vorwurf gleich stecken lassen!

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        • Ostbauer sagt

          Da kann ich jeden Satz unterschreiben!
          Mal so an alle. Habe eine Anfrage zur Bereitstellung von ca. 50 ha zur Bebauung mit Photovoltaik bekommen.
          1800,- € Pacht/Jahr und ha auf 20 Jahre.
          Ist das nun Naturschutz? Für „Rote Gebiete“ eine sinnvolle Fruchtfolge allemal.
          Aber will man das?
          Auf jeden Fall kommt man ganz schön ins Grübeln.
          Fakt ist; soviel kann ich mit landwirtschaftlicher Produktion nicht vom Hektar holen!

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          • Ehemaliger Landwirt sagt

            Offensichtlich würden die an der PV Anlage noch mehr verdienen als die 90.000 Euro, deshalb selber Bauen.

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            • Ostbauer sagt

              Das ist mir schon klar!
              Nur; muss man sich das 10 Jahre vor der „Rente“ noch antun ?

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              • Ehemaliger Landwirt sagt

                Das müsstest Du selbst entscheiden, aber denke daran, wenn Du in Rente bist hast Du Zeit Kreuzfahrten zu machen und wenn Du dich für die Queen Mary 2 entscheidest und eine Queen Suiten buchst, das geht richtig ins Geld. 😉

                Also ich selbst habe noch keine Kreuzfahrt gemacht, kann mir aber vorstellen, das so eine Kreuzfahrt schöner ist, als in Rente weiter Kühe zu melken. 😉

                Aber denk mal an den Tipp vom Feuerdrachen. 🙂

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            • Thomas Apfel sagt

              Wir haben ein Angebot von 2.000,- €/ha bei rund 65 ha Umfang. Realistisch sind eher 1.500,- €/ha. Aber auch dafür werden wir das machen. Die 60 mio zum selbst investieren haben wir nicht.
              Ach so, nicht ich allein sondern unser Betriebsverbund von rund 650 ha.

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      • Lady sagt

        „Und fragen Sie sich mal, welche politischen Akteure was dagegen tun wollen und welche nicht, Sie wären überrascht! “

        Ich bin eher eher überrascht, wenn der Unterschied zwischen Raub und Verkauf nicht klar ist.
        Und ich fände es auch schön, wenn wir hier mit der „Werbung“ , für mich eher das Gegenteil, für irgendeine Partei verschont blieben.

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      • Paulus sagt

        Herr Suhr, im Gegensatz zu ihnen bin ich davon überzeugt, dass Fielmann und Konsorten, darauf bedacht sind ihr Investment sehr gut bewirtschaften zu lassen. Die dürften gerechte Löhne bezahlen und neben den Investitionen in den Maschinenpark und was da sonst noch fällig ist, auch noch so manche Kommune unterstützen. Alles andere ist doch nahezu undenkbar. Es gibt gravierende Unterschiede zwischen einer Sarah Wiener und einer Munich Re.

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      • Ostbauer sagt

        Das einzige, was mich daran stört, sind die share deal`s. Bis 94,9 % der Anteile Grunderwerbssteuerfrei. Das ist die Riesensauerei.
        Eigendlich haben wir ein Gesetz zur Abwehr von ungesunder Bodenverteilung, nennt sich „Reichssiedlungsgesetz“( ich weiß, hört sich doof an ,ist aber nun mal so).
        Nur müsste das mal angewandt und angepasst werden.

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        • Paulus sagt

          Obstbauer, diese 94,9% Regelung ist aber nun mal legitim. Daraus kann ich doch einem Investor der sie auf seine Art und Weise nutzt keinen Vorwurf machen. Sogen. Investoren, meinetwegen auch Kapitalisten sind die falsche Adresse.

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          • Ostbauer sagt

            Ich mach den Investoren in keinster Weise Vorwürfe. Aber der Staat kann die Rahmenbedingungen ändern.
            Wenn schon Grunderwerbssteuer, dann für alle.

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          • firedragon sagt

            Paulus,
            es ist so vieles legitim, ob es auch richtig ist, steht auf einem ganz anderen Blatt.

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    • Inga sagt

      So machen das die NGOs, sind ja schlimmer wie die Chinesen.

      Warum gibt es kein Gesetz, das besagt,
      dass nur die ihr Land im Sinne von Nahrungsmittelgewinnung und Ökologie bewirtschaften dürfen, die auch eine Berufsausbildung zum Landwirt haben, denn wir können es uns heutzutage nicht mehr leisten die Äcker von unqualifizierten Leuten ohne Ausbildung in ökologischer Hinsicht bewirtschaften oder verwalten zu lassen!
      Und wieviel % der NGOmittglieder haben das?

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  7. Thomas Apfel sagt

    Wir haben hier eine ähnliche Initiative gestartet, allerdings momentan nur mit einer Gebietskulisse und 10 Betrieben. Wenn man anfängt selbst zu organisieren, mit dem Ziel dass die Gelder in die Betriebe gehen, gerät man relativ schnell in Konkurrenz mit Anderen, die bislang relativ ungestört auf diesem Feld unterwegs sind. Das ließ sich bislang aber immer klären. Das mit dem Beantragungs- und Abrechnungswahnsinn ist allerdings ohne Strukturen und Mittel, wie NGO´s sie haben, kaum zu bewältigen. Und schlussendlich müssen auch Leute da sein, die ohne es bezahlt zu bekommen, die Dinge über quasi Ehrenamt ins Laufen bringen. Das ist, wenn du dich um deinen Betrieb kümmern musst, kaum zu leisten. Da kann ich selbst ein Lied von singen.
    Ich denke trotzden, dass das der richtige Weg ist: Dicht an den Betrieben mit schmalem Overhead die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Wir haben bei uns das Forum Natur wo auch andere Landnutzer drin sind (Jäger, Angler, Imker, Schäfer). Das nähert sich in den Äußerungen und der gelebten Praxis dann ganz schnell an die Positionen von NABU, BUND und co. an! Also, wenns geht nur Bauern und Waldbesitzer mit allen Anderen kann man nur Projekt- bezogen sinnvoll und effektiv zusammenarbeiten.
    Wenn mit „Vereinigte Heidehöfe für Naturschutz“ schon ein solcher Verein gestartet ist, sollte man sich unbedingt vernetzen. Über diesen Weg kann man langfristig auch die Deutungshoheit wiedererlangen.

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